PIRATEN stellen ihre Kampagne »Menschenrechte enden nicht am Stadiontor« vor

Fanrechte | Foto Tobias M. Eckrich

Menschenunwürdige Einlasskontrollen, von der Polizei willkürlich erteilte Stadt-, Bereichsbetretungs- oder Ausreiseverbote, die Erfassung in die so genannte »Datei Gewalttäter Sport« der Polizei – das alles müssen Fußballfans derzeit über sich ergehen lassen. Die Piratenpartei Deutschland sieht darin einen eklatanten und systematischen Verstoß gegen Bürgerrechte. Mit Aktionen vor 20 Fußballstadien bei Spielen der ersten, zweiten und dritten Liga sowie der Regionalligen wollen sie deshalb Fußballfans nicht nur über ihre politischen Ziele im Bundestag informieren, sondern auch über politische und rechtliche Möglichkeiten aufklären. In einem Flyer machen die PIRATEN insbesondere auf die »Datei Gewalttäter Sport« aufmerksam, in der bis dato bereits 18.000 Menschen meist ohne ihr Wissen registriert sind. Einen Vordruck für ein Auskunftsersuchen bei der Polizei Nordrhein-Westfalen, die die Datei verwaltet, ist dem Flyer gleich beigefügt. Erstmals in Aktion treten die PIRATEN beim Auftaktspiel des FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag, dem 9. August, in der Allianz Arena in München.

»Fans des Fußballsports und anderer Sportarten werden von den Sicherheitsbehörden offenbar kollektiv als potenzielle Gefährder, Störer und Straftäter wahrgenommen. Die Unschuldsvermutung und andere Rechtsstaatsprinzipien werden außer Kraft gesetzt. Das können wir als Partei, die sich seit ihrer Gründung für eine Stärkung der Bürgerrechte einsetzt, so nicht hinnehmen«, erklärt Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei. Das Thema Fanrechte ist kein neues für die PIRATEN: Einzelne Landesverbände wie beispielsweise in Hamburg haben schon seit Jahren entsprechende Positionen im Programm. Die Piratenfraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen führt schon seit längerem »Fanhearings« durch und versucht, den Dialog zwischen Fans und Politik zu fördern. Auch eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte fordert die Piratenpartei Deutschland bereits seit 2010.

»Die momentane Situation der Sportfans ist für uns PIRATEN nicht akzeptabel. Wir sprechen uns gegen Vorverurteilung, Diskriminierung und willkürliche Repression gegenüber Sportfans aus. Fußballfans sollen wissen, wo ihre Rechte als Bürger überall mit Füßen getreten werden. Die ›Datei Gewalttäter Sport‹ ist nur eine, wenn auch wichtige, Komponente«, meint auch Konstanze Dobberke von der Projektgruppe Fanrechte innerhalb der Piratenpartei, die die kommenden Aktionen zu den Spielen initiiert hat.

Julia Probst, Bundestagskandidatin der PIRATEN aus Baden-Württemberg und erklärter Fußballfan, will sich deshalb im Bundestag direkt für Fussballfans engagieren. »Gerade die eindrucksvolle Aktion ›12:12‹, bei der Fans während der ersten 12 Minuten und 12 Sekunden eines Spiels aus Protest gegen das aktuelle Sicherheitskonzept geschwiegen haben, hat gezeigt, dass den Stadionbesuchern eine lebendige Fankultur wichtig ist. Wir brauchen dringend einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Fans, Vereinen, Verbänden und Politik. Den gibt es bisher nämlich kaum. Repressive Maßnahmen, die in Persönlichkeitsrechte wie die Reisefreiheit eingreifen, müssen klar verboten und mit entsprechenden Strafen geahndet werden können. Nackt- und Vollkörperkontrollen von Stadionbesuchern sind ein schwerer Eingriff in die persönliche Integrität und eine Grundrechtsverletzung, die ebenfalls schleunigst unterbunden werden muss. Denn auch für Fussballfans gilt die Unschuldsvermutung.«

Auch das in den Medien oft belächelte Thema »Kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik« liegt der Piratin am Herzen: »Die Erfahrung hat gezeigt: Ein generelles Verbot von Pyrotechnik führt nur dazu, dass die ganze Sache umso gefährlicher wird. Dann wird nämlich gerade im Schutz der Masse gezündet. Wenn dann auch noch Ordnungskräfte in den Block stürmen, gerät alles außer Kontrolle.« Deshalb fordern die PIRATEN in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl eine Entkriminalisierung von Pyrotechnik.

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

28 Kommentare zu PIRATEN stellen ihre Kampagne »Menschenrechte enden nicht am Stadiontor« vor

  1. Peter schrieb am

    Die Aktion finde ich gut. Nur sollte man hier auch bedenken, dass Polizisten auch Bürger (in Uniform) sind. Sollte die Kennzeichnungspflicht bei Polizeibeamten angestrebt werden, sollte dies nur in Form einer Nummer oder ähnliches geschehen. Der Familienname sollte nicht publik gemacht werden, da auch diese ein Recht auf Privatleben haben – das sollte schon beachtet werden.

    • dschauli schrieb am

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

    • dschauli schrieb am

      Sollte die Kennzeichnungspflicht bei Polizeibeamten angestrebt werden, sollte dies nur in Form einer Nummer oder ähnliches geschehen. Der Familienname sollte nicht publik gemacht werden, da auch diese ein Recht auf Privatleben haben – das sollte schon beachtet werden.

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

    • dschauli schrieb am

      Sollte die Kennzeichnungspflicht bei Polizeibeamten angestrebt werden, sollte dies nur in Form einer Nummer oder ähnliches geschehen. Der Familienname sollte nicht publik gemacht werden, da auch diese ein Recht auf Privatleben haben – das sollte schon beachtet werden.

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

    • dschauli schrieb am

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

    • dschauli schrieb am

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

    • dschauli schrieb am

      „Sollte die Kennzeichnungspflicht bei Polizeibeamten angestrebt werden, sollte dies nur in Form einer Nummer oder ähnliches geschehen. Der Familienname sollte nicht publik gemacht werden, da auch diese ein Recht auf Privatleben haben – das sollte schon beachtet werden.“

      Wenn man diese Denke auf die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan übertragen würde, so wären diese auch in diesem rundum bekriegten Land in der beschriebenen Weise zu schützen. Auch diese hätten danach in Afghanistan ein Recht auf ein Privatleben. – Tolles Privatleben dort!

      Rofl
      !!!
      CQ (DD)

  2. Pingback: #Link11: Des Königs neue Blogschau | Fokus Fussball

  3. Pingback: 13.08.2013 Plantage Freising: Sportgespräch mit IM Friedrich / PG Fanrechte | Piratenpartei Freising

  4. Leo Trabella schrieb am

    Na Super! Jetzt versucht die PP auch noch prügelnde, einfach strukturierte und ganzkörpertätowierte Holligans für sich zu begeistern. TOLL! Steht ihr demnächst auch vor Rockerklubs, Strafanstalten und Kinderschänder-Treffs? Na, zumindest letztgenannte habt ihr ja schon im Boot.

  5. markus b. schrieb am

    Schöner erster Kommentar, zusammengefasst: Fußballfans und Rockmusikhörer = Kriminelle und Triebtäter. Feines Weltbild haben Sie da, glückwunsch.

    Ausschließlich positiv sehe ich die Kampagne der Piraten aber auch nicht, Einlasskontrollen bei Großveranstaltungen finde ich wichtig, Nacktkontrollen gehen aber tatsächlich zu weit.
    Und die Beschränkung der Reisefreiheit gilt meines Wissen für straffällig gewordene Fans, ich denke das ist in Einzelfällen durchaus vertretbar. Die Infos dazu stammen ja häufig aus Foren, in denen sich die Hooligans zum Prügeln verabreden.

  6. Clemens schrieb am

    Zuerst einmal: Hut ab, PP! Tolle Aktion – endlich wird den Fans mal entgegengekommen!
    @ Leo: Das ist eine der dümmsten Aussagen die ich je gehört habe. Ich denke, du willst dich auf Ultras beziehen. Das sind KEINE Hooligans! Zu den Ultras gehören zu einem großen Teil Akademiker und gut ausgebildete Fachkräfte, die die Gemeinschaft innerhalb der Gruppe schätzen. Soviel dazu.
    Des Weiteren wird systematisch versucht diese Gruppe von Menschen (zumindest im Stadion) zu entrechten, nur weil sie nicht in die Vorstellung mancher Poltikier passen. Hat nicht jeder Mensch das Recht auf freie Entfaltung? Auf die Wahl eines persönlichen Lebenstils?

  7. annonymous schrieb am

    Mir gefällt euer Blog wirklich. Hier werden richtig kritische Themen behandelt. Zum Verleich steht beim Blog der CDU nur inhaltslose „wir sind Deutschland“-gefasel und rot-grün Diffamierung.

  8. Christian schrieb am

    Man sollte die ganzen Polizeeinsätze für Sportveranstaltungen den Vereinen komplett in Rechnung stellen. Desweiteren auch die Einsätz bei Ausschreitungen nach den Veranstaltungen. Zusätzlich dazu wäre es angemessen, sollte es zu Ausschreitungen/Gewalt im oder vor dem Stadium kommen, diejenigen Vereine entweder deklassieren oder die nächsten Spiele beider Mannschaften vor leerem Stadium und ohne Fernsehübertragung stattfinden lassen.

    Abbrennen von Feuerwerkskörper ist nebenbei im allgemeinen grundsätzlich verboten und sowohl wegen der Brand- und auch Verletzungsgefahr auch nicht in Menschenmengen zulässig. Warum das auf einmal inmitten von prall gefüllten Stadien zulässig sein soll, ist mir ein Rätsel.

    Sollte der Sicherheitscheck des DFB im Stadium nicht gefallen, steht es jedem frei diese Stadiuen nicht zu besuchen und notfalls einen eigenen Fussballbund zu gründen.

    Im Allgemeinen macht der Punkt im Wahlprogramm den Eindruck, man versuche bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe auf billige Art ein paar Stimmen einzuheimsen und scheint wenig durchdacht.

    Und wer sich mal einen Eindruck von solchen Fussballfans machen will, soll einfach mal Bahn fahren, wenn die Mengen zu den Stadien gekarrt werden.

  9. Kamikater schrieb am

    Wie immer ein zweischneidiges Schwert.
    Auf der einen Seite ist es „nur“ Sport – und die Fans wollen nur ihre Vereine sehen.
    Aber auf der anderen Seite: wie will man ermöglichen, dass diese Fans ihren Vereinen zujubeln können, wenn man nichts unternimmt, um der Randalierer Herr zu werden?

    Dass die Fanbeauftragten der vereine das Problem lösen könnten ist unsinnig – das versuchen sie schon seit dreißig Jahren, ohne das es Fortschritte gibt. Stadien brauchen eine Kameraüberwachung und sie brauchen auch eine Registrierung überführter Täter.

    Wer ernsthaft für eine Legalisierung von Bengalfeuern eintritt scheint keine Ahnung zu haben, was diese kleinen Dinger vermögen.
    Kleiner Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Bengalfackel
    2000°C heiß, so gut wie nicht löschbar und dichter Rauch – das wollt ihr legalisieren?

    Wichtiger – und richtiger – wäre es, Antworten zu liefern anstatt nur die Fragen beiseite zu wischen. Die jetzigen Antworten auf die Problematik sind falsch – siehe die Körperkontrollen.

    Aber was bieten die Piraten als Alternative an?

