Keine weiteren Gespräche über Freihandelsabkommen vor Klärung der Kooperation zwischen NSA und BND

Bild: Tobias M. Eckrich

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Regierungsmitglieder!

Die Piratenpartei will nicht länger zuschauen, wie Sie und die Bundesregierung versuchen, auch nach den neuesten Enthüllungen von Edward Snowden über die Zusammenarbeit der NSA mit dem BND die Situation auszusitzen. Die Bürger haben ein Anrecht darauf, zu erfahren, was die Bundesregierung über die Aushebelung der Grundrechte durch die Überwachungsprogramme wusste. Dies gilt insbesondere, als gegenwärtig mit den USA über ein Freihandelsabkommen verhandelt wird. Nach Auffassung der Piratenpartei müssen diese Fragen geklärt werden, bevor über ein solches Abkommen eine Entscheidung getroffen werden kann.

Um für Klarheit und Transparenz zu sorgen, richtet die Piratenpartei folgende Fragen an die Bundesregierung:

1.
Welche Abkommen und sonstigen Vereinbarungen bestanden oder bestehen mit anderen Ländern hinsichtlich geheimdienstlicher oder militärischer Spionage- und Überwachungsaktivitäten in Deutschland und im Internet?

2.
Die Deutsche Post AG fotografiert alle Empfängeradressen der von ihr transportierten Sendungen ab. Seit wann geschieht das, für wie lange werden die gewonnenen Daten gespeichert und welche Dienste haben unter welchen Bedingungen darauf Zugriff? Wie viele Anfragen derartiger Daten wurden in den letzten fünf Jahren durch deutsche und ausländische Dienste getätigt und wie viele davon beantwortet? Besteht eine Benachrichtigungspflicht der Betroffenen?

3.
Welche konkreten Schritte hat die Bundesrepublik in den letzten 12 Jahren unternommen, um die Aufforderungen [1] des Europäischen Parlaments von 2001 im Rahmen der Debatte um das globale Abhörprogramm »Echelon« an die EU-Mitgliedsstaaten umzusetzen und eine lückenlose Aufklärung der Überwachungsprogramme zu gewährleisten?

»Das Europäische Parlament betont die Tatsache, dass es auf der Grundlage der durch den Nichtständigen Ausschuss eingeholten Informationen keinen Zweifel mehr daran gibt, dass ein globales Abhörsystem existiert, das unter Beteiligung der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs, Kanadas, Australiens und Neuseelands im Rahmen des UK/USA-Abkommens betrieben wird; …«

4.
Wie viele Datenaustauschabkommen oder gemeinsame Datenbanken und Schnittstellen bestehen neben dem Austausch von Fluggastdaten (Passenger Name Records), Bankdaten und Überweisungen (SWIFT), DNS- und Fingerabdruckdatenbanken? Welche dieser Abkommen erlauben den USA, automatisiert und ohne Prüfung im Einzelfall auf die Daten deutscher Dienste zuzugreifen?

5.
Haben deutsche Geheimdienste oder Strafverfolgungsbehörden Telefongespräche oder Datenverkehr in Deutschland abgefangen und an ausländische Dienste vollständig oder gefiltert weitergeleitet? Gab bzw. gibt es eine Zusammenarbeit zwischen deutschen und ausländischen Geheimdiensten in Bezug auf den Ankauf, die Entwicklung oder die Beschaffung von Soft- und Hardware zu Zwecken der Telekommunikationsüberwachung, und wenn ja, in welcher Form?
Wird von Bundesbehörden Deep Packet Inspection betrieben, oder liegen Ihnen Erkenntnisse zu einer für diesen Zweck geeigneten Software in Deutschland vor? Toleriert die Bundesregierung auf deutschem Staatsgebiet Fernmeldeüberwachung durch ausländische Geheimdienste?

