Rückzug von Monsanto reine Augenwischerei

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland zeigt sich erfreut darüber, dass Monsanto den Kampf für gentechnisch veränderte Pflanzen in Europa aufgibt. Dafür wird jetzt verstärkt auf Herbizidtechnologie gesetzt. Damit bleibt die Gefahr bestehen, dass sich herbizidresistente Pflanzen in der Natur unkontrolliert ausbreiten. Die gezüchteten Pflanzen und dazu passenden Herbizide sind ebenso patentrechtlich geschützt wie genetisch veränderte. Damit bleibt die Abhängigkeit der Landwirte von Konzernen wie Monsanto unverändert. Die PIRATEN lehnen deshalb die Kombination von Saatgut mit Pflanzenschutzmitteln und deren Schutz durch Patente grundsätzlich ab.

»An der Praxis, patentiertes resistentes Saatgut in Kombination mit dem passenden Pflanzenschutzmittel zu vertreiben, wird sich nichts ändern. Man hat lediglich einen Weg gefunden, dieses Verfahren ohne den Stempel der bösen Gentechnik zu vermarkten. Für gezüchtete Pflanzen gibt es nämlich keinerlei Auflagen«, sagt Birgitt Piepgras, Themenbeauftragte für Landwirtschaft. »Die Annahme, grüne Gentechnik sei in Europa vom Tisch, ist reine Augenwischerei. Das Problem verstärkt sich sogar noch, denn niemand kann jetzt nachvollziehen, wo resistente Pflanzen angebaut werden. Eine Meldepflicht gibt es nicht.«

Im April 2012 wurde das Herbizid Clearfield®-Vantiga® (Zulassungsnummer 007021-00) zugelassen. Gleichzeitig züchtete BASF eine Rapssorte, die gegen dieses Herbizid resistent ist. Da die Resistenz angezüchtet wurde, entfallen alle Auflagen, die es für genetisch veränderte Pflanzen gibt. Peter Josef Johnen, Cropmanager Raps der Bayer CropScience Deutschland GmbH hat angekündigt, bereits 2014 einen integrierten Vertrieb von Pflanzenschutz und Saatgut innerhalb seiner Organisation umzusetzen.[3]

Quellen
[1] http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2013/Wahlprogramm#Nat.C3.BCrliche_Ressourcen
[2] http://www.bvl.bund.de/SharedDocs…
[3] http://www.topagrar.com/… Acker-Wetter-Ackernews-Bayer-bietet-neue-Mittel-und-bald-eigene-Sorten-1106944.html

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Kommentare

12 Kommentare zu Rückzug von Monsanto reine Augenwischerei

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  3. klopi schrieb am

    OffTopic: Mich würde mal interessieren, was Ihr zur Schweizer Initiative und Volksabstimmung über das Bedingungslose Grundeinkommen sagt. Hab ich hier nix zu gefunden.

  4. Lepurten schrieb am

    „Damit bleibt die Gefahr bestehen, dass sich herbizidresistente Pflanzen in der Natur unkontrolliert ausbreiten.“

    Soweit ich weiß sind die gentechnisch manipulierten Pflanzen sterilisiert, können sich also nicht selbstständig verbreiten. Anders könnte man die Bauern schließlich auch nicht vom Saatguthersteller Abhängig machen. ;)

    • Birgitt Piepgras schrieb am

      auch genetisch manipulierte Pflanzen bilden Pollen aus, die sich entsprechend verbreiten und – am Beispiel Raps- andere Kreuzblütler befruchten. Die Abhängigkeit zum Saatguthersteller entsteht dadurch, dass diese auch gleichzeitig Anbieter des passenden Herbizids ist.

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  6. Miltiades Karawokyros schrieb am

    Leider benutzen meine Grundnachbarn, hier in Samos/GR immernoch Roundup 36 zur Unkraut Beseitigung!
    Jeder Versuch sie umzustimmen, ist mir leider nicht gelungen.Ich werde es weiter versuchen!

    M.K.

    • tomas schrieb am

      sag bescheid wo deine nachbarn wohnen, wir kümmern uns darum…, (bitte nicht gleich
      so ernst nehmen) ;)
      autonome,militante pflanzguerilla…,
      beste grüsse

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  10. Lynx1984 schrieb am

    Monsanto gibt EU-Markt auf? Schön wär’s!
    Quelle: keine-gentechnik.de

    Auf dem Portal keine-gentechnik.de bezieht Heike Moldenhauer vom BUND Stellung zu den Statements der Monsanto-Firmensprecher (wir berichteten)

    Monsanto gibt Europa als Markt für Gentech-Pflanzen auf – diese Nachricht geistert seit ein paar Tagen durch die deutschen Zeitungen und die sozialen Netzwerke. Die taz brachte sie zuerst, dann folgten Spiegel Online, die Süddeutsche und die FAZ. Twitter und Facebook wirkten als Schallverstärker.

    Was war geschehen? Ein paar vage Aussagen von Monsanto-Mitarbeitern und dazu eingeholte Kommentare euphorisierter Aktivisten reichten aus – schon war Monsanto medial besiegt und die gentechnikkritische Bewegung hatte gewonnen. Heike Moldenhauer, Leiterin Gentechnikpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) klärt auf:

    „Die Realität sieht anders aus: Monsanto hat keinen einzigen seiner laufenden Zulassungsanträge für Gentech-Pflanzen zurückgezogen. Elf Pflanzen warten auf eine Anbauzulassung für die Äcker der EU, darunter der Mais MON810, der zur Wiederzulassung ansteht. Für 46 Pflanzen liegt ein Antrag auf Import in die EU und zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel vor.

    Für die Anträge Nr. 12 (Anbau) und Nr. 47 (Import) kann sich Monsanto ganz auf die US-Regierung verlassen. Sie wird sich bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU-Kommission, die am 18. Juni ihr Mandat erhält, für die Belange des Unternehmens einsetzen. „Beseitigung von nichttarifären Handelshemmnissen“ und die „gegenseitige Anerkennung von Standards“ lauten die Zauberformeln, über die Monsanto und Co erleichterten Zugang zu den EU-Märkten bekommen wollen. Konkret bedeutet das: Die USA werden darauf dringen, die Kennzeichnungsregeln für Gentech-Produkte auszuhebeln. Sie werden außerdem auf einer automatischen Zulassung von Gentech-Pflanzen bestehen, die im jeweils anderen Wirtschaftsraum für sicher befunden worden sind. Auch das würde den Gentech-Unternehmen nützen, da die US-Verfahren um Längen schneller abgeschlossen werden als die der EU.

    Fazit: Monsanto geht vermeintlich vorne raus und kommt hinten wieder rein. Es steht nur nicht mehr Monsanto drauf, sondern US-Regierung.“

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