Sicherheitswahn der DFL – das Ende der Fußballkultur – DFL tritt Interessen von Fußballfans mit Füßen

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei bedauert die heutige Entscheidung der DFL-Mitgliederversammlung, Ganzkörperkontrollen, kollektive Bestrafungen von Fangruppen und eine weitreichende Datenweitergabe von Polizei an Vereine einzuführen. Die Vereine beschließen diese Maßnahmen, die die Bürgerrechte von Stadionbesuchern massiv beeinträchtigen, trotz großer, rechtlicher Bedenken und bundesweiter Proteste der Fans. Leider konnten sich die Vereine nicht dazu durchringen, auf Dialog mit den Betroffenen zu setzen.

»Die heutige Entscheidung ist gerade im Licht der eindrucksvollen Fanproteste der letzten Spieltage mehr als bedauerlich«,

sagt Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

»Hier wurden Maßnahmen beschlossen, die nicht nur größtenteils rechtswidrig sind, sondern deren Wirksamkeit schlicht nicht nachgewiesen ist.«

In den letzten Tagen sind starke Zweifel an der Wirksamkeit und Durchsetzbarkeit der geplanten Maßnahmen aufgekommen, die jedoch nicht gehört wurden

»Dass die Zahlen, auf deren Basis die Innenminister der Länder die neuen Maßnahmen gefordert haben, keine Aussagekraft haben, ist hinlänglich bekannt«,

sagt Konstanze Dobberke, Hertha BSC-Fan und Pressesprecherin der Piratenpartei Marzahn-Hellersdorf.

»Es ist äußerst bedenklich, dass sich hier Populismus gegenüber sachlichen Betrachtungsweisen durchgesetzt hat.«

Die PIRATEN wollen die gemäßigten Kräfte innerhalb der Fanszenen stärken und werden den mit den regelmäßigen Fanhearings im Landtag Nordrhein-Westfalen eingeschlagenen Weg fortsetzen und demnächst auch in Berlin direkt mit den betroffenen Fans sprechen.

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Kommentare

12 Kommentare zu Sicherheitswahn der DFL – das Ende der Fußballkultur – DFL tritt Interessen von Fußballfans mit Füßen

  1. SteffenO schrieb am

    Häh?
    Alles böse beim DFB? Wo bleibt die andere Seite der Geschichte? Illegale Pyrotechnik.? Grundsätzlich Sachbeschädigungen und Körperverletzungen an der Tagesordnung weil ein Teil der „Fans“ ihre ganzen Aggressionen mitbringen.? Dreistellige Millionenbeträge für die Polizeieinsätze, die der Steuerzahler aufbringen muss.?
    Solange die Gewaltprobleme weiterbestehen, müssen die Fans auch damit leben, das sie mehr kontrolliert werden. Bei Konzerten ist das längst Gang und Gebe und da beschwert sich keiner.

    • Hans-Dieter schrieb am

      Diese „Polizeieinsätze“ sind tatsächlich Bürgerkriegsübungen, die kannst du mit den Einsätzen bei Konzerten gar nicht vergleichen.
      Es hat auch einen Grund, warum der Bundeswehreinsatz im Inneren legalisiert wurde.

      Lies dir doch mal durch, was die Fan-Vertreter zum Gewaltproblem sagen.
      Man muss immer beide Seite anhören.

    • Christian Nissen schrieb am

      Hallo Steffen,

      die andere Seite der Geschichte ist, dass die andere Seite der Geschichte keine Einschränkung der Grundrechte rechtfertigt.

      Illegale Pyrotechnik => ist wenn überhaupt ne Ordnungswidrigkeit, das Problem ließe sich lösen, wenn der DFB / die DFL nicht jedem konstruktiven Dialog aus dem Weg gehen würde
      Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, etc… => gibt es in Stadien nicht. Stadionbesuche sind statisch sicherer als ein Weihnachtsmarktbesuch
      Polizeikosten => 1. rechne da mal die Steuereinnahmen die der Fußball in Deutschland generiert gegen, 2. ließen sich diese auch durch Deeskalationsstrategien senken, die bereits in den später 90ger Jahren gut funktioniert haben senken

      Ich empfehle dir einfach mal folgende Seite:
      https://www.ich-fuehl-mich-sicher.de/ und die Quellen die in der PM verlinkt sind.

  2. axrudolph@gmx.de schrieb am

    Dass ist doch nicht ernst gemeint, oder? „Ende der Fussballkultur“ – in welcher Phantasiewelt wird denn hier gelebt. Eine Positionierung gegen jede Form von Gewalt ist ja wohl mehr als berechtigt.

  3. Gotrek schrieb am

    Woher stammt der Unsinn (Ganzkörperkontrollen, kollektive Bestrafungen von Fangruppen und eine weitreichende Datenweitergabe von Polizei an Vereine einzuführen.) die 16 Punkte wurden überhaupt noch nicht veröffentlicht.

  4. Karsvo schrieb am

    Nach der Anzahl der Kommentare zu schließen scheint das Interesse an der Piratenpartei ja gegen Null zu gehen. Oder hat es andere Gründe? Es „fehlen“ z.B. unter Presse/Pressemeldungen zwei Artikel vom 7. und 11.12. Mein Hinweis darauf mit Angabe der Links wurde hier rauszensiert. Was geht denn hier vor?

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