Rede von Bernd Schlömer zur Eröffnung des dritten Sitzungstages Bundesparteitags 2013.1

Bild: CC-BY Tobias M. Eckrich

Bernd Schlömer Foto: Tobias M. EckrichNeumarkt (Oberpfalz). Der Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Bernd Schlömer, hat den dritten Sitzungstag des Bundesparteitags 2013.1 der PIRATEN eröffnet. Seine Rede in voller Länge. Es gilt das gesprochene Wort.

Liebe Piraten, liebe Kollegen, liebe Zuhörer.

Ja, ja, ja! Es gibt auch schlechte Zeiten; wir werden alle sterben – man kann sich daran abarbeiten, reflektieren und sich bemitleiden. Man kann Schuld zuweisen, man kann schimpfen, nach Verfahrenslösungen suchen,Tools vorschlagen und schließlich zigfach den Austritt suchen oder Rücktritt fordern. Man kann in dieser Form politikverdrossen sein.

Man kann so weitermachen – aber man sollte es nicht tun! Bitte einmal euren Finger aus dem Po nehmen, liebe Piraten: Aufbrechen! Klarmachen! Ändern! Es ist jetzt an der Zeit, Spaß zu haben, Freude zu zeigen. Unbelastet aufzutreten! Greifen wir an!!

Was kann es denn sonst noch Schöneres geben für mich als Vorsitzenden der Piratenpartei, der sich im September endlich ohne Shitstorm zurücklehnen kann und sich sagt: Tja, liebe Bundestagsparteien: Die Piraten, die müsst ihr euch jetzt erst einmal nervlich leisten können!

Die Piratenpartei wird es sein, die Nerven kosten wird, sie wird nämlich einiges infrage stellen. So ist auch das Motto des Parteitages: „Wir stellen das mal infrage“ Und es gibt vieles infrage zu stellen. In allen Parteien. Sie haben es sich zurecht gemacht im feinen Paul-Löbe-Haus, gleich neben dem Reichstag und genießen ihr Dasein.

Was treiben Sie?

Fangen wir einmal mit den Christdemokraten und ihren bayerischen Horden an. Seien wir dabei ehrlich! Wann ist uns die CDU/CSU eigentlich in der letzten Zeit durch Innovation und Jobwunder aufgefallen?

Wann haben es die Christsozialen in den letzten Tagen und Wochen einmal geschafft, uns deutlich zu machen, was Steigerung von Beschäftigung oder Förderung von Innovation bedeutet?

Was haben sie eigentlich getan, außer ein paar erfolgreiche Familienunternehmen zu führen? In den eigenen Ministerien? Mit offensichtlicher Duldung der Opposition! .

Was ist dort geschehen, dort, wo Ehefrauen und Kinder, Parteifreundeund Ehegatten tätig sind? Es ist uns nicht vielaufgefallen. Nicht viel! – außer genau dieses.

Herr Ministerpräsident Seehofer, Frau Dorothee Bär, Lieber Herr Minister Friedrich? Und ja: Frau Bundeskanzlerin! Auch Sie sitzen mit im Boot! Was erlauben Sie sich eigentlich? Was geht in Ihnen vor? Lieber Herr Ramsauer, was denken Sie sich eigentlich dabei, Ihren Staatssekretär für die Katastrophenleistung beim Großflughafen Berlin mit einem Chefposten bei der deutschen Flugsicherung zu belohnen?

Wer gibt Ihnen alle das Recht, sich über das Recht zu stellen? Wer gibt Ihnen das Recht, sich über Eignung, Leistung und Befähigung – und damit Chancengerechtigkeit – hinwegzusetzen? Soll der Ehrliche der Dumme sein?

Ich stelle diese Praktiken infrage. Ich stelle Sie infrage! Das muss sich ändern! Bereiten wir diesem Treiben ein Ende! Vielfalt soll herrschen, und nicht Vetternwirtschaft!

Und Ja, leider. Man muss es leider so sagen, lieber kleiner Partner der Bundesregierung… was Hänschen nicht lernt, lernt Philipp Rösler nimmermehr! Liebe FDP. FDP könnte im Übrigen auch für „Finde deinen Pforteil stehen liebe Partei der Mövenpicker und Hotellobbyisten. Was machen wir mit Ihnen?

