PIRATEN machen für »Gamescom« mobil – Für mehr Rechte für Gamer

Bild: Tobias M. Eckrich

Mit kaum etwas anderem ist die Piratenpartei Deutschland in ihrem Ursprung stärker verbunden als mit der Netz- und Gamingkultur. Es liegt also nahe, dass die Jugendorganisation der Piratenpartei, die Jungen Piraten, auch die anstehende Computerspielemesse »Gamescom« vom 21. bis 25. August 2013 in Köln nutzt, um auf ihr Wahlprogramm in den Bereichen Kultur, Medien und Urheberrecht aufmerksam zu machen. An allen fünf Tagen informiert sie an einem Infostand Messebesucher, wie sie als Bundestagsfraktion die Rechte der Gamer ausbauen möchte. Am Freitag um 15:30 Uhr findet am Infostand aus aktuellem Anlass eine Kundgebung mit dem Thema »Gamer meets Politics« statt.

»Über 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland spielen Computerspiele. Spielen ist zum Kulturgut einer ganzen Generation geworden. Die Politik muss endlich anerkennen, dass Gaming keine unbedeutende Nische mehr ist. Gamer sind keine rechtlosen Konsumentenkühe, die man beliebig melken kann«,

erklärt Cornelia Otto, Bundestags-Spitzenkandidatin der Piratenpartei Berlin. Sie ist seit 25 Jahren Gamerin und kennt die Probleme der Spieleszene.

Die größten Probleme für Gamer sehen die PIRATEN beim Onlinezwang sowie beim fehlenden Breitbandausbau. Der Zwang, Spiele online spielen bzw. sich online anmelden zu müssen führt dazu, dass Gamer auch dann Geld zahlen müssen, wenn sie nicht spielen können, weil z. B. die Server überlastet sind. Auch können gebrauchte Spiele bei diesem Modell nicht weiterverkauft werden.

»Das Lizenzsystem mit Onlinezwang höhlt die gesetzlichen Eigentumsrechte aus. Damit hinkt die deutsche Rechtsprechung dem europäischen Gerichtshof hinterher, der bereits 2012 entschieden hat, dass ein Weiterverkauf von gebrauchten Spielen legal ist. Auch die Möglichkeit für Spieleanbieter, die Spieler zu überwachen, ist ein nicht zu duldender negativer Nebeneffekt«,

ergänzt Andreas Graaf, Bundestagskandidat der PIRATEN aus Nordrhein-Westfalen.

Die Gamescom ist neben der E3 in Los Angeles eine der wichtigsten Computerspielemessen weltweit. In diesem Jahr werden 275.000 Besucher erwartet.

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Kommentare

6 Kommentare zu PIRATEN machen für »Gamescom« mobil – Für mehr Rechte für Gamer

  1. Richie schrieb am

    Es gibt eine ganze Menge rechtlichen Nachholbedarf beim online gaming.

    MMO Spieler sollten ein Eigentumsrecht an ihren Charakteren haben und diese auch verkaufen dürfen. Betreiber müssten auf ein Mindestmaß an „Rechststaatlichkeit“ verpflichtet werden. Z.b. dürfte nicht erlaubt sein, das Betrieber im Geheimen, nach Gutdünken und im Nachhinein (ex post facto) entscheiden, dass bestimmte Aktionen von Spielern gegen die Regeln verstoßen, und dann sogar Charaktere deswegen permanent bannen.

    Der Hintergrund dieser Forderung ist dass es in MMOs (wie z.b. FFXI) viele Grauzonen gibt, wo es nicht klar ist, ob die Benutzung bestimmter Techniken, um Monster zu killen oder Schätze zu erlangen vom Betreiber so vorgesehen waren, oder ob sie „Exploits“ sind.

    Hier sollte der Gesetzgeber eingreifen: Ein Exploit ist nur ab dann ein Exploit, wenn der Betreiber es offiziell bekannt gemacht hat. Eine Spielstrategie oder Technik monatelang zu tolerieren und dann retroaktiv Charaktere wegen ihr ohne Warnung zu bannen, sollte nicht erlaubt sein.

  2. Ingetraud schrieb am

    Ich finde das ganze ist sehr fokusiert auf gaming -.-

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