Digitaler Empfang schließt Gehörlose aus

Bild: Tobias M. Eckrich

Ende April wird der analoge Empfang in Deutschland abgeschaltet. Damit wird auch die vom MDR barrierefrei produzierte Sendung ›Länderzeit‹ eingestellt. Die Sendung wurde speziell für den analogen Empfang produziert und der MDR hält es nicht für nötig, dieses Format digital aufzuarbeiten. Die Piratenpartei Deutschland, die sich ausdrücklich für die Barrierefreiheit in Deutschland einsetzt, hält dies für schlicht skandalös.

»Mit dem Wegfall der Sendung ›Länderzeit‹ im MDR erlebt die Gehörlosengemeinschaft einen Rückschlag. Man nimmt ihr die ohnehin schon wenig vorhandene gesellschaftliche Teilhabe. Untertitelung ist kein Ersatz für die Einblendung eines Gebärdensprachdolmetschers. Die Gebärdensprache ist für viele Gehörlose die Muttersprache, Deutsch hingegen eine Fremdsprache«, sagt Julia Probst, Expertin für Inklusion.

Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland, stellt hierzu fest: »Die deutschen Fernsehsender verstoßen klar gegen Artikel 3 des Grundgesetzes. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Untertitelquote im deutschen Fernsehen liegt bei mageren 12,6 Prozent [1]. Nicht nur gehörlose und schwerhörige Menschen würden von echten Untertiteln profitieren, auch ausländische Mitbürger könnten so ihre Deutschkenntnisse verbessern. Eine flächendeckende Einblendung von Gebärdensprachdolmetschern erhöht auch die Akzeptanz von Menschen mit Behinderung.«

»Es muss normal werden einen Gebärdensprachdolmetscher im Fernsehprogramm zu sehen. Dies würde bei allen Zuschauern ein Bewusstsein für die Probleme behinderter Menschen schaffen. Gehörlose auf den Spartenkanal phoenix auszugliedern, ist keine Lösung«, so Julia Probst abschließend.

Weitere Informationen zur Untertitelsituation in Deutschland sind im Blog von Julia Probst zu finden unter http://meinaugenschmaus.blogspot.de

[1] In der Auflistung, die von 14,6 Prozent angibt, sind ORF2 und Schweiz herauszurechnen, da nicht deutschlandweit empfangbar. Damit ergeben sich dann die 12,6 Prozent

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Kommentare

53 Kommentare zu Digitaler Empfang schließt Gehörlose aus

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  1. Lena schrieb am

    Finde ich gut.

    Wird es in Neumünster auf eurem Bundesparteitag einen Gebärdendolmetscher geben?

    /Lena

    • Realist schrieb am

      Soll es da nicht ein Echtzeitprotokoll im Piratenpad geben ?

    • Aminah Korchane schrieb am

      Eine bodenlose Frechheit MAN MUSS AUF GEHÖRLOSE MENSCHEN RÜCKSICHT NEHMEN. Es kann so nicht weitergehen. Wenn Analog abgeschafft ist, dann soll es möglich sein das Behinderte Menschen Ihren speziellen Sender auch in Digital empfangen können. Dafür muss es eine Regelung geben ansonsten ist es einfach Ungerecht und Menschenentwürdigend.

  2. Anonymous schrieb am

    Das hört sich für mich so an, als sollte allen Fernsehkonsumenten diese Einblendung praktisch aufgezwungen werden. Ich glaube nicht dass das einen überwiegend positiven Effekt hätte, denn viele würden sich vermutlich dadurch gestört fühlen. Meiner Meinung nach sollte eine solche Bildspur mit Gebärdensprachdolmetscher daher alternativ oder einblendbar zur Verfügung gestellt werden, so wie das auch für Untertitel möglich ist.

  3. Plahm schrieb am

    Untertitel und Gebärden sollten Standard werden! Und dazu natürlich die technische Möglichkeit, diese Optionen an- und auszuschalten! Technisch überhaupt kein Problem!

  4. st0815 schrieb am

    Die Umstellung auf digitalen Empfang hat doch gar nichts mit der Einstellung dieses Programms zu tun, oder? Das klingt eher nach zufaellig gewaehlter Gleichheit der Termine.

    „Es muss normal werden einen Gebärdensprachdolmetscher im Fernsehprogramm zu sehen. Dies würde bei allen Zuschauern ein Bewusstsein für die Probleme behinderter Menschen schaffen. “

    Sorry, aber was fuer ein Bloedsinn. Das wuerde die Zuschauer nerven, weiter nichts.

    • The_Underscore schrieb am

      So wie ich den Wikipedia-Artikel zu Länderzeit verstehe, wird die Sendung u.U. eingestellt, weil es sich dabei um einen Zusammenschnitt aus lokalen Nachrichtenmagazinen handelt, die nur bei digitalem Empfang empfangen werden können. Wenn man sowieso digitalen Empfang haben muss um fernzusehen, ist Länderzeit weniger nützlich, weil man dann auch alle ursprünglichen Magazine sehen kann. Ob diese lokalen Magazine Gebärdensprache anbieten ist mir allerdings nicht klar.

    • Mr.M schrieb am

      Über Videotext kann man Untertitel Einblenden. So wurde es schon seit eh und je gemacht. Nur leider nicht bei allen Sendungen.

    • Genervter schrieb am

      „Sorry, aber was fuer ein Bloedsinn. Das wuerde die Zuschauer nerven, weiter nichts.“

      Da hast du vollkommen recht!

  5. asdf schrieb am

    Genau und ich will auch nicht davon genervt werden, ich weiß auch so um die Probleme behinderter Menschen. ALSO: Ich bin zwar dafür, dass dieser Dolmetscher standardmäßig vorhanden sein muss, aber man muss ihn ausblenden können, so wie die Untertitel auch.

  6. Anonymous schrieb am

    Ist es wirklich nötig, dass in jeder Pressemitteilung irgendjemand als „Experte“ für irgendetwas bezeichnet wird?

  7. The_Underscore schrieb am

    Ich glaube nicht, dass Fernsehsender, nicht einmal die ÖR, vom Grundgesetz verpflichtet werden können oder sollten, ihr Programm Gehörlosen mit Untertiteln/Gebärdensprache anzubieten. Gehörlose werden dadurch schließlich nicht anders behandelt als andere, also nicht gezielt benachteiligt. Untertitel sind eine sinnvolle Hilfe, aber kein Grundrecht.

    Die ÖR bei Eigenproduktionen zu Untertiteln, falls angemessen, anderweitig gesetzlich zu verpflichten wäre aber eine gute Idee.

    • Anonymous schrieb am

      Die ÖR existieren alleine aufgrund des auf dem Grundrecht eines jeden Menschen auf Informationen, Bildung und Kultur bauenden Staatsvertrages.
      Es reicht, dass die ÖR in fast grundsätzlich ihre Pflicht zu unabhängiger und aufklärender Berichterstattung zugunsten von staatlicher und eigener Propaganda verletzten und statt Essenz billige RTL-Unterhaltung und Werbung senden. (Beispiel? Lanz! Eine Vereinigung von CDU-Lobpreis und Piratenbashing mit RTL-Niveau.)
      Da muss nicht völlig gegen die Basis ihrer Existenzberechtigung gehandelt werden, indem nur ausgewählte Zuschauer bedient werden, während Hörgeschädigte zwar zur Kasse gebeten werden, aber nichts von ihrem Anspruch haben.
      [Sarkasmus]
      Aber klar. Untertitel sind sinnvolle Hilfen, kein Grundrecht. Auch Rampen und Fahrstühle in und an öffentlichen Gebäuden und behindertengerechte Schulen: Wozu das ganze? Alles nur sinnvolle Hilfen und keine Grundrechte. Denn wer behindert ist, ist kein vollwertiger Mensch und hat damit keine Grundrechte, nicht?
      [/Sarkasmus]
      Ob du hier nicht orange mit braun verwechselt hast…

      • The_Underscore schrieb am

        Ich bin ja dafür, dass Untertitel gesetzlich angeboten werden müssen, wenn es relativ einfach möglich ist (was bei öffentlich-rechtlichen Eigenproduktionen möglich ist, auch wenn es mit geringen zusätzlichen Kosten verbunden ist). Nur hat etwas so spezifisches im Grundgesetz nichts verloren, und die grundlegende Informationsversorgung ist auch ohne Untertitel für Gehörlose und sogar ohne öffentlich-rechtliche Fernsehsender noch gegeben, solange der Staat dafür sorgt, dass jeder Zugang zu Zeitungen, Internet, u.s.w. haben kann.

  8. Michael Amelung schrieb am

    Zuerst einmal möchte ich dafür danken dass das Thema Barrierefreiheit aufgegriffen wurde. Ich selbsrt bin stark sehbehindert, dennoch sehe ich mich als vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft (Gruß an die Konzerne, auch wir kaufen bei auch :-). ). Zum Thema WDR möchte ich sagen dass hier ganz schnell ein Umdenken stattfinden sollte. Es kann mir nämlich niemand erzählen dass das sesperate Anbieten einer Gebärdensprachen – Spur oder einer Untertitel Spur ein ernsthaftes technisches Problem darstellt und es ist traurig das ein Nehmer der GEZ Gebühren hier nicht weis was er zu tun hat.

    Eine generelle Sendung von Gebärdensprachen oder Untertiteln in Standartprogramm halte ich hingegen für nicht notwendig. Wer sie nicht braucht muss sie auch nicht sehen. Als Schwerbehinderter möchte man sich nicht aufdrängen sondern nur Gleichstellung.

  9. Arnd J. Kästner schrieb am

    Bei Nachrichten und Sendungen mit informativen Charakter unterstütze ich die Forderung nach Gebärdensprachdolmetschern. Bei Spielfilmen etc. sind ausblendbare Untertitel m.E. ausreichend.

  10. klaro schrieb am

    Wollt ihr uns verarschen ihr Piraten-Spinner? Auf eurer Seite gibt es noch nicht einmal eine Vergrösserungs- oder Vorleseoption. Und ihr quatscht von Barrierefreiheit!??? Das finde ich skandalös, ihr verhutzelten Kleingeister.

    • The_Underscore schrieb am

      Es gibt kostenlose Programme, mit denen man sich beliebige Webseiten vorlesen lassen kann oder mit denen man Bildschirmausschnitte vergrößern kann, was auch auf der Seite der Piratenpartei funktioniert. Es ist also keine Aufgabe der Website, diese Funktionen anzubieten.

      • Anonymous schrieb am

        Ich finde, die Piratenpartei sollte sich auch um den Treppenlift hinauf zum Büro des gehbehinderten Lesers kümmern. Alles andere wäre Heuchlerei.
        *Kopf->Tisch*

  11. Christian schrieb am

    Ich bin Gehörlos aus schleswig Holstein

    Ich hoffe mehr Untertitel für alle Sendung.

    Und Jeden Nachtrichten mit Gebardensprachedolmetscher.

    Grüße Christian

  12. fortuneNext schrieb am

    Dann müsste man jetzt eigentlich auch konsequent sein und fordern, dass für die Blinden auf jedem Sender ein Sprecher mitteilt, was gerade zu sehen ist.

  13. strombelberg schrieb am

    Das ist ein Sack Reis in China umgefallen…..nichts besonderes?
    Stimmt! Aber die Piratenpartei macht eine Pressemitteilung raus.
    Wer sonst keine Themen hat….

    • Anonymous schrieb am

      Und wer sonst keinen Duden hat und noch weniger Sinnvolles zu sagen.
      Aber vielen Dank für das Feedback, dass es immer noch einen primitiven Teil der Menschheit gibt, für den das Thema Barrierwfreiheit absolut unwichtig, ja nicht gar durch natürliche Selektion erledigt wird.
      *ausspuck*

  14. Eliathanis schrieb am

    Ich sehe da auf keinen Fall einen Verstoß gegen das Grundgesetz, da man hier die Gehörlosen nicht aktiv benachteiligt, sondern ihnen lediglich ein Service entfällt, der ihre natürlich bestehenden Nachteile lindert.
    Immer und Überall wo es möglich ist einen Gebärdensprachdolmetscher einzublenden, damit sich die restliche Bevölkerung mit der Tatsache konfrontiert sieht, dass es Gehörlose gibt, halte ich schlichtweg auch für quatsch. Im Zeitalter digitalen Fernsehens aber sollte es doch möglich sein diesen Dolmetscher als Zuschauer ein- und ausblenden zu können.
    Die Tatsache, dass man sich für die genannte Sendung, mehr Untertitel und mehr Gebärdensprachdolmetscher einsetzt, und das nötigenfalls auch durch Gesetze, finde ich klasse. Die Kosten dazu würde ich eiskalt den Sendern aufs Auge drücken. Die schalten dann mehr Werbung, was uns zwar nervt, aber hey :) es ist für einen echt guten Zweck, oder?

  15. Peter K. schrieb am

    Ob Dolmetscher oder Untertitel, es muss für den Zuschauer optional bleiben. Technisch ist es zumindest beim Untertitel keine Hürde. Fast jeder mir bekannt DVB-S Receiver ist mit einer Untertitel Taste ausgestattet.
    Die Sender sind gefragt, sei müssen hier nachbessern und zwar gemeinsam.

  16. Anonymous schrieb am

    Ein- und Ausschaltbare Untertitel für jede Sendung sollten auf jeden Fall ein Muss sein!
    Genauso eine Audiospur für Blinde!
    Was den Gebärdesprachedolmetscher angeht, weiß ich nicht in wie fern es technisch möglicht ist ihn als ein- und ausblendbar zu Verfügung zu stellen.

    Neben den behinderten Menschen müssen wir auch an alte Menschen denken, die oft nicht gut sehen oder hören können und von Audiospur/ Untertitel ebenfalls profitieren würden!

  17. kinsho schrieb am

    Es ist nun wirklich Megaquatsch den Wegfall der Länderzeit als Beispiel für die Diskriminierung behinderter Menschen heranzuziehen. Die Länderzeit entfällt, weil sie nicht mehr gebraucht wird. In der Zeit laufen Regionalprogramme die nunmehr vom Zuschauer wahlweise empfangbar sind. Damit ergeben sich Einsparungen, die auch der Barrierefreiheit zugute kommen.

    Barrierefreiheit kostet Geld. das muss bewilligt werden. Und liebe Piraten macht bitte nicht den Fehler wie z.B. Herr Stoiber, der einerseits die hohen Rundfunkgebühren beklagte und gleichzeitig ARD und ZDF „genötigt“ hat teure WM Rechte von seinem Spezel Kirch zu erwerben.

    Noch ein Wort zum Gebärdendollmetscher. Alle Zuschauer zu zwingen sich immer einen Gebärdedollmetscher anzusehen, damit sie sich der Probleme gehörloser Bewusst werden, ist genau dasselbe wie alle Menschen zu zwingen mit verbundenen Augen auf die Straße zu gehen, damit sie sich der Probleme blinder Menschen bewusst werden.

  18. Rüdiger (gehörlos) schrieb am

    Ich wusste nicht, dass diese Frau Probst eine Expertin für die Inklusion ist. Denn eine Zusammenarbeit zwischen ihr gibt es weder mit dem DGlB und dem DSB. Sonst wüssten diese Verbände es! Es ist unglaubwürdig.

  19. Steffen schrieb am

    Hallo Kinsho, ich denke nicht das das ein Megaquatsch ist. Ich frage mich andersherum warum solche Sendungen eingestellt werden sollen. Wir sind letztlich Gebührenzahler, auch Gehörlose zahlen diese Gebühren, warum sollten diese dann nicht ein Anrecht in der digitalen TV Welt bekommen für das was sie auch zahlen „müssen“ (ab 2013 jeder Haushalt egal ob behindert oder nicht)
    Vielmehr geht es ja auch darum das diese Sender/ GEZ ihre Zwangsgebühren gesetzlich „legal“ einholen und das Geld im wahrsten Sinne verpulvern. Z.B. Jauch, wie war das noch er bekommt ca. 4000,00 Euro pro Sendeminute!?! , oder sich den Niedergang von Gottschalk Millionen kosten ließen, ist ja völlig egal solche Experimente, zahlen wir. Ich frage mich warum eigentlich kein Geld mehr für derartige Sendungen wie Länderzeit bereitgestellt wird. Es geht nicht um den Behinderten, es geht um die Quote und das Tasche voll machen von irgentwelchen Managern und Superpromis die unberechtigterweise überbezahlt eingekauft werden…wir zahlen gezwungenermaßen die Zeche. Die Behinderten bleiben hierbei völlig auf der Strecke und werden zur Randgruppe.

    • The_Underscore schrieb am

      Länderzeit soll als Zusammenschnitt aus mehreren Nachrichtenmagazinen unnötig geworden sein, weil mit digitalem Empfang all diese Magazine von jedem direkt empfangen werden können. Allerdings wurde Länderzeit auch für Gehörlose angeboten, während ich im Internet keinen Hinweis darauf finden kann, dass die drei Magazine, aus denen Länderzeit zusammengeschnitten wird, auch mit Untertiteln/Gebärdensprache/… verfügbar sind. Falls diese tatsächlich nicht für Gehörlose aufbereitet verfügbar sind, ist der Länderzeit-Wegfall durchaus ein Zeichen von abnehmender Rücksichtnahme.

  20. b schrieb am

    Wenn flächendeckend alle Sendungen in Gebärdensprache ausgestrahlt oder neue Kanäle gebucht werden müßen, würden die GEZ Kosten explodieren. Wenn das Fernsehbild für alle Gebärdensprache einblendet, würden Behinderte darunter extrem leiden, weil sie dafür verantwortlich gemacht werden. Die Privatfernseher würden daran kaputt gehen. Die Piraten sollten anfangen, über die Folgen ihrer Spinnereien nachzudenken. Die Piraten sollten sich stattdessen dafür einsetzen, daß ein z.B. bei Sky angesiedelter Bezahlsender erschaffen wird, der die Tagesinhalte von allen GEZ Sendern übernimmt und mit Gebärdensprache ausstattet. Oder billiger: Die Gebärdensprache wird im Internetfernsehen der Telekom über einen Internet-Gebärdensprachdienst in das laufende Programm der ÖF Sender eingeblendet. Wer es möchte bezahlt es halt. Es gibt kein unbegrenztes Recht auf Behinderungskostenübernahme durch den Staat.

    • JJ schrieb am

      @ b und @Jan Richter: Super Beitrag. Sehe ich genauso.
      Das Behinderte genauso Rechte haben und deren Bedürfnisse ebenfalls respektiert werden müssen ist unbestritten. Gebärdensprache auf Knopfdruck finde ich eine gute Regelung.
      Auch der „Bezahlpunkt“ ist nachvollziehbar und absolut gerechtfertigt.

    • CK schrieb am

      Was einen Gebärdensprachen-Dolmetscher angeht, so stimme ich in der destruktiven Wirkung auf den Unterhaltungscharakter von Fernsehprogrammen zu. Warum dieser allerdings bei Nachrichten etc. nicht eingeblendet werden sollte, kann ich beim besten Willen nicht sehen.
      Was die Kosten angeht: Die ÖR haben einen gesetzlich verpflichtenden Auftrag, ALLE Bürger dieses Landes mit Informationen, Bildung und kulturell vielfältiger und anspruchsvoller Unterhaltung (wobei die Reihenfolge die Gewichtung wiederspiegelt) zu versorgen. Diesem Auftrag kommen die ÖR in keinster Weise nach. Zudem werden enorme Gelder für ein paar wenige Lieblinge der ÖR verschossen. Du willst mir jetzt nicht wirklich erzählen, dass ein Dolmetscher bei den Nachrichtensendungen, eine Untertitel-Teletextseite und eine zweite Tonspur finanziell untragbar seien, während unsere Haribo-fressende Goldlocke in einer Stunde mehr verdient als Gutverdiener in einem ganzen Jahr? Von unseren Gebührengeldern wird er dafür bezahlt, dass er im schlecht gekleidet im Fernsehen Werbung für Schauspieler und Autoren macht, bei einem Unfall groß das Weinen anfängt und sich mehr in den Mittelpunkt der Medien drängelt als das Opfer selbst.
      Selbst wenn kein Geld für Barrierefreiheit da wäre (kurze Pause zum höhnischen Lachen), machen wir doch einmal eine Aufrechnung: Nehmen wir einmal an, die Barrierefreiheit wird insgesamt 40 Stellen erfordern, was ich für recht viel halte. Nehmen wir ferner an, diese Stellen werden mit 2500€/Monat gut bezahlt. Bei ca 40 Mio gebührenpflichtigen Haushalten macht das dann sage und schreibe >>>3 CENT/JAHR<<<. Oh mein Gott, die Gebühren werden explodieren!
      Die ÖR sind gesetzlich verpflichtet, barrierefrei auszustrahlen. Die behinderten Zuschauer und Zuhörer bezahlen Gebühren wie jeder andere (ab 2013 selbst die Schwerbehinderten). Dass die ÖR also gefälligst barrierefrei auszustrahlen haben, sollte also undiskutabel sein.

  21. Jan Richter schrieb am

    nun zu jeder Sendung eine Gebärdendolmetscher zu haben ist schwierig, aber machbar. zumindest über Sat durchaus möglich. Stichwort HbbTV. da währe ein zweiter Videostream technisch machbar. schlecht ist allerdings: wieviele Satreciever sinbd HbbTV tauglich?
    Untertitel sind auch kein Problem, es muss nur gemacht werden. genauso die erklärende Tonspur für Blinde und sehbehinderte. technisch alles machbar, und im DigitalTV auch vorgesehn. also machen! Und sich dafür einsetzen ja,
    aber standardmässig jede sendung im Tv mit gebärdendolmetscher halt ich für falsch. wahlweise, so auf knopfdruck, das wär toll

  22. lol schrieb am

    Da die Piraten jetzt Nazis sind, müssten ihnen die Behinderten doch egal sein, oder…

    • Paul schrieb am

      …dann dürftest du hier auch gar nicht kommentieren, oder bist du vielleicht selbst einer?

  23. Mandraguas schrieb am

    Zitat: […] Eine flächendeckende Einblendung von Gebärdensprachdolmetschern erhöht auch die Akzeptanz von Menschen mit Behinderung. […]
    Es liest sich, als wolle man alle Sendungen mit einem Gebärdensprachdolmetscher versehen und Zwangsuntertiteln. Ich persönlich denke nicht, dass man so Akzeptanz oder gar Verständnis für eine bestimmte Form der Behinderung schafft. Tatsächlich ist es nämlich mit der Zeit nervig – man liest automatisch die Untertitel mit und der Gebärdendolmetscher lenkt ab, bzw. nimmt einen Teil des Bildes weg. All das hat letztendlich nichts mit Intoleranz zu tun, wenn ich sage, ich finde es nervig – denn schlußendlich möchte ich nur die Möglichkeit haben, es auszuschalten oder zu deaktivieren.
    Tatsächlich bieten aber einige digitale „Kaufsender“ diese Möglichkeit schon an. Die Sendungen werden (meist bei den Öffentlich Rechtlichen) untertitelt ausgestrahlt, und ich konnte direkt am Reciver einstellen, dass diese bei mir ausgeblendet werden. Also ist es technisch machbar.

  24. J.Lindner schrieb am

    Der digitale Empfang ist ein technischer Fortschritt auf dem nicht verzichtet werden sollte. Eine ständige Einblendung eines Gehörlosendolmetschers ist sicher nicht akzeptabel. Schwierig. Schön wäre es wenn man für Gehörlose einen extra Kanal mit Dolmetscher schalten könnte. Ob das technisch möglich weiß ich nicht da ich da zuwenig in der Materie stehe.

    jürgen

  25. Harry schrieb am

    Ein Gebärdendolmetscher ist auf jedenfall von vorteil. Bevor man eine Diskusion darüber vom Zaun bricht sollte die Lobby der Behinderten in Deutschland aufgebessert werden.

  26. Schwerhöriger schrieb am

    Menschen die hier kommentieren und sich vollständig von Barrierefreiheit und Gleichstellung abkoppeln oder meinen, die Untertitelung bzw. die Einblendung der Gebärdensprache ist nicht nötig, da es ja auch noch Zeitungen gebe, möchte ich nicht wünschen behindert zu werden. Stellen Sie sich doch einfach mal vor, Sie würden ab morgen – wodurch auch immer bedingt – nicht mehr hören können! – Na, dann viel Spass beim fernsehen…

    Die meisten DVD-Filme werden heute alle mit der Möglichkeit der Einblendung des Untertitels ausgestattet. Da frage ich mich, warum Privatsender wie etwa Sat 1 es überhaupt nicht mehr hinbekommen Untertitel per Videotext auszustrahlen, während andere Sender ausgewählte Spielfilme sogar per Satelitensignal übertragen.

    Da über 20 % der deutschen Bevölkerung hörbeeinträchtigt ist, halte ich es ebenfalls für erforderlich, dass einblendbare Untertitel und Gebärden Standard werden sollten! – Im übrigen finde ich es sehr gut, dass die Piraten die Thematik „Barrierefreiheit“ aufgreifen. In der Regierung und bei den anderen Parteien gibt es entsprechende Ämter und Beauftragte. Allerdings kommt das Thema an sich einfach zu kurz. Sozialgesetze stellen Behinderte immer noch nicht wirklich mit anderen gleich. Im Gegenteil – Stichwort: Festbetragszuschüsse der GKV für Hörhilfen etc….

  27. Ich schrieb am

    Wenn wir ALLE zahlen sollen für TV, auch wenn wir es nicht nutzen…

    … dann sollen es die nutzen können die es brauchen.

    Aber das dürfte CDU und Co ja nicht interessieren.

  28. buschinski schrieb am

    Natürlich ist es zuviel verlangt, bei 8 (acht) Milliarden GEZ-Einnahmen pro Jahr eine Sendung mit Gebärdendolmetscher zu produzieren. Die 16 Rundfunkorchester sind wichtiger, ebenso die Millionen für Jauch und für Fußball.

    • Ben schrieb am

      Rundfunkorchester mit Jauch in einem Satz, herrlich ;)

  29. Ben schrieb am

    Kann mal jemand den Spam löschen bitte? Wieso wird sowas freigeschalten?

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