„Maßlose Gier und mangelnder Respekt vor der Clubszene“ – PIRATEN gehen erneut gegen GEMA-Tarifreform auf die Straße

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland beteiligt sich an den erneuten bundesweiten Protesten gegen die GEMA-Tarifreform. Geplant sind am 6. September Großdemonstrationen in vielen deutschen Städten, u. a. Berlin, München, Nürnberg, Dortmund, Frankfurt, Dresden, Erfurt und Stuttgart.

Die Tarifreform der GEMA soll zum 1. April 2013 in Kraft treten. Sie sieht statt der bisher elf nur noch zwei Tarife vor – abhängig davon, ob die Musik live oder von einem Tonträger gespielt wird. Verlangt wird der Einheitspreis von zehn Prozent der Eintrittsgelder. Viele Diskotheken, Musikkneipen, Stadtfeste, Tanzschulen, Vereine und traditionelle Feste werden aufgrund der steigenden finanziellen Belastungen vor dem Ruin stehen. In besonderem Maße gefährdet sind alternative Veranstaltungskonzepte, die zur kulturellen Vielfalt unserer Gesellschaft beitragen.

»Die GEMA demonstriert mit dieser Tarifreform maßlose Gier und mangelnden Respekt vor der gerade für musikalische Urheber so wichtigen Clubszene. Tariferhöhungen von mehr als 1000 Prozent bedeuten in der letzten Konsequenz nicht nur das Ende für eine lebendige Musikkultur, sondern auch den Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen«,

kritisiert der Bundesbeauftragte für das Urheberrecht der Piratenpartei Deutschland, Bruno Kramm.

»Die eingenommenen Gelder aus Diskotheken werden zudem nur teilweise den Urhebern zugeführt, denen sie zustehen. Der größte Teil landet in den Töpfen von Musikverlagen und privilegierten Mitgliedern. Die Verteilungsgerechtigkeit der GEMA spottet jeder Beschreibung. Die Strukturen sind verfilzt und vollkommen intransparent«,

so Kramm weiter.

Die Piratenpartei hatte bereits in der Vergangenheit in Gesprächen mit der GEMA auf die Missstände der Tarifreform, die fehlende Verteilungsgerechtigkeit und die mangelnde Anpassung an die Gegebenheiten der digitalen Märkte hingewiesen. Bereits im Juli unterstützte die Piratenpartei aktiv eine Demonstration gegen die Reformen, die gleichzeitig mit der von der Öffentlichkeit abgeschirmten Mitgliederversammlung der Verwertungsgesellschaft in Berlin stattfand.

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

9 Kommentare zu „Maßlose Gier und mangelnder Respekt vor der Clubszene“ – PIRATEN gehen erneut gegen GEMA-Tarifreform auf die Straße

  1. Jim Becker schrieb am

    Ich finde es toll das Ihr euch gegen die Ungerechtigkeit der GEMA-Tarifreform zur Wehr setzt; auch meine Freunde und ich setzen uns gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr; googelt mal:
    „Probleme in Deutschland, die gelöst werden müssen“
    Dann wisst Ihr was ich meine.

  2. Karsvo schrieb am

    URSACHE UND WIRKUNG

    Wie bereits zur Pressemitteilung zum Anti-Korruptionsgesetz vom 02.09. angemerkt: Ich halte es für zielführend auch das “Anti-Korruptionsgesetz” bei den geplanten GEMA-Reform-Demonstrationen zu thematisieren: Denn das eine ist die URSACHE und das andere die WIRKUNG. Erst wenn man sich auch tatkräftig mit der Ursache auseinandersetzt, kann man die Wirkung NACHHALTIG ändern. Sonst beschäftigt man sich nur mit den Symptomen …

    • Karlernst schrieb am

      Absolut richtig! Der Lobbyismus und die fehlende Transparenz bei den Nebeneinkünften der Abgeordneten sollten das Hauptziel der Protestaktivitäten sein: SOPA, PIPA, ACTA, GEMA …….usw…. sid alles nur Auswirkungen!

  3. Ans schrieb am

    Die GEMA schlägt zurück: http://pastebin.com/tmKadRDh
    * rechtliches Vorgehen der GEMA dagegen ist – auch wenn von den Organisatoren vielfach mit falschen und polemischen Behauptungen gearbeitet wird – aufgrund des grundgesetzlich gewährleisteten Versammlungsrechts nicht möglich
    * lancierte Medienberichte im Vorfeld der Demos
    * erweitertes Backup-Team, das schnell und schlagkräftig posts und tweets kommentiert und die Diskussion rund um die Demo sachlich steuert
    * da unsere Datenbank aktuell leider nur rund 33.000 E-Mail-Adressen umfasst, bitte ich Sie, diese Email und dieses Fact sheet an all jene weiterzuleiten, die diese Informationen womöglich nicht erreicht haben.

    Zum letzten Punkt: Bitteschön, liebe GEMA

    Geleakter Arguliner der GEMA: http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/a/a7/GEMALineasierung.pdf

  4. Gisela Mehl schrieb am

    Wer und was ist die GEMA und wer hat dieses Zentralmonster mit soviel Macht ausgestattet. Meines Wissens ist diese Zentralmacht unter Vorgängern erst unter den NAZIS in den 30ern eingerichtet worden, auch um jüdische und missliebige Künstler auszusperren. Sie hat den Zusammenbruch des deutschen Faschismus gut überstanden, selbst der Vorstand konnte kontinuierlich wohl weiter arbeiten. Um zu erfahren was ist, sollten wir vielleicht mal deutlich nachfragen, warum etwas so ist und wie es entstand. Vor der Zentralisierung der Verwertungs- und Aufführungsrechte wurden diese Rechte genossenschaftlich von den Künstlern gesichert. Warum soll das so heute nicht wieder eingeführt werden können, dann hätte die künstlerische Basis eine wichtigere Stimme.

  5. Philipp Grashoff schrieb am

    Wo findet die Anti – Gema – Demo in Dortmund morgen statt?

  6. Gerold Hofheinz schrieb am

    Kann heute leider an der Demo nicht teilnehmen. Ich möchte jedoch hierdurch Euch meine Solidarität mitteilen. Macht weiter und bleibt am Ball.

  7. silver account schrieb am

    Eine Anfrage an das Bundesjustizministerium hat ergeben, dass bei der Korruptionsbekämpfung in Deutschland bisher keine Fortschritte gemacht wurden.

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: