Live-Bericht vom Bundesparteitag der #Piraten

Unser Bundesparteitag in den Holstenhallen in Neumünster hat begonnen. Hier findest du den Live-Stream, der von der Piratenpartei Deutschland angeboten wird:
Live-Stream (powered by Piratenpartei)

Die Flaschenpost bietet einen Live-Ticker an!

Außerdem wird der Nachrichtensender N24 einen Stream der Veranstaltung in voller Länge anbieten:
Live-Stream (powered by N24)

Live-Blog vom Bundesparteitag

Hier bloggen Heidi Krüger und Simon Stützer für euch während des gesamten Bundesparteitages.
11.30Uhr

Mittlerweile läuft die Befragung der Kandidaten für das Amt des politischen Geschäftsführers, wir sind bereits beim letzten Kandidaten angekommen.

11.25Uhr

In einer abschließenden Rede faßte Wilm Schumacher, ehemaliger Generalsekretät der Piratenpartei und nunmehr als Basispirat, den Stand der Piraten innerhalb der Politiklandschaft aus seiner Sicht punktuiert und auf eine angenehm provokante Weise zusammen.
Er forderte Politiker anderer Parteien dazu auf, „die Piraten nicht als Gefahr für das eigene Amt anzusehen, sondern eher als Chance, als Chance für die Demokratie“. Abschließend kündigete er den Politikern, die uns unsachlich kritisieren, obwohl sie selbst „zu dämlich sind, konstruktiv in einer Koalition zu arbeiten“, für die Zukunft „Schmerzen“ an. Wilm Schumacher, der nicht wieder zur Kandidatur für den Bundesvorstand antrat, verließ die Bühne mit tobendem Applaus und Standing Ovations.

09.05Uhr

Guten Morgen liebe Piraten und liebe Fans, wir sind wieder in der Halle und werden Wichtiges berichten. Den Gesichtern der eintreffenden Piraten ist zwischen Müdigkeit und Spannung jede Nuance abzulesen. Piraten der einzelnen Landesverbände erobern die langen Tischreihen nach der vergangenen Nacht zurück und ersten Presseleute richten sich ein und stellen ihre Fragen.


22.43Uhr

Es ist spät und deutlich spürbar werden auch Piraten müde. Doch innerhalb weniger Sekunden fanden sich soeben zwanzig neue Wahlhelfer, um noch am heutigen Abend das Ergebnis der Wahl des Generalsekretärs vermelden zu können. So werden die fünf Kandidaten für dieses Amt nicht bis morgen in bangem Hoffen verbringen.
Der neue Generalsekretär der Piratenpartei wurde gerade Sven Schomaker mit einer Mehrheit von 69,2%.

Wir sind damit raus und verabschieden uns bis morgen – gute Nacht!!!

21.28Uhr

Der neu gewählte Schatzmeister der Piratenpartei ist Swanhild Goetze. Nachdem René Brosig zur Wahl nicht wieder antrat, wurde sie von drei Kandidaten mit einer überwältigenden Mehrheit von 93% gewählt.

20.45Uhr

Das Ergebnis ist da! Unser zweiter Stellvertretender Vorsitzender ist Markus Barenhoff mit 70,5 Prozent der Stimmen. Matthias Schrade erhält 60,8 Prozent. In der Auszählungszeit haben sich bereits die drei Kandidaten für das Amt des Schatzmeisters („Schatzi“) vorgestellt. Kandidatin Swanhild Goetze wird von der Versammlung mit stürmischem Applaus auf der Bühne begrüßt. Auf eine Befragung der Kandidaten wird verzichtet, offenbar haben viele Piraten ihre Entscheidung bereits getroffen.

20.15Uhr

Der zweite Gang an die Wahlurne ist eröffnet, nachdem auch ein neues Gesicht die Runde der Kandidaten erweiterte. Markus Barenhoff kam dazu, während andere ihre Kandidaturen zurückzogen.

19.42Uhr

Sebastian Nerz wird einer der beiden Stellvertretenden Vorsitzenden der Piratenpartei!
Bei der Zustimmungswahl setzt er sich mit 73 Prozent der Stimmen durch und ist der einzige Kandidat, der
das Quorum von 50 Prozent meistert. Das heißt für uns: Noch mal an die Wahlurnen.
Nun läuft die Wahl für den 2. Stellvertreterplatz. Schließlich haben wir zu Beginn des Parteitags beschlossen, den Vorstand um einen weiteren stellvertretenden Vorsitz zu erweitern.

18.31Uhr

Hier gibt’s was auf die Augen – ein Bericht von unserem Schlussstrich zur Nazi-Debatte:
Video via Stern.de

Aktuell läuft die Auszählung bei der Wahl der beiden stellvertretenden Vorsitzenden.

17.13Uhr

Bernd Schlömer ist neuer Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Bereits in seiner Vorstellung benannte Bernd Schlömer, neuer Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei, die Schwerpunkte seiner Arbeit und meint: »Die Arbeit an eigenen Positionen muss einen. Eigene Wege und Separation sind nicht immer hilfreich.« Bernd Schlömer möchte, dass Politik für jeden leicht verständlich ist. Die Meinungsbildung der PIRATEN solle mit Herz und Verstand erfolgen und das Wissen der Vielen genutzt werden. Auf die Piratenfahne schreibt er außerdem: »bescheiden bleiben und freundlich gelassen sein«.
Die Vorstellung der Kandidaten für das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden läuft derzeit.

16.55Uhr

Es hat lange gedauert, nun ist das Ergebnis da. Neuer Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland ist mit zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen Bernd Schlömer.
Der bisherige Stellvertreter setzte sich gegen Amtsinhaber Sebastian Nerz durch.
So geht das, in einer demokratischen Wahl ;-). Wir dürfen gespannt sein, wer die zwei Stellvertreter werden. Die Kandidaten stellen sich nun vor…

14.55Uhr

Endlich startet die Wahl des Vorsitzenden. Acht Kandidaten stellen sich in alphabetischer Reihenfolge vor. Fragen darf jeder, der mag, schriftlich stellen. Ausgewählt werden die Zettel per Zufall. Die Spannung steigt…

14.47Uhr

Jan Läutert erklärt den Pressevertretern den wichtigen Antrag, mit dem sich die Piratenpartei in der Debatte um eine ”rechte” Unterwanderung klar positioniert.

Aus aktuellem Anlass wird ein Antrag vorgezogen:
»Die Piratenpartei Deutschland erklärt, dass der Holocaust unbestreitbar Teil der Geschichte ist. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren widerspricht den Grundsätzen unserer Partei.«

Nach stürmischem Beifall nehmen die Piraten den Antrag mit überwältigender Mehrheit an – der Versammlungsleiter berichtet, er habe keine einzige rote Karte im Saal erkennen können!

14.36Uhr

Die Versammlung wird für 20 Minuten unterbrochen. Es gibt Unklarheiten bei der Kandidatur von Carsten Schulz. Dieser hatte in der öffentlichen Debatte durch umstrittene Äußerungen mit ”Rechtem Gedankengut“ von sich Rede gemacht.
Im Laufe des Parteitages bleibt jedoch festzustellen, dass die mediale Aufmerksamkeit für krude Forderungen eines einzelnen Piraten unverhältnismäßig höher ist, verglichen mit den übrigen über 1000 Basismitgliedern.
Bereits im Vorfeld des Parteitages hatten sich zahlreiche Mitglieder von den Forderungen Carsten Schulz‘ distanziert. Auch Sebastian Nerz machte in einer Ansprache nochmals deutlich, dass diese ”Meinungen“ in der Piratenpartei keinen Platz finden.

14.20Uhr

Mittlerweile wurden die Bundesvorstände politisch entlastet, finanziell jedoch nicht.
Weitere Geschäftsordnungsanträge rauben Zeit, typische Effekte der Basisdemokratie. Wir kennen diese Anträge auf Änderung der Tagesordnung – ABGELEHNT! Ebenso wurde ein Antrag abgeschmettert der forderte, dass statt konkreter Fragen an die Kandidaten lediglich die Akkreditierungsnummer ausgelost und dem Fragesteller dann das Wort erteilt würde.
Derzeit ist die Veranstaltung für 20 Minuten unterbrochen.

13.28Uhr

Hier gibt’s was zu klotzen für euch!!! Marina Weisband bei ihrer Begrüßungsrede.
Video via #SPON

13.20Uhr

Mit über 1500 akkreditierten Piraten findet derzeit in Neumünster der größte Bundesparteitag der Piratenpartei statt. Trotz Priorität der Vorstandswahlen und den vielen eingereichten Satzungsanträgen, stößt dieser 10. BPT auf überwältigendes Interesse bei Mitgliedern und Medien.
Bleibt zu hoffen, dass möglichst viel Zeit verbleibt, um in der inhaltlichen Arbeit voranzukommen. Denn gerade diese Inhalte sind es, die viele Piraten nach Neumünster trieb.

Indes wird der Vorstand ”gegrillt“. Eine klare Distanzierung zu Rechtsextremen Gedankengut bekamm lauten Beifall. Sebastian Nerz wörtlich: »Solche diskriminierenden und menschenfeindlichen Anschauungen haben in der Piratenpartei keinen Platz.«

12.56Uhr

Der BPT beschloss, die Geschäftsordnung des Schiedsgerichtes nicht zu ändern.

Von vielen bereits lange und kontrovers diskutiert, die Thematik der Trennung von Amt und Mandat. Auch dieser Antrag scheitert an einer entsprechenden Mehrheit, denn die PIRATEN lehnen diese Trennung ab und bauen somit auf eine individuelle Verantwortung der Betreffenden, diese Entscheidung auch im Sinne der Basis zu treffen.
Ebenso erging es dem Vorschlag von Antragsteller Jens Seipenbusch, einen Beirat für den Bundesvorstand zu wählen, um kontrollierend und unterstützend bei der Kommunikation zwischen Bundesvorstand und Ländern tätig zu werden. Dazu sagte der BPT NEIN und möchte diese Kontrolle lieber bei der Piratenbasis sehen.
Die Rechenschaftsberichte der Vorstände ist offen und findet Sympathie bei den Zuhörern.

Der scheidende Bundesvorstand stellt sich aktuell den Fragen des Parteitags…

12.01Uhr

Mit einem letzten Endes klaren Meinungsbild wurde der Antrag auf Verlängerung der Amtszeit des Bundesvorstandes abgelehnt. Die PIRATEN bleiben damit ihren ursprünglichen Grundsätzen treu.
Zwei komplexe Anträge zu Umfang und Tätigkeit des Schiedsgerichtes, die für eine höhere Effizienz dieses Gremiums sorgen wollen, sorgen bei einigen Piraten für Unentschlossenheit, da wir mit ihnen teilweise auf juristischen Boden geführt werden, der auch für ein Gefühl der Unentschlossenheit sorgt. Der Antrag auf Verlängerung der Amtszeit des Schiedsgerichtes wird zurückgezogen.

11.28Uhr

Eine Menge Abstimmungen zur Orga des BPT sind erforderlich, bevor die Wahl des neuen Bundesvorstandes starten kann. Die PIRATEN laufen sich warm im Umgang mit den roten und blauen Stimmkarten.
Erstes Ergebnis steht schnell. Jeder Kandidat für ein Vorstandsamt hat damit fünf Minuten Zeit, um sich vorzustellen. Bei der hohen Anzahl der Kandidaten eine kluge Entscheidung, eine Minute des BPT kostet 44€. Ein wenig länger dauert die Einigung darauf, dass jeder zwanzig Unterstützerunterschriften für seine Kandidatur vorlegen muss. Das dürfte keine besonders hohe Hürde darzustellen, wenn man dieser inzwischen großen Partei zukünftig vorstehen möchte.
Nach der positiven Abstimmung über die Tagesordnung führt uns das Geschehen zur Wahl der Rechnungsprüfer. Fünf Kandidaten, darunter eine Frau, stellen sich zur Wahl. Die beiden amtierenden Kassenprüfer ziehen ihre Kandidatur zurück und sehr zügig stehen die beiden Rechnungsprüfer fest.
Weiter geht´s mit der Bearbeitung diverser Satzungsänderungsanträgen. Der erste behandelt eine Verlängerung der Amtszeit des Bundesvorstandes auf zwei Jahre. Ein weiterer Antrag fordert zusätzlich die Erstellung von Rechenschaftsberichten alle sechs Monate. Sehr zügig wird die Rednerliste geschlossen. Viele Stimmen äußern sich gegen eine Verlängerung der Amtszeit. Das wird eine spannende Abstimmung.

10.31Uhr

Und wieder legt Marina Weisband ein tolle Rede mit optimistischen Tenor hin.
Die Piraten hängen ihr an den Lippen. Selbsbewusst spricht sie vom Menschenbild der Piraten:
»Der Glaube daran, dass wir den Menschen mehr zutrauen können, als es derzeit geschieht und dass eine stärkere Vernetzung erfolgen muß, damit sich jeder beteiligen kann und etwas Großartiges zustandekommt.« Die Rede wird später bei Youtube zu finden sein.
Jetzt geht’s in die Schlacht, die Versammlungsleitung wird gewählt – Jan Leutert hat den Job!

Mehr später…

10.14Uhr

Der #BPT12 wurde von Versammlungsleiter Jan Leutert um 10.24 Uhr eröffnet. Wie bei uns Piraten üblich, haben wir die technische Herausforderungen binnen kürzester Zeit gemeistert.
Alle Piraten der Landesverbände, Pressevertreter und Gäste wurden begrüßt, bevor das Wort der amtierenden politischen Geschäftsführerin, Marina Weisband, übergeben wurde. Rock’n’Roll!!!

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Kommentare

37 Kommentare zu Live-Bericht vom Bundesparteitag der #Piraten

  1. jp schrieb am

    Der ’normale‘ Piraten Video Stream (http://stream.piraten-bpt.de/) ist für DSL-1000 Nutzer mal wieder nicht nutzbar, weil die Bitrate ein bisschen zu hoch ist –> sowas ist echt traurig. Der N24 Stream geht aber.

    • AlterKnacker schrieb am

      Das wird wohl für mich und den FIWUS ein langer Tag werden, der Video-Livestream funktioniert mit meinem lahmen Surfstick nicht, das Fernsehen (Phoenix) ist wohl vor Ort, sendet aber nicht Live und so muss ich mich mit dem Live-Audiostream begnügen.

      10:47 – Im Moment geht es um die Geschäftsordnung und Wahlverfahren. Dieses sogenannte Hin und Her scheint wohl nicht im Vorfeld geklärt werden zu können, Satzungsänderungen sind für die nächsten zwei Stunden angesetzt, Demokratie ist ein mehr als mühsames ‘Geschäft’. Während meiner Zeit beim Fernsehen (1977-1992) habe ich des Öfteren solche Parteitage erlebt, zuerst als Tontechniker, später auch als Kameramann, aber dort wurden solche Grundsätzlichkeiten schon im Vorfeld abgeklärt und so konnten Diskussionen meist relativ schnell beginnen.

      11:16 – Gerade habe ich einen Video-Livestream von N24 gefunden, der offenbar halbwegs funktioniert. Es sind aber wohl nur feste Kamerapositionen und eine Bildregie, die nicht besonders kreativ ist. Leider weiß ich auch nicht, wie viele Kameras im Einsatz sind. Außerdem ist die Kameraposition, welche das Rednerpult vor der Linse hat, eine Katastrophe, denn die Kamera steht wohl auf einem Podest und schwingt nach, was echte Wackelbilder sendet und es kommt hinzu, das dieser Kameramann wohl ein billig eingekaufter Anfänger ist.

