Bernd Schlömer und Katja Kipping im Gespräch – Treffen der Vorsitzenden der PIRATEN und der LINKEN.

Bild: Tobias M. Eckrich

Unter dem Motto »Update oder neues Betriebssystem? Die Vorsitzenden der LINKEN, Katja Kipping, und der PIRATEN, Bernd Schlömer, im Gespräch« wird ein allgemeiner Meinungsaustausch zwischen den beiden Parteien stattfinden. Die Moderation des Gesprächs wird Jakob Augstein übernehmen.

»Ich freue mich auf eine konstruktive Auseinandersetzung, in der sowohl Gemeinsamkeiten als auch gegensätzliche Standpunkte erörtert und aufgezeigt werden«, so Bernd Schlömer, Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Das Gespräch findet am 2. August 2012 um 19 Uhr im Pfefferberg im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg statt. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein können, wird eine Online-Videoübertragung (Livestream) des Gesprächs angeboten werden.

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Kommentare

66 Kommentare zu Bernd Schlömer und Katja Kipping im Gespräch – Treffen der Vorsitzenden der PIRATEN und der LINKEN.

  1. Rock Water schrieb am

    zeichnet das bitte auch auf, so das man sich das dann später ansehen kann.

  2. @thecitizen_de schrieb am

    Volle Zustimmung zu Rock Water:

    Zu einer coolen Veranstaltung gehört neben dem Livestreaming auch immer eine danach frei verfügbare Aufzeichnung dieses Streams dazu. Und beides dann natürlich auch in der Ankündigung angekündigt :)

  3. Terraner schrieb am

    Sehr gut sicher werden einige Gemeinsahmkeiten gefunden für die es sich lohnen wird zusammen zu arbeiten.

  4. Martin Schwarz schrieb am

    Um Himmels Willen….bloß jetzt nicht nach Links rücken. Eine Piratenpartei die sozial-liberal Denken und Handeln sollte, darf absolut nichts von den Linken annehmen oder erwarten…

    • bjoernMaHe schrieb am

      Sich zu unterhalten ist doch kein „Rücken nach …“ Im Übrigen dürfte die Formulierung der eigenen Eingruppierung im Parteiengefüge doch eindeutig sein, oder?

    • anonymous schrieb am

      der witz an ihrem kommentar ist, dass die linkspartei selbst in vielen fragen sozialliberal ist.
      auch hier hat sich die forderung nach persönlichen bürgerrechten auf der gesellschaftlichen skala des politischen kompasses durchgesetzt, während man ökonomisch für die regulierung der finanzmärkte eintritt, die – falls du es trotz gelegentlicher erwähnung sogar in den massenmedien noch nicht gemerkt hast – ein diktat aufrechterhalten.

      sozialliberal ist ein synonym für linksliberal.
      du sagst jetzt: linksliberale sollen nicht links werden?

      das hat spd-niveau: „wir sind sozial, aber nicht sozialistisch!“ oder noch besser „wir sind sozialdemokratisch, aber nicht demokratisch-links“

      habe das gefühl, alle begriffe, in denen „links“ oder „-istisch“ vorkommen, müssen neutralisiert werden, während synonyme auf einmal unterschiedliche bedeutungen bekommen, nur damit man „nicht als links gilt“.
      eine art neusprech quasi – furchtbar. alles muss mitte sein (und die mitte scheint für einige ziemlich weit rechts zu liegen).
      statt dass es einfach gesellschaftlich anerkannt ist, zu sagen: ich bin sozialist.

      • Anarcho-Kommunist schrieb am

        Nun gut, mein Name respektive Pseudonym impliziert ja beinahe schon die Zustimmung zu Ihrem Kommentar, aber auch abseits meiner politisch-philosophischen Ausrichtung (sozusagen – denn wirklich vollkommen abseits meiner politischen Selbst kann ich kaum kommentieren) finde ich Ihren Kommentar nur allzu wunderbar! Sie räumen auf mit Klischee-Fusseln, die an politischen Begriffen, insbesondere den linken, haften, und setzen sich kritisch-analytisch-definierend mit diesen Begriffen auseinander. Machen leider sehr wenige; umso schöner, dass Sie es tun.

        Piratige Grüße

  5. H.Richter schrieb am

    Die Piraten sollten endlich gegen den ESM protestieren. Wenn die ganzen Rettungspaket um die Ohren fliegen, ist ohnehin kein Geld mehr vorhanden um ein BGE zu finanzieren.

  6. Rechter Jungianer schrieb am

    Manche linke Forderungen sind gut. Der Hartz IV-Satz soll auf 450 € erhöht werden. Finanziert werden kann dies, wenn der ESM abgeschafft wird. Und wenn die ungerechte Vermögensverteilung (10 % besitzen mindestens 67 % des Vermögens) beseitigt wird. Man darf nicht vergessen, dass dies auch von der Partei ÖDP gefordert wird. Daher sollten die Piraten sich nicht nur nach links wenden.

    • anonymous schrieb am

      gibt es einen grund dafür, dass du hier gleich zweimal was postest?

      ist der sinn speziell dieses kommentars eigentlich nur, die ödp zu loben?

      • Nein, der Sinn ist, einen angemessenen Hartz IV-Satz zu nennen. Und auf die ungerechte Vermögensverteilung hinzuweisen. Nimmt man das Geld in Steueroasen hinzu, sind es sogar mehr als 67 % des Vermögens, das die reichsten 10 % besitzen.

  7. Jacky Neiwel schrieb am

    Alles was dazu beiträgt den Karren schnellst möglich im Dreck zu versenken, kann langfristig für die soziale Gerechtigkeit nur förderlich sein, dementsprechend darf man sich jetzt auch mal mit den Linken oder meinetwegen der Tierschutzpartei unterhalten!!!

  8. Reiner Zunder schrieb am

    Wir sollten uns überhaupt nicht wenden (Wendehälse), sondern gradlinig unsere Ziele verfolgen. Und wenn es von den Linken Unterstützung gibt, dann gerne.

  9. Es ist u. a. den Linken zu verdanken, dass die verächtlichen neuen €uro-Verträge vorläufig gestoppt wurden. Aber an die Stelle einer kapitalistischen €urokratie darf nicht der Sozialismus treten. Deshalb sollten die Piraten nicht zu einer zweiten linken Partei werden, sondern eine echte Demokratie anstreben (die es zurzeit in Deutschland nicht gibt).

    • anonymous schrieb am

      linke weltanschauung mit polemischen thesen einer „echten demokratie“ entgegenzustellen, ist einfach so typisch für stammtischparolen aus der richtung mitte-konservativ, während unser sozialstaat immer mehr abgebaut wird.
      auf dem papier steht, wir würden in einer sozialen marktwirtschaft leben – nicht in einer freien (die realität sieht natürlich anders aus). das ist der „dritte weg“, der kapitalismus und sozialismus vereint. die beobachtung der wirtschaft durch den staat ist also schon im gange und wird als ganz normal angesehen – wie kommt dann dieses gequake hier zustande, das gegen jede art dieses bereits in der politischen mitte angekommenen staatl. ordnungsprinzips gerichtet ist?

      abgesehen davon, dass in solchen kommentaren offenbar jeder begrüßenswerten sozialdemokratischen regung in dieser partei anhand des links-rechts-schemas der ruf des sowjetkommunismus zugeschoben wird, erkläre mal bitte das gerede von wegen „wir aus dem rechten pp-flügel vertreten die ECHTE demokratie – die anderen lügen alle“.

      in ihrem parteiprogramm bekennt sich die linkspartei klar zum demokratischen sozialismus (und nimmt dabei die stelle der spd ein, die sich dafür in den cdu-fdp-grüne-spd-einheitsparteienbrei eingereiht und mit dem wörtchen „sozial“ außer dem namen nichts mehr am hut hat). die linke richtung ist (grob) die kollektivistische. dieses denkkonzept ist der demokratie wohl am meisten verwandt. traditionell wird neben sozialen rechten (was auch in die liberale richtung geht) die demokratisierung der märkte vertreten, in denen eine gefährliche zunahme von privater macht gesehen wird.

      weiter richtung linksextremistisch gibt es nichtmal eine partei (kpd wurde ja vor langer zeit verboten. aber die npd ist ja so sympathisch, die darf bleiben). und da hört man hier ernsthaft den vorwurf gegen den linken flügel, der sei nicht demokratisch?
      immerhin stehen die gegen den esm auf, die piraten bekommen das ja kaum auf die reihe und lassen sich teilweise sogar auf die denkkategorien des ökonomischen mainstreams ein.

      dann bist du andererseits auch noch selbst kritisch gegenüber dem kapitalismus, forderst aber gleichzeitig, dass kein sozialismus an die stelle tritt. ja was denn nun – entscheiden musst du dich!

      • Was ist denn „Sozialismus“ in der Praxis? Das ehemalige Jugoslawien war sozialistisch. Wollen Sie solche Verhältnisse in Deutschland?

        • Grimnir schrieb am

          Wenn man unterstellt, dass es in der Piratenpartei einen rechten und einen linken Flügel gibt, dann muss man feststellen, dass es dem linken Flügel im Laufe der Jahre gelungen ist, durch Anwendung der Salamitaktik den Schwerpunkt der Partei sukzessive nach links zu verschieben. Daher werden „Gespräche“ mit Politikern der Linken von den in der Partei verbliebenen Liberalen und den bereits ausgetretenen sehr kritisch beäugt. Aber zum Glück gibt es mit der Partei der Vernunft inzwischen eine Partei, die die libertäre Idee viel konsequenter vertritt als die Piratenpartei es jemals getan hat. Da es in Deutschland leider eine 5%-Prozent-Hürde gibt, die Neugründungen wie die PDV ausbremst, werden sich aber viele schweren Herzens zwischen der Piratenpartei und der FDP entscheiden müssen.

          Der „Sozialismus“ besteht in Europa leider nicht nur darin, dass es in Deutschland und einigen anderen Ländern soziale Leistungen wie Hartz-IV gibt. Ein Problem ist auch das Geldmonopol der EZB und dem angeschlossenen Kartell aus Privatbanken. Erst wenn dieses Monopol gebrochen ist, ist eine wirkliche freie Marktwirtschaft möglich. Dazu braucht man sich nichtmal den Kopf zu zerbrechen, welches zwischen der Piratenpartei, der FDP und der PDV nun das kleinste Übel ist. Es genügt, zur Schadensbegrenzung privat die „Oliven statt ESM“-Politik (siehe Geldsystempiraten) zu praktizieren und dabei zuzusehen, die die korrupte EU den Euro gegen die Wand fährt.

          Carl-Gustav Jung wird IMHO zu Recht vorgeworfen, dass er sich sehr spät vom Nationalsozialismus distanziert hat. Bezeichnungen wie „Rechter Jungianer“ halte ich daher für wenig geeignet, ideologisch motivierte Vorurteile gegenüber der Jungschen Psychoanalyse abzubauen.

          • Die FDP ist keine Alternative. Und die FDP hat für die verächtlichen neuen €uro-Verträge gestimmt. Warum sprechen Sie nicht von den „Freien Wählern“? Die sind nämlich gegen die €urokratie.

          • anonymous schrieb am

            für dich ist es hier zu links? ernsthaft? schon so eine phobie gegen das soziale – wie kommt das?
            wie kommst du darauf, dass die piratenpartei die libertäre idee vertrete?
            warum freie marktwirtschaft? wir leben DERZEIT in einer sehr deregulierten marktwirtschaft und die „bankenkartelle“ sind die schergen des raubtierkapitalismus.
            geldschöpfung gehört als 5.gewalt in die öffentliche hand. selbst vögel wie die von der pdv und co haben eingesehen, was in den usa 1913 scheif ging, als der privaten fed das tor geöffnet wurde.

            der begriff „freie markwirtschaft“ ist verlockend und irreführend für jeden freiheitlich gesinnten. die freiheit des puren ökonomismus zielt hinaus auf die macht einer im kapitalismus durch ungleichheit bedingten, immer konzentrierteren privaten herrschaft durch eine (einfluss)reiche elite.
            wenn wir vor der macht des staates über die bevölkerung warnen, müssen wir dann nicht auch vor den ökonomischen kräften warnen, die die freiheit des einzelnen ebenso bedrohen?

            vermutlich hast du den wirtschaftsliberalismus aber nie hinterfragt, sondern dir wurde (spätestens mit dem ostblock) eingetrichtert, dass alles linke böse ist, obwohl wir uns in unseren grundwerten dieser gesellschaft darauf berufen.
            die ideale der aufklärung waren letztendlich freiheit, gleichheit und solidarität.
            ob das jetzt eine staatliche diktatur ist oder eine finanzdiktatur, es ist das gleiche prinzip.

            wenn du offengeistig bist, dann magst du vielleicht das hier mal aufmerksam durchlesen – darin ist sehr gut beschrieben, in was für einer chauvinistischen und raubtierkapitalistischen zeit wir leben:
            http://www.heise.de/tp/artikel/37/37354/1.html

            • Grimnir schrieb am

              @anonymous

              Ich habe in der Tat eine Sozialismus-Phobie. Da liegt vielleicht daran, dass ich die ersten 21 Jahre meines Lebens im Sozialimus verbracht habe und feststellen muss, dass der Kapitalismus zwar nicht das Paradies auf Erden, im Vergleich zum Sozialismus aber auf jeden Fall das kleinere Übel ist.

              Bei der Beurteilung „politischer Richtungen“ wie links oder rechts bevorzuge ich zweidimensionale Schemata wie das Nolan-Diagramm oder den Politischen Kompass.

              http://www.politicalcompass.org/germany2005

              Es gibt nicht „die“ libertäre Idee, da jeder Mensch eine andere Meinung hat. Von den Parteien mit realistischen Wahlchancen war aber die Piratenpartei bisher die, die anarchistische und libertäre Ideen am glaubwürdigsten transportiert hat. Mit dem klaren Bekenntnis zur österreichischen Schule hat die PDV aber etwas, das der Piratenpertei noch fehlt: Ein glaubwürdiges wirtschaftspolitisches Konzept. Da sind sogar die Linken mit ihrem demokratischen Sozialismus weiter. Natürlich kann die Piratenpartei versuchen, sich den Linken weiter anzunähern. Sie hinterlässt im libertären Bereich dann allerdings eine Lücke. In diese Lücke stoßen dann Parteien wie die PDV oder die Freien Wähler. (Die FDP kann man in diesem Kontext vermutlich vernachlässigen)

              Ich weiss zwar nicht, was deiner Meinung nach in den USA 1913 schief gegangen ist. Ich weiss aber, dass z.B. das Bretton-Woods-Abkommen gescheitert ist. Dieses System fester Wechselkurse hat die USA in die Lage versetzt, die Kosten des Vietnamkriegs auf die europäischen Verbündeten abzuwälzen ohne dass diese vorher gefragt wurden und so diesen sinnlosen Krieg unnötig verlängert. Um den US-Dollar zu pushen, wurde zu Beginn dieses Abkommens z.B. der private Goldbesitz in den USA verboten, alles nach Fort-Knox geschafft und die Amerikaner erhielten für ihr zwangsweise abgegebenes Gold grüne Scheine. Ich glaube natürlich nicht an eine Wiederkehr des Goldstandards, sehe jedoch Parallelen zur heutigen Zeit. Heute wird z.B. Bargeld teilweise verboten um Giralgeld zu fördern. Man kann das so interpretieren, dass sich damals der Übergang von Metall- zu Papiergeld vollzog und sich heute der Übergang von Papier- zu elektronischem Geld vollzieht. Unabhängig davon, ob man diese Entwicklung nun für wünschenswert hält oder nicht, halte ich ein garantiertes Bankgeheimnis und/oder alternative elektronische Währungen wie z.B. Bitcoins für unverzichtbar. Der Sozialismus der Linken ist vielleicht eine Antwort auf die von dir erwähnte Krise von 1913 gewesen. Einen der schlimmsten geldpolitischen Fehler haben die etablierten Parteien jedoch 2005 begangen, als sie zur „Förderung der Steuerehrlichkeit“ das Bankgeheimnis abgeschafft haben.

              Tilo Sarazzins Meinung teile ich insbesondere deshalb nicht, da er zur Lösung der von ihm angesprochenen „Probleme“ staatliche Zwangsmaßnahmen bei seiner bevorzugten Zielgruppe (den Migranten) befürwortet und damit autoritäre Positionen vertritt.

              • anonymous schrieb am

                wie praktisch – auf den politicalcompass verweise ich auch immer – dort sieht man sehr gut den (neoliberalen) rechtsruck von regierungen und parteien in den letzten jahren. selten leuchtet da linksunten mal ein lichtchen auf.

                “ dass ich die ersten 21 Jahre meines Lebens im Sozialismus verbracht habe“
                bestimmt habe ich das schon 3 mal gesagt, aber du machst dich genauso selbst unglaubwürdig wie die anderen „antisozialisten“.
                es gibt nicht „DEN sozialismus“, genauso wie es (da sagst du es auf einmal selbst) auch nicht „DIE libertäre idee“ gibt.
                was du machst: du fasst gerade aufgrund emotionaler erfahrung mit einem totalitären system alles „linke“ in diesen einen topf zusammen.
                sozialdemokratie ist gleich sowjetischer totalitarismus, kommunismus ist automatisch sowjetischer totalitarismus und libertärer kollektivismus erst recht.
                dass ein demokratischer kollektivismus möglich ist, scheinst du gar nicht verstehen zu wollen. tatsächlich kann man bei einer elitär geführten diktatur kaum mehr von sozialismus sprechen, da hier die macht in die hände des volkes gelegt werden soll (außer bei dem quatsch von wegen diktatur der arbeiterklasse, die sich selbst abschaffen solle).
                in erster linie die öffentliche macht über die finanzmärkte.

                und ja: was wir derzeit erleben, die diktatur der finanzmärkte, IST schlimmer als jede phantasie über arbeiterdiktaturen. nicht nur wegen dem starken chauvinismus, der heute überhand nehmend menschenleben bedroht. mit dem esm wäre fast ein putsch gelungen, der dem ermächtigungsgesetz von 33 sehr ähnelt.

                übrigens habe ich nie behauptet, dass ich wirtschaftlicher freiheit grundsätzlich abgeneigt sei. es gibt z.b. auch die sozialistische marktwirtschaft, wobei ich eher zum zapatismus tendiere.

                ich meine übrigens den federal reserve act 1913 (privatisierung), seit dem eine kleine gruppe von internationalen bankiers die macht übernommen haben.
                die FED ist entgegen der landläufigen meinung keine amerikanische „nationalbank“.

                „[die piratenpartei] hinterlässt im libertären Bereich dann allerdings eine Lücke“
                hier setzt du links und libertär entgegen, als würde libertarismus/anarchie nicht zur mehrheit aus dem linken spektrum vertreten werden.
                die pdv nennt sich zwar libertär, aber damit meint sie neoliberal.

                und nochmal: die piratenpartei hat sich nie zu anarchistischen ideen bekannt, sondern stets individuelle freiheit, die sie betont, mit demokratischer gewalt abgewogen.
                ideologisch ist die piratenpartei als sozialliberal einzuordnen, nicht als libertär.

        • anonymous schrieb am

          gib dir doch wenigstens etwas mühe, dich nicht selbst lächerlich zu machen, wenn du alle linke ideen in den topf des realexistierenden „sozialismus“ von früher schmeißt, den man kaum so nennen kann, weil er eigentlich nur aus totalitärer herrschaft bestand.

          den unterschied hab ich dir in meinem kommentar doch sogar schon vorgegeben.

          tatsächlicher sozialismus wurde genauso wie tatsächliche autonomie nur äußerst selten in der geschichte verwirklicht.
          dabei geht basisdemokratie und sozialismus hand in hand.
          was sagt das über demokratie? richtig – es gab ebenfalls kaum in der geschichte eine demokratie, die ihren namen verdiente. es gab nur

          linke bewegungen haben traditionell eine befreiung, sprich autonomie, der bevölkerung zum ziel.
          die traditionellen right-wing „libertaristen“ a la pdv, wobei ich da genauso gut fdp nehmen könnte, wollen uns weiß machen, sie seien diese befreier.

          dieses beispiel hier widerlegt übrigens deine vermutung, alles würde in den zuständen des real-„sozialismus“ enden und zeigt ein tatsächliches autonomiegebiet auf:
          http://diefreiheitsliebe.de/reportage/das-wunder-von-marinaleda-vollbeschaftigung-im-sozialistischen-dorf

          • Grimnir schrieb am

            Es kann natürlich sein, dass Bürgermeister Gordillo nicht korrupt ist. Allerdings ist das ein bisschen wenig um die Verbrechen von Stalin, Mao, Ulbricht, Honecker und Co. zu kompensieren. Das ganze erinnert mich ein wenig an das „Wunder von Wörgl“ und den etwas sektiererischen Kult, den einige Gesell-Jünger deswegen veranstalten.

            Generell scheinen die Linken gut darin zu sein, liberale Ideen zu vergewaltigen. Ein Beispiel ist das sogenannte Bedingungslose Grundeinkommen. Die Negative Einkommenssteuer geht auf den neoliberalen Vordenker Milton Friedman zurück. Die Linken nennen es aber „Bedingungsloses Grundeinkommen“ und geben sich damit nicht nur sich selbst, sondern auch die eine an sich vernünftige Idee der Lächerlickeit preis. Da Geld nicht bedingungslos auf der Welt ist (Wigbold) ist ein bedingungsloses Geldeinkommen ein semantischer Widerspruch. Ein Grundeinkommen ist das BGE schon gar nicht, da nach übereinstimmender Auffassung von Adam Smith und Karl Marx das Arbeitseinkommen das Grundeinkommen ist und Einkünfte aus Kapitalvermögen und Sozialleistungen abgeleitete „umverteilte“ Einkommen sind. Die grundsätzliche Ablehnung des Bedingungslosen Grundeinkommens hält mich aber nicht davon ab „freiheitliche“ Reformen von Hartz-IV (Abschaffung der familienfeindlichen Bedarfsgemeinschaften, 1€-Jobs, weniger drakonische Sanktionen u.s.w.) zu befürworten. Die meisten Menschen sind an unrealistischen Utopien nicht interessiert, sondern fragen nach konkreten Lösungen für konkrete Probleme.

            • anonymous schrieb am

              wunderbar über die übergangs-taktik mit dem beispiel abgelenkt, aber wir diskutieren hier weder das bge (das übrigens keineswegs nur von linken vertreten wird) noch einen angeblichen ursprung von teilen linken gedankenguts im liberalismus.
              zum thema: das problem liegt in der assoziation sozialistischer ideen mit deren (kosmetischer) umsetzung in der praxis.

              sozialismus macht erst einmal wirtschaftliche aussagen und weniger welche über die politische freiheit, wenn man von dem käse a la arbeiterdiktatur absieht, der ja nur eine variante ist.
              die verbrechen von stalin und co haben nichts mehr mit kollektivistischen und egalitären ideen zutun. damals wurde auch erst recht keine „sozialdemokratie“ oder „libertärer sozialismus“ durchgeführt.
              wenn du stalinistische und ähnliche varianten mit der demokratischen bzw. anarchistischen vergleichst, die bisher trotz seltener historischer beispiele dort, wo sie durchgeführt wurde, stets von erfolg war, dann wirfst du schon wieder alles oberflächlich in den selben topf, der hier mal wieder als feindbild herhalten muss.

              werde bitte mal sachlich, statt emotional zu argumentieren und versuche trotz unangenehmer belegung des wortes „sozial“ durch erfahrungen, offengeistiger zu werden (mir fällt deine voreingenommenheit sehr negativ auf)

              • Grimnir schrieb am

                Wenn ich voreingenommen bin, weshalb gibst du dir dann soviel Mühe, mich von den Vorzügen linker Ideologien zu überzeugen? Bringt bei mir doch eh nichts.;-) Emotional reagiere ich allenfalls, wenn jemand aus dem „linken“ Spektrum Faschismus und Liberalismus unter dem Oberbegriff „rechts“ zusammen fasst. Genausowenig ist es besonders fair, Kommunismus und Faschismus einfach unter Totalitarismus zusammen zu fassen. Wenn ich linke Ideologien unterschiedslos in einen Topf werfe, dann nur deshalb, weil jemand anders einen Topf mit der Aufschrift „links“ hingestellt hat. Gerade weil diese stark verallgemeinernden Kategorien letztlich beleidigend sind, versuche ich, ihre Verwendung zu vermeiden. Früher war „weder rechts noch links“ mal ein Werbeslogan der Piratenpartei. Inzwischen bezeichnen sich viele Piraten aber selbst offen als links. Und was meine Überleitung zum BGE angeht: ich dachte, wir diskutieren hier über die Politik der Piratenpartei Deutschland und nicht über spanische Dörfer.

              • anonymous schrieb am

                @grminir: tut mir leid, wenn es für dich so rüberkommt, aber ich bin der letzte, der jemanden von meiner weltanschauung überzeugen möchte.
                neben dem ein oder anderen persönlichen statement (das jeder hinterfragen soll) kritisiere ich lediglich polemik/pauschalisierungen und widersprüche.

                bin übrigens keineswegs der meinung, dass liberalismus und faschismus zwei varianten von „rechts“ sind, was auch immer du mit diesem eindimensionalen begriff meinst.
                mir ging es eigentlich um parallelen zwischen NEOliberalismus (ökonomische achse) und autokratischer ideologie, die der logische schritt nach dem privatismus bzw. individualismus ist.

                die aufschrift links erstreckt sich nicht nur über einen topf, sondern über eine ganze reihe von töpfen, die sicherlich noch ergänzt werden könnte.
                nun scheinen wir uns ja einig zu sein, dass diese verallgemeinerung nichts bringt, dann ist doch alles klar.

                im übrigen waren sowohl der sowjetkommunismus als auch die ns-ideologie tatsächlich totalitär, das darfst du ruhig glauben.

                „weder rechts noch links [sondern vorne]“, was man traditionell von den beiden extremistischen enden oft hört, klingt in meinen ohren sehr heuchlerisch und unwissenschaftlich und als möchte man mit diesem gerde von „postideologischer mitte“ von beiden flügeln ablenken.
                klar dürfte es sich inzwischen herumgesprochen haben, dass das links-rechts-schema zu stark vereinfacht ist, aber als zweidimensionaler kompass mit ökonomischer und gesellschaftlicher achse ergibt es politikwissenschaftlich durchaus sinn.
                auch die mitte hat stets einen linken und rechten flügel. zumindest beanspruchen beide spd und cdu den jeweiligen teil für sich.

      • Jacky Neiwel schrieb am

        Banken zu retten, die sich selbst reingeritten haben ist nicht liberal. DAS ist Kommunismus. Im Kommunismus hilft man ohne Gegenleistung. Liberal ist, wenn du tun und lassen kannst, was du willst, aber die Suppe die du dir selbst eingebrockt hast auch selbst auslöffeln musst.

        WIr werden von den USA als kommunistischer Staat angesehen, und wenn ich mir so anschaue, dass immer diejenigen profitieren die einfach am dreistesten sind und nicht diejenigen, die am fleißigsten sind, haben sie da auch recht mit.

        • anonymous schrieb am

          in einer lobbykratie, in der die privatwirtschaft die staatliche demokratie unterhöhlt, ist es kein wunder, dass die beschlüsse im sinne der finanzindustriellen elite sein werden und der preis dafür sozialabbau ist.
          tut mir leid, aber genau das IST wirtschaftsliberalismus, nur in einem sehr monopolisierten endstadium, in dem die marktmechanismen gemäß dem recht des stärkeren (der sich im deregulierten zustand durchsätzt) die eigenen „liberalen“ prinzipien aufgehoben haben.

          kommunismus oder besser gesagt sozialismus wäre anders herum – dort reguliert die öffentliche gewalt die finanzmärkte und machen dann entweder politik für staatliche eliten oder im idealen fall für das gemeinwohl.

  10. Grimnir schrieb am

    Das europapolitische Programm der freien Wähler ist an entscheidender Stelle ziemlich unfreiheitlich.

    http://www.freiewaehler.eu/griechenland-portugal-spanien-und-italien-aus-eurozone-entlassen/

    Wir können nicht einfach von Deutschland aus Länder wie Griechenland aus der Eurozone „entlassen“. Diese Entscheidung kann nur das griechische Volk selbst treffen. Wenn ohne ESM die Zinsen auf griechische Staatsanleihen zweistellige Werte erreichen, dann ist das aber auch nicht die Schuld deutscher ESM-Gegner.

    Unpräzises Eurokratie-Bashing ist im übrigen unkonstruktiv. Wenn man ernstgenommen werden will, sollte man sagen, was man selbst anders machen will. Öffentlich darüber zu debattieren, was andere anders machen sollten, ist IMHO sogar ein wenig unverschämt.

    • Wenn die Griechen von uns verlangen, dass wir für ihre Schulden bezahlen, dann können wir sie sehr wohl aus der €urozone entlassen.

      • Grimnir schrieb am

        Von mir hat noch kein Grieche verlangt, dass ich seine Schulden bezahle. Diese Forderung wird höchstens von den „Nieten in Nadelstreifen“ erhoben, die sich bevorzugt in Frankfurt aufhalten.

      • anonymous schrieb am

        das geld kommt nicht den griechen zugute, sondern den banken. darunter unsere deutsche bank.

        klar, es sieht nach einem horizontalen transfer aus (deutschland -> griechenland) und leute wie du fangen dann das zetern an. aber es ist ein vertikaler transfer von unten nach oben. vom volk an die banken.

        die banken pressen griechenland mit dem kapitalistischen zinssystem genauso aus wie sie das im prinzip mit uns tun und auch du könntest ein grieche sein, der nun das spardiktat zu fühlen bekommt. aber dir geht es hier in deutschland noch relativ gut (zu gut), du merkst gar nicht, was um dich herum eigentlich abgeht.
        schon mal was gehört von „gib mir die welt + 5 prozent“?
        auch einige deiner kreise greifen das teilweise auf, um in einem besseren licht zu erscheinen.

        • Grimnir schrieb am

          Die „gib mir die welt + 5 prozent“ Polemik geht auf den (IMHO zu unrecht als rechts verschrieenen) Sozialreformer Silvio Gesell zurück. Linke Kreise greifen diese Ideen inzwischen auf, stoßen innerhalb traditioneller linker Parteien auf erhebliche Vorbehalte.

          • anonymous schrieb am

            „traditionelle linke parteien“ – spd? grüne
            haben sich längst etabliert

            linke? die einzige partei, die im bundestag ganz ungefähr diese banken- und kreditsystemkritische haltung vertritt

            traditionelle linke „kreise“ hingegen lehnen in der regel das kapitalistische zins-, staatsversklavungs- und endloswachstums-system ebenfalls ab.

            warum ist der satz polemik? er drückt ganz gut aus, was an unserem zinssystem nicht stimmt.
            würde eher sagen, dass die „rechten“ kreisen sich hier mit ihrer eigenen ideologie der deregulierung, kapitalkonzentration und des privatismus in die haare gelangen.
            bankenkritik war stets traditionell links

            • Grimnir schrieb am

              Die Phrase von der „Brechung der Zinsknechtschaft“ findet sich auch im Parteiprogramm der NSDAP. Daher meint z.B. Claudia Roth von den Grünen, Silvio Gesell und seinen Anhängern „strukturellen Antisemitismus“ unterstellen zu müssen und Klaus Peukert von den Piraten schließt sich dieser Auffassung vermutlich auch noch an. Da sich Gesell bereits 1916 als er die „Natürliche Wirtschaftsordnung“ rausbrachte klar vom damals populären Antisemitismus distanzierte, bewies er deutlich mehr politischen Weitblick als der bereits erwähnte Psychiater C.G. Jung. Dennoch ist Gesells „Natürliche Wirtschaftsordnung“ wohl eher ein neoliberales und kein linkes Pamphlet. Dennoch danke ich (auch als Neoliberaler) Sarah Wagenknecht für ihre deutlichen Worte bei der ESM-Debatte im Deutschen Bundestag. Wenn allerdings Rechte vom Schlage der NPD, der Republikaner oder der Pro-Was-auch-immer-Bewegung in Zinskritik üben, ist eine gesunde Vorsicht durchaus angebracht. Die PDV ist vermutlich unverdächtig. Zu den Freien Wählern mag sich jemand äußern, der nicht nur (wie ich) das Programm flüchtig überflogen hat.

              • anonymous schrieb am

                wie du schon sagst – wenn die nsdap (und heute auch die npd) auf „arbeiterpartei“ machte, ging es um antiamerikanismus oder um antisemtismus.

                was gesell angeht, kann ich nicht mitreden – kann doch sein, dass auch ein neoliberaler mal makel am zinssystem erkennt.
                dass du dich selbst als neoliberaler bezeichnest, ist witzig, da der begriff schon seit einiger zeit negativ konnotiert ist.

                sag mal, du lehnst also staatliche ordnungspolitik grundsätzlich ab?

              • Grimnir schrieb am

                @anonymous

                Zinskritik ohne Gesell ist wie Relativitätstheorie ohne Einstein. Eine gute Übersicht über verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Lehrmeinungen gibt das Buch von Bernd Senf „Die blinden Flecken der Ökonomie“.

                Der Begriff (Software-)Piraterie sollte ursprünglich die Privatkopie als Verbrechen diffamieren. Insofern bin ich hier mit einer negativ konnotierten Selbstbezeichnung in guter Gesellschaft.

                Auch den Libertarismus kann man in extremistischer Weise übertreiben. Bei vollständiger Ablehnung staatlicher Ordnungspolitik hat man am Ende Zustände wie in Somalia. Zwischen Anarchie und Anomie sollte man daher schon einen Unterschied machen.

              • anonymous schrieb am

                @grimnir:
                der unterschied ist, dass die piraten einen kampfbegriff ironisch aufgreifen, während das bei dir ziemlich ernst rüberkam.

              • grimnir schrieb am

                @anonymous

                Für „Kernies“ ist die Privatkopie und die Urheberrechtsproblematik eine ernste Angelegenheit. Eher wird die rechts-kinks bzw. die Sozialismus-Liberalismus Kontroverse als irrelevant, albern und lächerlich betrachtet.

              • anonymous schrieb am

                @grimnir:
                ist ja interessant, dass du hier im namen „der kernies der piratenpartei“ sprichst, aber: warum halten wir uns dann die ganze zeit so unnötig mit dieser kontroverse auf, wenn sie albern ist?
                ist politikwissenschaft auch albern? ist die bundesregierung albern, wenn sie zugibt, dass wir in einer diktatur der finanzmärkte leben? häufiger hört man das ja von parteien a la spd, aber die sind für dich ja kommunisten.

                nein nein, ich erwarte von dir keine antworten auf diese fragen.
                lassen wirs einfach mal so stehen.

    • h.richter schrieb am

      Was soll an der Forderung unfreiheitlich sein? Die ökonomische Logik wird diesen Schritt ohnehin erzwingen. Die Frage ist nur, wann der Austritt erfolgt und ob nicht noch weitere Länder folgen müssen.

      • Grimnir schrieb am

        Die „ökonomische Logik“ macht es auch erforderlich, dass ich früh aufstehe und zur Arbeit gehe. Dennoch ist kapitalistische Erwerbsarbeit keine Zwangsarbeit. (Einige „Linke“ sehen das natürlich anders) Allein der Umstand, dass ich selbst arbeite, berechtigt mich nicht, andere Menschen zur Arbeit zu zwingen. Dieser Grundsatz der Freiwilligkeit gilt erst Recht beim Umgang der Nationen untereinander. Ohne diese Freiwilligkeit ist der Begriff „Freiheit“ sinnlos. „Im Namen der Freiheit“ die Diktatur zu fördern ist ein leicht durchschaubarer Trick linker und rechter Demagogen.

        • anonymous schrieb am

          du willst darauf hinaus, der austritt griechenland sei ein sachzwang und vergleichst ihn mit erwerbsarbeit?
          wieso muss ich mich dem puren, totalitären ökonomismus beugen, dessen dogma von effizienz und profitmaximierung alles beherrscht und der meine freiheit stärker als jede obrigkeit bedroht? in einem system, über das es sich lohnen würde, mal nachzudenken.
          wieso muss der demokratische staat sich zum dienstleistungsbetrieb reduzieren lassen und zu einer agentur zur stärkung des wirtschaftsstandorts?
          in der sozialen marktwirtschaft kommt dem staat doch sogar explizit die rolle zu, die freiheit der bürgerinnen und bürger auch vor den ökonomischen kräften zu schützen.
          zu dem thema möchte ich, wie oben schon erwähnt, diesen artikel empfehlen:
          http://www.heise.de/tp/artikel/37/37354/1.html

          noch ne andere frage, @allgemeinheit:
          wir diskutieren gerade über die freiheit griechenlands – ist der zug nicht längst abgefahren? was für eine freiheit soll das sein, die griechenland noch hat? es wird längst von oben regiert und wenn es nicht mitläuft, überrollt.
          wie immer findet diese steuerung über das geldsystem statt.

          • Grimnir schrieb am

            Politiker, die sich hinter (womöglich noch alternativlosen) Sachzwängen verstecken, haben IMHO einfach kein Rückgrat. Tatsächlich hat man fast immer eine Wahl: Der ESM ist eine Alternative zum Austritt Griechenlands. Eine dritte Alternative wäre ein Austritt Deutschlands.

            Zur Freiheit Griechenlands gibt es eine schöne historische Analogie

            http://de.wikipedia.org/wiki/Herrschaft_der_Dreißig

            Wer in der aktuellen Wiederaufführung dieser Tragödie die Rolle Spartas spielt, dürfte klar sein. In der Geschichte haben am Ende die Demokraten gewonnen. Zumindest erklärt diese Geschichte das für unsere konservativen Freunde unkooperativ erscheinende Verhalten der Griechen.

          • kessfried, schrieb am

            Vieleicht weil der pure , ökonomismus das effizienteste system ist und es am meisten zu verteilen gibt ? Die große mehrheit unserer mitbürger will halt immer mehr materielle güter, und wenn es den menschen in einem anderen land materiell besser geht ist das geschrei groß (siehe unsere diskussionen an anderer stelle). Willst du den großen materiellen wohlstand ? dann brauchst du auch den starken optimalen wirtschaftsstandort, anders gehts kaum. Griechenland ist da ein trauriges beispiel. Griechenland war/ist kein optimaler wirtschaftsstandort und länder wie die türkei haben g. den rang abgelaufen, Gibt man dann noch permanent mehr geld aus als man einnimmt wird es so problematisch wie in g.. Griechenland braucht mehr wirtschaftswachstum, mehr arbeitsplätze, investititionen in zukunftstechnologien und mehr steuereinnahmen. Und wie bekommt man das hin ? Wer soll das machen ? Rentner ? arbeitslose ? Wohl eher die gutausgebildeten und tatkräftigen. Und wie bewegt man si dazu ausgerechnet in griechenland aktiv zu werden und nicht bei der konkurenz zb. in bulgarien oder rumänien ? Richtig in dem du einen optimalen wirtschaftsstandort anbietest. So schließt sich der kreis aus dem es wohl kein entkommen gibt. Mich persönlich nerven eher politiker die ohne wirkliches konzept den leuten einreden wollen man könne die macht der märkte brechen, außer kraft setzen, mir sin die lieber die ehrlich sagen wie es ist, auch wenn ich mir eine schönere, heilere welt vorstellen kann. Diese schöne heile welt hat es so aber nie gegeben und es wird sie auch nie geben. Ich glaube wir haben einen ziemlich optimalen standard in unserer gesellschaft erreicht den man permanent mit augenmaß verbessern und erhalten sollte.

  11. Die Grünen sind einmal angetreten in der Absicht, den Willen des Volkes zu tun. Doch heute tun sie weitgehend den Willen der Lobbyisten. Diese Gefahr besteht auch für die Piraten. Momentan sind die meisten Piraten gegen die neuen €uro-Verträge. Aber die Gefahr besteht, dass einige führende Piraten-Politiker sich gegen die Mehrheit durchsetzen. Das muss verhindert werden.

    • anonymous schrieb am

      was bedeutet das? die grünen sind nach rechts gewandert – lobbykratie.
      „rechter jungianer“ – wie kommt es bei deinem namen, dass du für den volkswillen plädierst und gegen die ökonomischen kräfte der lobbykratie, die jaaa nicht aus linker richtung beschnitten werden dürfen?

      • Ich bin nicht sehr rechts, sondern relativ rechts. Im Übrigen leiden beide Seiten unter der €urokratie. Die Griechen leiden unter dem Spardiktat. Und die Deutschen leiden an den Zahlungen in den „Rettungsschirm“. Es ist eigentlich unglaublich, dass ein paar €urokraten etwas durchsetzen konnten, das den allermeisten Menschen nur schadet.

        • anonymous schrieb am

          so ist das eben im „relativ rechten“ system der kapitalistischen demokratie, in der nicht das volk, sondern das private kapital die politik macht und ihr individualinteresse über das gemeinwohl stellt.

          da sind wir bei der macht des geldes. für euch klingt das wahrscheinlich schon wieder „zu links! mama!“, weswegen ich einige kommentare hier auch als ziemlich widersprüchlich wahrnehme.

          demokratisierung ohne einen systematischen wechsel in den finanziellen und wirtschaftlichen strukturen unserer gesellschaft ist kaum denkbar.

          wieso hat das alliierte frankreich nach 1945 „die rückgabe der großen monopolisierten produktionsmittel, der früchte gemeinsamer arbeit, der energiequellen, der bodenschätze, der versicherungsgesellschaften und der großbanken an die nation“ gefordert, um eine „echte wirtschaftliche und soziale demokratie [zu errichten]“?
          (zitat nationaler widerstandsrat)

          waren das etwa sowjetkommunisten? wie böse.

          dieser moderne „mamaaa, links ist blöd!“-kinderkram, meist vom mitte-rechten flügel geht bereits so weit, dass die aufgabe unserer fundamentalen sozialen errungenschaften gefährlich nahe steht.

          die tradition des zweiparteiensystems ist die konkurrenz zwischen sozialistisch und konservativ (sehr vereinfacht gesagt). die traditionellen sozialdemokratischen parteien haben sich jedoch der lobbykratie hingegeben und zucken auch nicht mehr davor zurück, mal ein paar bürgerrechte zu beschneiden.
          alles in allem hat sich die spd-grüne-fdp-cdu-einheitspartei geschlossen in richtung mitte-rechts positioniert und heuchelt ab und zu mal ein bisschen opposition gegeneinander vor.

          • Grimnir schrieb am

            Auch der Nationalsozialismus ist wie der Kommunismus eine kollektivistische Ideologie. Auch die NPD bezeichnet die DDR (im Vergleich mit der BRD) als das das bessere Deutschland und stößt damit in dasselbe ostalgische Horn wie Teile der Linkspartei. Das eindimensionale rechts-links-Schema ist eine zu grobe Vereinfachung.

            • anonymous schrieb am

              wo ist der faschismus bitteschön kommunistisch?
              die quellen, auf die du dich selbst berufst (politicalcompass), widersprechen dir gerade selbst (siehe die einordnung der ns-ideologie unter oben und gerade noch authoritär-rechts), aber das nur mal am rande.
              die nationalsozialistische ideologie baut auf elitär-hierarchischem rassismus auf und stellt mit dem autokratischen führerprinzip „wenige über viele“ so ziemlich das gegenteil von einer orientierung am gemeinnutz dar.

              das konzept „volksgemeinschaft“ (die eher einen signifikanten teil der gemeinschaft ausschloss) ist doch reine ns-propaganda.
              der trick ist an der ideologie der nsdap, die sich je nach publikum auch ganz gerne mal als arbeiterpartei inszeniert hat, war, dass der führer als vertreter des kollektivs (und damit die gemeinschaft als in einem individuum vereint) erklärt, klassen durch rassen ersetzt und der bisher soziale wettbewerb nun auf ebene der „rassen“ verlagert wurden, während die ausgrenzung trotzdem bestehen blieb.

              kurz auf den punkt gebracht: das individuum musste nicht hinter das kollektiv zurücktreten, sondern hinter den führer. genau genommen musste also das kollektiv hinter dem führer zurücktreten.

              hat die führung der ddr nicht ähnlichen schwachsinn erklärt? herrschaft der „volksmassen, die von der arbeiterschaft geführt werden“? also eine illusion.

              der faschismus ist wie der kapitalismus ein konzept der ungleichheiten (ob gegensätze im sinne von sozialem status, klasse, stand, rasse, nationalismus etc.) und des privatinteresses vor dem gemeinwohl, dem das egalitäre und kollektivistische prinzip (alle über einen) gegenübersteht.

              • anonymous schrieb am

                sorry, meinte im ersten satz: „wo ist der faschismus bitteschön kollektivistisch“

                achja: eine positive bezugnahme der npd auf die ddr habe ich zwar noch nicht erlebt, aber dafür ist die traditionelle linie von der nsdap an doch sehr von antikommunismus geprägt. so wurden unter der ns-herrschaft all die parteien und organisationen, die was von kollektivismus, egalitarismus, solidarität, gewerkschaft und co. gepredigt haben, verboten.

            • Die Nationalsozialisten nennen sich SOZIALISTEN. Aber abgesehen von der Namensgebung haben Nazis, Sozialisten und Kommunisten nicht viel miteinander zu tun.

          • kessfried, schrieb am

            Glaubst du anonymus denn, das es den menschen materiell besser geht wenn industrie, banken etc. der nation gehören ? die geschichte zeigt doch das gegenteil. Die menschen leben von den „abfällen“ des kapitalismus besser als in der mißwirtschaft des sozialismus. Mit außnahme der ehemaligen ostblockstaaten die anschluß an westeuropa gefunden haben, (polen zb.) haben sich alle ehemals sozialistischen staaten zwischen weißrußland und china (im kaukasus, in zentralasien) zu „faschistischen“ systemen „weiterentwickelt“. Der sozialismus ist historisch z.zt. die primitive vorvorm des faschismus sozusagen protofaschismus, zu besichtigen in den familienunternehmen der kims und der castros. Was sind deine/eure ziele ? mehr freiheit ? zu was ? mehr materiellen wohlstand ? für wen ? für alle deutschen ? für alle europäer? für alle menschen auf der welt ? Für wen wollt ihr politik machen und wie nachhaltig. Davon hängt auch ab ob man zb. globalisierung gut findet oder nicht.

            • anonymous schrieb am

              zuerst mal: „für wen wollt ihr politik machen“: ich bin nicht die piratenpartei, sondern vertrete hier meine persönliche meinung.

              ob ich glaube, dass es den menschen dann besser ginge?
              nein, die verstaatlichung von industrie wäre planwirtschaft – sowas funktioniert nicht und das hat hier auch noch niemand gefordert. allerdings soll gemäß der sozialen marktwirtschaft nach erhardt und müller-armack der staat ordnungspolitische eingriffe in eine grundsätzlich freie wirtschaft vornehmen (zurzeit ist das ein witz, da die sowieso schon dürftige beobachtung der großindustrie in letzter zeit sehr heruntergefahren wurde und lobbies hier die politik machen)
              ob es den menschen mit diesen regulationen besser geht, kommt darauf an, wer die nation steuert. ob sie in der hand des volkes ist (was ich befürworte) oder ob sie in der hand einer totalitären elite ist.

              bitte lies oben meine antwort auf das totschlag-argument des beispiels real existierenden sozialismus.
              ein anarchokommunismus oder basisdemokratischer sozialismus wurde in diesen ländern so nie umgesetzt. es gibt nur wenige (im Sinne von unbekannt, da sie in unserer geschichtsschreibung kaum erwähnt werden) historische beispiele für kollektivistischen libertarismus. in einigen formen des indigenen lebens ist/war dieser gedanke noch präsent.

              du fragst, was ich im endeffekt fordere?
              einen zustand, in dem jede form von herrschaft entweder abgeschafft oder dezentralisiert ist (d.h. durch kollektivistische selbstverwaltung ersetzt) und die grundlegendsten, übergeordneten fragen basisdemokratisch entschieden werden.

              nach dieser vorstellung würde die bevölkerung entweder durch selbstordnung oder direkte demokratie die freiheit des einzelnen schützen vor gesellschaftlichen (obrigkeit) und ökonomischen kräften (private gewalt der finanzelite).

              • kessfried, schrieb am

                Absatz 1 okay. Danach wirds für mich etwas arg idealistisch und utopistisch. Basisdemokratie und anarchokommunismus funktionieren wenn überhaupt nur in einem sehr überschaubaren rahmen. nicht auf der ebene von staaten und komplexeren organisationen. Als ich jung war gab es eine anzahl von kommunen, was ist aus denen geworden ? Ein julius nyerere hat in tansania mit selbstverwaltungssozialismus experimentiert, die sandinisten, tito in jugoslawien ? Hat alles nicht funktioniert. Es gibt da antroposophisches gedankengut das unsere gesellschaft positiv beeinflussen kann, mehr ist aber auch damit nicht möglich. Für die großen veränderungen wie du sie dir scheinbar vorstellst wirst du in unserer gesellschaft keine mehrheiten finden , aber unsere gesellschaft ist immerhin so liberal das sie dir als lebenskünstler/aussteiger eine vielzahl von möglichkeiten für ein schönes leben läßt. (mach ich in einem gewissen umfang auch).

              • anonymous schrieb am

                @kessfried:

                liberaldemokratische herrschaftsordnungen und einigung/friedfertigkeit unter den europäischen staaten mag zu voraufklärerischen zeiten sicherlich ebenfalls nach einer utopie geklungen haben und zwar nach einer unmöglicheren als direkte demokratie (und in frühestens ein paar jahrzehnten vielleicht funktionierende anarchie) heute klingt.

                derzeit gibt es große spannungen in der gesellschaft. ventile sind bewegungen wie „echte demokratie jetzt“,“anonymous“, „occupy“ etc
                oder eben die piraten.

              • kessfried, schrieb am

                Naja die piraten. Ich bin in dieser sache deutlich skeptischer als du- Ich. kenne die arbeit in betriebsräten und vereinen und das maß an persönlichen eitelkeiten desinteresse und unfähigkeit ist erschreckend- Zusammenhänge und inhalte sind heute so komplex das viele menschen, anders als in der polis der griechen die probleme garnicht überblicken. Ich auch nicht. Die umsetzung deiner ziele bedeutet auch nicht unbedingt mehr frieden, freiheit oder wohlstand. Es könnte deutlich anders kommen insofern bin ich da deutlich vorsichtiger aber wir leben ja in einer gesellschaft die dir diemöglichkeit läßt für deine ziele zu werben bzw in teilen umzusetzen. Viel glück dabei-

        • anonymous schrieb am

          hat dieser peukert eigentlich mal nen ordentlichen shitstorm bekommen oder wurde sonstwie endlich mal in seine schranken gewiesen – der typ ist einfach nicht auszuhalten. wie kommt es, dass so einer bundesvorstandsmitglied ist?

          diese partei ist jung und nicht perfekt, aber sowas sollte einfach nicht passieren

          • Grimnir schrieb am

            Ich glaube nicht, dass sich Klaus Peukert von einem shitstorm aus der Ruhe bringen lässt. Der BuVo hat auch schon schlimmere Flachpfeifen gesehen.

  12. Die €urokrise ist die größte Bedrohung seit dem 2. Weltkrieg. Leider ist Deutschland nicht voll souverän. Im Gegensatz zu Finnland. Finnland schließt glücklicherweise weitere Zahlungen an die südeuropäischen Staaten aus. Dies trägt zum Zerfall der verächtlichen €urozone bei.

  13. Jungianer schrieb am

    Es ist gut, dass Kipping neue (Mit-)Vorsitzende der Linken ist. Denn sie arbeitet besonders an der Beseitigung der sozialen Ungleichheit.

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