»Atomares Endlager« ist ein Irrweg

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland lehnt die Suche nach einem »Endlager« für Atommüll kategorisch ab. Stattdessen treten die PIRATEN für die Einrichtung von »dauerhaften Lagerstätten mit Zugangsmöglichkeit« ein. Nachfolgenden Generationen wird somit die Möglichkeit gegeben, das Problem des Atommülls technologisch zu lösen.

Dazu erklärt Marc Salgert, der Themenbeauftragte des AK Umwelt & Energie NRW:

»Seit Jahrzehnten wird der Öffentlichkeit durch den Begriff ›Endlager‹ eingeredet, es gäbe eine endgültige Lösung für das Atommüllproblem. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es derzeit jedoch unmöglich, Müll, der über Zeiträume von vielen Generationen hinweg gefährlich ist, sicher und endgültig einzulagern. Die Politik muss der Öffentlichkeit fairerweise eingestehen, dass das bisherige Konzept gescheitert ist – wie auch das Beispiel Asse verdeutlicht.«

Bernd Schreiner, Themenbeauftragter für Umweltpolitik der Piratenpartei fügt hinzu:

»Ein Endlager nach dem Motto ›Aus den Augen, aus dem Sinn‹ ist keine Option, sondern eine weitere Verschiebung zu Lasten zukünftiger Generationen.
Durch die neu vereinbarte Suche nach einem geeigneten Endlager entstehen zusätzliche Kosten. Damit wird deutlich: Die Mär vom billigen Atomstrom hat sich überholt. Billig ist der Atomstrom nur für die Konzerne, die damit jahrelang hohe Gewinne machten und nach dem gestrigen Kompromiss sofort eine weitere Kostenbeteiligung ausgeschlossen haben. Sie streben die billigste Lösung an und versuchen wieder, die aus dem Betrieb der Atomkraftwerke entstehenden Belastungen zu sozialisieren. Wir PIRATEN lehnen dies ab und beharren auf dem Verursacherprinzip. Wer radioaktive Produkte herstellt oder in Verkehr bringt, muss einen Entsorgungsnachweis vorlegen und die Kosten dafür übernehmen.
«

Quellen:

[1] Endlager Kosten: http://www.dradio.de/nachrichten/201304101100/2

[2] Wahlprogramm 2013 Piraten: https://www.piratenpartei.de/politik/wahl-und-grundsatzprogramme/wahlprogramm-btw13/umwelt-und-verbraucherschutz/#wahlprogramm-umwelt-energieversorgung-atommuell

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

5 Kommentare zu »Atomares Endlager« ist ein Irrweg

  1. Heinzelmann schrieb am

    Ach was gebt mir den ganzen Atommüll, der ist Lecker ich Ess den !

    Bei der Menge kann es allerdings ein par Jahre dauern bis ich alles gegessen und verdaut habe. Sollte aber kein Problem sein.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Besser: Wir stellen die hübschen gelben Fässer in jeden Garten.
      k.a. werden schon genug sein, dass jeder seinen Teil abbekommt.
      Noch besser: Wir verteilen die Fässer nach Stromverbrauch. Dann wärs gerechter.

      Im Grunde stehen wir jetzt vor genau dem Problem, dass schon seit Jahrzehnten angeprangert wird: WOHIN mit dem Abfall? Wir reden von Giftstoffen und Strahlungsmüll, der die nächsten 20.000 bis 500 Milionen Jahre gefährlich bleibt.
      Denn selbst wenn man annähme, dass es keine Reaktorunfälle gibt – bzw dass die nur alle 100 Millionen Jahre oder so vorkommen (was hinlänglich wiederlegt worden ist) – bleiben Abbau und Produktion von Uran und die Abfalllagerung.
      Allerdings wurden die entsprechenden Entscheidungen damals von Leuten getroffen, die sich in der Gewissheit wiegen konnten, dass sie von den Folgen ihrer Entscheidungen eh nicht mehr betroffen sind.
      Übrigens ein Verhalten, dass man in Wirtschaft und Politik allenthalben antrifft, wenn man ein bischen schaut…

      Gruß
      Gedankenverbrecher.

  2. Freireligiöser schrieb am

    Ab dem Jahr 2023 kann Atommüll unschädlich gemacht werden. Siehe dazu
    http://de.wikipedia.org/wiki/Transmutation
    Daher ist eine „Endlagerung“ falsch. Im Übrigen kann auf der ganzen Erde auf Atomenergie verzichtet werden. Der Energieverbrauch kann innerhalb von 40 Jahren um 90 % gesenkt werden. Z. B. dadurch, dass man die herkömmlichen Häuser durch Passivhäuser ersetzt.

  3. Norm schrieb am

    Man muss sich nur mal verdeutlichen, dass hochradioaktiver Abfall für ca. 40.000 Generationen nach uns lebensgefährlich bleibt. Zum Vergleich : Jesus lebte vor 80 Generationen. Und was wissen wir sicher über Ihn ? Es ist also unmöglich die Information über die Endlagerstätte so lange zu bewahren, dass keine Menschen nachuns nicht gefährdet werden.
    Bei der Transmutation bin ich sketpisch. Dabei entstehen auch wieder radioaktive Elemente, die Reaktion ist nicht sehr effizient und Anlagen haben keinen hohen Durchsatz. Auch haben diese Anlagen das gleiche Sicherheitsproblem wie Kernkraftwerke.
    Ich sehe nur eine Möglichkeit für eine endgültige Lösung : Das Zeug muss runter von dem Planeten ! Das geht nur mit einem Weltraumlift. Das klingt nach Science-Fiction, könnte aber in 15-20 Jahren durchaus realistisch sein. Die Materialwissenschaft hat an der Forschung für das Seil schon gute Fortschritte gemacht. Der Weltraumlift könnte die Müllpakete dann daurch seinen Schwung gleich Richtung Sonne beschleunigen, wo sie verdampfen würden

  4. Pingback: Bundestagswahlkampf 2013 Piraten gegen Suche nach Endlager für Atommüll | WIR Der ZeitBote Saarland

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: