Netzneutralität statt digitaler Diskriminierung

Bild: Tobias M. Eckrich

Zu den massiven Veränderungen der Telekom [1] an ihrer Tarifstruktur erklärt Markus Drenger von der AG Netzpolitik und Bundestagskandidat der Piratenpartei aus Hessen:

»Die Telekom hat angekündigt, zukünftig verschiedene Internetdienste zu diskriminieren. Sie möchte ihre aktuelle Monopolstellung als großer Internetzugangsanbieter dazu nutzen, andere Internetdienste zu behindern.

Die Telekom will die Angebote aller anderen Anbieter ausbremsen, sobald der Kunde ein bestimmtes Datenvolumen überschritten hat. Ihre eigenen Dienste sollen aber nicht betroffen sein. Das ist eine Diskriminierung und ein offener Versuch, die Freiheit der Nutzer im Internet zugunsten der eigenen finanziellen Interessen einzuschränken.

Wir PIRATEN stehen für ein offenes und diskriminierungsfreies Netz und fordern deshalb, Netzneutralität gesetzlich festzuschreiben. Die Netzbetreiber sollen nicht darüber entscheiden können, welche Internetseiten ihre Kunden nutzen können und welche nicht. Netzneutralität gewährleistet einen freien Wettbewerb zwischen den Anbietern im Internet und sorgt so für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung.

Das Netz dient vielen Menschen als Informationsquelle. Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Informationsfreiheit müssen auch im Netz gelten. Dazu gehört auch, dass eine Vielzahl von Menschen und Medien Informationen und Meinungen ohne Benachteiligung seitens der Telekom verbreiten können. Die hochrangige Gruppe zu Medienfreiheit und Medienvielfalt der Europäischen Union hat daher auch in ihrem Abschlussbericht [2] die EU aufgefordert, Netzneutralität europaweit gesetzlich zu verankern.«

Quellen:
[1] http://www.telekom.com/medien/produkte-fuer-privatkunden/184370
[2] http://ec.europa.eu/information_society/media_taskforce/doc/pluralism/hlg/hlg_final_report.pdf

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Kommentare

42 Kommentare zu Netzneutralität statt digitaler Diskriminierung

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  2. z schrieb am

    Das ist Schlimm, das sich die Piratenpartei in die Belange privatwirtschaftlicher Unternehmen einmischt. Daran sieht man das die Piraten eindeutig eine kommunistische oder gar anarchistische Partei sind.

    Eine echte freiheitliche Partei würde sich dafür einsetzen das das der freie Markt von selbst regelt.

    • Landshark schrieb am

      Ja richtig „z“….
      Überlasst alles den Märkten.
      So ein Schwachfug !

    • Gustav Mueller schrieb am

      Der Kommentarschreiber „Z“ sollte erst mal einen Kurs in Deutsch und Sozialkunde besuchen, bevor er hier schreibt:

      Stichwort Das – dass….

      Zudem sind wir hier nicht in den USA, dort gibt es die „freie Marktwirtschaft“,
      bei uns gibt es die „soziale Marktwirtschaft“.

      Selbst der marktradikale Phillip Rössler äußert sich kritisch zu den Telekomplänen..
      Ist jetzt die FDP kommunistisch oder anarchistisch oder überflüssig???

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Nicht aufregen. Wieder nur einer ders besonders sarkastisch meint.

        Gruß
        Gedankenverbrecher

    • Dominik Zerbe schrieb am

      Hi,
      ich glaube du wusstest noch nicht, dass in Deutschland die soziale Marktwirtschaft herrscht und das nichts mit Kommunismus zu tun hat. Wie du darauf gekommen bist, kann ich mir leider nicht erdenken. Das „dass“ darfste auch gerne in deine Sätze einbauen.
      Gruß
      Dominik =)

    • Markus schrieb am

      Die Telekom hat schon früher eigene Dienste dadurch bevorzugt, dass dessen Volumen nicht auf die Volumenrechnung viel. Früher konnten die User nämlich tatsächlich unabhängig von ihrem normalen Volumentarif den Telekom-internen Usenet-Server nutzen. Das war ein echter Mehrwert. Online-Dienste zeichnen sich im Gegensatz zu Providern eben gerade durch einen solchen Mehrwert aus. Aufgrund der Verschärfung der Urheberrechtsdebatte müssen solche Zusatzangebote eben besonderen rechtlichen Anforderungen Rechnung tragen. Und da sind wir eben bei jenen Mediatheken, die nun von der Telekom bevorzugt behandelt werden.