Beinahe hätten wir Sie ja vergessen! Aber ich mache es auch kurz! Das Ziel politischer Arbeit, liebe FDP, besteht nicht darin, seinen eigenen politischen Einfluss bestmöglich an Interessengruppen und Lobbyisten zu verkaufen. Regierungsverantwortung besteht eben nichtdarin, lieber Herr Niebel, diese als Chance zu sehen, dutzendfach Parteifreunde im eigenen Ministerium zu beschäftigen.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt: Wie verstrahlt mussen Sie eigentlich sein, Herr Niebel? Sie gehören einer Partei an, die wie keine andere das Recht auf sichere Existenz ablehnt, die in Fragen der Altersarmut nichts anderes vorsieht als Eigenveranwortung und
Privatvorsorge und gleichzeitig führen Sie ihr eigenes Klientel in den warmen Schoß der öffentlichen Beschäftigung und der sicheren Pension? Sie trauen wohl ihren eigenen Hosenträgern nicht mehr!

Am 22. September um 18:00 Uhr verlassen Sie bitte Ihr Ministerium, sonst knallts – aber ganz gewaltig!

Im Übrigen gilt: Es gibt in Deutschland wohl kaum eine Partei wie die FDP, bei der unklarer ist, wofür Sie stehen. Denken wir einmal darüber nach.

Liebe Grünen, wild und stürmisch wollt ihr sein. Netzaffin und Basisdemokratisch. Das stelle ich sehr infrage!! Denn: Ton, Steine, Scherben ist nicht mehr. Alt seid ihr geworden, ich bleibe lieber beim Sie!

Ich sehe bei Ihren Parteitagen keine Basisdemokratie; es sind Versammlungen von Delegierten – mit abnehmender demokratischer Tendenz. Wenn es Ihnen, liebe Parteispitze der Grünen, wirklich wichtig wird, bleibt die Basis draußen. Staatstragend wollen Sie nunmehr sein! Diskussionen unerwünscht! Ob nun bei Kriegseinsätzen der Bundewehr, Hartz-4 oder in der Eurofrage gefallen Sie sich in Ihrer Wohlfühlblase des Delegiertensystems. Nur so ist es wohl nur auch zu erklären, dass die – letztlich aus Verzweifelung getroffene Entscheidung zur Urwahl – zu viele Köpfe bei zu wenig Spitzenplätzen – keine basisdemokratische Fortsetzung findet. Zu anstrengend, was?

Auch in der Netzpolitik fehlt es an überzeugenden Impulsen. Auch bei Ihnen ist das Thema nur schmückendes Beiwerk. Oder wie ist es zu erklären, dass Sie wieder einmal einer schädlichen Entscheidung im Bundesrat zur Bestandsdatenauskunft über die Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung zugestimmt haben.

Und in der Familien- und Geschlechterpolitik? Bedeutet Ihnen wohl nicht viel! Wer Wein predigt, aber nur Wasser ausschenkt, dem glaubt man nicht mehr! Oder wie muss ich es mir es ansonsten erklären, dass familienfreundliche Arbeitszeiten in Ihrer Regierungsverantwortung, in Ihren Behörden und Ihren Ministerien keinen hohen Stellenwert besitzen? Besprechungen nach 15:00 Uhr stattfinden? Männer und Frauen mit Kindern sollen wohl nicht teilnehmen dürfen? In der politischen Praxis zeigen Sie beim familiengerechten Arbeiten eine Bruchlandung!

Die Zukunft geht anders, liebe Grünen – auch mal an Details denken!! Nicht nur das Grobe machen!

Und schließlich, liebe Sozialdemokraten, mal abgesehen davon, dass es mit dem Ideenwunder „Mr-120-km/h-Sigmar Gabriel“ und dem Vortragsreisenden Steinbrück nicht wirklich einfacher geworden ist?

