Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel. Ein Rant.

Bild: Tobias M. Eckrich

Wieder ist ein Jahr ins Land gegangen. In der Welt hat sich viel getan. Zwei US-amerikanische Staaten (Washington und Colorado) haben per Volksentscheid beschlossen, Cannabis weitgehend zu entkriminalisieren. Und die Niederlande schaffen stufenweise den Wietpas wieder ab, weil die Einführung ein warmer Regen für den illegalen Handel war, da Menschen sich ungern als Kiffer registrieren lassen. Das sind erste Schritte auf dem Weg zu wirkungsvollen Maßnahmen gegen illegalen Drogenhandel und organisiertes Verbrechen. Schritte, die helfen. Schritte, die beim Konsumenten ansetzen.

Und bei uns? Alle paar Monate erleben wir ritualisierte Anhörungen im Bundestag, in dem Experten eindeutig Stellung beziehen und der zuständige Ausschuss dann mit den Stimmen von Union, SPD und FDP die Ablehnung fortschrittlicher Anträge vorschlägt, dem das Plenum dann wenig später in einer ebenso ritualisierten Abstimmung folgt.

Drogenabhängige und jugendliche Erstkonsumenten werden so weiterhin dem organisierten Verbrechen überlassen. Dass sie dabei durch verunreinigte Substanzen schweren Gesundheitsrisiken ausgesetzt werden, wird dabei nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern durch künstliche Hürden für risikominimierende Maßnahmen (Drug Checking) bewusst gefördert. Dies sind keine Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch!

Deutschland sollte sich als ersten Schritt ein Beispiel an Portugal nehmen. Dort wurde die notwendige Entkriminalisierung der Konsumenten weitgehend umgesetzt. Statt in Verfolgung wird in Prävention investiert, auch und besonders in den Schulen. Und während bei uns im Bundestag die Abstimmungsrituale weitergehen, erntet Portugal inzwischen die Früchte dieser mutigen Arbeit: Gerade Jugendliche weisen geringere Kurzzeit-Prävalenzen auf und gewinnen ein besseres Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Rauschmitteln. So sehen wirksame Schritte gegen Drogenmissbrauch aus!

Die PIRATEN haben sich eindeutig positioniert: Deutschland braucht eine zeitgemäße Drogenpolitik! Wie so etwas aussieht, kann man in unserem Programm nachlesen: Deshalb brauchen wir dringend eine starke Piratenfraktion im Bundestag. Denn PIRATEN werden sich nicht auf Abstimmungsrituale einlassen, sondern konsequente Sachpolitik für die Menschen machen.

Gegen Bevormundungspolitik – für selbstverantwortlichen Umgang mit Drogen. Denn Freiheit ist immer die beste Medizin!

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Kommentare

4 Kommentare zu Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel. Ein Rant.

  1. Und jetzt die schlechte Nachricht: Die Leute, die das dann umsetzen sollen in der starken Piraten-Bundestagsfraktion, sind so drauf:

    Andreas Rohde, NRW-Landesliste Platz 9: http://www.youtube.com/watch?v=rudhhfJRwXg (auf dieser Demo: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/demo-gegen-rauchverbot-id8074770.html)

    Heide Hagen, Berliner Landesliste Platz 9: http://www.youtube.com/watch?v=MKfaVYp2Lvc (besonders schön ist die Bezugnahme auf eine Broschüre des Deutschen Brauerbundes ab 06:05)

    Markus Barenhoff, NRW-Landesliste Platz 8 und Stellvertretender Bundesvorsitzender: http://www.piratenpartei.de/2013/05/30/weltnichtrauchertag-werbeverbot-fur-tabakprodukte/

    „Denn Freiheit ist immer die beste Medizin“…sehr tiefsinnig.
    Siehe auch http://lobbywatch.wordpress.com/2012/08/17/tabaklobbyisten-kapern-die-piratenpartei/

    • Sascha schrieb am

      Seufz… der Manneschmidt wieder. Der blaue Dunst ist irgendwie Dein Fetisch, oder?
      Neben der „Verderbheit“ der NRW-Piraten latürnich…

  2. immer wieder schrieb am

    „konsequente Sachpolitik“

    eine schlimmere Verschleierung von ideologischer Politik ist kaum vorstellbar. Es gibt schlicht keine „neutrale“ Sachpolitik. Jeder geht immer von seinem Menschenbild aus, hat Grundannahmen durch seine politische Einstellung. Hier ist’s eine eher libertäre Haltung, durch die Ihr zu der Einschätzung kommt. Das ist keine neutrale Sachpolitik. Hättet Ihr ein anderes Menschenbild, kämt Ihr sachlich zu einer anderen Entscheidung. Ich könnte kotzen bei dieser vorgeblichen „ideologiefreiheit“.

  3. Arte schrieb am

    Da wissen bekanntlich bildet, empfehle ich an dieser stelle mal in die mediathek von Arte zu schauen!

    „Drogen – Amerikas längster Krieg“

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