Frühaufsteller – Erste Direktkandidaten für Bundestagswahl aufgestellt

Die Piratenpartei hat am Wochenende die ersten Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt: Stefan Körner und Sebastian Nerz wurden in den Aufstellungsversammlungen in Neumarkt-Amberg (Wahlkreis 232) und Tübingen (Wahlkreis 290) gewählt. Beide stellten sich zuvor im Internet sowie auf der Versammlung den Fragen der Parteimitglieder. Die Kandidaten werden bei den PIRATEN direkt von Parteimitgliedern und nicht von einer Delegiertenversammlung gewählt.

»Natürlich stellt sich bei uns jeder Kandidat der Basis«,

erläutert Stefan Körner, Direktkandidat im Wahlkreis Neumarkt-Amberg und Landesvorsitzender der Piratenpartei in Bayern das Prozedere.

»Bei den Piraten gibt es keine vorgefertigten Listen, die Delegierte abnicken. Das wäre undemokratisch.«

»Ich freue mich über das Vertrauen. Nun beginnen 15 aufregende und arbeitsreiche Monate«,

erklärt Sebastian Nerz, Direktkandidat in Tübingen und stellvertretender Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Körner erhielt 10 von 11 abgegebenen Stimmen bei einer Enthaltung. Nerz bekam 10 von 13 Stimmen und setzte sich damit gegen den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Ivica Juresa durch.

Nach dem geltenden Wahlrecht können seit dem vergangenen Donnerstag Direktkandidaten aufgestellt werden. Damit haben die beiden Wahlkreise die frühestmöglichen Termine für ihre Aufstellungsversammlungen genutzt.

Stefan Körner

Sebastian Nerz

Bilder: CC-BY von Tobias M. Echrich

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Kommentare

18 Kommentare zu Frühaufsteller – Erste Direktkandidaten für Bundestagswahl aufgestellt

  1. Gregor schrieb am

    Aha, das ist also die Basisdemokratie der Piraten. Ich wurde weder eingeladen noch hatte ich die Chance die Kandidaten zu wählen. Sebastian Nerz, EDIT: [diese Person, die ich nicht mag, das aber nicht ohne Beleidigung ausdrücken kann und außerdem nicht für fähig halte], soll in den Bundestag.

    Wisst ihr was Stefan Körner gesagt hat: „Jeder ist käuflich“. So einen wählen wir in den Bundestag.
    Das kommt davon, wenn die Generation selbstgefälliger-halbgebildeter an die Macht wollen.
    Piraten sauft ab!!

    EDIT, von Sylvia – Kommentarteam

    • Sylvia schrieb am

      1. Frage: Hast du deinen Erstwohnsitz in einem der entsprechenden Wahlkreise und bist Mitglied der Piratenpartei?

      2. Frage: Bist du ganz sicher, dass du die Einladung nicht erhalten hast (an die der Partei bekannten Mailadresse)?

      Wenn du beides Mal definitiv ja sagen kannst, dann wende dich bitte an den entsprechenden Landesvorstand. Dieser kann bei mangelnder Einladung die Aufstellungsversammlung wiederholen lassen.

      • Gregor schrieb am

        Hallo Sylvia,
        danke für deine besonnen Nachricht, die ich in meinem Kommentar vermissen lies.
        Ich meine ich hätte keine Einladung bekommen, wird aber gerade noch geklärt.
        Aber wie auch immer. 11 oder 15 Leute, die zur Wahl kommen, erfüllen nicht den demokratischen Anspruch, den wir Piraten uns immer stellen. So eine Wahl ist lächerlich und eine Farce, die mein Vertrauen in Kandidaten, die sich dafür hergeben, zerstören.
        Ich kläre das jetzt ab mit anderen Piraten und werden wiri handeln.
        Besteb Dank an dich Sylvia.
        PS: Denkfehler meinerseite, saufen die Piraten ab, geh ich mit unter ;-)

        • Sylvia schrieb am

          Naja, die Frage ist doch z.B. wie viele aktive (und in dem Fall wahlberechtigte) Piraten es in der Region gibt, d.h. die man z.B. mal beim Stammtisch oder Infostand sieht. Wenn die Zahl der Akkreditierten dann stark davon abweicht, sollte man sich Gedanken machen.

          Mir ist unklar, wie viele Leute du auf so einer Veranstaltung erwartet hast? Bei 299 Wahlkreisen sind 10-15 Stimmen knapp 3000 – 4500 Piraten, die jeweils ihre Stimme abgegeben haben. Bei der üblichen Aktivenquote von 10% (viel mehr als ausreichend rechtzeitig einladen kann man ja auch nicht) von 20.000 bis 30.000 Mitlgiedern kommt das schon ungefähr hin.

      • thomas schrieb am

        Ähem, Einladungen zu solchen Veranstaltungen _ausschließlich_ per E-Mail? Da sollte der Vorstand das pauschal wiederholen, E-Mail ist kein zuverlässiges Medium und für solche wichtigen Sachen ungeeignet.

        • Laser schrieb am

          Falls Tübingen gemeint war – da gingen die Einladungen ausschließlich per Brief raus ;-)

          Gruß
          Jochen

    • Anonymous schrieb am

      Wieso halten Sie S. Nerz für käuflich? Welche Gründe oder Indizien führen Sie dafür an?
      Aus meiner Sicht war er bisher der einzige, der zu vielen Gebieten klare, bisweilen eindringliche Standpunkte bezogen hat. Auch gegen illegale Tätigkeiten der Staatsdienste. Zumindest hat er sich dazu geäussert, denn selbst eine verbale Festlegung bleibt nun völlig aus, seit der Vorstand neu gewählt wurde. Warum also halten Sie ausgerechnet S. Nerz für „käuflich“? Es ist für mich nicht nachvollziehbar!
      Und das Piratenschiff hat seit der letzten Vorstandsneuwahl = unter dem neuen Vorsitzenden nicht gerade an Fahrt gewonnen, oder sehen Sie das anders?

    • Grimnir schrieb am

      Für Menschen, die nicht in den ensprechenden Wahlkreisen wohnen, ist diese PM in der Tat wenig informativ. Andererseits konnte bei der Bundestagswahl 2009 die Piratenpartei in Sachsen nicht gewählt werden, weil der Landesverband die Anmeldung komplett vergeigt hat. Rein rechnerisch sollte es in jedem Wahlkreis ca. 70 Mitglieder der Piratenpartei geben. Da bei der Piratenpartei ohnehin ein Klima der permanenten Meuterei herrscht, sind einige regionale Gliederungen sicher mit internen Querelen beschäftigt. Die Gefahr, dass die Kandidatenaufstellung verpennt wird, ist also durchaus gegeben. Diese PM kann und sollte! von diesen Gliederungen daher auch als Weckruf aufgefasst werden.

  2. don schrieb am

    Da da ist das wahre Gesicht der Piraten Elite. Machtgeil. Da veranstaltet man still und heimlich eine Wahl und schon ist man auf der Liste. Jeder der lesen kann, muss auffallen, das die PP 20.000 Mitglieder hat. Aber die Herrn Körner und Herrn Nerz wurden mit 10 in Worten ZEHN Stimmen von weniger las 15 Anwesenden gewählt. Still und heimlich. Das ist also die Auffassung von Basisdemokratie der Vorstände. Gute Nacht
    Das geht sofort an die SZ, FAZ und WAZ.

    • Sylvia schrieb am

      Ich glaub du hast ein falsches Verständnis vom Prozess einer Aufstellungsversammlung.

      Punkt 1: Es wurden keine Listenkandidaten gewählt. Diese werden für den Bundestag auf Landesebene gewählt.
      Es handelte sich hier um 2 von 299 Wahlkreisvorschlägen, das was üblicherweise unter Direktmandat bekannt ist.

      Punkt 2: Zu einer solchen Aufstellungsversammlung für ein Direktmandat werden alle stimmberechtigten Mitglieder mit Erstwohnsitz in dem Wahlkreis eingeladen (also offensichtlich nicht 20.000), üblicherweise mit mehreren Wochen Frist, in Stefans Fall geschah still und heimlich z.B. mit einer Webseiten-Ankündigung über drei Wochen vorher: http://oberpfalz.piratenpartei.de/2012/06/05/aufstellungsversammlungen-zur-bundestagswahl-in-der-oberpfalz/ und einer Meldung in der Süddeutschen vor der Veranstaltung, mehr auch hier zu finden: https://www.google.de/search?hl=de&gl=de&tbm=nws&q=Stefan+K%C3%B6rner&oq=Stefan+K%C3%B6rner&aq=f&aqi=d2&aql=&gs_l=news-cc.3..43j43i400.2517.4793.0.5025.13.8.0.5.5.0.209.1114.1j6j1.8.0…0.0.HcM9MSw3_LI

    • Sharkman schrieb am

      Du verwechselst hier Listenkandidaten und Wahlkreiskandidaten.
      Würde es sich um Listenkendidaten handeln, wäre es in der Tat ein basisdemokratischer Skandal. So aber ist es nachvollziehbar. Ganz abgesehen davon, dass wir alle eher vom Blitz erschlagen werden, als dass auch nur ein Pirat als Direktkandidat in den Bundestag gewählt wird, bei allem Respekt. Nerz, Weisband und vielleicht noch 2-3 andere haben das Zeug, 10-15% zu holen. Das wäre schon ein starkes Ergebnis.
      Und super auch, dass du dieses „Kinkerlitzchen“, gleich als Skandal an die SZ, FAZ und WAZ weitergeleitet hast. Die wittern jetzt gleich wieder die heiße Story, mit denen sie die Piraten in den Dreck ziehen können (vgl. Artikel von Annett Meiritz & Co.).
      Es sollten einige wirklich mal differenzieren lernen.

  3. Gandalf schrieb am

    Der stellvertretende Bundesvorsitzende will also in den Bundestag und damit Berufspolitiker werden? Kann er dann noch gegen „die“ Politiker meckern? Und was ist aus der Trennung von Amt und Mandat geworden, um die Etablierung einer Elite bei den Piraten zu verhindern?

    • Sylvia schrieb am

      Die ist bis jetzt doch intakt. Er ist schließlich nur Kandidat und noch dazu nur Direktkandidat, die Wahrscheinlichkeit, dass er im Moment im Bundestag landet ist relativ gering.

      Wenn er es auf einen aussichtsreichen Listenplatz schafft und dadurch in den Bundestag kommen sollte, erst dann stellt sich die Frage ernsthaft.

      Es ist außerdem angedacht die Vorstandsneuwahl nach der Bundestagswahl zu machen, das heißt hier können dann die Mitglieder die entsprechenden Abgeordneten nicht erneut wählen, falls sie nicht sofort zurücktreten (z.B. zur Erhaltung der Handlungsfähigkeit).

      Aber aktuell, über ein Jahr vor der Bundestagswahl muss man da glaub ich nicht den Teufel an die Wand malen.

  4. Plutonium schrieb am

    erster Treffer auf meiner 50-Personen-Liste, von der ich meine das Sie sich als Kandidaten aufstellen lassen bzw. als Kandidat sich zur Verfügung stellen. Fehlen dann noch die weiteren 49 ;-)

  5. Anonymous schrieb am

    Gibt es hier auf der Homepage einen Bereich, wo die Kandidaten sich zu ihren Schwerpunkten und konkreten (!) Zielen äussern?
    Für mich ist ausserdem interessant, inwieweit diese Kandidatur von jedem einzelnen der gewählten Kandidaten als echte Persönlichkeitswahl verstanden wird. Der (angeblichen) Mitglieder-Meinung ständig hinterherzutwittern (-> Ponader) ist jedenfalls nicht das, was ich mir unter selbständig und verantwortlich handelnden Parteikandidaten vorstelle!

    • Sylvia schrieb am

      Auf der Homepage nicht, nein. Der Ort wo sich die Kandidaten üblicherweise vorstellen ist im Wiki.

      Die Meinung der beiden Kandidaten zu Liquid Feedback sollte außerdem in ihren Blogs auffindbar sein und sind über google zu finden.

  6. Böhm schrieb am

    Könnten nicht alle Piraten in Deutschland über jeden Kandidaten abstimmen? Das wäre für mich Demokratie. Dann solten die Kandidaten keine Macht erhalten, keine Entscheidungsgewalt. Sie hätten nur die Aufgabe ,die Themen zur Basis zu tragen und das gefundene Ergenis von dort, zurück zu den Politikern.

    • Sylvia schrieb am

      Könnte man, aber das Gesetz erlaubt es momentan nicht.

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