      Jetzt muss ich auch noch Werbe-Einspielungen des Senders ertragen. Ob ich dies in dieser Form durchhalte, kann ich im Moment noch nicht abschätzen.

    • Joe schrieb am

      Der N24 Stream geht nicht in Nordamerika. Angeblich „rechtliche Probleme“ laut N24 FAQ. Nur die Postbank Werbung bekommt man zu sehen :-p

    • Stefan schrieb am

      Kann mich dem nur anschließen. Hab und will kein Flash, würde trotzdem gerne schauen. Der VLC spielt den RTMP Stream nicht ab: rtmp://static.src.82.104.cdn.3qsdn.com/1012/_definst_/livestream.mp4 (Aus dem Quelltext der Streaming Website)

  2. Terraner schrieb am

    Schlimm diese Fotografen schmeiß die doch mal von der Bühne

  3. vera schrieb am

    Was @jp sagt. Ich hab 360 kBit/s, und dann noch Flash ohne die Möglichkeit, mir das per OGG auf VLC zu holen. Macht mich, ähem, nicht glücklich.

  4. AlterKnacker schrieb am

    Die Herren und Damen Admins brauchen verdammt lange, bis sie Kommentare freischalten … es ist zum junge Hunde kriegen … aber was noch schlimmer für mich ist … der N24-Livestream hat mein Surfstick-Kontingent total ‚gefressen‘ und so kann ich jetzt nicht mehr Live verfolgen für den FIWUS, was in Neumünster abgeht … und ich weiß, dass ich dies hätte gleich bedenken müssen. Scheiß Geldgeile Provider … ich könnte heulen.

  5. dsho schrieb am

    Ich habe grad im Info Radio gehört, dass es Anträge gibt: 1. die Leugnung des Holocausts straffrei zu machen und 2. das „Weltjudentum“ zu beschuldigen, an allen Übeln schuld zu sein. WTF?

    Wollen wir uns selbst versenken? Haben die Diskussionen der letzten Wochen nicht deutlich gemacht, wohin das Schiff zu droften droht?
    Was folgt als Nächstes? Einladung von G.Grass und Achmed Eichmanndientjihad?

    Piraten oder Totenkopfverbände? Schmeißt doch endlich diese Neos raus, oder wir müssen andere Saiten aufziehen…