    • Leo Trabella schrieb am

      Bezgl. der Fackeln haben die PPs schon eine Idee: die neuen, unschädlichen 20°C Fackeln nehmen. Werden demnächst vor den Stadien durch Fan-Beauftragte der PP verteilt. LOL.

    • Christian schrieb am

      Ich weiss ja nicht, aber Fussball gehört doch wie daily Soaps, Talk Shows und das andere Zeug das momentan so im Fernsehn läuft zu der Kategorie Brot und Spiele und dient dazu das Volk von den eigentlichen Problemen der Welt abzulenken und es einzulullen…

      Muss man dies als PP auch noch unterstützen?

  10. Markus schrieb am

    Ich gehe mit der Kampagne mit, solange es um übertriebene Kontrollen geht. Was das Aufheben des Verbot von Pyrotechnik angeht bin ich aber strikt dagegen. Sorry, aber Pyrotechnik hat in einem Stadion mit tausenden von Leuten auf engem Raum nichts zu suchen. Das ist einfach viel zu gefährlich!

    • Theo schrieb am

      Aber woher sollen die PPler das wissen? Die sind eben zu blöd! Deshalb jammern sie auch nach der Schwarmintelligenz….

  11. Turboheizer schrieb am

    Was diese Sportveranstaltungen ( Fussball) betrifft bin ich bei Krawall für lebenslanges Stadionverbot der
    Krawallmacher. Verstöße dagegen werden mit gleich mal 12 Monate Haft bestraft. Die Kosten der immensen Polizeieinsätze haben die Vereine zu tragen. Tatsächlich agieren dieses Sportveranstaltungen wie die Spiele mit Gladiatoren im alten Rom. Hier werden weite Bevölkerungsschichten eingelullt um von der Misere des Lebens Abstand zu gewinnen.
    Ich bin Pirat, habe aber für Krawallmacher und den Pöbel in dieser Welt kein Verständnis.
    Und ich erwarte das sich die Piraten den wirklichen Problemen in unserem Land zuwenden.
    Bei der bisherigen Parteipolitik gebe ich dieser Partei höchstens 2 bis 3%. Das reicht leider nicht für Ämter.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Härtere Strafen sind keine Gewähr für weniger Straftaten. Hat sich bisher jedesmal in der Geschichte bewiesen.
      Und Forderungen wie ‚Lebenslanges Stadionverbot mit gleichzeitiger Haftandrohung bei Nichtbeachtung‘ sind weit übertrieben.
      Stadionverbot – meinetwegen. Auf Zeit. Um vllt einen Lerneffekt zu erzielen.
      Ansonsten haben wir mehr als Genug Gesetze um Krawallmacher zu belangen

      Das auf den Listen ‚Gewalttäter Sport‘ aber auch mal der Neue der Exfreundin von nem Polizisten landet, oder auch mal das Opfer einer Prügelattacke frei nach dem Motto ‚mitgefangen mitgehangen‘
      das mitunter Unschuldige, die zufällig nen ähnlichen Namen haben, am Bahnhof zurückgeschickt werden – inklussive ihrer teuer und legal erworbenen Eintrittskarte, scheint dich in diesem Zusammenhang eher weniger zu interessieren.

      Und was Leute in ihrer Freizeit anstellen – Kleinkunstbühne oder Fußballstadion – ist völlig wertfrei und sollte jedem selbst überlassen werden.
      Wir als Bürger eines freien Landes haben nicht zwischen ’schlechter‘ Selbstentfaltung und ‚guter‘ Selbstentfaltung unserer Mitbürger zu werten.
      (Bevor wer antwortet: Das schließt Straftaten als Selbstentfaltung natürlich aus.)

      Gruß
      Gedankenverbrecher

  12. Pingback: Menschenrechte enden nicht am Stadiontor

  13. McKenzieBRB schrieb am

    Die PGFanrechte, die hier versucht, Lobbyarbeit für Ultras zu betreiben, ist für mich schon fast ein Grund, die Piraten nicht zu wählen.

