Die Piratenpartei Deutschland trauert um Marcel Reich-Ranicki

Bild: Tobias M. Eckrich

Marcel Reich-Ranicki, jüdischer Überlebender der Shoah, der ›dennoch‹ in der Bundesrepublik geblieben ist, hat die deutsche Demokratie, unsere Kultur bereichert. Nachdrücklich. Bleibend. 1920 in Polen geboren, wuchs er in einer jüdischen Familie in Berlin-Charlottenburg auf. Als Jude überlebte er mit äußerstem Glück das Warschauer Ghetto. Dort heiratete er auch seine Ehefrau Teofila, unter unmittelbarer Lebensgefahr. Im Warschauer Ghetto wurde er Mitarbeiter des Emanuel Ringelblum Ghetto-Archivs.

Nach der Befreiung wurde er zum bekanntesten und stets streitbaren Literaturkritiker. Auch hierdurch hat er sich überdauernde Verdienste für die deutsch-jüdische Kultur erworben.

Seine große Rede vor dem deutschen Bundestag am 27.1.2012, dem Jahrestag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, war in ihrer persönlichen Prägung eindringlich und berührend. Sein Tod, im Alter von 93 Jahren, ist ein sehr großer Verlust. Wir werden ihn vermissen.

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Kommentare

4 Kommentare zu Die Piratenpartei Deutschland trauert um Marcel Reich-Ranicki

  1. K.West schrieb am

    Marcel Reich-Ranicki berühmtester Satz klingt wie im Abhörskandal:
    Und so sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen.

    http://www.radiobremen.de/kultur/portraets/ranicki100.html

    Für seinen Tod sollten wir uns einsetzen, diesen Satz nicht von Pofalla,
    Friedrichs, Oppermanns, Schilys, Ströbeles, Maaßens oder Schäubles,
    geschweige von Mutti oder Effe dauerhaft hören zu müssen. Danke.

    • Jens Mander schrieb am

      „… den Vorhang zu und alle Fragen offen“.

      Dieser Schlusssatz des literarischen Quartetts war ein Zitat (sic!) aus Berthold Brechts
      „Der gut Mensch von Sezuan.“

  2. don schrieb am

    Schön, dass die Piraten den Reich-Ranicki gedenken!

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