EU-Studie bestätigt: Filesharing fördert Absatz von Kulturgütern

Bild: Tobias M. Eckrich

Das Institut für technologische Zukunftsforschung der EU-Kommission (IPTS) hat in einer repräsentativen Studie festgestellt, dass Filesharing keineswegs zu den von Musikindustrie-Verbänden häufig angeführten Umsatzeinbrüchen geführt hat.

Ganz im Gegenteil hat auch diese Studie jene Studien der Vergangenheit bestätigt, die durch höhere Filesharing-Zirkulation auch einen Zuwachs von realen Umsätzen nachweisen konnten. Die vielfache Behauptung der Musikindustrie, legalisiertes Filesharing würde Onlineangebote unattraktiv machen, konnte ebenfalls widerlegt werden, denn steigendes Filesharing führt laut der Studie auch zu steigender Nutzung von kommerziellen Portalen der Industrie.

Bruno Kramm, bayerischer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl und Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei, fasst zusammen: »Der dritte Korb der Urheberrechtsreform ist bisher ein ärmliches Zeugnis reiner Lobbykratie. Mit der Legalisierung des Filesharings könnte die Bundesregierung endlich den Knoten hin zu mehr kultureller Vielfalt und Chancengleichheit aller Urheber platzen lassen und mit dem dritten Korb ein beispielhaftes Signal für eine innovative, individuelle und blühende Kulturlandschaft geben. Statt Restriktion und Einhegung muss der Fokus auf der freien Zirkulation von Kultur liegen. Filme, Bücher und Musik wollen gesehen, gelesen und gehört werden. Konsumenten, die sich an ihnen erfreuen, honorieren das auch. Die Studie der EU-Kommission ist somit ein leuchtender Beweis für die Tragfähigkeit der Urheberrechtskonzepte und des Menschenbildes der PIRATEN.«

Die Diversifizierung und Verbreitung eines vielfältigen und nicht selektiv auf Massenprodukte zugeschnittenen Kulturangebots mag zwar zu Einbrüchen bei den IFPI-Konzernen geführt haben. Sie ist jedoch Ausdruck einer kreativen und aktiven Kulturszene, die gerade durch die monopolisierten Strukturen großer Konzerne blockiert wird. Das Argument der Industrie, Urheber würden ohne finanziellen Anreiz nicht schöpferisch tätig sein, widerspricht einer ständig wachsenden alternativen Kulturszene mit weiterhin wachsenden Nischen.

»Gerade unter dem Druck des bisherigen monopolistschen Vermarktungssystems haben besonders unbekanntere Urheber selten eine Wahlmöglichkeit und müssen sich in die Verwertungskette der Industrie einspannen lassen, um überhaupt erfolgreich sein zu können. Nur ein radikal vereinfachtes Urheberrecht, das auf Verkürzung der Schutzfristen, umfassende Fair-Use-Regelungen und die Legalisierung des Filesharings baut, dient dem innovativen Kulturstandort Europa und seinen Menschen«, erklärt Bruno Kramm.

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Kommentare

14 Kommentare zu EU-Studie bestätigt: Filesharing fördert Absatz von Kulturgütern

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  2. Perestroika schrieb am

    Liebe Piraten,

    alles diskutiert über Zypern, Sicherheit von Spareinlagen, Eurorettung und Staatspleiten. Seit Tagen dreht sich die Welt um diese Themen und die Sorgen der Bürger. Was ist denn Euer Konzept dazu? Nicht das es die Welt ernsthaft interessieren würde. Wir wissen alle, ihr habt da nichts und wenn dann ist es unausgegoren, abgeschrieben oder von einigen Esoterikern mit der entsprechenden Abwesenheit von Kompetenz und Substanz in den Raum geworfen. Aber dem alles umfassende und bewegende Thema Filesharing widmet ihr hier Euer Hauptaugenmerk in diesen Tage. Schön wie Ihr Euch als überflüssig entlarvt. Jetzt merken es auch die verbleibenden 2 % möglicher Piratenwähler.

    • Torben schrieb am

      Zypern ist auch nur eine Insel, und nichteinmal eine deutsche! Warum sollte eine deutsche Partei auf jeden medialen Hype um ausländische Banken & Konten adhoc reagieren und sofort einen komplexen „Plan“ vorlegen. Hier werden Entscheidungen in den nächsten Tagen fällig, die Piraten sitzen dort nicht am Tisch und werden es wohl auch innerhalb der nächsten Monate/Jahre nicht sein. Wozu also kostbare Ressourcen für solche Tagesthemen verbraten, wenn man momentan eh nicht am „Hebel“ sitzt? Die Piraten sind eine junge Partei und keine Bild-Redaktion!

  3. NoOne schrieb am

    @ Perestroika, wenn du der Meinung bist die Piraten haben nichts, könnten nichts, wissen nichts etc. warum bist du dann hier? Wirst du dafür bezahlt, etwa ein Agent?

    Jedes Thema hat seine Priorität und seine Zeit, wann der Zeitpunkt dafür ist ist aber sehr subjektiv wenn man bzw Menschen selbstständig denken.

    Was du uns hier zeigst ist Manipulation deinerseits durch Massenmedien, du fordest Konformität von den Piraten, quasi Gleichschaltung, wie zu Hölle kommst du auf die Idee von den Piraten zu verlangen sich an die Nachrichten anzupassen die du gerade als wichtig erachtest?

  4. Perestroika schrieb am

    Zitat: „Wirst du dafür bezahlt, etwa ein Agent?“ Ein wenig paranoid seid Ihr auch noch dazu.
    Und die Forderung nach Positionierung zu aktuellen Themen hat nichts mit der Konformität zu tun, sondern wird von einer Partei schlichtweg erwartet. Natürlich nicht mehr von Euch, denn wir wissen dass Ihr kein Themenspektrum habt um im Parlament mitarbeiten zu können. Daran kann man arbeiten oder es lassen. Ihr lasst es und dementsprechend bedeutungsloser werdet ihr. Und das ist auch gut so, denn ein Lerneffekt ist ja auch nicht erkennbar.

    • webzwopunktnull schrieb am

      Hier sieht man wieder, dass wir Bewertungen für Kommentare brauchen, so dass andere diese nicht noch einmal lesen müssen, obwohl es im Netz viel interessanterem Lesestoff gibt.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Komisch, dass ich regelmäßig in einem Beitrag zu einem bestimmten Thema lese, dass man zu einem völlig anderen Thema keine Position hat.

      Thema A: 1. Kommentar ‚Ihr habt ja gar nix zu Thema B ihr Idioten.
      Thema B: 1. Kommentar ‚Warum kümmert ihr euch eigentlich nicht um Thema A – ihr verratet eure Grundsätze‘

      Gut. Kann sein, dass es keine ‚offizielle Parteilinie‘ zum Thema ‚Eurorettung‘ gibt.
      Vielleicht weil das Thema einfach viel zu kompliziert ist um zu sagen: A ist die einzig richtige Lösung.

      Was aber nicht heißt, dass Piraten dazu keine eigene Meinung haben.
      Die kann man nämlich auch direkt fragen. Die betreiben Blogs oder Foren und manchmal trifft man sie auch in der Freien Wildbahn ™.
      Und wenn es dir wirklich ums Thema geht (und nicht nur um bashen), dann kann man das jederzeit an nem Stammtisch diskutieren. Wenn man das selber nicht angehen will, findest du wahrscheinlich jemanden in der Partei der sich darum kümmern will und ne AG anfängt.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      P.S.
      Meine Meinung: Zypern sollte es machen wie Island. Volksbefragung => Banken pleitegehen lassen => Teilzahlung zu eigenen Bedingungen leisten => zu den Hedgefonds sagen ‚verpisst euch und kommt nie wieder!‘ => WIN.

      • Perestroika schrieb am

        Das Islandmodell funktioniert nicht. Island hat eben nicht den Euro als Währung und ein wesentliches Element der Sanierung von Island war die Abwertung der eigenen Währung gegenüber dem Euro. Das Modell zieht leider beim Euroland Zypern nicht.

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Was hat das Island-Modell mit dem Euro zu tun?
          Zypern steht – abgesehen von den maroden Banken in ihrem Land – blendend da. Weniger Verschuldung als D und nen stabileren Staatshaushalt.
          Das Problem ist, dass automatisch angenommen wird, dass Banken ‚gerettet‘ werden müssen (d.h. die Regierung weiter Geld reinschiebt, damit die Damen und Herren Fondmanager weiter Monopoly spielen können)
          Und da es Zypern nicht im Kreuz hat, die Milliarden und Abermilliarden aufzubringen um die Banken zu ‚retten‘, wird es in Grund und Boden gerated.
          Das macht die momentane Kriese aus.
          Lösung: Banken einfach Pleitegehen lassen. Pech. Ihr seit Wirtschaftsbetriebe und habt ein unternehmerisches Risiko zu tragen.
          Die Einlagen sind – in diesem Fall – vom europäschen Einlagensicherungsfonds bis zu 100.000 Euros abgesichert (im Gegensatz zu dieser unsäglichen Zwangsabgabe, die man diskutiert hat).
          Weil faktisch eben *nicht* Zypern verschuldet ist sondern einige Privatunternehmen, die zufällig ihren Sitz auf Zypern haben.

          Übrigens: Ob die ‚Steueroasenpolitik‘ wie sie Zypern, Irland und auch Luxemburg durchziehen gut oder schlecht ist ist zwar auch wichtig, aber nicht Teil des Themas im Moment.

          Gruß
          Gedankenverbrecher

  5. Meria.doc schrieb am

    Interessanter Artikel, Danke!
    Wann gibt es hier endlich einen Flattr-Button?!

    • Bernd schrieb am

      Flattr haben wir nicht, aber oben den Spendenbutton.. geht auch sehr unkompliziert ;)

  6. Sven schrieb am

    @ Perstroika: Die Piraten sind eine Mitmachpartei „Wir haben die Fragen, ihr die Antworten!“ Sie sind herzlich eingeladen mitzudiskutieren und Lösungsansätze (auch für Zypern) einzubringen. Wenn Sie jedoch stimmberechtigt werden wollen, können Sie ganz unkompliziert Mitglied werden. Gelebte Basisdemokratie!

    Welchen Vorschlag haben Sie denn zu Zypern in der Debatte einzubringen?
    Oder handelte es sich doch um einen bloßen Trollversuch?

    Aber Sie haben natürlich vollkommen Recht. Von Parteien, die im Bundestag vertreten sind, wird werden auch Lösungsansätze für internationale Probleme erwartet. Zu dumm, dass die Piraten noch nicht im Bundestag vertreten sind. Sonst hätten unsere Abgeordneten und die Basis schon längst mit dem Thema abschließend befasst. Aber sie können uns dabei helfen und uns im September wählen.

    Allerdings halte ich persönlich die Menschenrechtsverletzungen in China als ein viel wichtigeres und dringenderes Thema, schließlich stehen dort unmittelbar Menschnleben auf dem Spiel. Aber darüber wird derzeit in den Medien natürlich wieder weniger berichtet. Es geht mal wieder nur ums Geld!

    • Perestroika schrieb am

      Hallo Sven,
      ich mach lieber bei einer Partei mit, die schon umfassende programmatische Ansätze hat um diese weiterzuentwickeln. Die Entscheidungen in den Parlamenten erfordern ein breites Inhalts- und Wertefundament, was man nicht parallel zu den tatsächlichen Entscheidungsbedarfen aufbauen kann. Genau deswegen seid Ihr doch aktuell auf dem absteigenden Ast, weil so ziemlich jeder in der Republik das bemerkt. Und ich bin manchmal fassungslos mit welcher Naivität Ihr genau das verdrängt.

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