    Ich gehe mittlerweile seit 20 Jahren zum Fußball und habe von der höchsten europäischen bis zur Berliner Amateurliga so einiges miterlebt.

    Ich erwarte mir von einem Stadionbesuch einen unterhaltsamen Nachmittag/Abend, ohne Gängelung von Verein, Staat und selbsternannten Hütern der Fan“kultur“.
    Was die PGFanrechte hier betreibt, ist die Fortsetzung der allmählich fortschreitenden Bevormundung, die seit Jahren in den Stadien geschieht, nun auch noch auf politischer Ebene.

    Anfangs noch als ein lustiger Haufen von jungen Menschen wahrgenommen, die das ganze Spiel hüpfen und singen, strahlen die Ultras mittlerweile die Aura einer elitären Gruppe aus, die sich für die Spitze der Fanevolution halten. Sind sie aber nicht. Nicht der sollte seine Interessen durchsetzen dürfen, der am lautesten schreit.

    Es geht so weit, dass sich der normale Fan nicht mehr in Stadionbereiche begeben darf, wenn er sich nicht auf Befehl an irgendwelchen Choreografien beteiligen möchte. Weil er von den Ultras verdrängt wird. Wo kommen wir hin, wenn ein Häuflein junger Menschen bestimmen will, wann und wo der Rest der Zuschauer sitzt, steht, klatscht oder singt?
    Ich habe es diverse Male und auch bei vollständiger Abwesenheit von Polizei und Ordnern erlebt, dass sich „Fans“, die sich selbst Ultras nennen, benehmen wie die Axt im Walde, die gezielt Konfrontationen suchen, die gegnerische Fangruppen angreifen und sich dann, bei Auftauchen von Sicherheitskräften, massiv über deren Präsenz beschweren.
    Ich möchte nicht mit solchen Typen in den selben Topf „Fan“ geworfen werden. Ich möchte sicher ins Stadion und wieder nach Hause gelangen können. Ich möchte als Zuschauer einer Sportveranstaltung nicht in die Gefahr geraten, in Brand gesetzt oder mittels chemischer Rauchwolken eingedampft zu werden.

    Womit wir bei der Diskussion über die Legalisierung von Pyrotechnik wären. Schon wenn man die Herstellerangaben solcher Erzeugnisse liest, dürfte klar sein, dass sich für intelligente Menschen der Einsatz solcher Dinge in einem Stadion verbietet. Ultra-Bengalos verbrennen mit einer Temperatur von 2000-2500 Grad Celsius. Sie sind konventionell nicht zu löschen. Wer soll die Dinger abbrennen? Und wo? Wer haftet für Schäden (Funkenflug, Verletzungen, Verschmutzung?) Und vor allem, woher nehmen? Es gibt keine Bengalos, die in Deutschland zulassungsfähig sind, weil das glücklicherweise das SprengG verhindert. Weil die Dinger kreuzgefährlich sind!

    Warum fordert also die PGFanrechte im namen der Piraten Rechte ein, die wenige für sich fordern, aber dem Großteil der anderen Zuschauer außer Gefahr, schlechte Sicht, stinkenden Qualm und sonstiger Belästigungen nichts bringen?

    Von mir aus sollen die Ultras ihre Choreos machen, ihre Bilder malen u.s.w. Ich (und ich denke mal ich bin da nicht der Einzige – und auch nicht einer Minderheit zugehörig) möchte mir gemeinsam mit Freunden und Familie ein Fußball und mich an der sportlichen Leistung, die geboten wir erfreuen.

    Ich bin auch Fan. Und ich fordere für mich ein, dass ich durch den Support anderer Fans nicht gefährdet, geschädigt oder in dem Stadionerlebnis, dass ich für Kultur halte – und das es schon lange vor Ultras, Bengalos und Blockfahnen gab, beeinträchtigt werde.

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: