PIRATEN unterstützen internationale Hurenbewegung

Bild: Tobias M. Eckrich

Anlässlich des Internationalen Hurentages mahnt die Piratenpartei Deutschland die andauernde Ungleichbehandlung von Prostituierten in der Bundesrepublik an. Der Gedenktag der Hurenbewegung wird weltweit jährlich am 2. Juni begangen und richtet sich gegen die Diskriminierung und Kriminalisierung der Sexarbeit.

»Obwohl Prostitution in Deutschland legal ist, leiden auch hierzulande erwachsene, freiwillig in der Sexarbeit tätige Menschen unter brutalen Polizeirazzien, unverhältnismäßigen Kontrollen, willkürlicher Besteuerung, Sperrgebietsverordnungen, Werbeverboten, Entmündigung, struktureller Diskriminierung, Ausbeutung, sexueller Gewalt, Doppelmoral und genereller Verachtung. Daher müssen wir das Anliegen der Hurenbewegung ernst nehmen und ihm vorurteilsfrei begegnen«, sagt Lena Rohrbach, Bundestagskandidatin der Piratenpartei Deutschland.

Der Internationale Hurentag geht zurück auf den 2. Juni 1975, als sich circa 100 Prostituierte vor der Polizei in eine Kirche in Lyon flüchteten und diese 10 Tage lang besetzten. Die französischen SexarbeiterInnen protestierten gegen staatliche Diskriminierung und Polizeigewalt und schafften so öffentliche Aufmerksamkeit für ihre rechtliche Situation. Der Tag gilt als Beginn der weltweiten Hurenbewegung.

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Kommentare

14 Kommentare zu PIRATEN unterstützen internationale Hurenbewegung

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  3. Rheinhold Birgmann schrieb am

    Die Frage ist halt: wieviele arbeiten wirklich freiwillig in diesem Gewerbe und wie geht man damit um?

    Das Wörtchen „brutal“ fällt im Kontext zur Polizei sehr oft. Mal ehrlich: wie geht man vor, wenn man eine Razzia machen will und die Gefahr besteht, dass dort Freier herumlaufen die eine geladene Waffe tragen? Höfflich anklopfen und sagen „Hallo, wir kommen mal so vorbei?“

    Ich will das nicht kleinreden, aber mir kommt es so vor, als würde man das doch recht einfach sehen.

    • niska schrieb am

      Die Polizei muss angemessen vorgehen und natürlich auch höflich, solange sie auch höflich behandelt wird.
      Bei einer normalen Kontrolle der Arbeitserlaubnis/Aufenthaltsgenehmigung umstellt man den Laden, zeigt den richterlichen Beschluss und kontrolliert dann. Man schlägt keinesfalls Türen ein, stürmt den Laden und fesselt erstmal alle.
      Warum sollten dort Freier mit Waffen rumlaufen? Freier sind zumeist stinknormale Menschen und keine Kriminellen, wie Sie hier implizieren, das einzig Geladene ist situationsbedingt in der Hose.
      Erst falls ein Zuhälter mit der Waffe rumfuchteln sollte, darf die Polizei das auch tun.

    • Jörn Handschuck schrieb am

      Dann lassen Sie doch daß nächste mal Ihre Waffe zu Haus wenn Sie eine Prostituierte Mieten.
      Und an die Einäugigen Piraten;
      Sie sollten vielleicht über die Schaffung einer Freien Gesellschaft Nachdenken denn in diesen System des jetzt daß Sie Unterstützen ist die Ungerechtigkeit und Gewaltausübung daß alleinige Mittel zur Systemerhaltung.

    • grinsekatze schrieb am

      genau darum geht es ja: einen rahmen zu schaffen, in dem menschen, die das wollen, ihrer arbeit möglichst frei nachgehen können, ohne sich von diskriminierung oder gewalt bedroht zu sehen. dafür ist wichtig, dass sexarbeit als berufsfeld anerkannt wird. dafür braucht es eine professionalisierung, die natürlich selbstreflexion und so weiter enthält und entsprechend begleitet wird. das ganze muss raus aus der schmuddelecke, die die arbeit unter zwang überhaupt erst ermöglicht. nicht die polizei muss vor bewaffneten freiern geschützt werden, sondern die sexarbeiterInnen.

  4. flxtr schrieb am

    @Rheinhold Birgmann

    „Die Frage ist halt: wieviele arbeiten wirklich freiwillig in diesem Gewerbe und wie geht man damit um?”