Ein Alleinstellungsmerkmal, eine Leistung haben Sie allermal errungen, liebe SPD! Kaum eine Partei in Deutschland vermag es besser als netzpolitische Geisterfahrer aufzutreten als Sie es getan haben. Es gibt im Bereich der Netzpolitik kaum schädlichere Gesetze in Deutschland, denen Sie frei von jeglichen Wissen zugestimmt oder die Sie initiiert haben – egal ob es von der Koalition kommt oder nicht: nicht nur die aktuelle Bestandsdatenauskunft haben Sie abgenickt, sondern auch die bereits vom Bundesverfassungsgericht einkassierte alte Regelung – noch unter: Hört-Hört!! Rot-Grün entwickelt – angeschoben. Das Leistungsschutzrecht kommt Ihnen recht und die Vorratsdatenspeicherung stammt von Ihnen! Der Reigen ist schmerzlich lang! Ganz davon zu schweigen, dass Sie eigene Initiativen, wie zum Jugendmedienstaatsvertrag selbst stoppen müssen, weil erhebliche inhaltliche Fehler entstanden sind. Sie arbeiten substanzlos! Hören Sie auf damit! Lassen Sie es einfach sein!

Liebe Frau Joost, Sie sind ja jetzt die Kompetenzkraft in der SPD – viel Arbeit für Sie.

Ihre Bekenntnisse zur Netzneutralität sind Nebelkerzen, ihre sozialen Forderungen zugleich nur Lippenbekenntnisse: Sie stehen in Deutschland für die Ausweitung der Zeitarbeit, für eine unsichere berufliche Zukunft junger Menschen, sie stehen für nicht existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse und Hartz-4 ist das Ergebnis ihrer rot-grünen Schröder-Jahre!

Ich muss zum Schluss kommen und möchte nur noch einen Hinweis geben!

Liebe Bundestagsparteien und liebe Bundestagsabgeordneten. Die Piraten werden eine neue, eine andere politische Kultur in den Deutschen Bundestag bringen. Sie arbeiten ohne Fraktionszwang. Das ist ein anderer, meiner Meinung nach, ein besserer Weg.

Schauen wir uns beispielsweise die Entscheidung des Deutschen Bundestag für die Einführung der Frauenquote an. Trotz anderer persönlicher Meinung stimmten zahlreiche Politikerinnen gegen ihre eigene Überzeugung, gegen ihr Gewissen. Sie mussten sich dem Fraktionsproporz und der Parteiraison unterwerfen.

Nun, liebe Kollegen was soll ich dazu sagen?

Liebe Abgeordneten: Um als tadelloses Schaf in einer Schafsherde bestehen zu zu können, muss man vor allen Dingen eines sein: man muss ein Schaf sein!

Entlassen wir diese Schafe der Demokratie auf ihre wohlverdiente grüne Wiese. Wagen wir es mit einer neuen Partei!

Piraten! Auf, in den Deutschen Bundestag!!

ich habe fertig!

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Kommentare

29 Kommentare zu Rede von Bernd Schlömer zur Eröffnung des dritten Sitzungstages Bundesparteitags 2013.1

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  3. mayer.lansky schrieb am

    Wer wissen will, warum diese Partei nie irgend etwas zustande bringen kann, muss sich nur den Parteitag ansehen.

    • Georg Laska schrieb am

      hallo herr schloemer !
      schöne rede aber am ziel vorbeigeredet .
      ich kann mich erinnern das ich ihnen vor einigen monaten mal geschrieben habe das sie ihr wahlprogramm mal richtig überarbeiten sollten.
      was aber ist geschehen nichts und nur mit vergleichen ist es nicht getan. wo sind ihre ausführungen zur Bildungspolitik,wie wollen sie die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen ? von der rentenpolitik , aussenpolitik und Wirtschaftspolitik will ich erst gar nicht reden .
      sie dümpeln im Moment bei 2 % und ich versichere ihnen sie werden den sprung in den Bundestag nicht schaffen, das hat der Parteitag sehr deutlich gezeigt .
      ich habe ihnen schon beim letzten mal geschrieben das es ein leichtes wäre bei ca. 10 % zu erreichen doch für die kommende Wahl wird es wohl kaum noch reichen .
      wenn ihre Partei so weitermacht wie jetzt, wird sie zur geschichtsepisode werden die mal am rande erwähnt wird wenn es um die politische Entwicklung in deutschland geht mehr nicht.wenn ihnen das reicht dann herzlichen glückwunsch sie haben ihr ziel erreicht .

    • studi schrieb am

      wer wissen will, warum die piraten in der wählergunst sinken, muss sich nur die diffamierungen dieser rede durchlesen. herr schlömer, was wollen sie politisch umsetzen. was sind ihre ziele? wofür wollen sie in den bundestag? um politik zu machen? worum geht es?

