PIRATEN gehen mit Wahlwerbespots für TV und Hörfunk in den Wahlkampf-Endspurt

Bild: Tobias M. Eckrich

Auf einer Pressekonferenz in Berlin hat die Piratenpartei Deutschland heute ihre Wahlwerbespots für TV und Hörfunk vorgestellt. Mit kriminellen Pflanzen, nackten Tatsachen und angeblichen Rabeneltern werben die PIRATEN in ihrem TV-Spot insbesondere bei jungen und unkonventionellen Wählergruppen um Stimmen. Flankierend dazu stellt der Radio-Spot unter dem Motto »Wähl doch einfach, wie Du bist!« den Gedanken der Freiheit in den Vordergrund. Zusammen mit einer zweiten Plakatlinie, mit der die PIRATEN noch Unentschlossene zum Gang an die Urne motivieren wollen, markieren die Spots den Start in den Wahlkampfendspurt der Partei.

»Wir werden uns weiterhin selbstbewusst präsentieren. Die Piraten stehen auch für einen Wertewandel in der Gesellschaft, der auf Selbstbestimmtheit, Gerechtigkeit und Toleranz beruht. Insgesamt muss sich Politik wieder stärker an den Bedürfnissen der Bürger orientieren. Der zunehmenden Erosion wesentlicher Bürger- und Grundrechte stellen wir uns als Partei entschieden entgegen. Ein Regierungs- und Politikwechsel ist möglich. Die Wähler haben die seltene historische Chance, sich eine direkte Bürgervertretung in den Bundestag zu holen. Allerdings müssen sie dafür am 22. September auch wählen gehen«, erläutert Bernd Schlömer, Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

So heißt es dann auch auf den neuen Plakaten der zweiten Linie »Bundestag aufmischen«, »Man gewöhnt sich dran« und »Worauf wartet ihr eigentlich noch«. Auch in Sachen Mode setzt die Partei mit einem neuen T-Shirt-Motiv für Wahlkämpfer und Piraten-Fans Akzente: Riesige Tentakel und nautische Schriftrollen ranken sich auf dem Bild um ein gewaltiges Anker mit einem Piraten-Signet.

»Wir haben bisher all unsere Wahlkämpfer gebeten: Keine maritimen Metaphern. Aber irgendwo müssen all die unterdrückten Maritimen-Metapher-Triebe hin. Wir haben das jetzt auf ein T-Shirt konzentriert. Das ist ein Statement, mit dem man sich überall sehen lassen kann. Denn niemand will mit einem riesigen Parteilogo auf dem Shirt in einen Club oder eine Bar gehen«, erläutert Christophe Chan Hin, Mitglied im Bundesvorstand, mit einem Augenzwinkern.

Quellen:

[1] TV-Spot: https://www.dropbox.com/s/qi8yru8g4r4850g/pp.mp4
[2] Radio-Spot: http://brunokramm.wordpress.com/2013/08/21/radiospot-der-piratenpartei-zur-bundestagswahl/
[3] 2. Plakatlinie: https://dl.dropboxusercontent.com/u/89405587/PP%20Bund%20Plakate%20BTW2013%20II.zip
[4] https://dl.dropboxusercontent.com/u/64899553/prtn-tntcl-mckp-2.jpg

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Kommentare

28 Kommentare zu PIRATEN gehen mit Wahlwerbespots für TV und Hörfunk in den Wahlkampf-Endspurt

  1. Freichrist776 schrieb am

    Die Piraten brauchen sich nur von einigen asozialen Positionen (z. B. Freigabe von Drogen, Freigabe von Inzest) zu verabschieden, dann können sie 4 % bekommen. Das wäre immerhin doppelt so viel wie bei der letzten Wahl. Gut ist, dass die Piraten sich sehr um Datenschutz bemühen. Und um eine bessere Sozialpolitik.

    • nodding schrieb am

      Aaaalso, während viele Drogen zur Natur des Menschen dazugehören und sogar sehr positive Wirkstoffe und Wirkungen haben können, ist es uns leider nur erlaubt, die denkbar schlechtesten Drogen zu konsumieren: Alk und Kippen mit viel Schaden und wenig Wirkung. Derweil vergiften uns asoziale Dealer aus der Pharmaindustrie mit ihren meist völlig unnötigen Designerdrogen. Damit wir auch weiterhin wertvolles Kulturwissen über natürliche Gewächse verlieren sondern schön brav zum Doc laufen, der uns dann leberschädigende Paracetamolpillen aufschreibt oder so.

