Zu Besuch bei der GEMA – Keine Annäherung zwischen Verwertungsgesellschaft und PIRATEN

Bild: Tobias M. Eckrich

Am Mittwoch, den 6. Juni 2012, trafen sich Vertreter der Piratenpartei Deutschland mit der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) in deren Zentrale, um über die geplanten Reformen im Urheberrecht zu diskutieren. Im Gespräch wurde jedoch schnell klar, dass die inhaltlichen Differenzen zwischen der Verwertungsgesellschaft und den PIRATEN kaum zu überbrücken sind.

»Die GEMA präsentierte sich genau so, wie sie auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Als gesetzlich legitimierter Monopolist für Verwertungsrechte, der jedes Augenmaß verloren hat«, fasst Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei, die Gespräche zusammen. »Auch ihr Kastensystem aus 70 Delegierten für die 50.000 Mitglieder und einigen tausend außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern, die persönlich abstimmen dürfen, hält die GEMA für angemessene demokratische Verhältnisse.«

GEMA-Mitglieder werden weiterhin keine Werke von der pauschalen Verwertung durch die GEMA ausnehmen dürfen. Creative-Commons-Lizenzen werden komplett abgelehnt, fasst Christian Hufgard zusammen. Er ist Pressesprecher des LV Hessen und befasst sich ebenfalls intensiv mit dem Thema Urheberrecht. »Dabei geht es hier um Freiheit: Die Freiheit der Urheber zu entscheiden, welche Werke sie von der GEMA verwerten lassen möchten – und wie. Hopp oder Top ist nicht mehr zeitgemäß!«, so Hufgard.

Christopher Lauer, Parlamentarier der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus kündigte massiven Widerstand gegen die im Bundesanzeiger verkündete neue Preisstruktur der GEMA für Live-Aufführungen an: »Die GEMA nimmt willentlich ein Club-Sterben auch hier in Berlin in Kauf. Ihre neuen Tarife sind vollkommen überzogen und gefährden die kulturelle Landschaft deutschlandweit.«

In den kommenden Tagen wird die Piratenpartei weitere Gespräche mit Kulturschaffenden aus den unterschiedlichsten Bereichen führen. Einen Mitschnitt des Gesprächs gibt es im GEMA-Blog.

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Kommentare

34 Kommentare zu Zu Besuch bei der GEMA – Keine Annäherung zwischen Verwertungsgesellschaft und PIRATEN

  1. Marion schrieb am

    Liebe Piraten,
    könnt ihr mir eventuell die Frage beantworten warum es den Mitschnitt auf dem GEMA-Blog und nicht irgendwo bei euch gibt? Außerdem würde ich gerne wissen ob dies eine „ungeschnittene“ Version ist oder ob verlangt worden ist gewisse Passagen der Diskussion zu „streichen“? Beziehungsweise habt ihr euch die fertige MP3 selbst mal angehört die jetzt bei der GEMA ist und die mal verglichen mit dem Originalgespräch? Verzeiht mir mein Misstrauen aber bei der GEMA bin ich immer ein bisschen skeptisch, genau wie bei der GEZ! Vielen Dank und beste Grüße Marion

  2. Marion schrieb am

    Noch was, hab ihr euch die MP3 Datei mal angehört? Fällt unheimlich schwer sich so was anzuhören. Bei der nächsten Aufzeichnung solltet ihr dafür sorgen das es keine Interferenzen mehr gibt, am besten lasst ihr eure iPhones und Androids (wie der Herr lauer sagt xD) mal zu hause! Was bringt mir ein Mitschnitt wenn ich gut 1 bis 2 drittel davon nicht verstehen kann?

    • Badok schrieb am

      Ja, da denkt man, bei der GEMA müsste es doch jemanden geben, der ein wenig von Audio-Cleaning versteht…
      Bei einer solchen Diskussion wäre es allerdings wirklich besser (und höflicher), wenn man die Handys in den Flugmodus bringt.

  3. trinks schrieb am

    Hey. Wie habt ihr den Podcast aufgenommen ? Jedes meiner Iphone und Android Handyaufnhamen versteht man besser.
    Bitte nächstes mal darauf achten.

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  5. Detlef Lauster schrieb am

    Ich möchte mich ganz herzlich für den Einsatz der Piraten bedanken , gegen den ungerechten unsozialen Monopolgiganten GEMA.
    Auch die GVL zahlt nur noch an Künstlern aus, die in den großen Radiosendern gesendet werden alle Musiker die nich in diesen Radiosendern gesendet werden gehen leer aus(Brotlose Kunst) Vom Staat ünterstützt.
    Die großen Radiosender machen sich zum Handlanger der dominierenden Mitglieder der GEMA und GVL. Reich werden die Leute durch die GEMA und GVL die kein Musikinstument beherschen oder Stimme, die noch nie ein Lied komponiert haben.Es sind die Verlage und Labelbosse. Die ein reines Wirtschafsliches denken haben. Mit wenig arbeit viel verdienen.Dieses Sytem arbeitet gegen die Vielfallt und gegen die Kultur die auch von und aus den Bürgern kommen sollte.
    Eine GEMA die gleichzeitig den Verlag, eine GVL die gleichzeitig die Labels vertritt. Ist wie eine Gewerkschaft die gleichzeitig die Firma und dessen Arbeiter vertritt.Da verliert immer der Kleinere(Arbeiter, Komponist,Musiker).
    Das ist das Mittelalter und keine Demokratie….
    Liebe Piraten haltet durch , bringt Licht in´s Dunkle(Transparenz )..je mehr man sich mit diesen Monopolen beschäftigt je tiefer werden die ungerechten Abgründe sichtbar…über 100 Jahre..
    Die Verbingung große Radiosender mit der GVL und GEMA macht gewisse Leute reich.
    Ein Beispiel“Versucht mal ein Musikwerk das bei der GEMA gemeldet ist höher einstufen zulassen um mehr zu erhalten“ Auch wenn das Musikwerk sehr hochwertig ist muß man Patituren einreichen um es überhaubt höher einstufen lassen zu können.Die meisten _Musiker(Texter/Komponisten) wissen garnicht was eine Patitur ist.Der richtige Verlag der weis wie das geht….zahlen muß das alles der Bürger mit der GEZ.

    MfG
    Komponist,Texter,Musiker,Sänger
    Detlef Lauster

    • thomas schrieb am

      Vielleicht sollten die Komponisten, die nicht wissen, was eine Patitur ist, die Berufswahl noch mal überdenken. Klar: ein Bäcker, der nicht weiß, was ein Ofen ist, kann trotzdem lustige Tortenverzierungen produzieren, aber ihn deshalb zum Konditormeister hochzujubeln? Voll Magic!

      • Thomas S. schrieb am

        Paul McCartney, der wohl erfolgreichste Songwriter aller Zeiten, konnte – zumindest in der Beatles-Ära – keine Noten lesen. Soviel zum Unterschied zwischen Handwerkszeug und künstlerischer Kreativität.

      • Felix schrieb am

        Ein Musiker/Songwriter oder Komponist muss nicht zwangsläufig ein Musiktheoretiker sein, ein Musiktheoretiker muss kein Musiker sein.

        Ein Rezeptbuchautor wird nicht automatisch Koch, nur weil er Rezepte aufschreiben kann.

        Musikmachen lernt man auf der Bühne, nicht aus Büchern. Der Erfolg gibt mir recht. Ich verdiene sehr gut als Berufsmusiker und Songwriter. Richtig Notenlesen kann ich bis heute nicht, wozu auch? Musik hat man im Kopf und in den Ohren, nicht im Bleistift. Ich kann vielleicht eine Hookline oder ein paar Akkorde raushören und aufschreiben. Aber wenn es darum geht komplette Bandpartituren zu schreiben, holen wir einen Musiktheoretiker.
        Von einer guten Band erwarte ich, dass sie die Musik im Blut hat. Wenn ich erkältet bin und sage: Einen Ton tiefer spielen! Dann hat die Band das Lied sofort tiefer zu spielen, ohne erst anzufangen Noten und Akkrode zu transformieren. Wenn ich einem Gitarristen ein paar Akkorde gebe, dann soll der dazu ein Solo spielen können, auch ohne Noten.

