Basisdemokratie am Beispiel Island: Und es geht doch!

Bild: Tobias M. Eckrich

Heute entscheiden die Bürger Islands in einem Referendum, ob ihre künftige Verfassung auf Vorschlägen basieren soll, die basisdemokratisch entstanden sind. Dieses Weltnovum wird von der Piratenpartei Deutschland aufmerksam verfolgt.

»Das ist historisch! Ein Volk gibt sich unter unseren Augen eine Verfassung. Die Erfahrungen, die die Isländer machen, erlauben Rückschlüsse von großer Reichweite für die Zukunft der Europäischen Union«, erklärt Gilles Bordelais, Sprecher der parteiinternen Arbeitsgruppe Europa, zur Bedeutung dieses Ereignisses.

Der Verfassungsentwurf, der vom isländischen Verfassungskonvent am 29. Juli 2011 vorgelegt wurde, entstand unter Einbeziehung der Bevölkerung und Verwendung von Crowdsourcing, einer kollaborativen Zuarbeit von interessierten Bürgern über das Internet. Die Vorschläge des Konvents wurden auf einer Webseite gepostet und Kommentare über die eigene Facebook-Seite gesammelt. Mitglieder des Konvents kommunizierten per Twitter (Kurznachrichten), YouTube (Videos) und Flickr (Fotos).

»Für Piraten ist das ein politischer Traum. Die Isländer beweisen der Welt, dass Basisdemokratie funktioniert. Unsere Forderungen nach mehr Teilhabe und Anpassung der demokratischen Prozesse an die digitale Welt sind umsetzbar«, so Johannes Ponader, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei.

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Kommentare

7 Kommentare zu Basisdemokratie am Beispiel Island: Und es geht doch!

  1. Mapcoder schrieb am

    Dass Facebook-Nutzer sogar Vorzugsbehandlung im politischen Prozess bekommen, ist eher ein Alptraum.

      • Jacky Neiwel schrieb am

        Island wurde von Hedge-Fonds ausgeblutet die sich Geld zu niedrigen Zinsen in Japan geliehen und in Island hochverzinst in Tagesgeld/Festgeld oder ähnlichen konservativen Anlageformen gesteckt haben. Hedge-Fonds rettet niemand, ich kenne nicht einen Fall, wo ein reiner Hedge-Fonds staatlich gerettet wurde und mit Zockerei hatte das auch wenig zu tun.

        Unsere Finanzkrise basiert auch nicht auf Börsenzockereien sondern auf dem Immobilienrausch in den USA.

  2. Jochen Lobnig schrieb am

    Was nuitzt uns Piraten die Basisdemokratie, wenn aus unseren Reihen basisdemokratische Entscheidungen und Meinungen sofort wieder torpediert werden? Diejenigen nennen das dann Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt. Darüber sollte zunächst viel mehr nachgedacht werden.

  3. MaWo schrieb am

    Wer suchet der findet; das war der Link bezügl. der handelnden Isländer. Im Gegensatz zu Deutschland kneift die IS-Justiz weder vor der wirtschaftlichen noch vor der politischen Macht. Alleine das Letztere wäre dringend zur Nachahmung empfohlen (in diesem unserem Lande):
    http://www.wissensmanufaktur.net/island

    • Anonymous schrieb am

      „Fehlende“ Feigheit scheint ein Charakteristikum sämtlicher skandinavischen Staaten zu sein. Auch darin unterschieden sich übrigens die Nazis von ihren (angeblichen) nordgermanischen Vorbildern.

  4. takomitom schrieb am

    Wichtig Weitermachen und sich nicht Personalisieren lassen ,die Bürokratischen Vorgänge beamten Überlassen Politiker müssen frei von Bürokratiezwängen werden deshalb sollte jeder Politiker einen Beamten für die Parlamentsbürokratie(Terminpolitik) beigestellt Bekommen.DasTrennen von Langwieriger Zeitraubender Parlamentsbürokratie sollte man Beamten Überlassen damit die Politiker der Piraten Politik verständlich machen können die Umsetzung sollen Bürokraten Erledigen.

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