    • Revolution2012 schrieb am

      Tatsächlich haben alle neuen Parteien, die groß heraus kommen, ein Neonaziproblem. Neonazis dürfen nicht geduldet werden, da sie mit ihrer Fremdenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus etc. sämtliche Wertegrundlagen unserer Demokratie angreifen. Aber das wissen alle.
      Die Praxis der Piraten, mit der Meinungsfreiheit umzugehen, offenbart (besser: entlarvt) ein Problem, was auch ohne das Internet längst existierte. Interessant ist, dass es sich offenbar um nur wenige Leute handelt. Sie sind hochmotiviert dabei, ihre Parolen in die Foren zu schreiben. Deshalb kommt es einem nur so vor, als seien es viele. Zählt die Namen, dann wisst ihr es besser! (Ich habe fünf gezählt!) Das Ziel dieser Leute ist einerseits die Instrumentalisierung der totalen Meinungsfreiheit, um sie für ihre Zwecke zu missbrauchen. Andererseits wollen sie die Piraten diskreditieren, denn die Ansichten jener Leute gehören ins rechtsextreme Lager und nicht hierher.
      Noch interessanter ist, was ich in den Medien zu diesem Thema beobachte. Als vierte Gewalt im Staat sollen die Medien eine Brücke zwischen Bürgern und Politik bilden. Dies dient der Demokratie, weil es Gewaltenteilung bedeutet. Dabei wird oftmals die fünfte Gewalt im Staat vergessen- die Basis.
      In allen Print-Medien, in denen ich bisher Artikel über die Piraten gelesen habe, höre ich einen spöttischen und ablehnenden Unterton heraus. Warum? Ganz einfach: Journalisten regionaler Zeitungen leben von den Print-Medien, verdienen ihr Geld damit. Viele Zeitungen gibt es heutzutage aber digital und sogar kostenlos im Internet. Dadurch sind Journalisten von Print-Medien unserer digitalen Welt die Verlierer. Das Internet ist daher der „natürliche Feind“ von Journalisten. Was man nicht außer Acht lassen sollte: Es geht um Geld. Trotzdem sind Journalisten ihrem Gewissen verpflichtet. Deshalb finde ich es umso verwerflicher, dass sie die Piratenpartei so versuchen zu verunglimpfen.
      Alle Parteien befinden sich im Wahlkampf. Viele Zeitungen unterstützen eine bestimmte politische Richtung einer Partei. Das ist legitim. Und im Wahlkampf sind alle etwas gespannt.
      Argumente werden schlecht herüber gebracht, Meinungen schlecht dargestellt etc. Aber in letzter Zeit spielt die mediale Berichterstattung rechtsradikalen Kräften in die Hände. Durch das Populismusproblem in der Piratenpartei bekommen Neonazis maximale mediale Aufmerksamkeit, weil es das Hauptthema in den Medien ist. Anstatt die Piraten dafür anzuprangern, ein Populismusproblem zu haben und sie teilweise mit Neonazis in einen Pott zu werfen, sollte das Problem in allen Parteien angegangen werden. Es muss klar zwischen einer Partei, die Neonazis ablehnt und Neonazis unterschieden werden. Und das unabhängig vom Wahlkampf.
      Die mediale Hemmschwelle nähert sich mit großer Geschwindigkeit Godwins law (Erklärung s. Wikipedia).
      Es dürfte aber nicht im medialen Interesse sein, zu zitieren, was ein paar Rechtsradikale geäußert haben (wie gesagt: ich habe fünf gezählt! Das wird häufig verschwiegen.). Rechtsradikale nutzen nämlich die Reaktion der Presse, um gegen die Presse zu hetzen. Es ist das Lieblingsthema der Rechtsradikalen.
      Insgesamt werden häufig extreme Meinungen in der Presse zitiert, um sie mit anderen, unbeteiligten Gruppen in Verbindung zu bringen. Die Abgrenzung ist zu unscharf. Genau das wollen die Neonazis und ihre Rechnung ist bisher aufgegangen. Das Paradoxe an der Sache ist: Die Zeitungen spielen ihnen dabei auch noch in die Hände!
      Ein anderer Punkt sind die vielen Nichtwähler. Die Wählerschaft der Piraten besteht zu einem großen Teil aus Nichtwählern. Daraus rekrutieren sich allerdings auch die Rechtsradikalen. Es ist naheliegend, dass die Rechtsradikalen sich auf „ihrem Territorium“ bedroht fühlen. Es liegt in ihrem Interesse, den Piraten größtmöglichen Schaden zuzufügen.
      Die Reaktion vieler Medien führt nur dazu, dass es noch mehr Nichtwähler geben könnte, indem die Piraten als unwählbar hingestellt werden. Davon profitieren aber nur gewisse Randgruppen.
      Würde mich auf Kritik an meiner Theorie freuen!

      • Thomas schrieb am

        Tatsächlich haben alle neuen Parteien, die groß heraus kommen, ein Demokratenproblem. Demokraten dürfen nicht geduldet werden, da sie mit ihrer Volksinteressenvertretung, Sittlichkeit, Friedenspolitik etc. sämtliche Wertegrundlagen unserer Ideologie angreifen. Aber das wissen alle. Aber trotzdem habe ich es nötig, das immer wieder zu sagen.
        Die Praxis der Piraten, mit der Meinungsfreiheit umzugehen, offenbart (besser: entlarvt) ein Problem, was auch ohne das Internet längst existierte. Interessant ist, dass es sich offenbar um nur wenige Leute handelt, die für die schweigende Mehrheit sprechen. Sie sind hochmotiviert dabei, ihre Argumente in die Foren zu schreiben. Deshalb kommt es einem nur so vor, als seien es viele. Was nicht sein kann, darf nicht sein. Zählt die Namen, dann wisst ihr es besser! (Ich habe fünf gezählt!). Und diese fünf sind eine Gefahr für uns 82 Millionen. Das Ziel dieser Leute ist einerseits die Nutzung eines Grundrechts, um unsere Interessen zu behindern. Andererseits wollen sie die Piraten kritisieren, daher gehören die Ansichten jener Leute auf die Bücherverbrennung.
        […]
        und darum müssen wir den Medien gehorchen.