      Drugs = Drogen, Medikamente, Pharmaka. Denk drüber nach. Drogen sind Wirkstoffe. Eine gewaltige „Gesundheits“industrie verdient prächtig daran, dass wir blöde bleiben.

    • Düsseldorfer schrieb am

      So ein Quark, im Wahl- und Parteiprogramm steht nix von Inzest

    • meinung schrieb am

      Stimmt, deswegen ist in Studien von Wirkung von THC nachgewiesen und beim Alkohol und Nikotin sowieo Koffein habe ich die Wahl es zu nehmen oder nicht. Du kannst ja mal dich auf pubmed informieren, statt hier irgendwelche falschen informationen zu verbreiten [1] oder nach dem Begriff „Dronabinol“ suchen.
      Ich habe weder THC noch andere illegale Substanzen probiert und bin auch nicht an Nikotin interessiert.

      Defacto ist es dass man mit Glück ne Einführgenehmigung bekommt oder Dronabinol bekommt nach AMG, wobei noch die Frage im Raum steht ob Dronabinol vs. das Rauchen der „Blunts“ effektiver ist.

      Das das Modell funktioniert zeigt die gescheiterte Prohibition von Alkohol in den USA, wenn du weiter in der Geschichte hinweg willst der Opiumkrieg in China vs. Großbritannien.

      Portugal hat 2006 nach und nach angefangen alle Drogen frei zu geben, da dachte die WHO es wird ein Drogenparadies in der EU entstehen. Das Gegenteil passierten.

      Das Zeug ist nicht mehr verschnitten.
      Du bekommst es legal (wäre sicher toll für dich wenn man dir jetzt Kaffe, Alk, Tabak verbieten würde)

      Weiterhin kann man Steuern auf das Zeug nehmen wie in NL und das Geld in die Aufklärung stecken.

      [1] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22178327

  2. Ein_Pirat schrieb am

    Ich muss leider große Kritik an den Spots anbringen. Der von der BTW ist zwar besser als der Bayern-LTW-Spot (der ist wirklich, sorry, schlecht!), aber es fehlt ihm trotzdem an vielem.
    Zuerst: Wurde hier Soundabmischung gemacht? Was eigentlich gar nicht geht, sind Sprecher, die man nicht hören kann! Es liegt nicht am Sprecher, sondern an der viel zu lauten Musik. Wie soll das jemand im TV verstören, v.a. Leute, die eben nicht mit Kopfhörern auf 100% mit 20 zuhören? Etwas Weitblick.

    Zum Spot (inhaltlich): Es fehlt an Biss. Eventuell sind auch die falschen Schwerpunkte rausgesucht, aber ich würde nicht unbedingt mit Drogenpolitik im TV werben. Das können sie doch in ausführlicheren Flyern oder im Parteiprogramm ausführlicher und klarer erklärt bekommen.
    Nehmt kurze, prägnante Dinge, die die Welt bewegen.
    Vor allem: Achtet auf das Äußerliche! Klare, nachvollziehbare Aussagen, die die Welt bewegen.

    Ich bin zwar Pirat, aber bisher von unseren Spots SEHR enttäuscht. Die Plakate sind jedoch super.

    • Ein_Pirat schrieb am

      Sorry, ich muss meinen eigenen Kommentar nochmal korrigieren.
      Es sollte „Wie soll das jemand im TV verstehen“ heißen.

      • Domnik schrieb am

        Ganz meine Meinung. Die Tonqualität ist geradezu peinlich. Die Inhalte wenig geeignet bisher noch unentschlossene von den Ideen der Piraten zu überzeugen. Man bekommt manchmal den Eindruck, die Piraten seinen von V-Leuten der anderen Parteien unterwandert,; diese nicht enden wollende Serie von Pleiten, Pech und Pannen ist einfach nicht zu fassen…

  3. Atari-Frosch schrieb am

    Ich finde den TV-Spot zu negativ und überhaupt nicht motivierend. Da fehlt irgendwie hinterher das Gefühl: „Ja, ich will PIRATEN wählen!“, weil die Konsequenzen aus den gezeigten Szenen fehlen. Da fehlt das Element „wir wollen das anders/besser machen“. Not my Wahlwerbespot.

  4. Der Spot ist irgendwie konsequent. Seit Monaten versucht die Mehrheit unserer Funktionäre und Kandidaten die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass wir unwählbare Idioten sind.
    Die ganzen Spots bringen das noch mal schön auf den Punkt.

