Rückblick: Erfolge beim Urheberrecht dank starker Impulse von den PIRATEN

Bild: Tobias M. Eckrich

Was hat die Piratenpartei Deutschland in 2012 erreicht? In Sachen Urheberrecht unglaublich viel, auch wenn die Contentindustrie gerne das Gegenteil behauptet, wenn sie die PIRATEN bezichtigt, das Urheberrecht abschaffen zu wollen.

Während andere politische Parteien die dringende Reform des Urheberrechts nur schleppend und unspezifisch diskutierten, veranstalteten die PIRATEN im Frühling dieses Jahres die Urheberrechtsdialogrunden. Diese richteten sich direkt an die betroffenen Branchen und thematisierten konkret deren spezielle Bedürfnisse, aber auch ihre Ängste vor dem digitalen Wandel. Gleichzeitig wurde die Ideenfindung zur Reform des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes und des Urhebervertragsrechts durch die PIRATEN viel stärker als von allen anderen politischen Wettbewerbern vorangetrieben.

Bereits in den Urheberrechtsdialogen wurde die GEMA-Tarifreform für die öffentliche Wiedergabe (Clubs, Musikkneipen, Stadtfeste) kritisiert. Ebenso zeichneten sich die PIRATEN im Gegensatz zu den Mitbewerbern durch eine differenzierte Kritik an der GEMA und den anderen Verwertungsgesellschaften hinsichtlich Transparenz, Verteilungsgerechtigkeit und GEMA-Vermutung aus. Neben einer von den PIRATEN mitgetragenen, erfolgreichen Petition wurden die bundesweiten Demonstrationen von ihnen zum großen Teil mitorganisiert. Der Erfolg einer Aussetzung bis zum Jahr 2014 ist somit auch ein Erfolg für die Piratenpartei Deutschland.

Auch in 2013 wird die Anpassung an den digitalen Wandel eines der wichtigsten Themen für die Piratenpartei Deutschland sein. Die revolutionäre und rasende Vernetzung unserer Welt produziert in allen Bereichen eine Demokratisierung. Sie macht mehr Menschen denn je zu Kreativen, zu Produktiven und zu Aktiven aus eigenem Antrieb und stellt gleichermaßen grundlegende Fragen an ein Urheberrecht, das noch nicht den Sprung in die Informationsgesellschaft geschafft hat. Hier werden die PIRATEN weiterhin die etablierten Strukturen hinterfragen.

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Kommentare

15 Kommentare zu Rückblick: Erfolge beim Urheberrecht dank starker Impulse von den PIRATEN

  1. Stephan Fleischhauer schrieb am

    „unglaublich viel“

    Ihr habt auf jeden Fall ein gesundes Selbstbewusstsein.

    „Die revolutionäre und rasende Vernetzung unserer Welt“

    Und ihr habt keine falsche Scheu vor leidenschaftlichen Bekenntnissen.

    Das ist doch mal ein richtungweisender Kommunikationsstil.

  2. Mike schrieb am

    Hallo, Super gemacht meine Freunde! jetz müsst ihr die Gema und GLV noch ganz in die Kniee zwingen, denn so nen Schrottverein brauchen wir nicht mehr!! dann mach ma nen neuen verein auf der „Legalen Geldeintreiber e.V.“ hört sich doch viel besser an! ;) oder zu mindest eine senkung der kosten für die kleine -60% und die Großen bekommen keine erhöhungen und sonderzuschläge!!! dann ist das noch in Ordnung , so wie Kindergarten& Co. soll wider Gema befreit werden, denn des ist eine Freicheit hoch 3 !!! in diesem Sinne Guten Rutsch ins Jahr 2013 auf ein Neues !!!

  3. G. Kappmann schrieb am

    Rechte, die die Piraten der „Contentindustrie“ wegnehmen wollen, betreffen in Wirklichkeit Künstler, schöpferisch tätige Menschen aus Fleisch und Blut mit Kindern und Familien. Aber die eignen sich dummerweise nicht so gut für ein Feindbild, wie eine vermeintlich ausbeuterische Industrie. Wahrscheinlich greift langsam Panik ob der katastrophalen Umfragewerte und man versucht, die Wählerschaft wieder mit der Aussicht auf kostenlose Benutzung der Werke anderer Menschen zu ködern! Das wird nicht klappen!

    • Karsvo schrieb am

      “ mit Kindern und Familien“

      Bitte nicht die Kinder für politische Zwecke instrumentalisieren.

      • G. Kappmann schrieb am

        Ich kann´s Dir nicht ersparen, auch wenn es Dir nicht gefällt – das gehört zur Wahrheit und hat doch mit „Instrumentalisierung“ nichts zu tun, eher mit einer „Entanonymisierung“!
        Man kann besser hassen, was kein „Gesicht“ hat und was sozusagen „entmenschlicht“ wird.
        Die “Contentindustrie” beschimpft man eben leichter als kreative Menschen aus Fleisch und Blut!

        • Karsvo schrieb am

          „Ich kann´s Dir nicht ersparen, auch wenn es Dir nicht gefällt – das gehört zur Wahrheit“

          Ich ich werde Ihnen nicht ersparen, darauf hnzuweisen, daß hier instrumentalisiert wird. Wir müssen uns viel zu oft anhören, daß Menschen nur „helfen“ wollen aber tatsächlich ihre eigenen Interessen verfolgen.

          „Man kann besser hassen, was kein “Gesicht” hat.“

          Hassen? Also die Piratenpartei-Anhänger hassen und die politischen Gegener wollen nur den Kindern helfen? Ihre ergänzenden Anmerkungen bestätigen meine Einschätzung.

        • Karsvo schrieb am

          „Die “Contentindustrie” beschimpft man eben leichter als kreative Menschen aus Fleisch und Blut!“

          Nach meinem Kenntnisstand beschimpft die Piratenpartei weder Contentindustrie noch Menschen noch Kinder. Aber die Piratenpartei kritisiert den Einfluß von Lobbyisten der Contentindustrie auf die Politik. Aber daß die Contentindustrie es jetzt sogar nötig hat, sich hinter Kindern zu verstecken. Ich glaube, daß derart dick aufgetragende Propaganda nach hinten losgehen wird.

          • G. Kappmann schrieb am

            Ich gehöre weder der „Contentindustrie“ an, noch bin ich Lobbyist derselben, noch will ich „Kindern helfen“. Ich weise nur darauf hin, das hinter der Arbeit der Künstler – die als „Contentindustrie“ diffamiert wird – Menschen stehen, die Familie und Kinder haben.
            Ich bin ein kreativer, freiberuflicher Künstler (professionell) und sehe einfach, dass uns Kreativen das Wasser abgegraben werden soll. Das Versprechen auf kostenlose Benutzung der Werke Anderer ist doch der ganze Trick und Hauptinhalt der Piratenpartei. Man sehe sich nur die Historie der P. an, die in Schweden als Internetseite für illegale Downloads und gekrackte Software gestartet ist (The Pirate Bay).
            Das sagt eigentlich alles – auch über die Perspektiven der P., die in Schweden keine ernstzunehmende Rolle mehr spielt!

            • Karsvo schrieb am

              „Ich gehöre weder der “Contentindustrie” an, noch bin ich Lobbyist derselben, noch will ich “Kindern helfen”.“

              Aber Sie haben die typischen Propagand-Phrasen bemüht. Wieso wissen Sie natürlich besser als ich.

              „Ich weise nur darauf hin, das hinter der Arbeit der Künstler – die als “Contentindustrie” diffamiert wird –“

              Wer diffamiert hier? Die Piratenpartei, die die Contentindustrie und ihren Einfluß auf die Politik kritisiert oder jemand, der falsche Behautungen aufstellt? Ich bitte Sie, eine Quelle anzugeben, wo die Piratenpartei Künstler mit Contentindustrie gleichsetzt.

              „Ich bin ein kreativer, freiberuflicher Künstler (professionell) und sehe einfach, dass uns Kreativen das Wasser abgegraben werden soll.“

              Warum bleiben Sie dann so abstrakt? So vergeben Sie selbst die Chance, konstruktive Vorschläge im Entscheidungsprozess einzubringen. Falsche „Hassen“-, „Beschimpfen“-, „Diffamiert“-Behauptungen sind da im Gegenteil kontraproduktiv. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel, was die Piratenpartei kritisiert:

              golem.de/news/
              70-statt-50-jahre-bundesregierung-verabschiedet-
              schutzfristverlaengerung-1210-95442.html

              „Die Verlängerung der Schutzdauer soll für Aufzeichnungen gelten, deren Schutzdauer am 1. November 2013 noch nicht erloschen ist und die nach dem 1. November 2013 entstehen.“

              Ja richtig: Die Verlängerung findet rückwirkend statt. Das ist ein: Geschenk. Ja auch an die Kinder. Nur, daß die schon im Rentenalter sein dürften und ihre Eltern beerbt haben. Aber nein: Wenn jemand seine Verwertungsrechte an die Contentindustrie verkauft hat, so hat die Contentindustrie damit nachträglich zu wenig bezahlt (für 50 Jahre Nutzung statt für 70 Jahre). Müheloser kann man sein Geld ja wohl nicht „verdienen“. Dieses Gesetz wurde nicht für die Künstler und deren Kinder gemacht sondern für die: Contentindustrie.

            • Karsvo schrieb am

              Um die Begriffe klar abzugrenzen: Die Künstler sind die Urheber während die Contentindustrie (Disney, Warner, Sony, …) typischerweise die Verwertungsrechte vermarktet. Diese Begriffe werden nach meiner Erfahrung genau so von der Piratenpartei verwendet/unterschieden und eben nicht gleichgesetzt.

  4. bernd schrieb am

    Piraten hatten und es ist einfach“ dein Arsch gegen mein Arsch“ konsequent durchgezogen.
    Diese Partei verstehe ich erst weil ein Vorstand nicht in der Lage ist „Krümmel zu lesen „!
    Vieles wird gehört aber nicht verstanden, nichts wird gehört aber verstanden. Eine Partei der Sinnlosigkeit mit Programm.?“Oder
    Ich bin Wähler einer Partei und suche nach meinem Ermessen meinen Präsidenten. Bei einer Erhöhung des Ehrensolls habe ich mehr als ein Problem. Nach Kanzler Schmidt gab es in Richtung Neoliberalismus keine Kontrolle mehr.
    Die Folge ist der letzte Armutsbericht vom 20 12 2012.Demnach sollte die Welt untergehen.
    Eine neue Zeit Rechnung und Berichtigung bis zur Katastrophe ist angebrochen. Für immer mehr Menschen gibt es weniger Arbeit. Der Rückschritt stellt sich zum überleben im Fortschritt dar aber nur zur Gleichheit.

    Viel Spaß mit Spastiker die uns eines besseren belehren versuchen.

    Der Freund
    b. Mahler

  5. Martin Selke schrieb am

    Ich sehe ein, dass es schwierig ist, dieses Thema neutral zu diskutieren, solange das in dieser Schwarz-Weiß-Gestaltung ausgetragen wird. Fakt ist, dass dieses Segment unserer Gesellschaft dringend reformiert gehört, weil die aktuelle Rechtslage, den Gegebenheiten im eigentlichen Wortsinne nicht mehr gerecht wird. Für mich ist der freie Download für alle auch nicht die Lösung. Ich bin selber Künstler und brauche die entstehenden Einnahmen, um Mittel für neuen kreativen Output zu haben (CD, eRelease, Cover, Studiokosten, Banner, Flyer… Ja, das kostet alles ordentlich.). ABER: Das bestehende System macht es kleineren Kunst- und Musikschaffenden äußerst schwer, sich selbst zu tragen, da das System eher nach oben verteilt. Auch kleinere Clubs können da ein Lied von singen (das hoffentlich nicht GEMA gelistet ist). Mein Fazit: Diese Initiative macht in großen Teilen Sinn und sollte am Besten erst gelesen werden, bevor man sich um die Familie Sorgen macht.

  6. Henrichs, Jörg schrieb am

    Sind die Forderungen der Piratenpartei hinsichtlich Urheberrecht ein schlechter Politikstil, sind es Träumereien oder schlicht und errgreifend nur dummes Gerede? Es sollte allen klar sein, dass das Übernehmen von Gedankengut ( wie jetzt z. B. bei den Wahlplakaten ) irgendwann zu einer Verarmung von neuen Ideen, fehlenden Innovationen in allen Bereichen führen wird. Wer soll dann noch komponieren, Bücher schreiben,
    Problemlösungen suchen, Erfindungen machen, wenn der Lebensunterhalt damit nicht mehr gewährleistet ist!
    Wenn dann solche Intelligenz ausstirbt, von wem wollen dann die Piraten noch „kopieren“? Von selbst werden die Piraten alle diese wichtigen Dinge nicht liefern können! Denn > wer solche Ideen probagiert, kann nicht ausreichend mit genügend Intelligenz ausgestattet sein. Dann wollen die Piraten Verantwortung für die Bevölkerung übernehmen? Hoffentlich lassen sich die Wähler nicht für dumm verkafufen!!!!!!

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