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Sag mal… wie langweilig ist dir eigentlich?

        • Revolution2012 schrieb am

          Den Kommentar von Thomas sehe ich als Spam an. Wie so oft hat er einen Teil meines Textes kopiert. Anschließend hat er ein paar Worte ausgetauscht, sodass der Sinngehalt meines Beitrags ins Gegenteil verkehrt wurde.
          An Thomas: Wenn du spielen willst, such dir ein anderes Hobby. Das Thema ist zu ernst, um es durch den Dreck zu ziehen.

          • Thomas schrieb am

            Den Kommentar von Thomas sehe ich als Massenwerbesendung an. Wie so oft hat er einen Teil meines Textes kopiert. Anschließend hat er ein paar Worte verbessert, sodass der wahre Sinngehalt meines Beitrags sichtbar wurde.
            An Thomas: Wenn du entlarven willst, such dir ein anderes Hobby. Das Thema ist zu korrupt, um es an das Licht zu ziehen.

  6. Andi schrieb am

    Im Livestream kann man nach Mikrowechsel im den Podestredner nicht mehr verstehen, bitte nachbessern ;)

  7. Frida schrieb am

    Eine Frage:
    Wo finde ich eine grobe Übersicht des geplanten Ablaufs des Parteitages?
    Danke und viele Grüße

  8. kraenk schrieb am

    Es wäre toll, wenn der Live Blog nicht nur so vor Rechtschreibfehlern wimmeln würde. Das wirkt äusserst!!! unprofessionell!

    Es heisst glotzen, nicht klotzen..und Kandidatengrillen, nicht krillen!

  9. Terraner schrieb am

    Bravo schnelle und richtige Entscheidung , in beiden Fällen .

    • Terraner schrieb am

      ( Holokaust und Piratenschiff ) meinte ich damit.

  10. Frida schrieb am

    Zur Wirtschaftspolitik@Paul Weiler,
    in Anlehnung an weniger ist Mehr: Langsamer ist Schneller

  11. Frida schrieb am

    Thema Nazis:
    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen
    und
    Keine Toleranz für Intoleranz

    Kleines beispielhafter Bedenken: vor der Machtergreifung der Nazis hat in Frankfurt der SPD Bürgermeister gegen die Kritik die Nazisdemos vehement verteidigt mit der Begründung der freien Meinungsäüßerung.
    Nach der Machtergreifung gehörte er zu den ersten der ermordet wurde.

    • Stefan schrieb am

      Faschismus gut zu finden, ist eine Meinung.
      Faschismus einzuführen, ist ein Verbrechen.
      Bitte auseinanderhalten!

      • Frida schrieb am

        Terrorismus gut zu finden ist demnach sicherlich auch eine Meinung.
        Doch du wirst mir sicherlich recht geben?, Faschismus- und Terrorismusanhängern eine Plattform für die Veröffentlichung ihrer menschenverachtenden Meinung zu geben, ist ein Verbrechen.

        • Stefan schrieb am

          Es ist eine Meinung. Die durfte in den 70er-Jahren von RAF-Sympathisanten straffrei geäußert werden.

  12. Frida schrieb am

    Schade, dass ich derzeit ohne flashplayer bin, sonst würde ich ja u gerne im chat mal ab und an meinen Senf verteilen

  13. Andy Glass schrieb am

    Wollte mit gerade den Bericht vom Parteitag auf Phoenix ansehen, aber dem Sender werden die Dreharbeiten spontan verboten.
    Bravo, das nenne ich mal Transparenz!!!

      • CK schrieb am

        Falls es um das Abfilmen einer Wahl geht:
        Seid bitte beide so konsequent und veröffentlicht das, was ihr bei der nächsten Wahl ob nun in einem der beiden Länder oder auf Bundesebene ankreuzt, im Internet oder ggf. per regionaler Zeitung.
        Ganz im Ernst: Wer die Transparenz beim Zustandekommen von politischen Entscheidungen mit einem gläsernen Bürger verwechselt, der sollte sich echt Gedanken machen über seinen Intellekt.
        Es bleibt Fakt: Die private politische Meinung ist und bleibt ein besonders schützenswertes Datum und wird vom Grundrecht auf Privatsphäre geschützt.
        Gesetzgebungsverfahren und überhaupt Regierungsaktionen, die „im Namen des Volkes“ geschehen, haben gefälligst auch dem Volke erläutert zu werden.

  14. Frida schrieb am

    Ob mit Schlömer das „Adrenalin“ bestand haben wird wage ich hier mal zu bezweifeln

  15. Anonymous schrieb am

    Absolut korrekte Veranstaltung.
    Sehr gute Organisation und Handhabe.
    Sehr dickes Lob an alle. (immer gut an der Grenze zur Perfektion)
    Viel Sinn für Feinheiten der Menschlichkeiten.
    Absolut überzeugende Meinungsdarstellung gegen Rechts.
    Sehr gute Kandidatenauswahlsverfahren – der Schwarm funktioniert.
    Weiterhin gute zielgerichtete Abstimmung von Anträgen, so dass die Wege zu den Zielen sich verbessern. Hier ist natürlich weiterhin Potenzial offen ( Beirat aus Ländervertretungen als spezielle AG um Ausarbeitungen länderübergreifend fassen zu können, um ein an der Struktur der Länder orientierte Meinung als Vorlage für Abstimmungen sehen zu können…z.B….vlcht….)
    Mal aus einer Sicht von einem Nicht-Pirat, nur als Bürger.

  16. Klaus schrieb am

    Keine Chance den Nazis, die haben echt nichts bei den Piraten zu suchen, die kann man höchstens „kielholen“. Ebenso sollten wir mit der anderen Seite umgehen denn die Linken sind und bleiben ein Überbleibsel der letzten deutschen Diktatur, die ja in der DDR voll mit Gleichmache, Autokratie und Missachtung der Menschenrechte tatkräftig vollzogen wurde.

    Dies hat wenig mit der Freiheit zu tun, die wir Piraten meinen, ja wir, denn ich bin seit geraumer Zeit auch einer und versuche mich positiv einzubringen.

    Deshalb stimme ich auch voll zu, die Sanktionspraxis gegen die Empfänger von Hartz IV vollständig abzuschaffen, denn was zumindest den unschuldig in diese Staatsabhängigkeit geratenen Menschen, die aktiv Arbeit suchen so an so genannten Eingliederungsmassnahmen zugemutet wird, wie zum Beispiel die Zwangsteilnahme an Massnahmen einer selbsternannten Jobberatungs- und Coachingagentur namens Mikropartner, die bundesweit tätig ist, ist manchmal schlimmer als die tägliche Diskriminierung durch so genannte Besserwisser und „Selbstbessere“.

    Ich habe den Parteitag ein wenig in Netz verfolgt und muss bemerken, die Bürokratie und das Parteien- und Vereinsgesetz schlagen auch hier voll durch.

    Die soweit ich mitbekommen habe noch ausstehende finanzielle Entlastung kann soweit sie nicht auch dem Parteitag erfolgt mit Basisentscheid nachgeholt werden.

    Ich wünsche allen noch einen erfolgreichen Parteitag und lasst weltfremde Anträge erst einmal aussen vor, die sollten zunächst an der Basis diskutiert werden.

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