Deutschland fehlt die Willkommenskultur

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland erhofft sich von der 8. Integrationsministerkonferenz am 20. und 21. März in Dresden ein deutliches Signal für eine bessere Willkommenskultur in Deutschland. Dies setzt nach Ansicht der PIRATEN eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den zahlreichen Hürden voraus, auf die ausländische Bürger bei der Integration in die deutsche Lebens- und Arbeitswelt stoßen. So sperren sich viele Landesregierungen seit Jahren gegen eine stärkere gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund, indem sie ihnen die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft verwehren und das kommunale Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger ablehnen. Aktuelle gesetzliche Regelungen wie Arbeitsverbote für Asylsuchende und »Nachrangigkeit von Drittstaatlern« auf dem Arbeitsmarkt schließen viele Menschen in Deutschland vom Erwerbsleben aus.

»Wir behandeln Zuzügler immer noch wie ungebetene Gäste. Deutschland, das bedeutet für viele unfreundliche Behörden, verstreute Ämter, komplizierte Verfahren und fehlende Betreuung durch Menschen mit eigenem Migratonshintergrund. Die vielen Ausnahmeregelungen und der hohe bürokratische Aufwand, der nötig ist, um an der Gesellschaft zu partizipieren, wirken abschreckend und frustrierend. Es muss endlich länderübergreifend mit Repressionen aufgeräumt und für mehr Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund gesorgt werden«, kritisiert Anne Helm, Beauftragte für Migration und Asyl der Piratenpartei Deutschland.

Die PIRATEN fordern deshalb von der Integrationsministerkonferenz den Beschluss konkreter Maßnahmen, welche die Einbürgerung erleichtern. Dazu gehört nach Ansicht der Partei, dass allen Flüchtlingen in Deutschland unabhängig von ihrem rechtlichen Status erlaubt sein muss, einer Beschäftigung nachzugehen und damit für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Weiterhin sollen sich die Integrationsminister der Länder für die doppelte Staatsbürgerschaft aussprechen.

»4,3 Millionen Menschen in Deutschland bleiben weitestgehend vom politischen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, weil ihnen die deutsche oder eine EU-Staatsbürgerschaft fehlt – und das, obwohl sie im Durchschnitt seit über 19 Jahren in Deutschland leben. Die Möglichkeit zur Partizipation ist für uns aber ein ganz fundamentaler Baustein für gesellschaftliche Teilhabe«, schließt Helm [3].

Quellen:
[1] http://www.sms.sachsen.de/intmk.html
[2] https://wiki.piratenpartei.de/ Die_Ausgrenzung_von_Arbeitsmigranten_.C3.BCber_Generationen_hinweg_ist_menschenunw.C3.BCrdig
[3] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/ /MigrationIntegration/AuslaendischeBevolkerung/Tabellen/Aufenthaltsdauer.html

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Kommentare

12 Kommentare zu Deutschland fehlt die Willkommenskultur

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    • nodding schrieb am

      Ponader ist kein Schmarotzer. Er kündigte seine Mitgliedschaft im „Verein der AGL2-Bezieher“ und außerdem tastete er die Spendengelder seines Crowdfunding-Experiments nicht an und spendete sie stattdessen weiter. Soweit mein Kenntnisstand.

    • Johannes schrieb am

      Was soll dieser Rechtsaußen-Ton im Blog! „Sozialschmarotzer“ sind doch wohl die Banken und die Finanzmafia!

  2. Franziska schrieb am

    Integration beginnt in den Köpfen, Bewusstsein schaffen löst oft schon viele Probleme. In deutschen Aufsichtsräten haben sich viele Aktiengesellschaften schon auf den Deutschen Corporate Government Kodex verpflichtet, der eine Selbstverpflichtung zu mehr Diversität bei der Besetzung von Aufsichtsräten beinhaltet. Diversität bedeutet mehr Frauen, mehr Ausländer, mehr Unterschiede. Ganzheitliche Integrationspolitik sollte also alle gesellschaftlichen Felder beinhalten. Denn gesellschaftlicher Wandel startet häufig nicht am Brenpunkt, sondern über den Umweg von Vorbildern und/oder prominenten Beispielen. Nicht anders ist es mit der Frauenquote.

  3. Anonym schrieb am

    „Wir behandeln Zuzügler immer noch wie ungebetene Gäste. …“
    Das gilt in einzelnen Wehrdörfern doch sogar noch für zugezogene Flüchtlinge aus der Folgezeit des WW2, resp. gilt es für deren Nachkommen: Erstmal abwarten, sie etwas aufbauen lassen, dann durch Terror vertreiben und das zurückgelassene Eigentum auf zeitgemässe Weise arisieren! Also wirklich, warum hier diese Verwunderung?

  4. olli schrieb am

    wenn zugewanderte und flüchtlinge in deutschland für ihr eigenes auskommen sorgen wollen, aber sie nicht dürfen, sind sie keine schmarotzer. die wut und der neid sind an den falschen adressaten gerichtet. man sollte eher auf die leute wütend sein die nicht zulassen das gut ausgebildete leute hochmotiviert arbeiten.

    was bleibt den „schmarotzern“ anderes übrig als kriminell zu werden wenn sie die behördenbögen nicht verstehen, an denen sogar doktoranden verzweifeln, und dann nicht einmal arbeiten dürfen?

    das ist tiefbraunes verhalten, dieses „na gut, du darfst dann mal rein weil wir repressalien fürchten wenn wir die grenzen komplett schliessen, aber eigentlich wollen wir dich hier nicht und wenn du nicht an der landesgrenze scheiterst, dann an den grenzen in unseren köpfen, unseren gesetzen und unserem markt.“

  5. Anonym2 schrieb am

    Sie sollten sich da gegen die rot-grüne Korruption aussprechen und nicht für die doppelte Staatsbürgerschaft weil das spezifisch für die Zwecke des US Militärs formuliert worden ist und gegen die Menschenwürde von Personen die im Ausland gefangen sind geht.

  6. Anonym2 schrieb am

    Ich würde mich dafür aussprechen das Deutschland Chlor im Leitungswasser bekommt.

  7. Nic Nac schrieb am

    Ich verstehe den Text nicht. Inwiefern verhindert die Abwesenheit der doppelten Staatsbürgerschaft die Integration? Kann mir das jemand erklären?

    • Anonym schrieb am

      Nein.
      (Es geht dem Autor möglicherweise mehr um ein bisschen Sand im Kommentar- und Diskussionsgetriebe …)

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