        Partituren hatten wir erst später, aber nur für die Gema und für Songbook-Verlage, nie für uns selbst.

        • thomas schrieb am

          Es geht nirgends darum, dass Du für Pop/Rock-Kram auch Klassische Musik komponieren können musst. Aber nicht mal zu wissen, was eine Patitur ist?
          Naja, zumindest würde das erklären, warum die aktuell erfolgreichen Bands und MusikerInnen alle so fürchterlich einfältig klingen.

          • Detlef Lauster schrieb am

            Noten ist wie die Schrift , eine möglichkeit Wissen abzuspeichern.
            Man braucht die Schrift nicht um Märchen, Geschichten,Romane zu erfinden(auszudenken).
            Man braucht die Schrift um das gedacht weiterzugeben(festzuhalten).
            Wer schreiben kann, kann noch lange nicht Gedichte,Märchen, Romane erfinden.
            Man braucht keine Noten zu können um Lieder zu komponieren und zu texten.
            Vor 100 Jahren gab es keine andere Möglichkeit Musik als mit Noten für die Nachwelt abzuspeichern(zu hinterlassen).
            Die GEMA arbeitet bewust mit hohen schwierigskeit Stufen.Die nur ein kleiner Kreis beherscht. Die GEMA nimmt sich das Recht raus zu entscheiden was hochwertige Musik ist und was nicht hochwertig ist(Und dazu muß man mindestenz 6 Pateturen für ein Werk einreichen).Um diese Musik dann stark zu honorien.Da greift das zusammenspiel der GEMA mit den großen Radiosender. Wo sogut wie die meisten Komponisten und Texter ausgeschlossen sind.
            Das ist keine Solidargemeinschaft! Sondern ein Eliteverein.
            Mit Staatlicher aufsicht.

            • thomas schrieb am

              Du verteidigst mit viel Off-Topic-Text die Idee, dass ein Komponist nicht _weiß_, was eine Patitur ist. Nicht, dass er nicht selbst keine schreiben kann. Das ist einfach Ignoranz und kein antielitärer Revolutionsaufruf. Da wundert es nicht, dass aus Deutschland im musikalischem Bereich schon lange keinerlei Innovationen mehr zu erhoffen sind. Mittelmäßig nachgemacht reicht halt auch um davon gut zu leben.

              • tru schrieb am

                @thomas: …als jemand, der nach Partituren ruft und hier andere zensiert, sollte man aber wissen, wie man PaRtitur schreibt….

              • thomas schrieb am

                Ich zensiere? Ich habe zensurrechte bei der Piratenpartei? Wie kam es dazu? Und wo muss ich klicken um Kommentare zu löschen?

                Im Übrigen schreie ich nach gar nichts. Im Gegenteil: ich habe vom ganzen Musikgeschäft eher keine Ahnung. Ich weise nur darauf hin, dass Ignoranz keine Auszeichnung ist und es dumm ist, das zu verklären. Ja, irgendein Star konnte keine Noten lesen, super. Und Jesus wusste auch nicht was ein Betriebssystem ist. Das entbindet einen selbsternannten IT-Profi aber nicht von der Pflicht, das zu wissen.

    • HöHü schrieb am

      > Die meisten _Musiker(Texter/Komponisten) wissen garnicht was eine Patitur ist.
      Und das sind die Leute, die meinen, ein Anrecht darauf zu haben „von ihrer Arbeit leben zu können“?

  6. Uwe Wieben schrieb am

    Hallo Piraten,

    mal die Diskussion über die Qualität des Videos bei Seite geschoben – bleibt mir nur ein Gedanke über: Klasse Piraten, das nenn ich Transparenz, weiter so …..
    Das macht richtig Spaß … versucht mehr von diesen Gesprächen (auch zu euren anderen Themen) in dieser Art und Weise zu tranperenzieren (;->), dann ist auch meine Stimme euch sicher. Und scheut euch nicht, Gespräche bei denen euer Gegenüber nicht zu dieser Transparenz bereit ist, einfach abzuzagen – Natürlich mit entsprechender Notiz an UNS!