      Interne Server müssen nicht über mehrere Netze hinweg teuer angebunden werden. Irgendjemand müsste die Leitungen zahlen. Aufgrund der Inflation könnten die Preise heute noch viel viel höher sein. Dass die öffentilch ausgewiesene Inflationsrate kaum etwas mit der Realwirschaft zu tun hat, dürfte weitläufig bekannt sein.

      Die Telekom ist ein ehemaliges Staatunternehmen, welches auf saubere Art und Weise privatisiert wurde. Korrigiert mich wenn ich falsch liege.

      Die Telekom hat heute kein wirkliches Monopol mehr. Es gibt Kabel Deutschland und Kabel BW. Und es gibt Mobiles Internet. Es gibt Sky-DSL. Und es gibt Freifunk. Letzteres ist aufgrund der Störerhaftung immernoch sehr zurückhaltend. Hier könnte die Piratenpartei ansetzen. Denn das Recht auf Eigentum steht nicht denklogisch im Widerspruch zu dezentralen Netzen und der Netzneutralität. Im Gegenteil: Das Recht auf Eigentum sorgt gerade dafür, dass Freifunker ihre Netze so gestalten können, wie sie wollen. Die Störerhaftung stört aber nich. Wortspiel unbeabsichtigt.

      Die Telekom-Aktie war bestandteil einer Investitionsblase, in die auch viele Kleininvestoren gegangen sind. Die Kleininvestoren wussten, dass ein solches Unternehmen besser in viele kleine Hände gelegt werden müssten. Sie haben gekauft. Sie hätten bei übertriebenen Preissteigerungen ihr Geld wieder über die Aktien zurückbekommen.

      Jetzt fordert die Piratenpartei staatlich festgeschriebene Netzneutralität, will aber in wirklichkeit nur Einheitsbrei-Tarife. Das geht aus vielen Postings auf den PP-Mailinglisten hervor. Das ziel ist keineswegs nur das verhindern von Deep-Packet-Inspection und dergleichen.

      Meine Forderung lautet daher: Gewalt (oder Drohung durch Gesetzestexte) darf keine Lösung für Probleme sein, die selbst nichts mit Gewalt zu tun haben.

    • Anti-merkel schrieb am

      ja super z – du solltest vielleicht in die usa überwechseln oder bessernoch auf die philippinen – dort kannst du dann den markt frontal erleben – viel glück dabei – ich habe dort gelebt – klugscheisser.

      ps: rechtschreibung – ich schreibe generell klein.

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  4. Fred schrieb am

    Auch wenn ich kein Fan der Telekom bin!

    Also wirklich, was hat die Änderung der Tarifstruktur bei der Telekom mit Diskriminieren zu tun?

    Ich glaube- ihr seid da auf dem buchstäblichen Holzweg.

    Trotz Speedrosselung kann man ja immer noch Internetseiten besuchen und Filmchen anschauen soviel man will.
    Mein Bericht- nüchtern und sachlich: http://www.konsumer.info/?p=27471

    • Anonymous schrieb am

      Eine Drosselung ist – aus Volkswirtschaftlier Sicht – kein Problem.

      Denn eine Drosselung in der bisher gebräuchlichen Form gilt zunächst einmal einheitlich für alle Datenpakete, die einen Link passieren, ungeachtet der Gegenstelle, des Inhalts, des Protokolls, des Geschlechts des Benutzers oder irgendwelcher anderen Merkmale. Somit wäre eine Bandbreitendrossel an sich noch keine ernsthafte Bedrohung der Netzneutralität.

      Deine Behauptung, man könne weiterhin soviele Filme schauen und surfen, wie man will, stimmt aber nicht. Man kann es eben nicht mehr soviel man will tun, sondern nur noch mit einer reduzierten Geschwindigkeit, obwohl das Netz mehr hergeben würde. Manche Anwendungen funktionieren da zur Not noch, aber versuch mal über eine UMTS-Verbindung, die auf 56kbit/s gedrosselt wurde, Filme zu schaun, Webradio zu hören, zu telephonieren oder zu surfen. Filme und Telephon gehen praktisch garnicht mehr. Webradio geht nur noch, wenn man eine Möglichkeit hat, die Qualität zu drosseln. Und das WWW ist bei dem Bandbreitenhunger moderner Websites nicht mehr über 56kbit/s vernünftig nutzbar. Gut, die DTAG will auf dem Festnetz etwas mehr erlauben – 364 kbit/s. Aber das gilt heutzutage auch nicht mehr als Breitband, sondern als Schmalband. Aber dennoch sind derartige Drosselungen keine Verletzung der Netzneutralität, wenn sie für alle einheitlich gelten.

      Das Problem bei der Telekom ist ein anderes – Das Internet ist ein Datennetz, dass Benutzer miteinander verbindet, die ihrerseits Kunde bei verschiedenen Anbietern sein können. Damit unterliegt es Netzwerkeffekten; Alle Benutzer sind darauf angewiesen, auch Teilnehmer erreichen zu können, die Kunde bei der Konkurrenz sind. Bisher funktioniert das ganz gut – alle Anbieter sind irgendwie miteinander verbunden. Nun stellt sich aber die Frage, wie Fremdnetzdatenverkehr abgerechnet werden soll. Bisher gilt hier das Prinzip „Entscheidungsträger = Kostenträger“, auch bekannt als „wer zahlt schafft an“. Das heißt: Wenn ein Anbieter Daten befördert, dann muss derjenige dafür bezahlen, der entschieden hat, dass ausgerechnet dieser Anbieter die Daten befördern soll. Sprich: Wenn ich mir einen Telekomanschluss zulege, dann habe ICH ihn auch zu bezahlen, und nicht irgendwer anders.

      Eben dieses Prinzip will die Telekom ändern. Sie möchte, dass Inhalteanbieter dafür bezahlen, dass ihre Daten das Netz der Telekom benutzen dürfen. Wer nicht zahlt, der wird zunächst nur gedrosselt, später wird es aber sicherlich extremere Einschränkungen geben. René Obermann sieht die DTAG als „Partner der Inhalteanbieter“ – und da liegt der Fehler. Wenn ich einen T-DSL-Anschluss habe, ist die Telekom von mir beauftragt, meine Daten zu befördern, und dann hat die Rechnung auch an mich zu gehen und nicht an was-weiß-ich-wen. Denn wenn die DTAG meine Internetrechnung an Google schickt, dann wird das Grundprinzip des Wettbewerbs unterlaufen – Google kann nämlich, wenn sie mit den Preisen der DTAG unzufrieden sind, nicht einfach zur Konkurrenz gehen und diese Beauftragen, die Daten zu befördern. Denn die Entscheidung, von welchem Anbieter mein DSL-Anschluss betrieben wird, liegt ja bei mir und nicht bei Google.

      Das zweite Problem ist, dass die Zuschläge, die die Inhalteanbeiter für eine Ausnahme von der Drossel bezahlen müssen, nicht diskriminierungsfrei sein werden. Es wird unterschiedliche Tarife geben für unterschiedliche Anbieter/Dienste/Inhalte/was-auch-immer.
      Youtube wird wahrscheinlich ohne Zuschlag davon kommen, weil Google zu mächtig ist. Mittelständische Inhalteanbieter dagegen werden saftige Zuschläge zahlen müssen. Die Telekom selbst zahlt für ihre eigenen Onlinedienste keine Zuschläge. Anbieter, die mit Diensten der Telekom konkurrieren, bekommen womöglich garkeinen Vertrag.

      Ich fasse nochmal zusammen:
      1) Eine Drossel ist eine Einschränkung, mit der man nicht mehr soviel saugen kann, wie man will.
      2) Die Telekom möchte Rechnungen an Inhalteanbieter verschicken, obwohl die betreffenden Leistungen vom Endkunden bezahlt werden müssten.
      3) Die Telekom möchte in der Tat unterschiedliche Tarife für verschiedene Inhalte, Dienste und Inhalteanbieter einführen.

      Der richtige WEg wäre einfach: 1) Die Tarife müssen kundenfreundlich sein; Sofern größere Mengen an Traffic tatsächlich Mehrkosten verursachen, sollte der Endkunde, der die Telekom beauftragt hat, dafür aufkommen, und nicht irgendwer anders. Allerdings bezweifel ich, dass große Trafficmengen tatsächlich hohe Kosten verursachen. Denn auf den Backbones (wo lt. Telekom der Flaschenhals sein soll) ist die Datenübertragung günstig. Flaschenhals ist die letzte Meile – doch dort hängen die Kosten vor allem davon ab, welche Maximalbandbreite man technisch realisiert und nicht davon, wieviel davon genutzt wird. Wenn doch, dann könnte man ja sagen, man verlangt bei Überschreitung eines Höchstvolumens eine GERINGE Trafficgebühr. Diese sollte dann allerdings so bemessen sein, dass man keine Schockrechnungen befürchten muss.

      2) Wer einen Internetprovider beauftragt, der hat auch dessen Rechnungen zu bezahlen und nicht irgendein dritter. Fertig.

      3) Alle bits sind gleich.

  5. feider schrieb am

    Der Artikel passt an sich schon, jedoch sollte meiner Meinung nach nicht gleich groß ausgeholt werden und davon gesprochen werden, dass verschiedene Internetzdienste diskriminiert werden.
    Natürlich ist das keine gute Entwicklung, aber bei einem Datenvolumen von 75 GB(!) als Minimalvolumen wird auch der geneigte Vielsurfer nur schwer an seine Grenzen stroßen.
    Probleme wird natürlich kriegen, wer (auch, oder gerade legal!) Filesharing betreibt, Torrents zieht und seedet etc.

    Gruß
    feider

    PS: Was mich allerdings nicht daren hindert, mich darüber zu ärgern, dass die Telekom Geld in solche Planungen steckt, anstatt einfach die Netze auszubauen.. In der Jenaer Innenstadt kann man sich immer noch freuen wie ein Schneekönig, wenn man doch wirklich Glück hat und mit DLS 2000-Bandbreite surfen kann!

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  7. Sven S. schrieb am

    Hallo zusammen,

    ich bin auch für die Netzneutralität und gegen das was die Telekom schon seit Jahren versucht durchzudrücken.
    Es geht immer nur ums Geld, nie um das wohl der Kunden. Das eigene Geschäft wird mit miesen Aktionen zu unrecht in eine gute Stellung gerückt. Die Benachteiligungen von anderen Zweigen, die auf eine „offene“ Bandbreite angewiesen sind wie z.B. Streaming-Dienste, die nicht von der Telekom kommen, werden extrem benachteiligt.
    Ich finde es auch eine Scheinerei, das die Telekom die Drosselung mit dem Ausbau der Glasfaser-Kabel rechtfertigen will, diese werden nämlich subventioniert…

  8. Pingback: Die Telekom, gedrosseltes Internet und die Netzneutralität | Hardware für alle! Blog

  9. Forenwanderer schrieb am

    Ich bin nicht so wirklich glücklich über diese PM. Sie zielt am eigentlichen Problem mit der Netzneutralität vorbei. Wenn jemand keinen Breitbandanschluss besitzt und mit gebündelten ISDN- Kanälen gerade einmal 128 KBit/s zusammen kratzen kann, wäre die Drosselung der Telekom auf 384 KBit/s für diesen Nutzer matematisch eine Beschleunigung. Real bleibt für ihn alles gleich. Jene Netzjunkies, die Bandbreiten jenseits der 10 KBit/s Marke ihr Eigen nennen dürfen, würden in Einzelfällen bei Telekom- Neuverträgen ab frühestens 2016 eine Drosselung erfahren. Tatsache ist doch, dass gar keine Netzneutralität existiert, wenn viele Regionen in Deutschland überhaupt noch nicht mit Breitbandanschlüssen versorgt sind. Lediglich die willkürliche Drosselung Telekom- fremder Dienste wäre zu beanstanden. Hierzu muss der Provider, also die Telekom, die Datenpakete analysieren, wozu Verfahren wie Stateful Packet Inspection oder gar Deep Packet Inspection zum Einsatz kommen könnten. Das ist doch das eigentliche Problem…

    • Binki schrieb am

      Wenn jemand keinen Breitbandanschluss besitzt und mit gebündelten ISDN- Kanälen gerade einmal 128 KBit/s zusammen kratzen kann, wäre die Drosselung der Telekom auf 384 KBit/s für diesen Nutzer matematisch eine Beschleunigung. Real bleibt für ihn alles gleich.

      Wenn mich nicht alles täuscht, sind NUR Breitbandanschlüsse von der Drosselung betroffen… mit einem 128KBit/s ISDN-Anschluss wäre es vermutlich auch schwer, die 75GB-Grenze zu knacken, ;)

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Ich stimme dir zu. Lebe selbst auf dem flachen Land und habe lange Jahre mit Rinnsaal-Internet leben müssen.
      Der Netzausbau ist tatsächlich ein Problem, welches man nicht vernachlässigen sollte.
      *
      Aber in diesem Fall muss man extra darauf hinweisen, dass die Telekom mit ihrer Datenratendrosselung aktiv fremde Dienste ausbremst.
      D.h. Entertain wird *nicht* auf die Maximaldatenmenge angerechnet, Konkurenzprodukte wie Maxdome oder die ÖR-Mediatheken schon.
      *
      Das ist m.M. nach weniger ein Problem der Netzneutralität sondern Marktverzerrung der übelsten Sorte.
      *
      Gruß
      Gedankenverbrecher

      • Boris schrieb am

        Moin
        Der Datenverkehr „Entertain“ bleibt ja nur im eigen Netz, und da kostest es kein Geld, erst wenn es das Netz der Telekom verlässt, dann kostet es halt Geld.

