PIRATEN testen ersten dezentralen Parteitag in Trier

Bild: Tobias M. Eckrich

Die PIRATEN in Trier/Trier-Saarburg führen am 6. Mai 2012 den ersten dezentralen Kreisparteitag durch: Der Kreisverband tagt gleichzeitig in Trier und Baustert (Eifel). Damit erprobt die Piratenpartei neue Wege, um nach dem enormen Mitgliederzuwachs der letzten Jahre weiterhin allen Mitgliedern die Mitbestimmung ohne Delegation zu ermöglichen.

Heiko Müller, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Rheinland-Pfalz meint hierzu: »Für uns ist dieser Kreisparteitag ein Experiment zur Erweiterung der Teilnahmemöglichkeiten von Parteimitgliedern und Bürgern im 21. Jahrhundert. Wir haben zwar mittlerweile enorme technische Möglichkeiten entwickelt, aber die Gestaltung der politischen Arbeit steckt noch viel zu sehr in den Strukturen von vor 100 Jahren fest.«

Die Vorteile dezentraler Parteitage liegen in den verringerten Anfahrtswegen für die Teilnehmer, der Abschwächung von regional beeinflussten Abstimmungen durch Einbeziehung mehrerer Regionen, sowie der geringeren Anzahl von Teilnehmern an einem einzigen Ort. Die zentrale Aufgabe des dezentralen Parteitags übernimmt die Versammlungsleitung, die für die Verknüpfung der beiden Versammlungen zuständig ist. Dies soll mit einer Live-Übertragung per Internet und weiteren technischen Hilfsmitteln gelingen. Außerdem gilt es, eine Geschäftsordnung zu entwickeln, die konform zum Parteiengesetz ist und die besonderen Gegebenheiten eines dezentralen Parteitages berücksichtigt.

Die Erfahrungen aus dem dezentralen Parteitag werden in die Konzeption von dezentralen Parteitagen auf Landes- sowie Bundesebene einfließen. Der Trierer Kreisverbandsvorsitzende Christian Hautmann äußert sich gespannt, die Auswirkungen auf die deutsche Parteienlandschaft zu sehen: »Dezentrale Parteitage sind eine Möglichkeit, um auch weiterhin basisdemokratisch agieren zu können. Den Trierer Piraten liegt es am Herzen, dass wir auch in Zukunft alle Mitglieder an der politischen Entscheidungsfindung beteiligen können.«

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Kommentare

24 Kommentare zu PIRATEN testen ersten dezentralen Parteitag in Trier

  1. Bastian schrieb am

    Es ist faszinierend, wie wir als Partei funktionieren. ich bereuhe den Schritt nicht in die Piratenpartei eingetreten zu sein. Es ist fast schon eine Art Revolution die wir hier betreiben. Das komplette Demokratische System wie es bis jetzt existierte wird von uns überarbeitet, mit einem Update versehen.

    Ich hoffe dass wir noch lange nicht am Ende unserer Kräfte sind und noch viel “ ändern“ können ;)

    • Anonymous schrieb am

      @Bastian
      Achja? Momentan hat sich noch GAR NICHTS verändert. Oder habe ich es bloss verpasst?
      An anderer Stelle lacht man bloss über solche Naivität! Und hier existiert offenbar noch keine Idee von der allgegenwärtigen verlockenden Subversion, denn es fällt nicht mal auf, wieviel Leute aus Berechnung gewechselt sind: nicht nur Wähler (darüber wird ja immer wieder berichtet), sondern erfahrene egomane Parteitaktiker von SPD und Grünen!
      Macht richtig Spass zuzusehen, wie das alte Netzwerk der Korruption blüht und gedeiht … !

  2. Revolution2012 schrieb am

    Deutschland ist groß! Die Parteitage sollten dezentral so verteilt sein, damit möglichst alle Mitglieder in allen Regionen von Deutschland teilnehmen können. Es ist vorstellbar, dass in einer bestimmten Region A andere Interessen sind als in einer Region B. So gibt es einen Unterschied zwischen Regional-, Landes und Bundesebene. Es muss nur noch eingeordnet werden, für was die Region, das Land und der Bund zuständig ist. Nur so ist Basisdemokratie möglich.
    Die Grünen wollten doch ursprünglich auch Basisdemokratie, sind aber offensichtlich gescheitert. Warum eigentlich?

    • Old Buffalo schrieb am

      Werte(r) Revolution 2012,
      zur letzten Frage…Ich war Grüner Anfang der 90er (und bis die unter Fischer die gerechten Kriege entdeckten) und mein PC war damals…Anfang 90er. Alles lief ab wie bei den Anderen, was hätte man anderes machen können…? Gute Bewegung waren die Grünen und später Bündnis90/Die Grünen deutlich vorher. Mensch kannte es nicht anders, Mensch ist als Ortsverbandsdelegierte(r) auf eine Bundes- oder Landesdelegiertenkonferenz gefahren.
      Später dann- war es zu spät. Da waren die Grünen mit dabei. Postenverwalter. EY, Kohle verdienen. Hartz4-Chefs. Unter anderem. Kabinett Schröder 1998-2005, wer wollte da Basisdemokratie? Jo…und wer will das bei denen heute? Dazu empfehle ich als beliebig wahlloses Bespiel http://www.winfried-kretschmann.de. Zitat: „Hier haben Sie die Gelegenheit, sich aktuell über meine politischen Aktivitäten zu informieren und etwas über meine Person zu erfahren“. Merci, mon Colonel. Dankbar zur Kenntnis genommen. Kompass neu justiert.