6.
Seit wann ist deutschen Behörden – z. B. dem Verfassungsschutz oder dem Bundesnachrichtendienst – die Existenz von Systemen bekannt, die nach dem Prinzip von PRISM, Boundless Informant, Tempora oder ähnlichen Überwachungsprogrammen arbeiten? Sind das Bundesinnenministerium, die Bundesregierung und die G10-Kommission darüber informiert, dass Systeme der Massentelekommunikationsüberwachung zur Überwachung des weltweiten Datenverkehrs eingesetzt worden sind, und wenn ja, seit wann?

7.
a) Kann die Bundesregierung ausschließen, dass Behörden des Bundes Daten aus PRISM
oder ähnlichen Spionageprogrammen erhalten, verwertet und/oder weitergegeben haben?

b) Wenn die Bundesregierung oder Behörden des Bundes nachrichtendienstliche Daten erhalten haben:
Welche Behörden hatten Zugriff auf die Daten und auf aus den Daten erstellte Berichte?
Wie sah der behördeninterne Dienstweg vor, mit derartigen Daten umzugehen? Gibt es eine vorgeschriebene Dokumentation zum Umgang mit den aus ausländischen Quellen erlangten Daten?
Wurden Datennutzung und -weitergabe nachvollziehbar dokumentiert?

c) Kann die Bundesregierung ausschließen, dass Daten aus PRISM, Tempora oder ähnlichen geheimdienstlichen Spionageprogrammen im Rahmen des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ), des Gemeinsamen Internet-Zentrums (GIZ), des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (GASIM) oder auf anderem Wege an Polizeibehörden oder sonstige nicht geheimdienstliche Behörden des Bundes oder der Länder weitergegeben wurden?

8.
Kann die Bundesregierung ausschließen, dass Behörden des Bundes oder Unternehmen mit Beteiligung des Bundes Daten für PRISM, Tempora oder ähnliche US-Spionageprogramme durch aktive Mitarbeit wie beispielsweise die Herausgabe von Nutzerdaten oder die Einrichtung von elektronischen Schnittstellen zum Datenzugriff beliefert haben?

9.
Deutschland ist laut »Boundless Informant« in Europa am stärksten von der Überwachung der NSA betroffen. Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die Bürger, Unternehmen und Behörden vor PRISM und anderen Überwachungsprogrammen ausländischer Regierungen zu schützen?

10.
Welche Konsequenzen werden durch die Bundesregierung und das Bundesinnenministerium in Bezug auf die zukünftige Zusammenarbeit der europäischen Geheimdienste aus der Enthüllung eines französischen Spionageprogramms gezogen?

11.
Welche Bemühungen gibt es seitens der Bundesregierung, die durch die Enthüllungen rund um Tempora aufgetretene Problematik der überwachten Transatlantikkabel zu lösen?

12.
Welche Maßnahmen werden unternommen, um Bürger und Unternehmen beim Umgang mit Verschlüsselungs- und Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen und sie zu informieren?

13.
Welche diplomatischen Konsequenzen wird diese Affäre haben? Wie will die Bundesregierung der Forderung der Bürger nach einem Ende der Überwachung durch ausländische Geheimdienste Nachdruck verleihen, währenddessen sie selbst Überwachung im eigenen Land ausbaut und noch nicht abschließend geklärt ist, ob sie selbst abgehört wurde?

Der stellvertretende Bundesvorsitzende und Bundestagskandidat der Piratenpartei Deutschland Markus Barenhoff fordert die Bundesregierung auf: »Die durch Edward Snowden im Guardian öffentlich gemachten Details der globalen Überwachungsprogramme hätte die Bundesregierung zum Anlass nehmen können, die Bürger über Tätigkeiten eigener Geheimdienste zu informieren und über die Vorgehensweise anderer Dienste aufzuklären. Stattdessen aber mauert die Bundesregierung, will von nichts gewusst haben und versucht mit Vernebelungsmanövern wie der ›Mindestspeicherfrist‹ von der Schwere der vorliegenden Problematik abzulenken. Lieber unterstellt man den verbündeten Geheimdiensten, ohne Wissen der deutschen Regierung gehandelt zu haben. Dieses Verhalten beschädigt das Verhältnis zu unseren NATO-Partnern – wie wir finden, ein zu hoher Preis für Frau Merkels Umfragewerte. Wir appellieren an die Bundesregierung, endlich die Wahrheit zu sagen, bevor der Schaden noch größer wird.«