    Weiter so … Deutschland ich sehe Licht am Ende des Tunnels …

    Ein begeisteter Fast-Pirat

  7. Grimnir schrieb am

    1. Vom Füttern von Trollen wird normalerweise abgeraten.
    2. Wo ist der Bezug zur GEMA? Verlangen die neuerdings Urheberrechtsabgben für das Kopieren menschlicher Erbanlagen?

  8. Axel schrieb am

    7.6.2012: Autoren, Journalisten und Fotografen

    was ist eigentlich aus diesem Dialog geworden ?

  9. H.Bramkamp schrieb am

    Hallo Piraten
    Heute (9.6.2012) las ich einen Artikel in der WAZ, Titel: “ USB_Sticks und Speicherkarten werden teurer“. Darin wird behauptet, dass mit einem USB-Stick während seiner Lebensdauer durchschnittlich 677 Musiktitel, 541 professionelle Fotografien, Bilder oder Kunstwerke, 93 Grafiken und 66 Teile aus Büchern aufgenommen bzw, vervielfältigt werden . Das setzt nach meiner Meinung voraus, dass der Durchschnittsuser weder in die Schule geht, noch eine Arbeitsstelle hat, denn dafür fehlt ihm einfach die Zeit, ausserdem braucht er einen mildtätigen Menschen der ihn mit Essen und Trinken versorgt und ihm eine Unterkunft bietet.
    Ich selbst bin Hobbyautor und besitze zur Zeit 7 Sticks und 5 Speicherkarten. Damit betreibe ich den Datentransfer zwischen meinen Computern und sonst nichts. Deshalb lehne ich eine Besteuerung ab, die auf nicht beweisbaren, Pauschalisierungen beruht. Sonst müssten, wenn der Herr Ramsauer sich durchsetzt, demnächst auch Leute die kein Auto besitzen PKW-Maut bezahlen.
    Es wäre doch mal interessant das Geschäftsgebahren von Gema, ZPÜ und ähnlicher Unternehmen öffentlich zu machen. Denn diese Unternehmen erheben de facto Steuern, also müssten sie auch öffentlicher Kontrolle unterliegen.
    H, Bramkamp

    • richard schrieb am

      Wenn also die GEMA eine pauschale Abgabe beim Verkauf von Speichermedien erhält, um die Künstler für unerlaubte Vervielfältigung zu entschädigen, dann sind ja damit quasi die unerlaubten Vervielfältigungen pauschal abgegolten und somit legal?

      • Roy schrieb am

        Das ist ein hochinteressanter Gedanke!
        Ein rechtswissenschaftliches Guchtachten zu diesem Thema wäre bestimmt spannend und würde die GEMA wohl ganz schön in die Enge treiben!

        Aber so wie ich die GEMA kenne, wird das schnell als nur eine Teilableistung tituliert und die Geldeintreiberei bleibt trotzdem die Gleiche.

        Aber auf jeden Fall ein super Beitrag!

        Viele Grüße

        Roy

        • Agentes schrieb am

          dabei sind The Monsters & Bonaparte, Steff la Cheffe, Stahlberger, Boob, Tim & Puma Mimi und viele andere. Herausgebracht wurde die Compilation von Greis und

  10. Pingback: In Silziumgewittern – Was die Piraten von der GEMA wollten | Spiralteppich

  11. elRossi schrieb am

    Das leidige Thema mit der Verwaltung und dem Machtanspruch. Das Wohl des Menschen liegt – Ausnahmen mögen die Regel letztenendes nur Bestätigen – in der Sicherung seines Einkommens, seiner Macht und des Standes in den er sich hineingeboren resp. gearbeitet hat. Folglich besteht in der Ablehnung der GEMA bezüglich der Migration eben dieser Anspruchsbereiche kein Interesse, was nicht verwunderlich erscheint. Das ist m. E. nach jedermann/frau klar in diesem Zusammenhang.
    Daher kann ich das Engagement der Piraten an dieser Stelle nur würdigen, als Geste guten Willens, in das Gespräch zu gehen!