    Ich kann den Zusammenhang Ihrer Frage zur Diskriminierung von Sexarbeitern nicht erkennen. Eine Rechtfertigung soll es hoffentlich nicht sein?

    „Das Wörtchen “brutal” fällt im Kontext zur Polizei sehr oft.”

    Das liegt daran, dass die meisten Menschen, die mehr oder weniger häufig Demonstrationen besuchen, oder einfach nur mal (z.B. als Zeuge) in irgendeiner Sache mit der Polizei zu tun hatten, martialisches, eskalierendes, unverhältnismäßiges Vorgehen beobachten konnten oder dem sogar selbst ausgesetzt waren.

    „Mal ehrlich: wie geht man vor, wenn man eine Razzia machen will und die Gefahr besteht, dass dort Freier herumlaufen die eine geladene Waffe tragen?“

    Zusammenhang Freier => geladene Waffe? Solche Etablissements haben in der Regel Türsteher. Die lassen sicherlich keine bewaffneten Kunden zu Ihren Angestellten. Und warum sollte nun gerade bei Leuten, die für Sex bezahlen mit Bewaffnung zu rechnen sein?

    „Ich will das nicht kleinreden, aber mir kommt es so vor, als würde man das doch recht einfach sehen.“

    Ich würde mal sagen, der Pauschalverdacht, dem Sexarbeiter ausgesetzt sind, ist die vereinfachte Sichtweise. Hier wird eigentlich versucht das Thema in die Öffentlichkeit zu bekommen, damit sich eben mal differenziert damit auseinander gesetzt wird.

    Die Erfahrung zeigt: egal wo man gegen ein kriminalisiertes oder meinetwegen tatsächlich kriminelles Milieu versucht hat mit Kontrolle und anderen Zwangsmaßnahmen gegen zu wirken, hat man die Kriminalität erst herbei geführt oder die bereits bestehenden kriminellen Tendenzen zementiert.

  5. Fraences schrieb am

    Ich bin 30 Jahre in der Sexarbeit in verschiedenen Bereichen (Laufhaus, Club, Wohnung, Escort), habe noch NIE einen einen „bewaffnetete Freier“ im Bordell erlebt!. Das ist auch nicht die Begründung, warum bei Polizeirazzien mit unverhältnismäßige Personalbesatzung ist.
    Hier geht es um Macht demonstrieren. Und die Aussagebereitschaft der Frauen, die unterdrückt oder nicht freiwillig arbeiten, wird nicht unter diese Voraussetzungen erweckt, sondern eher das Gegenteil, das sie Angst vor der Polizei haben. Laut eigene Studie des BKA, sagen 48% der Opfer von sich aus, 20% kommen über das Umfeld (Kollegin, Betreiberinnen, Freier) zustande. Nur jeder 20. Polzeirazzie (hierzu zählen auch die Großrazzien) ein einziger Fall von Menschenhandel.

  6. Guadalupe Ryan schrieb am

    Für den Aufbau und Betrieb der Anitidiskriminierungsstelle sucht die Piratenpartei Deutschland aus diesem Grund baldestmöglich eine/einen Bundesbeauftragte/n, die/der die mit der Wahrnehmung der Stelle zusammenhängenden Aufgaben wahrnehmen kann.

  7. zarathustra schrieb am

    moin
    in deutschland gibt es ein sogenanntes hurengesetz, seinerzeit von rot-grün beschlossen.
    ursprünglich gedacht, den prostituierten ua einen berufsausstieg zu ermöglichen und ihnen rechte zu verschaffen. das gesetz ist hierin kläglich gescheitert.
    stattdessen profitierten zuhälter und bordellbesitzer.
    es ist bedauerlich, dass sich die piraten dem thema verweigern.

  8. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von z.B. 1.000 Euro für Jeden (inkl. Mann/Frau/Kind), können wir sicher sein, jede Prostituierte macht das weil sie w i l l , nicht weil sie m u s s. Aus existenzieller Not wird sich niemand mehr hinstellen müssen, sondern „nur“ des Geldes wegen, was Ok ist, aus Sicht (echt) freiwilliger Entscheidungen.

    Mit BGE kann sich eine Frau ohne Existenzangst von ihrem Partner trennen. Am Tag der Einführung des Grundeinkommens werden Ehen zerbrechen, deren Ende längst überfällig war. Ein Frau die auf einmal „Nein“ sagen kann, das wird für einige Männer eine schmerzhafte Erfahrung werden.

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