Markus Drenger, Mitglied der AG Netzpolitik und Listenkandidat der Piratenpartei aus Hessen, fügt hinzu: »Nach dem Bericht der EU aus dem Jahr 2001 war allen bekannt, dass die USA, Großbritannien und andere Staaten ein globales Abhörsystem betreiben. Auf die Aufforderung des EU-Parlaments, eine wirksame Kontrolle der Geheimdienste in Deutschland einzurichten, haben im Laufe der Jahre jedoch weder die rot-grüne noch die Große noch die schwarz-gelbe Koalition reagiert. Stattdessen ist mit der Bestandsdatenauskunft mittlerweile ein deutsches PRISM eingeführt worden, das den Geheimdiensten eine Hintertür in jeden Internetdienst öffnen soll.

Cornelia Otto, Bundestagskandidatin der PIRATEN aus Berlin, sieht zudem eine Bedrohung der Wirtschaft durch PRISM und fordert einen Aufschub der Verhandlungen für das Freihandelsabkommen: „Es wäre ein fataler Fehler, jetzt mit den Verhandlungen fortzufahren als sei nichts geschehen. So lässt sich keine Partnerschaft auf Augenhöhe erreichen. Da durch PRISM zwangsläufig auch Wirtschaftsdaten betroffen sind, fürchten wir gravierende Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen. Die Regierung trägt hier die Verantwortung aufzuklären, welche Daten betroffen sind, und wie und durch wen diese Daten genutzt werden oder werden könnten. Informationsicherheit stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und ist daher auch fest in internationalen Abkommen zu verankern, um Informationssicherheit zu wahren und Bürger und Wirtschaft wirksam zu schützen.“

Markus Kompa, Rechtsanwalt und Listenkandidat der Piratenpartei Deutschland aus Nordrhein-Westfalen, fordert den sofortigen Stopp von Bau und Betrieb von Abhörzentralen der NSA in Deutschland: »Die Bespitzelung der deutschen Bevölkerung ist ein klarer Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis aus Artikel 10 des Grundgesetzes. Jegliche Toleranz oder gar Beteiligung deutscher Dienststellen beim Ausspionieren der deutschen Bevölkerung durch Geheimdienste anderer Staaten ist damit eindeutig verfassungswidrig. Kein souveräner Staat kann es sich bieten lassen, von Freunden ausgespäht zu werden. Die Vorstellung, die NSA sei aufgrund ihrer exzessiven Überwachung über die Schwächen etwa von Politikern, Spitzenbeamten usw. informiert und könne diese unter Druck setzen, ist unerträglich.«

[1] echelon 5.9.2001 http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P5-TA-2001-0441+0+DOC+XML+V0//DE

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Kommentare

11 Kommentare zu Keine weiteren Gespräche über Freihandelsabkommen vor Klärung der Kooperation zwischen NSA und BND

  1. Thomas Rawe schrieb am

    Warum sollte ein Hochtechnologieland wie Deutschland sich freiwillig bespitzeln lassen…???
    Doch nur um gezielt Wissen zu verbreiten… ???
    Und um gute Schutzprogramme zu entwickeln…Ups die Zettelwirtschaft wieder einzuführen…
    Da es Sinn macht da Handschrift zugriff auf das Unterbewusst sein erlaubt…
    Somit unseren Vorsprung sichert… ???
    Auf kosten der Unterschicht… ??? Oder zum Nutzen…??? Das möchte ich doch gerne mal geklärt wissen…

  2. MaWo schrieb am

    Warum keine weiteren Gespräche?
    Lt. dem Informanten besteht doch längst ein enger Austausch. Damit ist doch jeder beteiligten Seite bereits alles bekannt.
    Nach einer Idee (hier Freihandelsabkommen) könnte doch der Austausch komplett entfallen und direkt das Ergebnis verkündet werden.
    Welche Einsparung doch so ein rechtswidriger Datenaustauch beinhaltet, einfach Phänomenal.
    Ironie AUS.

