Piratenpartei zur Thematik von Quoten

oder: Warum der Bundesvorstand http://nichtmeineministerin.de unterstützt hat

Der Bundesvorstand hat die Pressemitteilung zu “nichtmeineministerin.de” unterstützt. Neben der eindeutigen Programmlage der Piratenpartei in Bezug auf den grundsätzlichen Anspruch des offenen Briefs und der Pressemitteilung gibt es nun einen starken Kritikpunkt: Die mehr oder minder klare Positionierung des Briefs zu Gunsten einer Quote in der Wirtschaft.

Dazu nun folgendes Statement:

Die Piratenpartei steht für Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Sie setzt sich dafür ein, dass Diskriminierungen und Benachteiligungen beseitigt werden. Deswegen unterstützt der Bundesvorstand der Piratenpartei den Brief an Familienministerin Dr. Schröder. Jedoch setzt sich die Piratenpartei ebenso dafür ein, dass dies mit den richtigen Mitteln geschieht und dass Maßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierung verhältnismäßig sind. Der Bundesvorstand der Piratenpartei stellt deswegen klar, dass die parteiinterne Diskussion um Quotenregelungen in der Politik sowie um Frauenquoten in der Wirtschaft noch nicht abgeschlossen ist. Nach bisheriger Mitgliederdiskussion in der Bundesinstanz von LiquidFeedback gibt es eine Tendenz dazu (Wirtschafts-)Quoten als eine “Brückentechnologie” zu betrachten, sie allerdings innerhalb der Piratenpartei abzulehnen. Verweis.

Der Bundesvorstand hat sich angesichts des Zeitdrucks dazu entschieden die Pressemitteilung zu unterstützen, da sie überwiegend klar dem Grundsatzprogramm der Partei entspricht. Der Verweis auf die Debatte um die Quote hat an der Stelle gefehlt und wird hiermit nachgetragen.

Nichtsdestotrotz werden wir in Zukunft solche Sachen in einer Rubrik “Vorstandsbeschlüsse” im LQFB vorher abfragen – besonders, wenn es sich um leicht strittige Themen handelt. Ihr selbst könnt frühzeitig als Umlaufbeschluss oder Beschluss in der BuVo-Sitzung Anliegen einbringen. Eure Kritik an dem Vorgehen ist wichtig und wir werden das in Zukunft besser kommunizieren und gestalten.

Ursprünglich veröffentlicht von Julia Schramm (Beisitzerin im Bundesvorstand) im Vorstandsportal.

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Kommentare

122 Kommentare zu Piratenpartei zur Thematik von Quoten

Neuere Kommentare →
  1. M.M. schrieb am

    Vorsicht! Der LQFB-Beschluss hat imho einen manipulierenden Charakter. Denn der LQFB-Beschluss KRITISIERT feste Quoten und nennt Bedingungen für Quoten, die NICHT definiert wurden! Ihr bezieht euch auf diesen Beschluss, vergesst dabei aber diese offenen Fragen und den kritischen Charakter des Beschlusses!

    Als Argumentationshilfe „Pro Quote“ zu dienen, war nicht Sinn und Zweck dieses Beschlusses bzw. das war nicht als Sinn und Zweck dieses Beschlusses zu erkennen!

    • piraten gegen quote schrieb am

      Es gibt in deutschland keinen Parteienzwang. Wer eine Quote haben möchte kann zum Beispiel den Grünen beitreten und muß nicht männer- und menschenverachtend zur Piratenpartei kommen.

  2. Klara schrieb am

    Warum wollt ihr nur Leute fragen, die das Liquid nutzen (und damit ihre Privatsphäre aufgeben)?
    Gibt es haltbare, wissenschaftliche Untersuchungen zu Auswirkungen des Delegiertensystems innerhalb des Liquid?

  3. M.M. schrieb am

    Und dass der konkurrierende LQFB-Antrag gegen jegliche Quoten prozentual gesehen mehr Ja-Stimmen und deutlich weniger Nein-Stimmen erhalten hat, als der Antrag, der die Quote „nur“ als Brückentechnologie und unter bewusst offen gelassenen Einschränkungen einführen will, darf hier auch mal erwähnt werden.

  4. Jacky Neiwel schrieb am

    Ich finde diese Stellungnahme unnötig! Der BuVo vertritt in der Öffentlichkeit keine eigenen Meinungen sondern möglichst die der Partei und muss daher auch keine Stellung zu Initiativen von einzelnen Bewegungen innerhalb der Partei beziehen!

    Es ist nicht eindeutig, wie die Partei zu Quoten steht und weil jedes Mitglied freie Ansichten hat, muss der Vorstand auch nicht alles kommentieren.

  5. maSu schrieb am

    Sorry aber nun begebt ihr euch vom Glatteis auf zusätzlich dünnes Eis!

    Zu der Abstimmung „Quote=Brückentechnologie“ gibt es viele offene Fragen und Probleme, dennoch wurde dafür gestimmt. zeitgleich gibt es aber noch eine andere Initiative, die Quoten generell ablehnt, auch dort wurde dafür gestimmt.
    Ich empfinde es mindestens als einseitig, sich nur auf die bequemere Abstimmung zu stützen!

    Desweiteren:
    Der offene Brief an C. Schröder enthält dilettantische Propaganda in Reinform!

    1) die 23% weniger Lohn sind statistischer Unfug, da bei den 23% nicht auf Qualifikation, Branche oder Region geachtet wurde. Würde man dies beachten, dann kommen die Statistiken da auf Werte um 8% weniger Lohn und diese Statistiken sehe ich kritisch, da besonder im Bereich „Qualifikation“ ein sehr subjektiver Maßstab angesetzt wird. Für den einen ist Qualifikation nur Abschlussnote und Berufserfahrung, für den anderen aber auch welche Themen in der Vergangenheit wie bearbeitet wurden. Arbeitnehmer die weniger leisten werden so auch bei Gehaltserhöhungen nach Möglichkeit (Tarife usw…) übergangen. Das sind legitime Vorgänge, die allerdings von externe Seite aus völlig anders bewertet werden. D.h. sogar die 8% sehe ich sehr Zweifelhaft an und dies wird besonders im IT-Sektor klar, wenn man schaut, was für Qualifikationen dort idR verlangt werden. Dort geht es meist weniger um konkrete Abschlüsse, es wird vorausgesetzt, dass man einen Abschluss in dem und dem Bereich habe, aber wichtiger ist, dass man die weiteren Vorgaben (Beherrschung von Programmiersprache XY,…) erfüllt. D.h. der Begriff „Qualifikation“ ist sehr wahrscheinlich von Arbeitgebern anders interpretiert, als von Leuten, die Branchenfremd da drauf gucken und alles in Schubladen einsortieren müssen.

    2) Es wird in dem Brief unverhohlen eine dumme Symbolpolitik für gut geheißen.
    Ich denke nicht, dass die Piratenpartei eine Symbolpolitik, die man besser Placebo-Politik nennen sollte, unterstützt – oder wurde das Parteiprogramm um Placebos erweitert? Die Quote in Spitzenpositionen weniger DAX Unternehmen bringt 99,99% der Frauen da draußen gar nichts. Also für wen meint die Piratenpartei bzw. der Bundesvorstand nun Politik zu machen?

    3) Die ganze Aktion wird von ideologisch völlig verblendeten Feministinnen zu großen Teilen mitgetragen/initiiert. Diese Personen lassen in ihren Blogs und Foren meist gar keine abweichenden Meinungen zu. Kritische Kommentare sind nicht zulässig. Will sich die Piratenpartei mir „solchen“ Leuten, die noch nicht einmal willens sind, sich dem Diskurs auf Augenhöhe zu stellen, in ein Boot setzen? Wenn ja, welche Signalwirkung soll davon ausgehen? Man kollaboriert hier buchstäblich mit dem Feind! Der Feind ist hier eine „Strömung“, die keine abweichenden Meinungen toleriert. Der Vorstand der Piratenpartei scheint nicht einmal das Paradoxon zu bemerken, dass Feministinnen Frau Schröder den Mund verbieten.

    4) das wichtigste zum Schluss
    Sogar wenn der Parteivorstand in gewisser Weise zu dem Schluss kommen mag, dass ein Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen wäre, so legitimiert dies nicht, dass der Parteivorstand einfach Tatsachen schafft, indem man solche eindeutigen(!) Forderungen unterstützt. Wenn der Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen scheint, dann hat der Parteivorstand nicht die peinliche Propaganda von Feministinnen zu unterstützen, denn dies ist exakt eine eindeutige und unmissverständliche Positionierung die ausschließlich am Ende eines Entscheidungsprozesses stehen kann!

    5) Ich komme zu dem Schluss, dass ich mich gelinde gesagt verarscht fühle. Die Piratenpartei lehnt laut Programm Quoten, also die absichtliche und öffentliche Unterteilung von Geschlechtern ab. Post Gender steht auf den Fahnen – dachte ich. Was steht da tatsächlich? Eigentlich sollte da stehen, dass in der Partei einige Damen und Herren offensichtliche Alleingänge im Namen der ganzen Partei unternehmen und als Zusatz dann noch, dass man versucht diesen offensichtlichen Fehler klein zu reden, so wie es die 0815-Politiker der anderen Parteien auch immer machen.

    Ich bin einfach nur enttäuscht, wie Kurzsichtig hier versucht wird ein „ist doch alles nicht so wild“ zu verkaufen. Das kann einfach nicht wahr sein!

    • Arte Povera schrieb am

      „5) Ich komme zu dem Schluss, dass ich mich gelinde gesagt verarscht fühle. Die Piratenpartei lehnt laut Programm Quoten, also die absichtliche und öffentliche Unterteilung von Geschlechtern ab.“

      Es ist nicht der Fall, dass die Piratenpartei laut Programm Quoten ablehnt. Mit Hilfe des Parteiprogramms kann sowohl für als auch gegen Quoten argumentiert werden. (Ich kenne es halbwegs gut, ich gehöre zu dem Team, das diesen Programmteil geschrieben hat.)

      • maSu schrieb am

        Wenn die PP den Post-Gender Ansatz wirklich „treu“ bleibt, dann bedeutet das für mich, dass die Partei nicht aktiv zwischen M und W trennen will und damit sind Gesetze, die eine Trennung explizit vorsehen auch mEn nicht von der PP zu unterstützen.

        Wenn man nun so oder so argumentieren kann anhand des Programms(bzw. dies meint), dann ist das umso ärgerlicher, dass hier wieder einfach Tatsachen geschaffen werden und eine basisdemokratische Abstimmung quasi lächerlich gemacht wird, weil der Vorstand ja bereits vor der eigentlichen Festlegung eindeutig Position bezogen hat.

        D.h. okay, das Programm ist zumindest in dem Punkt „schwammig“, verarscht fühle ich mich dennoch.

        • finio.serra schrieb am

          @maSu
          Es wäre schön, wenn du von deinem Feindbild-Gerede wegkommen würdest. Denn das macht eine sachliche Diskussion unmöglich.
          Zur sachlichen Auseinandersetzung mit dem „statistischen Unfug“ eine Zusammenfassung der Hans Böckler Stiftung ( Forschungswerk des DGB) :
          „Frauen im Beruf schlechter bezahlt“.
          http://www.boeckler.de/32797_32802.htm

          • maSu schrieb am

            Ahja, soll ich nun bedauern, dass Ingenieure, die den Wirtschaftsstandort Deutschland sichern mehr verdienen, als Sozialarbeiter? Sorry, aber die Bezahlung eines Arbeitnehmers richtet sich auch immer nach dessen Wertschöpfung. Es ist nicht das Problem der männlichen Arbeitnehmer, dass soziale Berufe schlechter bezahlt werden.
            Das Frauen in technischen Berufen seltener zu finden sind, das ist auch das Problem der Frauen und nicht der Männer. Mit einem guten Schulabschluss kann man alles machen, was man will. Frauen sind in der Schule bis zum Abitur dank des „tollen“ Bildungssystems (Mädchen erhalten für die gleiche Leistung besser Noten als Jungen… fair?) deutlich im Vorteil, könnten mit ihrem Abitur also alles machen, auch technische Berufe erlernen und ausüben. Sie machen es aber nicht. Da hilft weder eine Quote noch sonst irgendeine Reglementierung.

            Zu den Führungspostionen: Diese sind idR außer tariflich vergütet und hier ist jeder Arbeitnehmer seines Glückes Schmied. Außerdem ist Führungsposten!=Führungsposten. Man kann hier verschiedene Führungspositionen nicht einfach miteinander vergleichen und die Qualifikation spielt auch eine große Rolle bei der Bezahlung. Gerade aber die Qualifikation ist sehr subjektiv vom Arbeitgeber einzustufen. D.h. es wundert mich kein Stück das weltfremde Statistiker, die von außen auf ein System schauen div. Unterschiede gar nicht sehen können/wollen. Wenn Frauen 17% weniger verdienen als Männer in Führungspositionen, dann kann das auch bedeuten, dass die Einschätzung der Qualifikation der Statistiker um 17% von der der Arbeitgeber abweicht – klingt blöd, ist aber so, denn die Deutungshoheit bzgl. der Qualifikation obliegt dem Arbeitgeber und nicht einem Statistiker!
            Darüber hinaus: In dem Text heißt es, dass ein Lohnabstand von 17% festgestellt wurde. Durchschnittlich? Oder war das der größte gemessene Unterschied in der Erhebung? Das sagt man nicht, also ist diese Zahl total wertlos und maximal für dumme Propaganda zu gebrauchen.

            Lücken im Lebenslauf wegen Familie: Ehm wenn sich der Mann 2 Jahre Auszeit für die Familie nimmt statt zu arbeiten, dann hat er die gleichen Nachteile. Jede Familie kann frei entscheiden ob und wenn ja, wer Elternzeit nimmt. Wenn dies überwiegend die Frauen machen, dann ist das eine Entscheidung, die jede Familie unter sich gefällt hat und diese Entscheidungen sind zu respektieren.
            Ich bin zwar auch dafür, dass der Staat die Elternzeit noch besser unterstützen sollte, aber das ist KEIN exklusives Frauenproblem, das ist ein generelles Problem jener Menschen, die aus welchen Gründen auch immer berufliche Pausen einlegen (müssen).

            Teilzeit und Minijobs sind auch ein allgemeines Problem, wenn lieber 2-3 Minijobber eingestellt werden, statt einer Vollzeitkraft, dann läuft ohnehin etwas falsch. Das betrifft Minijobber beiden Geschlechts und Lösungen dafür dürfen nicht explizit auf Frauen zugeschnitten sein, denn sonst können wir in wenigen Jahren gleich mal die Männer aus der Minijobfalle retten, weil man sich von vornherein nur auf die Frauen konzentriert hat.

            Symptomatisch für die ganze Debatte:
            1) Statistiken sind meist nicht sehr Aussagekräftig.
            2) Zahlen werden bewusst irreführend verwendet (Propaganda)
            3) Allgemeine geschlechterübergreifende Probleme werden zu exklusiven Frauenproblemen deklariert

            Und das macht die Debatte generell sehr unsachlich, weil einfach alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, als halbgares Argument genutzt wird und meist durch Lügen und sinnentstellende Interpretationen von Statistiken, die so etwas gar nicht hergeben, untermauert werden soll. Fantastisch. Btw: wie viel weniger verdienen Frauen denn nun? 23%? 17%? 8%? Das können wir ja scheinbar gleich mal auswürfeln…

            • Piraten für Gleichberechtigung schrieb am

              Ein Beispiel für das feministische Lohngerechtigkeitsprinzip finden wir im Sport

              Das feministische Lohngerechtigkeitsprinzip „Gleicher Lohn für ungleiche Leistung“ hat sich bereits in vielen Sportarten manifestiert, in denen die Frauen inzwischen die gleich hohen Preisgelder wie die Männer erhalten – obwohl die Leistung der Männer viel größer ist. Dieser Umstand wird bspw. beim Tennis gut ersichtlich: Die WTA wurde 1970 gegründet, um die gleich hohen Preisgelder für Frauen wie für Männer durchzusetzen. Dies gelang ihr dann auch. So haben im Jahr 2009 bspw. sowohl der weibliche wie auch der männliche Sieger des Turniers in Wimbledon je 850.000 Pfund erhalten. Diese „Gleichheit“ widerspiegelt aber nicht eine gleiche Leistung und ist somit ungerecht, also diskriminierend. Das lässt sich bspw. anhand folgender Kriterien aufzeigen:

              Gewinnsatzleistung
              Da die Männer drei Gewinnsätze pro Spiel leisten müssen, die Frauen hingegen nur zwei, ergibt sich hier ein erheblicher Unterschied in der Leistung für den Erhalt des Preisgeldes. So ist die Gewinnsatzleistung für die Männer 1,5 mal größer als die für die Frauen. Eine leistungsgerechte Aufteilung des Preisgeldes liegt beim Kriterium der Gewinnsatzleistung demnach bei 680.000 für die Siegerin gegenüber 1.020.000 für den Sieger.

              Stundenlohn
              Eine leistungsgerechte Aufteilung des Preisgeldes aufgrund der gesamten Stundenleistung für die absolvierten Spiele sieht bei den Siegern folgendermaßen aus: Die Siegerin des Damenturniers – Serena Williams – absolvierte ihre sieben Spiele bis zum Turniersieg in 9,75 Stunden.[1] Die Arbeitsleistung für den Sieger des Herrenturniers – Roger Federer – betrug hingegen 15,75 Stunden.[2] Der gerechte Stundenansatz liegt bei einem Gesamtstundenaufwand von 25,5 Stunden für 1.700.000 £ Preisgeld bei 66.666,67 pro Stunde. Federer müsste demnach leistungsgerecht 1.050.000 erhalten, hingegen Williams nur 650.000 – Federers Preisgeld müsste also 1,62 mal so hoch sein wie jenes von Williams. Da nun aber für die Herren und die Damen das gleiche Preisgeld gilt, sieht der Stundenlohn geschlechterspezifisch folgendermaßen aus: Frau Williams erhält einen Stundenlohn von 87.179,49, Herr Federer hingegen nur einen von 53.968,25. Somit liegt die Lohndiskriminierung zuungunsten des männlichen Siegers bei 38%, d.h. der männliche Sieger erhält für die gleiche Arbeitsleistung 38% weniger als der weibliche, bzw. die siegreiche Frau erhält 61,54 % mehr als der siegreiche Mann.

              Preisgeld pro Zuschauer
              Noch krasser zeigt sich dieser Umstand, wenn man die Einschaltquoten berücksichtigt. Die Einschaltquote ist ein wichtiges Indiz dafür, wie viel Werbeeinnahmen ein Ereignis generieren kann. Mehr Einschaltquote bringt also (normalerweise) mehr Umsatz (dessen Gewinn wiederum als Preisgeld Verwendung findet). Wenn man nun anschaut, wie viel Einschaltquote der männliche bzw. der weibliche Sieger generiert hat, ergibt sich folgendes Bild: Die beiden Finals haben im Durchschnitt 10,9 Mio. Zuschauer auf BBC verfolgt.[3] Setzt man die Anzahl Zuschauer ins Verhältnis zum Gesamtpreisgeld für die Sieger des Finals, ergibt sich ein Wert von 0,15 £ pro Zuschauer. Geschlechterspezifisch verteilen sich die Einschaltquoten wie folgt: 7,5 Mio. Zuschauer haben den männlichen Final verfolgt, nur 3,4 Mio. den weiblichen. Mit dem Kriterium „Preisgeld pro Zuschauer“ stünden dann dem männlichen Sieger gerechterweise 1.169.725 an Preisgeld zu, dem weiblichen aber nur 530.275. Federer müsste demnach das 2,2-fache von Williams erhalten. Da aber eben „Gleicher Lohn für ungleiche Leistung“ gilt, erhält die Siegerin gleich viel wie der Sieger. Dadurch liegt das „Preisgeld pro Zuschauer“ für den weiblichen Sieger bei 0,25 £, für den männlichen hingegen nur bei 0,11 £. Bei gleicher Leistung kriegt die Frau also das 2,2-fache des Mannes. Aufgrund von Diskriminierungen beim „Preisgeld pro Zuschauer“ erhält der männliche Sieger somit 45 % weniger Lohn als der weibliche, bzw. der weibliche Sieger erhält 121 % mehr als der männliche.

              Einmal mehr wird also ersichtlich: Gleichheit und Gerechtigkeit schließen sich aus. Wobei der Feminist für Gleichheit, der Antifeminist hingegen für Gerechtigkeit einsteht.

              Dabei bleibt unberücksichtigt, dass bei einem direkten Leistungsvergleich selbst die Nummer 1 der Weltrangliste der Frauen keinen Mann schlagen kann der besser steht als 200 der Weltrangliste der Männer.

              Einzelnachweise
              ↑ Wimbledon 2009 Spieler Profil Serena Williams
              ↑ Wimbledon 2009 Spieler Profil Roger Federer
              ↑ Wimbledon Men’s Final attracts 11.2m on BBC One

          • Anonymous schrieb am

            Ach Gottchen!
            Weil Frauen also FREIWILLIG ein paar Jahre einen Ruhigen mit ihren Kindern machen statt zu arbeiten, weil sie sich FREIWILLIG auf Halbtagsjobs und Minijobs beschränken und weil sie FREIWILLIG weniger gut bezahlte Berufe in Kaffeemaschinenreichweite wählen, werden sie also bösartig mit weniger Lohn und weniger Aufstiegsmöglichkeiten diskriminiert?
            Ganz im Ernst: Wie verblendet kann man eigentlich sein? Glauben Feministen, sie leben im Schlaraffenland und hätten es, weil sie Brüste haben, nicht nötig, etwas für Lohn und Posten zu tun?!?

          • Hermann Köster schrieb am

            @Finio: Naja, mit Leuten die sachlich pro Quote argumentieren, sollte man sich in der Tat sachlich auseinandersetzen. Die Initiatoren des Briefes lassen sich aber leider nicht auf eine sachliche Diskussion anhand von Untersuchungen zur 23% Lücke ein. Sehr häufig (Grüne, nichtmeineministerin, Spiegel Online) wird behauptet, es wären 23% weniger Gehalt bei GLEICHER Arbeit. Eignet sich natürlich besser als Argument pro Quote und kontra Schröder als die Erkenntnis, dass ein Großteil der 23% auf das Konto von Kindererziehung geht. 23% weniger bei gleicher Arbeit hat nur den kleinen Schönheitsfehler, dass es kompletter Blödsinn ist. Leute die im Interesse ihrer Hetzkampagne derartige Lügenmärchen verbreiten, sind für mich schon ein Feindbild.

            • finio.serra schrieb am

              @Herman
              nichtmeineministerin spricht NICHT von 23% Lohnlücke bei gleicher Arbeit. Zeitungsartikel mit einer Aussage xy % Lohn bei gleicher Arbeit sind 4 und mehr Jahre alt. Und darauf willst du immer noch herumreiten?
              Also: Der Bruttostundenlohn aller Frauen ist 23 % niedriger als der aller Männer.
              Diese Lohnlücke von 23 % finde ich auch skandalös.

              • Bombe 20 schrieb am

                Diese Lohnlücke von 23 % finde ich auch skandalös.

                Was genau findest Du skandalös? Daß ein KFZ-Mechatroniker mehr verdient als ein Verkäufer? Ein Maschinenbauer mehr als ein Germanist? Ein Industriemechaniker mehr als ein Bürokaufmann? Ein Vollzeit-Chirurg mehr als ein Teilzeitarzt im Gesundheitsamt? Ein Elektroniker mehr als ein Friseur? Ein Informatiker mehr als ein Pädagoge? Jemand, der selbstbewußt verhandelt mehr als ein Schüchterner? Jemand, dem das Geld wichtiger ist, mehr als jemand, der Wert auf eine gute Life-Work-Balance legt?

                Daß in einigen dieser Gruppen mehr Frauen zu finden sind als in anderen, daran haben auch 11 Jahre Girls’Day nichts ändern können.

                Weißt Du, ich habe letztens einen Friseurladen gesehen, da gab es einen Haarschnitt für 10 Euro. Eine Autowerkstatt, die mir für 10 Euro die Bremsbeläge wechselt, würde ich sicherheitshalber meiden.

                Bombe 20

              • Hermann Köster schrieb am

                @finio Der Spon Artikel auf den ich mich beziehe ist von Silke Burmester, 22.4.2012 „Die Feindin aller Frauen“. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kristina-schroeder-hilft-der-emanzipation-a-828803.html
                Trotz entsprechender Kommentare in SPON und einer direkten Mitteilung an Frau Burmester wurde das bis heute nicht korrigiert.

                Die Aussage der Grünen die mich am meisten aufregt stammt von Anja Piels Homepage: http://www.anja-piel.de. Sie steht noch da, ist vom 23. März dieses Jahres.
                „Noch immer verdienen vollbeschäftigte Frauen in Deutschland 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. „Diese Lohnlücke lässt sich weder durch familienbedingte Unterbrechungen noch durch die Berufswahl erklären, sondern ausschließlich mit diskriminierenden Strukturen in Wirtschaft und Arbeitswelt. Frauen müssen für gleiche und gleichwertige Arbeit endlich den gleichen Lohn bekommen wie Männer“, sagte Anja Piel, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,…“

                Statt 22% stand auch mal 23% dort. Eine Anfrage von mir bei Bündnis 90/Die Grünen, ob das eine Einzelmeinung, eine Panne, die Meinung der niedersächsischen Grünen, oder die offizielle Meinung der Grünen insgesamt sei blieb unbeantwortet. In den Diskussionen auf der facebook Seite von nichtmeineMinisterin und in den Kommentaren zu Presseartikeln tauchte die Meinung es ginge um gleiche Arbeit in der aktuellen Diskussion immer wieder auf, trotz wiederholter Richtigstellung.

                Richtig ist, dass die Aussagen im Brief selber streng genommen korrekt sind. Trotzdem habe ich beim Lesen angenommen, es ginge um 23% weniger Lohn für gleiche Arbeit, das hat mich so schockiert, dass ich google bemüht habe. Hätten sie eigentlich auch tun können (oder nachfragen), statt mir zu unterstellen, ich würde mich über Schnee von gestern aufregen.

                Nach ernsthaften Analysen der 23% ist der Hauptfaktor die Kinderbetreuung. Was ich skandalös finde ist es, wenn Leute unterstellen diese 23% hätten nichts mit Kinderbetreuung zu tun, eine Vernebelung der Ursachen erschwert es nämlich, etwas gegen diese Ursachen und damit die 23% Lücke zu tun! Wenn sie das also – wie ich – für wünschenswert halten, werden sie mir sicher zustimmen!

              • Hermann Köster schrieb am

                @finio, Nachtrag:
                Mal angenommen, die Initiatoren und Unterzeichner des Briefes wären sich der Ursachen für die 23% Lücke tatsächlich bewußt. Dann sollen sie sich schämen, daß sie eine Frauenquote fordern. Eine Quote für Erziehende würde ich persönlich zwar auch ablehnen, aber das wäre immerhin eine Forderung, die nicht in übelster Weise diskriminierend gegenüber erziehenden Männern wäre!

              • piraten gegen quote schrieb am

                Bundesfrauenministerium gesteht Fehler ein:
                Das Ministerium räumte ein, dass die von Ursula von der Leyen anlässlich des Frauentags 2007 genannten 23 Prozent Minderverdienst von Frauen für gleiche Arbeit in jedem Fall nicht zuträfen. Wörtlich heißt es in der Antwort:

                Die in der von Ihnen zitierten Rede vom 8. März 2007 enthaltene Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass ‚Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn er sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis.“

              • piraten gegen quote schrieb am

                Pressemitteilung Nr. 384

                Am 25. Oktober 2010 veröffentlichte das Statistische Bundesamt erstmalig eine Studie, in der eine Vielzahl von objektiven Faktoren berücksichtigt wurde, die eine Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen sachlich begründen. Das Ergebnis: Der Verdienstunterschied reduzierte sich auf maximal durchschnittlich 8 Prozent. Das ist auch noch viel, aber weit weg von der 23-Prozent-Legende.

                Bemerkenswert und dem Amt hoch anzurechnen ist, dass in der Pressemitteilung unmissverständlich darauf hingewiesen wurde, dass diese 8 Prozent noch nicht das Ende der Fahnenstange sind. Wörtlich ist da zu lesen, Zitat:

                „Bezogen auf den für 2006 veröffentlichten Gender Pay Gap lag der um den Einfluss dieser Merkmale statistisch bereinigte Verdienstunterschied bei rund 8%. Dies bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde durchschnittlich 8% weniger als Männer verdienten. Dieser Wert stellt insofern eine Obergrenze dar, als einige weitere Faktoren, die zur Erklärung des Verdienstunterschieds beitragen könnten, in der Analyse nicht berücksichtigt werden konnten, da die entsprechenden Angaben nicht vorlagen.“
                http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/10/PD10__384__621,templateId=renderPrint.psml

          • piraten gegen quote schrieb am

            Bundesamt für Statistik, welches auch die 23% veröffentlicht hat, klärt in der Pressemitteilung Nr.285 vom 13.07.2006 auf:

            …“Aus dem geschlechterspezifischen Verdienstabstand kann nicht geschlossen werden, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit anders bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich vielmehr durch Unterschiede in der männlichen und weiblichen Arbeitnehmerstruktur erklären. Diese sind beispielsweise gekennzeichnet durch Unterschiede im Anforderungsniveau, der Verteilung auf besser und schlechter bezahlte Wirtschaftszweige, der Größe der Unternehmen, der Zahl der Berufsjahre, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und des Ausbildungsniveaus.“ …
            http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2006/07/PD06__285__623.psml

    • Arte Povera schrieb am

      Mir ist noch etwas aufgefallen: In deinem Beitrag schreibst du von „Feministinnen“, „Frau Schröder“ und „Damen und Herren“. Gleichzeitig legst du aber ein vorgebliches (de facto nicht vorhandenes) Post-Gender-Bekanntnis der Piraten so aus, dass auf keinen Fall Menschen als „Frauen“ bzw. „Männer“ kategorisiert werden dürften, wie es d.E. eine Quote erfordert (was btw nicht unbedingt richtig ist) und erscheinst, als sei dir diese Forderung sehr wichtig. Siehst du da nicht einen Widerspruch? Warum kategorisierst du in deinem Beitrag am laufenden Bande Menschen in Geschlechter, gibst das aber zugleich als Grund an, eine Quote abzulehnen?

      • maSu schrieb am

        Weil Feministinnen nun mal Feministinnen sind, weil Frau Schröder eine Frau ist und weil darin ein enormer Widerspruch steckt: Feministinnen, die ja angeblich dafür kämpfen dass Frauen selbstbewusst sagen und machen dürfen, was sie wollen, haben mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen, als einer Frau, die selbstbewusst ihre Meinung vertritt, öffentlich und verdammt unsachlich anzugreifen.

        Zu „Damen und Herren“: also wenn du dich daran reiben willst, dann reib dich daran, wenn du sonst nichts zu tun hast und sonst keine Argumente hast. Natürlich darf man Personen auch nach ihrem Geschlecht anreden, wenn man das möchte. Post-Gender heißt nicht, dass div. Anreden unter Strafe gestellt werden oder dass Gedankenverbrechen eingeführt werden. Auch kann eine bewusst überbetonte höfliche Anrede (eher beim gesprochenen als geschriebenen Wort zu erkennen) explizit beider Geschlechter auch eine tiefer gehende Bedeutung haben, die dahin gehend ist, dass sich da ein kleiner Club, der sich für scheinbar elitär hält, das Recht heraus nimmt, im Namen der PP einen Standpunkt zu verbreiten, der nicht parteiinterner Konsens ist.

    • Anonymous schrieb am

      Alles richtig, die sachlichen Dinge wurde auch in den Kommentaren zu der Meldung bereits erschöpfend diskutiert. Wenn nun die Piraten eine pro Feminismuspartei bilden, kann man die eigene Entrechtung auch direkt bei SPD, Linke oder Grüne wählen.

  6. Hermann Köster schrieb am

    Der erwähnte LQFB Beschluss:

    „Die Gleichstellung der Geschlechter steht seit Jahrzehnten im Grundgesetz, ist aber in der Praxis noch nicht vollumfänglich realisiert. Um hier den Verfassungsauftrag zu erfüllen, setzt sich die Piratenpartei Deutschland dort für den Einsatz von Frauenquoten ein, wo dies als geeignetes, erforderliches und angemessenes Mittel erscheint.

    Wir betrachten solchen Quoten jedoch lediglich als eine Art Brückentechnologie. Langfristig streben wir einen Zustand an, in dem solche Quoten wegen Entbehrlichkeit abgeschafft werden können.“

    Der Beschluss geht offensichtlich von falschen Voraussetzungen aus. Von der Gleichstellung der Geschlechter steht meines Wissens nichts im Grundgesetz, dort ist von Gleichberechtigung die Rede!

    Wikipedia:
    Gleichberechtigung bezeichnet die Gleichheit verschiedener Rechtssubjekte in einem bestimmten Rechtssystem.
    Unter Gleichstellung versteht man die Maßnahmen der Angleichung der Lebenssituation von im Prinzip als gleichwertig zu behandelnden Bevölkerungsgruppen (wie Frau und Mann),

    Das ist ein großer Unterschied. Man könnte sogar argumentieren, daß eine Frauenquote in Vorständen zwar die Gleichstellung von Frauen fördert, den Männern jedoch keine Gleichberechtigung zugesteht.

    Da ich generell LQFB als ein sehr interessantes und wegweisendes Projekt ansehe, würde ich gerne wissen, was mit Beschlüssen passiert, bei denen falsche Voraussetzungen erst nach Abschluss des Punktes in LQFB bemerkt werden. Gibt es dafür irgendwelche Regeln?

      • maSu schrieb am

        Stellt sich nur die Frage, welche Frauen nach Meinung einiger offensichtlich ignoranten Gerichte durch eine Quote bzgl. weniger Führungspositionen in wenigen Unternehmen eine Art Gleichberechtigung erfahren würden. Denn das wirft für mich gleich die Frage auf, ob Frauen, die zB im Bergbau arbeiten wollen minderwertig sind, bzw. von diesen Juristen so angesehen werden, weil nur eine selbsternannte Elite mit Quoten bedacht wird.
        Gesetze sollten immer verhältnismäßig, als auch geeignet sein, den jeweiligen gesellschaftlichen Missstand zu beheben. Ein Gesetz, welches zugunsten der Rechte von 0,0001% der Frauen dieses Landes massiv die Rechte von Unternehmen beschränkt ist weder verhältnismäßig, noch geeignet um eine Ungleichbehandlung zu beenden oder auszugleichen.
        D.h. wenn man dem von dir verlinkten .pdf glaubt, dann ist die einzig logische Folgerung, dass alle Bereiche durchquotiert werden müssten und zwar für beide Geschlechter und nicht nur wenige Ausnahmebereiche, denn diese wenigen Ausnahmebereiche würden wieder zu einer Diskriminierung/Benachteiligung jener Frauen führen, die nicht in den Genuss kommen können, diese wenigen Quotenjobs anzunehmen (Siehe Schweden und die „Goldröcke“).
        Im übrigen brauchen wir dann auch Migrantenquoten, wobei das nicht differenziert genug ist, man müsste noch genauer nach Herkunft unterteilen. Behindertenquoten braucht man auch (Arbeitnehmer mit schweren Behinderungen sind kaum kündbar, deswegen werden sie meist einfach nicht eingestellt).

        Wo soll das alles bitte hinführen?

      • Hermann Köster schrieb am

        Ok, mein Satz „Man könnte sogar argumentieren,…“ ist nicht im Einklang mit dieser Analyse. Ich hatte als Nichtjurist auch bewusst den Konjunktiv verwendet. Nichtsdestotrotz steht Gleichberechtigung im Grundgesetz, der Antrag ist also definitiv falsch formuliert.

      • Eigentor schrieb am

        Vielen Dank für den Link und damit einem erneuten Argument GEGEN die Quote.
        Ich zitiere aus der Quelle:
        „Eine gesetzliche Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft […] ist verfassungsrechtlich zulässig, wenn sie vorsieht, dass weibliche Bewerber bei gleicher Qualifikation gegenüber männlichen Bewerbern so lange Vorrang genießen, bis das verfassungsrechtliche […] und unionsrechtliche […] Ziel der Gleichberechtigung von Männern und Frauen errreicht ist (relative Frauenquote)“.
        Unter begriffsfähigen Menschen resultieren hieraus also drei Fazite:
        a) Bei gleicher Qualifikation darf – oh Wunder, was eine Neuigkeit, haben wir ja bisher auch noch nicht – nicht diskriminiert werden. Bei unterschiedlicher Qualifikation hingegen tritt keine Quotenregelung in Kraft.
        b) In diesem Satz wird noch korrekterweise von Gleichberechtigung gesprochen. Wenn sich also für einen Vorstandsposten wie gewohnt so gut wie keine (qualifizierten) weiblichen Bewerber finden lassen, ist auch bei einer 100%igen Besetzung mit Männern die Gleichberechtigung gewährleistet und die Quote tritt nicht in Kraft.
        c) Da die Qualifikation immer im Auge des Einstellenden liegt und mit Argumenten wie „X hat mich rhetorisch eher überzeugt“ oder „Y scheint eine pragmatischere Herangehensweise zu besitzen“ begründet werden kann, ist auch die Durchsetzung der Frauenquote bei exakt gleicher Qualifikation nicht möglich, da es keine Fälle von exakt gleicher Qualifikation gibt.
        Die verlinkte Quelle zeigt also lediglich auf, dass die Quote nur dann verfassungskonform ist, wenn sie nicht anwendbar ist. Ebenso hat das BKA neulich festgestellt, dass ein Staatstrojaner nur dann verfassungskonform ist, wenn er unmöglich zu konzipieren ist. Blöde gelaufen, was?
        Und um meine Argumente noch einmal mit einer Textstelle aus dem verlinkten Dokument zu belegen:
        „Denn im Gegensatz zur absoluten Quote setzt die relative Quote voraus,
        dass es erstens weibliche Bewerber tatsächlich gibt und sie zweitens die gleiche Qualifikation
        wie männliche Bewerber haben. Stehen keine oder keine ebenso qualifizierten Frauen als Bewerber für eine Führungsposition in der Wirtschaft bereit, greift die relative Quotenregelung
        nicht.“
        „Die Flexiquote wird übrigens ebenfalls in der Quelle abgelehnt:
        Eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft, mehr Frauen als bislang in Führungspositionen zu bringen,
        stellt kein ebenso geeignetes Mittel zur Beseitigung der bestehenden Nachteile für Frauen
        bei dem Zugang zu Führungspositionen in der Wirtschaft dar wie die relative Frauenquote.“
        Fassen wir zusammen:
        Fixe Quote => Verfassungswidrig.
        Relative Quote => Nicht durchsetzbar
        Flexiquote => Verfassungsquote und nach Einschätzung der Autorin ohnehin Blödsinn.
        QUOD ERAT DEMONSTRANDUM

        • maSu schrieb am

          Gut ausgearbeitet, diesen enormen Widerspruch hatte ich gar nicht bemerkt. Demnach wären starre Quoten auch nach der Meinung von Juristen nicht möglich, was ja auch logisch ist: Starre Quoten führen bei zu wenigen weiblichen Bewerbern einfach immer zu dem Problem dass die Qualifikation in den Hintergrund tritt.

        • Arte Povera schrieb am

          Dein Kernargument:
          „c) Da die Qualifikation immer im Auge des Einstellenden liegt und mit Argumenten wie “X hat mich rhetorisch eher überzeugt” oder “Y scheint eine pragmatischere Herangehensweise zu besitzen” begründet werden kann, ist auch die Durchsetzung der Frauenquote bei exakt gleicher Qualifikation nicht möglich, da es keine Fälle von exakt gleicher Qualifikation gibt.“

          Gleiche Qualifikation ist nach Rechtsmaßstäben keine identische Qualifikation, sondern eine gleich wertvolle Qualifikation, die sich im Sinne von Art. 33 Abs. 2 GG aus den Elementen Eignung, Befähigung und fachliche Leistung zusammengesetzt, entschieden vor dem Hintergrund zuvor angegebener (z.B. bei der Ausschreibung) konkreter Anforderungen und im Zweifelsfall durch ein Gericht. Das wird bereits auf verschiedenen Ebenen in Deutschland und in zahlreichen Ländern, darunter Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande oder Norwegen u.v.a., erfolgreich praktiziert.
          Wäre es nicht möglich, so etwas hinreichend tauglich zu prüfen, könnten z.B. auch rassistische Diskriminierungen im Einstellungsprozess nicht geahndet werden.

          Außerdem, Augen auf bei der Argumentation ;): Wenn Qualifikation „total subjektiv ist und eh nicht verglichen werden kann“, dann *fallen damit alle meritokratischen Begründungen für die Jobvergabe*. Ich habe nicht den Eindruck, dass das in deinem Interesse ist, da du ja deinen Fairnessbegrff darauf aufbaust („die bestqualifizierten sollten die Jobs kriegen“)

          • Hermann Köster schrieb am

            @Arte: Was bedeutet in diesem Kontext „erfolgreich praktiziert“? Wie bemisst sich Erfolg? Und für welche Art Job erfolgreich praktiziert? Wenn jemand eingestellt wird, ist in der Praxis doch der Einstellende (in dem Bereich der mir vertraut ist der Fachvorgesetzte) dafür verantwortlich, dass der Eingestellte ex post zumindest den Anforderungen genügt. Wenn er aber nicht mehr anhand seiner ganz persönlichen Kriterien und notfalls auch seines Bauchgefühls entscheiden kann, sondern sich dabei stattdessen nach „Rechtsmaßstäben“ richten muss – wer trägt dann die Verantwortung, wenn der Eingestellte ex post nicht den Anforderungen genügt? Der Gesetzgeber?

            Ich habe Einstellungen miterlebt, die sich über fast 2 Jahre hinzogen, unter anderem weil ein für den Verantwortlichen entscheidendes Kriterium war, dass keines der 12 Teammitglieder einen Einwand gegen den Eingestellten hat. Ist ein solches Kriterium dann zwangsläufig gesetzeswidrig, weil nicht objektiv bewertbar?

            Selbst wenn jemand sowohl juristisch als auch moralisch Anspruch auf einen Job hat und den auch durchsetzt, der Arbeitgeber ihn aber nicht möchte, wird damit letztendlich keine der beiden Seiten glücklich werden. Darum kann ich das mit dem „erfolgreich praktiziert“ nicht so recht nachvollziehen!