    Vielen Dank dafür.

  5. Pingback: Wahlwerbespot der Piratenpartei – wie ist eure Meinung? | dem alex sein digitales universum || alexander schnapper

  6. BlossNicht0815 schrieb am

    Nun es fehlt eigentlich nur am Ende der Satz… ‚ damit sich das (endlich) ändert…deshalb PIRATEN wählen‘ – damit die Menschen auch den Sarkasmus/Zynismus verstehen – es ist leider schon wieder viel zu sehr aus unserer eigenen bubble heraus gemacht – Schade den so versteht uns ‚der Wähler‘ nicht.

  7. Dichter schrieb am

    Ich finde den Spot super!
    Endlich wird die Intelligenz der Wähler nicht unterfordert. Richtig Ändern wird sich die Politik nur mit dem Wahlsieg der Piraten. Und Spinner, die versuchen seit Jahren die Partei, unsere Aktivisten und Vorstände schlecht zu reden, werden auch davon sicherlich nicht überzeugt werden ;-)

    Weiter so!

  8. Keyser schrieb am

    Leute, seid ihr eigentlich wirklich so politisch schwach? Euch fällt mit der NSA-Affäre ein so immenses Geschenk in den Schoß und was macht ihr daraus? Die letzte Pressemeldung zu dem Thema war am 12.08, vor mehr als zwei Wochen! Jetzt kommt ihr mit Werbespots raus und erzählt uns einen von den Schwierigkeiten im Leben einer armen Cannabiskonsumentin und von Ausgaben für Kultureinrichtungen. Sicher ist das alles richtig was ihr da ansprecht, aber eure Prioritäten sind peinlich – da wundern mich die 3% auch nicht mehr.
    Ihr habt euch als Datenschutz und Bürgerrechtspartei etabliert, jetzt packt mal den Vorschlaghammer aus und macht Wahlkampf damit. Pressemitteilungen in regelmäßigen Abständen und wann immer euch jemand um eure Meinung fragt, schlagt den großen Parteien die Affäre um die Ohren. Zeigt den Bürgern wo die Reise hingeht, nutzt eure Werbespots um den Wählern zu erklären, was in Deutschland wirklich abläuft und was ihnen verheimlicht wird. Macht die Wähler SAUER, denn sie sollten verdammt sauer sein, aber sie sind es nicht, u.A. weil von euch nur so ein weaksauce Auftritt kommt.

    Ich hoffe zutiefst, dass da noch mehr kommt, sonst muss ich mir selber nochmal überlegen, wie wichtig euch das „Kernthema“ Privatsphäre und Bürgerrechte wirklich ist…

    • Anonym schrieb am

      „… sonst muss ich mir selber nochmal überlegen, wie wichtig euch das “Kernthema” Privatsphäre und Bürgerrechte wirklich ist…“
      *
      Das Kernthema Bürgerrechte (wozu auch die – angeblich – garantierte Unverletzlichkeit der Privatsphäre gehört) scheint in der Realität der Piratenpartei heute (fast) kein Kernthema mehr zu sein. Es läuft nur noch mit, dient ggf. als Aushängeschild; sofern man es hier und da nutzen kann. Das Engagement ist nach meinem Eindruck jedoch längst in andere Bereiche und in grösserem Umfang auch in Randthemen abgewandert.
      *
      Stück für Stück, aber mit Abstand besehen immer deutlicher wurde die Piratenpartei mittlerweile gezielt unterwandert, ihre ursprünglichen Anliegen (die offenbar eine ganze Menge Leute emotional mobilisieren konnten) wurden durch eine gewollt schlechte Umsetzung auf Abstellgleise gefahren. Jetzt geht’s thematisch vorderhand um soziale Zukunftsmusik („BGE“), um Koks (und Kokolores) und um viele Seitenthemen. Durch geschicktes Intrigieren und Ausspielen, durch Pushen einerseits und Ausbremsen andererseits wurde erreicht, dass sich die PPD von innen selbst neutralisiert hat. Hoffnungen Außenstehender wurden enttäuscht, Vertrauensvorschuß vernichtet. Jetzt ist sie in etablierter Form „nichtetabliert“, die Piratenpartei, und ahmt mit ihren Tricksereien „etablierte“ Parteien nach. Ein neckischer Spielball für interessierte Kreise, an dem man über Einschleusen, Korrumpieren und gelegentliche technische Manipulationen die praktische Subversion üben kann (bei Leuten, die von sich meinen, informationstechnisch alles im Griff zu haben, ist das Letztgenannte besonders reizvoll).
      – Kehrt zu Euren Kernanliegen zurück (Bürgerrechte, Transparenz etc.), seid selbstkritisch und arbeitet gegenüber Euren politischen Gegnern nicht mit solch unlauteren Methoden wie Fehlinterpretationen und produzierten Mißverständnissen, die Ihr sonst selber ablehnt!