  3. NoHa schrieb am

    Gauck hat den Ton vorgegeben: seine Worte vom „puren Verrat“ , sein Ignorieren einer naheliegenden inhumanen Behandlung des Whistleblowers in den USA reichten nicht einmal für ein klitzekleines Shitstörmchen. Trotz großer medialer Ankündigungen verirrt sich immer nur ein Häuflein Aufrechter auf die Stop-Prism-Demos und alle Petitionen und Aufrufe – auch jener, Snowden zum Ehrenmitglied der Partei zu ernennen – dümpeln am Rand der öffentlichen Wahrnehmungsgrenze vor sich hin.Vergeßt das Ändern, es ist Zeit, die Rettungsboote ins Wasser zu lassen.

  4. spiritdesigner schrieb am

    NICHTS NEUES

    Carl Friedrich von Weizsäcker
    „Der bedrohte Friede – heute“,
    Von Weizsäcker sagte in seinem letzten großen Werk „Der bedrohte Frieden“ 1983 Hanser-
    Verlag, innerhalb weniger Jahre den Niedergang des Sowjet Kommunismus voraus (er wurde
    ausgelacht).
    Seine Prognose, auf welches Niveau der Lohn,- Gehaltsabhängige zurückfallen würde, wenn
    der Kommunismus nicht mehr existiert, war schockierend.
    Weizsäcker beschreibt die Auswirkungen einer dann einsetzenden Globalisierung, (obwohl es
    damals dieses Wort noch nicht gab) so wie er sie erwartete.
    1. ..Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen.
    2… die Löhne werden auf ein noch nie da gewesenes Minimum sinken.
    3…Alle Sozialsysteme werden mit dem Bankrott des Staat zusammenbrechen.
    Rentenzahlungen zuerst. Auslöser ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheurer Dimension,
    die von Spekulanten ausgelöst wird.
    4… ca. 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus, werden in Deutschland wieder
    Menschen verhungern.
    5… Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch.
    6… Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu
    unterhalten.
    7…Um ihre Herrschaft zu sichern werden diese Eliten frühzeitig den totalen
    Überwachungsstaat schaffen, eine weltweite Diktatur einführen.
    8… Die ergebenen Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker.
    9… Die Kapitalwelt fördert wie eh und je, einen noch nie dagewesen Nationalismus
    (Faschismus), als Garant gegen einen eventuell wieder erstarkenden Kommunismus.
    10… Zum Zweck der Machterhaltung wird man die Weltbevölkerung auf ein Minimum
    reduzieren. Dies geschieht mittels künstlich erzeugter Krankheiten. Hierbei werden Bio-
    Waffen als Seuchen deklariert, aber auch mittels gezielten Hungersnöten und Kriegen. Als
    Grund dient die Erkenntnis, das die meisten Menschen ihre eigene Ernährung nicht mehr
    finanzieren können, jetzt wären die Reichen zu Hilfsmaßnahmen gezwungen, andernfalls
    entsteht für sie ein riesiges, gefährliches Konfliktpotential.
    11…Um Rohstoffbesitz und dem eigenen Machterhalt dienend, werden Großmächte Kriege
    mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen führen.
    12…Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus, dass skrupelloseste und
    menschenverachtende System erleben wie es die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat,
    ihr Armageddon.
    Das System, welches für diese Verbrechen verantwortliche ist, heißt „unkontrollierter
    Kapitalismus“.
    C. F. von Weizsäcker sagte (vor 25 Jahren), dass sein Buch, welches er als sein letztes großes
    Werk bezeichnete, mit Sicherheit von der Bevölkerung nicht verstanden würde und die Dinge
    somit ihren Lauf nehmen!
    Das deutsche Volk bewertete er wenig schmeichelhaft wie folgt:
    Absolut Obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor
    dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!
    Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, was sich zu
    verteidigen lohnt. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht ist, dann schlägt er in blindemZorn alles kurz und klein,
    auch das was ihm noch helfen könnte.
    Die einzige Lösung die Weizsäcker bietet, ist die Hoffnung:
    dass nach diesen unvermeidlichen Turbulenzen dieser Planet noch bewohnbar bleibt.
    Denn Fakt ist, die kleine Clique denen diese Welt schon jetzt gehört, herrscht nach dem
    einfachen aber klaren Motto:
    „Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft, nicht
    mehr zu geben“
    Wie bereits oben erwähnt, Weizsäcker rechnete nicht damit verstanden zu werden.
    Auf die Frage eines Journalisten, was ihn denn am meisten stören würde, antwortete er:
    „mich mit einem dummen Menschen unterhalten zu müssen“
    Zitat Ende.