          • thomas schrieb am

            ja, das führt unbedingt zu qualifiziertem Personal. In meiner Erfahrung: ein Mann und eine Frau, beide mit Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration. Die Frau wird eingestellt, weil „gleiche Qualifikation“. Weder wusste die Dame, wie man bei Windows 2000 den Nachrichtendienst deaktiviert, noch, wie man beim Internet Explorer Cookies löscht. Aber sie hat das Zertifikat. Sie guckt sich die Rechner selbst bei Problemen nicht an. Aber sie hat das Zertifikat. Die Angestellten in der höheren Hierarchie kaufen sich Privat Laptops und lassen sie an das Intranet anschließen, weil sie mit den vorhandenen Rechnern nicht arbeiten können. Aber sie hat das Zertifikat.
            Der nicht-eingestellte Mann btw, den ich ebenfalls persönlich kenne, hat btw „aus dem Handgelenk“ anschließend ne IT-Abteilung von 30 Leuten geschmissen und ist inzwischen Chef selbiger.

            Und Du redest von „Qualifikation“? Sag doch bitte ehrlicherweise „Zeugnisse“.

      • Tastengockel schrieb am

        Wenn man jetzt schon eine Jura-Uni bemühen muss, ist mir das entschieden zu weit weg vom richtigen Leben.
        Ich habe echte H4-Sorgen. Aber das interessiert eine Volkspartei wohl nicht mehr???

  7. The_Underscore schrieb am

    Ich denke, es ist gut, dass dieses Statement erschienen ist und dass in Zukunft auf bessere Kommunikation geachtet wird. Sich jetzt weiter über den Kommunikationsmangel damals aufzuregen bringt nicht viel und ich nehme an, dass der Vorstand auch daraus gelernt hat.

    Den Brief zu unterschreiben bleibt imo falsch, aber das ist sowieso vorbei und kann beim nächsten Mal besser gemacht werden – was nicht heißen soll, dass es keinen Diskussionsbedarf mehr zu der Frauenquote gibt.

  8. Buckliger schrieb am

    Hm, interessanter Gedanke mit der „Brückentechnologie“. Ich bin auch aus Gleichberechtigungsgründen gegen jede Art von Quote, schon weil Sie die Bürokratie im Universum wieder erhöht. Aber sozusagen gesetzlich für 5 Jahre eine Quote als eine Art „Anschubfinanzierung“ (wie man so schön sagt) und dann Quote wieder abschaffen und gucken ob der Effekt anhält.

    • Anonymous schrieb am

      Jaa, Brückentechnologien sind etwas Tolles!
      So z.B. die Solidaritätssteuer.
      Davon ab ist auch Sexismus auf Zeit nach wie vor verfassungswidrig und menschenverachtend.
      Von den Schäden, die auch in den 5 Jahren angerichtet werden können, indem eine -sorry- Bürotussi aufgrund ihres Geschlechts statt des hochqualifizierten männlichen Kollegen befördert wird, einmal abgesehen. Denn Gleichqualifizierte werden in der Praxis so gut wie nie diskriminiert und wenn doch, ist dies bereits jetzt verboten und wird bestraft.
      Was die laufzeit von 5 Jahren angeht: Die Unternehmen werden unter Garantie dann eben innerhalb der 5 Jahre keine Stellen ausschreiben. 5 Jahre sind ein überschaubarer Rahmen.

    • M.M. schrieb am

      Also wird etwas Ungerechtes weniger schlimm, wenn man es für 5 Jahre einführt und dann eventuell verlängert. Interessant…

      Wie schwer man etwas wieder los wird, sobald es einmal eingeführt wurde, sieht man an diversen Beispielen: Atomkraft, Anti-Terror-Gesetze, Soli, FrauenMediaTurm-Finanzierung, etc.

      Es ist einfach schwer, etwas bestehendes wieder abzuschaffen. Es haben sich Nutznießer und Strukturen für diese Sachen gebildet, deshalb ist Protest gegen die Abschaffung vorprogrammiert.

      Wenn man eine einmal eingeführte Quote wieder entfernen will, wäre doch sofort die Rede von „Antifeminismus“, „Rückschritt in alte Zeiten“ oder sogar „Frauenfeindlichkeit“…

      • Arte Povera schrieb am

        Es gibt durchaus auch Quoten, die eingeführt und danach wieder abgeschafft wurden. AT&T zum Beispiel hatten eine Quote über einige Jahre. Nachdem sie 50% erreicht hatten, haben sie sie wieder abgeschafft, und die Verbesserung blieb danach stabil. Das ist eine riesige Telelkommunikationsfirma, die damals eine Monopolstellung in den USA und Kanada hatte.

        • maSu schrieb am

          Wenn die nicht reihenweise schlecht qualifiziertes Personal eingestellt haben, um zwangsweise eine Quote zu erfüllen, dann war die Quote aber ziemlich überflüssig oder? Auch ist die Frage, wie die Quote gelten soll – für das ganze Unternehmen oder für jede Abteilung? Telekommunitionsunternehmen haben idR riesige Callcenter und das ganze wird absurd, wenn man um die Quote zu erfüllen das Callcenter quasi nur mit Frauen besetzt, damit die Elektriker und Informatiker in ruhe gelassen werden.
          D.h. bevor ich Unternehmen dafür bejubel, dass sie eine hohe Frauenquote haben, möchte ich gerne wissen, wie das in den einzelnen Abteilungen aussieht… denn alles andere ist Augenwischerei und hilft niemandem (genau wie die Quote selbst).

          • Arte Povera schrieb am

            Es wurde in den einzelnen Abteiliungen gemischt, d.h. wo bisher fast nur Frauen waren, wurden Männer eingestellt, wo bisher fast nur Männer warne, wurden Frauen eingestellt. Andernfalls hättest du natürlich Recht. Wenn es dich interessiert, die Geschichte steht ausführlich in Rössler, Barbara: Quotierung und Gerechtigkeit: Eine moralphilosophische Kontroverse.

            Deinen Satz „Wenn die nicht reihenweise schlecht qualifiziertes Personal eingestellt haben, um zwangsweise eine Quote zu erfüllen, dann war die Quote aber ziemlich überflüssig oder?“ verstehe ich leider nicht.

            • der_mann_von_heute schrieb am

              Er meint damit wohl, dass eine Quote schlecht ist, die zwar erfüllt wird, aber nur durch Einhandlung anderer Nachteile wie „schlecht qualifiziertes Personal“. Mit „schlecht qualifiziertem Personal“ meint er offensichtlich Frauen. Damit wären wir auch gleich beim Kern des gesellschaftlichen Problems, das maSu eindrucksvoll verkörpert.

              • maSu schrieb am

                interessante, aber völlig falsche Interpretation, aber danke, dass du es wenigstens versucht hast…

            • maSu schrieb am

              “Wenn die nicht reihenweise schlecht qualifiziertes Personal eingestellt haben, um zwangsweise eine Quote zu erfüllen, dann war die Quote aber ziemlich überflüssig oder?”

              Bedeutung des Satzes:
              Entweder wurde qualitativ schlechtes Personal eingestellt….
              …oder man hatte ohnehin unter den Bewerbern ausreichend qualifizierte Frauen, die den Zuschlag auch ohne Quote hätten erhalten müssen.

              Das ist das Problem jeder Quotenreglung. D.h. wenn ein Unternehmen 1:1 Männer und Frauen beschäftigen will, dann müssen die Bewerber dies aufgrund ihrer Qualifikationen auch zulassen. Alles andere wäre absurd und führt zu der berüchtigten Quotenfrau.

    • Grimnir schrieb am

      Mir hat man 21 Jahre meines Lebens einen klassenlosen Kommunismus als zukünftige repressionfreie Gesellschaftsordnung in Aussicht gestellt. Dafür musste ich nur die „Diktatur des Proletariats“ als „Brückentechnologie“ in Kauf nehmen. Jeder machtgierige Politiker verspricht, diktatorische Vollmachten wieder abzugeben, wenn sie nicht mehr notwendig sind. Frauenquoten sind in der Tat eine Brückentechnologie: Sie dienen als Türöffner wir weitere unsinnige Quoten. Mit der gleichen Logik könnte man auch Websperren (Zensursula-Stoppschilder) als Brückentechnologie akzeptieren. Wenn sich alle Pädophien freiwillig in eine Therapie begeben, kann man sie ja wieder abschaffen.;-)

      2. Ich bringe mal einige Daten:
      25.03.2012: Landtageswahl im Saarland:
      Die Linke: 16.1%
      Piraten: 7,4%
      FDP: 1,2%

      28.04.2012: Überwältigendes „Nein“ zur Haolocaustleugnung und -Relativierung

      06.05.2012: Landtagswahl in Schleswig-Holstein
      FDP: 8,2%
      Piraten: 8,2%
      Die Linke: 2,2%

      09.05.2012: Piratenpartei unterstützt „nichtmeineminsterin.de“

      13.05.2012: Landtagswahl in NRW
      FDP: 8,6%
      Piraten: 7,8%
      Die Linke: 2,5%

      Preisfrage: Ist die Piratenpartei nun die „bessere liberale Partei“ oder eine „Linkspartei mit Internetanschluss“?

      Die Linksdrift der Piratenpartei wird von zwei Entwicklungen begleitet:
      1. Die sogenannten „Nerds“ ziehen sich aus der aktiven Politik zurück. An ihre Stelle treten waschechte Vollblut-Politiker.
      2. Anstatt klare und transparente Beschlüsse zu fassen einigt man sich auf für Politiker typische faule Formelkompromisse.

      Es war abzusehen, dass die Piratenpartei irgendwann zu einer „etablierten“ Partei wird. Man könnte aber mit einer Quote gegensteuen, indem man 50% der Parteiämter für Mitglieder mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund reserviert, um eine Übernahme der Piratenpartei durch Juristen und Sozialwissenschaftler zu verhindern. – Bazinga

      • Ben schrieb am

        Den statistischen Zusammenhang zwischen den von dir erwähnten Ereignissen und den Wahlergebnissen kannst du sicher belegen ;)

        • Grimnir schrieb am

          Es tut mir leid, aber dafür ist die Stichprobe vermutlich zu klein und die „anderen Einflüsse“ verzerren das Ergebnis.

  9. thomas schrieb am

    Liebe Julia, danke für die Aufklärung, die den Spekulationen recht gibt. Bitte unterlass es in Zukunft, im Namen des Vorstandes deine eigene Agenda voranzutreiben. Dafür bist Du nicht gewählt worden.

    • Buckliger schrieb am

      Oha, die bösen Spekulatoren haben also recht. Ne sach bloß, ey. Hör doch auf mit dem förmlichen Vorstand/eigene Meinungskram sondern lass uns gemeinsam eine Lösung finden. Und eine „Quote auf Zeit“ oder „Quote mit eingebautem Verfallsdatum“ scheint mir ein guter Ansatz zu sein!

      • Anonymous schrieb am

        …, weil?
        Dein Beitrag scheint da irgendwie abgeschnitten zu sein.

      • maSu schrieb am

        Diskriminierung mit Verfallsdatum klingt… spannend…

        Ansonsten war das ein ziemlicher Alleingang, bei dem man sich mit jenen verbündete, die den Zielen und Grundsätzen der Piratenpartei nicht stärker widersprechen könnten. Und zudem unterstützt man mit dem Brief die Verbreitung von Lügen und Propaganda (23%, Symbolpolitik für eine kleine Elite, …). Einen größeren Schuss in den Ofen kann sich ein Pirat kaum leisten, nach dem die ganzen Fettnäpfchen am rechten Rand schon gezielt aufgesucht wurden…

  10. Florian schrieb am

    Die Initiative die als Begründung für die Untertützung des Protestbriefes nichtmeineministerin benutzt wird, kann ich nur als ein schlechten Witz ansehen. Alleine der Antragstext dieser Initiative ist manipulativ, da dort von einer geforderten Gleichstellung im sinne des Grundgesetzes gesprochen wird. Das ist schlichtweg falsch, dort steht ganz klar Gleichberechtigung. Gleichstellung und Gleichberechtigung ist nicht das selbe, im gegenteil. Um Gleichstellung zu erreichen müssten zwangsläufig Quoten eingeführt werden und das in allen Lebenslagen und wie soll dieses erreicht werden ohne das Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, da ihre Quote übererfüllt wird.
    Desweiteren empfinde ich es als Undemokratisch eine Initiative zu befürworten die von gerade mal 280 Mitgliedern befürwortet worden ist! Bei einer Mitgliederzahl von 30000 sind das gerade mal 0,93% und wenn man sich dann noch vor Augen führt das es bei der Vergabe der Accounts für das Liquidfeedback immer noch happert und nicht jeder der will dort abstimmen kann, ist diese Initiative und die Entscheidung sich an nichtmeineministerien zu beteiligen alles andere als Basisdemokratisch legitimiert!

    • Arte Povera schrieb am

      Ich würde euch alle wirklich bitten, euch erst über die juristische Begriffsbetimmung schlau zu machen, bevor ihr mit dem Grundgesetzwortlaut argumentiert, denn Missverständnisse zu widerlegen macht anderen Leuten Arbeit. Erstens ist Art. 3 II GG nicht allein relevant hier, es gibt weiterhin Art. 3 III GG und wenn ihr etwas weiterlest kommt ihr noch zu Art. 33 II GG. Das Grundgesetzt fordert nicht nur Gleichberechtigung, sondern auch, dass der Staat aus die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirkt. Das zusammen kann man guten Gewissens als „Gleichstellung“ bezeichnen – in der Initiative steht ja nicht, dass das *Wort* vorkommt, oder? Mit Bezug auf den von euch angebrachten 3 II GG hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass „faktische Nachteile, die typischerweise Frauen treffen, wegen des Gleichberechtigungsgebots des Art. 3 Abs. 2 GG durch begünstigende Regelungen ausgeglichen werden“ dürfen (BVerfGE 85, 191, 207). Das Bundesverfassungsgericht begreift also – und dabei ist es keinesfalls allein – 3 II GG als begründende Grundlage für Frauen „begünstigende Regelungen“. Ich halte das Bundesverfassungsgericht für eine glaubwürdige Institution.

