Piraten wünschen ein frohes Zuckerfest!

Bild: Tobias M. Eckrich

Nach einem Monat des Fastens in der heißesten Jahreszeit ist es soweit: Nach Sonnenuntergang feiern ab morgen Muslime das drei Tage dauernde Fest des Fastenbrechens (Id al Fitr) nach dem Ramadan. Heiko Schulze, Bundestagskandidat der PIRATEN aus Schleswig-Holstein, der in diesem Jahr einer Einladung zu einem abendlichen Fastenbrechen nachgekommen ist, sagt:

»Ich habe großen Respekt davor, wie muslimische Gläubige trotz dieser erschwerten Bedingungen ihre religiösen Gebote befolgten. Es war beeindruckend, an einem dieser Fastenbrechen zusammen mit Freunden, Familien und Anwohnern in Kiel teilzunehmen und ein Stück gelebte Integration zu erfahren. Die Freiheit und die Vielfalt der kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Einstellungen zu garantieren, dafür setzen sich die Piraten ein.«

Gegenseitiger Respekt sei eine wichtige Voraussetzung für Integration. Dazu gehöre nach Ansicht von Schulze auch, Bürgern mit Migrationshintergrund die Freiheit zu lassen, den Bezug zu ihrer Heimat zu pflegen: »Zuckerfest und Weihnachten sind kein Widerspruch. Der Zwang zur Entscheidung für eine Staatsangehörigkeit muss endlich fallen. Menschen, die seit langem in Deutschland leben oder hier geboren sind, müssen die Möglichkeit haben, zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen zu können.«

Auch deutsche Muslime verzichteten seit dem 9. Juli tagsüber auf Essen, Rauchen und Trinken – und das bei für unsere Breitengrade ungewöhnlich hohen Temperaturen. Mit dem Iftar, dem festlichen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. In vielen Städten hatten muslimische Gemeinden, christlich-islamische Arbeitskreise oder andere Veranstalter zum öffentlichen Fastenbrechen am Abend eingeladen.

[Update. 7. August, 21:10]

In der Pressemitteilung ist uns ein sprachlicher Fehler unterlaufen, der zu einer sinnentstellenden Aussage führt. Der letzte Absatz lautet richtig:

Auch in Deutschland lebende Muslime verzichteten seit dem 9. Juli tagsüber auf Essen, Rauchen und Trinken – und das bei für unsere Breitengrade ungewöhnlich hohen Temperaturen. Mit dem Iftar, dem festlichen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. In vielen Städten hatten muslimische Gemeinden, christlich-islamische Arbeitskreise oder andere Veranstalter zum öffentlichen Fastenbrechen am Abend eingeladen.

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Kommentare

12 Kommentare zu Piraten wünschen ein frohes Zuckerfest!

  1. K.West schrieb am

    Meine persönliche Meinung zu einer Mehrfachstaatsbürgerschaft:

    Gegen Doppelstaatsbürgerschaften ist nichts einzuwenden, vorausgesetzt sie sind befristet und nicht unendlich verlängerbar. Man entscheidet sich nicht gegen einer der Heimat(en) sondern für eine Heimat. Integration bedeutet zudem nicht Anpassung im Sinne von Gleichwerden wie meine neue Heimat. Deswegen sind Sitte und Gebräuche, ob Zuckerfest oder Weihnachten, kein Widerspruch.

    Warum ich jedoch Doppelstaatsbürgerschaften auf Dauer grundsätzlich bin?

    Das ist wie mit einer Schnecke ( keine Nacktschnecke ), die ihr Haus mitnimmt oder mit sich für ein neues Haus entscheidet ( my home is my castle ). Lebe ich in einer neuen Heimat, existieren die alten Freunde in der alten Heimat noch – aber ich habe mich für eine neue Heimat entschieden.

    Was nicht geht ist in einer neuen Heimat ( aus welchen Gründen auch immer zu wohnen ), sich nicht zu integrieren ( z.B. in Deutschland vollständige auf Deutschkenntnisse zu verzichten und somit Schwierigkeiten in der Kommunikation – insbesondere bei fehlenden Englisch-Kenntnissen – zu besitzen, die dazu führt, sich in der neuen Heimat nicht wohl zu fühlen ). Dieses bedeutet eine Doppelstaatsbürgerschaft, die kein Bekenntnis zur hiesigen Heimat hat sondern nur aus Fernweh und Bürokratie existiert. Dies ist wie eine Partei ohne festgelegtes Programm oder ein Wahlkampf ohne Profil: http://www.tagesschau.de/inland/deppendorfswoche/deppendorfswoche1232.html

    Sicherlich wird es – wie überall – auch Ausnahmen geben, z.B. bei Sportlern, jedoch rate ich von einer grundsätzlichen Mehrfachstaatsbürgerschaft ab, es sei denn sie ist begründet befristet.

    Menschen, die seit langem in Deutschland leben oder hier geboren sind, SOLLTEN die Möglichkeit bekommen, sich für die deutsche Heimat und Staatsangehörigkeit zu entscheiden ohne die alte Heimat aufzugeben, sofern sie bereits dort gewohnt haben. Jedoch ist eine Entscheidung eine bewusste Handlung, die ein volljähriger, mündiger Bürger selbst entscheiden sollte, insbesondere wenn es um die zukünftige Staatsangehörigkeit geht. Europa selbst ist ein Staatenverbund mehrerer souveräner Staaten und sollte sich mehr den freiheitlichen, sozialen und demokratischen Rechten seiner Bürger kümmern – dies gilt auch für den Datenschutz seiner europäischen Mitbürger.

  2. Lukas S. schrieb am

    Zum Ende des christlichen Fastens haben die Piraten keine Pressemeldung veröffentlich. Warum?

  3. Don schrieb am

    Ich finde es schön, das die Piraten an die vielen muslimischen Mitbürger denken.
    Bravo!!

  4. ebarth schrieb am

    Ja brav aber nicht bravo !
    Mittelalterlicher Bräuche im öffentlichen Leben – oder gibt es noch Leute die Dehydrierung gesund finden ? Kollabierende Schulkinder und noch mehr Schulausfall durch religiöse Feiertage ?
    Die Piratenpartei steht zur Säkularisierung . Dazu gehört auch ein Staat, der nicht vor religösen Ansprüchen gegen erreichte soziale und demokratische Standards ( Gesundheit, Bildung, Selbstbestimmung ) zurückweicht.
    Sollte auch mal öfter erwähnt werden.

    P.S.: Ach ja – wegen PC : gilt für ALLE Religionen .

  5. Lukas S. schrieb am

    Wie peinlich von einer Partei, die angeblich mehr Transparenz fordert, meine völlig sachliche Frage am 07.08.2013 um 22:10 nicht freizuschalten. Wenn andere zensieren groß aufschreien, aber selbst auch nicht besser sein. Ja, ja…

    • derantichrist schrieb am

      die haben sogar diesen Beitrag von dir veröffentlicht. Was ist dein Problem?

    • Anonymous schrieb am

      Was haben denn bitte die Piraten mit Herrn Schinkelhuber zu tun? Dass wir uns von seinen Positionen distanzieren, sollte so selbstverständlich sein, dass ich es eigentlich nicht zu erwähnen brauche.

  6. Peter schrieb am

    Meiner Meinung nach, sollte der Staat säkular sein. Die Zeiten, in der die Religion zu viel Einfluss hatte, sollten der Vergangenheit angehören. Zum Glück gab es in der Geschichte Mutige, die gegen die Religion rebellierten. Sonst würden wir noch heute auf einer Scheibe leben, um die sich die Sonne dreht. Deshalb sollte es nie mehr dazu kommen, dass irgendeine Religion über das Leben der Leute bestimmt. Es reicht schon, dass vom Staat Kirchensteuer erhoben wird – was eigentlich abgeschafft werden sollte.

  7. Erika Mustermann, geb. Gabler schrieb am

    Wenn Religion Privatsache ist, warum gilt das nur für die Christen und nicht für die Islamanhänger?

  8. Jan schrieb am

    Ihr geht den falschen Weg. Wir haben keine Multikulti-Gesellschaft, sondern faktisch einen Vielvölkerstaat. Das ging noch nie gut. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass nur Assimilation geht – überall. Das ist keine Frage von Poltik, sondern Realitätssinn. Das ganze Menschenexperiment wird eines nicht fernen Tages explodieren, nämlich dann, wenn Brot und Spiele nicht mehr kostenlos geboten werden können.

  9. Turboheizer schrieb am

    Hier las ich eben das jemand es schön findet wenn die Piraten an die vielen muslimischen Mitbürger denken.
    Ich denke mit Grausen an Politik der Muslime. Diese Leute sind in der Mehrheit radikal und wenn Sie irgend wo Macht erhalten werden die Christen gleich verurteilt guite Diener der der Muslime zu sein.
    Ich bin weder Christ, noch gehöre ich einer anderen Glaubensrichtung an. Aber ich bin überzeugt wenn die
    Muslieme hier Macht erhalten werden bald die ersten Kirchen abgerissen und mit muslimischen Gebetshäusern ersetzt. Dieser ganze GLAUBENSPOPANZ HAT IN DER POLITIK NICHTS ZU SUCHEN.
    Ich habe einige Jahre in Muslimischen Ländern beruflich zu tun gehabt und meiner Ansicht nach ist dieser Muslimische Glaube eine große Gefahr für Europa.

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