        Gruß Boris

    • Qwertz12 schrieb am

      Ich denke nicht, dass die Telekom damit bis 2016 warten wird. Warum sollte es in die aktuellen Verträge aufgenommen werden? Die Standardlaufzeit für Verträge bei der DT AG sind 24 Monate. Warum jetzt? Würde ich jetzt einen Vertrag abschließen würde es mich in diesen garnicht betreffen. Ich denke wenn die Pille geschluckt ist von der Mehrheit wird die Telekom von ihrem vertraglich vereinbarten Recht gebrauch machen. Die Netzneutralität ist das eine Problem. Ich sehe aber aus Sicht des Wettbewerbs ein Problem. Leider ist die Telekom nunmal inhaber der meisten privaten IP Anschlüsse und hat die Macht mit unlauteren Mitteln den freien Wettbewerb im Streaming Business zum Beispiel mit ihren neuen Geschäftspraktiken zu beeinflussen. Anstatt die eigenen Dienste noch besser zu machen grenzt man einfach die Wettbewerber aus und drängt sie aus dem Markt. Auch um DPI und co. zu verhindern muss der Gesetzgeber hier endlich aktiv werden!

  10. Pingback: What the f*** ist “Netzneutralität” und warum ist mein Stream so lahm? ¶ kattascha

  11. Ducky schrieb am

    @Forenwanderer: Du weisst, was Netzneutralität bedeutet???

    Ich finde diese PM allerdings auch etwas unzutreffend formuliert. Es hätte besser herausgestellt werden müssen, dass der Rosa Scheisshaufen sich als Netzbetreiber in unser aller Privatsphäre drängelt und und vorschreibt, welche Dienste zukünftig „inklu“ sind und welche nicht. Ein Netzbetreiber hat sich aus den Inhalten und Diensten raus zu halten! Punkt!

    Da die Telekom mit Entertain gleichzeitig Fernseh/Videoanbieter ist, ist die Verletzung der Netzneutralität zugunsten des eigenen Produkts auch eine volle Breitseite gegen den sich angeblich selbst regulierenden Markt. Welcher Kunde mit einem 75 GB-Volumen wird dann noch ein Maxdome-Abo abschließen…das Volumen ist nach einem Wochenende verbraucht?

    Und die Drosselung auf 384 kBit ist heutzutage eine de facto Netzsperre, wie Markus Beckedahl das gestern so trefflich beschrieben hat.

  12. j. parker schrieb am

    telekom-schweinerei:
    warum so kompliziert, die sache ist doch viel einfacher, betrachet man das einmal von der seite des verbraucherschutzes: die drosselung ist nämlich eine massive kundenerpressung, teurere tarife zu kaufen. hinzu kommt: wenn man am 10. eines monats das volumen verbraucht hat, dann ist der anschluß faktisch tot und man muß warten, bis es erst wieder monatsanfang wird ?
    man sollte das der öffentlichkeit viel eher von der seite des verbraucherschutzes in den konsequenzen verbreiten und daß damit eine neue telekom-ABZOCKE einzug halten soll.

  13. Thorsten schrieb am

    Hallo,
    mit großem Interesse habe ich Euren Artikel über den Netzausbau in Deutschland gelesen. Als Fachinformatiker, der mit IT sein Geld verdient, ist es beschämend für mich, wie stolz Deutschland darauf ist, rückständig zu sein. Während in Südkorea 60% Glasfaseranschluss haben, und selbst Litauen an uns vorbei zieht, wird bei uns das ohnehin völlig desolate DSL noch künstlich gedrosselt. Einfach nur traurig, wie Deutschland seine Zukunft verspielt.
    Mit freundlichen Grüßen

  14. Pingback: Demokratie wird offen angezählt. Was tun? » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp

  15. sparsamerLipper schrieb am

    … und in diesem Sinne gehoert auch die GEZ – Gebühr, ins besondere fuer das „lahme Internet“, wieder abgeschafft!

  16. Leute hackt nicht auf der Tekom rum. Ich bin kein Telekom FAN aber selber ISP, und ich sehe die Contentindustrie als Hauptverursacher des Problems. Diese Leute blasen immer größere Brocken bis zu 4K Super HD Filme in das Internet für minimalisierte Clients die Absichtlich aus Copyrightangst über keinerlei Speicher verfügen und verschlüsselt übertragen. Das Bläht den Traffic derart auf, das nur über eine Wirksame Einwirkung auf die Copyrightindustrie die Internetflatrate gerettet werden kann. Ein wechsel zu andren Providern bringt nichts. Die sind entweder überlastet oder werden Früher oder Später auch Drosseln. Insoweit wird damit die Abschaffung der Flat nur beschleunigt.

