Bundestagskandidaten verpflichten sich freiwillig dem Thema Inklusion

Bild: Tobias M. Eckrich

In einer freiwilligen Absichtserklärung verpflichteten sich die beim Bundesparteitag 2013.1 anwesenden Bundestagskandidaten der Piratenaprtei Deutschland, das Thema Inklusion im Bundestagswahlkampf offensiv einzubringen. Aus zeitlichen Gründen konnte der Antrag WP068 [1], „Inklusion und Barrierefreiheit“ im Rahmen des Bundesparteitags von der Basis nicht mehr offiziell angenommen werden.

»Ich freue mich sehr über die Solidarität meiner Kandidatenkolleginnen und -kollegen, die sich spontan dazu bereit erklärt haben, auf freiwilliger Basis die gesellschaftlichen Themen Inklusion und Barrierefreiheit zu ihrem Wahlkampfthema zu machen«, sagt hierzu Ulrike Pohl, Themenbeauftragte für Inklusion und Menschen mit Behinderung und Bundestagskandidatin der Piratenpartei, Listenplatz 4 in Berlin. »Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass die PIRATEN aktuell die einzige Partei sind, die ein echtes Interesse daran hat, das Thema Inklusion ernsthaft voranzutreiben. Für die Realisierung einer wahrhaft inklusiven Gesellschaft in Deutschland ist es notwendig, dass die PIRATEN dieses Jahr in den Bundestag einziehen.«

Der modulare Antrag beinhaltet unter anderem die Forderungen nach einem inklusiven Schulsystem, barrierefreien Notrufsystemen, der Förderung der Gebärdensprache durch Einführung eines entsprechenden Wahlfaches an Regelschulen bzw. als Pflichtfach an Gehörlosenschulen und den Ausbau der Barrierefreiheit in Behörden und öffentlichen Einrichtungen.

»Für die Eltern von Kindern mit Behinderung ist es sehr wichtig, dass sie die Wahl haben zu entscheiden, ob ihre Kinder auf eine Regel- oder Sonderschule gehen«, äußerte sich Julia Probst, gehörlose Bundestagskandidatin der Piratenpartei, Listenplatz 3 in Baden-Württemberg.

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

15 Kommentare zu Bundestagskandidaten verpflichten sich freiwillig dem Thema Inklusion

  1. Pingback: Bundestagskandidaten verpflichten sich freiwillig dem Thema Inklusion | netticle type

  2. Pingback: Bundestagskandidaten verpflichten sich freiwillig dem Thema Inklusion | Innpiraten Mühldorf a. Inn

  3. Jürgen Lüth schrieb am

    Moin Moin aus Flensburg in Schleswig-Holstein,
    Liebe Leute, ich bin begeistert, daß es endlich eine Partei in Deutschland gibt, die offen für das
    Bedingungslose Grundeinkommen wirbt – allerdings, und dies ist noch wichtiger:
    wir müssen das Geldsystem ändern – endlich! Die Ursache unserer heutigen Verwerfungen ist das
    derzeit herrschende Geldsystem, welches dazu führt, daß es immer viele viele kleine Verlierer geben m u s s…damit ein Paar wenige gewinnen können…das ist das Problem. Und ich möchte mich bei Euch dafür einsetzen, daß Ihr euch über die „WWW.Wissensmanufaktur“ mit dem Rico Albrecht und dem Andreas Popp beschäftigt; ihr Plan (genannt: Plan B) erscheint es Wert, näher untersucht zu werden. Vielen Dank, Gruss Jürgen Lüth, Flensburg

    • Priat schrieb am

      Wenn du was erreichen willst dann mach doch in der AG Geldordnung mit, da können auch nicht mitglieder mit diskutieren.

  4. Pingback: Bundestagskandidaten verpflichten sich freiwillig dem Thema Inklusion | PIRATEN Gifhorn

  5. Bunki schrieb am

    Inklusion bei der Schulwahl ist keinesfalls trivial. Besondere Anforderungen müssen auch erfüllt werden. Ich kenne eine Lehrerin, die in ihre Kunstklasse ein blindes Mädchen gesetzt bekommen hat. Das war sehr beschämend für sie, muss sie sich doch von nun an jeden Unterricht doppelt vorbereiten. Pädagogie für Blinde hat sie auch nie studiert.

    • Ulrike Pohl schrieb am

      „Inklusion bei der Schulwahl ist keinesfalls trivial.“ – Da geb ich Ihnen vollkommen recht! Es braucht geschultes Personal, mehr Differenzierung (und nicht weniger), kleinere Klassen, bauliche, technische, kommunikative Voraussetzungen. Auf meiner Website ist ein Blog verlinkt, in dem ich mich unter anderem auch mit Fragen schulischer Inklusion befasse. Vielleicht sehen wir uns dort?!