      • Anonymous schrieb am

        Ähm, Artikel 33, Satz 2 ist nichts anderes als eine Konkretisierung von Artikel 3, Satz 3: Auch in öffentlichen Ämtern findet keine Diskriminierung statt.
        Was den Artikel 3, Satz 2 angeht: Erneut hast du dir ein Eigentor geschossen. Denn im Gegensatz zur Berufswelt, wo es erwiesenermaßen KEINE Diskriminierung gibt, sondern lediglich Blenderei mit faktisch falschen oder falsch interpretierten Statistiken, gibt es einige Felder, in denen Männer ganz eindeutig diskriminiert werden. Ganz besonders in der Familienpolitik sieht es dort grausam aus. So hat der Mann, der i.d.R. nahezu alleine für das Kind aufkommt, nicht nur kein Mitspracherecht bei Abtreibungen, es ist ihm sogar unter Androhung von Freiheitsentzug verboten, dies zu versuchen. Ansonsten ist ein schönes Rollenbild gesetzlich diktiert: Die Frau erhält das Sorgerecht, der Mann die Zahlungspflicht.
        Aber bleiben wir ruhig beim Thema Wirtschaft: Es ist korrekt, dass nicht überall Fairness herrscht. So müssen z.B. Männer für Einkommen sorgen, Frauen bleibt es selbst überlassen, sich zu Hause einejn Ruhigen zu machen oder halb/ganztags arbeiten zu gehen. Und wenn sie zweiteres tun, dann ganz gewiss nicht in der Abfallentsorgung, in der Kanalisationsarbeit, im Bergwerk oder überhaupt auf dem Bau. Nein, die Kaffeemaschinenreichweite muss stets gewährleistet sein. Und nicht nur das: Im pädagogischen Sektor findet man tatsächlich gläserne Decken. Aber die haben die Männer über sich, nicht die Frauen.
        Es ist nun einmal so, und kein aufgeklärter Mensch kann dem widersprechen: Feminismus ist Demagogie vom Feinsten. Völlig an der Realität vorbei und zum alleinigen Zwecke, a) die bestehenden Vorteile der Frauen weiter auszubauen und b) dabei jedoch nur einen geringen Teil der Frauen zu bedenken.
        Es ist sicherlich nicht Aufgabe des Staates, vermeintliche Nachteile zu beseitigen, faktische Vorteile auszubauen und eine grobe Benachteiligung der anderen Seite dabei zu ignorieren.
        So, wie du den Artikel auslegst, soll er genau das Gegenteil von dem tun, was er tun soll. Mit einer Quote würde Diskriminierung erheblich gefördert statt bekämpft werden. Denn es ist bereits so, dass Frauen in der Arbeitswelt besser situiert sind, auch, wenn sie vielleicht (es gibt dazu leider keine _seriösen_ Studien) ein kleines bisschen weniger verdienen und gewisse Ämter nicht bekleiden. Aber schließlich zählen hier noch eine ganze Menge anderer Faktoren: u.a. die oben angesprochene Wahlfreiheit nebst „Kleinigkeiten“ wie die höhere Sterblichkeit von Männern, die zu einem recht erheblichen Teil auf deren Berufsausübung zurückgeht.

        • The_Underscore schrieb am

          Denn im Gegensatz zur Berufswelt, wo es erwiesenermaßen KEINE Diskriminierung gibt, sondern lediglich Blenderei mit faktisch falschen oder falsch interpretierten Statistiken, […] Nein. Es gibt vielleicht kaum Fälle (bei Führungspositionen großer Firmen vielleicht gar keine), die erwiesen sind – aber das heißt nicht, dass erwiesen ist, dass es keine Diskriminierungen gibt.

          Aber bleiben wir ruhig beim Thema Wirtschaft: Es ist korrekt, dass nicht überall Fairness herrscht. So müssen z.B. Männer für Einkommen sorgen, Frauen bleibt es selbst überlassen, sich zu Hause einejn Ruhigen zu machen oder halb/ganztags arbeiten zu gehen. Nein, Männer haben keine höhere gesetzliche Verpflichtung, für Einkommen zu sorgen.

          Insgesamt würde ich aber auch sagen, dass das Bundesverfassungsgericht damit nicht Recht hat. Es ist im Geist des Grundgesetzes, dass der Staat für Chancengleichheit sorgen muss. Dass deswegen ausgleichend begünstigende Regelungen gegen faktische Nachteile eingeführt werden dürfen (die automatisch die andere Seite benachteiligen), halte ich nicht für im Geiste des Grundgesetzes.

        • Arte Povera schrieb am

          „So, wie du den Artikel auslegst, soll er genau das Gegenteil von dem tun, was er tun soll.“

          Das ist nicht meine Privatauslegung, sondern die Auslegung von Juraprofs (siehe verlinktes PDF hier in der Debatte) und dem Bundesverfassungsgericht. Dagegen steht deine private Auslegung. Ich respektiere, dass du eine abweichende Meinung hast, halte mich aber lieber an die der dafür ausgebildeten Profis.

          • Anonymous schrieb am

            Wie bereits oben gepostet fordern die „Profis“ im Gegensatz zu dir eine gleiche Qualifikation, bevor die Quote anwendbar ist. Dagegen hat wohl niemand etwas einzuwenden, da bereits jetzt de jure eine Diskriminierung nicht rechtens ist. Damit setzen sich die „Profis“ für eine GleichBERECHTIGUNG ein.
            Du hingegen vertrittst mit deinen Äußerungen ganz eindeutig eine GleichSTELLUNG, welche per Definition eine Diskriminierung beinhaltet.

            • Bombe 20 schrieb am

              gleiche Qualifikation, bevor die Quote anwendbar ist. Dagegen hat wohl niemand etwas einzuwenden

              Das habe ich allerdings. Art 3 III S. 1 GG sagt ganz klar: Niemand darf wegen seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden. Wenn nun wegen einer Quote von zwei (theoretischen) exakt gleich qualifizierten Bewerbern die Frau genommen wird, dann wird sie ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt, der Mann entsprechend benachteiligt.

              In diesem Fall eine Münze zu werfen oder den zu nehmen, dessen Nachname im Alphabet zuerst kommt, ist verfassungskonform. Eins der in Art. 3 III S.1 GG genannten Kriterien zur Entscheidung heranzuziehen, ist jedenfalls dann verfassungswidrig, wenn die Grundrechte bei dem Vorgang einschlägig sind. Ansonsten gilt halt das AGG, das im Wesentlichen das gleiche für privatrechtliche Verträge sagt.

              Bombe 20

      • Hermann Köster schrieb am

        Ich denke das BVerfGE sagt zu recht „die typischerweise Frauen betreffen“. Gemeint ist hier doch gewiss: Die den Erzieher (besser Haupterzieher) betreffen. Denn der hat unbestreitbar erhebliche Nachteile in Bezug auf Karriere. Die Nachteile die dieser im Vergleich zu nicht Erziehenden hat zu beseitigen oder auszugleichen – möglichst unabhängig vom Geschlecht – ist generell wünschenswert. Wobei eine Beseitigung doch zunächst in einer Erleichterung der Erziehungsarbeit durch bessere Kinderbetreuung bestehen sollte. Aber eine „Gleichstellung“ eines Erziehenden mit einem nicht Erziehenden halte ich für unmöglich. Wenn ich der Haupterziehende bin kann ich das eventuell mit 8h Arbeit am Tag unter einen Hut bringen, aber niemals mit 12 oder 15.

        In den Analysen des Familienministeriums zum Gender Gap ist die Einsicht, dass die wirkungsvollste Maßnahme zur Verkleinerung dieses Gaps verbesserte Kinderbetreuung ist durchaus vorhanden. Gerade bei einigen Grünen und Feministinnen fehlt diese Einsicht jedoch. Wer das Gender Gap ausschließlich auf diskriminierende Strukturen zurückführt und leugnet, dass es einen Zusammenhang mit Auszeiten wegen Kindererziehung etc. gibt, erweist den wirklich Benachteiligten damit einen Bärendienst.

  11. Jalte schrieb am

    Klärt mich bitte mal jemand auf?

    der Antrag „Brückentechnologie“ wurde mit
    Ja: 280 (54%) · Enthaltung: 51 · Nein: 236 (46%) · Angenommen

    der konkurrierende Antrag mit:
    Ja: 261 (57%) · Enthaltung: 108 · Nein: 198 (43%) · Nicht angenommen (Rang 2)

    Der konkurrierende Antrag ist gegen jede Art von Quote.

    Wieso ist ein Antrag mit 54% Ja angenommen und ein Antrag mit 57% Ja ist abgelehnt?

    • Sylvia schrieb am

      Weil das System nach Schulze auswertet. Man kann neben einer bloßen ja/nein-Zustimmung zu einer Initiative auch eine Reihenfolge der Zustimmung angeben.

      Ich nehme an neben der relativen Zustimmung ist hier auch die absolute Zustimmung wichtig und die erste hat 19 Ja-Stimmen mehr.

      • thomas schrieb am

        .. und 38 Nein-Stimmen mehr. Aber danke für die Erklärung. Scheint, auch da braucht es etwas mehr Transparenz.

        • Sylvia schrieb am

          Naja, vor allem Kenntnis des Auszählverfahrens :) Welches angewandt wird ist klar, man muss es nur mal selber nachrechnen.

    • Anonymous schrieb am

      Weil Antifeminismus zugunsten von Grundrechten genau so „politisch unkorrekt“ ist wie das Dagegensein gegen DNS-Zensur zugunsten der Grundrechte.
      Im ersteren Fall wird man als Frauenfeind beschimpft, im zweiteren als Kinderficker.
      Wie immer haben dadurch die Männer nicht die Eier in der Hose, sich gegen Feministen zur Wehr zu setzen. Dies kann man auch ganz gut in einer Kneipe ausprobieren: Bitte eine Frau, aufzustehen, auf den Tisch zu schlagen und „Männer sind Schweine“ zu rufen. Das Ergebnis wird zustimmendes Gejohle von den Frauen und deren Knechten sein, betretenes Schweigen von den Männern. Wenn aber ein Mann aufsteht, auf den Tisch haut und „Frauen sind Schlampen“ ruft. Dann ist Krieg! Der ist so gut wie tot!
      Wie auch immer. Wahrscheinlich wurde die Umfrage aufgrund von „Formfehlern“, zu geringer Beteiligung und einem zu knappen Ergebnis abgelehnt, damit man die zeitgleiche „politisch korrekte“ „Männer sind böse Täter, ruinieren bewusst Betriebe, um aus bloßer Gehässigkeit hochqualifizierte Frauen zugunsten dummer Männer abzulehnen, und sind sowieso potentielle Vergewaltiger“-Mentalität als „basisdemokratisch beschlossene Parteimeinung“ zu deklarieren.
      Ganz großes Pfui!

  12. Goofos schrieb am

    Die Frauenquote ist kein Instrument für Gleichberechtigung und Chancengleichheit, sondern für Gleichstellung. Gleichstellung widerspricht Gleichberechtigung und Chancengleichheit vollkommen und hat damit eigentlich nichts zu tun.

    Selbst wenn man die Frauenquote als eine Maßnahme zur Bevorzugung gegen Diskriminierung betrachten würde, müsste dafür erst einmal eine Diskriminierung existieren. D.h. welcher Diskriminierung widerfährt denn Frauen in der Wirtschaft damit so eine Maßnahme nötig wäre?

    Nur um solchen Fragen aus „Zeitdruck“ für etwas PR zu übergehen überzeugt mich nicht wirklich. Ich unterstelle einfach mal ein feministisches U-Boot.

    • thomas schrieb am

      Kaum ein U-Boot, sie ist nicht getaucht. Julia war Mitglied des Kegelclubs und hat aus ihren Ansichten keinen Hehl gemacht. Das amüsante dabei ist: sie wurde gewählt, _weil_ sie eine Frau ist und hübsch ist. Eine Kompetenzwahl ist ausgeschlossen. Sie wechselt die Meinungen so schnell, dass man kaum blinzeln kann und lügt sich anschließend die Welt zurecht. Ich finde: diese Wahlentscheidung am BPT zeigt ziemlich deutlich, dass es kein Diskriminierungsproblem gibt, wenn die am wenigstens qualifizierte Frau gewählt wird.

      • hackdraft schrieb am

        Jeder wer sich über die Kandidaten für den BuVo halbwegs informierte, hätte mit der Wahl von Julia Schramm wissen müssen, was passieren kann. Dieser Vorfall ist daher keine wirkliche Überraschung. Mal was in Zukunft noch so alles kommen wird.

      • Reiner Zunder schrieb am

        Julia wollte auch die höheren Posten. Mit gerade mal knapp über 50% der Stimmen hat es dann für den Beisitzer im Vorstand gereicht. In einem Jahr wird hoffentlich wieder gewählt, sofern die Vorstandsperiode nicht noch verlängert wird. Solche Vorschläge wegen Bundeswahl gibt es.

        • Anonymous schrieb am

          Tja, wenn man nach Aussehen die eigene Entrechtung wählt, zeigt das schön, wie das Machtverhältnis zwischen Mann und Frau wirklich aussieht…

      • Goofos schrieb am

        Es erstaunt mich doch ein bisschen, dass ich damit ins Schwarze getroffe haben obwohl mir der Zusammenhang Schramm und Kegelclub nicht bewusst war.

        Ich sehe es aber auch ziemlich kritisch wenn von einer Person durch die Hintertür den Piraten eine Meinung übergestülpt wird. Zu einem Thema das zu Recht strittig ist.

  13. Warum Nicht? schrieb am

    Es gibt ja durchaus Einiges positives z.B. das wir sehen, dass der Bundesvorstand tatsächlich auch die Antworten hier im Forum zur Kenntnis nimmt und das der Bundesvorstand sich bewusst zu sein scheint, dass das ein eher *unglücklicher* Einstand war mit der eigenmächtigen Äußerung die PIRATEN seine für eine Quote und riefen dazu auf das Pamflet mit zu zeichen (gob überzogen war das ja die Aussage). Ja das finde ich positiv und richtig piratisch (Ok besser wäre gewesen wenn ich hier jetzt nicht schreiben könnte/müsste/bräuchte).

    Weniger positiv finde ich erneut solche Aussagen *..Nichtsdestotrotz werden wir in Zukunft solche Sachen in einer Rubrik “Vorstandsbeschlüsse” im LQFB vorher abfragen – besonders, wenn es sich um leicht strittige Themen handelt…*

    ähmmm, leicht strittig?!!?? So leicht strittig wie der Atomausstieg, wie Krieg in Afganistan, wie Eurorettungschirme!?!? Also für mich ist das Thema *Frauenquote* -verknüpft mit dem Thema, werden die PIRATEN nun zu den *feministischen grünen 2.0 * wie mich Aussagen in Artikel in den Medien ja belehren wollen- nicht *leicht strittig*.. das Thema ist existenziell !!

    Und es kann nicht sein, dass eine handvoll PIRATEN/INNEN nun meint das SIE die PIRATEN sind und mit ein paar TWITTER-Flausch alles was die PIRATEN (wir) bisher erreicht haben wegwischen können und es meinen *verändern* zu müssen!?

    SORRY die PIRATEN sind nicht die *feminischen grünen 2.0* und sie wollen sich auch nicht dazu verändern/missbrauchen lassen. Sollte es bei Amtsträgern dazu andere Meinungen geben, so greift dann ja der piratische Grundsatz, das Ämter bewusst nur für 1 Jahr vergeben werden, damit die Basis dann ev. die rote Karte zeigen kann, wäre aber schade, wenn wir nun das Jahr vor den Bundestagswahlen durch interne Auseinandersetzungen verschwenden würden.

    Nur ein PIRAT

    • Arte Povera schrieb am

      „Und es kann nicht sein, dass eine handvoll PIRATEN/INNEN nun meint das SIE die PIRATEN sind und mit ein paar TWITTER-Flausch alles was die PIRATEN (wir) bisher erreicht haben wegwischen können und es meinen *verändern* zu müssen!?“

      Ich habe eine Zweitausendermitgliedsnummer. Und du so? ;)

      Es wird nichts weggewischt (was sollte das denn sein?). Es wird auch nichts verändert. Es wird höchstens etwas entwickelt – aber auch das nicht an dieser Stelle. Was du als Konsens empfunden hast, war vielleicht nur der Konsens der Gruppe in der Partei, in der du dich aufgehalten hast?
      Ich wäre dagegen, ohne entsprechenden Parteitagsbeschluss eine PM pro Quote herauszugeben. Aber angenommen, man täte das (ich empfand diese PM nicht als eine pro Quote PM, sondern als eine contra Schröder PM mit eher diffuser, nicht wichtiger Erwähnung der Quote am Rande) dann wäre das richtige Argument dagegen „Basisdemokratie übergangen“ und nicht „da verändert sich was“ : 1. wir sind die mit dem „Klarmachen zum Ändern“ Slogan, 2. wir sind die, die zu vielem erst noch Meinungen entwickeln, 3. Eine Quote zu fordern wäre nicht inkompatibel mit dem Parteiprogramm (wie gesagt, ich hab das Kapitel mitgeschrieben und bin da recht sicher), 4. Veränderungen per se doof finden ist konservativ.

      • thomas schrieb am

        > Ich habe eine Zweitausendermitgliedsnummer. Und du so? ;)

        geil, das „ich war früher dabei als du“-argument. Ja, du bist als U-Boot tiefer getaucht, back dir ’nen Keks drauf.

        > Es wird höchstens etwas entwickelt – aber auch das nicht an dieser Stelle.

        eine eindeutige Stellungnahme pro Quote. Und an dieser Stelle.

        Du legst viel Wert darauf, dass Du das Parteiprogramm mitgeschrieben hast und scheinst daraus eine besondere Autorität zu allen Themen abzuleiten. Newsflash: Ohne positive Wahl bekommst Du keine Quote als offizielle Parteimeinung. Auch nicht, wenn DU eine 2000er Mitgliedsnummer hast oder dein Vorname Pirat ist.

        Und: Dumme Veränderungen per se doof finden ist nicht konservativ, sondern gesunder Menschenverstand. Aber schön, dass nun auch alles, was gegen deine (eure) Agenda ist, nun „konservativ“ ist.

        • Arte Povera schrieb am

          Ich finde Beleidigungen schade, unnötig und verletztend und würde dich bitten, sie zu unterlassen.

          „geil, das “ich war früher dabei als du”-argument. Ja, du bist als U-Boot tiefer getaucht, back dir ‘nen Keks drauf.“

          Nun, es war eine Antwort auf die Annahme, jeder, der in dieser PM keine Katatrophe sieht, könne nicht zu denjenigen gehören, die schon relativ früh Mitglieder der Partei waren und etwas „mit aufgebaut“ haben.

          „eine eindeutige Stellungnahme pro Quote. Und an dieser Stelle.“

          Das bezog sich auf die parteiinterne Debatte, die neue Positionen zu solchen Fragen entwickelt, z.B. durch die LiquidFeedback-Initiativen, die hier schon mehrfach verlinkt wurden.

          „Du legst viel Wert darauf, dass Du das Parteiprogramm mitgeschrieben hast und scheinst daraus eine besondere Autorität zu allen Themen abzuleiten.“

          Falls das so wirkt, tut mir das leid – das tue ich natürlich nicht (wäre auch blödsinnig). Ich glaube allerdings, dass ich deswegen etwas darüber sagen kann, was drinsteht, weil ich es halt halbwegs gut kenne.

          „Newsflash: Ohne positive Wahl bekommst Du keine Quote als offizielle Parteimeinung.“

          Daran habe ich auch keinerlei Interesse. Und ich hatte mit der Veröffentlichung dieser PM als Partei-PM nicht einmal etwas zu tun – ich finde es nicht in Ordnung, mir zu unterstellen, dass ich das wollte.

          „Und: Dumme Veränderungen per se doof finden ist nicht konservativ, sondern gesunder Menschenverstand. Aber schön, dass nun auch alles, was gegen deine (eure) Agenda ist, nun “konservativ” ist.“

          Wo steht das denn? Du musst zugeben, das „alles was die PIRATEN (wir) bisher erreicht haben wegwischen können und es meinen *verändern* zu müssen!?“ sich auf Veränderungen per se bezieht, jedenfalls ist es so formuliert.

          Ich werde nicht mir reden, wenn du mich beleidigst oder mit etwas unterstellst, was ich gar nicht will. Falls du das Gespräch also fortführen willst… :)

          • thomas schrieb am

            Du scheinst das „nun“ zu interpretieren als „jetzt wo sie plötzlich Mitglied geworden sind“. ich interpretiere es als zeitangabe: jetzt.

            Beleidigt habe ich niemanden. Falls Du dich beleidigt fühlst, frage dich, warum es dich beleidigt wenn ich dir eine Agenda vorwerfe, die Du hier vertrittst. Ob Du an der Veröffentlichung mitgewirkt hast, tut da nichts zur Sache. Julia hat es offenbar abgesegnet oder gar selbst veröffentlicht (auch ein Transparenzproblem: wer hat hier was im Namen der Partei geschrieben?) und, wie man es von ihr kennt, merkt sie nun, dass die Opportunität nicht ganz so liegt wie sie es erwartete und rudert wild herum im See (nach ein paar Tagen). Eine „ich gelobe Besserung“-Ansage sieht anders aus, das hier war „und hey, wenn’s euch nicht passt, macht halt klare Ansagen mit Parteibeschlüssen. Bis auf weiters gilt: wozu es keine eindeutigen Beschlüsse gibt ist mir (uns?) überlassen zu entscheiden und entsprechend zu vertreten“.

            • The_Underscore schrieb am

              Wer den Beschluss abgesegnet hat steht doch hier: http://wiki.piratenpartei.de/Bundesvorstand/Umlaufbeschluss/006 . Klaus Peukert, Julia Schramm, Matthias Schrade, Bernd Schlömer und Sven Schomacker mit Enthaltung von Swanhild Goetze und Sebastian Nerz. Das ist oben auch verlinkt.

              Und die Aussage in der Klarstellung hier ist auch nicht so, wie du es hier vorwirfst. Sie ist ein Versprechen, in Zukunft Vorstandsbeschlüsse besser mit der Basis abzustimmen und gibt den Grund an, warum die PM unterstützt wurde – nämlich weil der Großteil, nach Meinung des Vorstands, „piratenkonform“ ist und der umstrittene Teil zu Unrecht als nicht so wichtig betrachtet wurde – der Vorstand war anscheinend der Meinung, dass es in Ordnung ist, etwas zu unterschreiben, wenn die Partei nur den meisten Aussagen darin eindeutig zustimmt.

      • Hermann Köster schrieb am

        Dass der Brief kontra Schröder war stimmt. Aber Quote nur „am Rand“ ist die erste nicht nachvollziehbare Äußerung von Dir. Außer der expliziten Erwähnung der Quote gilt es auch den Kontext dieses Briefes zu berücksichtigen. Frau Schröder hatte den Feminismus durch ihr Buch und ihren entschiedenen Widerstand gegen die Quote gegen sich aufgebracht. Natürlich gab es auch eine Initiative gegen das Betreuungsgeld. Aber dass der Brief auf Frau Schröder zielt statt auf die Seehofer CSU lässt doch vermuten, dass es hier in erster Linie um ihre Kernposition geht – und die ist nun mal: Quote nicht mit mir!

        Gerade da sie versucht den Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter 3 zu beschleunigen und sich dabei mit den Herdprämienfans und säumigen Ausbauern in den eigenen Reihen auseinandersetzen muss, hätte es für Leute, denen es nicht um feministische Lobbypolitik sondern die Verbesserung der Situation von Erziehenden geht, da sicher sinnvollere Ziele gegeben!

  14. Sven Bögner schrieb am

    Also wir sollten hier jetzt auch nicht übertreiben. Der BuVo hat sich jetzt dazu geäußert und will es in Zukunft besser machen. Mit dem Grundgesetz zu argumentieren ist problematisch. Das Grundgesetz wurde und wird immer dem Zeitgeist entsprechend ausgelegt. So gab es in den 1950er Jahren ein Urteil, wonach die Strafbarkeit von Homosexualität verfassungskonform wäre. Heute würde das BVerfG (beim selben Text) sicherlich zu einem anderen Ergebnis kommen. Eines ist aber auch klar: Die PP muss vor der nächsten Wahl eindeutig entscheiden, was sie in Sachen Quote genau will. Die bisher so von vielen Piraten (und auch den Medien) als piratig empfundene strikte Ablehnung von Quoten und Befürwortung von postgender (ob Mann oder Frau – egal) gehört meines Erachtens zum Markenkern der PP. In dieser Klarheit war es sogar ein Alleinstellungsmerkmal und sicherlich auch einer der Gründe, warum die Piraten gerade von jungen Männern (girls-day-Generation) gewählt wurde. Auch so einen Markenkern kann man ändern, aber nicht durch die Hintertür, sondern nur auf einem Bundesparteitag. Den Inhalt des Offenen Briefs an Ministerin Schröder empfinden jedenfalls viele so un-piratig wie es ein Offener Brief der Grünen wäre, der den Atomausstieg kritisieren würde.

    • Abri schrieb am

      Ich schließe mich umfänglich Sven Bögner an. 1. ) Der BuVo hat gut getan, sich deutlicher zu positionieren. 2.) Es wird deutlich, dass es einer expliziten (nicht impliziten) Entscheidung zur Frauenquote bedarf. Das sollte im Zuge der Erstellung der nächsten Programm-Parteitage machbar sein. Bis dahin sollte sich vielleicht erstmal keiner mehr in dieser Sache aus dem Fenster lehnen, um den Schaden zu begrenzen. Und es gibt noch genug andere Baustellen, die auch wichtig sind. Die Open Access -PM wa zum Beispiel mal richtig gut und wichtig!

    • Goofos schrieb am

      Der BuVo hat sich in dem Sinne nur zum Thema Frauenquote geäußert. Reden wir doch mal über den Rest des Briefes der durch die Unterstützung zu vollendeten Tatsachen führt. Was sind denn die „strukturellen Diskriminierungen von Frauen“, was ist die „skandalöse Lohnlücke von 23%“ und wie soll „Symbolpolitik“ weiterhelfen? Und wenn man sich noch die InitiatorInnenliste anschaut, könnte man auch sagen, dass dort vor allem das Who is Who des Feminismus vertreten ist. Ist die PP jetzt Feminismus? Man sollte auch nicht vergessen, dass die PP gemeinsam für nichtmeineministerin.de Pressemitteilungen herausgegeben hat.

  15. Jacky Neiwel schrieb am

    Wer für Frauenquoten ist, muss übrigens auch für Transenquoten sein und sich drüber nen Kopf zerbrechen, ob sie nicht besser oder schlechter als das ein oder andere Geschlecht wären. Auch Frauen können in Stripclubs auf Betriebsausflügen gehen, das ist überhaupt kein Widerspruch. Und ich hatte schon Chefs aller Geschlechter, es ist Unsinn, dass Unternehmen nur durch nen Frauenanteil im Vorstand erfolgreicher wären. Schwule und Lesben arbeiten übrigens auch nicht besser, meiner Erfahrung nach. Alle gleich gut oder schlecht!

  16. don schrieb am

    Ahoi Vorstand,
    Bravo! Kein langwieriges disku- und dispu-tieren sondern absegnen und damit fertig.
    Soll noch mal einer sagen wir können schnell Handeln.
    Gruß

  17. Florian schrieb am

    Warum wird als eine teilbegründung der angebliche Zeitdruck genannt? Warum mussten wir uns an diesen Medmalen Shitstorm gegen eine Person beteiligen die nur ihre Eigene Meinung in Form eines Buches kundgetan hat? Hätte es eine ebenso starke Reaktion gegeben wenn sie sich Pro-feministisch geäußert hätte? Ich behaupte mal mein. Ich empfinde denn angeblichen ZeitDruck als vorgeschobenen Grund um nicht die Basis zu befragen. Es gab zwar eine Initiative im Lqfk, aber 280 Pro Stimmen können nicht als eine Ausrechende Mehrheit gesehen werden, wenn man bedenkt das die Partei über 30000 Mitglieder hat.

  18. hier nicht schrieb am

    Einmal zur Information: Dies ist die Beschlusslage:

    ==Beschluss LQFB==
    Die Piratenpartei Deutschland richtet eine eigene bundesweite Instanz von LiquidFeedback ein. Zu dieser erhält jeder Pirat einen persönlichen Zugang. Die in LiquidFeedback beschlossenen Anträge sind nicht bindend sondern bilden lediglich das Meinungsbild der teilnehmenden Piraten ab. Für den Betrieb des Systems werden zunächst einmalig 800 Euro zur Verfügung gestellt. Der Betrieb des Systems soll innerhalb von 60 Tagen aufgenommen werden. Der Landesverband Berlin wird gebeten die Inbetriebnahme von LiquidFeedback zu unterstützen.

    Der Beschluss wurde nicht umgesetzt. Ich bin seit 2009 Pirat und erhalte keinen Zugang zum LQFB. Ohne Unterzeichnung einer höchst bedenklichen Datenschutzerklärung, mit der man der Vorratsdatenspeicherung seiner Abstimmungen zustimmt, erhält niemand zugang zum LQFB.

  19. Jasmin schrieb am

    diese Debatte hier zeigt mir eines:
    die Grenzen der PP in Bezug auf die Umsetzung der Basisdemokratie,
    wenn dies nicht funzt verliert ihr Eure Stimmen –
    richtet euren Augenmerk wirklich auf das was ihr versprecht:
    Basisdemokratie im Fall dieser polarisierenden Frage der Frauenquote und
    Transparenz – Transparenz war hier für viele die in die Webseite nur
    reinschauen und sie nach 3 Minuten schliessen auch nicht gegeben.
    Ich beschäftige mich schon seid Wochen mit der PP und blicke da etwas
    hinter die Kulissen, ihr habt mich als Wähler noch nicht verloren,
    aber bitte: Ihr müsst euch den Wähler vorstellen, der euch jetzt
    noch wählen soll – die Wähler die dazukommen sollen, vor allem in Bayern…
    diese Quotenentscheidung hat den Duft einer repräsentativen Demokratie,
    keiner basisdemokratischen.
    Die Pro-Frauenquote Opinion wird nicht von den Massen der Wähler bundesweit mitgetragen:
    http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,827425,00.html
    das die CSU sich selbst krampfartig eine Frauenquote verpasst hat,
    hatte einen Grund den Horst Seehofer evt. unbeabsichtigt hier ausspricht:
    „Wir haben an den Wahlurnen dramatisch an Zuspruch bei den Frauen verloren“
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-beschliesst-frauenquote-schwer-umkaempft-bis-ins-ziel-1.1017943
    Wer für die Quote ist: Du wirst leider keine Zustimmung bundesweit mit der Frauenquote für die PP einfahren, für die Wirtschaft keinen positiven Effekt erzielen (siehe Norwegen), für die Frauen ein neues Schimpfwort „Quotenfrau“ erzeugen und selbst für die Feministinnen das Feld, zwischen Hardcore-Feministin und liberaler Feminismus verkleinern – was den Feminismus nicht wirklich voranbringt
    Ich bin für einen völlig anderen Ansatz: die Rollenverteilung muss, wie es auch im Programm der Piratenpartei steht aufgeweicht und langsam zurückgefahren werden, Klischees abgebaut und das von der Erziehung an: Kinder im Kindergarten schon müssen nicht durch vorgefertigte Erziehungsschemata auf die zu erwartende Rollen vorbereitet werden, schon hier muss es selbstverständlich sein, das Mädchen eben auch Ball-Spielen und Jungs mit Puppen, das braucht Zeit und das geht nicht mit der Brechstange, wenn dies langsam wächst, braucht es später keine Quote mehr, denn dann gehen die Frauen ohne Angst in die „Männerberufe“, der Grund warum Männerdominänen von Männer dominiert sind, ist ja die Angst vor dem Sexismus den man ausgesetzt ist, erst wenn das Verständnis hier von allen auf neutral gestellt wird, kann eine Frau einen Beruf ergreifen, indem sie sich wohlfühlt – eine Quotenfrau ist genauso den Nachteilen ausgesetzt wie eine Frau die ohne Quote in den Job gekommen ist – die Quote schafft keine besseren Verhältnisse -wie auch ? Ich hoffe die Quotendiskussion in der Piratenpartei berücksichtigt alle Faktoren die diese tiefgreifende Massnahme innehat -und nicht weil eine Firma wie AT&T, die eine Quote einführt um ihr Image aufzubessern, ähnlich wie : unsere Verpackungen sind alle CO2-frei -wir sind eine tolle Firma…so vorbildlich…

  20. Buckliger schrieb am

    Kreditgeld ist ein juristischer Vertrag der verhindert, dass sich jemand aus der zeitlich versetzten Gegenleistung herausstehlen kann.

    Kreditgeld ist das unsichtbare aber feste juristische Band, dass die Leistung von Heute mit der Gegenleistung von Morgen verbindet.

    Mal so als Gedankenanregung.

    mfg der Bucklige

  21. Bruno schrieb am

    Was hindert den Bundesvorstand eigentlich zu sagen:
    „Sorry, das mit dem Brief war Mist, kommt nicht wieder vor“, anstatt jetzt auch noch eine dumme Stellungnahme abzugeben?
    Auch unter Zeitdruck muß man prüfen
    a) mit wem man sich da einläßt
    und
    b) ob das was in dem Brief steht, auch überhaupt der Wahrheit entspricht.

    Meiner Meinung nach haben sich die Piraten hier als Esel vor einen Karren spannen lassen.

    • Anonymous schrieb am

      Hallo Bruno!
      Ich versuche hier einmal, deine Fragen konkret zu beantworten:
      Weder diese Stellungnahme noch den Originalartikel hat der gesamte BuVo verschickt sondern die beiden bekennenden Feministen Julia Schramm und Anita Möllering. Julia Schramm war zuvor Mitglied des Kegelklubs, einer Organisation, die unter scheinheiliger Selbstbenennung „der Piraten“ genau das Gegenteil der Piratenideale vertritt, indem sie die Übervorteilung der Frauen vorrantreibt, faktisch Lügen und Falschaussagen für ihre Demagogischen zwecke verwenden, Kritik mit Rabulistik beantworten oder ignorieren und kritische Kommentare zensieren. Dass der Rest des Vorstandes über die basisdemokratisch beschlossene Parteirichtung einer sowohl verfassungsgebundenen (s. Artikel 3, Satz 3 GG) als auch „post-gender“-Partei hinweg diese Manipulation seitens einer geringen Minderheit der Partei geduldet und damit den Piraten nach den Naziaffären erneut den „menschenverachtend“-Stempel aufgedrückt hat, ist sehr bedauerlich und sollte ernsthafte Konsequenzen für alle, die dies unterstützt haben, und ein Zur-Rechenschaft-ziehen der billigenden Stimmendhaltenden führen.
      Was das Absenden auf Zeitdruck angeht, so war der Grundsatz „Erst schießen, dann fragen“ doch schon immer der richtige, oder? Macht auch nichts, schließlich ist der Vorstand ja auch der offizielle politische Parteimeinungsgeber und ist befugt, die Richtung der Partei nach Gutdünken ins Gegenteil zu verkehren, oder?
      Was den Inhalt des Briefes angeht: Darin steht so gut wie kein wahres Wort. SÄMTLICHE Fakten sind nachgewiesenerweise falsch. So geht alleine aus der Art der per se unseriösen „Frauen kriegen 23% weniger“-Studie hervor, dass sie für eine Diskriminierungsbetrachtung nicht geeinget ist. Andere von Feministen aufgeführte Pseudostudien liefern Werte von 5% bis stolzen 30%. Keine davon ist mehr wert als das Papier, auf dem sie stehen. Denn vor allem berücksichtigen sie eines nicht: Wenn Frauen tatsächlich weniger Gehalt kriegen, was ich durchaus für möglich halte, dann zum einen, weil sie naturgemäß nicht die gleiche Leistung wie Männer bringen können, zum anderen, weil sie sich mal eben 10 Jahre aus der Berufswelt ausklinken, weil sie häufig Halbtagsstellen statt Ganztagsstellen, geschweige denn 70-Stundenwochen leisten und weil sie ihren Beruf nach „Selbstverwirklichung“ statt nach Bezahlung aussuchen.
      Aber Feministen sind eben nicht besser als Nazis (eher schlimmer): Um andere Menschen als minderwertiger darzustellen und sich selbst Vorteile ihnen gegenüber zu erwirken, wenden sie ausschließlich Demagogie an und lassen sich nicht von Vernunft leiten.

    • thomas schrieb am

      Eine klare Ansage, dass man was falsch gemacht hat und dazu steht? Von Politikern? Ich bitte dich!
      Schuld sind immer die Umstände und Sachzwänge oder die Vorgänger, aber niemals man selbst.

  22. WW_85 schrieb am

    Der Mangel von Frauen in der Wirtschaft halte ich eher für ein Generationen- als ein Quotenproblem. Schaut man sich mal das durchschnittliche Alter der heutigen Manager an, so sind das überwiegend Jahrgänge von 1957-1964. Diese Leute sind in einer Zeit sozialisiert worden, wo es nicht unbedingt Gang und Gebe war das Frauen Karriere machen. In zwanzig Jahren wird sich dieses Problem von alleine lösen. Quotenregelungen halte ich für den falschen Weg. Egal wie viele Quoten man einführt, es wird immer eine Minderheit geben, die sich ausgegrenzt fühlt. Das Beste ist man bewertet die Personen die für eine solche Position in Frage kommt an den einzigen wichtigen und fairen Kriterien: Leistung und Führungskompetenz. Alles Andere halte ich ungerecht und kontraproduktiv.

  23. Slash schrieb am

    Bullshit-PM

    Gleichberechtigung von Frauen am Arbeitsmarkt gehört nicht auf die Frage „Quote – Ja oder nein“ reduziert ! Vor allem Alternativen wie Stärkung des Vaterschaftsurlaubs, Frauen-Netzwerke, anonyme Bewerbung, Sensibilisierung bei der frühkindlichen Bildung, etc. gehören in den Mittelpunkt gerückt.
    Dass die Verantwortlichen für die PM sich unreflektiert auf die von den Medien aufgedrängte Debatte einlassen, zeigt nur, wie überarbeitungsbedürftig die Presse-Arbeit bei der Piratenpartei ist…

  24. Georg Schramm schrieb am

    Ich fordere hiermit die Hauptverantwortliche für diese parteischädigende Aktion (wenige Tage vor der NRW-Wahl!) – Julia Schramm – zum Rücktritt auf.

    • Anonymous schrieb am

      Da bist du, wenn man sich die Kommentare hier ansieht, bei weitem nicht die einzige.
      Und das aus gutem Grund!
      Wie können wir gegen Nazis, die Migranten entgegen des Gleichberechtigungsparagraphen Art. 3 GG diskriminieren wollen, Parteiausschlussverfahren anhängen, während wir Feministen, die Männer diskriminieren wollen, auch noch Ämter bekleiden lassen?
      Wenn es nach mir ginge, müsste Julia Schramm sofort von ihrem Amt zurücktreten, Anita Möllering entlassen werden und eine offizielle Klarstellung erfolgen, dass der Kegelklub kein Organ der Partei ist und deren Werte teilweise das Gegenteil von dem ist, was Grundsatz der Piraten ist.

      • Reiner Zunder schrieb am

        Es ist tatsächlich erheblicher Schaden für die Partei entstanden. Und die nachgereichte Position des Vorstands erklärt nichts wirklich. Ich könnte mir vorstellen, dass die Initiatorin dieser fatalen Aktion Rückgrad zeigt, Verantwortung für den Schaden übernimmt und ihr Amt niederlegt. Vorstandsarbeit in der Piratenpartei ist keine Spielwiese für überdrehte Selbstdarstellerinnen. Da Anita Möllering den Antrag in den Vorstand eingebracht hat und bisher von ihr nichts zu hören war, sollte der Vorstand den Arbeitsvertrag als Bundespressesprecherin schlicht beenden (noch in der Probezeit oder hat der Vorstand das vergessen?). Eine solche Pressesprecherin dürfte einer bundesweiten Partei mit mehr als 30.000 Mitgliedern kaum gerecht werden.

        • Anonymous schrieb am

          Eines hast du, lieber Reiner, leider vergessen:
          Feministen sind in den besten Fällen gehirngewaschene und ideologisch verblendete Unmündige, die unter Realitätsverlust leiden. In den schlimmsten Fällen bewusst Unrecht schaffende und ihre eigene Person übervorteilende Demagogen.
          In beiden Fällen wird kein Rücktritt stattfinden. Entweder, weil sie einfach nicht rafft, was für einen Schwachsinn sie da verzapft von wegen „23% weniger Lohn für gleiche Arbeit“ und der Ausblendung von Sorgerecht, Wahlfreiheit im Beruf und der Frage, ob überhaupt Beruf, Gesundheitswesen und diversen anderen Themen, wo Männer (diesmal: faktisch) benachteiligt sind. Oder sie übergeht die Realität bewusst.
          In jedem Fall werden wir von einer Feministin höchstwahrscheinlich nicht die Vernunft erwarten können, nach diesem groben Schnitzer in Form einer verfassungsfeindlichen und parteisatzungswidrigen PM um Entschuldigung zu bitten und das Feld für eine kompetente Person zu räumen. Eher wird sie hieraus auch noch Trotzhaltung gewinnen.
          Btw: Ist es nicht irgendwie bezeichnend, dass eine Person, die sich für Frauen in Führungspositionen ausspricht, ausgerechnet einen der wenigen Posten, für den sich genug Frauen beworben haben, sodass diese auch von einer Frau besetzt wurden, so dermaßen zu vergeigen? Besser kann man der eigenen Sache wirklich nicht schaden, oder?

      • hackdraft schrieb am

        Bei gegen Nazis hat die Partei gerade rechtzeitig die Kurve gekriegt. Nun wird die anwachsende Piratenmacht auf anderen Wegen von Spacken angekegelt. Dahinter steckt Meuchelei mit System, schließlich sind die Piraten die verfassungspatriotische Hoffnung ohnes Gleichen in einem mehr und mehr korrumpierten Lande. Jenen Meuchlern ist doch jedes Mittel recht, die noch unverdrossenden Bürger unterkriegen und bemächtigen zu wollen. Seid bitte in Zunkunft wachsamer!

  25. Rudi schrieb am

    Was kommt nach der Frauenquote?
    Die Ü50-Quote? Die U25-Quote?
    Die Schwulenquote?
    Die Türkenquote?
    Die Italienerquote?
    Die Emo-Quote?
    Die Katholikenquote?

    Wollen wir das???

    • Anonymous schrieb am

      Ich habe gehört (und hierfür gibt es sogar _seriöse_ Studien), dass Schulabbrecher deutlich weniger Lohn erhalten als Akademiker und so gut wie nie in Vorstandsposten kommen.
      Ich plädiere daher für eine Schulabgängerquote. Dass dabei dann die qualifizierten Mitbewerber diskriminiert werden, muss hingenommen werden, dann schließlich wird in Deutschland nach Aussage von manch einem Verfassungsverdreher hier im Forum Gleiches mit Gleichem bekämpft.

  26. BW schrieb am

    Ich bin nicht Urheber der E-Mail, möchte sie aber den enttäuschten Piraten und den „die nur einem Bruchteil der Piraten zugängliche, von einem Parallelantrag überstimmte Meinungserheung mit minimaler Beteiligung und extrem knappen Ergebnis ist jetzt Legitimation für unseren verfassungsfreindlichen und parteisatzungswidrigen Sexismus direkt aus dem Vorstand heraus“-Demagogen nicht vorenthalten:
    http://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=159588&pid=813707#pid813707

  27. Bruno schrieb am

    Noch unangenehmer wird die Sache, wenn man bedenkt, daß einer der Mitunterzeichner (maedchenmannschaft) in völlig unpiratiger Weise jegliche Kritik am Feminismus im Blog radikal wegzensiert.
    Warum informiert man sich nicht vorher, bevor man mit solchen üblen Wegzensierern und Meinungsfaschisten gemeinsame Sache macht?
    Ich verstehe das nicht…

    • Anonymous schrieb am

      Meine schlichte Frage, wie der Kegelklub die Forderung nach einer Quote mit der Parteisatzung und dem Grundgesetz vereinbart, wurde ebenfalls zensiert.
      Wer glaubt allen ernstes, dass nach mehr als 400 Beiträgen hier im Blog beim Kegelklub nur exakt ein Beitrag geäußert wurde?
      Der Kegelklub ist genau so sozialverwerflich wie andere verfassungsfeindliche Organisationen: Auch hier wird Kritik einfach wegzensiert oder auf Fremdplattformen mit persönlichen Beleidigungen und/oder Eristik versucht platt zu machen.
      Auch hier hatten wir schon Vorwürfe gegen Sylvia, die ebenfalls wahrscheinlich Feministin ist und viel mit Julia verkehrt, dass diese Beiträge, die für Grundrechte und gegen Feminismus stehen, zensiert werden, während auf anderer Seite übles Getrolle von Feministen [2] toleriert wird.
      Ich jedenfalls hebe jeden Beitrag als Kopie im Texteditor auf, bis ich ihn gepostet sehe.
      [1] Diskussion ab Anonymous (nicht ich) am 09.05.2012 um 16:18
      [2] Usako am 15.05.2012 um 01:02

  28. UlliZ schrieb am

    Den gabnzen Quotenunsinn kann ich nicht mehr hören. Aiuch die angeblich 23% geringerer Lohn für Frauen und Quote=Brückentechnologie (heute beides geäußert von einer Grünen) habe ich natürlich gegenargumentiert, gerne auch hier noch mal zum Nachlesen:

    Die angeblichen 23% kommen zustande weil man Äpfel und Birnen verglich. Zumindest hierzulande gilt gleiche Arbeit=gleicher Lohn – oft auch tariflich geregelt. Leichtlohngruppen gibts nicht mehr (ja, sie gab es, früher!).
    Man hat Einkommen aller Frauen ggü. gestellt der aller Männer. Das ist der Tatsache geschuldet daß viele Frauen in höheren Positionen unterrepräsentiert sind.

    Das ändert man aber nicht gerecht durch Quoten!

    Eine Quote müßte man, wenn man vollständige Gerechtigkeit haben wollte, in vielerlei Hinsicht feinsteuern:
    Wie viele potenzielle Bewerber stehen wie vielen potenziellen Positionen gegenüber, und welche Quote genau wäre diskriminierungsfrei, also Angebots- und Nachfrageneutral?
    40% oder auch 50% in Positionen, die z.B. aktuell nur durch 5% Frauen bekleidet werden, wären über längere Zeit eine massive Männerdiskriminierung und daher inakzeptabel.
    Auch viele Frauen haben keine Lust auf DIESE Art von ‚Vorfahrtsregelung‘, da sie dann als ‚Quotenweibchen‘ einer ganz speziellen Form der subtilen Diskriminierung ausgesetzt sind.

    Ich lehne jede systematische Diskriminierung ab, sei es von Frauen, Männern, Schwulen, Kleinwüchsigen, Diabetikern, Brillenträgern, Rothaarigen oder Älteren.

    Jede unüberlegte und nicht sorgfältig auf Diskriminierungsfreiheit begründet überprüfte Quote ist daher abzulehnen.

    Da man – Behindertenquote mal ausgenommen – diskriminierungsfreie Quotenregelungen kaum hinbekommt, sollte man davon besser Abstand nehmen.

    Stattdessen ist jeder Form der Diskriminierungsfreiheit Vorfahrt zu geben, da geht es z.B. um Ermutigung, daß sich jedermann auf Stellen oder für Positionen bewerben darf und soll, unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlecht, Hautfarbe, Kultur, Haarlänge oder Schuhgröße, und auch unabhängig davon möglichst diskriminierungsfrei Einstellungsentscheidungen zu treffen sind.

    Erreichen wird man das nicht durch Gesetze, sondern durch aktives Vorleben, übliche Praxis und Aufklärung, z.B. über die vielfältigen Vorteile von Diversity, wie man das im englischen so schön in ein Wort fasst.

  29. Hermann Köster schrieb am

    Ich denke die zentrale Sachfrage: Wie stehen die Piraten zur Quote ist zwar nicht endgültig beantwortet, aber der status quo doch hinreichend geklärt. Die Frage nach personellen Konsequenzen wurde aufgeworfen, geht mich als Nichtpirat aber nichts an. Aber die Initiative wirft meiner Meinung nach auch eine Reihe grundsätzlicher Fragen auf. Daß das so nicht mit der internen piratischen Basisdemokratie vereinbar war, wurde auch bereits geklärt.

    Was mir noch unklar geblieben ist:
    Wie sieht es generell mit der Beteiligung der Piraten an solchen politischen Kampagnen, die mit inhaltlicher Politik eher wenig zu tun haben, aus. Will man sich da generell beteiligen, egal gegen wen und mit wem? Will man sich generell nur an Kampagnen eines der beiden großen politischen Lager beteiligen? Wenn die Piraten ihren Anspruch inhaltsorientiert zu sein und konstruktiv mitarbeiten zu wollen wann immer inhaltliche Überschneidungen das erlauben ernst meinen und sowohl auf SPD/Grüne als auch CDU/FDP beziehen, sehe ich nicht, was die Piraten durch die Beteiligung an solchen Kampagnen gewinnen könnten – abgesehen von noch etwas mehr medialer Aufmerksamkeit.

    Den anderen Hinweis den ich habe (und bereits am 20.4. per facebook an den Vorstand der Piratenpartei geschickt habe): Es wird hier der Rücktritt einer Ministerin gefordert. Reichen die im Brief angeführten Gründe dafür aus? Frau Schröders Ablehnung der Quote (in Übereinstimmung mit der Mehrheit der Deutschen) ist doch sicher kein ausreichendes Argument, egal wie die Piraten dazu stehen. Gibt es einen anderen im Brief aufgeführten Kritikpunkt, der eine Rücktrittsforderung rechtfertigt? Wenn nicht, ist eine Beteiligung an einer solchen Aktion mit meiner Vorstellung von Demokratie nicht vereinbar. Was für ein Demokratieverständnis demonstrieren hier die Piraten?

    • kessfried, schrieb am

      Find ich super herr köster. Auch die übrige kritik an quote und vorgehensweise finde ich durchweg schlüssig.

    • Reiner Zunder schrieb am

      Herr Köster, es sind nicht DIE Piraten, sondern Frau Schramm aus dem Vorstand (evtl. unbedacht der Restvorstand) und die neue Pressesprecherin, die diese PM lanciert und damit den Vorstand und viele Piraten überrumpelt haben. Die meinsten Piraten, das zeigt auch die fulminante Diskussion zu den beiden PM, sehen die Dinge anders, zumindest differenzierter, als die beiden Damen. .-)

      • Bombe 20 schrieb am

        Reiner,

        das hilft dem Wähler aber nur bedingt weiter. Was, wenn als nächstes ein „Post-Privacy“-Anhänger dem offenbar ja so gedankenlosen Vorstand eine Entscheidung pro Vorratsdatenspeicherung unterschiebt? Wenn es jederzeit passieren kann, daß der Vertreter irgendeiner Außenseitermeinung diese besinnungslos als offizielle Parteilinie abnicken lassen kann, dann ist es doch ein reines Glücksspiel, aus inhaltlichen Gründen die Piratenpartei zu wählen.

        Das ist doch, als würde jemand, der soziale Gerechtigkeit will, die SPD wählen und diese schafft erstmal die Sozialhilfe ab. Wie wenn ein Pazifist die Grünen wählen würde, die dann nichts besseres zu tun hätten, als einen Auslandseinsatz der Bundeswehr zu unterstützen. Oder ein Konservativer wählt die CDU und die setzt die Wehrpflicht aus und beschließt den Atomausstieg…
        Hm, verstehe. Willkommen im Politikzirkus, Piraten. Euer Kapitän Efraim Langstrumpf macht sich die Politik, widewidewie sie ihm gefällt.

        Bombe 20

        • Wahrer Pirat schrieb am

          Da kann man nur froh sein, dass der Vorstand zwar etwas zu sagen, jedoch nichts zu entscheiden hat.
          Der Vorstand ist zum Glück lediglich ein Sprachrohr der Partei (wobei nicht einmal das, eigentlich soll er nur Verwaltungsaufgaben nachkommen), stellt jedoch nicht die Parlamentsabgeordneten in den Landtagen, Senaten und dem Bundestag.
          Solange die Parlamentarier der Partei nicht wie der Vorstand in diesem Thema mehrere Grundsätze der Partei (Basisdemokratie, Postgender und Verfasungsgebundenheit) über Bord werfen und eigenmächtig verfassungsfeindliche und menschenverachtende Ideologien wie „Brüste statt Kompetenzen“ unterstützen, ist alles in Butter.
          Man könnte auch sagen: Der beißt nicht, der will nur spielen. Denn Bellen kann der Vorstand zwar, beißen jedoch zum Glück nicht.
          Es ist zwar bedauerlich, dass der Vorstand nun ein ganzes Jahr Zeit hat, die Piraten im öffentlichen Bild bezüglich Demokratieverständnis und Grundrechtskonformität neben NPD und Linke einzureihen (und das ausgerechnet vor den Bundestagswahlen), doch davon geht die Partei nicht unter. Zum Glück ist die Amtslaufzeit auf ein Jahr beschränkt und so kann spätestens irgendwann nächstes Jahr der Vorstand des Kegelklubs durch ein Vorstand der Piraten ersetzt werden.

          • Hermann Köster schrieb am

            Dieser Hinweis hilft mir weiter! Solange eine Liste der Piraten niemanden enthält der an diesem murks beteiligt war, habt ihr mich als Wähler noch nicht verloren.

          • Hermann Köster schrieb am

            Andererseits – welche Art Neumitglieder holt ihr euch durch solche Aktionen an Bord? Bist du sicher, dass die „wahren Piraten“ in einem Jahr überhaupt noch das Heft in der Hand haben werden? Es gibt ja durchaus Präzedenzfälle, dass junge Parteien „übernommen“ werden. Bei der GAL in Hamburg mitte der 80er schien mir die erste „wahre Grüne“ auf Listenplatz 5 zu finden zu sein, dominierend waren ehemalige Mitglieder des komunistischen Bundes…

      • Hermann Köster schrieb am

        Herr Zunder, das ist mir bewusst. Aus meiner Sicht als Wähler für den die Piraten die einzige Hoffnung eine wählbare Partei jenseits der 5% Hürde zu finden darstellen gilt trotzdem:

        Programm – Top
        Diskussionskultur – Top
        Unterschrift unter den Schröder Brief durch einzelne Piraten – irrelevant
        Unterschrift als Kegelklub / Die Piraten – fail
        Absegnung Presserklärung durch Vorstand – fail
        Diese Erklärung dazu – GAU

        Bezüglich der fails würde ich mich ihnen anschließen. Vermutlich ist die Erklärung genau die von ihnen genannte. Und Fehler passieren überall mal. Aber für dieses Statement kann der Restvorstand nicht mehr in Anspruch nehmen unbedacht gehandelt zu haben. Da muss jeder schon gewusst haben, dass der Anspruch sich grundlegend von den Etablierten zu unterscheiden (und einige weitere) auf dem Spiel steht.
        Immerhin, eine Korrektur in punkto Quote (wenn ich auch den Bezug auf LQFB unglücklich finde) und das konkrete Versprechen es besser zu machen sind weit mehr, als von einer etablierten Partei zu erwarten gewesen wäre. Warum trotzdem GAU?

        1. Weil auch der „grundsätzliche Anspruch“ des Briefes – selbst ohne Quotenforderung – weder akzeptabel noch mit dem Piratenprogramm in Einklang zu bringen ist. Wer Frau Schröder auffordert zurückzutreten oder „die Bedeutung von struktureller Ungleichheit für die aktuelle Lage der Frauen in unserem Land“ anzuerkennen, muss auch in der Lage sein, diese Ungleichheit näher zu definieren. Darum meine Fragen weiter unten.
        Bisher ist das niemandem gelungen. Entweder man zieht (wie einige Grüne) die 23% Lücke heran und erklärt sie ganz oder überwiegend durch diskriminierende Strukturen. Dann muss man all den Statistikern, die sich damit beschäftigt haben, nachweisen, dass sie sich irren. Oder man akzeptiert die Erklärungen der Statistiker, dann muss man aber irgendeinen anderen Nachweis für die strukturelle Ungleichheit bringen, oder zumindest sagen, was man meint.

        Die schlechte Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf die hier – auch von mir – angeführt wurde könnte zwar als strukturelles Problem durchgehen, kann aber wohl kaum gemeint sein, denn 1. liegt keine Ungleichheit zwischen den Geschlechtern vor, ein erziehender Mann ist davon sicher nicht weniger betroffen, als eine erziehende Frau und 2. hat Frau Schröder einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab dem 1. Geburtstag für 2013 versprochen und sieht einen entsprechenden Ausbau der Betreuungskapazitäten als ihr wichtigstes Projekt. Wird natürlich alles nicht reibungslos klappen, ist aber trotzdem ein Riesenschritt vorwärts. Übrigens ganz in Übereinstimmung mit dem Piratenprogramm.

        2. Weil ich nun auch bei anderen Themen befürchten muss, dass die Piraten das Gegenteil von dem tun, was ich als Wähler erwartet habe. Das können die Etablierten aber auch schon, nur dass sie es typischerweise erst nach der Wahl machen. ;-)

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