    Rettet die Flatrate

    • Anonymous schrieb am

      Ich denke nicht, dass es zwingend nötig ist, die Flatrate zu retten.

      Wer viel Traffic produziert, der darf von mir aus dafür auch zur Kasse gebeten werden. Wichtig ist einfach nur, dass die Volumengebühren keine Wucherpreise sind, die Schockrechnungen verursachen können, sondern, dass sie gerade eben die Mehrkosten decken, die ein Anbieter durch zusätzlichen Traffic hat.

      Ich meine, beim STrom oder Wasser kommt es ja auch nicht zu den Schockrechnungen, die man vom Mobilfunkroaming kennt, obwohl erstere genauso nach Verbrauch abgerechnet werden.

      Selbstverständlich sollte derjenige den Traffic bezahlen, der den Anbieter ausgewählt hat.

  17. Landshark schrieb am

    Wer regelmäsig Internet-Radio hört, kann dann spätestens zur Monatsmitte sein High-Tech-Gerät für 14 Tage einmotten.
    Ich selbst verfüge nur über eine „DSL“-Verbindung via Satellit, die ab 2 GB (!) Datenvolumen gedrosselt wird. Das letzte Software-Update konnte ich mit „fantastischen“ 7 KBit/s herunterladen.
    LTE o.ä. ist hier natürlich auch nicht verfügbar…

  18. windpfad schrieb am

    Die Drosselung ist dafür da, einen Netzausbau nicht so schnell nötig zu machen. Das sorgt für geringere Kosten auf der Seite der Telekom, bedeutet aber auch, dass manche Orte vielleicht weiterhin keine neue und schnellere Verbindung bekommen sollen. Außerdem überlegt man sich dann vielleicht zweimal, ob man wirklich Bittorrent seeden sollte oder bei Tor mitmachen sollte. Allerdings ist die Drosselung nichts, worauf die Politik direkten Einfluss nehmen sollte.

    Die Netzneutralität ist aber ein anderer Punkt; Telekomdienste zu bevorzugen geht auf keinen Fall. Naja, es sollte zumindest nicht gehen.

  19. Pingback: Netzneutralität statt digitaler Diskrimini...

  20. simon schrieb am

    Evtl. wäre eine ähnlich dem Gasmarkt EU-weite Regulierung im Markt denkbar. Der Gastransport muss auch vom Gasförderer getrennt sein, Inhalt getrennt von der Infrastuktur. Meiner Meinung nach ist nicht die Drossel das Problem, sondern die nachgeschaltete Selektivität mit der eine künstliche Attraktivitätssteigerung des eigenen Angebotes erzeugt wird. Wenn nun regulativ vorgeschrieben wäre die Infrastruktur von Inhalten zu trennen, könnte der Kunde frei zwischen beiden wählen. Dann wäre ein verkappter Volumentarif nur eine Leistungsschwäche und man könnte andere Angebote unahängig vom Inhalt freier am Markt nutzen.

  21. Jojo66 schrieb am

    Das Internet ist ja zunächst mal lediglich ein Medium über das Daten zwischen Computern ausgetauscht werden können. Ein Netzbetreiber sollte sicherstellen, dass jedes Datenpaket so schnell wie technisch sinnvoll realisierbar seinen Empfänger erreicht. Eine Beziehung zwischen Datenvolumen und dem Preis herzustellen, ist nicht wirklich zu beanstanden. Das ganze nennt sich dann Tarif.
    Zum Problem wird das ganze, wenn, wie jetzt geschehen, der Netzbetreiber auch selbst Anbieter von Inhalten ist und den Transport der eigenen Angebote bzw. der von Partnern anders tarifiert. Dadurch werden andere kommerzielle und private Angebote benachteiligt und verdrängt.
    Verpflichtet man den Netzbetreiber zur Gleichbehandlung sämtlicher Datenpakete per Gesetz, wird eine Drosselung für ihn als Anbieter von Inhalten zum Problem, weil die Drosselung dann nämlich auch für die eigenen Angebote gilt. Der Netzbetreiber, der gleichzeitig Anbieter von Inhalten ist, wird dadurch gezwungen seine Tarife für den Netzbetrieb so zu gestalten, dass seine inhaltlichen Angebote durch die Kosten für den Netzzugang nicht unattraktiv werden. Durch die Verpflichtung zur Netzneutralität, können die Kräfte des Marktes wieder zu vernünftigen und fairen Bedingungen für alle Netzteilnehmer führen.
    Ich bin überzeugt, dass diese Zusammenhänge auch dem Bürgern vermittelt werden können.