      Freundliche Grüße,

      Ulrike Pohl

  6. Siegfried Schlosser / Sigiberlin schrieb am

    wo kann ich unterschreiben?

  7. Für die Vollständigkeit sei erwähnt, dass die Piratenfraktion in Landtag von NRW von Inklusion offenbar gar nichts hält, sobald es um Menschen geht, die Tabakrauch meiden wollen oder aus gesundheitlichen Gründen (z.B. aufgrund einer Atemwegsbehinderung) meiden müssen:
    http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/04/nichtraucherschutzgesetz-bevormundet-raucher-zerstort-existenzen-und-wird-unfrieden-stiften/

    Aus der Berliner Fraktion ist zu dem Thema gar nichts zu hören, Fragen über Abgeordnetenwatch werden einfach nicht beantwortet: http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-652-47027–f372925.html#q372925

    Die Motivationslage der Akteure ist hier unklar, finanziell wirksame Nebenabsprachen von Abgeordneten mit Vertretern der Tabakindustrie sind leider nicht völlig auszuschliessen.

    • T. schrieb am

      Danke für Ihren Beitrag zur Transparenz!
      Ließe sich der letzte Absatz (unklare „Motivationslage“ etc.) vielleicht noch etwas genauer erläutern, unter Einschluß stichhaltiger Argumente?

      • Unklar bedeutet unklar. Die Argumente dieser Leute sind weitestgehend die selben, welche seit jeher von Vertretern der Tabakindustrie und ihren Vorfeldorganisationen vorgebracht werden. Ob das einfach nur Dummheit ist oder Käuflichkeit geschuldet, lässt sich derzeit ohne erheblichen investigativen Aufwand nicht erhellen. Gut möglich auch, dass beides zusammenkommt.
        Eine Rolle spielt es letztlich sowieso nicht. Diese Leute konterkarieren in hohem Maße die politische Aussage der Piratenpartei bezüglich ihrer Ziele, was Inklusion angeht und was eine gemeinwohlorientierte Politik möglichst ohne Lobbyeinflüsse angeht.
        Dadurch, dass sich die Partei das gefallen lässt, wird sie für viele Leute unwählbar. Abgeordnete sind zwar frei in der Ausübung ihres Mandats, man kann sie aber natürlich aus der Partei werfen oder sich wenigstens öffentlich von ihrem Treiben distanzieren.
        Beim bayrischen Volksentscheid zum „Nichtraucherschutz“ hat sich allerdings gezeigt, dass bei dem Thema mitunter gewalttätige Reaktionen möglich sind, deren einer Sprecher brauchte jedenfalls für eine ganze Weile Polizeischutz. Aber da frage ich mich dann wieder: Wofür brauchen wir eine Piratenpartei, wenn wir uns dann beim ersten heftigen Konflikt die Hosen voll machen?
        Vielleicht noch zur Vorgeschichte:
        http://lobbywatch.wordpress.com/2012/08/17/tabaklobbyisten-kapern-die-piratenpartei/
        http://wiki.piratenpartei.de/Offener_Brief_Nichtraucherschutzgesetz_NRW

        • T. schrieb am

          Danke für Ihre Ergänzung. Mit meinen angefragten „stichhaltigen Argumenten“ hatte ich übrigens nicht Ihre diesbezügliche situative Wahrnehmung oder Ihr Interpretationsvermögen anzweifeln wollen.
          Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Grad der Orientierung am Allgemeinwohl mittlerweile eigenartig hoch von Motivation und Wohlwollen des einzelnen „Piraten“ abhängt, der gerade ‚politisch agiert‘, anders gesagt: sich gerade irgendwo persönlich in Szene setzt. Aus der Außenperspektive besehen, erschien mir die Piratenpartei z.B. aus 2011 noch eine andere und eine hoffnungsvollere. Heute sind es nach meiner Beobachtung nur wenige Mitglieder, die aktiv etwas gesellschaftlich Förderliches und etwas langfristig Hilfreiches tun.

        • Grimnir schrieb am

          Mir stellt sich eher die Frage, wozu wir eine Piratenpartei brauchen, die sich programmatisch nicht mehr von den Grünen unterscheidet. Parteifreunden mit anderen Meinungen ohne konkrete Anhaltspunkte Käuflichkeit zu unterstellen und sie aus der Partei werfen zu wollen erinnert mich sogar ein wenig an stalinistische Säuberungsaktionen. Ich wünsche den NRW-Piraten, dass sie sich von derartigen Anfeindungen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

    • Ulrike Pohl schrieb am

      Lieber Eric,

      ich habe deine Anfrage auf abgeordnetenwatch.de noch mal an Simon direkt weitergeleitet. Wenn du keine Antwort bekommen solltest, sprich mich bitte noch mal an.

      Freundlicher Gruß,

      Ulrike

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: