Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige: Jeder Drogentote ist einer zu viel

Bild: Tobias M. Eckrich

Am 21. Juli ist wieder Weltgedenktag für die verstorbenen Drogenabhängigen. Anlässlich des Gedenktages erinnert auch die Piratenpartei Deutschland an die seit Jahren immer noch hohe Zahl der Menschen, die in Deutschland an illegalen Drogen sterben. Aufgrund der offensichtlich wirkungslosen Repressionen in der Drogenpolitik fordern die PIRATEN zudem eine Kehrtwende hin zu einer akzeptierenden Sucht- und Präventionspolitik.

»Jeder Drogentote ist einer zuviel. Inbesondere, weil die Abhängigen nicht nur ihrer Sucht, sondern vor allem einer völlig verfehlten deutschen Verbotspolitik zum Opfer gefallen sind. Wir alle sind mitschuldig an jedem einzelnen Drogentoten, denn wir beenden diesen Wahnsinn nicht. Jeden Tag setzen wir suchtkranke Menschen einem kriminellen Umfeld aus, das ihnen gestreckte und mit giftigen Beimischungen versetzte Substanzen anbietet, die sie oft unter unhygienischen Bedingungen konsumieren müssen. Die Abhängigen haben dem aus der Illegalität heraus nichts entgegenzusetzen, und wir lassen sie mit ihrem Problem allein«,

erklärt Markus Barenhoff, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Dirk Henrich, Koordinator der AG Drogen- und Suchtpolitik der Piratenpartei Deutschland, weist auf die besonders harten Bedingungen für Drogenabhängige in Haft hin:

»Dort haben diese Menschen das zusätzliche Problem, dass ihnen die gewohnten Versorgungsmöglichkeiten wegbrechen. Wenn wir ihnen dann keine Substitutionstherapien anbieten, lassen wir sie endgültig fallen. Natürlich wird es auch Inhaftierte geben, für die sich die Substitution mit Methadon nicht eignet. Für diese müssen dann selbstverständlich auch in den Justizvollzugsanstalten Diamorphinprogramme angeboten werden. Und natürlich muss das medizinische Personal suchtmedizinisch ausgebildet sein, wenn bis zur Hälfte der Inhalftierten Drogen konsumieren. Insgesamt dürfen die therapeutischen und schadensminimierenden Möglichkeiten in Haft auf keinen Fall schlechter sein als in Freiheit!«

Die Piraten begrüßen deshalb die Initiativen des JES, des »Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V.«, der Deutschen AIDS-Hilfe und des akzept e.V..

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Kommentare

9 Kommentare zu Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige: Jeder Drogentote ist einer zu viel

  1. Erstmal ist es schön, dass der andere, der korrupte Kollege „Koordinator für Drogenpolitik“ (http://www.youtube.com/watch?v=rudhhfJRwXg auf dieser Demo: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/demo-gegen-rauchverbot-id8074770.html) offenbar in der Versenkung verschwunden ist.

    Markus Barenhoff ist allerdings sicherlich genauso inkompetent und ungeeignet (u.a. http://www.piratenpartei.de/2013/05/30/weltnichtrauchertag-werbeverbot-fur-tabakprodukte/). Das sind genau die Leute, die wirklich in keinem Parlament was verloren haben, dummerweise stehen sie auf der Bundestagsliste (NRW) relativ weit vorne…

    Die Forderungen hier sind zwar völlig richtig, solange aber der dumpf-polemische Tonfall klar macht, dass sich niemand ersthaft mit den Problemen der legalen Drogen auseinandersetzen will, fehlt solchen Bekenntnissen einfach jede Glaubwürdigkeit. Denn nach wie vor sterben sehr viel mehr Menschen an legalen Drogen als an illegalen, jene dienen vielfach als Einstieg in die Sucht und bringen soziales Elend, Kriminalität und Korruption mit sich.
    Wer nicht willens oder in der Lage ist, sich mit der Gesamtproblematik aller psychoaktiven Substanzen (und nicht stoffgebundener Süchte) auseinanderzusetzen, kann und wird es schlichtweg kein bisschen besser machen als die heute tonangebende Politik.

    • moonopool schrieb am

      Lieber Eric, der Tag, der uns Anlass zu dieser Pressemitteilung gab, gedenkt den Opfern sog. „illegaler“ Drogen, bzw. der Opfer des unverantwortlichen Umgangs der Regierungspolitik damit. Bei anderen Gelegenheiten werden wir die richtigen Worte zu den zahlreichen Opfern sog. „legaler“ Drogen finden. Wenn Du konstruktiv dabei mithelfen möchtest, noch mehr konkrete politische Positionen in diesem Feld zu erarbeiten, bist Du herzlich eingeladen, Dich in den Mitmach-Strukturen der Piratenpartei zu engagieren. Solange Du dich aber in ad hominem Angriffe flüchten musst, weil die vorgetragenen Argumente „völlig richtig“ sind, machen wir ganz offensichtlich alles richtig ;)

      • Lieber Dirk,
        vielen Dank für die Einladung. Vorab eine kleine Info: Tage (ge-)denken nicht und niemandes. Auch Gedenktage tun das nicht, die heissen so, weil Menschen dann möglicherweise anderer Menschen gedenken usw.

        Natürlich ist Eurer Auftritt mal wieder gewohnt zynisch:
        Bei anderen Gelegenheiten habt Ihr sehr klare Worte dafür gefunden, dass Ihr gar nicht bereit seid, Euch vollumfänglich mit Drogen- und Suchtpolitik zu beschäftigen, Beispiele dafür hatte ich oben verlinkt. Solange Ihr Euch in Eurer eigenen kleinen Welt dreht, in der eben nur Teilaspekte der Problematik überhaupt vorkommen, macht Ihr alles richtig. Wünsche Euch weiterhin viel Spaß dabei.
        In der richtigen Welt kann man aber die illegalen Drogen nicht ohne den Rest denken, insbesondere weil die legalen oft gerade den Einstieg in eine „Suchtkarriere“ bedeuten und weil hier sehr deutlich wird, dass Legalisierung eben an sich noch nicht zu einer Verbesserung der Situation führt. Besonders krass und ein klares Zeichen von Korruption ist es aber, dass Ihr wirklich meint, Menschen sogar zur Aufnahme von (rauchbaren) Drogen zwingen zu müssen – jedenfalls wenn die ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen. Vor diesem Hintergrund kann es einem schon richtig angst und bange werden, wenn Ihr eine „Kehrtwende“ bezüglich der heute illegalen Drogen fordert. Ich verweise dazu wieder einmal auf http://lobbywatch.wordpress.com/2012/08/17/tabaklobbyisten-kapern-die-piratenpartei/
        Es ist übrigens nicht gerade eine ganz neue Taktik, Dinge zu sagen, die völlig richtig sind, um gleichzeitig durch gezielte Auslassungen und polemische Formulierungen der Sache einen schönen Spin im Sinne einschlägiger Interessengruppen zu geben. Auch dabei wünsche ich Euch weiterhin viel Spaß.

        Die Mitmachstrukturen der Piratenpartei werde ich im Übrigen auch weiter nutzen, um zusammen mit den Leuten, die sich für so etwas interessieren, Vorschläge für eine am Menschen, seiner Gesundheit und Autonomie orientierte Sucht- und Drogenpolitik zu entwickeln. Meine letzten Anträge dürften Dir durchaus bekannt sein:
        -Jugendschutz durch Lenkungsabgaben auf Zigaretten
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA573
        -Piraten gegen Zwangsmitrauchen und für Barrierefreiheit für Atemwegsbehinderte
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA563
        -Exportverbot für Tabakprodukte und Zigarettenmaschinen
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA493
        -Suchtpolitisches Programm der Piratenpartei Deutschland
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA555

        Selbstverständlich steht Dir die Möglichkeit einer konstruktiven Mitarbeit jederzeit offen. Vielleicht kommt ja irgendwann der Tag, wo es Dir nicht mehr genug ist, in Deiner kleinen Trololo-Welt „alles richtig“ zu machen, dann bist Du herzlich willkommen.

      • (2.Versuch)
        Lieber Dirk,
        vielen Dank für die Einladung. Vorab eine kleine Info: Tage (ge-)denken nicht und niemandes. Auch Gedenktage tun das nicht, die heissen so, weil Menschen dann möglicherweise anderer Menschen gedenken usw.
        Natürlich ist Eurer Auftritt mal wieder gewohnt zynisch:
        Bei anderen Gelegenheiten habt Ihr sehr klare Worte dafür gefunden, dass Ihr gar nicht bereit seid, Euch vollumfänglich mit Drogen- und Suchtpolitik zu beschäftigen, Beispiele dafür hatte ich oben verlinkt. Solange Ihr Euch in Eurer eigenen kleinen Welt dreht, in der eben nur Teilaspekte der Problematik überhaupt vorkommen, macht Ihr alles richtig. Wünsche Euch weiterhin viel Spaß dabei.
        In der richtigen Welt kann man aber die illegalen Drogen nicht ohne den Rest denken, insbesondere weil die legalen oft gerade den Einstieg in eine „Suchtkarriere“ bedeuten und weil hier sehr deutlich wird, dass Legalisierung eben an sich noch nicht zu einer Verbesserung der Situation führt. Besonders krass und ein klares Zeichen von Korruption ist es aber, dass Ihr wirklich meint, Menschen sogar zur Aufnahme von (rauchbaren) Drogen zwingen zu müssen – jedenfalls wenn die ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollen. Vor diesem Hintergrund kann es einem schon richtig angst und bange werden, wenn Ihr eine „Kehrtwende“ bezüglich der heute illegalen Drogen fordert. Ich verweise dazu wieder einmal auf http://lobbywatch.wordpress.com/2012/08/17/tabaklobbyisten-kapern-die-piratenpartei/
        Es ist übrigens nicht gerade eine ganz neue Taktik, Dinge zu sagen, die völlig richtig sind, um gleichzeitig durch gezielte Auslassungen und polemische Formulierungen der Sache einen schönen Spin im Sinne einschlägiger Interessengruppen zu geben. Auch dabei wünsche ich Euch weiterhin viel Spaß.
        Die Mitmachstrukturen der Piratenpartei werde ich im Übrigen auch weiter nutzen, um zusammen mit den Leuten, die sich für so etwas interessieren, Vorschläge für eine am Menschen, seiner Gesundheit und Autonomie orientierte Sucht- und Drogenpolitik zu entwickeln. Meine letzten Anträge dürften Dir durchaus bekannt sein:
        -Jugendschutz durch Lenkungsabgaben auf Zigaretten
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA573
        -Piraten gegen Zwangsmitrauchen und für Barrierefreiheit für Atemwegsbehinderte
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA563
        -Exportverbot für Tabakprodukte und Zigarettenmaschinen
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA493
        -Suchtpolitisches Programm der Piratenpartei Deutschland
        http://wiki.piratenpartei.de/Antrag:Bundesparteitag_2012.2/Antragsportal/PA555
        Selbstverständlich steht Dir die Möglichkeit einer konstruktiven Mitarbeit jederzeit offen. Vielleicht kommt ja irgendwann der Tag, wo es Dir nicht mehr genug ist, in Deiner kleinen Trololo-Welt „alles richtig“ zu machen, dann bist Du herzlich willkommen.

  2. K. West schrieb am

    Zum Glück leben wir nicht in Dubai, wo bereits Alkohol als Droge nicht erlaubt ist.
    Zudem ist nun ein Fall bekannt geworden, in dem es heißt:

    „In Dubai gibt es keine Vergewaltigungen“ – „ziehen Sie Ihre Anzeige zurück“.

    Auch jede vergewaltigte Person ist eine zuviel, deswegen heißt es: Kampf für Menschenrechte:
    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/justiz/id_64564644/vergewaltigung-in-dubai-misshandelte-frau-aus-norwegen-angeklagt.html

  3. dr.winkmann schrieb am

    „ich blicke auch ncht mehr durch. Wer nennt/ ich suche eine wertkonserve Partei der mitte Mitte….

    Nun Merkel – Pofalla ???

  4. Jan G. schrieb am

    Diesen Gedenktag finde ich gänzlich unangemessen.

    Drogen zu nehmen ist eine Entscheidung. Ich bin dafür das jeder diese Entscheidung treffen können sollte, ohne dafür Kriminalisiert zu werden.
    Aber es gibt nun einmal Drogen die Killer sind. Das hat nichts mit der Drogenpolitik zu tun, das hat damit zu tun das viele Drogen einfach pures Gift sind.
    Auch wenn man wie gefordert (und wie gesagt ich stehe aus anderen Gründen hinter dieser Forderung) Drogen legalisiert, wird das nichts daran ändern können das einige Leute sich den Goldenen Schuß setzten, oder auf LSD hängen bleiben. (Übrigens auch kein schönes Leben).

    Aber das sind Konsequenzen einer selbst getroffenen Entscheidung, und wenn jemand mein Drogen nehmen zu müßen, und sich damit aus dem Genpool entfernt, dann sehe ich keinen Grund einen speziellen Tag zu haben an dem wir alle dieser Dummheit gedenken müßen.

    Richtiger wäre hier selbst wenn Drogen legalisiert werden, einen Awareness Tag zu schaffen der über die pro und cons und Gefahren der Drogen vernünftig und ehrlich Aufklärt.

    Laßt doch mal diese albernen Aktionen.

    • moonopool schrieb am

      Hallo Jan, hast Du dich schon einmal mit typischen Suchtkarrieren auseinandergesetzt? „Dummheit“ ist für weitaus meisten Konsum“entscheidungen“ sicher kein angemessenes Raster, denn Sucht ist ja gerade durch den Kontrollverlust gekennzeichnet, der dem Abhängigen eben nicht die freie Entscheidung lässt.

      Und auch die Todesfolge tritt wohl in der Mehrzahl der Fälle nicht aufgrund einer aus „Dummheit“ getroffenen „Entscheidung“ ein, sondern als Folge von Infektionen, überraschend hohem Reinheitsgrad oder Fehldeklaration der konsumierten Droge oder wegen schleichender Vergiftungen durch Beimischungen. Alles nicht Folge einer von Dir vermuteten „Dummheit“ der Konsumenten, sondern vermeidbare Folgen der durch das künstlich erzeugte illegale Umfeld zwangsläufig magelhaften Hygiene und Qualitätskontrolle. Ansätze dazu (Spritzentausch, Drugchecking etc.) gilt es als Sofortmaßnahme auszubauen und die Legalisierung voranzutreiben., um das Problem an der Wurzel zu packen.

      Und ja! Selbstverständlich muss begleitend zu dieser Legalisierung in Aufklärung (und Schadensbegrenzung) investiert werden. Und zwar kontinuierlich von der Grundschule an und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dabei könnte ein Awareness-Tag dann wirklich eine gute Idee sein, um das erworbene Wissen regelmäßig aufzufrischen und zu aktualisieren.

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