25 Jahre müssen den Verwertern reichen – PIRATEN lehnen Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen auf 70 Jahre ab

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland lehnt den vom Justizministerium vorgelegten Referentenentwurf zur Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen ab. Laut Entwurf sollen die Schutzfristen von derzeit 50 um weitere 20 auf 70 Jahre angehoben werden.

»Dieser Entwurf ist ein enormer Rückschritt und wird der modernen digitalen Gesellschaft nicht gerecht. Da die meisten Werke den Höhepunkt der Auswertung innerhalb der ersten vier bis acht Jahre erreichen, gibt es gar keinen Grund, die Schutzfristen für aufgenommene Werke auszudehnen, die so nur den Verwertern nutzen«, so der Bundesbeauftragte für Urheberrecht, Bruno Kramm.

Mit dem jetzt vorliegenden Referentenentwurf soll eine EU-Richtlinie umgesetzt werden. Diese sah ursprünglich sogar eine Ausweitung auf 95 Jahre vor.

Die Piratenpartei Deutschland fordert eine umfassende Neuordnung des Urheberrechts, darunter einen Rückfall der Rechte an Aufnahmen an die Urheber und ausübenden Künstler spätestens 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung.

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Kommentare

4 Kommentare zu 25 Jahre müssen den Verwertern reichen – PIRATEN lehnen Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen auf 70 Jahre ab

  1. Baharry schrieb am

    Die Überschrift ist für die Selbstdarstellung suboptimal, einfach nur schlecht und führt in die falsche Richtung.

    Der letzte Satz „Die Piratenpartei Deutschland fordert eine umfassende Neuordnung des Urheberrechts, darunter einen Rückfall der Rechte an Aufnahmen an die Urheber und ausübenden Künstler spätestens 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung“ sollte die Botschaft sein und damit auch Headline.

    • Karsvo schrieb am

      AGIEREN STATT REAGIEREN

      Das sehe ich auch so: Zahlreiche Pressemitteilungen der Piraten richten sich GEGEN etwas. Das wirkt nicht nur destruktiv sondern vor allem passiv. Bei einem Kernthema wie dem Urheberrrecht sollte es das Ziel sein, daß sich die Konkurrenz mit den Vorschlägen der Piratenpartei beschäftigen muß und nicht umgekehrt.

      • Reiner Zunder schrieb am

        Hallo Beharry und Karsvo,
        Eure Kommentare möchte ich dick unterstreichen.. Aber sie verweisen auf ein Dilemma: Woher soll der Vorstand seine Positionen zum Agieren nehmen, wenn Dinge passieren, zu denen noch keine Parteimeinung via LQFB gesammelt wurde. Der Bundesbernd wagt keine eigene Meinung, er koordiniert lediglich, wie er selbst sagt. Sein Auftritt in der Diskussion mit der Kipping von den LINKEN hat das deutlich gezeigt. Grundsätzlich müssen Piraten schnell sein, agieren und nicht nur gegen irgendwas sein, sondern positiv Lösungen für Probleme vorschlagen. Aber das verlangt eine Menge von einem im Grunde unbezahlten Freizeitvorstand. Wenn Bernd aus der Leber-Kaserne nach Hause kommt, bleibt nicht so viel Zeit, um dem politischen Gegner Paroli zu bieten. Und die Pressesprecherin muss wahrscheinlich auch noch einen Nebenjob machen, denn mit 400€ kommt man in der Regel nicht weit.

  2. Karsvo schrieb am

    HINTERLISTIG UND UNTREU

    Vielen Dank für die Quellenangabe. Der Entwurf bestätigt mal wieder, was man sowieso erwartet:

    Seite 1: „C. Alternativen
    KEINE. Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Umsetzung.“

    Wieder einmal soll der Bundestag eine ANWEISUNG („Direktive“) der EU-Kommissare umsetzen. Also 1. Abgeordnete, die gem. Grundgesetz NICHT an Anweisungen gebunden sind sollen Anweisungen umsetzen und zwar 2. „alternativlos“. Eine Lektion, wie man mit Bande „Europa“ eine „alternativlose“ Situation konstruiert und so das Grundgesetz umgeht. Soetwas bewerte ich als HINTERLISTIG.

    Seite 14: „Die Schutzdauer für Musikkompositionen mit Text wird sich für eine nicht bezifferbare Anzahl von entsprechenden Werken verlängern. Folglich stehen dem Urheber von Komposition oder Text die daraus erwachsenden Rechte und Ansprüche auch während der verlängerten Schutzdauer zu.“

    Und ertappt: Das Gesetz soll also die Schutzdauer nicht etwa nur für zukünftige Tonaufnahmen verlängern sondern auch RÜCKWIRKEND bereits bestehende. Dies bedeutet, daß NACHTRÄGLICH der Wert eines Schutzrechtes erhöht wird. Dieses Gesetz ist also ein GESCHENK an diejenigen, welche solche Schutzrechte erworben haben. Soetas bewerte ich als UNTREU gegenüber der Bevölkerung.

    Deshalb: Piraten wählen.

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