    Gerne möchte ich an dieser Stelle meine eigene Ansicht zum Schutz des geistigen Eigentums kundtun und freue mich auf konstruktive Kommentare…

    Geistiges Eigentum entsteht nicht über Nacht, noch ist es das Werk eines Einzelnen. Vielmehr reflektiert es die professionalisierte und ausserordentlich gelungene Transformation von Gelerntem und Visionen in ein finales Ergebnis. Dieses geschaffene „Produkt gehört“ im Grundsatz der internationalen Gesellschaft und ist aus ihr entstanden, durch eine Vielzahl von Faktoren welche seine Schöpfung massgeblich beeinflussen (z.B. Bildung, soziales Umfeld, Kulturelle Einflüsse, Förderung, Reisefreiheit, etc., etc., etc.)! Der schaffende Teil des Künstlers ist ohne Frage der Schlüssel um das Geschaffene zum jetzigen Zeitpunkt im derzeitigen Zustand für uns alle verfügbar zu machen. Daher ist auch die Anerkennung, in der jetzigen Gesellschaftsstruktur eben monetär, nur fair und Grundvoraussetzung.
    Die Grundsatzfrage des geistigen Eigentums und seiner Existenz sollte sich nicht stellen, vielmehr ist es „nur“ eine Frages des Weges, dieses in Bezug auf Verfügbarkeit, Bewertung und Eigentum abzugrenzen und sicher zu stellen.

    Verfügbarkeit: Für immer und jeden Menschen, ganz gleich seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion, sozialen Stand, etc… (Bibliothek, elektronisch, für jeden zugänglich, Zeitspanne unendlich)
    Bewertung: Transparente und evolvierendes Sytem auf das alle Wiederverwerter/Konsumenten Einfluss nehmen können
    Eigentum: Der Erschaffer des Werkes selber, für immer, in partizipativem Hinblick auf das Gemeinwohl und dessen Anspruch auf Verwendung in Bezug auf die evolutionär nötige Verfügbarkeit

    Die Verwaltung: easy, 3. Jahrtausend im Vergleich zum 2. und 1.; die Politik unausweichlich komplizierter
    Die Kosten: Irrelevant in Anbetracht der Wertigkeit des diskutierten im Hinblick auf unserer derzeitige und künftige Entwicklung
    Verteilung: Technisch und sozial durchaus lösbar in Bezug auf Entlohnung und kontrollierter nachhaltiger Verbreitung mit den heute gesellschaftlichen Sichtweisen und technologischen Mitteln

    Eine sog. Wissensgesellschaft muss die Sicherung seiner Entfaltung zwingend sicherstellen und darf in dieser Frage keiner Machtgesteuerten Polemik anstehen! 4tw

    Vielen Dank fürs Lesen!

  12. WoodyEllen schrieb am

    Es ist schon merkwürdig, dass einerseits die Privatkopie nach § 55 UrhG erlaubt ist und andererseits § 95a UrhG die Umgehung eines Kopierschutzes für rechtswidrig erklärt. Also entweder man fertigt eine rechtmäßige Kopie an oder man umgeht rechtwidrig einen Kopierschutz. Eigentlich müsste ein Urheber es sich entsprechend § 55 UrhG gefallen lassen, dass ich z. B. für das Auto eine Kopie eine Musikstückes auf einen USB-Stick ziehe. § 95a UrhG beraubt mich aber der Möglichkeit, eben diese Kopie anzufertigen, wenn ein Kopierschutz dafür umgangen werden muss. Das Problem dabei ist, dass der Gesetzgeber mir ein Recht einräumt und gleichzeitig der Urheber (genau genommen der Musikkonzern, der die Stücke verteibt) mir dieses Recht wegnimmt.

    Und zu allem Überfluss soll ich auch noch Geld dafür zahlen, dass man von seinem Recht nach § 55 UrhG Gebrauch macht?

    Das Urheberrecht ist übrigens kein durch Art. 14 GG zu schützendes Grundrecht. Wohlgemerkt „zu schützendes“ nicht „geschütztes“ Grundrecht. Der Unterschied liegt darin, dass der Gesetzgeber entsprechend Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG im Rahmen der gesetzlichen Gestaltung des Inhalts des Eigentums auch andere Regelungen bis hin zur gänzlichen Abschaffung des Urheberrechts schaffen könnte. Allerdings setzen hier aktuell noch die internationalen Verträge Grenzen.

    Aber es wird deutlich, dass das Urheberrecht eben nicht etwas Gott gebenes ist, was unantastbar wäre, wie es von vielen Interessenvertreter hingestellt wird.. Das Urheberrcht schützt nicht die Menschenwürde. Ein Urheberrecht ist dann ein gutes Urheberrecht, wenn es den Urheber (und nur diesen) gewisse Rechte an ihren Werken belässt und gleichzeitig respektiert, dass jede geistige Schöpfung auf den geistigen Schöpfungen vieler vor ihnen aufbaut und es deshalb legitim ist, dass die Gemeinschaft an der geistigen Schöpfung in einem gewissen Maße partizipiert.

    Auch das Eigentum an Sachen ist nicht ohne Einschänkungen. Warum sollte es dann beim „geistigen“ Eigentum so sein?

    Nebenbei, das Urheberrecht sollte vor allem wieder das werden, was es ursprünglich sein sollte: eine Urheberrecht und nicht ein Zwangsrecht zu Gunsten der Verwertungsgesellschaften.

  13. Archi schrieb am

    Vielleicht sollte man zuhören, um etwas verstehen zu können.

    Danke Piraten, dass ihr euch die Mühe gemacht habt,
    Volker etwas Nahe zu bringen…
    Volker mag darum keine Veränderung, weil er sie nicht versteht –
    geistig.

  14. Bourbon schrieb am

    Hallo, der Artikel ist ja jetzt schon ein paar tage älter… aber ich möchte dennoch meine Frage loswerden…
    (1) Ist es eigentlich möglich eine Art zweites Standbein aufzubauen… Also eine „Konkurenz“-Gesselschaft zur Gema die die Urheberrechte der Urheber der werke so einbezieht das es eine Faire alternative zu Gema gibt?
    Die Gema hat ja eine Monopol stellung, man könne doch auch versuchen eine (Private-?) Konkurenz-Gesseschaft Gründen, die Fair für und mit Urheber arbeitet und auf die zu geht die die Werke verwerten…

    (2)Ist es nicht möglich das man sowas auch evtl. Parteilich Unterstützt?? -> Ich weiss ja nicht wie weit man als Partei da gehen darf oder möchte!!! … es muss ja nicht finanziell geschehen… oder ist dies evtl eine einmischung in etwas wo sich Parteien lieber raushalten sollen…

    Hoffe nach der Zeit liesst jemand noch meine Fragen … ;)
    Lieben gruß und schönen abend

  15. Karsvo schrieb am

    TAGESSCHAU.DE IS NOT YOUR FRIEND

    Daß tagesschau.de Benutzer-Kommentare inhaltlich (also nicht nur wenn sie gegen die Benutzerrichtlinien verstoßen) zensiert ist ja mittlerweile allgemein bekannt.

    Aber unter http://tagesschau.de/inland/piraten578.html muß man jetzt folgendes zum Dialog mit der GEMA lesen:

    „In einer Reihe von Gesprächen am Runden Tisch tauschten Piraten in den vergangenen Wochen Argumente und Meinungen aus, mit Autoren und Buchhändlern, Musikern und Produzenten, sogar mit der GEMA – und mit ihr sogar, entgegen den Gepflogenheiten der Piraten, HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN.“

    Der Link vom Mitschnitt vom GEMA-Meeting ist ja hier für jeden überprüfbar und bei Recherche auch Journalisten bekannt. Daher bewerte ich die Darstellung von tagesschau.de nicht nur als manipulative Stimmungsmache gegen die Piraten sondern auch als LÜGE.

    • Karsvo schrieb am

      Anstelle der Piratenparte wäre es jetzt nötig, einen Rückruf zu fordern. Notfalls auch Beschwerde beim NDR-Rundfunkrat.

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