Fossile Energiepolitik ist so 80er – PIRATEN gegen Fracking über den Umweg EU

Bild: Tobias M. Eckrich

Anlässlich des EU-Gipfels und der aktuellen Debatte über die Energieversorgung der Zukunft fordern die PIRATEN ein EU-weites Verbot von Fracking zur Erschließung unkonventionell gelagerter Gasvorkommen. Die Gewinnung fossiler Energie mithilfe voraussichtlich umweltgefährdender Technologien widerspricht nach Ansicht der PIRATEN dem Ziel einer autonomen, sicheren und umweltfreundlichen Energieversorgung. Die Pläne von EU-Energiekommissar Günther Oettinger, eine Rechtsgrundlage für »Demonstrationsprojekte und für die praktische Erprobung« zu schaffen, lehnen die PIRATEN deshalb ab.

»Anstatt sich sowohl in Deutschland als auch in Europa für eine progressive Energiewende auf Basis generativer und regenerativer Energien zu engagieren, erleben wir aktuell das Comeback einer Energiepolitik der 80er-Jahre, die auf endlichen Energieträgern und umweltzerstörenden Fördertechniken fußt. Dabei liegt die Zukunft so nah: Schon heute ist ein europaweites Stromnetz, gespeist von Wind- und Sonnenenergie aus dezentralen Kraftwerken, möglich. Man muss es nur wollen. Aber wahrscheinlich liegt genau dort das Problem«, kritisiert Bernd Schreiner, Bundestagskandidat der Piratenpartei aus Thüringen und Themenbeauftragter für Umwelt.

Die PIRATEN setzen sich im Wahlkampf zur Bundestagswahl für einen Umbau der Energieversorgung hin zu den erneuerbaren Energien ein. Dazu gehört auch der Abschied von allen Formen nicht nachhaltiger Energien wie den fossilen und radioaktiven Brennstoffen.

»Das erklärte Ziel der Kommission ist ja die Versorgungssicherheit«, so Gilles Bordelais, Koordinator der Arbeitsgruppe Europa. »Aber warum so kurzfristig denken? Ich wünsche mir ein Europa, das die Lebensbedingungen der Bürger in Europa nicht dafür aufs Spiel setzt.«

Die Technologie des Frackings steht aufgrund klimaschädlicher Emissionen und großer Risiken für Grundwasser und Böden bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Nichtsdestoweniger hat sich auch der Deutsche Bundestag bisher nicht zu einem klaren Verbot der Technologie durchringen können.

[1] http://www.welt.de/politik/ausland/article116347546/Das-Umfeld-fuer-tiefgreifende-Reformen-ist-ideal.html

Die Piratenpartei lehnt Fracking zur Gewinnung von unkonventionellen Erdgas ab.

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Kommentare

12 Kommentare zu Fossile Energiepolitik ist so 80er – PIRATEN gegen Fracking über den Umweg EU

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  3. h.richter schrieb am

    Die Energiewende in der bisher begonnenen und weiterhin geplanten Form wird ausweglos scheitern. Die politisch Verantwortlichen haben es geschafft, gleichzeitig die Gesetze der Physik und der Mathematik und dazu noch das Gebot wirtschaftlichen Handelns und seriöser Planung zu ignorieren; ein Triumph der Inkompetenz. Den Piraten fällt nichts Besseres ein, als diese Inkompetenz noch zu toppen. Mit einem Denken von gestern löst man nicht die Problem von heute und erst recht nicht die von morgen.

    • Forenwanderer schrieb am

      Liebe(r) H. Richter, offensichtlich haben sich sich nicht sonderlich viel mit der komplexen Thematik der Energiewende befasst, sonst würden sie nicht solche Äußerungen hervorbringen. Sie haben in einem Punkt recht. Die Energiewende in der „bisher begonnenen und weiterhin geplanten Form“ ist tatsächlich nicht zukunftsfähig. Das ist aber deswegen so, weil zunächst eine rot- grüne Regierung und anschließend eine scharz- gelbe dieses eigentlich sinnvolle Konzept der Energiewende durch schädliche Änderungen boykottierte. Die Piraten verfolgen hierbei den einzig richtigen Ansatz. Fracking gehört definitiv nicht dazu: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/4/48/Energiewende.pdf

    • Kain Frecking schrieb am

      Sie sprechen von seriöser Handlung, doch genau Leute wie Sie sind es, die nicht nach vorne denken, sondern auf fossilen Brennstoffen beharren wollen, als wären es noch die schwarzgoldenen Jahre, in denen ein jeder übermorgen Ölmilliardär wird. Wachen Sie auf, Sie ewig Gestriger!

      Hier ein keine Woche alter Auszug einer Aussage von Sandra Steingraber aus dem Illinois State Capitol:


      Hier ist, was wir in New York gelernt haben: Regulierung kann nicht verhindern, daß Bohrlochwandungen beim Altern undicht werden und letzlich versagen. Oder Methan davon abhalten durch Risse im Boden an die Oberfläche zu gelangen. Oder die bohrbedingte ganztägige Lärmbelastung zu eliminieren.

      Regulierung kann nicht verhindern, daß Benzol aus aus den Bohrlöchern aufsteigt. Es gibt keine gute Endlagerlösung für anfallende radioaktive Abwässer. Und die durch Fracking erzeugten Arbeitsplätze sind kurzfristig und gesundheitsschädlich.

      Here’s what we’ve learned in New York: Regulations cannot prevent well casings from leaking as they age and fail. Or keep methane from migrating through underground faults. Or eliminate the 24/7 noise pollution from drilling. Regulations cannot keep benzene from rising out of boreholes. There is no good storage solution for radioactive wastewater. And the jobs fracking provides are temporary and toxic.

  4. Jarvis Y. Tate schrieb am

    Wir setzen uns für eine Umweltpolitik ein, die mit allen Politikbereichen vernetzt ist. Der Tendenz der Landesregierung, Umweltpolitik einseitig mit der Wirtschaftsförderung oder der Förderung der Atomenergienutzung zu verbinden und diesen unterzuordnen, treten wir entschieden entgegen.

  5. Volker H.A. Fritz schrieb am

    Es ist unbestritten, dass die „fossile Periode“ der Energieversorgung sich ihrem Ende nähert, wenn es auch noch etwas dauern wird, ehe „die Fossilen“ zur echten Mangelware und damit richtig teuer werden.
    Wir in Deutschland sind höchst importabhängig durch unser Klima, unsere hoch produktive Wirtschaft und unsere hoch entwickelten Infrastrukturen, die alle viel Energie benötigen.
    Es war richtig, mit dem Aufbau und Ausbau der „Erneuerbaren“ in Deutschland zu beginnen, denn mittelfristig können wir uns nur so aus der Umklammerung der international agierenden Energieproduzenten und -Händler befreien. Inzwischen sind wir damit schon recht weit gekommen.
    Das ärgert diese Unternehmen natürlich, denn sie machen ja wunderbare Umsätze und Gewinne damit.
    Die EU insgesamt importiert pro Tag für 1 Milliarde EUR fossile Energien.
    Nun heißt es, mit ganzer Kraft und mit einem durchdachten Konzept auf diesem Weg
    weg von den fossilen Brennstoffen, weiter zu gehen, anstatt nach fossilen Brennstoffen in unserem Boden zu suchen, die ohne großflächige Verseuchung unseres Grundwassers nicht produzierbar wären. Unser gutes Grundwasser ist die größte und wichtigste Ressource in deutschem Boden und durch nichts – rein gar nichts – aufzuwiegen. Schon gar nicht durch ein Erdgas, das für einige Jahre verfügbar wäre, aber nur, wenn man zuließe, dass unser Land großflächig durchwühlt würde.
    Es ist absolut unbegreiflich, wieso führende Denker der Politik der Gasindustrie derart leicht auf die „Leimrute“ gehen und glauben, dass dieses Erdgas für Deutrschland wichtig und gut ist.
    Wenn überhaupt je, dann ist das Gas nur gut für die Gasindustrie. Die immer so lieblioch klingenden Förderabgaben muss man mal unter dem Gesichtspunkt der Langzeitschäden betrachten. Richtig wäre es, wenn
    von diesen erwarteten Fördereinnahmen gleich die Hälfte für Schadensabfindungen auf Halde gelegt werden
    müsste.
    Fracking ist ein ungeheurer Eingriff in die Natur, um ein bißchen Gas zu bekommen, der in keinem Verhältnis zum Nurzen für unser Land steht. Deshalb gehört Fracking verboten – aus Verantwortung für unser Land.

  6. Tabitha U. Joyce schrieb am

    »Anstatt sich sowohl in Deutschland als auch in Europa für eine progressive Energiewende auf Basis generativer und regenerativer Energien zu engagieren, erleben wir aktuell das Comeback einer Energiepolitik der 80er-Jahre, die auf endlichen Energieträgern und umweltzerstörenden Fördertechniken fußt. Dabei liegt die Zukunft so nah: Schon heute ist ein europaweites Stromnetz, gespeist von Wind- und Sonnenenergie aus dezentralen Kraftwerken, möglich. Man muss es nur wollen. Aber wahrscheinlich liegt genau dort das Problem«, kritisiert Bernd Schreiner, Bundestagskandidat der Piratenpartei aus Thüringen und Themenbeauftragter für Umwelt.

  7. h.richter schrieb am

    Bei der schleswig-holsteinischen Kommunalwahl am Sonntag sind die Windkraftgegner in der Gemeinde Riepsdorf aus dem Stand stärkste Fraktion im Gemeinderat geworden. 43,3 Prozent und fünf Mandate hat die Bürgernahe Unabhängige Gemeinschaftliche Wählergemeinschaft (BUG) errungen, die CDU kam auf 36,8 Prozent, die SPD auf 20,0. Damit geht der Windkonflikt von Riepsdorf in eine neue Runde.

    http://www.taz.de/Schleswig-Holstein/!116968/

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