DFB-Sicherheitsgipfel: PIRATEN fordern Fan-Arbeit statt Fan-Überwachung

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland übt deutliche Kritik am Ausgang der gestrigen Sicherheitskonferenz des DFB »Für Fußball – Gegen Gewalt« und warnt vor weiteren massiven Einschränkungen der Bürgerfreiheiten durch neue Überwachungstechnologie. Statt flächendeckender Videoüberwachung in Fußballstadien fordert sie mehr Geld für gewaltvorbeugende Fan-Projekte. An der Konferenz nahm neben Vertretern der Profifußballverbände auch Innenminister Hans-Peter Friedrich teil. Die wichtigsten Personen und deren Interessenvertretung blieben ausgeschlossen: die Fußballfans.

»Aus freier Fan-Kultur könnte bald Überwachungs-Kultur werden. Setzt sich Innenminister Friedrich durch, werden in Deutschland in Zukunft trotz geltender Unschuldsvermutung auch friedliche Fans präventiv überwacht. Das Kernproblem, die Bereitschaft zur Gewalt, wird nicht gelöst. Fan-Betreuer und Jugendarbeiter, die wirklich etwas bewirken können, gehen in der Gesamtsumme wieder einmal leer aus«,

kommentiert Sebastian Nerz, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

So hat der DFB zwar zugesagt, seine wirtschaftlichen Zuwendungen für Fan-Projekte ab sofort um 50 Prozent zu erhöhen. Damit werden allerdings nur die Länder und Kommunen entlastet, so dass in der Gesamtsumme die Aufwendungen für die direkte Fanbetreuung gleich bleiben. Über weitere Videoüberwachungsmaßnahmen in Stadien wird hingegen nachgedacht. Für Heiko Herberg aus der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist das auch aus technischer und organisatorischer Sicht Unsinn:

»Die eigentliche Gewalt findet außerhalb der Stadien und fernab von Fernsehkameras statt. Außerdem werden die ebenso von Fangewalt betroffenen Regionalligen überhaupt nicht in Betracht gezogen. Das zeigt uns einmal mehr, dass die Pläne mehr dem Schutz von Prestigeobjekten als dem Schutz friedlicher Fans gelten«,

so Herberg, selbst bekennender Fußballfan.

Die Vorhaben des Bundesinnenministeriums ist nach Ansicht der PIRATEN nur einer von vielen Bausteinen hin zu einer umfassenden Bürgerbewachung.

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Kommentare

3 Kommentare zu DFB-Sicherheitsgipfel: PIRATEN fordern Fan-Arbeit statt Fan-Überwachung

  1. blubber schrieb am

    Die Fußballer machen die Arbeit. Die Fußballer verdeinen sich ihre Titel. Die Fußballer mach das für sich, weil es ihnen Spaß macht. Die Fußballer sind trotzdem so freundlich und lassen die „Fans“ dran teilhaben, sie müssten dies nicht tun, sie könnten auch ohne Zuschauer Fußball spielen, einfach weil sie aus Spaß an der Freude spielen.
    Verhält sich ein Fan oder viele Fans nicht ordnungsgemäß (bspw. Gewalttaten), dann hat er zu gehen. So einfach ist das.

    Die Fans nehmen sich hier viel zu wichtig. Als ob irgendein Mensch Anspruch drauf hätte, ein Fußballspiel zu sehen. Das darf er nur, weil es der Verein erlaubt, indem er Eintrittskarten verkauft. Demzufolge hat der Verein das volle recht, Störenfriede zu entfernen.

    • Grimnir schrieb am

      @blubber
      „Die Fußballer machen das für sich, weil es ihnen Spaß macht“ – und weil man damit Geld verdienen kann. Bezahlt werden die Fußballer letztlich von den Fans. – Die Zuschauer sind in diesem Geschäft die Kunden und die Spieler sind die Dienstleister.

    • Spell schrieb am

      Na da bin ich aber gespannt wie lange deine Fußballspieler, zumindest die in den oberen Ligen, noch spielen werden und sich ihren Lebensstandard erhalten können wenn keine Fans mehr zu den Spielen kommen. Klar sollten gewalttätige Fans nachhause geschickt werden, aber die Aussage dass ein Fußballspieler in der hier betreffenden Liga ohne Fans auskommt ist ungefähr so als würde man behaupten dass ein Verkäufer ohne seine Kunden besser dran wäre.

      Und zum Artikel. Eine Überwachung ist notwendig, schon allein deshalb weil sich diejenigen die nur auf Gewalt aus sind den Fußball nur als Mittel zu Zweck sehen. Da helfen Berater in Fanclubs wenig wenn man die entsprechenden Leute nicht dort auffindet. Lasst sie es aufzeichnen und ansehen wenn etwas geschehen ist und zeitnahe wieder löschen wenn nichts verdächtiges gefunden wird.

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