    Um jetzt auch zeitnah aufklären zu können, sollten wir mit Flugblättern arbeiten. Auf diesen Flugblättern nehmen wir die aktuelle Ankündigung der Telekom zum Anlass Netzneutralität zu erklären und die positive Wirkung eines entsprechenden Gesetzes darzustellen. Flugblätter haben den Vorteil, dass sie mit wenig Logistik schnell an die Piraten vor Ort gebracht werden können. Das Interesse für das Thema ist jetzt beim Bürger vorhanden und unsere Aufgabe als Partei ist es die Diskussion zum Thema zu forcieren und zu erklären wie man das Problem lösen kann, nämlich durch ein Gesetz zur Netzneutralität. Demos und Verbrauchermacht sind Mittel die nicht zwingend von einer Partei ausgehen müssen. Aufgabe von Parteien ist es, die Probleme in den Parlamenten zu vertreten.

  22. Fred schrieb am

    Geschwindigkeits-Bremse der Telekom: Nun mischt sich die Regierung ein
    Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) schrieb aufgrund der geplanten Flatrate-Bremse nun an den Telekom-Chef René Obermann.

    In dem Brief äußert Rösler unter anderem, er sei “über die von Ihrem Unternehmen angekündigten Änderungen in den Tarifstrukturen für die Internetnutzung besorgt”. Man werde die eventuell unterschiedliche Behandlung der Dienste beobachten.

    Kritik kommt auch von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), sie ist der Meinung, dass begrenzte Flatrates nicht verbraucherfreundlich wären.

    Was bei der Bremse der Telekom besonders auffällt:

    Die hauseigenen Breitbanddienste will das Unternehmen von der Drosselung ausnehmen – und sich damit möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Konkret heißt das: Wenn ein Kunde das Unterhaltungsprogramm T-Entertain bucht, wird der dadurch entstehende Traffic nicht auf das Datenvolumen angerechnet.

    Kunden anderer Streaming-Anbieter, wie zum Beispiel Maxdome hätten dann das Nachsehen, da die Geschwindigkeit dafür ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr ausreicht.

    • simon schrieb am

      Meiner Meinung nach liegt das Problem nicht in der Umfunktionierung
      einer werbewirksamen „Flatrate“ in einen verkappten Volumentarif. Es
      wird Konkurrenzprodukte am Markt geben die diese Marktnische besetzen
      werden, wenn es denn eine ist. Über den Preis lässt sich natürlich
      trefflich streiten.
      Vielmehr die künstliche Attraktivitätssteigerung des eigenen Inhaltes
      durch die nachgelagerte Selektivität macht das Problem aus.
      Ein radikaler Lösungsansatz mit Vorbild Gasmarkt in der EU: Hier
      müssen Pipelinebetreiber von den Gsspeicherbetriebern etc. getrennt
      sein. Sprich Trennung von Netz und Inhalt. Ob ein echter Markt in
      diesem Beispiel bisher entstand, steht auf einem anderen Blatt. Aber
      die Idee ist wie ich finde eine Gute.
      Ein solches Modell wäre auch auf EU Ebene für Internetprovider
      denkbar, Trennung von Netz und Inhalt. Dem Kunden bliebe der wirklch
      netzneutrale Zugang den er frei wählen kann. Ungeachtet der vom
      Provider „subventionierten“ Inhalte.

  23. simon schrieb am

    was wäre denn von einer Marktregulierung zu halten ähnlich dem Gasnetz in der EU? Strikte Trennung von Netz und Inhalten. So könnte ein verkappter Volumentarif getrennt werden, der Kunde hätte mehr Markttranparenz. Das eigentliche Problem ist für mich nicht die Drosselung, sondern die Attraktivitätssetiegerung des eigenen Angebotes.

  24. Frank Topel schrieb am

    DAS ist Euer Kernthema. Dennoch ist die Piratenpartei medial in der Sache komplett unsichtbar. Woran liegt das?

  25. Pingback: Telekom, Drosselkom und Netzneutralität | Pitengu

  26. Boris schrieb am

    Moin, das ist mir einfach zu platt. Ich bin kein Telekommitarbeiter! :-)

    Vielleicht können wir das Thema auch aus der technischen Sicht betrachten. Es gibt eventuell Dienste, die priorisiert werden sollten.
    Der Anteil von Voip ist enorm gestiegen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/IP-Telefonie#Laufzeit_.28Latenz.29_und_Jitter

    Wenn der verfügbare Anschluss immer schneller wird, dann wird auch die Menge der übertragenen Menge größer. Keiner wird ein Linux Iso Image mit 4,3 GB saugen, wenn er nur ISDN Geschwindigkeit hat.

    Der Traffic wird immer mehr. Irgendjemand muss diesen zahlen. Punkt ende aus.
    Eventuell zahlen wir alle mehr, oder die „Dauersauger“ werden gebremst. Wir sind auch ein Powerhaushalt. Ich bin täglich mehrere Stunden im Internet, meine Frau auch, und ich habe einen Sohn, der täglich sehr intensiv das Internet nutzt. Wir haben diesen Monat 42 GB verbraten.

    Wo ich mit übereinstimme, ist das Unternehmen keine Priorisierung bekommen sollten, weil diese wichtig sind! Amazon, Google etc..

    Jeder sollte gleich behandelt werden, aber wie gesagt, sehe ich schon Gründe bestimmte Dienste mit QOS zu behandeln.

    Das Internet ist sehr komplex im Aufbau, und manch einer mach sich darüber keine Gedanken, was nach seinem DSL Splitter (etc.) kommt.

    Für mich ist klar, irgendjemand muss die Technik im Internet bezahlen, ich bin dafür, dass die LKW Fahrer ruhig dafür bezahlen sollen.
    Ich bekomme in meinen Golf nur 400KG Zuladung und der LKW kann 20 Tonnen, transportieren, und der LKW macht die Straßen mehr kaputt wie mein Golf. Das nur als Analogie zu der Datenautobahn. :)

    Schaut Euch mal den 5 Jahres Graphen an:
    https://www.de-cix.net/about/statistics/
    Das produzieren wir alle! Und der Graph kennt nur eine Richtung, nach oben.

    Da hier auch Systemadmins mitlesen, was kostet Euch in Euren Betrieben, die Infrastruktur (Switche etc.)
    Das CIX macht foldenden Durchsatz: 7 Terabit per second of connected capacity (Public Peering)

    Das CIX ist nur als Beispiel gemeint, das CIX wird ja von vielen bezahlt.

    http://www.heise.de/netze/meldung/Rekord-am-DE-CIX-2-Terabit-pro-Sekunde-1715094.html

    Internet ist halt nicht für lau, sowas möchte bezahlt werden. Wie gesagt, alle mehr, oder einzelne mehr.

    Wir als Partei sollten differenziert an die Sache herangehen, und nicht pauschal irgendwo draufhauen.
    Die Medaille hat immer drei Seiten.

    Lieben Gruß Boris

  27. Fred schrieb am

    Nur aber, dass wir uns mit der Drosselung des Speeds ins finsterste Internetmittelalter zurückkatapultieren (Ich kann mich noch sehr gut ans Modem erinnern 33,6kb Verbindungsgeschwindigkeit)

  28. LoQ schrieb am

    …irgendwie habe ich mir von den Piraten und seinen „User_innen“ eine etwas komplexere Diskussion vorgestellt, als die die hier geführt wird. Ich bin mir nicht sicher warum das so ist, ich kann nur vermuten, aber das bleibt bei mir.
    Warum die Piraten bei dem mit der Drossel einhergehenden Thema Netzneutralität derzeit in der Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar ist, ist mir ein Rätsel. Da müssen dann Schüler ran und klauen die Meriten. Dass Seitens einiger hier überhaupt darüber räsoniert wird, dass, wer viel verbraucht viel zahlen soll, nimmt mich Wunder. Ich dachte hier sitzen die Fachleute, die wissen, dass alle die sehr viel verbrauchen sehr viel weniger zahlen. Das ist bei Gas, Strom und Wasser so (weil das ja immer der Vergleich ist). Darüber hinaus in vielen anderen Bereichen, aber hackt auch ihr ruhig auf dem pösen Purschen rum der mehr als 75GB verbraucht.
    Es wäre an der Zeit die Re-verstaatlichung der Netze zu fordern (ich meine offensiv!) und die damit einhergehende logische Forderung nach der „Zerschlagung“ der Telekomiker endlich in die Öffentlichkeit zu bringen. Es kann nicht angehen, dass ihr auch bei diesem Thema derzeit überhaupt nicht wahrnehmbar seid.
    Bis dato habe ich das Projekt Piraten wohlwollend betrachtet und Euch auch gerne gewählt….nur langsam kommen mir Zweifel.
    Beste Grüße

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