  9. jeppe schrieb am

    Das thema TRANSPARENZ erachte ich als immens wichtig. Das lockt viele Menschen , die verdrossen sind von den etablierten Parteien. Das fehlt.

  10. Czossi schrieb am

    Beim gucken dieses Wahlkampfspots möchte ich mir schnell die Pulsadern aufschneiden FAIL m(

  11. Egal schrieb am

    Ich finde den Spot auch klasse … endlich muss mensch mal mitdenken. Viel wichtiger als kurzfristige Wahlerfolge ist doch die Veränderung der politischen Kultur. Danke!

  12. creative schrieb am

    Warum werden in dem BTW-Werbespot Lehrerinnen diffamiert?

  13. annonym schrieb am

    Da sich Bundestagswähler oft von vorausgegangene Wahlen beeinflussen lassen, würde ich euch empfehlen, euren Wahlkampf besonders auf die Landtagswahl in Bayern zu konzentrieren. Momentan steht laut emnid die Piratenpartei in Bayern bei 3%. Daraus könnten noch 5% werden.

  14. spam schrieb am

    Die TV Spot ist ziemlich deprimierend.Nix positives in dem Spot…..man könnte los heulen so deprimierend ist der. Da frag ich mich echt, ob ich mich gleich mit Psychopharmaka ruhig stellen soll damit ich mich nicht selber beseitige.

  15. jp schrieb am

    Gibt es eigentlich irgendwo eine Liste mit den Sendezeiten des Spots? 2009 gabs sowas noch, aber jetzt finde ich dazu garnichts.

  16. rh schrieb am

    Leute der Spot ist wirklich zum abschalten. Von der Grundidee bis zur technischen Umsetzung. Wenn ich das gucke möchte ich eine Flasche Lenor saufen.

    Was mich wirklich ärgert ist, das hier nicht die Trommel gewirbelt wird für den Privacy Day am 31.08. Das ist in 2 Tagen und auf euer Startseite ist davon nicht die Bohne zu lesen. Was waren nochmal eure Themen? Wenn Ihr euch dort nicht engagiert für was seid Ihr dann eigentlich gut?

    siehe auch https://www.facebook.com/events/492853744123757 –> „mehr anzeigen“.

  17. Jan schrieb am

    Der Spot ist zu kompliziert um neue Wählerschichten anzusprechen, außerdem wurde DAS Kernthema nicht in den Mittelpunkt gerückt.

    Elfmeter nicht verwandelt, junge Menschen werden nach der Wahl enttäuscht sein wenn es für die fünf Prozent nicht reicht. Ich fühle mich jedenfalls von keiner anderen Partei auch nur ansatzweise vertreten. Schade das der Spot beim 5% Ziel nicht hilft…

  18. Rafftgarnix schrieb am

    Ich habe mir zuerst den Wahlwerbespot angeschaut und war zuerst etwas verhalten,
    beim Abspann habe ich dann vieles schnell gerafft.
    Dann, habe ich alle Kommentare gelesen…

    Nun, habe ich mir den Spot nochmal angesehen und finde diesen gut gelungen.
    Ich, fühle mich vertreten und konnte sogar den Hinweis auf das Engagement der Piraten auf unsere zu schützenden Daten finden.

    Mehr kann immer gemacht werden und vieles auch bestimmt besser.
    Danke Piraten, Ihr bringt mit dem Spot als einzigste Partei bewusst ein Thema zur Sprache
    an welches beteiligte Parteien sich nicht trauen und somit uns Betroffene einfach ignorieren und mit Willkür überziehen..
    Damit, liebe Piraten sind euch theoretisch in dieser Wahl sicher mehr als Zwei Millionen
    Stimmen sicher.
    Hoffentlich nutzen die Betroffenen Ihre Möglichkeit, einen Wandel, eine Regulierung für einen jeden einzelnen Betroffenen durch Ihre Stimme für die Piraten herbei zu führen.

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