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  5. T. schrieb am

    Zitat Nr. 1, das in Richtung Bayern adressiert war: „Was haben sie eigentlich getan, außer ein paar erfolgreiche Familienunternehmen zu führen? In den eigenen Ministerien? Mit offensichtlicher Duldung der Opposition! …“
    Diese Aussage ist so halb wahr. Das (in mancherlei Hinsicht bedingungslose) „Grundeinkommen“ von Familienangehörigen vieler Landtagsabgeordneten ist nicht „mit offensichtlicher Duldung der Opposition“ praktiziert worden, sondern in ganz selbstverständlicher, in systematischer BETEILIGUNG der Opposition – was das ganze Geschehen auf eine andere Ebene stellt, als die bloße Duldung täte!
    Warum wird hier die „Opposition“ von Ihnen sprachlich geschont, Herr Schlömer, wo sie doch anteilig denselben materiellen Nutzen daraus gezogen hat? Und: Gibt es einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass Sie einer seits von „den Christdemokraten und ihren bayerischen Horden“ sprechen, am anderen Ende ihrer Rede dann (wenn auch ironisierend) eine „liebe SPD“ ansprechen?
    Zitat Nr. 2: „Wann ist uns die CDU/CSU eigentlich in der letzten Zeit durch Innovation und Jobwunder aufgefallen?“ Dieser berechtigten Frage läßt sich andererseits entgegenhalten: Wann ist die SPD überhaupt einmal dadurch aufgefallen, daß sie Arbeitsplätze nicht als politische Waffe einsetzt? Und das Hinausdrängen aus bezahlten Arbeitsverhältnissen NICHT MEHR einsetzt als eine ihrer üblichen politischen und sozialen Waffen gegen Mißliebige?
    Herr Schlömer, unabhängig von Ihrem Recht auf Ihre persönliche politische Meinung, deren Affinitäten Sie natürlich selbst festlegen, werden die Ausgewogenheit Ihrer Aussagen und Argumente und Ihre politischen Akzentuierungen sehr wohl beachtet!
    Freundliche Grüße!

  6. Freireligiöser schrieb am

    Es ist gut, dass die Piraten das Sozialsystem verbessern wollen. Und es ist gut, dass die Piraten mehr direkte Demokratie fordern. Allerdings darf die soziale Politik nicht in eine sozialistische Politik abgleiten. Es ist z. B. falsch, eine Freigabe von Drogen zu fordern. Es muss eine soziale und ökologische Politik etabliert werden. Dazu gehört z. B. auch, Schwundgelder zu fördern.

    • Priat schrieb am

      Doch, alle Drogen jetzt freigeben und so der Drogenmafia die Existenz Grundlage entziehen.

  7. El Kaida schrieb am

    Wen interessieren eigentlich die Beschlüsse auf einem Bundesparteitag, wenn die Abgeordneten keinem Fraktionszwang unterliegen? Dem Produzieren von Nachrichten. Sonst nichts.

    • Arnymenos schrieb am

      Nun, erstens sieht man an der CDU gut, dass der Fraktionszwang die Abgeordneten zwingt, *gegen* ihre Wahlversprechen abzustimmen (was inhaltlich oft zu begrüßen war). Und zweitens will das Grundgesetz eigenverantwortliche Abgeordnete. Wenn sie gegen ihr Programm abstimmen, kann man sie abwählen. Leider nur alle vier Jahre, aber in einer flüssigen Demokratie ist das kein Problem mehr.

      Piratenabgeordnete können sich nicht hinter dem Fraktionsvorsitzenden verstecken, sie müssen und werden geradestehen für ihre Entscheidungen, und sie müssen diese nachvollziehbar treffen. Dafür braucht es ein (Grundsatz- und ein) Wahlprogramm.

