Ein Fazit zum Urheberrechtsdialog der PIRATEN: »Kultur muss zirkulieren«

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Piratenpartei Deutschland zieht eine positive Bilanz aus den ersten »Runden Tischen« zur Urheberrechtsreform. Autoren, Musiker, Filmschaffende, Softwareentwickler, Wissenschaftler und ihre Branchenverbände sprachen im Juni mit der Partei über die heutigen Bedingungen kreativen Schaffens und die Implikationen für ein modernes Urheberrecht. Nachdem die PIRATEN das Vorurteil, sie würden das »Urheberrecht abschaffen« oder »alles gratis« haben wollen, ausräumen konnten, entwickelten sich die Debatten nach Ansicht der PIRATEN überraschend konstruktiv.

»Der erste Schritt zu einer wirklichen Reform des Urheberrechts ist einfach das Gespräch mit allen Beteiligten. Wir müssen Ängste abbauen, aber auch erkennen, dass das geltende Urheberrecht der gesellschaftlichen Entwicklung hinterherstolpert«, kommentiert Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei Deutschland.

Während die GEMA laut Bruno Kramm wie ein »gesetzlich legitimierter Monopolist für Verwertungsrechte ohne Augenmaß« jede Veränderung ablehnt, zeigen sich die Künstler und Kulturschaffenden überwiegend offen. So beeindruckte Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat mit dem Statement »Kulturgüter müssen zirkulieren«.

Da die Kreativen je nach Branche mit sehr unterschiedlichen Problemen kämpfen, erwies es sich als die richtige Entscheidung, den Dialog in thematisch scharf abgegrenzten Einzelrunden zu führen. Die Ergebnisse der Gespräche werden jetzt in eine Broschüre der PIRATEN zum Urheberrecht einfließen und demnächst von der Partei bereitgestellt.

Ein ausführliches Gesamtresümee sowie Einzelberichte zu den Veranstaltungen sind unter www.urheberrechtsdialog.de einzusehen.

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Kommentare

7 Kommentare zu Ein Fazit zum Urheberrechtsdialog der PIRATEN: »Kultur muss zirkulieren«

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  2. Gedankenverbrecher schrieb am

    Klar. Das Urheberrecht, so wie es jetzt ist, ist einfach nicht Zeitgemäß. Insbesondere die Schutzfristen (70 Jahre nach dem Tod des Autors) sind nicht geeignet, einen vernünftigen Interessensausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen von Urheber und Verlagen auf der einen Seite und den Konsumenten und denen, die auf dem Material aufbauen wollen auf der anderen zu schaffen.
    *
    Trotzdem muss man auch jedem Künstler, der schlicht monatelange Arbeit in sein Werk steckt, auch die Möglichkeit zur Vermarktung lassen.
    Und genau hier hakt die Vorstellung des jetzigen Urheberrechtes. Das behandelt jeden Musiker, Autor, Komponisten, Maler und Bildhauer technisch gesehen gleich. (Berichtigt mich, wenn ich mich irre.)
    *
    Die Idee, die mir vorschwebt wäre ein eigenes Urheberrecht mit unterschiedlichen Schutzfristen für verschiedene Sparten. Während bei Büchern sagen wir 10 Jahre nicht zu lang sind, können 10 Jahre bei der Softwareentwicklung eine entwicklungstechnische Katastrophe darstellen.
    Außerdem benötigt es eine angepasste Fair-Use-Regelung und entsprechende Verwertungsmöglichkeiten für Meshups und abgeleitete Werke.
    *
    Aber ein Schritt ist bereits getan. Danke für diesen Dialog.

    Gruß
    Gedankenverbrecher

  3. Stephan Fleischhauer schrieb am

    Die Aufzeichnungen sind wirklich eine Zumutung. Legt ihr keinen Wert auf eine brauchbare Dokumentation?

  4. Anonymous schrieb am

    Only this short message? What was the conclusion of the encounter? Any action plan? I don’t understand why a copyright reform is not the most impotant question for you, piratenpartei.

    • Sylvia schrieb am

      That is only the conclusion from the series of talks between people. More general reform ideas on copyright can be found in the tags or in other places (Andi Popp’s Blog, the PA149 from Offenbach etc.)

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