      • Perestroika schrieb am

        Vielleicht sollten sie auch mal mehr als nur eine SMS-Länge lesen es geht bei Kretschmann weiter:

        Ihre Meinung ist mir wichtig. Gerne können Sie mir bei Fragen, Anregungen oder Kritik schreiben.
        Ich freue mich über Ihre Zuschriften.

        Aber die Vorraussetzung für eine Zuschrift ist halt eine inhaltliche Aussage. Da tun sich die Piraten schwer. Klarmachen zum Kentern ist langfristig angesagt.

  3. Pingback: PIRATEN testen ersten dezentralen Parteitag in Trier | Michael´s Blog

  4. don schrieb am

    Ahoi,
    toi, toi toi. Ein weiterer Schritt in Richtung Re-Demokatisierung Deutschlands.

  5. simpsons3 schrieb am

    Ich bin froh, dass dieser Schritt endlich getan hat. Und ich bin stolz, ein Teil der Partei zu sein, die den Schritt als erstes tut (zumindest, wenn der LV RLP meinen Mitgliedsantrag bearbeitet hat) und ich bin glücklich darüber, dass dieser Schritt in meiner Heimatstadt getan wird. Trier war irgendwie schon immer die Heimat (oder der Regierungssitz) von Vordenkern: Constantin I., Karl Marx, Christian Hautmann (?).

  6. Woher soll die Bandbreite kommen ? Wenn man viele Locations mit qualitativ hochwertigen Streams verbinden will wird ja wohl enorme Bandbreite benötigt. Wie wird das organisiert wenn die Halle in welcher der BPT stattfindet nicht mit mindestens 100Mbps angebunden ist ?

    • The_Underscore schrieb am

      Du weißt aber, dass es vom letzten BPT einen Internet-Stream gab, den jeder anschauen konnte?

      • Anonym schrieb am

        16 Länder = 16 Streams
        D.h. jeder Parteitag müsste 15 Streams am laufen haben und seinen eigenen Stream senden.

        Letzteres ist, wie du angemerkt hast, kein Problem.

        Ersteres, sofern man noch auf die Idee kommt auch innerhalb der Bundesländer nochmal zu teilen, schon eher. Größere Bandbreite als für Ottonormalhaushalt üblich zu bekommen ist zwar das geringste Problem, aber das kostet n Haufen Knete.

        • wishi schrieb am

          Falsch. Es reicht ein Stream der von der Quelle zu einen Knotenpunkt (Rechenzentrum) gesendet wird. Und einer der vom Knotenpunkt zurück führt. Der Knoten kann zudem den Stream weiter verteilen. Zusätzlich kann man an dem Knoten eine Schaltstelle einrichten, welche immer den Stream weitersendet welcher gerade von Relevanz ist (Oder alle in einer Übersicht). Das entspräche einer Parteitag übergreifenden Moderation. Alle 16 getrennt behandeln kann man niemandem zuhause zumuten. Man kann es natürlich Wahlweise anbieten um die Transparenz zu gewährleisten.

    • Lutoma schrieb am

      Hey, da ich auf dem letzten BPT in Neumünster für das Netzwerk (mit-)zuständig war: Die Halle war mit 1000Mbps (Also 1 Gbps) angebunden, von daher kannst du da unbesorgt sein ;)

  7. Reinhold Woelk schrieb am

    Liebe Unzufriedenen und Kampfbereiten,
    meine Einstellung zur Globalen-Piratenparteibewegung findet ihr auf meiner Website: reinholdewoelk.com

    Also: „Los gehts!“
    ============

    Euer R. Woelk

  8. Terraner schrieb am

    OT

    Herzlichen Glükwunsch SH Piraten , toller Wahlkampf , tollesErgebnis .
    Hoffentlich kann das in NRW noch getopt werden.

    Ahoi Terraner 8,5%

  9. René schrieb am

    Stolz, ich bin einfach nur Stolz, in die richtige Partei eingetreten zu sein. Das ist nicht nur der richtige Weg, den wir da einschlagen, das ist der Weg überhaupt. Klasse, weiter so!!!

  10. Kenner schrieb am

    Ich hoffe nur, dass das die Politik nicht auch nur noch unpersönlicher macht, denn unpersönlich ist die Welt heute schon echt zu genüge. Solche Veranstaltungen sind auch immer Kennenlernveranstaltungen. Man knüpft Kontakte, nicht nur fürs Politische sondern auch fürs Gesellschaftliche. Bekanntschaften, die man nur online pflegt sind extrem lose. Aber naja, mal versuchen.
    Aber man muss auch beachten, dass nun nicht mehr diejenigen ein Problem haben die weit weg wohnen, sondern all die mit schlechtem Internet. Man verlagert also in gewissem Maße nur die Gruppe derjenigen.

  11. Anton Maier schrieb am

    es ist nun der 8.5.2012.
    ich w[rde gerne etwas darueber lesen wie es denn nun am 6.5.2012 gelaufen ist. ein kleiner artikel waere doch schon genug. hier auf piratenpartei.de und auf der trierseite.

  12. baharri schrieb am

    Das Problem „Umsetzung der Basisdemokratie“ wird leider nicht durch zwei, drei , vier oder fünf dezentrale Parteitage gelöst.

  13. egal schrieb am

    Das Hauptproblem bei der Progammweiterentwicklung in Piratenpartei wird dadurch aber nicht beseitigt.
    Viele Programmpunkte und noch mehr Teilnehmer an den Parteitagen sind zu schlecht vorbereitet.

  14. trinks schrieb am

    Wie war nun der Test ? Warum gibt es keine Auswertung ?

  15. Pingback: The Golden Bullet! Oder der Dezentrale Parteitag löst alle unsere Probleme? « Mattes spricht sich aus

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