  5. Turboheizer schrieb am

    Es ist eindeutig klar, der BND hat dieses Tätigkeiten der Amis gedeckt und einige Politiker sind ebenfalls darin verstrickt. Das sind eindeutig strafbare Handlungen. Also wäre es an der Zeit den Bundestag um Merkel und den BND wegen vorsätzlicher gesetzwidriger Handlungen aus dem Amt zu heben, bzw. eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu machen. Ich würde doch gern sehen mit welchen Entschuldigungen die Merkel sich herausredet.Eigentlich müsste nach Recht und Gesetz jeder Ami im Regierungsdienst bei uns verhaftet werden und erst nach Klärung der
    Vorwürfe frei kommen oder verurteilt werden.

  6. Stella schrieb am

    Was soll der Fragenkatalog an die o.g. Adressaten? Das sind doch die Täter. Die USA ist nicht an das GG der BRD gebunden. Aber die Bundesregierung und ihre Regierungsmitglieder! Nach derzeitigen Erkenntnissen hat die Bundesregierung davon auf jedenfall gewußt. Siehe Monitorsendung http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0704/nsa.php5. Das Handeln der USA ist abgedeckt durch Regierungsmitglieder. Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht bereits gegen die Bundesregierung. Piraten, Ihr müsst Anzeige erstatten bei der Staatsanwaltschaft! Nicht Briefe Schreiben. Warum fallen die Medien nicht über Merkel & Co. her? Fällt euch das nicht auf? Im Fall Wulff war das ganz anders, wegen was noch mal? Bei der Ausspähaffäre handelt es sich nicht um eine Anti-Terrormaßnahme! Nur damit wir uns darüber im Klaren sind. Eine Klärung der Angelegenheit kann nur durch Snowden erfolgen nicht mehr durch die Bundesregierung.

    • MaWo schrieb am

      @ Stella,
      Warum die Justiz nicht tätig wird?
      Mindestens seit ein Kanzlerwort höherwertig als Gesetze sind und Lug und Trug zum Nachteil vieler und zum Nutzen Weniger die Regel ist.
      Auch die Justiz hängt am finanziellen Tropf der Politik und wer hat das Rückrat seinen Pflichten unter diesen Voraussetzungen nachzukommen?!

  7. FreiheitIstGut schrieb am

    Ich finde die Aktion, Pofalla wegen Landesverrats zu verklagen ein gutes Signal! Normal müsste man alle Bundeskanzler und Innenminister seit Echelon, vor allem aber die seit 2001 anklagen oder des Amtes entheben. Ja wir sind Freunde der USA aber dieses falsch verstandene Schoßhündchentum der deutschen Politik ist kaum noch auszuhalten. Dass die deutsche Wirtschaft beim Thema Wirtschaftsspionage so naiv ist, macht das ganze nicht besser.

    Hoffentlich gibt es am Ende genug Druck von der Bevölkerung auf die Handzahme Politik, dass diese uns endlich schützt.

    Vorschlag z. B.
    1. Vorschrift, dass alle Daten von deutschen Kunden so lange auf deutschem Staatsgebiet bleiben, wie es geht – Sprich Mails unter deutschen Leuten dürfen nicht über Auslandsserver usw.
    2. Der Staat sorgt für eine Anonymisierung, die wie das Tor-Netzwerk, aber ohne dessen Schwächen bei der Nachvollziehung wirkt.
    3. Unser Geheimdienst kann ja meinetwegen den Amis noch immer Daten zur Gefahrenbekämpfung liefern, aber nur nachdem alles ohne relevante Gefahrenbegriffe ausgefiltert wurde. Gleichzeitig kann unser Geheimdienst endlich wie bei den Amis und Franzosen auch mal unserer Wirtschaft helfen.(Abwehr und Gegenspionage)

  8. K. West schrieb am

    Ich bin für Verhandlungen – ohne geheime Sonder-und Zusatzverhandlungen und Geheimhaltung – was das Freihandelsabkommen angeht, jedoch nicht ohne die Umsetzung von Änderung am Datenschutz bzw. Regelungen für nachhaltigen Datenschutz.

    Ich bin gegen einen Abschluss bzw. einen Vertrag des Freihandelsabkommens.

    Warum?

    Es ist eine historische Chance…
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/nsa-affaere-angela-merkels-historische-chance-12274336.html

    Weil…
    1.) … auch eine Handlungsposition einzunehmen, die doch immer gefordert wird: http://www.welt.de/wall-street-journal/article117853805/Europas-zoegerlicher-Hegemon-wechselt-seinen-Stil.html

    2.) … Verhandeln, offizieller Natur, auch transparente Kommunikation ohne Abhören bedeutet und somit die Öffentlichkeit darüber informiert wird

    3.) … Verhandlungen jederzeit abgebrochen werden können, wieder fortgesetzt werden können und klarstellen, was und warum unsere Verhandlungsposition ist

    4.) … es erkennbar sein wird, ob wir „Freunde“ auf Augenhöhe oder Eier Güterklasse III. sind.

    5.) …. eine Nichtaufnahme von Verhandlung eine verlorene Chance ist.

    Es ist zu vermuten, dass aufgrund unserer (richtigen und noch zu laschen Datenschutzgesetze) dieses Abkommen scheitert. Zudem lässt sich vermuten, dass sowohl „Genmanipulierte Lebensmittel“, „Zusatzstoffe“, niedrige Standards und ein Verbraucherschutz auf Datenschutz- Niveau Gründe sein müssten für ein Scheitern. In der bisherigen politischen Landschaft ist jedoch zu vermuten, dass alle vor „Big Brother“ einknicken und bedingungslos „ja“ zu allen bereits vorgefertigten Verträgen sagen. Dies geschieht selbst bei der Lobby in Deutschland, deren rechtsvertraglichen Gesetze bereits vorgefaßt sind ( vgl. zuletzt übernommene Gesetzestexte beim Sparkassen- und Landesbankengesetz).

  9. stepos schrieb am

    Ist der ganze Skandal wirklich so überraschend oder ist Empörung auf der Straße gar nicht so groß, weil innerlich jeder bereits vermutet, dass es so sein muss, könnte? Die Menschheit hat doch bisher immer bewiesen, dass neue Technologien ohne moralische Bedenken eingesetzt werden, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Das auch nur ein Geheimdienst auf dieser Welt, sich nicht mit digitaler Datenerfassung und Auswertung befassen würde, käme für mich einem neuen Weltwunder gleich. Andererseits kann man auch mal fragen, ist es wahrlich sooo ein Skandal? Wo doch millionenfach die Daten freiwillig geliefert werden, z.B. in sozialen Netzwerken. Facebook dürfte gut davon leben, „Profile“ für gezielte Werbeansprachen zu verkaufen und wer weiß, welche Daten noch ausgewertet und genutzt werden?
    Ist die Ursache fast aller Dilemmas, die täglich durch die Nachrichten geistern, nicht vielleicht darin zu sehen, dass menschliche Grundwerte immer weniger existieren oder gar beachtet werden. Ein Mensch, der die Interessen seiner Mitmenschen respektiert, würde nicht auf den Gedanken kommen, private Daten auszuspionieren.
    Trotz der digitalen Vielfältigkeit finde ich im Internet kaum ernsthafte Wertediskussionen oder gar globale Visionen. Wie sollen wir Menschen auf unserer im All isolierten zusammenleben können, wenn wir nicht anfangen, uns darüber zu verständigen, was wir uns im Umgang miteinander leisten können oder wollen?

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