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  9. Karsvo schrieb am

    Die Schande

    Keine SMV? Dann könnt Ihr Eure Partei auflösen. Ihr habt den Namen Piratenpartei nicht verdient. Die Piratenparteien anderen Länder werden sich für Euch schämen.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Erst mal schauen wie sich das entwickelt. Hab in einem anderen Kommentar gelesen, dass es zwar keine direkte SMV geben wird, aber eine regelmäßige Mitgliederversammlung.
      Und dass man beschlossen hat, dezentrale Wahlmöglichkeiten einzurichten. Zwar ohne bisher konkret zu wissen wie man das umsetzen will, (etwa verschlüsselt per E-Mail oder wie auch immer) aber der Beschluss wurde gefasst.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      • Karsvo schrieb am

        Die normative Kraft des Faktischen

        „Erst mal schauen wie sich das entwickelt“

        ??? Diese „Entwicklung“ wird seit fast 7 Jahren „beobachtet“. Herr Nerz hat doch schon gesagt, wie er sich das vorstellt: Thema beenden. Es gibt einige ernstzunehmende Herausforderungen bei der SMV. Ich bewerte es aber als ausgesprochen kaltschnäuzig, wenn jemand in veranwortlicher Position zugibt, daß er diese Probleme nicht lösen kann aber dem Thema statt seiner eigenen mangelhaften Lösungskompetenz die Schuld gibt. Oder hat Herr Nerz enstzunehmende konstruktive Beiträge (Phasenkonzept, Meilensteine, Pilotprojekte, …) beigesteuert? z.B. im ersten Schritt SMV für solche Themen, bei denen nicht anonym abgestimmt wird, x-Augenprinzip/OpenSource-Software bei der Auszählung, redundante Auszählungskanäle, …

        Meine Meinung: „Schauen“ war gestern. Jetzt zählen Ergebnisse. Und wenn Herr Nerz hier keine konstruktiven Beiträge liefern kann, dann scheint er nicht der richtige Mann am richtigen Platz zu sein und sollte seinen Platz jemandem zur Verfügung stellen, der/die der Aufgabe gewachsen ist.

        Ich werde jedenfalls Positionen, die von ein paar AG-Mitgliedern im Namen der gesamten Partei verkündet werden, nicht mehr als repräsentativ anerkennen. Kapern war gestern. Ich werde mich nur noch für SMV-Entscheidungen interessieren. Das darf man gerne als Aufforderung an die Landesverbände verstehen, die SMV im eigenen Zuständigkeitsbereich einzuführen. Wenn sich alle nur noch für SMV-Ergebnisse interessieren, dann werden „offizielle“ Positionen unmaßgeblich. Alles ist relativ. Und absolute Scheinmaßstäbe („offiziell“) gaukeln nur einen relativen Maßstab (Interesse zwischen Sender und Empfänger) vor („offiziell“=sich interessant machen).

    • Arnymenos schrieb am

      Die Piratenparteien anderer Länder sind größtenteils außerparlamentarische Oppositionen und stehen unter wenig Zwang, als Partei zu funktionieren. Und ich bin mir sicher, man schaut mit Spannung auf Deutschland – und manchmal auch mit Argwohn, dass wir uns tatsächlich wählen lassen. Eine SMV ist auch für die Piraten eine große Umwälzung, ein Sprung nach vorn über die uns geläufigen, täglich benutzten Kommunikationswege und Entscheidungsfindungen hinweg. Das will gut getestet sein, man schaue nur auf LQFB. Und es wird getestet werden.

  10. Thomas schrieb am

    Lieber Herr Schlömer, können Sie noch was anderes als andere Parteien „anblaffen“? Sie haben in einem Rundumschlag allen anderen Parteien ihre Fehler vorgehalten.Transparent. Sind Sie bereit die Fehler der eigenen Partei ebenfalls zu erkennen und Transparent zu nennen? Oder werden die in Ihrer Partei mit Shitstorm unter den Tisch gekehrt.
    Ich darf Sie zitieren:
    > Wer Wein predigt, aber nur Wasser ausschenkt, dem glaubt man nicht mehr!
    An Diesem, von Ihnen aufgestellten Maßstab, kann man jetzt die Piraten prüfen. Ganz ehrlich, die Piraten aus der Stadt in der ich wohne, sind schon durchgefallen.
    Sie haben Ponader ins „Off“ geschickt. Ich bin fast der Meinung, Sie hätten gehen sollen.
    mfg, Thomas

    • Karsvo schrieb am

      „An Diesem, von Ihnen aufgestellten Maßstab, kann man jetzt die Piraten prüfen.“

      Richtig: Seit dem SWH-Wahlkampf haben die Blockparteien keine Gelegenheit ausgelassen, die Piratenpartei mit Dreck zu bewerfen („Inhaltsleer“, „Chaoten“, „Nazis“, …). Erst austeilen und jetzt auf „empfindlich“ und beleidigt machen. Die Blockparteien bekommen jetzt die Retourkutsche nach dem Maßstab, den sie selbst vorgegeben haben. Und die haben es sich redlich verdient …

  11. Joerg Krause schrieb am

    Och nö!
    Mir hat die Rede zu wenig Richtung und zuviel Zunge heraustrecken.
    Die Inhalte gehen leider im Kontext etwas verloren.
    Wir sind…. erfrischend natürlich!
    aber müssen in der inhaltlichen Aussendarstellung stäker werden . Etwa so : Der Änderhaken muß in der Sonne blinken, ohne Popel dran!

  12. Hägar schrieb am

    moin,
    es ist doch nicht zu fassen, nirgends ist die Rede von Schlömer als Video im Netz zu finden.
    habe auf mehren Kanälen bei yt gesucht, nichts.

    Ich möchte Hr Schlömer selbst hören und sehen, wie andere Politiker auch, verdammt und nicht seine Rede nur nachlesen. ich fass es nich und das den Piraten, man, man, man.

    gruß

  13. Jalte schrieb am

    Wie bitte? Ich lese da „Liebe Piraten, liebe Kollegen, liebe Zuhörer“! Korrektes Deutsch im Genus, ohne Pirat*innen mit Mädchenrosette? Wendet sich die Piratenpartei nach dem Ausscheiden von Johannes und Klaus aus dem Vorstand doch wieder vom Feminismus ab?
    Zu spät, das Porzellan, das mit der Piratinnenkon zerschlagen wurde, liegt in Scherben. Wenn Du die 5% schaffen willst, hättest Du früher darüber nachdenken sollen, ob Du Feminist oder Pirat sein willst.

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  16. mayer.lansky schrieb am

    Der Parteitag hat eines bewiesen Die PP ist unfähig. Seit Jahren wird um die selben Thema diskutiert.
    Typisch Generation Kohl (die die nach 1980 geboren sind) und stellvertretend für diese Generation steht Herr Lauer. Ein selbstgefälliger, halbgebildeter Quatschkopf, der wenn der Strom ausfällt, nicht mehr denkfähig ist.
    Einst bin ich zu den Piraten gegangen, weil ich etwas gegen die Inkompetenz in der Politik machen wollte. Jetzt bin ich in einer Partei, in der Schwarm-Inkompetenz das herausragendste Merkmal ist. Von den Politikern kann ich mich nicht trennen, von der PP schon, was ich gleich mit meinem Austritt bestätigen werde.

    • T. schrieb am

      Für aktives Vorgehen kaum oder gar nicht zu gebrauchen, richten die „Piraten“ durch passives Verhindern von immer mehr Überwachung, von immer weniger Transparenz etc. für die deutsche Gesellschaft aber doch viel weniger Schaden an als die übrigen Parteien?!
      *
      Man muß sich einfach daran gewöhnen, und das fällt gar nicht leicht: Der Kampf gegen üblen, zerstörerischen Machtmißbrauch hat in Deutschland nun mal keine ernsthafte politische Vertretung, und es ist auch nicht absehbar, dass er hier eine solche finden wird!
      (Allenfalls widmen sich ihm einige auf mehr oder weniger direkte Nutznießung bedachte Schönredner; wenige „Piraten“ als mutige Ausnahmen bestätigen die Regel!)
      *
      Und schließlich die sogenannte Schwarmintelligenz … ist das nicht eher was für 17-19jährige? Mir war es damals auch wichtig, dass mein Schwarm nicht nur reizvoll, sondern natürlich auch intelligent ist!

  17. Daniel Casper von Lohenstein schrieb am

    Sehr geehrte Damen, Warmen und Herren,

    der BPT-Livestream insgesamt war toll ! Schatten spendete einzig und allein die Rede von Bernd Schlömer – geprägt durch sein Stockholm-Syndrom –, führte einen diese ungewollt in die höchsten Höhen des Schülertheaters. Freunde von Udo Werner’s Talentprobe hätten bei dieser billigen Raubkopie einer Politikerrede nur noch gerufen: „Aufhören ! Zurück zum Schülertheater“.
    In Erinnerung an SMV-Daumen runter vs. rauf, freut sich auf weitere Ssss … schlömereiein !

    Ihr ergebenster Diener Casper

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