Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen

Bild: Tobias M. Eckrich

Da immer wieder Missverständnisse zu unseren Positionen in der Urheberrechtsdebatte auftreten, möchten wir an dieser Stelle im Detail darauf eingehen.

Allgemein

Die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte bringt Veränderungen mit sich, die eine Anpassung bestehender Gesetze und Vorstellungen erfordern. Insbesondere im Urheberrecht ist die Notwendigkeit solcher Veränderungen deutlich. Die Forderung nach einer Liberalisierung und Modernisierung der bestehenden Urheberrechtsgesetze gehört zu den Gründungsthemen der Piratenbewegung und stellt nach wie vor einen der Kernpunkte des Programms und der Identität der Piraten dar.

Die Piratenpartei achtet die individuelle Freiheit als hohes Gut und möchte den Konsumenten beziehungsweise die Allgemeinheit unmittelbar in die Verantwortung nehmen, auch in Zeiten der möglichen kostenlosen Vervielfältigung, Leistungen angemessen zu honorieren. Wir stehen gegen Bestrebungen, alle Nutzer von Tauschbörsen zu kriminalisieren und die individuelle Freiheit im Internet durch weitreichende Verbote und Überwachung zu beschneiden. Unser Ziel ist es, einen fairen Ausgleich zwischen Urhebern und Nutzern zu erreichen und somit die Schaffung von Kunst, Kultur und Wissenschaft auch in Zukunft zu fördern.

Urheber- und Verwertungsrechte

In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden. Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich. Die Verwertungsrechte sind hingegen handelbar. Der Urheber kann sie an einen Rechteverwerter (Verlag, Plattenlabel) in Teilen oder als Ganzes (in einem sogenannten Buyout-Vertrag) veräußern. Dazu gehören Vervielfältigungsrechte, Nutzungsrechte, Zweitverwertungsrechte und Ähnliches.

Die im Urheberrechtsgesetz festgeschriebenen Regelungen schränken die Rechte der Allgemeinheit an der Verwendung von Wissen und Informationen ein. Eine solche Einschränkung ist in gewissem Umfang gerechtfertigt, falls sie den Interessen der Urheber von Werken dient. Keinesfalls aber darf sie einseitig zugunsten wirtschaftlicher Interessen Dritter stattfinden. Die derzeitigen Regelungen führen trotz eines stetig wachsenden Kulturgütermarktes bisher noch selten dazu, dass die Urheber angemessen an den daraus entstehenden Einnahmen beteiligt werden. Daher setzen wir uns für eine Stärkung der Urheber gegenüber Rechteverwertern in Form eines Urhebervertragsrechtes ein.

Privatkopie und nichtkommerzielle Vervielfältigung

Für die Freigabe von nichtkommerziellen Vervielfältigungen sprechen aus unserer Sicht zwei gewichtige Argumente:

1. Der freie Zugang zu Wissen und Kultur ist entscheidend für die Entwicklung der Gesellschaft. Ihn aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, ist gesellschaftlich nicht tragbar. Mit der Entwicklung immer neuer Technologien (vom Buchdruck zu Ton- und Videoaufnahme bis schließlich hin zur Digitalisierung und des Internets) wird die Verbreitung von Informationen fortwährend erleichtert. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die gefördert und nicht durch Gesetze verhindert werden darf.

2. Immer wieder aufkommende Vorschläge zu Maßnahmen wie Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren oder Sperrung von Internetanschlüssen ganzer Haushalte in Verbindung mit Urheberrechtsverletzungen zeigen, dass die restriktive Durchsetzung von Urheberrechten im nichtkommerziellen Bereich eine Überwachungsinfrastruktur im Internet, eine Einschränkung der Kommunikationsfreiheit und Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger erfordern würde, die weder akzeptabel noch verhältnismäßig sind.

Zahlreiche Studien belegen berechtigte Zweifel an der von Wirtschaftsverbänden verbreiteten Vorstellung, den Kreativen würden durch Filesharing erhebliche Verluste entstehen. Einige Studien zeigen sogar das Gegenteil. Insbesondere werden immer wieder die positiven Effekte der freien Verfügbarkeit von Inhalten ausgeblendet und bestehende Vertriebs- und Geschäftsmodelle als einziger Maßstab genommen. Die großen Unternehmen der Branche widmen sich eher dem Kampf gegen eine freiere Verbreitung von Kulturgütern, statt die Weiterentwicklung zeitgemäßer Modelle voranzutreiben.

Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist – im Gegenteil wächst der Kulturgütermarkt beständig, lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-Kassetten und -CDs, wurde schwieriger.

Das Recht auf Privatkopie, das zwar formell im UrhG §53 gegeben ist und die Grundlage für die Erhebung von Abgaben auf Leermedien und Kopiergeräte darstellt, wird durch Kopierschutzmaßnahmen systematisch ausgehöhlt. Diese Maßnahmen greifen in die Rechte der Nutzer ein und führen zu einer eingeschränkten Benutzbarkeit alter Exemplare von Kulturgütern. Sie sind deshalb abzulehnen. Als erster Schritt muss die Umgehung dieser Maßnahmen seitens der Nutzer und die Bereitstellung von Software zu diesem Zweck wieder legalisiert werden.

Stärkung der Gemeinfreiheit

Gemeinfreie Werke bilden unseren gemeinsamen Kulturschatz und sind zu schützen, wie in dem 2010 von der Piratenpartei Deutschland unterzeichneten Public Domain Manifesto dargelegt. Bildung und Forschung haben einen besonderen Wert für die Gesellschaft, der über die kommerziellen Interessen der Urheber zu stellen ist, weshalb wir für eine Befreiung der Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben durch Schranken für die Nutzung zu Bildungs- und Wissenschaftszwecken eintreten.

Freier Zugang zu staatlich finanzierten Werken

Besonders im wissenschaftlichen Bereich werden Werke meist in staatlich finanzierten Einrichtungen erstellt, aber in kommerziell vertriebenen Zeitschriften veröffentlicht, die nicht einmal Bildungseinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Werk durch den Staat – und somit die Gesellschaft – finanziert, so muss diese den durch Steuern bereits bezahlten freien Zugang dazu erhalten. Das trifft auch auf amtliche Werke zu, bei denen das Urheberrecht als Vorwand verwendet werden kann, um Transparenz zu verhindern sowie auf durch öffentliche Gelder geförderte Kunst. Was die Öffentlichkeit bezahlt, muss der Öffentlichkeit gehören.

Im Einzelnen fordern wir:

  • dass keine Überwachungs- oder Zensurtechnologien wie Vorratsdatenspeicherung, Kommunikationsüberwachung oder Internetsperren zur Rechtedurchsetzung eingesetzt werden,
  • die Verkürzung von gesetzlichen Schutzfristen, die in ihrer bisherigen Länge vor allem den Verwertern zugute kommen,
  • dass keine Beschränkungen durch Kopierschutzmaßnahmen oder gar Sperrungen von Internetanschlüssen erfolgen,
  • mehr Mitspracherechte für Urheber gegenüber den Rechteverwertern wie ein  Zweitverwertungsrecht oder eine zeitliche Begrenzung von »Buy-Out«-Verträgen,
  • eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert,
  • eine zeitgemäße digitale Archivierung für Bibliotheken,
  • die Befreiung der Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben,
  • den freien Zugang zu mit öffentlichen Geldern finanzierten Inhalten wie bspw. wissenschaftliche Arbeiten oder Medien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten,
  • die Legalisierung privater offener (WLAN-)Netzwerke durch die Abschaffung der Störerhaftung.

10 Mythen zur Piratenpartei und der Urheberrechtsdebatte

1) Die Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten wollen das Urheberrecht reformieren, dass es einen Ausgleich zwischen den finanziellen Interessen der Urheber und den Interessen der Allgemeinheit an den kulturellen Werken widerspiegelt. Die zentrale Forderung dabei ist die Freigabe der nichtkommerziellen Vervielfältigung, da ein Verbot selbiger nur durch die Bespitzelung von privatem Datenverkehr oder Angriffe auf die freie Struktur des Netzes durchsetzbar ist.

2) Die Piraten wollen nicht, dass Urheber Geld verdienen

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten haben überhaupt kein Problem damit, dass irgendwer Geld verdient. Kommerzielles Schaffen ist nicht verwerflich. Niemand verkauft seine Seele, weil er ein Album in die CD-Regale oder einen Film in die Kinos bringt. Jeder darf selbst entscheiden, ob und wie er seine Arbeit vermarktet, er kann dabei aber nicht verlangen, dass das Gesetz nur nach seinem Geschäftsmodell ausgerichtet wird.

3) Die Piraten wollen nur alles umsonst

Nein.
Richtig ist:
Niemand verlangt, dass alle Urheber kostenlos Werke schaffen. Die Nutzer sind in der deutlichen Mehrheit bereit, Geld für Kulturgüter auszugeben. Aus diesem Grund  funktionieren die meisten derzeitigen Geschäftsmodelle immer noch sehr gut. Weiterhin gibt es viele neue Geschäftsmodelle, wie Crowdfunding, Social Payment, Werbefinanzierung und den Verkauf nicht digital kopierbarer Dinge, wie Sammlerstücke, handsignierte Exemplare, Merchandiseartikel, Auftritte usw. Alle Geschäftsmodelle, welche die nichtkommerzielle Vervielfältigung unbeschränkt lassen möchten, werden von den Piraten als unterstützenswert betrachtet.

4) Die Piraten sind für Plagiate

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten erkennen die Urheberpersönlichkeitsrechte vollumfänglich an. Diese umfassen die korrekte Angabe des Urhebers, das Recht auf Erstveröffentlichung und den Schutz vor Entstellung. Die korrekte Angabe des Urhebers ist die Grundlage für Respekt und finanzielle Wertschätzung. Sich mit fremden Federn zu schmücken ist glatter Betrug, den wir scharf verurteilen.

5) Die Piraten haben sich noch nie mit Urhebern auseinandergesetzt

Nein.
Richtig ist:
Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut. Viele Urheber haben ein offenes Ohr bei den Piraten und können über offene Kommunikationsstrukturen mitteilen, wie wir ihre Interessen berücksichtigen können.

6) Die Piraten sind dafür, dass jeder sein Werk kostenlos ins Internet stellen muss

Nein.
Richtig ist:
Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben, es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten. Sobald aber damit kommerzielle Interessen verfolgt werden, sollen die Urheber entsprechend beteiligt werden oder dies untersagen können.

7) Die Piraten wollen dem stetig schrumpfenden Kulturgütermarkt den Todesstoß versetzen

Nein.
Richtig ist:
Der Kulturgütermarkt wächst und das obwohl seit der Erfindung des Tonfilms, jede technische Neuerung vom Tonband über die Musikkassette bis zum CD-Brenner und zuletzt dem Internet als dessen Untergang verrufen wurde. Noch nie war es möglich, mit beliebten Kulturgütern so enorme Einnahmen zu erzielen. Dieser Einnahmenzuwachs war erst möglich, als sich Tauschbörsen und Streaming-Portale immer schneller verbreitet haben. Fragen Sie sich selbst: Wann gab es in letzter Zeit ein Jahr ohne neue Bestseller, erfolgreiche Bands, aufwendig produzierte Videospiele oder Blockbuster im Kino?

Ein paar Quellen:

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Auswirkung von Filesharing:

  • Harvard Business School: Filesharing and Copyright: http://www.hbs.edu/research/pdf/09-132.pdf
  • Ups and Downs. Economic and cultural effects of file sharing on music, film and games http://www.ivir.nl/publicaties/vaneijk/Ups_And_Downs_authorised_translation.pdf
  • Nutzer von kino.to gehen überdurchschnittlich oft ins Kino. Nicht veröffentlichte Studie der Gesellschaft für Konsumforschung: http://www.heise.de/tp/blogs/6/150152

Fakten zum Kulturgütermarkt:

8) Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden

Nein.
Richtig ist:
Diese Unterscheidung ist machbar, jedoch nicht unbedingt zielführend. Informationen, welche den Einzelnen und die Gesellschaft weiter bringen, sind sowohl in wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu finden wie auch in Fantasyromanen, Film-Blockbustern und Videospielen, welche natürlich auch wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen und den Konsumenten so auf einfachere Art und Weise verständlich machen. Das Urheberrecht schützt Werke der Wissenschaft und der Kunst gleichermaßen.

9) Die Piraten wollen nur noch Mainstream-Kultur und verachten Nischenkultur

Nein.
Richtig ist:
Nischenkultur ist – wie auch der Name sagt – nur in einer Marktnische zu finden.  Unbekannte Künstler haben es schwer, auf dem Markt Fuß zu fassen. Das ist auch bereits heute so und wird nicht erst mit den angestrebten Urheberrechts-Reformzielen der Piratenpartei so werden. Aber das Internet gibt »kleinen« Künstlern und Nischenkünstlern eine völlig neue Möglichkeit, sich zu vermarkten und (zahlende) Fans zu gewinnen. Die  Piraten sehen explizit im Filesharing eine Möglichkeit, Kultur abseits des Mainstreams zu fördern. Dazu darf Filesharing aber nicht verteufelt werden.

10) Wenn nichtkommerzielles Kopieren und Verbreiten erlaubt ist, kann man keine Einnahmen mehr mit geistigen Werken erzielen.

Nein.
Richtig ist:
In einer Welt, in der eine einzige digitale Kopie im Internet dafür ausreicht, die komplette Menschheit unerschöpflich mit einem geistigen Werk zu versorgen, ist es sinnvoll, zusätzlich Geschäftsmodelle zu nutzen, die mit jener freizügigen Kulturgüterverbreitung arbeiten oder von ihr profitieren. Man kann die Erstveröffentlichung an sich verkaufen, man kann sich die Produktion eines geistigen Werkes von den Nutzern vorfinanzieren lassen,  man kann direkte freiwillige Zahlungsmöglichkeiten zwischen Urhebern und Nutzern anbieten, man kann die Verbreitung geistiger Werke mit Werbefinanzierungsansätzen kombinieren, etc. Die Chancen, welche sich dadurch ergeben, sind gewaltig: Jeder kann  jederzeit von überall auf alles zugreifen und auch direkt in die Werke hineinverlinken, um einzelne Informationen darin gezielt zu verbreiten. Erst so kann der Fortschritt durch die neuen technischen Möglichkeiten wirklich ausgiebig genutzt werden.

Weitere Informationen zu unseren Positionen im Detail finden sich außerdem im Pressereader inklusive wissenschaftlicher Quellen und einer Erklärung von Geschäftsmodellen [1] sowie in der im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 verlinkten Detailausarbeitung zur Urheberrechtsreform [2], welche sich mit jedem einzelnen Paragraphen befasst.

Quellen:
[1] Pressereader: https://piratenpartei-bayern.de/files/2010/09/Reader_Urheberrecht_Piraten_2012.pdf
[2] Wahlprogramm Bundestagswahl 2013 http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2013/Wahlprogramm#Urheberrecht


Kommentare

256 Kommentare zu Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen

  1. Gismo78 schrieb am

    Wie wollen die Piraten das jetzige Patentrecht auf dem Gebiet der Biochemie, Pharmazie und Gentechnik verändern/verbessern?

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Urheberrecht ist dem Patentrecht zwar ähnlch aber nicht gleich.
      Daher muss man das voneinander unterscheiden

      Aber auch hier können sie davon ausgehen, dass die Piraten einen fairen Ausgleich und z.B. hinter einer kostengünstigen Verfügbarkeit / Reproduzierbarkeit von Medikamenten in armen Ländern stehen.

      Das Patentrecht darf dem Fortschritt nicht über Gebühr im Wege stehen.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

    • wustlow schrieb am

      Ehrlich gesagt ich sehe auch nicht ein WIESO??? soll ein Uhrheberrecht 70 Jahre (sic!) nach dem
      Tod des Künstlers weiterbestehen??? Damit die Erben anstatt arbeiten zu gehen auch noch davon laben
      kann doch nicht wahr sein, man sollte ohne Probleme einen 50, 60 Jahre alten Song zB. downloaden
      und auch mindestens für den Eigenbedarf verwenden können, Beispiel ELVIS der ist gut 35 Jahre Tot
      andem verdienen doch eh nur noch schleimige Musikmanager dieser raffgierigen Industrie!

      • Vlad schrieb am

        Zitat:

        „Ehrlich gesagt ich sehe auch nicht ein WIESO??? soll ein Uhrheberrecht 70 Jahre (sic!) nach dem
        Tod des Künstlers weiterbestehen??? Damit die Erben anstatt arbeiten zu gehen auch noch davon laben“

        Was spricht dagegen, außer dass du das den Kindern des Urhebers nicht gönnst. Wenn man deine Logik weiterführt, müsste man jede Form der Vererbung den Nachkommen streitig machen: Häuser, Autos, Kunstsammlungen, Aktien etc.

        • The_Underscore schrieb am

          Dagegen spricht, dass das Produkt für die Dauer des Urheberrechts nicht frei verfügbar ist und Interessierte, falls sie überhaupt an eine Kopie des Werks kommen, dafür oft übertrieben Geld bezahlen müssen und Ausschnitte daraus nicht frei in anderen Werken zur Verfügung gestellt werden können. Eine Kopie von Kafkas Die Verwandlung oder Goethes Faust ist heute zum Beispiel leichter verfügbar und bedeutend billiger als Der Herr der Ringe, auch wenn gerade letzteres ein Werk ist, dass man im Interesse der Bildung heute kennen wollen könnte. Zahlreiche alte Spiele, die einige auf Emulatoren heute noch spielen, gibt es dank Urheberrecht nur noch als illegale Kopie, Gebrauchtkäufe (wobei Publisher heute öfters Versuche Unternehmen, Gebrauchtverkäufe unmöglich zu machen) und möglicherweise noch überteuerte Neukäufe vom Publisher (z.B. Jumping Flash, Doom).

          Außerdem kann das Urheberrecht auch anders genutzt werden als es im Sinne des Autors war (ein krasses Beispiel wäre Mein Kampf, aber z.B. auch die erzwungene Entfernung von Briefmarken mit Zeichnungen von Loriot im entsprechenden Wikipedia-Artikel). Problematisch sind auch Fälle wie der Pub in England namens „The Hobbit“, welcher wegen Copyright-Verletzung verklagt wurde.

        • lanpei schrieb am

          Dagegen spricht, dass du Äpfel mit Birnen vergleichst. Ein erfolgreicher Musiker, der von seiner Musik leben kann, wird ein Haus bauen und auch sonst genug seinen Nachkommen vererben.

        • Grimnir schrieb am

          Ein Haus benötigt etwa aller 20 Jahre eine Komplettsanierung. Ein Auto „hält“ durchschnittlich 10 Jahre und muss mindestens alle 2 Jahre (vor der Hauptuntersuchung) repariert werden. Auch sind Kopierrechte kein Besitz im eigentlichen Sinne sondern ein an die Allgemeinheit gerichteter Unterlassungsanspruch. Eine Schutzfrist, die sich am Tod des Urhebers orientiert, ist eigentlich unsinnig. Wenn, dann sollte sich IMHO eine Schutzfrist am Zeitpunkt der Erstveröffentlichung orientieren. Die Haltbarkeit von Lebensmitteln ist schließlich auch nicht von der Lebenserwartung des Bauern abhängig.

        • Dex schrieb am

          Warum sollten speziell „Künstler“ das tun? Wer hat irgendwann mal bestimmt, dass alles was die Verwertungsindustrie als „kreativ“ einstuft Spezialrechte bekommt und warum sollten „Top-Hollywood-Künstler“ Millionen-Honorare bekommen?

          Arbeitet ein Ingenieur nicht kreativ wenn er Probleme löst, kann ein Schreiner nicht kreativ sein wenn er einen Tisch oder einen Stuhl herstellt z.B. durch besondere Techniken oder spezielle Muster auf dem Holz? Warum zahlt dann nicht jeder der an diesem Tisch sitzt genauso Lizenzzahlungen an den Schreiner und seine Kinder 70 Jahre nach dem Tod? Wieso sollte es diese Disparität zwischen „Gewöhnlichen“ Berufen und den angeblich „Künstlerischen“ geben?

          Inwiefern ist das für eine Gesellschaft fair, außer dass die großen Verwertungsindustrien dadurch ihre Monopolstellungen beibehalten können. Disney z.B. hat sich bei fast ihrem kompletten Filmmaterial an Allgemeines Kulturgut andgehalten, von den Brüdern Grimm, bis zu Pinnochio, Schneewittchen & Co. aber immer sobald eines ihrer Werke ins Public Domain übergehen könnte lobbyen Sie dafür die Grenze dafür zu erhöhen…

          • Icke schrieb am

            ich finde dein Vergleich mit dem Tischler, bzw. Tisch hinkt ein wenig.
            Ein Musikstück oder auch das Geschriebene Wort/ die erdachte Geschichte haben keinen Verschleiß, im Gegensatz zum Tisch bzw. anderen handwerklichen produktgütern.
            Einen Tisch, den du als kunstwerk gekauft hast, kannst du entweder verkaufen, wegschmeißen oder verschenken. Dasselbe kansst du mit einem gekauften Buch, oder einer CD tun.
            Der Unterschied liegt für mich in erster Linie darin, dass du, im Besonderen ein Musikstück, ohne finanziellen oder großen sonstigen Aufwand vervielfäligen und weitergeben kannst.
            Du könntest natürlich auch einen Tisch nachbauen, aber um das Kunstwerk des Urtischlers nachzuempfinden hast du den selben Aufwand wie im Original (selbst 70 Jahre nach dem Tod des Tischlers). Eine kostenlose Massenverbreitung ist da doch ehr unwarscheinlich.Vergleichbar wäre nur, das dem Urtischler Lizenzahlungen aus dem gewerblichen Nachbau seines Tisches zustehen müssten und das könnte (ich weis es nicht genau) bei Designermöbeln sogar der Fall sein…
            Für die illegalität der Privatkopie hast du allerdings recht.

          • Arnold Buntin schrieb am

            Da ist aber einiges durcheinander geraten. Wenn ich ein Buch, eine CD, DVD oder sonstiges gekauft habe, habe meine ganze Familie davon profitieren, ich darf die Musik auch vor meinen Freunden abspielen oder sie zu einem Filmabend einladen, ohne das sie oder ich nochmals Lizenzgebühren bezahlen müssen.
            Auch ein Ingenieur der z.B. einen besonderen Antrieb oder etwas anderes entwickelt hat, ein Tischler der eine außergewöhnliche Möbelform kreiert hat, kann hier ein Patent, Gebrauchsmusterschutz oder anderes anmelden. Wenn ich dann ein solches Möbelstück oder technisches Gerät kaufe, kann ich damit so ziemlich alles tun oder lassen was ich will. Und meine Familie muss auch nicht bei jeder Mahlzeit Lizenzgebühren an den Tischler zahlen, der sich dann wohl eher Designer nennt.
            Anderseits darf ich aber keine Billyregale, Colani-Kugelschreiber oder anderes herstellen und verkaufen oder verschenken.
            Und wenn man sich fragt warum es Schauspieler, Sänger, Sportler oder andere gibt, die Millionen verdienen, fällt die Antwort ziemlich leicht. Ihre Leistungen stehen soweit über anderen, das es genügend Menschen gibt, die bereit sind dafür zu bezahlen.
            Eben z.B. Robbie Williams statt DSDS.

        • Billabong schrieb am

          Andere geistige Werke, wie zum Beispiel Patente, laufen 20 bzw. 25 Jahre nach Anmeldung aus und können dann von jedermann ohne Abgabe genutzt werden. Das hat, soweit mir bekannt, aber nichts damit zu tun, dass man möglichen Erben das arbeitsfreie Leben im Wohlstand neidet, sondern damit, dass der Gesetzgeber durch diese Beschränkung die Entstehung mächtiger Mono- oder Oligopole verhindern will.
          Wenn Werke von Künstlern 70 Jahre lang nach deren Tod geschützt sind, hat das nicht nur zur Folge, dass Erben vom Schaffen des Erblassers profitieren können, sondern auch, dass lebende schaffende Künstler geringere Einnahmen haben. Zum Beispiel: Ein Student hat in einem Monat 100 Euro zur Verfügung, um damit geschützte Werke zu kaufen. 50 Euro gibt er für Werke verstorbener Künstler aus und alimentiert damit die Enkel der Urheber, bzw. trägt zur höheren Dividendenausschüttung auf Aktien eines Verlages bei. Am Kauf von Werken mit den ihm zur Verfügung stehenden weiteren 50 Euro verdienen lebende Urheber mit und haben dadurch ein Einkommen, das Ihnen die Möglichkeit gibt weitere Werke zu schaffen. Der Student würde noch gerne weiter 50 Euro für geschützte Werke lebender Künstler ausgeben, das kann er aber nicht, da er sein Budget schon verbraucht hat. Geschädigt sind in diesem Fall neben dem Studenten die lebenden Künstler, deren Werke der Student nicht mehr kaufen konnte und vielleicht auch die Gesellschaft, denn Künstler sind bekannt dafür, dass sie sich gerne aufgrund materieller Not sich vor Straßenbahnen stürzen und dann in der Regel nicht mehr in der Lage sind neue Werke zu schaffen, die der Gesellschaft dann für immer fehlen.
          Kurt Vonnegut dessen Werke vielleicht bis 2077 geschützt bleiben würde dazu vermutlich sagen: »so-geht-das«

      • Coldsweat schrieb am

        Elvis war keine Autor bzw. Urheber sondern in erster Linie Interpret! Über die bestehenden Schutzfristen von 70 Jahren kann man reden. Würde man Schutzfristen aber nur 10 oder 20 Jahre bestehen lassen, gingen die Autoren und in diesem Falle die Komponisten und Texdichter leer aus! Das alleinige Geschäft würden dann Riesen wie Google, Apple und Co und große Filmfirmen und Sender etc. machen, weil ja plötzlich der Schutz und die Vergütung bzw. Entlohnung des Urhebers wegfallen würde. Die Privatkopie (für daheim und Freunde 🙂 ) ist im übrigen schon längst erlaubt!!! Coldsweat (Professioneller Filmkomponist und Piratenkritiker, aber auch auf Piratenzugeher 🙂 )

        • Grimnir schrieb am

          Unnötig lange Schutzfristen fördern das sich Ausruhen auf vergangenen Erfolgen und führen zu Eintagsfliegen. Aus der Sicht eines Wissenschaftlers, Ingenieurs oder Softwareentwicklers ist eine Schutzfrist von 70 Jahren astronomisch lang. Ich würde mich z.B. schämen, für eine 50 Jahre alte Idee noch Geld zu verlangen. Durch dieses Verhalten würde ich implizit zugeben, die letzten 20 Jahre nichts sinnvolles mehr geschaffen zu haben. Die Piratenpartei vertritt in erster Linie die Interessen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Softwareentwicklern und erst in zweiter Linie die Interessen von Künstlern. Eine komplette Abschaffung des Urheberrechts ist eindeutig nicht im Interesse des primären Klientels der Piratenpartei. Die geforderten Schutzfristen orientieren sich jedoch am Lebenszyklus von Computer-Software und erscheinen einem Künstler daher unangemessen kurz.

          • apeiron schrieb am

            1. Beim Urheberschutz geht es nicht um Ideen, sondern um das ausgearbeitete Werk. Ideen sind leider nicht schützbar.
            2. Wenn das Werk noch gefragt ist, warum soll man dann auch nicht nach 50 Jahren davon profitieren und die Rechte jemand anderes schenken, am besten noch einen Großkonzern wie Google. Und manchmal braucht es eben ein paar Jahre, bis sich ein Werk durchsetzt. Für den Kampf sollte man auch entlohnt werden. Und wenn ein Künstler ein paar Werke von Dauer schafft, dann ist es viel, wirklich viel.

          • maximilian schrieb am

            Es geht um die Zeit, nachdem der Künstler tot ist – da muss er um nichts mehr kämpfen und kann auch von nichts mehr profitieren -.-

      • dankend schrieb am

        Differenziere hierbei bitte klar das Leistungsrecht vom Urheberrecht. Wenn du dir eine Symphonie von Mozart downloadest, so verstößt du nicht gegen das Urheberrecht. Der gute Mozart spielt auf dieser Aufnahme nicht selbst!
        Es soll ja auch soetwas wie Musiker geben (z.B. Philharmoniker) welche das von z.B. Mozart geschriebene Werk aufführen bzw. den Dirigenten welcher die Neuinterpretation des Werkes leitet.
        Diese Leute erbringen eine erhebliche Leistung und das mit großem Aufwand.

        Ich finde es durchaus gerecht für diese Leistung/den Aufwand auch zu bezahlen. Wer einmal eine solche Produktion mitgemacht hat, der weiß welcher umgemein großer Zeit- und Geldaufwand dahintersteht.

        WIESO also nicht??? – Arbeitest du umsonst???

      • Sebastian Magnus schrieb am

        Stell‘ Dir vor, Du erbst ein Haus. Wieso sollst Du alleiniges Wohnrecht darin haben? Ist das anders, wenn Du einen Lieferwagen erbst und ihn gewerblich nutzt? Ist das anders, wenn Du ein Gemälde erbst? Ist das anders, wenn es um ein digitales Musikstück geht?
        Der Musikmanager wird allenfalls die Nutzungsrechte erlangen, niemals das Urheberrecht, unabhängig ob

        oder nicht. Bei Kürzung des Urheberrechtes wäre es konsequent, auch materielle Güter den Erben zu entziehen und der Allgemenheit zu übertragen. Die haben dafür ebenfalls nicht gearbeitet.
        Ich finde es gut, dass ein Besitzer über seinen Nachlass per Testament selbst entscheiden darf. Warum soll das bei immateriellen Gütern anders sein? Und wenn der Schöpfer für sein Werk lieber ein paar Scheine möchte anstatt von der Zahlungsunwilligen Masse bewundert zu werden, dann soll er das doch selbst entscheiden. Es hindert ja niemand daran, Werke unter CC-Lizenz zu verschenken.

    • MATAO schrieb am

      Ich finde, die Patentfrage ist die viel größere Dimension, von der die Urheberrechts- und Verwerterrechtproblematik eine Teilmenge ist. Uns wird über Patente zunehmend unsere Lebensgrundlage enteignet, unsere Lebensmittel, unsere Heilmittel, unser Körper bis demnächst möglicherweise unsere Fortpflanzung. Wenn Gemeinschaftsgut privatisiert wird, unterliegt alles den Macht- und Marktgesetzen. Kassenautomaten oder Verwertervereine an jeder Ecke. Die Kolonialisierung der weißen Flecken auf der Landkarte verlagern sich von der Geoografie auf alle Lebensbereiche bis auf informelle und molekulare Ebene. Das ist wirklich neoliberales Kern-Denken und eine ganz andere Nummer als ein paar Songs und ein richtig großes Thema, eigentlich eine richtige Systemfrage. Wir müssen uns wehren, wo wir können-wenn wir das wollen. Also: Blick frei für des Pudels Kern. GRUß MATAO

    • Karsvo schrieb am

      Ich kann zwar nicht für die Piratenpartei Stellungnehmen aber einige Erfahrungen beisteuern, die ich selbst als Erfinder gemacht habe:

      Eine Erfindung muß: a) neu sein b) Erfinderhöhe und c) einen technischen Anwendungszweck besitzen.

      Ein Verwendungszweck kann nicht geschützt werden.

      Aus a) folgt, daß Wissenschaftliche Entdeckungen NICHT geschützt werden können. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß eine konsequente Umsetzung des Patentrechts schon ein konsequentes Verbot von Patenten für Züchtungen zur Folge hätte. Das Problem liegt HIER also in einer Verbiegung des bestehenden Patentrechts, wenn viel Geld im Spiel ist.

      Ein Patent stellt einen Tausch dar: Zeitlich befristetetes Monopol auf Produktion und Vertrieb für Investition in die Erfindung gegen Freigabe der Erfindung für die Öffentlichkeit nach Ablauf der Schutzfrist. Im Falle von Software-Patenten z.B. wird dieser Tausch einseitig zugunsten der „Erfinder“ verschoben, weil bei den hier derart kurzen Produktzyklen die Erfindung nach freigabe praktisch wertlos ist und so die Öffentlichkeit nicht mehr ihren Anteil erhält. Eine Verkürzung von Patentlaufzeiten in der Software-Branche wäre also erforderlich, wenn es in einem Land Softwarepatente gäbe (z.B. USA).

      Im Bereich der Chemie, Biochemie, Genetik sind auch Patente auf Verfahren möglich. Bei denen kenne ich micht nicht aus. Besonders im Bereich der Pharmazie wäre es aber schon ein bedeutender Fortschritt, wenn konsequent darauf geachtet würde, daß 1. Tatsächlich Erfinderhöhe vorliegt (keine Pseudo-Innovationen) und 2. nicht indirekt der Anwendungszweck patentiert wird. So wird nämlich erst die Praxis möglich, daß bereits abgelaufene Patente durch nachträgliche Pseudo-Inovationen indirekt fortwährend verlängert werden. Denn es reicht ja aus, daß bei einem Produkt nur ein EINZIGER Teil geschützt ist, um das gesamte Produkt zu schützen.

      Ich persönlich bin der Meinung, daß gentechnische „Erfindungen“ GAR nicht geschützt werden sollten. Das liegt aber an meiner persönlichen Einstellung, daß die Menschen nicht noch dafür ein kommerzeill lukratives Monopol bekommen sollten, wenn sie „Gott spielen“.

      • Karsvo schrieb am

        Nachtrag:

        In anderen Ländern wie z.B. den USA ist ein großes Problem des Patentrechts, daß „Recht haben“ nicht gleichbedeutend mit „Recht bekommen ist“. In den USA bezahlen die Prozess-Gegner ihre Przesskosten selbst auch im Falle des Sieges. Und Patentklagen gehen in die Millionen. Das bedeutet, daß ein finanzschwacher Prozess-Teilnehmer gar nicht in der Lage ist, sein Recht einzuklagen oder sich gegen eine Klage zu wehren. Damit ist das Patentrecht in den USA letztlich eine Marktbarriere, mit der die bestehenden Marktteilnehmer die aufstrebende Konkurrenz vom Markt ausschließen können.

      • Dirk Starke schrieb am

        Was ist denn deiner Meinung nach Gentechnik? Sind es Medikamente, die jemand (teuer) entwickelt und die die eventuell zu beträchtliche Wirkung eines Proteins in deinem Körper einschränkt? Ist es die Herstellung von Insulin (einem Protein, das natürlich nach dem Bauplan eines Gens in deinem Körper synthetisiert wird), jedoch wahrscheinlich industriell von speziell gezüchteten Zellen produziert und dann aufgereinigt wird. Ist Gentechnik die „Erfindung“ ein Verfahrens, mit dem man durch Messung verschiedener Proteine in deinem Körper eine Krankheit diagnostizieren kann, um dir endlich die passende Therpaie zukommen zu lassen?

        Vielleicht sagst du ja auch, dass ist alles die „gute Gentechnik“. Die „schlechte Gentechnik“ ist die, bei der man Thomaten genmanipuliert, damit sie gegen bestimmte Fliegen „immun“ werden, was den Vorteil hat, dass man weniger Insektizide einsetzen muss.

        Ich bin mir nicht sicher, was gute und was schlechte Gentechnik ist. Es ist ein sehr weites und schwieriges Feld.

        Gott spielen wir in Übrigen mit normalen Medikamenten auch. Kinder überleben, weil wir Menschen Antibiotika gefunden haben (sicherlich viele davon, wenn nicht gar alle, gentechnisch hergestellt). Und wir sehen dieser Tage, wie schwierig dieses Thema ist, wenn wir über Antibiotika im Trinkwasser nachdenken und darüber, dass sie ihre Wirksamkeit verlieren.

    • Matthias schrieb am

      Die Forderungend er Piraten beim Urheberrecht stellen eine ungeheure Anmassung dar. Sie müssen sich auch mal vor Augen halten, dass sie da auf eine riesige Wertschöpfungskette zielen. Nicht jeder Musiker, nicht jede Kunst kann darauf fokussiert werden irgendwelche YouTube Kanäle zu haben. Zumal das für viele Musiker auch überhaupt nicht infrage kommt, da das Medium aufgrund der schwachen Qualität einfach nicht geeignet ist .

      Ziel sollte es sein, neue Vertriebswege vorzustellen, zu organisieren und – vor allem – vorzumachen.
      Ich sehe in den gesamten Vorträgen leider kein ansatzweise tragfähiges Modell, welches die echten Interessen echter Musiker berücksichtigt. An diesem Punkt fehlt es Ihnen ganz offenbar an Kenntnis der Musikbranche.

  2. onety schrieb am

    @Piratenpartei: Soweit ich das sehen kann sind die im letzten Absatz angedeuteten Quellenangaben [1],[2] nirgendwo tatsaechlich aufgelistet. Ansonsten toller Artikel.

  3. The_Underscore schrieb am

    Was für eine Art von Filesharing wollt ihr legalisieren? Sollen Musikstücke, Filme oder andere Software auch öffentlich z.B. über Torrent und Pirate-Bay-Link verfügbar gemacht werden dürfen, sodass sie nicht nur privat, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stehen? Ist es nur relevant, ob kommerzielle Interessen vom Sharer verfolgt werden, und nicht relevant, wenn die kommerziellen Interessen des Authors/Künstlers/Verlegers missachtet werden?

    • antworter schrieb am

      Torrents sind ein schönes Beispiel für nicht-kommerzielles Filesharing, damit Geld zu verdienen dürfte schwer sein. Pirate-Bay blendet einerseits zwar Werbung ein, andererseits erfolgen die Einträge von Nutzern, die daran nicht beteiligt werden. Es ist teils schwierig, kommerzielle Interessen eindeutig einzugrenzenn – etwa bei Linksammlungen mit Werbung auf der Seite, One-Click-Hoster-Uploads mit Download-Provision..
      Eindeutig kommerziell ist z.B. der Verkauf nachgemachter DVD’s/CD’s – Das soll auch weiterhin verboten bleiben.
      Die kommerziellen Interessen des Kreativen sollen nicht missachtet sondern gegenüber den Verwertern besser geschützt werden. Missachtet fühlen sich da höchstens eben diese großen Verwerter, die eine Modernisierung ihrer Geschäftsmodelle ablehnen und stattdessen Schutzgesetze fordern, die im Endeffekt der Freiheit im Internet schaden – und trotzdem wenig Wirkung hätten 😉

      • –F. schrieb am

        Wow!
        In diesem Kommentar sind sämtliche Ingredenzien vorhanden, die in der Diskussion über das UrhG bislang aufgetaucht sind:
        • der Uploader, der nichts daran verdient,
        • der Hoster, der zwar Werbung einblendet, aber … es ist nicht einfach … naja, der Uploader bekommt dafür ja nix …
        • die Ächtung des illegalen Verkaufs von Werken auf „nachgemachten“ analogen Speichermedien (DVDs und CDs),
        • der irgendwie schon (und vor allem gegenüber den Verwertern) zu schützende „Kreative“,
        • die bösen großen Verwerter, die sich jeder Modernisierung widersetzen,
        und natürlich zuletzt
        • die vielberufene „Freiheit des Internets“.
        ———–
        Das ist ein „Poe“, oder?

    • Kai Degen schrieb am

      Wenn die Sharing-Plattform die Bereitstellung der Vervielfältigungsstrukturen nutzt, um Einnahmen zu erzielen, stellt dies keinen privaten sondern einen kommerziellen Zweck dar, gegen den der Urheber m. E. nach wie vor vorgehen könnte.

    • Bayern-Pirat schrieb am

      @The_Underscore:
      Genau darum geht es. Die Werke sollen allen zur Verfügung stehen. Nur weil Einige darunter dann damit Geld machen, darf man nicht alle unter Generalverdacht stellen. Oder ist für Dich jeder der eine Waffe (Pistole, Gewehre, Messer, Sport-Armbrust, Sport-Bogen, …) besitzt ein Mörder?

      Bei Facebook und Google kann jeder fast alles lesen und sehen was von seinen Freunden und/oder von Facebook und Goolge „produziert“ wird. Es ist also kostenlos und trotzdem sind Facebook und Google Milliarden wert und sehr viele Firmen verdienen dank Ihrem Facebook/Google-Auftritt zusätzlich sehr viel Geld. Sie haben es geschafft Ihre „Werke“ zu Geld zu machen.

      Es ist an der Zeit, das die Rechteverwerter dies endlich erkennen und zusammen mit den Urhebern neue Wege vereinbaren (bei denen die Urheber deutlich besser verdienen wie bisher).
      Nicht mehr und nicht weniger wollen die Piraten nach meinem Verständnis.

      PS: Was glaubst Du wo Microsoft heute stehen würde, wenn DOS, Windoiws und das Office Paket nicht privat mit Millionen Kopien genutzt werden würde?

      • Reznor schrieb am

        Das Argument hinkt ja wohl. Facebook und Google leben davon, die Daten der Nutzer zu verhökern. Würden Sie befürworten, dass jeder Künstler, dessen Musik ich runterlade, im Gegenzug die Kontaktdaten meiner Freunde bekommt, um diese anschliessend mit Werbung zuzuballern, um so zumindest noch den ein oder anderen Tonträger abzusetzen? Wahrscheinlich nicht. Nehmen aber nicht geben.
        Ebenso verdienen die meisten Firmen, die auf Facebook Seiten betreiben, dadurch Geld, dass sie reale Produkte bewerben und verkaufen. Ich kann nunmal keine Dose Cola kopieren und meinen Freunden schicken. Kein Künstler hat was davon, durch Facebook bekannt zu werden, wenn dann aber alle nur umsonst runterladen.

      • The_Underscore schrieb am

        Sollten Firmen Tauschbörsen-Downloads nutzen dürfen, dann hätten Hersteller wie Microsoft oder Adobe ganz schnell ganz große Probleme. Genauso wenn die auf Rechnern vorinstallierten Windows-Versionen von der Pirate Bay stammen dürften. Oder auch schon, wenn statt Windows ein Windows-Downloader von der Pirate Bay und ein DVD-Rohling mitgeliefert würde, falls die kommerziellen Interessen der PC-Vertreiber deren Tauschbörsennutzung schon illegal machen würden.

      • Komponist schrieb am

        Jeder, der ein Musikstück oder einen Film etc auf seiner Festplatte/CD/DVD hat, die er nicht bezahlt hat, ist ein Dieb.
        Die Piraten wollen das nun nachträglich legalisieren.
        Kein wunder, daß sie von denen nun gewählt werden… Da sieht man ziemlich genau, wer alles Diebesgut und Hehlerware auf seinem Rechner hat…

        Bin stolz auf Euch!

        Und immer das Deckmäntelchen von der „bösen Industrie“… Kein Komponist wird gezwungen, einen Plattenvertag zu unterschreiben. Aber er wird gezwungen, hinzunehmen, daß er beklaut wird und bekommt dann gesagt: „kannst ja live spielen- wir legalisieren Klauen jetzt“

        Bin einverstanden. Aber dann zu den Bedingungen:
        – jeder löscht alles, was er geklaut hat
        – es gibt nirgendwo mehr Musik. Keine Musik im Radio, Internet, TV, Restaurant…
        – nur noch live- Musik

        Das würde funktionieren!

  4. Anonymous schrieb am

    Ist es richtig das dies auf Eurer Agenda steht?

    Wahlrecht für alle Ausländer -auch ohne Pass eines europäischen Landes

    • CySlider schrieb am

      Auf komunaler ebene ja.

      Dazu der passende Auszug aus dem Grundsatzprogramm:

      http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Die_Ausgrenzung_von_Arbeitsmigranten_.C3.BCber_Generationen_hinweg_ist_menschenunw.C3.BCrdig

      „Es ist die Aufgabe der europäischen Staaten, für die reale Chance auf Bildung und beruflichen Erfolg von Menschen mit Migrationshintergrund zu sorgen. Es bedarf aktiven politischen Handelns, um Diskriminierungen abzubauen und ein gedeihliches Zusammenleben aller Menschen im Land zu erreichen. Um eine kommunale politische Mitwirkung zu erreichen, ist auch Menschen, die keine Staatsangehörigkeit eines EU-Staats haben, das Wahlrecht zu den kommunalen Vertretungskörperschaften am Ort ihres Lebensmittelpunktes zu sichern.“

      • F schrieb am

        Das heisst,wenn wir einen kommunalen Zusammenschluss,oder Ballung bestimmter Personengruppen, aktuelles Beispiel ,von Salafisten, haben,(is so schön gepusht in der Lügenpresse)dürfen diese Wählen und sich ins politische Geschehen einmischen?
        Einfach mal so…weils demokratisch ist.
        Ohne Pass..ohne gleiche Werte,Ansichten,Sprache,Kultur,etcetc.
        Meint ihr in anderen Ländern is das nur im Ansatz möglich?

        Sorry ,aber das wird in der Realität nicht funktionieren.
        Da is Wiederstand vorprogrammiert und auch Pflicht.
        Artikel 20 Absatz 4 GG

        Das heisst….banales Bsp.
        Ihr habt ein Haus mit Garten.Ein paar klettern übern Zaun und wählen demokratisch“Der Garten gehört jetzt uns.
        Ihr stimmt dagegen,-aber Pech gehabt.
        Ihr wollt Euer Hab und Gut aber behalten,-somit seid Ihr dann Grundstücksnazis.Und werdet noch disskriminiert, weil ihr so unsozial seid.
        Is ja Demokratisch abgestimmt das ganze.
        (Übrigens die „Enterer“wollen da n Parkplatz betonieren…..;)

        Was wenn Neukölln sich zusammentut und seine Eigenständikeit Demokratisch beschliesst und dann die Abspaltung von der BRD?

        Das alles legitim dann?

        ICh finde das mehr als schräg.

        Demokratie ja, aber in gewissem Rahmen.
        Schon die Humanethologie lehrt, das der Mensch zur Gruppierung neigt,da dies auch Schutz bietet.
        Das bedeutet „Gleich und Gleich“gesellt sich gern.Weil wer „gleich“ist ist „einschätzbarer“und „vertrauenswürdiger“ und somit „sicherer“.
        Sorry aller Einheitsbreigedanke Hin und Her,aber das liegt in der Natur des Menschen,das er sich nicht einfach mal so schnell zusammenwürfeln lässt.

        Mit diesem Gedanken,“fremde“ in Bezug auf Werte,Glauben,Verhalten etc.dürfen gleich mitbestimmen in der Politik ohne Pass und intigriert zu sein,ist konflikt vorprogrammiert.
        Da nützt es auch nichts mehr alles im Stuhlkreis auszudisskutieren!

        Ihr seht doch was unsere EU Diktatur vor hat…
        Alle zusammenschmeissen.
        Und was passiert? Eine Radikalisierung der Bevölkerung,was eigentlich nur heisst…..Leute mit gemeinsamen Nenner rücken enger zusammen.
        Wer will das? Keiner!

        Lehrt Euch die Geschichte nichts?

        Eure Gruppierung z.B sind die Piraten.Ihr habt den Eurotraum ebenfalls….und was dann?
        Dann is das nächste Level welches?
        Wer Nationen auflösen will um sie in die EU zu drücken,-der will auch später die Eu auflösen um sie in x zu pressen…..Höher,Schneller,Weiter………

        Aber der Mensch lebt in der Realität und auf „Land“ nicht im „Netz“.Eine Gruppe die auf einem bestimmten Gebiet lebt,wird immer einen gewissen Anspruch auf seinen gewohnten Raum haben.
        Und da kann nur bis zu einem bestimmten Maß „fremde einflüsse“tolerieren.
        Im INternet funzt das vielleicht,da tritt aber auch keiner dem andren in real auf die Füsse.

        Ihr wollt diesem auch noch eine Gesetztesgrundlage geben…ihr verrückten!
        Hat was von der Indianer“vernichtung“ (Urbevölkerung) in den Staaten…..

        Euer Traum lebt im Netz…aber die Realität sieht anders aus.

        Kurzum….ihr habt super Ansätze..die das verstaubte Blockparteientheater als Dämpfer brauch.
        Ihr habt viel Zulauf,ja…..welche Alternativen gibt es schon im Lobbyistenverseuchten Parlament.

        Aber mit solchen Vorhaben ……denkt an Euren Garten!!!!!!!

        • Sven schrieb am

          Gleich mal vorweg, ich bin dagegen das jeder der mal kurz durch Deutschland reist auch wählen darf. Andererseits arbeite ich (Ösi) hier seit 4 Jahren und es werden vermutlich noch mehr werden. Das heißt ich habe alle Pflichten wie ein Deutscher (Steuern zahlen usw.) aber nicht alle Rechte (zb wählen auf Bundesebene). Ich darf zwar in Ösiland noch wählen, aber das interessiert mich weniger, weil ich ja dort nicht mehr lebe.
          Ich denke das ist aber in ganz Europa gleich und sollte auch dort überdacht werden, dass man als EU-Bürger sich ein Land aussuchen darf zum wählen (in Verbindung mit Wohnsitz und wo man Steuern zahlt).
          Andererseits halte ich alle Politiker für Idioten und wüßte vermutlich eh nicht wen ich wählen soll.

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Also 1. Ist ein Garten *Privateigentum* und damit irgendwelchen demokratischen Entscheidungen und Enteignungen erstmal nicht ausgesetzt (Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn Gemeinde, Land oder Bund beschließen eine Straße oder Autobahn durch ihr Grundstück zu legen, dann kann man sie notfalls entschädigen und enteignen, aber das tut in diesem Beispiel nichts zur Sache.

          Und weshalb kommen sie darauf, dass ein Pass / Ausweis die Gesinnung und Werte eines Menschen ändert.
          Überhaupt welche ‚gemeinsamen Werte‘ wollen sie da überhaupt feststellen?

          Dass man Leute nicht umbringt (ich glaube, dass wir uns da bei anderen Leuten keine großen Sorgen machen müssten)

          Dass wir ein christlicher(tm) Staat sind (ich glaube, dass diesen Standpunkt nicht jeder Deutsche mit Pass ebenso vertritt.

          Was für ‚Werte‘ meinen sie in diesem Zusammenhang?
          Ich denke dass Werte und Ansichten ein höchst individuelles Gut sind und dass nicht automatisch jeder mit dem Tag ‚Deutscher‘ die selben Werte vertritt, noch jemand mit dem Tag ‚kommt aus der Türkei, kommt aus Griechenland oder kommt aus Ghana.

          Was wenn sich Neukölln zusammentut und seine Unabhängigkeit fordert?!
          Bitte? EIne Kommune *kann* keine Entscheidungen auf Föderaler ebene treffen. Das ist schlicht Unsinn. Bayern könnte – rein theoretisch – in seiner Eigenschaft als ‚Freistaat‘ aus der BRD austreten – aber eine Gemeinde hat dazu schlicht nicht die nötigen Befugnisse. Ob diese Wahl ‚legitim‘ wäre, ist eine Frage für Staatsphilosophen. Legal oder Durchführbar ist es nicht. So lange das GG bestand hat.

          Und ja: Auch Demokratie hat Grenzen. Die liegen im Grundgesetz und den allgemein gültigen Gesetzen geregelt. Sie müssten das kennen, wenn sie so gewissenhaft-schwungvoll mit der 20/4-Keule schwingen.

          Ihr Satz ‚Demokratie – ja, aber in einem gewissen Rahmen‘ klingt wie ‚ein bischen Schwanger‘.

          Von daher ist der Gedanke ‚Fremde‘ (also nach dem Text Leute, die seit mehreren Jahren in diesem Land leben, hier z.t. aufgewachsen und sozialisiert sind und nur durch das winzigie Manko der fehlenden ‚Staatsbürgerschaft‘ vom Wahlrecht ausgeschlossen werden) wählen zu lassen nicht so schlimm. Wie gesagt: Sie dürfen mitabstimmen wer Bürgermeiser wird und wer in den Stadt / Gemeinderat kommt – das heißt dann ‚kommunale Ebene‘.

          Was die liberalisierung des Kommunal-Wahlrechtes mit EU-Diktatur zu tun hat, müssen sie bei gelegenheit erläutern. Ich verstehe das nämlich *nicht*. Wirklich.

          Weshalb es die Bevölkerung radikalisieren sollte, wenn der Dönerbudenbesitzer oder der VW-Schichtleiter wählen dürfen ist mir ebenfalls schleierhaft.

          Und die Geschichte lehrt mich zumindest, dass Ausgrenzung von Minderheiten nie irgendwas sinnvolles bewirkt hat. Ghettobildung, soziale Ausgrenzung, Bildung von Parrallelgesellschaften, daraus resultierendes Misstrauen gegenüber der Minderheit, welches das Problem damit nur vertieft.
          Hatten wir alles, haben wir alles. Will ich eigentlich nicht. Wäre schön, wenn man das mal ändern könnte.

          Äh und aus der Idee eine eigene PP-Fraktion im Europäischen Parlament zu gründen, ist jetzt nicht unbedingt verkehrt, wenn man seine eigenen Positionen dort vertreten will.
          Sagen wir mal so: Nächste Woche auflösen *können* wir nicht. Noch wissen wir, wie sinnvoll das ist bzw wie die Alternativen aussehen.
          Aber genausowenig will man die BRD auflösen um sie in einer EU aufgehen zu sehen. Zumindest so lange es keine wünschenswertere Alternative gibt.
          Und das mit dem EU auflösen um es in ein noch größeres Konglomerat zu pressen, ist mein perösnlicher Traum von einem Terranischen Imperium mit mir als Imperator. Aber das hat jetzt mit der PP-Parteilinie weniger zu tun.

          An irgendwelchen Gebietsansprüchen oder Heimatgefühlen wird übrigens ein (Kommunal)- Wahlrecht für Mitbürger ohne Staatsbürgerschaft nichts ändern. Warum auch?
          Im Gegenteil – jemand der sieht, dass er halbwegs willkommen ist, und jemand dem man die Möglichkeit einräumt sich demokratisch zu betätigen, wird sich wahrscheinlich wohler fühlen und sich eher an die neue Heimat anpassen? Oder nicht?

          Sie scheinen sich also an ‚Fremden Einflüssen‘ zu stören.
          * Gut. Dann verzichten sie gefälligst auf dieses arabische Teufelswerkzeug (Gabel)
          * Diese altägyptische Isisverehrung (Maria)
          * diese wiederwärtigen indischen Zahlen
          * Diese grässliche lateinische Schrift
          * die Grundsätze dieser abstoßenden englischen Magna Carta
          * beliebig erweiterbar.

          Oder haben sie Angst, dass Hunderttausende, schwer bewaffnete, technisch überlegene Fremdländer auf Schiffen – äh technischer Vergleich neute: Gleitschiffen vom Himmel herabkommen, uns mit Glasperlen und Spiegeln unser Land abkaufen, uns mit ihren Krankheiten anstecken und die letzten überlebenden in kleine Reservate sperren, in denen wir dan Spielcasinos betreiben und Folkloremerchandise-Artikel die in China produziert wurden verticken dürfen?

          Gruß
          Gedankenverbrecher

          • Ulli schrieb am

            Boar, so viel Blödsinn auf einmal habe ich ja noch nie gelesen. Da hat wohl jemand seine rosarote Gutweltbrille auf.

            Ich kommentiere jetzt nicht alles, da ich mich nur aufregen würde ABER:
            „Und die Geschichte lehrt mich zumindest, dass Ausgrenzung von Minderheiten nie irgendwas sinnvolles bewirkt hat. Ghettobildung, soziale Ausgrenzung, Bildung von Parrallelgesellschaften, daraus resultierendes Misstrauen gegenüber der Minderheit, welches das Problem damit nur vertieft“.

            Wer sich integriert wird nicht ausgegrenzt !!! Wenn jemand aber z.B. nicht bereit ist unsere Sprache zu lernen oder unsere Rechtnormen akzeptiert grenzt sich logischerweise selber aus.

            Viele Kollegen und Freunde hätten die P-Partei in NRW am 13.05.12 gewählt aber nach diesem Agendavorschlag NEIN DANKE.

        • Bernd schrieb am

          Nur ganz kurz: Ich lebe selbst seit längerer Zeit im Ausland. Ich kann nicht am politischen Prozess teilnehmen. Die Folge: Die Politik meines Gastlandes interessiert mich nicht im geringsten. Ich weiss weder, wie der Bürgermeister meines Wohnortes noch wie der Präsident des Landes heisst (kein Witz).

          Wahlmöglichkeiten für Ausländer auf lokaler Ebene können zu besserer Integration führen. Ich war auch immer dagegen, bis ich diese Erfahrung machen durfte.

  5. Anonym schrieb am

    Zu Punkt 5 („Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut. Viele Urheber haben ein offenes Ohr bei den Piraten und können über offene Kommunikationsstrukturen mitteilen, wie wir ihre Interessen berücksichtigen können.“)
    Nachfrage:
    – In welcher Form sind „viele der Piraten“ selbst Urheber?
    – Wenn „viele Urheber“ also „ein offenes Ohr“ bei den Piraten haben, gibt es dann umgekehrt auch welche, deren Anliegen sich die Piratenpartei grundsätzlich verweigert? Und falls ja, warum?
    – Was sollen „offene Kommunikationsstrukturen“ sein ( wie wird das nun konkret gehandhabt)?
    Ein weiterer Aspekt ist die Freiwilligkeit von Geldzahlungen durch Nutzer. Dies wird an anderer Stelle als Bestandteil eines sog. „Geschäftsmodells“ angesprochen. Da möchte ich direkt zurückfragen: Erscheint Euch das selbst nicht ein bisschen naiv? Natürlich bin ich nicht gegen die Idee von freiwilligen Zahlungen, nur: wer zahlt dann noch?
    MfG

  6. anonym schrieb am

    Viele Piraten sind sind als Softwareentwickler doch selbst Urheber. Das könnte doch bei Argumenten wie „kostenlos“, „gönnen Urhebern kein Einkommen“ oder „mangelde Kompetenz im Urheberrecht“ auch eingebracht werden. Die Argumente der Piraten bekommen meiner Meinung nach ein höheres Gewicht, wenn sie aus Sicht der Urheber (Softwareentwicklung) formuliert werden, als aus der Ecke des „passiven“ Konsumenten.

    Ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird: viele Urheber/Kreative verwenden selbstverständlich, oder ohne es zu wissen Software, die durch eine offene Nutzung des Urheberrechts erst ermöglicht wurde. Wo wären kreative Künstler und ihre Verwertungsindustrie ohne freie Software, die viel zur Entwicklung des Internets beigetragen hat. Wie sah denn die Preisgestaltung für Programme aus, die Kreative zur Ausübung ihre Profesison nutzen, bevor freie Programme zumindest zum Teil konkurrenzfähig wurden. Wie werten Kreative die Unabhängigkeit, die freier Software ermöglicht, sich auszuprobieren, ohne zuerst größere Summen in Ausrüstung/Programme investieren zu müssen?

    • sebastian schrieb am

      Die GPL ist dabei aber kein gesetzlich festgeschriebener Zwang, sondern ein freiwilliger Entscheidung des (Stamm-)Urhebers der Software, welche ihm mögliche Lizenz er wählt. Das entspricht ja nicht gerade der Forderung der Piraten. GPL könnte auch dafür argumentieren, das dort, wo freie Software von Nöten war, sie bereits aus freien Stücken entstand, ohne Zutun eines erzwungenen, immergültigen Kopierrechts und ohne Piratenpartei. Jetzt, wo freie Software diesen Stellenwert hat, welchen Vorteil kann das gesetzliche Copyleft der Piraten noch herbeiführen? Naja, zumindest die Freilegung vieler patentierter Algorithmen.

  7. SpiritBaba schrieb am

    Ich stimme als künstler allen Argumenten voll zu. Und was das patentrecht betrifft, zb. pharmaindustrie, technik usw. so sollte sich vieleicht im bereich der Gebüren verändern, um auch den kleinen Entwicklern mehr chanzen auf den uhrheber schutz zu geben..

  8. Mario Liedtke schrieb am

    Ich bin selbst Blogger und Fotograf – also auch oft genug Urheber, und ich begrüße die Forderungen der Piraten.

    Die Unterhaltungsindustrie hat in einem beispiellos meisterhaften Bravourstück vorgeführt, wie durch viele kleine Manipulationen, viel Lobbyistenarbeit und vor allem Ausdauer die gesetzlich verbrieften Rechte der Bürger ins Gegenteil pervertiert werden.

    Das konkrete Beispiel:
    Es war zu Zeiten des Walkmans kein Problem, sich eine Kopie eines Songs aus dem Radio oder von einem Freund der die Single besaß, anzufertigen. Mit dem Auftauchen der CD und der ersten DAT-Rekorder (Digitale Audio Tapes) wurde jedoch bereits das CopyBit eingeführt, welches zwar die Kopie von CD auf DAT erlaubte, dem DAT aber verbot, diese Kopie nochmals (digital) zu kopieren.
    DAT-Rekorder setzten sich nicht durch, dafür aber CD-Brenner.

    Um Kopien über CD-Brenner zu verhindern, setzten die Plattenbosse auf „Kopierschutzverfahren“. Es wurden falsche Meta-Daten in die Inhaltsverzeichnisse der CDs eingeführt, so dass diese so grade noch (auf den meisten) Playern abspielbar blieben, jedoch Kopierprogramme so verwirrten, dass keine Kopie möglich war. Im Klartext: Es wurden technisch und qualitativ DEFEKTE CDs verkauft, die auch vielen ehrlichen Käufern das legale(!) Abspielen erschwerten oder sabotierten!

    Der Gesetzgeber sah diesem Treiben lange tatenlos zu. Erst Gerichte erreichten einen Pyrrhus-Sieg: Die Plattenfirmen mußten vor dem Kauf darauf hinweisen, dass betroffene CDs mit einem Kopierschutz ausgestattet waren. Dies schwächte die Verbraucher und stärkte die Produzenten. Das Gericht sah für den Verbraucher eine Marktfreiheit, die er gar nicht hatte: Wenn er Titel X von Sänger Y kaufen wollte, hatte er keinen freien Markt vor sich und konnte nicht zu einem anderen Produzenten gehen um den Titel dort ohne Kopierschutz (sprich Defekt!) zu erwerben!

    Ein Verbraucher, dessen CD-Player eine gekaufte CD nicht abspielte – was z.B. häufig in CD-Wechslern im Auto der Fall war – hatte jedoch noch einen Ausweg: Er konnte auf seine eigenen Kosten versuchen, die absichtlich-defekte Original-CD mit Spezialsoftware zu reparieren und einen „gesunden“ CD-Rohling/Kopie brennen. Dazu war es nötig, teure Spezialsoftware und viele Updates zu kaufen, die jeweils das Rennen gegen die aktuellen Kopierschutzmechanismen antraten.

    Mit dem Verbot von solcher Spezialsoftware wurden tausende Deutsche zwangskriminalisiert und enteignet. Denn fortan war, von einem auf den anderen Tag, alleine der Besitz eines solchen Programmes strafbar. Fachmagazinen war es verboten, die Namen der Programme mit dem Hinweis, dass damit Kopierschutz X oder Y repariert werden kann, zu nennen – dies wurde als verbotene Werbung und Aufruf zu einer Straftat angesehen!

    Juristisch gesehen erwirbt man beim Kauf einer CD/DVD/BlueRay nicht den darauf enthaltenen Titel oder Film. Man erwirbt lediglich das Nutzungsrecht, diesen zu konsumieren! Die CD/DVD/BR ist auch nur der reine Datenträger. Geht dieser kaputt (Kratzer oder zerbrochen), so betrifft dies in keinster Weise das erworbene Nutzungsrecht des Käufers – allerdings kann er es nicht mehr ausüben. Ich selbst habe bei Sony versucht, eine verkratzte CD die sich nicht mehr abspielen ließ, gegen eine Neue zu tauschen, die mir wieder gestattet, mein Nutzungsrecht auszuüben.
    Selbstverständlich war ich bereit, dafür angemessen zu bezahlen! Also Produktionskosten + Bearbeitungsaufwand + Gewinnmarge. Jedoch war ich nicht bereit, dieselbe CD nochmals komplett NEU zu erwerben. Denn die Nutzungsrechte habe ich ja bereits bezahlt.
    Sony hat mich ausgelacht. Ich erhielt keinen Ersatz.

    Interessant fand ich auch den Preisunterschied, als „BATMAN – THE DARK KNIGHT“ zeitgleich als DVD und BlueRay angeboten wurde. Die DVD kostete im Handel zwischen 9,99 und 12,99, die BlueRay zwischen 24,99 und 29,99 Euro. Dies erstaunt mich. Denn die Mehrkosten für die Produktion einer BR beliefen sich zu dieser Zeit zwischen 2-5,- Euro. Diesen Preisunterschied hätte ich also auch fair empfunden. Warum aber soll das Nutzungsrecht im einen Falle mehr kosten, als im anderen? Genau genommen verursacht übrigens auch die DVD einen erhöhten Produktionsaufwand. Der Film lag schliesslich im HD-Format (1080 Zeilen) vor, und musste erst in das DVD-Format (576 Zeilen) transkodiert werden! (Mir ist natürlich bewußt, dass die Transkodierung nur einmalige Fixkosten und die BR-Produktion erhöhte variable Stückkosten sind).

    Dennoch: Nutzungsrecht ist Nutzungsrecht. Film ist Film.

    Es muss dringend etwas getan werden!

    Liebe Grüße, Mario

    • Jan schrieb am

      Tja, dann solltest du die Erstveröffentlichung nicht zür 99 cent verramschen, wenn du davon ausgehst, daß kein Konsument dich ffreiwillig ür deine Arbeit entlohnen will. Simple as that!

    • –F. schrieb am

      @ Mario:
      Entschuldige bitte, aber als Du die zerkratzte CD umzutauschen versuchtest, hattest Du „die Nutzungsrechte“ NICHT „schon bezahlt“.
      Bezahlt hattest Du das Recht, die auf dem von Dir erworbenen Exemplar der CD vorhandenen Musikstücke abzuspielen.

      Eine gute Analogie zu urheberrechtlich geschützten Werken ist die einer Fahrkarte.
      Auch hier kannst Du nicht erwarten, dass eine in den Dreck gefallene, unleserliche Tageskarte vom Verkehrsverbund zum ermäßigten Preis ersetzt wird.

      Ebenso wenig durchdacht ist Dein Anspruch, dass der Preisunterschied zwischen einem Film auf einer DVD und einem auf einer BlueRay nur die Kosten der Produktion betragen dürfe, es sei schließlich derselbe Film. Es ist tatsächlich der selbe Film, der Unterschied aber liegt in der Qualität, nicht allein in den Kosten der Herstellung des Trägermediums.

      Mich erstaunt immer wieder, wie hier über „Nutzungsrechte“ diskutiert wird, ohne dass irgendjemand auch nur einmal einen Blick in das UrhG geworfen zu haben scheint.

  9. Jack Sparrow schrieb am

    „In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden. Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich. Die Verwertungsrechte sind hingegen handelbar. Der Urheber kann sie an einen Rechteverwerter (Verlag, Plattenlabel) in Teilen oder als Ganzes (in einem sogenannten Buyout-Vertrag) veräußern. Dazu gehören Vervielfältigungsrechte, Nutzungsrechte, Zweitverwertungsrechte und Ähnliches.“

    Soweit, so gut. Wer dies nicht möchte, kann jederzeit seine Werke frei von Verwertungsrechen freigeben. Ohne (!) den gesetzlichen Druck dazu, den Sie aber verordnen wollen.

    „Die im Urheberrechtsgesetz festgeschriebenen Regelungen schränken die Rechte der Allgemeinheit an der Verwendung von Wissen und Informationen ein. Eine solche Einschränkung ist in gewissem Umfang gerechtfertigt, falls sie den Interessen der Urheber von Werken dient. Keinesfalls aber darf sie einseitig zugunsten wirtschaftlicher Interessen Dritter stattfinden. Die derzeitigen Regelungen führen trotz eines stetig wachsenden Kulturgütermarktes bisher noch selten dazu, dass die Urheber angemessen an den daraus entstehenden Einnahmen beteiligt werden. Daher setzen wir uns für eine Stärkung der Urheber gegenüber Rechteverwertern in Form eines Urhebervertragsrechtes ein.“

    Das, was hier angeprangert wird, ist aber eine Sache des Verwertungs(!)rechts, nicht des Urheber(!)rechts. Eine Änderung des Urheberrechts ändert daran nichts, nada, nothing, nope.

    „1. Der freie Zugang zu Wissen und Kultur ist entscheidend für die Entwicklung der Gesellschaft. Ihn aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, ist gesellschaftlich nicht tragbar. Mit der Entwicklung immer neuer Technologien (vom Buchdruck zu Ton- und Videoaufnahme bis schließlich hin zur Digitalisierung und des Internets) wird die Verbreitung von Informationen fortwährend erleichtert. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die gefördert und nicht durch Gesetze verhindert werden darf.“

    Und ganz genau hier widerspricht sich Ihre Forderung nach einem Ausgleich für die Urheber. Sie sollen finanziellen Ausgleich erhalten, aber zugleich soll alles frei und kostenlos erhältlich sein? Wie soll das bitte gehen?

    „Zahlreiche Studien belegen berechtigte Zweifel an der von Wirtschaftsverbänden verbreiteten Vorstellung, den Kreativen würden durch Filesharing erhebliche Verluste entstehen. Einige Studien zeigen sogar das Gegenteil. Insbesondere werden immer wieder die positiven Effekte der freien Verfügbarkeit von Inhalten ausgeblendet und bestehende Vertriebs- und Geschäftsmodelle als einziger Maßstab genommen.“

    Der einzige, positive Effekt ist für die Urheber, dass ihre Namen bekannt werden. Aber durch dieses Bekannter werden ihrer Namen durch gesharte Inhalte, haben sie immer noch nichts verkauft bekommen. Wo ist da bitte der ach so tolle Kaninchen-aus-dem Hut- Effekt für die Kreativen? Von nichts verkauft kommt auch nichts an Tantiemen, oder?

    „Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist – im Gegenteil wächst der Kulturgütermarkt beständig, lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-Kassetten und -CDs, wurde schwieriger.“

    Aber auch ein via Internet verkaufter Content bringt dem Urheber das, worüber wir hier reden. Finanziellen Ausgleich für seine Arbeit, die er geleistet hat. Sie setzen aber die virtuellen „Tauschbörsen“ mit Flohmärkten oder Schulhöfen gleich, was in sich schon ein Denkfehler ist. Wenn ich ein(!) reales Buch gegen ein(!) anderes reales Buch tausche, habe ich am Ende nur ein(!) reales Buch in der Hand. In den virtuellen Tauschbörsen „tausche“ ich den neuen Harry Potter gegen den neuen Biss- Roman und habe am Ende BEIDE zur Verfügung.
    Wo da kein Schaden für den Urheber entstanden sein soll, ist mir irgendwie ein unlogischer Gedankengang. Aus eins mach abrakadabra zwei aber das ist kein Schaden für den Erschaffer des Produkts?
    Es tut mir wirklich leid, da ich die Piraten als eine echte Alternative angesehen habe. Aber als selber Betroffener, kann ich Sie nur ablehnen. Sie wollen die eierlegende Wollmilchsau züchten, lehnen aber jegliche Genforschung dazu ab. Sie werfen fröhlich Urheber- und Verwertungsrechte in einen Topf, schmecken mit dem Allgemeingut des freien Wissens ab, kippen aber dabei auch die Kreativen mit dem Bade aus, die „nur“ unterhalten und dadurch ihr Geld verdienen wollen.
    Insgesamt erscheint mir diese politische Position nicht demokratisch, sondern totalitär, da sie die Kreativen in eine einzige Verwertungsrichtung drängen wollen, die Sie als die einzig wahre und seligmachende ansehen. Dabei steht es bereits heute, jedem einzelnen Urheber frei, wo, wie und wann er sein Werk verwerten lässt. Eine Änderung am Urheberrecht ist also nicht nötig. Eine Änderung des Verwertungsrechts, eine Beschränkung oder Aufsplittung der Rechte der Verwerter zugunsten der Urheber (und nicht der Nutzer) wäre viel effektiver, weil so die Urheber und die Nutzer enger zusammenrücken würden. So aber, wie sie das jetzt handhaben, treiben sie einen Spalt zwischen Bühne und Publikum, zwischen Kreativen und Verlagen auf der einen, und dem Nutzern auf der Seite des Grabens.

    Wenn Kusntschaffende nach ihrem Maßstäben schon Idealisten sein sollten, die etwas bewegen und verändern möchten, statt Geld zu verdienen, dann sollte das doch auch im verstärktem Maße für die Menschen gelten, die an der Spitze einer Gesellschaft diese Formen und lenken.
    Wo bleibt also Ihr Vorschlag, dass Politiker (und Somit auch Teile Ihrer Partei) ab sofort keine Diäten mehr erhalten, sondern ein lesitungsbezogenen Spenden aus dem Volk, die diese mit einem „Gefällt-mir-Button“ leisten? Natürlich muss der Gerechtigkeit wegen auch ein „Gefällt-mir-überhaupt nicht-Button“ kreiert werden, der diese Zuwendung des Volkes abmildert, wenn unpopuläre Entscheidungen getrroffen werden.

    Ich wäre echt gespannt, wie viele sich dann noch für Politik interessieren würden.
    Ich vermute mal, dass es in etwa genau die gleiche Menge wäre, wie es zukünftig noch Künstler geben wird, die ihre Lebenszeit voll und ganz in ihre Kunst investieren können, weil sie Geld damit verdienen.

    • Der Tom schrieb am

      Das, was hier angeprangert wird, ist aber eine Sache des Verwertungs(!)rechts, nicht des Urheber(!)rechts. Eine Änderung des Urheberrechts ändert daran nichts, nada, nothing, nope.

      Nur ein kurzer Einwurf:
      Das stimmt so nicht ganz, weil die Verwertungsrechte durch das Urheberrecht geregelt werden. Eine Reform des Urheberrechts würde also auch eine Änderung beim Verwertungsrecht bedeuten (außer natürlich man ändert dort gar nichts).
      Angeprangert wird wohl eher die, anscheinend häufig angewandte, Technik des Buyout-Vertrags.
      Ich hab einen Blog-Beitrag dazu gefunden, wo jemand einen Artikel für das Handelsblatt geschrieben hat und das Handelsblatt automatisch von einem Buyout-Vertrag ausging:
      Offener Brief an Gabor Steingart: Über Verlage, freie Autoren, Urheberrecht und innere Pressefreiheit

  10. Anonymous schrieb am

    Ahoi!
    Leider geht aus Eurer Vorstellung nicht hervor, wie Texter und Komponisten, die nicht selber auf der Bühne stehen adäquat honoriert werden sollen. Ohne eine Gesellschaft wie die GEMA (die dringend eine Konkurrenz braucht und endlich mal vom Gesetzgeber zur Transparenz gezwungen muss) hat keiner dieser Künstler eine Chance sich zu finanzieren. Die pauschale Ansage andere Geschäftsmodelle zu erfinden, ist mir ein wenig platt. Die meisten Texter und Komponisten sind völlig unbekannt und ziehen es auch vor, sich nicht zu vermarkten bzw. haben schlicht gar keine Zeit dazu. Diesen Berufsgruppen wird durch die „freie“ Verwendung ihrer „Produkte“ die Grundlage genommen.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Da gäbe es beispielsweise eine Werbefinanzierung durch z.B. Youtube.
      Vor einiger Zeit hatte ich mit einem Kommentator hier (Aimbot nannte er sich)
      eben genau diese Diskussion: Ob und wie kann man Geld verdienen, wenn man keien Gema im Rücken hat.

      Seine Vorschläge waren z.B. Jamendo – bei dem der Musiker / Komponist einen Track einstellt zum kostenpflichtigen Download und mit anbieten kann.
      Dabei verbleiben alle Rechte beim Künstler, er kann selber den Preis festlegen bekommt allerdings nur ca 60 oder 70% davon. Der Rest ist für die Plattform.

      Und er meinte noch, dass er – obwohl relativ unbekannt und mit wenigen Tracks vertreten, wohl doch schon bemerkbar Geld verdient.

      Ich denke, dass sich Geschäftsmodelle in diesem Bereich entwickeln können.

      Dann nach wie vor: Wenn man sich nicht auf die Bühne stellen will oder kann: Verkauft DRM-freie CDs zu einem passablen Preis (also unterhalb von den aktuellen 25 – 30 Euros)
      Es gibt einen Haufen Leute, die sich gerne ein Album von einer Band die ihnen gefällt gerne ins Regal stellen.

      Und mal ehrlich: Ein unbekannter Künstler, der keinen Wert darauf legt, sich zu vermarkten… Das ist keine Berufsgruppe. Sowas nennt man Hobby.
      Zumal dieses ’sich vermarkten‘ eben nicht mehr über Plattenläden und Radiostationen laufen muss. (siehe Jamendo)

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      Lieber Admin: Gibt es eine Möglichkeit im Archiv einen bestimmten Kommentar anhand von Stichworten oder Autor zu suchen?

      • Reznor schrieb am

        Und was mach ich, wenn nur einer mein Album kauft, ich davon 70% bekomme und der Käufer dann alles für umme im Netz verteilt? Von dem eingenommenen Geld kann ich nicht mal eine Stunde beim Anwalt bezahlen. Ohne GEMA muss ich mich ja selbst drum kümmern, rechtlichen Beistand zu bekommen.

      • Jean Jacques schrieb am

        @Gedankenverbrecher „…“ – Genau hierin liegt der Hund begraben!
        Der Urheber kann zwar sein Werk als kostenpflichtigen Download anbieten – Aber, der Käufer darf dann das Werk, unentgeltlich und für private Zwecke frei kopieren und im Web verschenken!?!
        Ergo, würde der Urheber nicht viel damit verdienen, es sei denn, der Download eines Beispielweisen Screensavers oder Fotos würde so ungefähr 50000€ kosten!!!

      • Nachdenklicher schrieb am

        Das heißt: man stellt sein Werk zu einem fairen Preis zur Verfügung. Alle finden es super. Einer kauft es und stellt es dann über Tauschbörsen nicht nur seinen Freunden zur Verfügung, sondern der ganzen Welt. Der Künstler aber erhält einen warmen Händedruck, oder wie?
        Zu Zeiten des altehrwürdigen C64ers gab es Spielprogramme, die gerade mal einige hundert mal verkauft wurden, aber auf nahezu allen C64ern im Land zu finden waren. Die Programmierer waren einfach nur die Volldeppen, die sich haben ausnutzen lassen!
        Die „Something for Nothing“-Mentalität ist die höchste Form der kapitalistischen Gewinnmaximierung.
        Ausserdem wird ein Aspekt völlig ausser Acht gelassen:
        den Kreativen und Künstlern wird unterstellt, dass sie geradezu am Fließband ein geniales Kunstwerk nach dem anderen erschaffen.
        Dem ist aber nicht so!
        Zwar wird oftmals ein Werk nach dem anderen das Licht der Welt erblicken, aber darunter befindet sich vielleicht nur eine einzige echte Perle.
        Um diese Perle zu erschaffen, sind aber alle anderen Werke ebenso notwendig. Es ist wie mit den Goldsuchern, wenn sie nicht Tonnen an Schlamm, Gestein und Dreck durchkämmen, finden sie eben nicht den einen Nugget.
        Um also eine solche Perle zu erschaffen, kann es durchaus sein, dass ein Künstler sein Leben gibt – im Sinne von Lebenzeit.
        Hätte er Taxi fahren müssen, um seinen Lebensunterhalt zu verdingen, wäre es nicht zu diesem einen Werk gekommen.
        Wie sagte es Edison: „10% Genie und 90% Schweiß“
        Die 90% müssen aber mitfinanziert werden. Und das funktioniert nicht über Tauschbörsen bei denen angebliche (Privat-)Kopien entstehen, die man mit so genannten Freunden tauscht.
        Hier ist sicher noch sehr viel mehr Nachdenken angesagt.
        Wer also ein solches Schaffen eines Künstlers als „Hobby“ bezeichnet, sollte sich zurück in die Steinzeit begeben und selbst kreativ werden.

    • Jan schrieb am

      Texter und Komponisten können ihre Werke doch per Werksvertrag an aufführende Künstler gegen eine Einmalzahlung herausgeben. Ansonsten kann hier auch Crowd-Funding funktionieren. Sobald jemand mit den Werken dann kommerziell arbeiten will, muss dieser ohnehin eine vertragliche Vereinbarung mit dem Texter/Komponisten anstreben.

      Und wer keine Zeit/Lust hat sich selbst ums Vermarkten seiner Werke zu kümmern kann ja auch gerne jemanden damit beauftragen.

      • Jack Sparrow schrieb am

        Leider sehe ich die ganze Zeit in der Diskussion um das Urheberrecht immer nur die Seite und Möglichkeiten der Softwareentwickler oder Musiker. Was ist aber mit den Autoren von Romanen?
        Wer ist da der ausführende Künstler, der per Werkvertrag an den Urheber (in diesem Fall den Autor) zahlen soll?
        Der letzte Satz: „Und wer keine Zeit/Lust hat sich selbst ums Vermarkten seiner Werke zu kümmern kann ja auch gerne jemanden damit beauftragen.“ ist bereits gängige, und von den Piraten immer wieder attakierte Geschäftspraxis!
        Der Autor schreibt, der Verlag stellt einen Lektor um das Werk aufzuarbeiten und zu korigieren, der Verlag stellt einen Coverkünstler, stellt die Infrastruktur für Druck / e-book, sorgt für Distribution etc.pp.
        Wem die Konditionen nicht behagen, der kann sich ja mit dem Verlag an einen Tisch setzen, und andere Konditionen aushandeln. Da gibt es nichts, was in irgendeiner Form von Seiten des Gesetztgebers gegängelt werden müsste.

    • Henric schrieb am

      Texter und Komponisten sind Dienstleister. Es ist eigentlich normal, dass Dienstleister zum Zeitpunkt der Ablieferung ihrer Dienstleistung für diese vollumfänglich bezahlt werden. Wenn eine Designagentur für eine Firma ein Logo entwirft, dann bekommt sie dafür einmalig Geld. Warum sollte das bei einem Liedtext anders sein?
      Jetzt sagen manche: „man weiß doch nicht, ob das Lied ein Hit wird oder nicht, vielleicht hat man dann zu wenig dafür bekommen“ – das mag sein. Das nennt man unternehmerisches Risiko. Wenn man der Ansicht ist, dass der Text großartig ist, dann sollte man ihn für teures Geld verkaufen.
      Mit dem gleichen Argument könnte nämlich sonst auch der Designer von Logos kommen, denn manche Firma bleibt eine kleine Klitsche und andere Firmen werden so groß wie Apple. Das weiß man auch vorher nicht. Daher ist es wichtig, sich einen guten Ruf zu erarbeiten, dann kann man eben auch entsprechende Preise nehmen. So macht es jede Design-Agentur auch. Eine Aussage wie „Texter und Komponisten ziehen es vor sich nicht zu vermarkten“ zeugt meiner Auffassung nach von ziemlicher Ignoranz gegenüber Realitäten.

      • cooper schrieb am

        Hallo Henric,
        Texter und Komponisten sind Dienstleister. Es ist eigentlich normal, dass Dienstleister zum Zeitpunkt der Ablieferung ihrer Dienstleistung für diese vollumfänglich bezahlt werden.
        Sorry, aber das ist falsch. Texter und Komponisten sind genauso Urheber wie ein Interpret. Und nimmt ein Interpret eine CD mit einem Song auf, dessen Text er nicht geschrieben und dessen Melodie er nicht komponiert hat, sind Texter und Komponist automatisch an den Tantiemen beteiligt. Ist ja auch nur gerecht, weil wer kann schon feststellen, ob es nur die Stimme war, die einen Song zum Hit macht, oder nur die Melodie, oder nur der Text?

        Wenn eine Designagentur für eine Firma ein Logo entwirft, dann bekommt sie dafür einmalig Geld.
        Auch das stimmt nicht: Der Grafiker ist und bleibt Urheber des Logos und überträgt einzig die Verwertungsrechte an den Kunden. Der Kunde darf aber nicht einfach die Farben des Logos ändern und es an eine andere Firma weiterverkaufen — jedenfalls nicht ohne Erlaubnis des Urhebers, also Grafikers, wofür dieser sicher eine Beteiligung einfordern wird. Schließlich war es seine Arbeit.

        Viele Grüße, Mirko

      • felixsommer schrieb am

        Du kannst natürlich als Logo-Designer auch einen Vertrag aushandeln, der eine Erfolgsbeteiligung beinhaltet… Spricht aus meiner Sicht nix dagegen…

  11. Lehmann schrieb am

    Das überzeugt nicht, ist für Urheber praxisuntauglich und würde die Armut unter künstlerisch Schaffenden noch weiter steigern. Das Recht auf Erstveröffentlichungist nicht mal ein Brotkrumen: man verkauft (beispielsweise) einen Song für 0,99, danach ist er frei über Filesharing downloadbar. Und das ist bereits Realität, dazu bedarf es dieses Positionspapiers nicht. Die erwähnten diffusen Geschäftsmodelle funktionieren nicht, wenn man Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägt. Ganz schwache Leistung.

  12. Björn schrieb am

    Eine Trennung von Urhebern und Verwertern vorzunehmen zeugt von einer vollständigen Unkenntnis der Werte, die Verleger schaffen. In Ihrer einfachen Weltsicht sitzen Verleger einfach nur da und zählen das Geld, das sie mit der Arbeit der Urheber erwirtschaften. Das ist großer Quatsch. Wenn sie die Privatkopie für Bücher, Musik, Desings etc pp vollständig privat freigeben, zerstören sie die fiananzielle Grundlage der Buchbranche, der Musik- und Filmbranche. Das kann man ja durchaus fordern, nur denken Sie bitte nicht, dass man Ihnen die Naivität durchgehen lässt, dass man alle diese Branchen mit Crowdfunding finanzieren kann.
    Ich sehe auch kein Problem darin, dass Sie Ihre Vorstellungen von alternativen Verlagen, alternativen Filmcrews und Labeln mit eine CC-Lizenz und Crowdfunding selbst aufbauen und beweisen, dass es so funktioniert. Gründen Sie eine Verlag, der auf diese Art und Weise erfolgreich ist und verändern Sie die Welt, indem sie etwas schaffen, nicht, indem sie die Geschäftsgrundlage von ganzen Branchen zerstören.

    • Jan schrieb am

      Ohwei, wieder der Untergang des Abendlandes, bloß weil die Mitelsmänner heute nicht mehr in dem Maße nötig sind.

      • mulmer schrieb am

        Wenn Sie sich ein paar Minuten damit befassen, was Verlage tun, dann kapieren Sie die Zusammenhänge auch. Aber Achtung: Wissen kann Ihr Weltbild gefährden!

      • Björn schrieb am

        Das, was Sie abschätzig als Mittelsmänner bezeichnen, sind kreative Menschen, die Inhalte schaffen, veredeln, ein Programm aufbauen und vertreiben. Wenn Sie diese Prozesse alleine in die Hand von Googles Algorithmen legen und auch dort die alleinigen Gewinne ansiedeln wollen (und genau das würden sie in diesem Fall tun), dann sehe ich das tatsächlich nicht als einen Fortschritt. Verlage sind mittelständische Unternehmen, Google ein Weltkonzern. Und von einem Untergang des Abendlandes habe ich auch nicht gesprochen, nur davon, dass sich die genannten Branchen nicht mehr refinanzieren lassen, wenn sie das Urheberrecht für den nicht kommerziellen Bereich freigeben. Aber wie gesagt, das kann man ja durchaus fordern, die Konsequenz muss einem nur klar sein.

      • Nachdenklicher schrieb am

        Es ist doch ganz einfach: wer die Musik hören will, soll dafür bezahlen. Ansonsten soll er sich halt vor den Spiegel stellen und selbst singen!
        So einfach ist Tennis!

    • FS schrieb am

      „Wenn sie die Privatkopie für Bücher, Musik, Desings etc pp vollständig privat freigeben, zerstören sie die fiananzielle Grundlage der Buchbranche, der Musik- und Filmbranche.“ Gibt es für diese eher putzige Behauptung auch mal einen Beweis oder soll die Behauptung bereits genügen? Immerhin lassen sich Musik und Bücher schon seit deutlich über 20 Jahren kopieren und die Musikbranche meldet praktisch alljährlich neue Rekordgewinne, die Buchbranche feiert alljährlich ihr Wachstum auf der Frankfurter Buchmesse und auch der Filmbranche geht es blendend. Wäre es möglich, dass Sie die Privatkopie nicht sauber trennen können von kommerzieller Verwertung?

      Warum darf man eine CD (in angemessenem Rahmen!) kopieren, ein mp3 (mit oft schlechterer Qualität) dagegen nicht?
      Warum darf ich Musik aus dem Radio legal aufnehmen, aus dem Internet kopieren dagegen nicht?
      Warum werden immer mehr rechtliche und technische Hürden fürs Kopieren geschaffen, aber parallel über die Erhöhung von pauschalen Abgaben auf Geräte und Leermedien gedrungen?
      Und warum kosten 50 Jahre alte Aufnahmen heute bei sinkenden Vervielfältigungs- sowie Distributionskosten und einfacherer Verfügbarkeit sogar mehr als vor 15 Jahren?

      Es gibt zahllose Statistiken, wieviele Fernseher, Computer, Autos oder Smartphones es pro Einwohner oder pro Haushalt gibt; es wird Zeit für Statistiken, wieviele Kopien beliebter Songs pro Haushalt oder Einwohner verkauft wurde. Es würde mich nicht wundern, wenn Titel, die bereits alt genug sind (Stones, Beatles, Queen, Flipper, ABBA, Comedian Harmonists, Frank Sinatra, OMD, Glenn Miller usw. usw.), inzwischen auch deutlich mehr als einmal pro statistischem Einwohner verkauft wurden. Wenn da die Verkäufe zurück gehen, dann wohl eher wegen längerer Haltbarkeit heutiger Medien im Gegensatz zum Tonband und somit längerer Nutzungsdauer legitim erworbener Kopien, aber nicht wegen unlizensierter „Raub“Kopien.

      Das in Jahrzehnten austarierte Gleichgewicht zwischen Urhebern, Verwertern und Verbrauchern kippt mit steigender Geschwindigkeit zugunsten der Verwerter und zum Nachteil der Konsumenten; die Urheber sitzen irgendwo dazwischen und haben je nach Branche, Vertriebswegen und Verträgen mal Vorteile, oft genug aber ebenfalls Nachteile. Cui Bono? Wem nützt es? Behält man diesen Aspekt im Hinterkopf, dann wird auch klar, wer gegen Ausgewogenheit ist und warum Interessen der Konsumenten ignoriert und mit sprachlichen Tricks als illegal verunglimpft werden.

      • Björn schrieb am

        Ich will gar nicht bezweifeln, dass man das Urheberrecht von vielen historischen Ungereimheiten befreien sollte, aber der von Ihnen angemahnte Beweis, dass auch schon die nicht kommerzielle Weitergabe von digitalen Werken, die genannten Branchen vernichten würde, ist schnell erbracht. Ich setze Ihnen noch heute eine nicht kommerzielle Webseite auf (die sich z.B. über Spenden wie die Wikipedia finanziert), auf der man alle Filme, Bücher und Musik kostenlos downloaden kann. Dann müssen Sie mir mal erklären, wieso sich jemand diese Werke noch über den Handel kaufen sollte und wieso ein Verlag oder ein Label solche Werke noch vorfinanzieren sollte. Hier noch einen Beweis zu verlangen, das ist putzig und weltfremd. Die von Ihnen immer abwertend „Verwerter“ genannten Verlage und Label würden vermutlich gar nichts Digitales mehr auf den Markt bringen.

  13. Tom Levine schrieb am

    Schöner Artikel, der mit wohligen Worten Nebel über die Positionen der Piraten Partei bläst. Die Wähler dieses Vereins sollten sich schon die Mühe machen, in den Untiefen des Piratenwiki nach all den Artikeln und Forderungen zu suchen, die es dort zum Thema Urheberrecht, Kultur und Geschäftsmodelle für Kreative gibt. Letztendlich viel Good Will, enthusiastische Utopie und wenig Greifbares. Gerade zur Verfolgung des Filesharings zu kommerziellen Zwecken ist dort nichts zu finden – und genau das ist ja der springende Punkt, an dem all das freundlich-naive Gerede über Geschäftsmodelle sich in Wohlgefallen auflöst. Wenn nichts mehr verfolgt werden darf, dann kann ich auch nicht verhindern, dass die geschäftsmäßigen Raubkopierer, aus denen sich die Piraten nun mal rekrutieren, mit meinem Content Geld verdienen. Und zwar deutlich an mir vorbei.

    • Anonymous schrieb am

      „geschäftsmäßigen Raubkopierer“ Das ist ein nicht zutrefende Unterstellung und Beleidigung.

      • mulmer schrieb am

        Geschäftsmäßige Raubkopierer werden doch schon immer Piraten genannt? Wo liegt Dein Problem?

  14. Thames Sinclair schrieb am

    Kleiner Tip: Statt die Antworten alle mit „Nein“ einzuleiten, wäre „Falsch“ das bessere Wort. Ansonsten ergibt sich unfreiwillige Komik bei solchen Kombinationen wie: „Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden“ – „Nein.“

    • CK schrieb am

      [Klugscheißer]

      Das ist einfachste Aussagelogik, die jedoch die wenigsten Menschen beherrschen (ohne Wertung):
      „Du möchtest jetzt kein Eis, oder?“ -> „Nein“ bedeutet, dass er ein Eis möchte. Denn die Gesamtaussage des letzten Satzes wurde negiert. Und da diese bereits verneint war.
      Ebenso: „Geht’s dir nicht gut?“ -> „Ja“ bedeutet, dass es ihm nicht gut geht. Ein „Doch“ gibt es im Deutschen nicht als Antwort. Ginge es ihm gut, müsste er mit „Nein“ antworten, wo oft mit „Ja“ geantwortet wird.
      Wie auch immer: “Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden” – “Nein.” ist vollkommen korrekt so. 😉

      [/Klugscheißer]

  15. Perestroika schrieb am

    Zitat „eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert,“

    Also doch Filme übes Netz runterladen und die Produzenten betrügen

    • Philipp schrieb am

      Wer betrügen möchte findet immer einen Weg. Die Frage ist: Geschieht das wirklich so häufig, dass die Allgemeinheit einen Schaden davon trägt?!
      Mir ist jedenfalls nicht aufgefallen, dass im Kino nur noch 2 statt 20 Sälen bespielt werden, ebenso wenig dass die Single Charts Top 100 auf Top 20 reduziert wurde.

      • mulmer schrieb am

        Streng Deinen Kopf an: nicht ob in einem Kino nur noch 2 statt 20 Säle bespielt werden, sondern wie viele Kinosäle es insgesamt gibt mit welcher Auslastung ist relevant.
        Und dass Top 100 immer Top 100 bleiben, auch wenn statt 100.000 verkauften Exemplaren schon 1.000 für eine Platzierung reichen: merkst Du was?

  16. RolandsCocktailBar Max schrieb am

    Frau BERG die CHARAKTER-Erfinderin (Charakter hier nicht wie in der englischen / edv-umfeld (codepage) Verwendung oder als „LETTER“ wie im Schriftsatz, sondern als Figur einer Fi_ktionalen Erzählung)

    Mythen des Alltags – die Spinne aus der Yuccapalme

    http://de.wikipedia.org/wiki/Moderne_Sage

    Myth [Busted] (die Dauerwerbesendung ihrer Versicherung Abtielung Schadensregulierung/-ermittlung)

    Fiction no Facts
    http://de.wikipedia.org/wiki/Unbefleckte_Empf%C3%A4ngnis

    Fucking Facts no Fiction
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abstammungsgutachten#Abstammungsgutachten_anhand_einer_DNA-Analyse

  17. Anonymous schrieb am

    „In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden.“ Falsch. Die USA kennen ganz genauso den Unterschied zwischen Copyright und Moral right.

    „Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich.“ Falsch. Hauptbeispiel: Ghostwriter können auf ihr Recht auf Namensnennung vertraglich wirksam verzichten.

    „die Verkürzung von gesetzlichen Schutzfristen, die in ihrer bisherigen Länge vor allem den Verwertern zugute kommen“ Falsch. Durch die längeren Fristen können die Verwerter insgesamt höhere Einnahmen erzielen, und natürlich sorgt der Markt dafür, dass die Künstler schon im Voraus ihren Anteil davon abbekommen. Hier zeigt sich der marktwirtschaftliche Analphabetismus der Piraten.

    „mehr Mitspracherechte für Urheber gegenüber den Rechteverwertern wie ein Zweitverwertungsrecht oder eine zeitliche Begrenzung von ‚Buy-Out‘-Verträgen,“ Urheber haben dieses Mitspracherecht bereits. Zu einem Vertrag gehören immer zwei Seiten. Was die Piraten in Wirklichkeit wollen, ist genau das Gegenteil, nämlich den Urhebern dieses Mitspracherech zu nehmen und ihnen zum Teil den Inhalt der Verträge politisch vorzuschreiben: Sie zu einem Zweitverwertungsrecht zu zwingen, auch wenn sie darauf verzichten wollen, und Ihnen eine zeitliche Begrenzugn von Buy-Out-Verträgen aufzuzwingen, selbst wenn sie das nicht wollen.

    „eine zeitgemäße digitale Archivierung für Bibliotheken“ Bibliotheken nehmen jetzt bereits eine zeitgemäße digitale Archivierung vor; aber die digitalen Fassungen sind wegen der unklaren Rechtslage nur sehr beschränkt nutzbar (Digitalisate sind wohl Lichtbilder und unterliegen damit 50 Jahre dem Urheberrecht). Hier wäre es nötig, eine explizite Rechtsregelung einzuführen, die die Interessen von Digitalisierern und Nutzern fair berücksichtigt. Ideen dazu von den Piraten? Fehlanzeige.

    „den freien Zugang zu mit öffentlichen Geldern finanzierten Inhalten wie bspw. wissenschaftliche Arbeiten oder Medien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“ Der freie Zugang ist jetzt bereits gewährleistet; er kostet lediglich Geld. Die Piratenpartei missbraucht in propagandistischer Weise den Begriff der Freiheit, wenn sie in Wirklichkeit kostenlos meint. Sie wird da ihrem Image der Linkspartei mit Internetanschluss voll gerecht.

    „die Legalisierung privater offener (WLAN-)Netzwerke durch die Abschaffung der Störerhaftung“ Damit jeder abstreiten kann, etwas damit zu tun zu haben, wenn über den Anschluss Rechtsverstöße begangen werden? Das ist pure Ideologie. Piraten lachen gerne über das „Totschlagargument“ Kinderpornographie; wirkliche Antworten darauf haben sie aber nicht. Ausgleichende Lösungen für diese absehbaren Probleme scheinen die Piraten nicht zu interessiren.

    „Die Piraten haben überhaupt kein Problem damit, dass irgendwer Geld verdient.“ … sie hätten aber umgekehrt auch kein Problem damit, wenn als Konsequenz ihrer Utopien die wirtschaftlichkeit des bestehenden Systems schwer beeinträchtigt wird und machen sich daher keine Gedanken darüber.

    „Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut.“ und klammern deshalb auch die Anwendungsgebiete bewusst aus, wo ihnen ihre eigene Ideologie wirtschaftlich weh tun würde — Software. „Die große Überraschung im Saarland ist die Piratenpartei, deren Antworten bei der FSFE starkes Kopfschütteln ausgelöst haben.“ http://fsfe.org/news/2012/news-20120322-01.de.html

    „Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten.“ Und das würde nach den Gesetzen des Marktes eben gerade darauf hinauslaufen, dass „jeder sein Werk kostenlos ins Internet stellen muss“. „Nein… Man kann die Erstveröffentlichung an sich verkaufen, man kann sich die Produktion eines geistigen Werkes von den Nutzern vorfinanzieren lassen, man kann direkte freiwillige Zahlungsmöglichkeiten zwischen Urhebern und Nutzern anbieten, man kann die Verbreitung geistiger Werke mit Werbefinanzierungsansätzen kombinieren, etc. Die Chancen, welche sich dadurch ergeben, sind gewaltig“ Wenn alle diese Ansätze wirtschaftlich vergleichbar wären, hätten sie sich längst am Markt durchgesetzt. Im Umkehrschluss kann man folgern, dass sie in der Praxis zu erheblichen Einbußen zum bestehenden Modell führen, wenn man dieses abschafft. Die Piratenpartei interessiert das nicht.

    „Besonders im wissenschaftlichen Bereich werden Werke meist in staatlich finanzierten Einrichtungen erstellt, aber in kommerziell vertriebenen Zeitschriften veröffentlicht, die nicht einmal Bildungseinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Werk durch den Staat – und somit die Gesellschaft – finanziert, so muss diese den durch Steuern bereits bezahlten freien Zugang dazu erhalten.“ Wieder ist „kostenlos“ statt „frei“ gemeint. Nein, der Staat hat dafür noch nicht bezahlt. Er hat bezahlt für die Forschung, nicht für das Veröffentlichen von irgendwelchen Werken. Das Veröffentlichen von Werken ist aufgrund der allgemeinen Wissenschaftsfreiheit freie Entscheidung des Forschers und gehört daher nicht zum Inhalt und Wesen des Arbeitsvertrags (§ 43 UrhG). Piratenpartei eine Grundrechtepartei? Nicht wenn es um Grundrechte der Wissenschaftler geht.

    „Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist“ Nur weil immer noch Anteile der Bevölkerung Respekt vor dem Gesetz und Durchsetzungsmaßnahmen immer noch eine gewisse Abschreckungswirkung haben, soll man die auch noch abschaffen und den großen Dammbruch beschwören?

    • The_Underscore schrieb am

      Da stimme ich nicht allem zu.

      Ghostwriter können das Urheberrecht nicht gänzlich aufgeben.

      Dann – wieso sollten öffentliche Gelder für die Forschung ausgegeben werden, wenn deren Ergebnis nicht öffentlich ist?

      Beim Filesharing stimme ich aber zu. Filesharing reduziert die Einnahmen nicht nur von Verwertern, sondern auch von den Urhebern, mit Sicherheit. Ich kenne Leute, die mehr kaufen würden, wenn sie es nicht illegal herunterladen können – das ist aber zum Glück (noch?) nicht die Mehrheit.

      • Ben schrieb am

        Ich kenne genügend Leute die mehr kaufen weil sie runterladen. So eindeutig ist es nun auch nicht.

      • –F. schrieb am

        Es war nie die Rede davon, dass Ghostwriter ihr „Urheberrecht“ aufgeben wollen, es war lediglich die Rede davon, dass sie ihr Recht auf Namensnennung, bei welchem es sich um einen Teil des Urheberpersönlichkeitsrechts (UrhG § 13) handelt, aufgeben können.

        Zur Veröffentlichung von Forschungsberichten:
        Es besteht in der Forschung qua Arbeitsvertrag tatsächlich keine „Veröffentlichungspflicht“; selbst wenn dem so wäre, hätten die Autoren als Urheber nach § 32 einen (zusätzlich zu entlohnenden) Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“ ihrer Veröffentlichungen.

        Zum Filesharing:
        einmal ganz abgesehen, dass man bei der Formulierung von Gesetzen einen etwas größeren Zeitrahmen im Auge haben sollte als die 2o12 vorherrschenden Gebräuche der User (Zitat: „… das ist aber zum Glück (noch?) nicht die Mehrheit“), sehe ich, dass dem UrhG derzeit gerade im Bereich der „Urheberpersönlichkeitsrechte“ (UrhG §§ 12, 13, 14) die stärkste Gefahr droht.
        Nicht nur, dass dem Urheber durch eine Änderung des UrhG verwehrt wird, allein zu bestimmen, wer seine Werke veröffentlichen darf (§ 12), dass der Urheber auf eine Anerkennung der Urheberschaft bestehen kann (§ 13), er kann auch einer Entstellung seiner Werke nicht mehr entgegenwirken (§ 14).

  18. traily schrieb am

    Als ein Sympathisant mit einer Sicht von Außen sehe ich das Verhältnis von Piraten und Urheberschutz anders, als es in der Öffentlichkeit von verschieden intressierter Seite diskutiert wird. Früher ( ganz früher ) bei der anderen Partei wurde Karl Marx gelesen. Da gab es gesellschaftlichen Überbau und die Produktionsbasis. Das herrschende Recht ist Ausdruck der Produktionsverhältnise. Und wenn sich die Produktionsverhältnisse ändern, dann ändert sich mit den Produktionsverhältnissen auch das Recht im gesellschaftlichen Überbau. So etwas wie natürliches Recht, das immer da war und unveränderlich ist, das gibt es nicht. In der Sklavengesellschaft bei den ollen Römern galt ein anderes Recht als im mitteralterlichen Zunftwesen. Die Zünfte des Mittelalters hatten Rechte so wie heute die Urheber Rechte haben. Die Rechte der Zünfte wurden durch neue Technik, durch die industrielle Revolution historisch ausgehebelt. So auch hebelt die Informationstechnik des Internets die Rechte der Urheber aus. Die Versuche, die Freiheit des Internets zu beschneiden erinnern mich an die Maschinenstürmerei der Zünftler, die den Fortschritt der Technik und Gesellschaft durch Zerstörung aufhalten wollten. Die Infragestellung des Urheberrechts ist eine Folge des technischen Fortschritts einer umfassenden Änderung der Produktionsbasis die, die Durchsetztbarkeit des bisherigen Rechts aushebelt. Die Infragestellung des Urheberrechts ist aber nicht die Folge eines politischen Programms einer Partei. Die Piraten stehen für die Freiheit des Internets. Die Piraten stehen dafür, dass dieser technischer Fortschritt weiterhin den Menschen nutzt, und wehren sich gegen den Versuch der Maschinenstürmerei gegen das Internet – die Piraten sind daher gegen die Internetzensur.

    Die Piraten sind keine Partei gegen das Urheberrecht. Die Infragestellung des Urheberrechts wurde nicht gewollt, sie ist Folge des technischen Forschritts. „Die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken“. Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.

    • nnoiz schrieb am

      „Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.“

      ok, das heisst also im klartext, dass die piraten sich den vorgaben der amerikanischen rüstungsindustrie und des kalten krieges beugen und die sich daraus ergebenden faktischen veränderungen des urheberrechts als kolateralschäden bereit sind zu akteptieren und sogar zu fördern ?

      • traily schrieb am

        Zuallerst: ich bin kein Pirat und nehmen Sie die Piraten nicht für meine Einzelmeinung in die Pflicht.
        Das hatte ich im ersten Satz auch deutlich gemacht, dass es sich um eine Sicht von Außen handelt.
        Die amerikanische Rüstungsindustrie wollte kein Massenmedium entwickeln und somit ist das Internet mit seinen gesellschaftlichen Folgen keineVorgabe dieser Industie.
        Technischer und Gesellschaftliche Entwicklungen ziehen immer „Kolateralschäden“ mit sich, ohne das es jemand vorrausgesehen oder gewollt hat.
        Und der derjenige der diesen Fakt benennt verbreitet auch keine Häme über diejenigen, die Nachteile aus dieser Entwicklung haben.

    • nnoiz schrieb am

      „Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.“

      die piraten nehmen also die erungenschaften des amerikanischen militärs und des kalten krieges als gottgegeben hin und akzeptieren und födern die faktische aushölung des deutschen urheberrechts als kolateralschaden der amerikanischen rüstungsindustrie?

      ein interessanter aspekt

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Nein. Dieser Satz soll schlicht aussagen, dass sich eine Sache nicht immer so entwickelt, wie sie ursprünglich geplant war.

        Das Internet (ursprünglich Arpanet) war nie als Massenkommunikationsmedium gedacht. Von den Entwicklern hatte keiner auf dem Radar, dass es irgendwann um MMORPGs, Pornofilme, Politik, gesellschaftlichen Austausch und das frei Kopieren von Informationen gehen könnte.

        Die hatten nur im Blick, dass sie Kontakt zu ihren jeweiligen Stützpunkten halten können, nachdem die bösen Sowjets 90% der Infrastruktur mit einem potentiellen Erstschlag vernichtet hätten.

        Aber, wie die Geschichte zeigt, kommt es eben anders.
        Und wenn man so will: Das freie Kopieren von Daten und der freie Informationsaustausch SIND schlicht ein Kollateralschaden wie sie schreiben.

        Allerdings ist die stabile Kommunikation ein zentrales Merkmal des Internets. D.h. das Kopieren von Daten kann man nur unterbinden, wenn man das Internet abschaltet. (d.h. das Telefonnetz, Stromnetz, Funknetz, Satelitenkommunikationsnetz, und alle anderen Netzwerke über die das Internet läuft)
        Komplett übrigens. Nichtmal Ghadhaffi und Mubarak haben es geschafft, die Kommunikation währen den Revolutionen in ihren Ländern zu unterbinden. Wie will man das dann bei uns erreichen, ohne sagen wir ähnliche unverhältnissmäßige Mittel anzuwenden?

        Die Piraten nehmen diesen ‚Kollaterlschaden‘ nicht als gegeben hin. Und schon gar nicht als gottgegeben.
        Sie sagen nur: Leute wir haben dieses Internet nun. Wir können nicht zu einem Prä-Internet-Zustand zurückkehren, also müssen wir ein System finden, das jetzt und hier, MIT den Gegebenheiten funktioniert.
        Während den anderen Parteien nichts besseres einfällt, als Stoppschilder, Überwachungsmechanismen und Zensur-Infrastruktur aufzubauen um eine Situation zu schaffen, in der man so tun kann als wäre es noch vor 1956.

        Gruß
        Gedankenverbrecher

    • Anonymous schrieb am

      «Die Piraten sind keine Partei gegen das Urheberrecht. Die Infragestellung des Urheberrechts wurde nicht gewollt, sie ist Folge des technischen Forschritts.»

      Mit anderen Worten: Wenn ich meine Haustür nicht absperre, bin ich selber schuld, wenn ich ausgeraubt werde. …. und wenn irgendein Dritter eines meiner Bücher scannt und ins Netz stellt, bin ich selber schuld – ich hätte ja nichts schreiben müssen.

      • Anonym schrieb am

        Oberflächlichkeit (trotz der vielen Abschnitte und all der schönen Sätze) sowie eine gewisse Doppeldeutigkeit, die sich sogar als verkappte Häme interpretieren lässt, sehe ich auch als Schwachpunkte dieses Piraten-Standpunktes.
        Übrigens: In diversen Wehrdörfern Südniedersachsens nutzt in dieser Hinsicht auch die abgesperrte Haustür nichts, wenn es ‚die Partei‘ so will. (Damit ist nicht die Piratenpartei gemeint.) Dann ist man sein Eigentum los, (angebliche) bürgerliche Grundrechte oder nicht, das ist dort einerlei. Und der altgermanische Pöbel höhnt: „Was weg ist, ist weg! Hähähähä …“

      • Zebro schrieb am

        „…. und wenn irgendein Dritter eines meiner Bücher scannt und ins Netz stellt, bin ich selber schuld […]“
        Sie treffen da meiner Meinung nach einen wunden Punkt. Darueber sollten sich die Piraten noch eine Meinung bilden. Ich persoenlich bin folgender Meinung: Wenn Sie selbst das analoge Gut digitalisieren und veroeffentlichen, dann muessen Sie mit den Konsequenzen leben, bzw. ihr Geld mit der Erstveroeffentlichung oder auf anderen Wegen verdienen. Ich halte es aber fuer kriminell, wenn jemand anderes ihr Gut gegen Ihren willen digitalisiert. Das sollte hart sanktioniert werden, weil es einen fundamentalen Eingriff in Ihre Rechte bedeutet. Das ware dann eine wirkliche Staerkung der Urheberrechte. Wenn man dieses Recht fuer den Urheber zeitlich begrenzt auf einen angemessenen Zeitraum, der einen Ausgleich zwischen persoenlichem und volkswirtschaftlichem Interesse wiederspiegelt, dann finde ich das eine gute Weiterentwicklung.

      • Jan schrieb am

        Sachlich betrachtet: richtig, da dich ja niemand dazu zwingt zu schreiben und eine durchsetzung deines Monopols auf das Werk nicht verhältnismäßig (möglich) ist.

        Also: Wenn du gerne ein (über die Grundsicherung hinausgehendes) Einkommen mit deinen Werken haben willst, so mußt du die Konsumenten davon überzeugen, daß du, bzw. deine Werke es wert sind dafür Geld auszugeben.

        • –F. schrieb am

          @ Jan:
          Wieso wäre EIN URHEBER in der Pflicht, NACH einer Nutzung seiner Werke „die Konsumenten davon [zu] überzeugen, dass […] [s]eine Werke es wert sind, dafür Geld auszugeben“?
          Wird auch die Bahn in die Pflicht genommen, ihre Kunden nach der Fahrt zu überzeugen, ihre Fahrscheine zu bezahlen?

      • Komponist schrieb am

        Ist es also erlaubt, in ein fremdes Haus einzudringen und Sachen daraus zu stehlen, weil nicht abgeschlossen ist?

      • Tony schrieb am

        „Mit anderen Worten: Wenn ich meine Haustür nicht absperre, bin ich selber schuld, wenn ich ausgeraubt werde. …“ genau das wird Dir der SB deiner Hausratversicherung sagen !

  19. Janila schrieb am

    Da wo im Text von „Studien“ die Rede ist, wäre es ganz gut entsprechende Links einzufügen. „Zahlreiche Studien belegen ….“ schreit sonst so nach ein [citation needed] 😉

  20. Brett schrieb am

    Bitte konkretisieren: „Die Piratenpartei … möchte den Konsumenten beziehungsweise die Allgemeinheit unmittelbar in die Verantwortung nehmen, auch in Zeiten der möglichen kostenlosen Vervielfältigung Leistungen angemessen zu honorieren.“ Bei den einzelnen Forderungen taucht dieser Punkt gar nicht mehr auf. Wieso nicht?
    Was soll heißen: „in die Verantwortung nehmen“ und „angemessen honorieren“?
    Wenn ihr diese Punkte nicht konkretisieren könnt, ist vieles (nicht alles) von euren anderen Punkten automatisch hinfällig bzw. auch nur wieder Sprechblasen-Politik.

  21. Da verwaiste Werke in der Stellungnahme nicht angesprochen werden, diese aber Teil der Diskussion um den dritten Urheberrechtskorb sind, möchte ich auf eine mir sinnvoll erscheinende Forderung aufmerksam machen.

    Der Schutzgegenstand ist anzumelden. Ebenso ist anzumelden wem Nutzungsrechte eingeräumt wurden.

    Damit könnten Werke nicht verwaisen, da der Urheber automatisch ermittelbar ist. Es würden damit Archive entlastet, die momentan Urheber zu vielen Werken die Urheber nicht bestimmen und damit die Nutzung gar nicht erst erfragen können.

    Ebenso wäre der zweite Teil im Hinblick auf eine Rechtsdurchsetzung für Verleger interessant, da sie das geforderte Leistungsschutzrecht in Teilen überflüssig machen würde.

    • –F. schrieb am

      Willkommen in der Vergangenheit.
      Die USA waren das letzte Land, in welchem ein Urheberrecht an einem Werk nur dann als vergeben galt, wenn das Werk angemeldet wurde.
      Seit 1990 gilt auch hier das „moralische Recht“, wie es die Berner Übereinkunft fordert.
      In den letzten Jahren wurde von Seiten diverser Verwerter-Lobbygruppen versucht, eine Anmeldepflicht wieder einzuführen, um „verwaiste Werke“ kommerziell nutzen zu können („Orphan Works Bill“), alle Versuche scheiterten allerdings an den Protesten der Urheber- (NICHT der Verwerter-)verbände.
      Die den Urhebern aufgebürdete administrative Arbeit sowie die dadurch entstehenden Kosten stellten sich –entgegen den Behauptungen der Verwerter– als unzumutbar heraus.
      Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass sich in Deutschland die Fürsprecher einer solchen Regelung nicht als „verwerterfreundlich“ sehen, es aber dennoch in hohem Maße sind.
      Der Hauptlobbyist in den USA war übrigens –wen wundert’s– ein Konzern namens „Google“.

  22. Peter M. Schmidt schrieb am

    Zitat:
    „Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten.“

    Das ist mir jetzt nicht ganz klar: Meint ihr im 2. Satz, dass „veröffentlicht er es allerdings“ heißt, dass der Urheber sein Werk ins Internet stellt? Oder meint Ihr damit, dass er, sozusagen oberbegriflich, sein Werk ganz allgemein, in irgendeiner Form veröffentlicht? Denn „veröffentlichen“ und „ins Internet stellen“ sind ja zunächst nicht dasselbe.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Dazu empfehle ich den Kommentrar von Traily der direkt über ihrem steht:

      Die technische Entwicklung die wir heute haben – eben das Internet – machen es unverhältnissmäßig bis unmöglich jede Kopie eines veröffentlichten Werkes zu unterbinden.

      Das Internet ist technisch gesehen nichts weiter als eine riesige Kopiermaschine.
      Wenn ich ihnen eine z.B. E-Mail „Schicke“ wird die nicht bei mir verschwinden (sofern sie nicht nach dem ‚versenden‘ bei mir gelöscht wird).

      Wenn ich mir ein niedliches Katzenild runterlade und als Hintergrundbild für meinen Desktop verwende, dann liegt die Information des Bildes nach wie vor auf dem Server von dem ich es ‚runtergezogen‘ habe.

      Diesen technischen Standard kann man nur mit einem Moloch von Gesetzen, Überwachungs und Zertifizierungstechnik umgehen. Oder dem Internet-Kill-Switch.
      Letztlich ist es jedoch schlicht und ergreifend nicht möglich eine Information kopiersicher im Internet darzustellen oder das kopieren von Information sicher zu unterbinden (ich meine – nicht einmal China schafft es hunderprozentig, und als Mubarak und Ghadafi die Internetfunktionen in ihren Ländern unterbrochen haben wurden Informationen über FIDO-Net verteilt)

      Man kann zumindest theoretisch gegen kommerzielle Verbreitung von Raubkopien vorgehen. Immerhin fließt in dem Fall Geld, welches man verfolgen kann. Funktioniert zwar auch nicht in jedem Fall, ist aber immer noch besser, als sich den Windmühlen entgegen zu stellen und Jeden zu verfolgen, der einen bekannten Song / Text und eine bekannte Videosequenz zu einem Meshup verarbeitet, oder jeden der seinen Bekannten ein paar Musiktracks kopiert.

      Eine Tatsache – ob es uns nun gefällt oder nicht – ist einfach: Wenn etwas im Internet steht (egal ob auf eigene oder fremde Entscheidung) Es ist da, und es wird kopiert werden.
      Die Zahnpasta kann man auch nicht mit einem neuen Gesetzeswust oder einer Überwachungsinfrastruktur in die Tube zurückdrücken.

      Deswegen sprechen sich die Piraten dafür aus, die Energie, die man für den Kampf gegen Windmühlen verschwendet, effektiv einzusetzen.
      Natürlich ist es scheiße, wenn die Information eines Liedes oder eines Videos oder eines Buches im Internet zu finden ist, wenn ich das Ding eigentlich verkaufen wollte.
      Aber man kann aus diesem Manko auch einen Vorteil machen. Stichwort Werbung.
      Wenn mein Video auf Youtube genug Klicks produziert, kann ich an den Werbeeinahmen beteiligt werden.
      Auch wenn es MP3s gibt, gibt es immer noch viele Leute, die eine CD (sofern sie die Band toll finden) mit Booklet und Cover) ins Regal stellen wollen.
      Das gleiche gilt für Bücher.
      Oder man plant gleich von vorne herrein *mit* dem Internet, welches man schlicht sowiso nicht verhindern kann und lässt sich sein Projekt crowdsourcen.
      Das gleiche gilt bei Bildern. Es gibt einen Haufen Künstler, die ihre Werke ins Internet stellen. Doch ich glaube dass die meisten wissen, dass der Hinweis ‚Bitte nicht weiterverbreiten‘ nicht wirklich etwas bringen wird.
      Auf der anderen Seite gibt es dann wieder eine Menge Leute, die ein Bild so geil finden, dass sie die 20 Euros für einen Kunstdruck ausgeben, weil sie sich den an die Wand hängen wollen.
      Und trotz allem verkaufen I-Tunes und andere Firmen Musikdownloads, selbst wenn man andernorts das Stück kostenlos kriegen kann.
      Es gibt immer noch einen Haufen Leute, die bereit sind einen Musiker oder Künstler mitkommen zu lassen und für ihr Produkt zu bezahlen.
      Hier ist das Problem eher folgendes: Ich kaufe mir eine CD. Neuartiger Kopierschutz und irgendwelches DRM-Zeug verhindert, dass ich die CD z.B. in meinem Auto abspiele. Wenn ich das Produkt wegen offenkundiger Mängel zurückgeben will, wird mir gesagt: Nix da. Geöffnete CD’s sind vom Umtausch ausgeschlossen.
      Ich kaufe mir – Legal zwei Computerspiele (tatsächlich so passiert). Erstes funktioniert wunderbar. Nach der Installation von Zweitem kackt mein Desktop ab, Rechtsklickfunktionen titschen aus und es lässt sich praktisch nichts mehr starten.
      Etwas Internetrecherche ergibt: Die DRM-Systeme der beiden Spiele reagieren allergisch aufeinander.
      Was soll die Scheiße?
      Wäre ich technisch versierter, würde ich vermutlich in beiden Fällen auf diese bösartigen Raubkopien ausweichen. Einfach, weil ich die, im Gegensatz zu den legal erworbenen Produkten *nutzen* kann.
      Noch dazu, weil CD’s immer teurer werden (und große Teile des Preises von der entwicklung noch besserer DRM-Systeme verursacht werden…)
      Und ich glaube, dass sich hier die Produzenten selber ins Knie schießen. Es gibt Raubkopien, wenn man kein DRM verwendet. Und es wird Raubkopien geben, wenn man alle möglcihen Kopierschutzmechanismen einbaut. Insbesondere, wenn sie eine Nutzung des Produktes unmöglich machen.
      Würden sie darauf verzichten, würden natürlich nicht alle Leute auf einen Schlag nur noch legale Ware kaufen. Aber es gäbe weniger frustrierte, ehrliche Kunden und es würden weniger Leute auf Raubkopien umsteigen, weil sie das Original nutzen könnten (und ja wollen, dass die Firma, deren Spiele sie so lieben, weiter existiert…)

      Um es kurz zu machen: Information ist in Zeiten eines praktisch nicht effektiv kontrollierbaren Internet nicht mehr das Verkaufsprodukt der Wahl. Man muss akzeptieren, dass man mit der reinen Information nicht mehr so viel verdienen kann.
      Produkte, Das Außenrum, die Aufmachung sind jedoch nach wie vor etwas, wofür Leute Geld ausgeben. Insofern kann man die reine Information eher als Werbung für mein Produkt betrachten.
      Leute sind nach wie vor bereit, für etwas, dass ihnen gefällt Geld auszugeben. Daher sind Crowdsourcing-Maßnahmen durchaus eine Möglichkeit. Spendenboxen und Werbeeinahmen ebenfalls.

      Gruß
      Gedankenverbrecher.

      • Reznor schrieb am

        Mit Modellen wie iTunes beweisen zu wollen, dass Leute freiwillig zahlen, ist doch einfach nur dumm. Leute kaufen deshalb bei iTunes, weil eine Restangst bleibt, beim illegalen Download erwischt und abgemahnt zu werden. Wenn es völlig legal wird, bei Bittorrent runterzuladen, wird es auch JEDER tun. Warum sollte ich für etwas bezahlen, dass ich umsonst haben kann? Die kostenpflichtigen Portale haben ja keinerlei Vorteile außer ihrer Legalität. Die Qualität ist nicht besser, ich habe dort auch kein Booklet oder sonstiges. Selbst wenn ich eins in PDF-Form bekommen würde, könnte ich das ja genauso weiterverbreiten. Es ist unmöglich, in einer Kostenlos-Gesellschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Was bringt mir Werbung auf Youtube, wenn ein anderer User das Video ohne Werbung ebenfalls hochladen darf? Wie soll ich Prints von Fotos verkaufen, wenn jemand anderes die Prints einscannt und umsonst ins Netz stellt? Mit entsprechender Hardware würde ein guter Print auch eingescannt noch ausreichend gute Qualität haben, um beliebig oft neu gedruckt zu werden. Da freut sich dann lediglich der Anbieter des Posterdrucks. Ohne gesetzlichen Schutz wird niemand mehr Geld machen mit digitalen Waren.

        • Tony schrieb am

          „Leute kaufen deshalb bei iTunes, weil eine Restangst bleibt, beim illegalen Download erwischt und abgemahnt zu werden“. …
          Bin ich ein Angsthase ? oder bin ich zu dumm Musik illegel runterzuladen ? Naja ,ich weiß nicht wie man ‚bittorerent‘ und so überhaupt macht, interressiert mich auch nicht. Ich will komfortabel Musik kaufen, bei angemessenem Preis, bei verlässlicher Qualität, gutem Service, Garantie und Rückgaberecht. Klasse, dass es heute iTunes gibt. CD’s kaufe ich schon seit 20 Jahren nicht mehr, ausser direkt vom Künstler.
          Und wieso denken Sie, alle Konsumenten wären Diebe und Schmarotzer ? Die Mehrheit der Konsumenten respektiert gute Leistung und unterstützt deren gerechte Entlohnung.
          …Der Mensch geht immer von sich selber aus.

      • Thomas Nimmesgern schrieb am

        Hallo!

        Ich zitiere aus der obenstehenden Antwort: „Auch wenn es MP3s gibt, gibt es immer noch viele Leute, die eine CD (sofern sie die Band toll finden) mit Booklet und Cover) ins Regal stellen wollen.“
        In der „Vorstellung der Piratenposition“ heißt es: „lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-[…]CDs, wurde schwieriger“.

        Ja, was denn jetzt? Sind Musik-CDs denn nun unzeitgemäß oder nicht?
        In der „Vorstellung“ weredn Musik-CDs als „unzeithemäß“ bezeichnet – der obigen Antwort zufolge aber werden Musik-CDs immer noch von „vielen Leuten“ gekauft, was meienr Meinung nach gegen die These der Unzeitgemäßheit spricht. Was denn nun?

  23. Klopfer schrieb am

    „Die Nutzer sind in der deutlichen Mehrheit bereit Geld für Kulturgüter auszugeben.“
    Ihr wisst schon, dass Mehrheit mehr als 50 Prozent heißt? Ihr denkt tatsächlich, dass über die Hälfte der Leute, die sich über Torrents oder Filesharingseiten Filme, Musik, Computerspiele usw. herunterladen, dafür auch gezahlt hätte? Falls ja: Ich hätte da noch einen großen Eisenturm in Paris zu verkaufen…

    • Ben schrieb am

      So weit ich es beurteilen kann laufen Kino, Bluray, CD, Konzertverkäufe ganz gut und ich wette, dass 90% aller im Internet aktiven Leute mal was runtergeladen haben. Ich gehe fest davon aus, dass die meisten Leute bereit sind, für Leistung zu bezahlen. Das sieht man auch gut wie erfolgreich viele Kickstarter-Projekte z.B. sind.

    • Ingo schrieb am

      Ich denke nicht, das die Mehrheit der Nutzer fuer alles, was sie nutzen, bezahlen werden. Viele der Leute, die heute Tauschboersen, One-Click-Hoster und aehnliches verwenden, koennten sich das wahrscheinlich auch gar nicht leisten (Jugendliche, Hartz-4-Empfaenger,…) — diese werden derzeit illegalisert oder von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen.

      Ja, vielleicht verliert man auch einige Einnahmen von vormals zahlende Kunden, wenn im Internet alles legal frei kopierbar ist. Andererseits duerfte man auch einige dadurch zurueckgewinnen, dass die elendige Gaengelung durch die Medienindustrie aufhoert. Musik etwa kaufe ich erst wieder, seit einigermassen komfortabel DRM-freie MP3s guter Qualitaet von Onlineshops angeboten werden. Waeren amerikanische TV-Serien zeitnah kaufbar, wuerde ich mein Geld auch lieber den Machern statt einem One-Click-Hoster zukommen lassen. Auch BluRays boykottiere ich nicht aus Geiz.

      Schade uebrigens, dass die Kulturflatrate nicht angesprochen wurde. Mit der Geraete- und Leermedienabgabe gibt es ja schon eine indirekte Kulturfinanzierung mit einem aehnlichen Anliegen (die aufgrund der in der Praxis meist nicht mehr legalen Privatkopie (Nutzungsvertraege bei MP3s, Kopierschuetze bei, DVDs, BluRays, eBooks) eigentlich nicht mehr begruendbar ist).

      • Thomas Nimmesgern schrieb am

        Hallo!

        Zitat: „Viele der Leute, die heute Tauschboersen, One-Click-Hoster und aehnliches verwenden, koennten sich das wahrscheinlich auch gar nicht leisten (Jugendliche, Hartz-4-Empfaenger,…) — diese werden derzeit illegalisert oder von der kulturellen Teilhabe ausgeschlossen.“

        Dem widerspreche ich.
        Nehmen wir mal das Beispiel des Hartz-IV-Empfängers: Als solcher kann man (mit dem Bescheid des Arbeitsamtes) sich von den Rundfunkgebühren befreien lassen, das heißt, man kann dadurch alle öffentlich-rechtlichen Angebote _ohne_ Rundfunkgebühren nutzen; durch die Breite und Vielzahl der öffentlich-rechtlichen Angebote kann man damit ein breites Spektrum an kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe abdecken. Mit anderen Worten: Von der kulturellen Teilhaben ist man in diesem Falle nicht ausgeschlossen.

  24. akbwl schrieb am

    Und Jeder Produzent, der eine Flasche Milch in einem Supermarkt öffentlich zugänglich macht, muss damit einverstanden sein, dass sie nicht-kommerziell von jedem mitgenommen werden darf.

    Wieso wollt Ihr den Urhebern vorschreiben, wie Sie Ihre Werke zu vertreiben haben ? Und was heisst nicht-kommerziell ? Auch eine Nicht-Einnahme ist kommerziell relevant, und zwar für den Urheber bzw. dessen Rechtevertreter (nicht jeder Urheber möchte sich mit der rechtlichen Seite / Vertrieb beschäftigen). Und mit der Vervielfältigung auf Leerkasetten á la 80er Jahre hat das heute nicht mehr viel zu tun, weil damals keine 1:1 Kopien möglich waren, und allein durch die technischen Voraussetzungen die Menge beschränkt war.
    Dass oft ein Ungleichgewicht zwischen Urhebern und Rechteverwerter besteht, das in Frage gestellt werden sollte, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Frage, wie die Rechte der Urheber durchgesetzt werden sollen, ist zu diskutieren.
    Aber das ungehemmte Kopieren als einen Kern der Freiheit im Internet zu definieren, ist unangebracht. Und es ist der falsche Weg, illegales Handeln, das nicht komplett verhindert werden kann, aus diesem Grund zu legalisieren. Vielmehr ist dann ein Dammbruch zu erwarten. Was ist dann nämlich nicht-komerzielle Weiterverbreitung ? Eine auf Spendenbasis eingerichtete Download-Website eines gemeinnützigen „Vereins zur Kulturerhaltung“ ?
    Und auch die Äußerung, das Urheberrecht darf nicht einseitig zu Gunsten der wirtschaftlichen Interessen der Urheber sein, ist sehr fragwürdig. Dem Urheber müssen alle Rechte seiner Leistung bleiben. Alles andere ist Enteignung, die gut begründet sein sollte.

  25. StefanN schrieb am

    Das ist der entscheidende Satz, der jedem Kreativen das Fürchten lehren muss:
    „Die zentrale Forderung dabei ist die Freigabe der nichtkommerziellen Vervielfältigung, da ein Verbot selbiger nur durch die Bespitzelung von privatem Datenverkehr oder Angriffe auf die freie Struktur des Netzes durchsetzbar ist.“
    Und das kommt von Piraten, deren Köpfe – Julia Schramm – hohe Buchvorschussverträge mit der Verwertungsindustrie abgeschlossen haben oder ihre Manuskripte – Marina Weisband – gerade von Agenturen an Verwerter versteigern lassen. Kotz.

    • Komponist schrieb am

      Diese zentrale Forderung bedeutet, daß man jeder Rechtsstaatlichkeit im Internet aufgibt. Wir geben also Kinderpornographie frei, Rechtsradikalismus: ab heute gut und so weiter…
      Begründung: weil das Verhindern eine Bespitzelung bedeuten würde.

      Das ist der Staat, den ich mir nicht wünsche!
      Deshalb gehen die P gar nicht!

      • Anonymous schrieb am

        Wenn Sie gegen die Piraten sind, wieso treiben Sie sich auf ihrer Website herum? Nur um anderen Leuten mit Kommentaren ohne Hand und Fuß auf die Nerven zu gehen? Die piraten sind für eine Reformierung des Urheberrechts und nicht dafür, dass das Internet ein rechtsfreier Raum wird. Sie könnten sich solche Kommentare dementsprechend auch gleich sparen!

  26. Kreativer schrieb am

    Wenn man die private Kopie in Tauschbörsen erlaubt, gibt es keinen kommerziellen Handel mehr. Die Forderungen sind weltfremd und naiv. Es fehlt insbesondere der Vorschlag, wie Urheber entlohnt werden sollen. Statt gegen Raubkopierer vorzugehen, immerhin sind diese daran Schuld, dass es Kopierschutz geben muss, werden diese in ihrem kriminellen Ansichen noch unterstützt. Die Piraten sind so für mich keine wählbare Alternative, im Gegenteil.

    • Ben schrieb am

      Unsinn. Überall wo es Kopierschutz gab musste er wieder entfernt werden, weil es die Kunden genervt hat und die kommerziellen Raubkopirer eh nicht gehindert hat. Siehe Musikdownloads, siehe Filmdownloads, siehe PC-Spiele und die E-Book-Branche wird demnächst folgen.

      Außerdem gibt es noch gar keine wirklich eindeutige Sachlage, wie sehr Raubkopien, ein unsinniges Wort der Contentmafia (ja, wer Raubkopierer sagt, muss auch mit Contentmafia leben können), dem Markt tatsächlich schaden oder ihm nicht sogar eher nützlich sind. Aber das Geheule gabs bei Kassetten schon, bei Video-Tapes, also nichts neues. Muss man nicht ernst nehmen, denn wenn ich in Geschäfte gehe, gibt es die Industrie immer noch.

      • Tobias schrieb am

        Gehst Du dann noch in Geschäfte wenn Du es nicht mehr musst? In dieser Mentalität könnte man alle Verkehrszeichen für Geschwindigkeitsbegrenzung entfernen: Du kannst 300 in der Zone 30 fahren, aber Du musst doch nicht! Der moderne mündige Mensch kann sich doch selbst korrigieren. Das sind Milliarden die man für sinnlose Schilder ausgibt. Und die Autokennzeichen gleich hinterher. Wegen ein paar Idioten hinter dem Steuer braucht man doch keine Massenüberwachung.

        Wenn schon, dann Konsequent. Lass die Leute spüren was ‚Freiheit‘ wirklich bedeutet, nicht nur hinter halb-anonymen Kästchen in der Wohnung.

      • LordSnow schrieb am

        Eine Positionierung gegen den Schilderwahnsinn in Deutschland wird es sicherlich in absehbarer Zeit noch geben, da bin ich zuversichtlich :-). Richtgeschwindigkeiten statt zum Großteil absurden Höchstgeschwindigkeiten und Abzocke wäre wirklich sehr schön.

        Viele Grüße
        René

      • Dirk schrieb am

        >>Aber das Geheule gabs bei Kassetten schon, bei Video-Tapes, also nichts neues. Muss man nicht ernst nehmen, denn wenn ich in Geschäfte gehe, gibt es die Industrie immer noch.<< Auf jeder Kasette und jedem Videoband war auch eine GEMA Gebühr, darüber hinaus dauerte das Kopieren einer Kasette so lange wie deren Spielzeit und die Hersteller der Bänder hiessen nicht zufällig so, wie die Inhaber der Rechte, wie z. B. Sony. Jede Kasette hat allen Beteiligten nochmal Geld gebracht und die Verbreitungsgeschwindigkeit ein Bruchteil dessen, was Filesharing hier leistet. Das Vergleich hinkt leider an allen Ecken.

        Nicht falsch verstehen, ich bin grundsätzlich der Meinung, dass die Industrie viel selbst schuld ist. Wenn ein neuer Film im Kino läuft oder gerade gelaufen ist, will ich nicht 3 Monate warten bis er auf DVD kommt oder Jahre bis er bei iTunes erscheint, nein, ich will ihn JETZT und HIER. Die Industrie gibt mir keine Möglichkeit und lässt mir gar keine andere Wahl als mir den Film illegal zu schauen – selbst schuld. Dennoch bin ich der Meinung, dass Kunstwerke jeder Art wenn man sie sich privat zu Gemüte führt, auch entlohnt werden MÜSSEN. Filesharing zu legalisieren, ist keine Lösung und niemals rechtlich durchsetzbar. ACTA ist genau so ein Mist. Es muss einfach ein Mittelweg her.

      • Komponist schrieb am

        Raub- Kopien sind Diebstahl.
        Was gibt es da noch zu diskutieren?

        Wer dann Rechteinhaber als Contentmafia bezeichnet muß schon ein sehr verqueres Weltbild haben!

  27. M3talc0re schrieb am

    Schöner Artikel, allerdings bin ich persönlich noch zwiegespalten was die Frage nach der Legalisierung von Downloadportalen und die freie Verbreitung angeht. Ihr führt an, dass solche Portale heute bereits weit verbreitet sind und die momentanen Modelle trotzdem immer noch sehr gut laufen.
    Ich frage mich allerdings, was passieren würde, wenn man das herunterladen legalisieren würde. Warum kaufen die Menschen immer noch? Ist es aus rein ideologischen Gründen weil sie die Künstler unterstützen wollen, obwohl sie sich die Sachen auch jederzeit kostenlos holen könnten? Oder sind solche Downloads doch noch nicht ganz so weit verbreitet und viele kaufen, weil sie Angst haben erwischt zu werden?
    Ich bin mir wie gesagt unschlüssig was passieren würde, wenn plötzlich jeder Mensch wissen würde, dass er jedes Werk kostenlos und völlig legal bekommen könnte. Das könnte zu einem enormen Anstieg der Downloadzahlen führen, weil die Menschen keine Angst mehr haben müssten und dann würde nichts mehr verkauft werden.
    Soweit ich weiß gibt es darüber noch keine Studien. Warum Downloaden oder Kaufen die Menschen? Oder warum Downloaden UND Kaufen manche Menschen? Wenn man dazu antworten hätte könnte man eher abschätzen was mit der Legalisierung von Downloads passieren würde.

    • Ingo schrieb am

      Also ich wuerde weiterhin Geld etwa fuer Musik ausgeben, zumindest wenn es bequem machbar ist. Warum? Weil mir klar ist, dass die Schoepfer auch von etwas leben muessen, und weil es mir am Herzen liegt, dass sie auch weiterhin gute Musik machen.

      Warum spenden Menschen Geld an gemeinnuetzige Organisationen? Aehnlicher Grund. Und dabei ist in einigen Faellen ueberhaupt kein direkter Nutzen fuer einen selbst zu erwarten (etwa kein zukuenftiges Album sondern „nur“ ein paar weniger Verhungerte irgendwo auf der Welt).

      • Komponist schrieb am

        Warum mußt Du im Milchladen bezahlen und nicht „Spenden“?

    • LordSnow schrieb am

      Wenn die Leute kein Geld mehr ausgeben würden, wären sie selbst dran Schuld, wenn sie dann auch kaum noch was bekommen.

      Davon ab, die Privatkopie gibt es bereits, als legales nicht-kommerzielles Kopieren, es handelt sich dabei lediglich um eine Ausweitung, weil jetzt jeder nur bis zu 7 Kopien anfertigen darf. Für dieses Recht bezahlen wir im Übrigen Abgaben, obwohl es dann durch Kokpierschutzmaßnahmen ausghöhlt wird.

      Viele Grüße
      René

  28. Anonymous schrieb am

    Das was Ihr hier vertretet – liebe Piraten – hat nichts mit Freiheit zu tun sondern ist nichts anderes als eine Planwirtschaft. Ihr schreibt letztlich per Gesetz den Preis für mein Produkt vor – nämlich 0,00. Meine persönliche Freiheit den Preis, den ich für richtig erachte, zu verlangen wird von damit euch komplett eingeschränkt.

    • Ben schrieb am

      Unsinn, denn dann sind alle Verwertungsgesetze Planwirtschaft oder ist das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod eine Naturkonstante?

    • Jan schrieb am

      Für die Produktmenge „unendlich“ ist 0,00 nunmal der marktwirtschaftliche Grenzpreis. Es steht dir frei ein reales Gut zu verkaufen, wenn dir dies nicht passt.

      • Anonymous schrieb am

        So ein Schwachsinn. Nur weil etwas mit relativ wenig Aufwand zu verfielfältigen ist ist erstens die Menge nicht unendlich und entsteht zweitens auch nicht aus dem Nichts heraus.

        Verstehe, ein reales Gut, welches du dann digitalisierst und jedem „nicht kommerziell“ zur Verfügung stellst um das Wissen der Menschheit zu verbreiten…lol

      • nnoiz schrieb am

        offensichtlich verdienst du deine brötchen anderweitig, diese art von arrorganz geht mir mittlerweile nur noch auf den sack….aber ich hätte diese seite ja nicht anklicken brauchen….

  29. Henry Paul schrieb am

    Das Thema Urheberrecht und Nutzungsrecht sowie Patentfragen lassen sich nicht so abhandeln wie die Piraten das wollen: weil es neue Technik gibt, müssen sich Rechte-Inhaber eben ändern! Das ist Bolschewismus pur!
    Das Internet ist eine 100% ige gewerbliche Kiste und eine Werbeplattform dazu. Alles was hier eingestellt wird, wurde, unerlaubt oder nicht, soll der Werbung und Kommerzialisierung dienen! Es wird immer genügend Firmen gegen, die ein wirtschaftliches Interesse an der Weiterverbreitung KOSTENLOSER Inhalte haben und deswegen muss es einen pro-aktiven Schutz für Rechte-Inhaber geben. Die sog. Privat-Kopien gibt es nicht- auch das sind kommerziell verfertigte Kopien, und sei es nur für ein paar wenige Freunde, die dafür nix bezahlen wollen oder können.
    Versucht doch einmal in einem Restaurant erst kostenlos zu essen und dann auch noch das Rezept mit Kochanweisung kostenlos zu bekommen oder was würde Ihr sagen,wenn man Euer Logo und Eure Webpage kopiert und verbreitet just like that? Die Welt hat schon immer und wird immer von WERTEN bestimmt, bzw. determiniert. Kostenlos auch hinsichtlich angeblicher Vorteile für Nutzer untergräbt diesen Werte-Kanon erheblich.
    Warum sollte ich ein Buch schreiben und Kosten aufwenden… nur in der Hoffnung, irgendjemand im Internet von den x-Millionen usern wird schon was draus machen und irgendwie kann ichdann sog. Werbeeinnahmen keltern? Mathematik und Risikoberechnug sowie Wahrscheinlichkeiten sagen eindeutig: falscher Ansatz! Wenn ich dann als Autor erst Werbekosten aufwenden muss, um es publik zu machen, kann ich nicht tolerieren, dass mein Werk kostenlos genutzt und vervielfältigt wird.
    Der richtige Ansatz wäre: Verbieten sollte man den Exklusiv-Vertrag mit Rechte-Verwertern oder eingrenzen auf maximal 5 Jahre.
    Und noch etwas persönliches: ich denke, es ist an der zeit, den sog. social Networks die Daumenschruben anzuziehen und endlich klare Nutzungsregeln mit Datenschutz einzuziehen. Das, was im Moment abgehet ist einerseits der Überwachungsapparat pur und andererseits die Unmöglichmachung von Transparenz für User.

  30. Christoph schrieb am

    Klingt alles recht gut. Doch ich frage mich: Anhand welcher Kriterien soll zwischen kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung unterschieden werden? Und wie sollen diese Kriterien (ohne irgendwelche Überwachungs- oder Zensurtechnologien versteht sich) überprüft werden?

    • Dirk schrieb am

      Es gibt keine nicht-kommerzielle Kopie, Kopien dienen immer dem Zweck der Bezahlung für das reguläre Produkt zu entgehen und damit entsteht ein kommerzieller Verlust für den, der das Geld nicht bekommt.

      • apeiron schrieb am

        Stimmt genau!
        Anstatt die Urheber zu versklaven, sollten sich die Inhalteräuber lieber darum kümmern, die Macht von Facebook und Google einzudämmen. Warum kann man die Rundfunkgebühren nicht auch dafür einsetzen, um ein Social Network aufzubauen, wo die Benutzer nicht das Produkt sind? Das wäre mal ein anständiges Ziel.

  31. Scorp schrieb am

    Hallo,

    Ich sympathisiere mit den Piraten und habe sie auch schon gewählt, mir stellt sich aber eine Frage, die ich bisher nicht beantwortet sehe:
    Was ist mit Projekten, in deren Entwicklung einiges an Geld steckt, die jedoch außer den Daten nicht viel Greifbares enthalten? Dies trifft zum Beispiel auf (Singleplayer-)Computerspiele, Kinofilme und wissenschaftliche oder spezialisierte Software wie Mathematica zu.
    Eine Open-Source-Zusammenarbeit ist ab einer gewissen Komplexität nicht mehr möglich, oder würde die ursprüngliche Vision verzerren, weil jeder Teilnehmer seine eigenen Ideen einbringt.
    Wie sollen die entstandenen Kosten also wieder ausgeglichen werden, ohne die Nutzer dazu zu zwingen, für das Produkt zu bezahlen? Eine Kostensenkung ist bei gleichbleibender Qualität nicht unbedingt möglich, genauso wird ab einem bestimmten Kostenumfang Crowdfunding nicht mehr ausreichen.
    Ich denke nicht, dass es im Sinne der Piraten ist, große Projekte soweit zu behindern, dass sie nicht mehr umsetzbar sind, mir fällt jedoch auf Anhieb kein Geschäftsmodell ein, das mit freien Kopien noch funktionieren würde.

    Mit freundlichen Grüßen
    Scorp

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Es gibt das so genannte Crowdfunding. Kickstarter und ähnliche Portale.
      Dort kann man sich ein Projekt, spendenbasiert vorfinanzieren lassen.
      D.h. eine kleine Firma oder ein Einzelunternehmer wie sie, kann sein Projekt vorstellen und sagen:
      „Wenn euch die Idee gefällt und ihr sie realisiert sehen wollt, dann spendet bitte Geld.“
      Meistens werden dann noch so Späße dazugegeben wie:
      Bei mindestens 10 Euro werdet ihr auf der Website erwähnt
      Bei mindestens 50 Euro kriegt ihr zusätzlich ein T-Shirt etc.
      Oder andersrum:
      Wenn ich mehr als X Euro zusammenbekomme, dann kann ich das ganze zweisprachig machen
      Wenn ich mehr als Y kriege, dann gibts dieses und jenes Extra.

      Und bisher scheint das System aufzugehen.
      Auf diese Weise werden gerade mehrere Spiele realisiert (Ein SciFi-Werk vom Minecraft-Erfinder Notch beispielsweise)
      Oder auch Filme wie jüngst Iron Sky wurden zum Teil per Crowdsourcing finanziert.

      Der Vorteil ist, dass man mit dem Geld tatsächlich einen Programmiererstab *bezahlen* kann und nicht zwangsläufig auf freiwillige Mitarbeiter angeweisen ist.
      Und es zeigt, dass Leute für Produkte, die sie interessieren bereit sind auch Geld zu bezahlen.

      Für den Verkauf kann man immer noch anmerken:
      Die reine Information ist tatsächlich schwer zu verkaufen, schlicht weil sie leicht reproduziert werden kann.
      Allerdings habe ich einige Spieleklassiker bei mir stehen, weil ich auf Booklets, Artbooks, Landkarten und anderen Merchandise-Kram stehe 😉

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      • Reznor schrieb am

        Das Ziel von Crowdfunding, ich betone FUNDING, besteht aber darin, ein Projekt zu finanzieren, sprich, auf Null rauszukommen. Den Gewinn macht man anschliessend durch den Verkauf des Produktes. Der fällt aber nunmal auch weg, wenn alle dann die Software, den Film oder die Musik umsonst runterladen. Bliebe nur die Möglichkeit, den eigenen Gewinn vorab mit einzurechnen: Entwicklung/Produktion kostet 20.000, ich will selbst 10.000 Profit machen, also verlange ich 30.000 von der Crowd. Da die User aber meist Wert auf Transparenz legen und wissen wollen, wofür konkret ihr Geld ausgegeben wird, wird das nicht ziehen. Die 10.000 Profit wird dem Urheber dann wieder keiner gönnen und alle „Kapitalistenschwein“ schreien, obwohl das jetzt absolute Peanuts sind, die ich hier als Beispielrechnung angebe.
        Crowdfunding alleine bringt niemandem Geld, so lange das fertige Produkt nicht geschützt ist.

      • The_Underscore schrieb am

        Crowdfunding alleine reicht aber selten für größere Werke. Natürlich ist das eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen – aber Iron Sky hätte sich eben nicht allein auf die Art finanzieren können. Auch die Humble-Bundle-Entwickler scheinen sich nicht zu freuen, wenn ihre Spiele (bei denen man den Preis, den man zahlen will, ab 1 Cent selbst beliebig wählen kann) illegal verbreitet werden, auch wenn sie niemanden dafür juristisch verfolgen und ehrlichen Kunden trotzdem keinen DRM antun wollen ( http://blog.wolfire.com/2010/05/Saving-a-penny—-pirating-the-Humble-Indie-Bundle ).

        Zur Open-Source-Zusammenarbeit – damit lassen sich durchaus auch große Projekte wie Linux oder Blender realisieren. Es gibt nur zu wenig ihre Zeit bereitwillig opfernde Leute, um damit viele Projekte – besonders Unterhaltung – in dem Umfang und der Qualität herzustellen, wenn diese kostenlos verfügbar sein sollen und sie daher kein Geld dafür bekommen. (Selbst Linux wird ja zu einem großen Teil von Firmen entwickelt, die ein wirtschaftliches Interesse daran haben, was bei Unterhaltung nicht der Fall wäre.)

        • Scorp schrieb am

          Zum Thema Open Source: Ich sage nichts dagegen, dass Projekte wie ein Betriebssystem, ein Browser oder ein Office-Paket so entwickelt werden können. Aber sobald Spezialwissen benötigt wird, das stark über Programmierkenntnisse hinausgeht, wird es weitaus schwieriger, siehe mein obengenanntes Beispiel Mathematica. Wenn dieses Programm sich dann noch an eine recht kleine Zielgruppe wendet, wird es nahezu unmöglich, es umzusetzen. Natürlich kann man argumentieren, dass diese Nutzung dann fast ausschließlich professionell stattfinden wird, und somit kommerziell ist, aber ich bin mir sicher, dass es auch dazu genug Ausnahmen gibt.
          Meine ursprüngliche Frage bezog sich aber nicht auf die Realisierbarkeit, sondern auf die Finanzierbarkeit. Das mit Kickstarter bestfinanzierte Filmprojekt hat ein Budget von 345.992$ zusammenbekommen, was nicht einmal ansatzweise ausreicht, um einen Film wie den Herrn der Ringe umzusetzen.

  32. Kater schrieb am

    Mal eine Frage zum Thema „eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert“: Filesharing und Streaming im Netz ist ja eigentlich fast immer kommerziell, weil die entsprechenden Plattformen sich an Werbeeinnahmen und Vergünstigungen für zahlende Nutzer bereichern. Diese Plattformen wirken quasi als Vertrieb für Kulturgüter, ohne an die Urheber oder Rechteinhaber Abgaben zu leisten, die sie durch ihren Vertrieb erwirtschaften.
    Youtube/Google weigert sich ja auch, Abgaben an Verwertungsgesellschaften und Rechteinhaber zu leisten und entfernt lieber Inhalte, obwohl durch ein faires Abgabensystem sowohl youtube (mehr ansehbare Videos = mehr Werbeeinnahmen) als auch die Verwerter (Abgaben von Youtube) profitieren würden.
    Hier sieht man sehr leicht, wo das Probem mit eurem Traumgebilde von der nichtkommerziellen Kopie liegt. Um dies tatsächlich umzusetzen, müsstet ihr auch erwirken, dass Tauschbörsen, Streaming-Boards etc. entweder keinen Gewinn erwirtschaften dürften, um legal arbeiten zu können, oder aber als kommerzielle Verwertung deklariert werden müssten, wodurch sie dann durch ein reformiertes Abgabensystem an Verwertungsgesellschaften (die man übrigens auch mal auf den Stand des 21. Jahrhunderts bringen sollte) Abgaben zu leisten bzw. Nutzungsrechte zu erwerben hätten.
    Dieser Punkt fehlt mir noch vollständig in eurer Auflistung und mich würde interessieren, ob ihr da schon konkrete Konzepte vorlegen könnt. So sehr ich eure Ansichten zur Entkriminalisierung von nicht-kommerziellen Kopien auch teile – was Leute wie Kim Schmitz mit anderer Leute Kulturgüter anstellen, ist nicht in Ordnung und muss entweder geahndet oder zu Abgaben verdonnert werden können. Und das seh ich so bei euch noch nicht.

    • Zebro schrieb am

      Ich denke im Piratensinne ist eine Tauschplattform, die in irgendeiner Weise finanziell von dem Verteilen der digitalen Gueter profitiert, kommerziell. Ich bin kein Jurist, aber ich habe das Recht durch bestehende Gesetze auch in diesem Sinne verstanden, selbst wenn die Organisation nicht profitorientiert ist, z.B. nur Serverkosten deckend arbeitet.

      Aber die Frage halte ich fuer berechtigt. Die Position muss konkretisiert werden.

      • Kater schrieb am

        Genau das sind ja aber die Plattformen, wo die derzeit so heiß debattierten Urheberrechtsverstöße stattfinden. Tatsächlich „rein“ nicht-kommerzieller Kopientausch über das Internet ist ja eher die Ausnahme. Das zu legalisieren, hätte wohl weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich weitreichende Konsequenzen. Das eigentliche Problem der kommernziellen Tausch- und Streaming-Plattformen wird durch die aktuellen Angaben der Piratenpartei nicht behandelt, und solange sich da keine durchdachten Vorschläge auftun, muss ich leider feststellen, dass die Piraten selbst in ihrer Königsdisziplin noch keinen für mich annehmbaren Konsens gefunden haben. Im Moment kann man immerhin feststellen, dass ihr eine sachliche und wichtige Debatte angestoßen habt. Für ein Wahlprogramm, das mich überzeugt, reicht es leider noch nicht.

        Momentan könnte man eure Forderungen ja so zusammenfassen, dass ihr eine allgemein verbindliche nicht-kommerzielle Creative-Commons-Lizenz für alls Kulturprodukte verordnen wollt. Letztendlich klingt das zwar verlockend, bei derzeitiger Sachlage profitieren davon aber nicht in erster Linie die Urheber, sondern die Netzverwerter wie eben Google und Konsorten, denen quasi aller Content der Welt ohne Einschränkung für lau überlassen wird. Und die haben sogar noch weniger Notwendigkeit dazu, sich um das Wohl der Urheber zu sorgen, als dass die „klassischen“ Verwerter wie Plattenfirmen oder Filmverleihe taten, weil ihnen einfach alles zur Verfügung steht.

        Als leider nichts mit „Stärkung der position der Urheber gegenüber den Verwertern“. Das kommt schon eher einer Enteignung im Dienste Multimilliarden-schwerer, Monopol-orientierter Online-Unternehmen gleich, deren Position bereits jetzt viel zu stark ist und durch eure Forderungen noch zementiert wird. Wer veröffentlicht, gehört Google. Das darf auf keinen Fall jemals passieren!

        • Henry Paul schrieb am

          Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Behauptung, dass das Internet eine kostenfreie, transparente Plattform für Jedermann sei. Erstens ist das Internet eine autokratische, nur von der ICONN manipulierte und kontrollierte Plattform ohne jeglichen demokratisch kontrollierten Aufbau und Betrieb und zweitens wird das Internet immer (!) von kommerziellen Interessen grosser oder sogar multinationaler Konzerne wie Google u.ä. kommerziell beherrscht. Drittens: wer glaubt, dass politische Transparenz in diesem Medium zur demokratischen Kulturverbesserung beiträgt, irrt sich wegen 1.+ 2. Viertens: Das Internet als WERBE-Plattform „benutzt“ die User als Multiplikator und Fascilitatoren für mehr Werbeeinnahmen ihres geschäftsmodells: „… lass Werbetreibende Firmen Geld an uns bezahlen, weil viele Endverbraucher diese Werbung sehen…“. Dieses Geschäftsmodell ist korrupt und die Initiatoren wie Google und vergleichbare sind ebenso korrupt. Fünftens: Wenn ich eine Werbeseite sprich: webpage einstelle, will ich über mich, mein Produkt, meine Leistung etc werben- also die breite unbekannte Öffentlichkeit weltweit informieren- im festen Bewusstsein, dass diese Information auf zufälliger Basis ankommen wird. Das ist so lange legitim und legal, als ich dafür mit meinen Beiträgen zum Provider und TK-Anbieter bezahle. Sechstens: wenn ich jetzt auf meiner webpage alle Inhalte anderer webpages kopiere und bei mir veröffentliche und dafür Geld eintreibe, bin ich nicht mehr legitim, sondern dann bin ich korrupt – so operieren die Yasnie’s, die Google’s und wie diese Leute alle heissen mögen. Siebtens: wenn es um nicht-materielle, intangible Güter geht, hält sich der Schaden in Grenzen; sobald es aber um verwertbare tangible, materielle Güter geht, wird der Schaden bzw. Gewinn( für den illegitim operierenden Kopierer) immens.
          „… weil das Gras auf der Wiese wächst, kann es jeder nutzen…“ Diese Art der Argumentation ist der kostenlosen Rechte-Nutzung aus dem Internet gleich und verkennt, dass NICHTS aber auch gar nichts frei und für jeden verfügbar auf dieser Welt ist und das ist rechtlich geregelt und gut so. Auch Gemein-Eigentum ist nicht fei, sondern gehört der Gemeinde. Das Gemeinde-Eigentum heute fast immer pervertiert wird durch Politiker, die glauben, dass Ihnen dieses Eigentum zur willkürlichen Verwertung gehört, ist noch kein Grund, es mit allem Eigentum so handzuhaben! Wer die Geschäftsbedingungen von Google, facebook und co aufmerksam und fleissig liest, analysiert und mit den geltenden rechten vergleicht, kommt zum Schluss, dass diese Gesellschaften eben jenes Prinzip der Piraten für sich bereits vollkommen zu eigen gemacht haben: was im Netz steht, ist frei und vor allem es gehört dann uns und wir dürfen damit machen, was wir wollen, denn der Einsteller hat mit dem Einstellen seine Rechte an uns abgetreten! Kapitalismus in extremer Form- ich zahle für den Einkauf nix, verwerte zu horrenden Einnamen und verbiete dem Ersteller selbst, es weiter zu verwerten. Und das soll ein politisches Verbesserungsmodell für die Zukunft sein?
          Zurückkommend auf das Modell Internet als Platform: wieso glauben eigentlich die Piraten, dass diese Platform geeignet sei, um demokratische Prozesse in einem Land bewegen zu können? Jeder Inhalt, jeder Vorschlag, jeder content ist damit für CIA, NASA, Radikalinskis, Salafisten, Terroristen, Diktatoren, Verbrecher auch transparent und nicht geschützt- egal, welche Schutzmechanismen wer immer vorher einziehen mag! Die Piraten wollen also allen Ernstes der Weltöffentlichkeit ausbreiten, was wer wie in Deutschland denkt und tut bzw. tun will. Ein Horror-Szenario wie in einem schlechten Film. Die Frage: wollt Ihr den totalen Krieg – hat der Welt gezeigt, wohin es führt, wenn das VOLK öffentlich befragt wird. Dazu bedarf es keiner öffentlichen Parteitage mehr- das Internet leistet ebendiese Dienste in der gleichen Weise.

  33. chrisch schrieb am

    Einzelne der in dem Artikel genannten Forderungen sind sicherlich berechtigt. Die Kernforderung ist allerdings die Legalisierung der Kopie für den Privatverbraucher und da geht es sicher nicht um Teilhabe an oder um die Weiterentwicklung der Gesellschaft. Das sind zwar schöne große Worte, letztendlich geht es aber vor allem um die Bedürfnisse des Einzelnen nach Unterhaltung, die bei einer legalisierten Privatkopie noch einfacher zu befriedigen wären, als jetzt ohnehin schon. Für den Einzelnen ist es zwar schön, wenn er sich den neuesten Film, ein Album, ein Buch oder eine Zeitung kostenlos, sofort und legal aus dem Internet herunterladen kann. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob die hier aufgestellten Thesen, dass die Urheber dann eben von Werbung, Merchandising, Konzertbesuchern etc. leben sollen und können, sich so erfüllen. Die Wenigsten werden sich z.B. dann Filme auf Youtube mit Werbeeinblendungen anschauen, wenn der gleiche Film in besserer Qualität auch zum Download verfügbar ist. Gleiches gilt für Musik: Nur weil mir mal ein Song gefällt und ich mir dann vielleicht das Album der Band downloade, werde ich nicht automatisch zum Konzertbesucher oder kaufe Merchandising-Artikel der Band.

    Auch ein digitales bzw. digitalisierbares Produkt, welches durch die Digitalisierung leicht zu kopieren ist, bleibt letztendlich ein Produkt. Wenn ich dieses Produkt nutzen möchte, muss ich den Hersteller des Produktes bezahlen und kann nicht verlangen, dass er mir das Produkt kostenlos zur Verfügung stellen soll bzw. dass ich dessen Produkt kostenlos nutzen darf, nur weil es sich besonders leicht vervielfältigen lässt oder zur Kultur der Gesellschaft beiträgt.

    • Zebro schrieb am

      “ Die Kernforderung ist allerdings die Legalisierung der Kopie für den Privatverbraucher und da geht es sicher nicht um Teilhabe an oder um die Weiterentwicklung der Gesellschaft. Das sind zwar schöne große Worte, letztendlich geht es aber vor allem um die Bedürfnisse des Einzelnen nach Unterhaltung, die bei einer legalisierten Privatkopie noch einfacher zu befriedigen wären, als jetzt ohnehin schon.“

      Und mit der Befriedigung dieser Unterhaltungsbeduerfnisse sollen erfolgreiche Urheber ihren Lebensunterhalt bestreiten koennen.

      Ich glaube man darf hier die Folge nicht mit der Ursache verwechseln. Imho Ursache der ganzen Auseinandersezung um Urheberrechte ist der massive (erfolgte oder geplante) gesezliche Eingriff in die Buergerrechte, die von der Verwertungsindustrie veranlasst wird, um ihre Interessen durchzusetzen.
      Die Piraten versuchen einen alternativen Weg aufzuzeigen, der nicht so sehr in die Buergerrechte eingreift. Optimal sind wahrscheinlich beide Wege nicht. Die grundsaetzliche Frage allerdings ist: Befuerworte ich eher Repressalien (die ueberwiegend Leute betreffen, die sich korrekt verhalten) zur Wahrung meiner Rechte, oder versuche ich die Zahl schwarzer Schafe zu reduzieren indem ich gute alternative Angebote mache.

      Die umfangreiche Nutzung illegaler Angebote speist sich meiner Ansicht nach aus zwei Quellen:

      1. Weil es durch das Urheberrecht keinen freien Markt gibt (zB das Lied X bekomme ich nur von Saenger Y, nicht auch von Saenger Z), ist die Diskrepanz zwischen Angebotspreis und dem Preis den der Konsument zu zahlen bereit ist zu gross. Ausserdem hat die Unterhaltunsindustrie oligopole Tendenzen. Illegale Kopien sind uebrigens auch nicht „kostenlos“, die Kosten verstecken sich nur in den Kosten fuer Breitbandverbindung, Filesharing-Plattform, Hardware, und Zeitaufwand.
      Im Interesse der Urheber muss es hier sein diesen Preisunterschied so klein wie moeglich zu halten. Ich wuerde vermuten es gibt eine Preisschwelle unterhalb derer die Ueberwigende Mehrheit die legalen Angebote bevorzugen wuerde. Diese gilt es auszuloten und zu unterbieten.

      2. Die Servicequalitaet legaler Angebote ist zu schlecht. Wenn ich eine DVD kaufe oder ins Kino gehe werde ich mit Anti-Piraterie Schockwerbung gequaelt. Werke die ich kaufe sind mit DRM nur eingeschraenkt nutzbar. Im Gegensatz zu analogen Werken kann ich digitale Werke (bzw die Nutzungsrechte) nicht verleihen oder verkaufen. Digitale Werke kommen haeufig unausgereift zum Kunden und werden zunehmend nichtmal nachgebessert …
      Ein besserer Service wuerde die Preisschwelle nach oben setzen. Dafuer sind Kunden nachgewiesenermassen bereit zu zahlen.

      Diese zwei Punkte muessen angegangen werden um mit kreativem Schaffen auch zukuenftig Geld verdienen zu koennen. „Kostenlos“ muss es dabei keineswegs sein – aber kosteneffizienter (Preis/Leistung).

      Im uebrigen ist aergerlich, dass pauschale Urheberrechtsabgaben erhoben werden ohne positive Gegenleitung. Haben sie mal zusammengezaehlt was ein durchschnittlicher PC Nutzer an pauschalen Abgaben im Jahr bezahlt ohne konkrete Gegenleistung (Kopierschutz fuer Privatkopie darf nicht umgangen werden, Gema laesst Youtube Videos sperren, etc.). Nehmen das Geld die Urheber einfach so mit („Mitnahmementalitaet“)? Wer bekommt es, und wieviel?
      Es gibt im Internet einige „Urheber“, die fuer fragwuerdigen Inhalten von der VG Wort alimentiert werden, die Ihre Geschaeftsidee geradezu darauf ausrichten Inhaltsarme Text zu veroeffentlichen um damit durch Urheberrechtsverguetung Geld zu verdienen. Auf Kosten der Kaeufer von Telekommunikationsmitteln und PCs (nicht notwendigerweise von Unterhaltungs-Konsumenten). Auch das ist eine bereits bestehende Umverteilung oder „Enteignung“ wie einige Urheber sie neuerdings im Bezug auf die Vorschlaege reklamieren.

      Die Piratenpartei versucht auf das Dilemma des Interessenausgleichs im digitalen Zeitalter hinzuweisen und konstruktive Vorschlaege zu machen, wie alternative Angebote aussehen koennten. Sie sehen vor allem ein Veraenderungspotential bei den Verwertern, ohne dass die Urheber dabei grossartig kuerzer treten muessen. Aber es waere hilfreich wenn sie konstruktiv an dem Veraenderungsprozess teilnehmen. Und dazu gehoert es erst ein mal unvoreingenommen zuzuhoeren und dann die berechtigte Kritik zu aeussern, damit man gemeinsam einen Plan entwickeln kann und am Ende einen tragfaehigen Kompromiss erhaelt.

      (Das ist eine genereller Apell … kein persoenlicher an die Adresse des Vorredners!)

      • chrisch schrieb am

        Ich glaube generell ein Problem in der Diskussion ist, dass sie auf vielen „Stammtischansichten“ aufbaut. Es herrscht – bewusst und unbewusst – die Meinung vor, dass z.B. die großen Musikkonzerne eh unseriöse, böse Unternehmen sind, die die kleinen Künstler nur ausbeuten und viel zu viel Geld verdienen. Man selber empfindet es nicht als Unrecht, wenn man mal einen Song oder einen Film herunterlädt und rechtfertigt es moralisch dann mit vielen doch etwas fragwürdigen Argumenten, z.B. dass es ja kein Diebstahl sei, da dem ursprünglichen Besitzer nichts weggenommen wird und kein nennenswerter Schaden entstehe. Man flüchtet sich in technische Details wie durch Kopierschutztechniken verletzte Standards, die zu einem angeblich minderwertigen Produkt führen, für dass man dann nicht den vollen Preis oder gar nichts bezahlen muss. Man rechtfertigt sein eigenes Verhalten mit einem höheren Zweck wie zum Beispiel dem „freien Zugang zu Wissen“, dem sich Konzerne gefälligst unterzuordnen haben.
        Wir sehen einige bekannte Weltstars, die Millionen verdienen und fragen uns, warum sollen wir die eigentlich noch unterstützen, die haben doch eh schon genug.
        Wenn man ehrlich ist, laden wir aber doch nur herunter, weil es bequem ist und man Geld sparen kann. Zudem ist die Gefahr, erwischt zu werden, relativ gering und auf diesen Luxus wollen wir nicht mehr verzichten. Daher „erfinden“ wir jetzt Argumente, warum das Urheber/Verwertungsrecht unvollkommen ist und so geändert werden muss, so dass wir auch in Zukunft kostenlos und bequem alles herunterladen können und wir wegen der Illegalität auch kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen, in dem wir es eben legalisieren.

        Man kann sicher darüber diskutieren, ob man das Urheberrecht reformiert, aber die bisher gemachten Vorschläge, die ja im Kern darauf hinaus laufen, dass alles im Internet verbreitet werden darf und die bisherigen Verwerter dann halt sehen müssen, wo sie bleiben, finde ich nicht sehr überzeugend.

        • Zebro schrieb am

          In der Politik geht es nun mal um Interessenausgleich. Ja, das Interesse des Konsumenten ist es, möglichst wenig Geld für ein Produkt auszugeben. Gleichzeitig ist es aber auch im Interesse der Kunden ein breites Angebot zu haben, und das funktioniert nur, wenn man mit dem Anbieten auch Geld verdienen kann.

          Vielleicht vertrete ich wirklich „Stammtischansichten“ wenn ich meinen Verstand benutze. Vielleicht fehlt mir einige Erfahrung, wenn ich die Wichtigkeit der Rolle der Rechteverwerter in Frage stelle. Vielleicht sehe ich aber auch, dass das Internet noch weitere Möglichkeiten zur Vermarktung birgt als traditionell vorhanden. Dieses Potential muss im Sinne des Kunden ausgeschöpft werden.

          Wenn ich allerdings Priorisieren muss, ob ich mein Geld lieber einem Rechteverwerter oder einem Künstler gebe, dann ist unter den oben genannten Randbedingungen mir der Künstler lieber , weil der Künstler essenziell ist und der Verwerter nicht.

          Die Rechteverwerter wissen das, und setzen alle Hebel in Bewegung um ihre Position zu zementieren, auch wenn dabei ein Massiver Kollateralschaden an den Bürgerrechten entsteht. Das ist über einen gewissen Grad nicht hinnehmbar.
          Die Rechteverwerter muessten sich neue Aufgaben suchen … ja. Es gibt andere Mögliochkeiten Geld zu verdienen. Es gibt aber keine (mir bekannten) anderen Formen die Bürgerrechte zu schützen. Der Anpassungsprozess wird schmerzhaft sein, aber diese Anpassung ist notwendig, damit die Künstler überleben.

      • henry paul schrieb am

        Nochmal: es geht weder um die Serverqualität oder die schnelle, kostenlose Downloaderei bzw. die Bedürfnisbefriedigung von irgendwem. Hier geht es um die Aufrechterhaltung eines Rechtssystems, das allen Beteiligten am Wertschöpfungsprozess ihren Anteil an Kostenremedur sichert. Der Nutzer ist kein beteiligter am Wertschöpfungsprozess! Er ist der eigentliche Verwerter und Nutzniesser, wenn er nichts dazu beiträgt als das kostenlose downloaden. Eine Werte-Gesellschaft wie sie heute weltweit noch existiert, existiert, weil die Wertschöpfer ihren Lebensunterhalt mit schöpfen von Wert finanzieren können. Diejenigen, die meinen, ein Recht auf kostenlosen Wert zu haben argumentieren aus einer hyper-privlegierten und elitären = absolutistischen Habgier, die gespeist wird aus dem „Glauben“, es stehe ihnen zu, anderen ihren Wert streitig machen zu dürfen, weil sie ein Bedürfnis haben. Geschichtlich gesehen hat es deshalb die Aufklärung gegeben: Macht und Herrschaft als Instrument der Ausbeuter ist verwerflich, nur weil einer ein Bedürfnis befriedigen will. Auch Millionen von Einzelbedürfnissen zählen nicht, wenn es um die Ausbeutung Anderer geht. Und die Glorifizierung des Netzes als sogenannte Gesellschaftsform ist pure Idiotie: ein Faxgerät oder ein Telefon ist noch keine Gesellschaft; ein Computer und die Verwendung eines solchen Gerätes ebensowenig. Die bisher von mir verfolgte Diskussion bewegt sich in drei synonymen Bahnen: 1. wir dürfen bestimmen, weil wir wir sind; 2. wir wollen kostenfrei Werte besitzen und nutzen, weil wir nicht einsehen, dass wir dafür bezahlen sollen; 3. wir gehören einer neuen und fortschrittlichen Glaubenskongregation an und deshalb müssen wir 1. + 2. durchsetzen.
        Statt einer Diskussion(Stammtisch-Geschwätz) könnte man zur Klärung und Allokation der wirklichen Problematik ja auch mal in den Zustand der Erörterung gehen: d.h. zu untersuchen, welche Determinanten und Kriterien anzusetzen wären, um der Gesellschaft als ganzes einen besseren und wertebasierten Dienst zu erweisen wenn es um erstellte und geschaffene Kulturgüter von Herstellern und Erschaffern geht. Die vielfältigen Vorurteile und Diffamierungen der bisher Gekniffenen Erstellet geht übe das tolerierbare weit hinaus. Bisher ist mein Fazit: die Piraten betreiben das Geschäft einer vordemokratischen Gesellschaftsschicht, die sich selbst als elitär und herausgehoben sehen und aus diesem Grund meinen, das bisher geltende Rechtssystem – das einigermassen gut funktioniert – auf den Kopf zu stellen, weil es Ihnen allein nutzen soll! Das Beispiel mit dem Garten war schon sehr treffend und die Meinungen dazu entlarvend. Denkt mal konstruktiver statt elitär.

  34. torbin schrieb am

    Zwar sympatisiere ich sehr mit den Piraten, diese Kernfrage konnte ich aber bisher nicht beantworten: Wikipedia ist bekanntermaßen eine nicht kommerzielle Webseite.Würde nun eine entsprechend NICHT KOMMERZIELLE Datenbank für Mediendaten erstellt (Musik, Filme, Videos, Spiele…), stünde dies jedem zur Verfügung – umsonst.
    ==> Quelle: Nicht kommerziell! Einsatz: Nicht kommerziell!
    Kein vernünftiger User würde sich mit Amazon MP3s, itunes oder Maxdome abgeben – wozu auch, alles liegt ja offen bereit. Wovon genau soll jetzt der Rechteinhaber bezahlt werden?

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Abgesehen davon, dass sich die WIKI-Fondation aus Spenden finanziert, und damit nicht ‚Nichtkommerziell‘ ist sondern nur keinen Gewinn erwirtschafte würde eine tatsächlich nichtkommerzielle Musikdatenbank recht schnell in die Knie gehen.
      Wie gesagt: Nichtkommerziell: Keine Werbung, keine Spenden, keine Einnahmen.

      Und wenn ich dann die Wahl habe: 50ct bei Jamendo, bei dem ich weiß, dass davon 35-40ct an den Künstler, dessen Musik ich schätze gehen – oder 4 Stunden warten – hätte ich mich recht schnell entschieden.

      Und ich glaube auch: Würde Itunes ihre DRM und Lizenzpolitik einstampfen und mir erlauben für Geld ein MP3 zu ziehen und dannach (privat) damit anzustellen was ich will und dazu die Kosten, die das DRM verursacht von den Trackkosten oder den Albenkosten abziehen, würden sie auch langfristig ihren Umsatz steigern.

      Oder bekäme ich legal, z.B. englischsprachige Serien nach Serienstart und müsste kein halbes Jahr auf eine miserable Synchro warten – wäre ich auch da geneigter wirklich Geld auszugeben.

      Denn Kommerzielle Anbieter haben gewaltige Vorteile, die sie nur richtig vermarkten müssten: Stabil und mit ordentlicher Bandbreite; Keine Wartezeiten, weil zehntausend Leute den gleichen Server belasten und Sie können eher dafür sorgen, dass keine virenverseuchten Kopien bei ihnen auftauchen.

      Nicht zuletzt: Manchmal will ich ein Album auch *haben*. So als haptisches Erlebnis. Als Ding. Oder auch einen Film.

      Also: Für Qualitätsware wäre ich durchaus bereit Geld zu bezahlen.
      Bin ich jetzt unvernünftig?

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      • Tobias schrieb am

        Für fünf oder zehn Leute die bereit sind zu zahlen bleibt dann an der Entscheidung es zu tun 1 übrig. Das sehen wir jetzt schon an den Free2Play-Games, die entstanden sind weil man das Kopieren nicht einschränken konnte. Also wird viel ekelige Psychologie (bis an die Grenze zu Assozialität und Glückspiel) in diese Programme reingemacht – weil man NUR so überhaupt an Geld ran kommt. Am Ende pendelt sich das auf etwa 10% ein die (häufig immens psychologisch motiviert) zahlen, während 90% mitlaufen.

        Wenn man bedenkt dass jetzt schon viele Leute angenervt sind, wenn sie 2-3€ für ein sehr gutes Mobilspiel zahlen dürfen – wie soll das mit 100 Millionen Euro Blockbustern gehen? 0.1cent pro View, so viele Menschen gibt es auf der Welt gar nicht um das Ding zu finanzieren. Dann halt lieber gar nicht mehr produzieren? Ist das die Ansage?

        Ich finde es lustig das scheinbar gut situierte Menschen mit verfügbaren Einkommen hier das Wort für die Gruppe von Leuten führen, die für ihren theoretischen Konsum von locker „100-500€“ im Monat höchstens bereit wären 2-5€ zu zahlen. Eine Preisreduktion um 99% ist zwar ein politisches Programm, aber für welchen Gegenwert? Für 2-5€ kann man sich ein leben lang Katzenvideos bei Youtube ansehen. Aber man will ja genau diese „Minderqualität“ nicht.

        Das ist alles extrem unausgegoren, und vor allem: es existieren diese Modelle nicht. Jeder der es versucht, sei es eMusic, Jamendo, US-basierte, gut finanzierte Filmhersteller – haben diese alternativen Wege versucht. Es ist praktisch immer hoffnungslos gescheitert. Die Einzelfälle gelten nicht.

        Ich will keine Movies, keine Bücher die zunehmend aus Propaganda und Werbung bestehen, weil nur so was noch Geld verspricht. Aber genau das passiert. Nur noch das was Laut ist, nur dass was die Zielgruppe am besten „trollt“, ist das was Geld bringt. Der Kapitalismus ist auch in den Köpfen der Menschen. So leicht kriegt man den da nicht raus.

      • Max schrieb am

        Da merkt man, dass du wohl nicht iTunes benutzt. Es gibt dort kaum noch Musik mit DRM.

    • Max schrieb am

      Genau das beantworten die Piraten mir ihrem wunderbaren alternativen Geschäftsmodell: der freiwilligen Bezahlung! Die probiere ich gleich auch mal bei ALDI. Ob ich ein Buch, Musik oder was auch immer konsumiere, ab jetzt bezahl ich einfach gar nichts mehr… oder wenn es mir eben gerade passt!

  35. gellackmeierter schrieb am

    Danke für die offizielle Stellungnahme, auf die man jetzt verweisen kann. Allerdings hätte dieser Satz hier gereicht:

    Im Einzelnen fordern wir […] eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert, […]

    Also doch: Ganz legal alles für lau saugen dürfen.
    Danke für die Klarstellung, das wird einige Diskussionen erleichtern und verkürzen!

      • gelackmeierter schrieb am

        Es war bis jetzt halt nur immer mühsam bis unmöglich, in Diskussionen mit Piraten und Symphatisanten diese klare Aussage zu erhalten: „Ja, ich will, dass Privatleute alles an Musik, eBooks, Filmen, Spielen etc. ganz legal kostenlos tauschen dürfen und nichts mehr bezahlen müssen.
        Darum wurde immer wortreich – teils wirr, teils kreativ – drumrumgefaselt, aber man scheute sich meist, dies klar zu sagen, was ich sehr aufschlussreich finde. Jetzt ist es raus und offziell zitierbar. Da ich berufsbedingt oft nach genau diesem Punkt gefragt werde, kann ich jetzt endlich eine glasklare, belastbare Antwort geben.
        Wer Lust hat, kann sich ja gern zwanzig-seitige PDFs mit der Begründung durchlesen. Wer jedoch keine Lust hat, kennt die Quintessenz jetzt trotzdem; ist doch prima.
        Es ist gut, wenn man weiß woran man ist.

  36. Wildgewordener Euthanasie-Anwalt von SpON schrieb am

    Ich denke nur mal an Campells Soup und Andy Warhol. Ich meine muß Warhol nicht Lizentgebühren an den Grafi_ker zahlen der die Dose designt hat? Und: muss der ERSTeller Eurer Meinung nach hier zahlen?

    http://flic.kr/p/bMXtki

  37. Rob schrieb am

    Klare Beispiele, nicht allgemeines Gewäsch mit tollen Worthülsen hinter denen man sich verstecken kann. Das eine ist die Theorie, das andere ist die Praxis. Von der Theorie kann ich nicht leben, von der Praxis schon. Also zeigen und vormachen und konkrete Beispiele bringen !!! Band X lebt gut mit Modell Y, Schriftsteller K mit Modell Z usw. . Aufgehts…

  38. Chris schrieb am

    Soweit ich das verstanden habe, soll ich mich als Musiker einfach mit weniger zufrieden geben.

    Und mein Label soll an Abmahnungen von Tauschbörsen-Nutzern gehindert werden.

    Wir sollen also dem weiteren Untergang tatenlos zusehen…

    • gellackmeierter schrieb am

      Ja, alles richtig verstanden. Auf Rückfrage wird dir auch gern empfohlen, Donate-Buttons auf deiner Website einzurichten. So in etwa der Hut des Straßenmuskanten. Ein paar Leute werden schon ein paar Münzen reinwerfen…
      Ich weiß noch nicht, wen ich wähle, aber mit Sicherheit, wen nicht.

  39. Balduinbandwurm schrieb am

    Geklaut ist geklaut! Ganz einfach. Profitieren tut nur der Dieb. Kein Künstler kann von freiwilligen Spenden leben. Bestes Beispiel ist die „The Pirate Bay“ Doku, die ihr sicher alle gesehen habt… Und wer von Euch hat dafür bezahlt? – Die Facts dazu, Stand 2009 beim Dokfilmfest in Leipzig: Vier Millionen Downloads, Einnahmen: 30.000 Euro über das Donation System. Davon ist der Film und der Filmemacher nicht finanziert. Nicht mal die Reisekosten…. Wieso glaubt ihr, Leute würden Geld für etwas bezahlen, was sie ungestraft umsonst bekommen?
    BG

    • Tobias schrieb am

      Ich finde es auch politisch wichtig, falsch liegen zu dürfen. Ich finde es wichtig, dass eine Partei ein Bild des Menschen projiziert und sich dann nachher fragen darf (und vielleicht auch muss) ob sie dieses Bild revidieren muss. Dazu zählt vor allem der fast schon ideologische Irrglaube, dass Leute die kaum bis mittelmäßig Geld verdienen bereit wären ihren Konsum (von hauptsächlich US-Medien) auch korrekt zu bezahlen.

      Die Argumente zielen vor allem eher auf die gelebten Lebensumstände der Personenkreise ab, die ohne ihre „Downloads“ schon gar nicht mehr existieren könnten. Das die Firmen teilweise bis zu 3 Millionen Dollar pro Folge bezahlt haben, dass wird unter den Tisch gekehrt. Einen Kickstarter für „Game of Thrones, nur 3 Millionen pro Folge“ habe ich auch noch nicht erfolgreich gesehen. Eher das Gegenteil: was schon da ist, wird nicht mehr bezahlt.

      Es ist auch ein großer Irrglaube dass ein „Künstler“ oder „Kreativer“ der Festangestellt ist mit einem Freiberufler gleichzusetzen ist. Der Festangestellte arbeitet sozusagen bei einem Verwerter. Gerade Softwarefirmen haben große Bibliotheken die sie immer wieder und wieder „verwenden“. Oder sollte man „verwerten“ sagen? Dort entsteht der immense Reichtum, auf dem Sitzen bleiben, auf dem künstlichen Verknappen, in dem schneller sein als andere. Ich will sehen wie das noch geht, wenn
      deren Produkte auf der „nicht kommerziellen Deutschcloud“ liegen.

      Bei den günstigen und schnellen Internetleitungen der Zukunft habe ich jede Publikation, jedes Spiel, jeden Film, jeden Fitzel an verfügbaren Daten auf meiner „privaten Cloud“. Es gibt dann keinen Markt mehr – wieso auch? Der dann legale Preis 0€ ist einem kapitalistischen System nicht zu schieben.
      Der einzige Grund warum die Leute noch kaufen ist ganz einfach: weil sie sonst ärger kriegen und sich nicht damit auskennen.

      Wenn das kopieren legal ist, ist der „Bürgerkopiermat“ auch legal. Das Gerät kann ich legal verkaufen und legal damit Geld verdienen. Auch wenn es sich dann den gesamten aktuellen „Medienbestand“ des dann zunehmend nicht existenten „Medienmarktes“ kostenlos auf alle meine Geräte verteilt. Mehr als ein paar 100.000 Leute die ihre dicken Leitungen hergeben sollten reichen.

      Weiter so Piraten. Zeigt mir und anderen das ich mit dem Menschenbild falsch liege. Dass der Kinofilm am Kinotag per HD-Download auf „Piratenkino.de“ tatsächlich „zahlt was ihr wollt“-Paypal durchschnittlich 2-5€ pro Download bringt.

      Ich habe die Befürchtung das ihr falsch liegt. Die Menschen sind dem Kapitalismus, dem Egoismus längst verfallen. Diese Umerziehung ist nett gedacht, aber Illusorisch.

    • Ben schrieb am

      Man kann digitale Güter nicht stehlen. Ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen, oder?

      • Reznor schrieb am

        Eine Busfahrt kann ich auch nicht stehlen, also ist Schwarzfahren erlaubt?

        Eine Dienstleistung kann ich zwar nicht stehlen, sie mir aber sehr wohl erschleichen, was genauso eine Straftat ist und belangt wird.

        Dann deklariere ich ab jetzt digitale Musik nicht mehr als Ware, sondern als Dienstleistung, ich werde ja von einem Künslter unterhalten, er leistet mir somit einen Dienst. Sich in ein Konzert schleichen würden Sie ja sicher auch kritisch sehen und nicht mehr als Informationsfreiheit, oder? Diese Unterhaltung digital in Anspruch zu nehmen ohne den Künslter dafür zu entlohnen, ist dann folgerichtig ebenfalls erschlichene Dienstleistung. Schon wird ihre Argumentation etwas löchrig, oder?

        Diese Wortspielereien hier sind einfach nicht zielführend, weil sie von beiden Seiten betrieben werden kann.

      • Zebro schrieb am

        Diebstahl

        Einen Diebstahl im Sinne des § 242 Strafgesetzbuch (StGB) begeht, wer einem anderen eine fremde bewegliche Sache in der Absicht wegnimmt, sie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

        Sachen sind alle körperlichen Gegenstände, also auch Tiere nach §§ 90, 90a BGB. Der Aggregatzustand der Sache ist nicht von Bedeutung. Beweglich sind alle Sache, die tatsächlich fortgeschafft (bewegt) werden können. Fremd sind alle Sachen, die zumindest auch im Miteigentum eines anderen stehen.

        Als Wegnahme im Sinne des § 242 StGB wird der Bruch fremden Gewahrsams und die Schaffung neuen Gewahrsams verstanden (nicht notwendigerweise Gewahrsam des eigentlichen Täters).

        —–
        Stehlen:
        Stichworte: beweglich, koerperlich, wegnehmen
        Trifft auf eine digitale Kopie nicht zu.

        Schon eher:
        Jemanden um den Lohn seiner Arbeit betruegen ….

        • Thomas Nimmesgern schrieb am

          Hallo!

          Wenn man sich auf die geltende Gesetzeslage beruft, dann sollte man -aus Gründen der Konsequenz- auch die geltenden Regeln hinsichtlich der Weitergabe geschützter Werke betrachten.
          Alles andere ist meines Erachtens inkonsequent: Einerseits beruft man sich auf geltende Gesetze, wenn man sagt, dass kein „Diebstahl“ (im Sinne des StGBs) vorleigt – andererseits ignoriert man aber andere geltende Gesetze, die die Weitergabe geschützter Werke betreffen.

          • nnoiz schrieb am

            das sehe ich auch so.
            wenn man digitale güter nicht stehlen kann….warum dann die ganze aufregung ?
            aber: wir unterhalten uns hier mit PIRATEN, der name kommt schliesslich nicht von ungefähr

      • Dirk schrieb am

        >>Man kann digitale Güter nicht stehlen. Ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen, oder?<< Richtig, aber man kann den Eigentümer / Nutzungsrechteinhaber / Urheber um seine Vergütung betrügen. Das Grundprinzip der Marktwirtschaft ist Nachfrage und Angebot. Willst du etwas, zahl dafür, und zwar den Preis, den der Verkäufer nennt. Gefällt dir das nicht, lass es. Nimmst du es dir anderweitig, ist es Betrug oder Diebstahl. Daran werden auch die Piraten nichts ändern – nicht SO zumindest.

    • Jacques schrieb am

      Der Vergleich zum Dieb hinkt. Denn wenn man etwas klaut, dann fehlt es dem Besitzer anschliessend. Wenn ich ein Musikstück kopiere oder einen pdf-File, dann ist das Orginal aber anschliessend immer noch da. Sogar in der materiellen Welt gibt es diese Unterscheidung: Wenn ich ein Fahrrad nehme, das mir nicht gehört, und damit fahre, dann ist dies allenfalls eine widerrechtliche Nutzung und kein Diebstahl.
      Schon der Begriff „Diebstahl geistigen Eigentums“ ist völlig falsch, da dies ja implizieren würde, dass der Beklaute seine Gedanken dann selbst nicht mehr benutzen kann. Auch die Idee, dass die Welt aus Dieben bestünde, ist schon im Ansatz falsch. Menschen sind bereit zu zahlen, wenn sie sich nicht ständig über den Tisch gezogen fühlen. Genau dies ist aber bei der Kulturverwertungsindustrie der Fall. Sie macht Milliardengeschäfte indem sie den Kreativen die Arbeit und den Kulturinteressierten das Geld klaut. Und durch die exklusive Übertragung der Verwertungsrechte ist dies dann tatsächlich Diebstahl. Denn dem Autor fehlt anschliessend sein eigener Text und dem Leser sein Geld.

    • Sepsollo schrieb am

      Es gibt für alles eine Lösung. Stellt Euch mal vor, Ihr könntet jeden Film, jede Musik, jedes Buch frei online genießen oder herunterladen. Kein CD-Regal, keine DVD-Sammlung, kein Bücherregal mehr nötig. Jedes Werk sofort und für alle Ewigkeit abrufbar. Jedes Wissen dieser Welt frei verfügbar. Das Einzige, zu dem ihr verpflichtet seid, ist eine anschließende Bewertung des Werkes. Von den Steuereinnahmen werden die Künstler, Regisseure und Autoren bezahlt. Und zwar nach Kategorie, Abrufanzahl und Bewertung. Diese drei Kriterien stellen folgendes sicher: Schrott erhält kein Geld, selbst wenn viele Leute den wegen heftiger Werbung aus Neugier abgerufen haben. Sehr gute Produkte bringen eine sehr gute Vergütung. Nischenprodukte bringen eine Vergütung entsprechend Güte und Anzahl der Interessenten. Ein kurzer Videoclip wird anders vergütet als ein kompletter Spielfilm.
      Etwas anders sieht es bei Erfindungen und Entdeckungen aus. Oft ist die Allgemeinheit gar nicht in der Lage, eine Erfindung oder Entdeckung richtig einzuschätzen. Selbst Experten irren hier und der Wert einer Erfindung zeigt sich erst nach Jahren. Deshalb könnte ich mir hier ein System vorstellen, wo es eine sofortige Einschätzung und Bewertung durch unabhängige Experten gibt und eine viermalige Nachbewertung nach jeweils 5 Jahren, die den Nutzen für die Menschheit ermittelt und entsprechend vergütet.
      Laßt mal den Piraten etwas Zeit, niemand kann die perfekte Lösung innerhalb weniger Tage aus dem Hut zaubern. Aber so, wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Das haben die Piraten erkannt, die restlichen Parteien nicht bzw. nur in umgekehrter Richtung.

      • Interessenausgleich schrieb am

        Die Diskussion dreht sich nun seit Jahren im Kreis. Die Realität ist: entweder man überwacht das Netz komplett, um file-sharing zu unterbinden und zu verfolgen (Totalüberwachung) oder man muss eine Lösung finden, die nicht missbraucht werden kann. Der technische Aufwand und die Folgen der Totalüberwachung und Strafverfolgung ist immens, das kostet die Gesellschaft nicht nur ihre Offenheit. Das fällt also als Lösung aus.

        Genauso unsinnig ist es aber, den Aufwand der am Entstehungs- und Verbreitungsprozess eines Werks nur noch auf freiwilliger Basis zu honorieren. Vor der Digitalisierung lief das ganz einfach über den Verkauf, von Datenträgern, Eintrittskarten, Leihgebühren usw. Das fällt beim sharen nun alles weg.

        Anstatt jahrelang die immergleichen Argumente und Vorurteile auszutauschen, wäre es an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie diese Interessen miteinander in Einklang zu bringen wären. Dazu müssten sich aber wohl alle Seiten etwas bewegen.

        Ich kann hier natürlich kein komplett ausgearbeitetes Konzept auf den Tisch legen, aber angesichts der Dimension dieser Frage wäre mein Ansatz der folgende:

        Die bestehenden Infrastrukturen der Kulturschaffenden bleiben erhalten (GEMA, Verlage, Labels, Rechteverwerter, Wiederverkäufer, etc.). Anstatt Millionen in Lobbyarbeit und Überwachung zu stecken, bauen und betreiben die Rechteverwerter ein allen Konsumenten, Kreativen und Verwertern offen stehendes und anonymes Kulturnetzwerk auf. Die Verwerter bilden darin die Struktur der Branchen, so ab, dass der mit dem Einpflegen von Inhalten beauftragte (Künstler, Dienstleister oder Verwerter) die Anteile der Projektbeteiligten einpflegen kann. Das Portal finanziert sich über eine mir den GEZ-Gebühren vergleichbare Flatrate. Die Nutzung der Inhalte und Dateien wird anonym über Clients getrackt, deren Schnittstelle zum System von Dienst-, Mehrwert und anderen Softwareanbietern zu zu bestimmenden nichtdiskreminierenden Bedingungen genutzt werden darf. Die Vergütung erfolgt gemäß der tatsächlichen Nutzung eines Werks zu den vom Einstellenden bestimmten Verteilungsschlüssel.

        Das muss als Denkanstoß zunächst reichen. Jeder der Punkte ist diskussionswürdig, vieles fehlt, und unter den gegebenen Bedingungen erscheint vieles zunächst unrealistisch. Wenn es aber möglich ist, ein Monstrum wie ACTA zu verhandeln, dann sollte es die Zeit und den Aufwand wert sein, sich endlich zusammen zu tun, um eine Lösung zu erarbeiten, die weder die Realität des Netzes, noch die berechtigten Interessen der Medienbranche ignoriert. Zumindest, solange wir die Totalüberwachung der Bürger nicht als einzige Alternative in Kauf nehmen wollen.

        Weder mit dem Beharren auf dem Gewohnheitsrecht auf vorelektronische Vermarktungsregeln, noch auf dem vom freien Runterladen kommen wir hier einen Schritt weiter. Macht mal alle die Köpfe auf, lasst ein bisschen frische Luft rein und werdet konstruktiv. Die bequemen, einfachen Lösungen sollte man den Populisten überlassen.

      • Jack Sparrow schrieb am

        „Es gibt für alles eine Lösung. Stellt Euch mal vor, Ihr könntet jeden Film, jede Musik, jedes Buch frei online genießen oder herunterladen. Kein CD-Regal, keine DVD-Sammlung, kein Bücherregal mehr nötig. Jedes Werk sofort und für alle Ewigkeit abrufbar. Jedes Wissen dieser Welt frei verfügbar. Das Einzige, zu dem ihr verpflichtet seid, ist eine anschließende Bewertung des Werkes. Von den Steuereinnahmen werden die Künstler, Regisseure und Autoren bezahlt.“
        ::::::::::
        Von Steuereinnahmen bezahlt? Von welchen Steuereinnahmen denn bitte schön? Wollen die Piraten demnächst noch eine Steuer erheben? Die Konsumsteuer für digitale Güter? Ich dachte, die Piraten wollen das kostenlose Filesharen legalisieren? Wie passt denn da eine Steuereinnahme ins Konzept?
        „Und zwar nach Kategorie, Abrufanzahl und Bewertung. Diese drei Kriterien stellen folgendes sicher: Schrott erhält kein Geld, selbst wenn viele Leute den wegen heftiger Werbung aus Neugier abgerufen haben. Sehr gute Produkte bringen eine sehr gute Vergütung. Nischenprodukte bringen eine Vergütung entsprechend Güte und Anzahl der Interessenten. Ein kurzer Videoclip wird anders vergütet als ein kompletter Spielfilm.“
        ::::::::::
        Sehr schön.
        Genau so läuft es doch bereits ab! Gurkenproduktionen, egal ob Film, Musik oder Literatur werden vom Markt, also von zahlenden Konsumenten mit Nichtachtung abgestraft. Du bringst Mist auf den Markt, also bekommst du auch nichts an Geld.
        ::::::::::
        „Laßt mal den Piraten etwas Zeit, niemand kann die perfekte Lösung innerhalb weniger Tage aus dem Hut zaubern. Aber so, wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Das haben die Piraten erkannt, die restlichen Parteien nicht bzw. nur in umgekehrter Richtung.“
        ::::::::::
        Wie was abläuft? Was kann bitte nicht mehr so weitergehen? Dass die Künstler sich gegen den kostenlosen Ausverkauf ihrer Arbeit wehren? Ja, das ist wahrhaft ein starkes Stück! Wie kann man von einer Partei, die es bereits seit einigen Jahren gibt, und die nur ein Ableger einer anderen Partei aus einem anderen Land ist, erwarten, dass sie durchdachte Konzepte ins Rennen um die Wählergunst wirft!
        Also wer so etwas von einer Partei erwartet, der ist aber so was von realitätsfern.
        Selbst von Künstlern erwartet man schließlich keine perfekten Produktionen. Da dürfen in den Filmen gerne mal Schnittfehler drin sein, und Szenen aus dem Nachbarstudio auftauchen, die mit dem eigentlichen Film nichts zu tun haben. Bei Musik ist es auch nicht schlimm, wenn statt ordentlicher Drums die alte Papptrommel aus der Waschküche benutzt wird und Autoren von Literatur verbessern und korrigieren sich doch eh ständig selber. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie landauf und landab mit verschlissenen Klamotten herumlaufen und Lesungen abhalten?

        Ne, ich kann das voll total nachvollziehen, dass man ja erstmal ordentlich auf die Kacke hauen muss, alles haben will, und dann, wenn das Kind in den Brunnen fällt erst anfängt zu überlegen, wie man das am besten handeln kann.

        • Interessenausgleich schrieb am

          Wehren allein reicht leider auch nicht. Die Vergütung ist ohne Inspektion und Analyse jedes Datenpakets, das dann im Fall eines nicht autorisierten Downloads zum Eintreiben von irgendwelchen Geldern führt, nicht machbar. Die Freiheit der Kommunikation und Privatsphäre aller müsste zugunsten der Rechteinhaber aufgegeben werden. Das wäre m.E. ohne Verfassungsänderng gar nicht machbar, und ob gerade die Urheber wirklich den digitalen Blockwart wollen, sollten sie sich auch mal überlegen. Der Ärger ist verständlich, aber in einer überwachten Gesellschaft möchte man vielleicht doch nicht leben.

          Zum Nachdenken wäre es mal ein guter Start, einfach festzuhalten, wo die tatsächlichen Grenzen aller Forderungen gezogen werden müssen und dann nach einem Weg zu suchen, der zwischen totaler Kontrolle und völliger Enteignung liegt. Die Argumente sind auf beiden Seiten kaum von reinem Lamentieren zu unterscheiden. Wir haben aber eine veränderte Realität zu bewältigen, vielleicht besser ohne gleich die Rechte des Einzelnen oder die Verfassung in die Tonne zu treten. Einfache Lösungen wird es nicht geben.

  40. Martin schrieb am

    Leute, ihr kapiert es nicht. Meine Frau schreibt Bücher und kann davon bescheiden überleben. Ihre Leser wollen ihre Bücher natürlich alle für nichtkommerzielle Zwecke nämlich für sich selbst. Nach euren Vorstellungen wird meine Frau zukünftig kein Geld mehr verdienen, denn ihre Leser wollen ihre Bücher und keine t-shirts (Merchandising), werden ihr kein Geld schenken (warum auch, wenn es das was sie wollen auch für lau gibt) und Werbung wird bei ihr der örtliche Autohändler auch nicht schalten. Ihr betreibt den Tod der Kunst und der Kultur. Nur, damit ihr kostenlos weitersaugen könnt. Prima!

    • FS schrieb am

      Interessante Überspitzung. Die meisten Leute wollen Bücher auch im Regal stehen haben und das gibts auch künftig nicht kostenlos. Wenns aber ein kostenloses ePub zum gedruckten Buch gibt, werden das die wenigsten Käufer einfach weiter verschenken und verteilen, denn da kommt eine weitere menschliche Eigenschaft durch: Mißgunst. „Wenn ich das bezahlen musste, soll der Depp es sich gefälligst selber kaufen, der schenkt mir ja auch nichts!“

      Anders gesagt: Man konnte auch bisher schon kopieren und trotzdem wurde munter weiter produziert. Daran wird sich durch Legalisierung nicht so viel ändern, lediglich Abmahnanwälte u.ä. werden sich wohl seriöse Berufe suchen müssen.

    • Frank schrieb am

      Das ist, sorry, euer Problem. Kunst heißt nunmal Kunst und nicht Arbeit. Nur, weil R.Williams 150Mio in den Rachen geworfen bekommt, weil die MIndustrie genug Teenager sicher hat, die sie mit überteuerten CDs abzocken kann, bedeutet es nicht zeitgleich, daß auch JEDER ANDERE, sagen wir mal Hobby-Hausfrau-Autor, auch ein Einkommen davon erziehlen kann.
      Wenn ihr eure Kunst nicht beim Erstverkauf redlich vergütet bekommt, tja, dann wars wohl doch nicht so super, oder? Ein „echter“ Künstler, der, sagen wir mal, Ölgemälde malte, war zu Lebzeiten auch selten entlohnt für seine Kunst. Oft genug lebte er von Spenden oder geduldet als Muse am Hofe des Herrschers…

      nix für ungut-aber wenn ich von meinem Hobby nicht leben kann, dann suche ich mir richtige Arbeit.

      • Martin schrieb am

        Jau. Der berühmte Erstverkauf. Ein Buch zu schreiben kostet ca. ein Jahr Arbeit. Richtige Arbeit, von morgens bis Abends. Der Erstkäufer müsste als ca. 70.000 € für das Buch bezahlen (das ist das Bruttoentgelt, auch Künstler müssen Steuern und Krankenversicherung zahlen). Weil das Schwachsinn ist, gibt es Modelle, bei denen viele Leute wenig zahlen müssen. Das funktioniert, weil es ein Urheberrecht gibt und eben nicht jeder einfach alles umsonst weiterverteilen darf.

      • nnoiz schrieb am

        „nix für ungut-aber wenn ich von meinem Hobby nicht leben kann, dann suche ich mir richtige Arbeit.“

        mache DIESE leute denn stress ??, was für ein schwachsinn
        es geht doch darum, dass einige vorschläge der PIRATEN arbeitende! urheber (ich zb als musiker) zu hobbybastler machen wird. aber dann suche ich mir mal endlich ehrliche arbeit (..bank, versicherung ?..)

      • Klaus schrieb am

        >>Das ist, sorry, euer Problem. Kunst heißt nunmal Kunst und nicht Arbeit. >>

        Krass diese Arroganz im Beitrag von Frank am 16.04.2012 um 21:58. Natürlich arbeiten Künstler. Übersetzt sagst Du, dass Dir völlig wurscht ist, ob jemand ein Jahr lang an einem Buch GEARBEITET hat. Du willst das Buch und zwar kostenlos. Du bist nicht bereit dem Autor auch nur einen Cent für seine Arbeit, von der Du profitierst, zu zahlen.

        Hier geht es nicht um freien Zugang zum Wissen, sondern um egoistische geiz-ist-geil Mentalität in Bezug auf Unterhaltungsmedien.

  41. Schnipsel schrieb am

    Zitat: „Der freie Zugang zu Wissen und Kultur ist entscheidend für die Entwicklung der Gesellschaft. Ihn aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, ist gesellschaftlich nicht tragbar. “
    Das heißt mit anderen Worten, die Piratenpartei strebt eine grundlegende Umwälzung der Gesellschaft und insbesondere der tragenden Ökonomie der Gesellschaft an. Die gegenwärtige Ökonomie jedenfalls basiert auf dem Wettbewerb von Marktteilnehmern und Wettbewerb wiederum ist nur möglich, wenn jeder Marktteilnehmer seine technologischen und sonstigen geistigen Innovationen exklusiv benutzen darf. Gibt ein Unternehmen seine kreativen Potentiale sofort in den Pool der „Gemeinschaft“, sind sie für die Vermarktung nichts mehr wert. Jede Kopie eines Produkts entwertet das Original und damit die Chance, damit seinen Lebensunterhalt verdienen zu können.
    Was bin ich doch froh, Bildhauer und nicht Musiker zu sein!
    Zitat: „Jeder darf selbst entscheiden ob und wie er seine Arbeit vermarktet, er kann dabei aber nicht verlangen, dass das Gesetz nur nach seinem Geschäftsmodell ausgerichtet wird.“ Na, wonach denn? Es geht nicht um „Geschäftsmodelle“, sondern um ein klare gesetzliche Grundlage, die es mir planbar ermöglicht, nicht nur von meiner Hände Arbeit sondern auch von meiner geistigen Arbeit leben, d.h. dieses vermarkten zu können.
    Zitat: „Alle Geschäftsmodelle, welche die nichtkommerzielle Vervielfältigung unbeschränkt lassen möchten, werden von den Piraten als unterstützenswert betrachtet.“ Mein „Geschäftsmodell“ sieht vor, dass mein Buch nur als gedrucktes Buch gekauft und nicht digitalisiert oder sonstwie kopiert und vertrieben werden darf, weil sonst der Marktwert des Buches gegen Null geht . Nun möchte Hansguckindieluft gerne eine „nichtkommerzielle“ Kopie des Buches machen. Ok, aber wozu? Um das Buch Stereo zu lesen? Um es an Freunde weiterzugeben? Letzteres wäre dann was? Nichtkommerziell (weil er es ja umsonst verteilt) oder doch kommerziell (weil dadurch in meinen Markt/“Kommerz“ eingegriffen und der Wert meines Buches geschmälert wird)?
    Irgendwie ist das alles noch ziemlich unausgegoren.

  42. KW schrieb am

    Es würde sehr viel einfacher sein über die Positionen der Piraten zu diskutieren, wenn viele Kommentatoren nicht mit Schaum vor dem Mund mit Begriffen wie „raffgierigen Industrien“ und „schleimigen Managern“ um sich ballern würden.
    Es mag vielleicht Neid sein, der sich aus der Unkenntnis der wahren Lebens- und Arbeitssituation von Künsltern zehrt, auf jeden Fall sollte man sich nicht wundern, wenn so kein Dialog zustande kommt.

    Die Schutzdauer bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers hat durchaus seinen Sinn und läßt sich natürlich rechtfertigen. In der Literatur ist es völlig normal, dass eine umfängliche Ausnutzung der Rechte sehr lange dauert. Die Verfilmung eines Romans ist seltenst nach 10 Jahren erfolgt. Sollte die Schutzdauer auf zehn Jahre nach Erscheinen verkürzt werden, würde eine „raffgierige“ Industrie und ihre „schleimigen “ Manager nichts anderes machen, als diese Zeit auszusitzen und dann völlig frei eine Verfilmung anzugehen. Wer davon garantiert nichts hat? Der Autor, der durchaus auch mal zehn Jahre an diesem Buch gesessen haben kann.

  43. Balduinbandwurm schrieb am

    @Ben
    Und was ist mit Deiner Kreditkartennummer die Du bei deinem Amazon Account hinterlegt hast? Auch ein digitales Gut, oder? Dann mach sie hier doch bitte mal öffentlich… ICh warte darauf!
    Ist doch nicht so schwer, oder?

    • Ben schrieb am

      Diebstahl ist strafrechtlich definiert. Falsches wird durch falsche Vergleiche nicht richtig.

  44. Balduinbandwurm schrieb am

    @Ben
    Und was ist mit Deiner Kreditkartennummer die Du bei deinem Amazon Account hinterlegt hast? Auch ein digitales Gut, oder? Wenn man sie nicht stehlen kann, mach sie hier doch bitte mal öffentlich… Ich warte darauf!
    Ist doch nicht so schwer, oder?

    • Jean Jacques schrieb am

      … nicht stehlen? – Das knacken von Accounts lernen Kidis schon auf dem Pausenhof der Grundschule!
      Bleibt nur die Frage, ob die Kreditkartennummer verkauft oder verschenkt werden soll?

  45. Kunde schrieb am

    Ich denke, dass die Fragen eines Interessenausgleichs ungleich komplizierter sind. So haben Fotografen z.B. ganz gute Vermarktungschancen mittels Internet. Man bezahlt fuer eine brauchbare Aufloesung oder erfreut sich eben an der Briefmarke. Die Musikbranche sollte aehnlich vorgehen. Napster und Simfy sind bestenfalls modernes Probehoeren. Dort kann man dann den ganzen kaputtkomprimierten Loudness-Quatsch lagern und fuer lau anbieten. Und fuer gutes Geld wuerde ich gerne wieder Schallplatten haben, aber mit ausgewiesenen technischen Parametern, die einen Hoergenuss ermoeglichen. Die MI wird doch noch wissen, zu welchen Leistungen sie im letzten Region Jahrhundert fähig war? An den derzeitigen Angeboten besteht oftmals kein Bedarf, weil man eben noch Schallplatten hat und die unsaegliche Verschlechterung im Vergleich erlebt.

    • Kater schrieb am

      Du wirst nicht glauben, wie vielen Leuten heutzutage der „kaputtkomprimierte Loundness-Quatsch“ völlig ausreicht. Den haben die Radio und Plattenlabels schon vor zwanzig Jahren zum Standard gemacht, das stört wirklich nur noch Liebhaber. Für Konsumenten zählt heute vor allem Quantität: möglichst viel für möglichst wenig Geld konsumieren. Ist doch bei Filmen genauso. Ein Cineast kann auch nicht verstehen, wie sich jemnd einen Film auf youtube oder anderen Streaming-Borads in grausigem Pixelmatsch anschauen und damit zufrieden sein kann. Ist aber bei den meisten heute so. Hauptsache umsonst. Qualität ist nur in Ausnahmen marktfähiges Verkaufsargument. Daher kannst du darauf auch eben keinen Markt aufbauen. Und daher sind rosarote Sonnenbrillen-Argumente wie „die Käufer werden für Qualität schon ausreichend blechen, auch wenn alles irgendwo gratis im Netz ist“ einfach komplett an der heutigen Konsumkultur vorbei argumentiert.

      • Zebro schrieb am

        Lassen wir am einfachsten doch alles so wie es ist. 😉

        Die Urheber scheinen ja zufrieden zu sein.

  46. CB schrieb am

    Was ich nicht verstehe, ist die komplizierte Herangehensweise der Piraten. Sie möchten nicht direkt an die restriktiven Verwertungsgesellschaften herantreten und sich für eine Öffnung einsetzen, sondern sofort die große Nummer reformieren: Das Urheberrecht.

    Jeder Künstler, der sich mit einer Verwertungsgesellschaft vertraglich einlässt (Musiklabel, Verlag, Bildagentur, etc.) sollte ausdrücklich vereinbaren können, dass eine private Nutzung nicht im Gegensatz zum Verwertungsvertrag steht. Die Verwertungsgesellschaften werden das nicht mögen, weil die Überprüfung davon schwieriger ist als ein pauschales »Nein«.
    Technisch wäre das jedoch machbar: Sobald jemand Inhalte privat nutzen möchte, könnte die Verwertungsgesellschaft einfach die passenden Rechte verkaufen. Z.B. die Nutzung eines Songs im eigenen privaten Video als separate Leistung für – sagen wir 3 €? Warum nicht?

    Ich bin sogar dafür, dass diese restriktiven Regelungen gelockert werden, allerdings nicht per staatlicher Enteignung der Urheber, sondern per vertraglicher Vereinbarung zwischen Urheber und Verwertergesellschaft. Wenn genügend Urheber darauf plädieren, dass die private Nutzung frei sein soll, werden die Verwertungsgesellschaften die passenden Verträge anbieten. Hier haben die Verwertungsgesellschaften schlicht geschlafen und tun dies immer noch.

    Den Urhebern die Entscheidung über die Nutzung ihres Werkes aus der Hand zu nehmen, und zum Allgemeingut zu erklären, ist grob gedacht und wenig zielführend.
    Also Finger weg vom Urheberrecht und ran an die Verträge mit den Verwertern.

    • Rigby schrieb am

      (…)Jeder Künstler, der sich mit einer Verwertungsgesellschaft vertraglich einlässt (Musiklabel, Verlag, Bildagentur, etc.) sollte ausdrücklich vereinbaren können, dass eine private Nutzung nicht im Gegensatz zum Verwertungsvertrag steht. (…)

      Und was passiert, wenn ich als Künstler das AUSDRÜCKLICH NICHT vereinbaren will? Weil ich nämlich als Schriftsteller von den Tantiemen für meine Bücher LEBE und diese den sogenannten Privatkopierern nicht gezahlt werden. Was heißt hier eigentlich auf eine Verwertungsgesellschaft „einlassen“? Die „bösen Verwerter“ übernehmen für mich all die Aufgaben, die mich vom Schreiben abhalten würden, müsste ich Sie selbst erledigen. So unwichtige Dinge wie den Druck, den Versand und das Marketing, was die als Profis besser machen, als ich selbst es je könnte. So etwas nennt man Arbeitsteilung und es gehört zu einer modernen Gesellschaft.

      Die ganzen tollen „neuen Geschäftsmodelle“ mögen ja für Software funktionieren. Vielleicht auch noch für Musik. Aber für Bücher? Ach ja, ich vergaß, dass Bücher ein antiquiertes Medium sind, dass nicht zählt.

      Was spricht eigentlich dagegen, das pauschale Abgabensystem auf Geräte und Rohlinge intelligent weiterzuentwickeln? Mir schwebt da eine Pauschale pro Internetanschluss vor, abzuführen vom Provider an die Verwertungsgesellschaften. Böseböse…

  47. hakkensack schrieb am

    Alles für frei ist natürlich eine etwas minderbegabte Position. Folgende Stichworte zum Thema:
    – bei durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk produzierten Dokumentarfilmen behalten sich die Sender idR das Zweitverwertungsrecht vor – und nehmen es dann nicht wahr, d.h. der Autor/Produzent hat gar keine Chance auf zusätzliche Einnahmen, da er das Nutzunbgsrecht qua Knebelvertrag vollständig abgegeben hat. Hier sollte dringend etwas geschehen.
    – bei Software können wir in Europa nur mit Tricks Patentschutz erwirken, was einen unglaublichen Wettbewerbsnachteil im Hinblick auf die USA (v.a. für KMU) bewirkt.
    – Open Source ist eine Religion, die via Dual licenses mittlerweile unterlaufen wird, was auch gar nicht anders geht, weil sonst einfach ne Menge Unternehmen zu machen müssten. Abgesehen von den kartellrechtlichen Fragen bei OS.
    – Das Urheberrecht an sich ist nicht mehr überschaubar: der mir vorliegende Kommentar umfasst ca. 2.500 Seiten. Die aktuelle Diskussion um die Rechte von Wissenschaflern, die bei Großverlagen publizieren (müssen) und über quasi keine Nutzungsrechte mehr verfügen, spricht für sich.

    Die PIRATEN tuen gut daran, sich bei diesem Thema endlich Kompetenz anzufressen, anstatt populistischen Parolen hinterher zu reproduzieren. Das Thema ist komplex und kompliziert, jedoch auch zentral für die Wissensgesellschaft.

    Es geht nicht nur um Kopierfreiheit, sondern insbesondere um Regelungen, wie Urheber bei Erst-, -Zweit- und Drittverwertungen durch die Produktions- und Marketing-Konglomerate (die PROMARKOGs) beteiligt werden können.

    Oder die Promarkogs zerstören selber via Attaken durch Subfirmen die illegalen Downloadserver und lassen sich dann ggf. verklagen. Das kratzt die doch nicht! Ist doch nur ne Rechnung wie lange und wieviel ein Prozess kostet im Verhältnis zur Duldungsstarre.

  48. Spider schrieb am

    Ich glaube, man sollte den Begriff „Werk“ noch mal diskutieren.

    Unter „Eigentum“ verstehe ich das Recht an einer Sache. Das ist, bis auf den Unterschied von „Eigentum“ und „Besitz“, recht einfach zu verstehen.

    Beim Begriff „Werk“ habe ich da mehr Probleme. Schaut man in §2 des Urheberrechts, so findet man eine sehr schwammige Auflistung.

    Ich glaube, dass die derzeitige Diskussion um das Urheberrecht darunter leidet. Denn was von der Mehrheit nicht verstanden wird, kann im Grunde auch keine Legitimation erfahren.

    Um mal etwas konkreter zu werden: Nehmen wir diesen Kommentar. Ist dieser ein Werk im Sinne des Urheberrechtes? Und wenn ja, welche Rechte könnte ich daraus geltend machen?

    • Anonymous schrieb am


      § 2 Geschützte Werke
      (1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:
      1. Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;
      2. Werke der Musik;
      3. pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst;
      4. Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;
      5. Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
      6. Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;
      7. Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.
      (2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.

      Was bitte ist daran schwammig?

      > „Denn was von der Mehrheit nicht verstanden wird, kann im Grunde auch keine Legitimation
      > erfahren“

      Wie bitte? Dann gilt der 2. Thermodynamische Hauptsatz also gar nicht?

      > „Nehmen wir diesen Kommentar. Ist dieser ein Werk im Sinne des Urheberrechtes?“

      Nein. Fehlende Schöpfungshöhe.

      • Spider schrieb am

        Was ist daran schwammig: Z.B. Werke der Musik. Bedeutet das nun, das die mp3-Datei geschützt ist, oder die einzelnen Spuren. Was ist hier genau das Werk? Zum anderen gibt es sogennante Kunstwerke, die ich nicht als Kunst ansehen würde. Sind das Werke im Sinne des Urheberrechtes?

        Was ist Schöpfunghöhe? Wie erkennt man diese? Darf jeder meinen Kommentar einfach nehmen und unter seinen Artikel schreiben?

        Lösst man diese Fragen offen, sorgt man nur dafür, dass die Gerichte genug Arbeit haben. Und die gerichtliche Klärung halte ich nicht für besonders erstrebenswert. Diese sollte eher die Ausnahme sein.

  49. KonWe schrieb am

    Grundlage eurer Argumentation ist, das eine Vervielfältigung von virtuellen Produkten viel viel billiger und einfacher ist als Vervielfältigung von physischen Produkten und deswegen jedem umsonst zugänglich sein sollte . Aber wenn man mal überlegt: Angenommen ich habe ein paar Milliarden zuviel und baue aus altruistischem Bedürfnis eine Autofabrik und produziere damit Kopien eines Automodells der Firma XY und verschenke diese einfach an die Menschen. Ist das dann legal oder in Ordnung? Nein, ohne Einverständnis von XY verstößt das gegen die Rechte von XY auch wenn es umsonst ist, und unser Gesellschaft hat mehr als klar seit langer langer Zeit aus guten Gründen sich darauf geeinigt das das so ist. Oberflächlich betrachtet sieht es so aus als ob es bei Virtuellen Produkten anders wäre aber das ist es nicht. Der Server auf dem du deine Daten/Dateien zum Download anbietest ist deine Fabrik mit der du bei jedem Downloadvorgang eine neue Einheit(100% identische Kopie!) des Originals produzierst und weitergibst. Das ist genau das selbe wie mit dem Auto auch, nur ist es viel viel billiger, einfacher und schneller, verstößt aber trotzdem gegen die Rechte des Urhebers/Entwicklers/Erfinders/Rechteinhabers/Originalproduzenten.
    Jetzt könnte man Argumentieren: Aber wenn ich es kaufe und dann weiterverschenkte dann darf ich das doch oder? Ja darf man vorausgesetzt man fertigt keine Kopie an, d.h. genauso wie man sein Auto weiterverschenken darf so kann man auch seine Original-DVD verschenken, weil dabei keine Kopie der Daten(Produkt) angefertigt wird. Sobald du aber die geschützten Daten(Produkt) kopierst und die Kopie ohne Erlaubnis das Rechteinhabers weiterverbreitest, dann hast du ein neues Produkt produziert das gegen das IP des Rechteinhabers verstößt.
    Schade das ihr euch so sehr auf diese Sache konzentriert, weil das macht aus marktwirtschaftlicher Sicht keinen Sinn und deswegen werdet ihr euch damit auch niemals durchsetzen können. Das wird ein Rohrkrepierer. Dumm zu versuchen eine neue Partei auf so etwas aufzubauen.

    Wo ich zustimme ist, das der Konsument(Downloader) nicht kriminalisiert werden sollte. Man kann vom Konsument(Downloader) nicht erwarten das er einschätzen kann welche der offen im Internet zur Verfügung stehenden Daten legal angeboten werden und welche nicht.
    Aber vom Uploader und vom Betreiber der Datenquelle kann man sehrwohl verlangen das er überprüft ob die Daten(Produkt) einem Schutzrecht unterliegen oder nicht.

    Deswegen: Prinzipiell Konsument/Downloader schützen, Uploader/Anbieter der Daten bei Rechteverstoß mahnen und falls notwendig bestrafen. Es sollte eine Staatliche Behörde geben die sich um so etwas kümmert. Jeder Urheber, egal ob klein oder groß, der sein Produkt nicht frei vervielfältigt sehen möchte, sollte sein Produkt gegen eine minimale Gebühr dort registrieren lassen können und die Behörde kümmert sich dann um die Verfolgung der Rechteverletzer. Es sollte nicht so sein das sich nur wohlhabende oder mächtige Urheber schützen können, sondern das sollte jedem offenstehen.

    • The_Underscore schrieb am

      Die Privatkopie (Betonung: Privat>kopie) soll aber auch dem Verleihen entsprechen. Denn eine DVD kannst du verleihen, den Film auf der Festplatte aber derzeit nicht. Damit haben Medien, die auf Datenträgern verkauft werden, zur Zeit einen unangemessenen Vorteil gegenüber den rein digitalen Medien.

  50. Jonny Dee schrieb am

    Hallo,

    ich möchte auf meine Initiative hinweisen, die gerade bei der Piratenpartei im LiquidFeedback läuft.
    Es geht darum, dass ein staatlicher und kostenloser
    Online-Dienst zur Verfügung gestellt werden soll, über den man
    digitale Inhalte mit einem Zeitstempel versehen kann um jederzeit
    rechtskräftig vor Gericht nachweisen zu können, dass man den Inhalt
    zum gegebenen Zeitpunkt bereits hatte — ein gängiges Mittel um die Urheberschaft für einen bestimmten Inhalt zu beweisen. Bisher ist dafür der Gang zum
    Notar notwendig (siehe Notarielle Prioritätsverhandlung), den die wenigsten aufgrund der Kosten machen.

    Mit dem vorgeschlagenen Service soll jeder zu jeder Zeit und so oft
    er will den Service kostenlos in Anspruch nehmen können. Und vor
    Gericht soll dieser Nachweis dann auch Bestand haben.

    Leider erkennen bisher nur sehr sehr wenige das Potential, das hinter
    so einem Service steckt und entsprechend gering ist bisher die
    Unterstützung. Bitte helft mit und versucht andere davon zu
    überzeugen, dass so ein Online-Service ein unschätzbarer Gewinn für
    alle ist!!! Die Initiative läuft nur noch 11 Tage und ich brauche
    noch 73 Stimmen…

    Hier der Link: Freie Online-Dienste für den Beweis der Existenz eines Inhalts ab einem bestimmten Zeitpunkt, der Urheberschaft, und zum Auffinden von Urhebern für konkrete Inhalte

    Danke liebe Piraten,
    Jonny

  51. Bernd Paysan schrieb am

    Da fehlt noch eine Menge, bis die Argumentation richtig schlüssig ist. Das Hauptproblem ist die Sache mit dem „NC“, dem nichtkommerziellen Teil. Unsere Gerichte und mit ihnen befreundete Abmahnanwälte haben da schon jetzt schwere Abgrenzungsprobleme, weshalb der Tausch eines Albums über BitTorrent schon „gewerblichen Ausmaß“ hat. Und gerade die Werbe-Einblendungen von Sharehostern, PirateBay und Streaming-Portalen wie Kino.to bringen ja durchaus eine Menge Geld – und von Napster bis zu MegaUpload sind die alle erfolgreich über den Rechtsweg angegriffen worden. Ohne solche Infrastruktur geht’s aber nicht, nicht wirklich. Selbst am reinen P2P-Tausch verdient zumindest der DSL-Provider, denn mehr Bandbreite kostet mehr Geld (und als Tauscher braucht man mehr Bandbreite, vor allem Upload-Bandbreite). Und so reine P2P-Tauschbörsen ohne Tracker, ohne Suchportal, das ist alles noch schwer in den Kinderschuhen…

    Die richtige Position ist dann auch nicht eine irgendwo in der Mitte, sondern eben ein klares „Doch, die Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen“, also zumindest den Verwerter-Teil, und auch die kommerzielle Kopie grundsätzlich erlauben. Die Behauptung, das schade dem Künstler, ist nämlich auch alles andere als fundiert. Bollywood produziert mehr Filme als Hollywood, Chinas Musikszene ist auch alles andere als tot, und trotzdem – das Copyright interessiert dort wirklich keinen. Das ist so wie in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – da gab’s auch kein Urheberrecht, und trotzdem (nein, gerade deshalb!) waren wir das Land der Dichter und Denker, mit zehnmal so viel Neuveröffentlichungen wie in England. Wenn der Raubdrucker von nebenan eine ernste Konkurrenz ist, hat man als Verlag definitiv ein anderes Geschäftsmodell – aber als Schriftsteller hat man hohe Auflagen zu niedrigen Preisen und damit ein großes Publikum. Und nichts ist wertvoller als ein großes Publikum, das das nächste Werk gleich vorbestellt.

    Die Argumentation, dass das Internet die Situation ändert, ist auch nicht richtig. 1830 gab’s kein Internet, nicht mal einen Telegraphen. Lochkarten wurden nur für die Weberei eingesetzt. Trotzdem war die Copyright-freie Gesellschaft Deutschlands kulturell viel besser versorgt als das England mit Copyright.

    Lesetipp: Against Intellectual Monopoly. Untersucht sowohl Patente als auch Copyright, und kommt zu dem Schluss, dass beide negative Effekte auf das haben, was sie angeblich fördern: Technik und Kultur.

    Das Thema ist ein dickes Brett, und die Piraten erwecken halt schon den Eindruck, dass sie halt gern filesharen wollen, und das gesetzlich verankert haben möchten, zu Lasten der Kulturschaffenden. Der Eindruck muss weg, aber dazu muss man den Kulturschaffenden erklären, warum ihnen das Copyright, die Verwerterrechte mehr schaden als nützen. Das wird nicht einfach sein.

    • The_Underscore schrieb am

      Ich kenne Leute, die mehr kaufen würden, wenn sie es nicht illegal bekommen würden. Wenn es legalisiert würde, würden das bestimmt mehr – gerade, wenn Firmen dies ausnutzen würden und so z.B. kein Windows mehr bei Rechnern mitliefern müssten, sondern nur noch ein Download-Programm dafür. „Ehrliche Käufer“ haben dann auch gesetzlich keinen Anreiz mehr zum Kauf, würden diesen vielleicht nur noch als Spende betrachten – und besonders viel spenden die meisten Leute eben nicht; ich zweifle daran, dass das durch mehr Käufe ausgeglichen würde. Bollywood kann außerdem auch definitiv nicht Hollywood ersetzen.

    • Komponist schrieb am

      Es ist schon ziemlich witzig:
      – die, die sich „privat“ im Internet bedienen, wollen das Urheberrecht praktisch abschaffen (was nützt ein Recht, das nicht durchgesetzt wird?)
      – die, die das Recht zur Zeit besitzen (Urheber), wollen es behalten und wären dem Staat dankbar, wenn er dieses geltende Recht durchsetzen würde

      Oder ist „witzig“ nicht der richtige Ausdruck?

  52. chefin schrieb am

    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das hier versucht wird der Mehrheit gerecht zu werden und erwartet das Minderheiten sich unterordnen. Nur ob dass im verhältniss Schaffende Konsument korrekt ist wage ich zu bezweifeln.

    Eines ist aber deutlich erkennbar: Piraten sind in der Realität angekommen und fangen an WischiWaschi Formulierungen zu benutzen.

    Oder wie soll man zb den Punkt 6 verstehen: Wenn etwas veröffentlicht wurde ist es automatisch allgemeingut das jeder privat kopieren darf so oft er will. Wann ist etwas veröffentlicht? Schon damit das der Künstler es nicht mehr persönlich vertreibt? Oder wenn er es im Radio spielt? Oder ins Internet stellt zum Kostenpflichtigen Download? CD davon verkauft? Und wie ist dann „oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht“ zu verstehen? Kopierschutz? Kaufvertrag?

    Je nach dem wie man es versteht, spätestens aber beim Kopierschutz dürfte öffentlich machen zuende sein. Da weiter oben ein Verbot solcher Kopierschutzmassnahmen gefordert wird, müsste man wohl auf AGB ausweichen. Oder sind die auch nicht mehr statthaft und werden abgeschafft per Gesetz?

    Egal wie man es den sieht, der gesamte Artikel ist nur noch ein Placebo ohne realen Wert…wie jedes Parteiprogramm jeder anderen Partei.

    Zusammengefasst:

    Wir erlauben jedem das freie kopieren, es sei den……… und das führt dazu: es ist nicht erlaubt.

    PS: wird eigentlich irgendwo im Piratenprogramm mal von den Rechten der Künstler gesprochen…ausser das sie halt gefälligst ihr Geschäftsmodell ändern müssen? Oder von den Pflichten der Käufer oder den Sanktionen bei Überschreitung ihrer Rechte? Man fragt sich warum das so schamhaft verschwiegen wird. Den in einer wirklichen Regierungsverantwortung aus der heraus eine Reform entsteht müssen diese Punkte auch geklärt werden. Mit einer offenen transparenten Meinungsbildung müssen natürlich auch solche Dinge im Vorfeld erfasst werden.

  53. Peter schrieb am

    Die Kreativen werden vor die Hunde gehen.
    Es wird private Download Seiten für Alles geben und niemand benutzt mehr kostenpflichtige App- und Musicstores.

    Piraten sind einfach unwählbar.

  54. Anonymous schrieb am

    Was soll eigentlich passieren, wenn Quantencomputer eingeführt werden und eine digitale Instanz eines Werkes eineindeutig wird, so dass eine Kopie nicht mehr in dem Sinne eine Kopie ist, wie es jetzt der Fall ist?

  55. Marc schrieb am

    Die Positionen habe ich schon verstanden. Und auch nach erneutem Lesen muss ich als Kulturschaffender sagen: Vollkommen inakzeptabel.

  56. Mecki schrieb am

    Um das gleich einmal vorweg zu nehmen: Ja, ich bin einer dieser Urheber, ich lebe vom Urheberrecht. Und mit vielen Aussagen im obigen Artikel habe ich auch keine Probleme, aber vor allem diese Aussage stößt mir sauer auf:
    eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert,
    Die Idee, dass Kopieren aller Werke und deren Nutzung kostenfrei sein sollte, solange keine kommerzielle Nutzung erfolgt, zeigt wie kurzsichtig die Piraten denken; und auch wie wenig sie von Wirtschaftskreisläufen verstehen, und das finde ich ehrlich gesagt äußerst bedauerlich.

    Wenn jeder praktisch alles kostenlos beziehen kann für den privaten Gebrauch, dann fällt der komplette Privatsektor als Einnahmequelle für Urheber und Rechteverwerter weg. Diesen „Verdienstausfall“ werden die meisten dadurch kompensieren, dass sie die Preise für eine kommerzielle Nutzung entsprechend erhöhen werden, und ich meine hier nicht um ein paar Prozent, ich meine hier um den Faktor 10 bis 20, und das hat wiederum gravierende Folgen.

    Zum einen werden z.B. Radiosender sterben wie die fliegen, denn bei ihnen handelt es sich um eine kommerzielle Nutzung und die meisten werden es sich gar nicht mehr leisten können irgendwelche unfreie Musik zu spielen oder sie müssen so viel Werbung bringen, dass der Hörer mehr Werbung als Musik zu hören bekommt. Auch aus Filmen und dem Fernsehen werden die meisten Musiktitel verbannt, da auch hier einfach kein Geld mehr vorhanden ist. Die Qualität derartiger Produktionen, die bereits heute nicht sonderlich hoch ist, wird dadurch noch deutlich stärker abnehmen als dieses bisher der Fall war. Das sei aber nur einmal am Rande erwähnt.

    Deutlich schwerwiegender wiegt die Tatsache, dass in vielen Produkten, die bei uns so in den Regalen stehen, Urheberrechtsabgaben im Endpreis enthalten sind. Oft sind das nur wenige Euro oder sogar nur Cent von denen die meisten Kunden nichts merken und die ihnen auch nicht sonderlich weh tun. Wenn aber die kommerzielle Nutzung deutlich teurer wird als dies bisher der Fall ist, dann kommt es bei solchen Produkten zu einer massiven Preissteigerung. Ich spreche hier von Produkten wie Waschmaschinen, Fernseher, Autos, sogar manche Kaffeemaschinen, praktisch alles in dem Software oder Hardware verbaut ist, deren Urheberrecht bei Fremdfirmen liegt. Von Computern, Handies, MP3 Playern und ähnlichen technischen Geräten will ich gar nicht erst anfangen. Diese Produkte werden so teuer, dass sie viele Menschen diese nicht mehr leisten können, einzig aufgrund der hohen Urheberrechtsabgaben, die der Hersteller zahlen muss.

    Das wird dazu führen, dass Arbeitnehmer deutlich höhere Gehälter fordern, da sie mit ihrem Nettogehalt sich kaum mehr Dinge des täglichen Bedarfsleisten können. Das wiederum verteuert weitere Produkte, führt zu noch mehr Lohnerhöhungen und am Ende führt das ganze nur zu einer Abwertung unserer Währung, die Inflation wird deutlich zunehmen. Und Inflation bedeutet auch, unsere Ersparnisse sind weniger Wert, unsere Kapitalanlagen (Lebensversicherungen, private Altersvorsorge) sind weniger Wert, dabei verlieren wir dann am Ende alle. Und das Paradoxe dabei ist, wir verlieren innerhalb von 2-3 Jahren mehr als wir an Geldern ausgegeben hätten, wenn wir statt kostenlos zu kopieren, die nächsten 50 Jahre Urheberrechtswerke weiterhin hätten kaufen müssen zu den aktuellen Preisen. Wer hier denkt, dass irgendwer hier „freien, kostenlosen Zugang“ zu etwas bekommt, der ist extrem kurzsichtig, da er übersieht, dass dieser Luxus anderweitig gegen finanziert wird und am Ende wir alle dafür bezahlen.

    Die Idee, dass nur kommerzielle Nutzung kostenpflichtig ist und private Nutzung kostenfrei, ist in etwas so, als wenn man sagt: Strom ist ja bereits im Netz (hier Stromnetz) vorhanden, also warum sollte man es verbieten, das Privatanwender dieses Netz für ihren privaten Stromverbrauch anzapfen? Geben wir doch den privaten Stromverbrauch frei, wer will darf die Stromkonzerne freiwillig bezahlen (einen Vertrag abschließen und monatlich Gebühren entrichten), aber niemand wird gezwungen und wer Strom „schwarz“ zieht, wird nicht mehr verfolgt oder strafrechtlich belangt. Einzig wer Strom für kommerzielle Zwecke verwendet, muss diesen bezahlen, also z.B. Firmen, die damit ihre Fertigungsanlagen betreiben. Ergebnis? Der Strompreis schießt durch die Decke und alle Produkte, deren Produktion Strom benötigt werden massiv teurer. Genau der gleiche Effekt.

  57. robert schrieb am

    zunächst einmal, ich bin selber urheber, und zwar sowohl bildender künstler, als auch musiker. und nein, ich kann nicht davon leben, was ich vor allem den strukturen sowohl des kunst- als auch des musikmarktes zurechne, denn, und das weiss man nach 5 jahren kunstakademie, mit QUALITÄT hat erfolg in einem dieser märkte einfach überhaupt nichts zu tun. ich möchte damit nicht sagen, erfolgreiche künstler wären qualitativ schlecht, im gegenteil, es gibt viele ökonomisch erfolgreiche, hervorragende künstler. aber ob man nun ein bild verkauft oder nicht oder ob man eine platte bei einem label veröffentlichen kann hängt von kontakten, und der fähigkeit diese zu nutzen ab, nicht von der qualität der kunst respektive musik. ich spreche hierbei nicht von meinen eigenen werken, sondern vor allem von anderen künstlern, wovon ich genügend kenne, und zu behaupten wage, aufgrund meiner ausbildung in diesem bereich, das einige nicht besser oder schlechter sind als erfolgreiche künstler, und trotzdem pleite und erfolglos.

    hierbei hilft das internet massiv, denn es lässt sich mit ein bisschen geschick und arbeit das monopol der meinungsmacher umgehen, und man kann ein publikum erreichen, ohne auf die ökonomischen strukturen des bestehenden marktes zurückgreifen zu müssen.

    aber: wenn filesharing vollkommen legalisiert ist, dann ergibt sich das problem das so tolle sachen wie z.b. bandcamp nicht mehr wirtschaftlich relevant sind, womit all die großartigen, der kunst förderlichen vorteile des netzes zunichtegemacht werden. und nein, ich habe keinen bock, um euer geld zu betteln, und alle anderen auch nicht, die ein bisschen stolz auf ihre arbeit gewahrt haben. wir künstler wurden lange genug von der industrie/dem kunstmarkt beschissen.

    auf der anderen seite verstehe ich das bedürfnis, musik zu hören, zu verteilen, mal ein video auf youtube hochzuladen, von einem track den man geil findet, etc.

    deswegen habe ich eine einfache lösung:

    man erlaubt hoch/runterladen wie es jedem passt, ABER: nur in einer minderen qualität. die originalqualität wie sie eine cd/lp/dvd bietet sollte den käufern vorbehalten werden. das kann man ganz einfach, ohne acta und die ganze andere scheisse, ANONYM anhand der größe der dateien kontrollieren, wenn es zentrale, legale tauschbörsen gibt. also, es werden z.b. 320kbit mp3s automatisch geblockt, 128kbits erlaubt. und wer trotzdem qualitativ hochwertige datein tauscht, naja, der tauscht sie halt. wäre nicht legal, aber deswegen muss man ja nicht gleich durchdrehen und alles zensieren und kontrollieren, viel wichtiger ist doch, das man ein bewußtsein dafür schafft, was eben erlaubt ist und was nicht. man kann ja auch nachts über rote ampeln fahren, ohne das das jemand merkt, trotzdem machen das die wenigsten, eben weil es allgemein anerkannt ist, das nicht zu tun. ich denke, das würde schon reichen, um die meisten menschen dazu zu bringen, legale, bezahlte (ich mein, hey, 1 euro pro stück ist doch irgendwie nicht viel, oder ??? ) downloads die neben einer kleinen gebühr für den webservice direkt an den künstler gehen zu nutzen. ist doch alles ganz easy oder? ihr könnt die musik hören, die ihr wollt, und wenn ihrs geil findet und richtig guten klang wollt, bezahlt ihr ein bisschen, dann haben wir alle was davon, nur die manager von universal können sich nen neuen job suchen. aber um die tuts mir nicht leid. peace.

    • Rigby schrieb am

      Schön. Und wie vermindere ich die Qualität des geschriebenen Wortes? Schlechtere Auflösung des Textes? So lange der Downloader den Test lesen kann, kann er ihn lesen.

  58. HaSi schrieb am

    Liebe Piraten,

    die in den voranstehenden Kommentaren z.T. vorgebrachten alternativen Vertriebsmodelle funktionieren nur deshalb, gerade weil das ungehemmte Kopieren derzeit untersagt ist. Bevor nämlich der Konsument eine Abmahnung kassiert, bezahlt er lieber den geringen Preis (z.b. 50ct / Musikdownload, 29ct / Microstockfoto) oder schraubt seine Qualitätsansprüche entsprechend seiner finanziellen Mittel herunter. Micropayment-Modelle funktionieren nur deshalb, weil sie den Konsumenten über den Preis für sich gewinnen können.

    Wird, wie von euch rundheraus gefordert, die „nichtkommerzielle Vervielfältigung“ legal, dann fällt der Anreiz weg, sich nach günstigen Preisen umschauen zu müssen. Da der Preis für digitale Inhalte auf Null fällt, funktionieren ergo auch die Micropayment-Systeme nicht mehr.

    Zum immer wieder gerne vorgebrachten „Erstverwertungsrecht“: Dies mag im Buchhandel funktionieren (was ich allerdings ebenfalls bezweifle). Aber es gibt genügend digitale Inhalte, die zwar einen Wert haben, welcher aber nicht so hoch ist, dass ein Nutzer ernsthaft dafür mehrere K-Euro hinblättern würde. Ich fotografiere z.B. recht erfolgreich im Microstockbereich. Für mich gibt es keine Erstverwertungsrechte, da die produzierten Fotos inhaltlich sowie preislich ein Massengeschäft sind. Wenn meine Bilder legal kopiert werden dürfen, dann werde ich aus o.g. Gründen genau Null daran verdienen.

    Zu guter Letzt: Ich kann die Haarspalterei zum Thema Diebstahl/Kopie, die von euren Mitgliedern betrieben wird, nicht mehr ertragen. Fakt ist: jede nichtbezahlte Nutzung meiner digitalen Inhalte schädigt mich finanziell exakt so, als hätte der Nutzer mir den angesetzten Betrag aus meiner Geldbörse genommen. Eine Kopie schädigt deshalb genauso wie ein Diebstahl, erst recht, wenn die Kopie legal ist, und mir somit die Chance genommen wird, meine Inhalte noch an jemanden anderes gegen Geld zu veräußern.

    Das vorliegende Positionspapier ist in dieser Form für Kreative nicht akzeptabel und ein klarer Grund, das Kreuz an einer anderen Stelle zu machen.

    • sebastian schrieb am

      Gut, dass mal jemand so klar die Folgen ausspricht, die die Position der Piraten hätte.

      Bzgl. der Haarspalterei Diebstahl/Kopie: Ein Problem ist oft, dass dann, wenn es Wählern der Piratenpartei u.a. als Argument für kostenlosen Konsum dienlich ist, sie sich immer in eine Welt ohne Konsequenzen versetzen.

      Ton, Bild und Text werden dann gerne als nicht stehlbar erklärt, weil angenehmerweise der Blick auf Folgen völlig verloren geht. Was nicht Materie sondern Idee und Welle ist, um dessen Finanzierung sollen dann die Macher kämpfen, während ein Auto z.b. mit seiner unkopierbaren Materie seinen Wert ganz von selbst erhält.

      So ein wortwörtlich materialistisches, simples und konsequenzfreies Denken findet sich aber in der Wirklichkeit nicht, denn fernab der Bits und Bytes gibt es auch sowas wie grünen Strom und Fair trade usw. Manchmal könnte man meinen, ein waschechter Pirat würde auch den fettesten Benzinschlucker kaufen, und gäbe es FCKW-Kühlschränke für lau, dann wär ihm das auch recht.

      Letzteres ist natürlich ne Überspitzung, aber rund um die Piratenpartei fängt manchmal oft das Denken übers Kopieren von Bits und Bytes an, und das über gesellschaftliche Folgen hört auf. Und die Heilsverprechen von Fortschritt durch ihr zwangsweises Copyleft, das wirkt ein bisschen wie Blendwerk. Denn es gibt längst freie Software, Creative Commons Lizenzen und sonstige freiwillig anwendbare Werkzeuge für Fortschritt. Aber ausgerechnet eine erzwungene Art GPL Lizenz auf alle Werke, mit der (natürlich nur beiläufig!11) alles konsumierbare kostenlos wird, nur die bringt angeblich den besten Fortschritt. Aber das Problem ist gar nicht der Zulauf, den die Piratenpartei mit diesen angenehmen Wohnzimmer-Nebenwirkungen ihres Fortschrittsplans hat. Sondern dass sie offensichtlich die Ambivalenz der Themen satt sind und deshalb nur mit ihrem simplen Piraten-Copyleft antworten.

  59. martin schrieb am

    http://www.heise.de/tp/artikel/4/4237/1.html
    Und was haben arme klagende Künstler verdient, an denen andere immer noch verdienen > Hartz IV > kein Hartz IV Enteignung durch Bertelsmann.
    http://www.mediadb.eu/datenbanken/internationale-medienkonzerne/bertelsmann-ag.html
    .
    Mit jeder Grundgesetz-verdrehnung der nachfolgenden Gesetzgebung – Verträge – oder einer Wortumgestaltung oder dessen Auslegung wird der kleine Künstler; Arbeitnehmer; Angestellte etc. ausgenommen

  60. sebastian schrieb am

    was die piratenpartei sich ausgedacht hat, ist doch utopie. jedes digitale werk soll kostenlos erhältlich sein, und die macher sollen dann mit den alternativen einnahmen zurechtkommen, große wie kleine anbieter, auch autoren und musiker selbst, jeder.

    diese alternativen sind entweder nicht je artikel oder nicht zwingend notwendig. wer bezahlt denn ohne jegliche notwendigkeit dann noch etwas? glaubt ihr denn etwa auch, wenn man z.b. schwarzarbeit erlauben würde, dass noch irgendjemand freiwillig die steuern zahlt?

    und wieso redet ihr davon, dass sowas wie euere urheberrechtsposition bereits realität sei – stimmt doch überhaupt nicht. es ist nur teilweise realität, dass leute nicht zum bezahlen aufgefordert werden, nämlich über p2p und sharehoster. itunes, musicload, youtube (man „bezahlt“ indem man werbung sieht) schliesst ihr immer wieder aus eurer „realität“ aus.

    selbst die sharehoster verdienen geld mit dem was sie tun, entsprechen also nicht eurem nicht-kommerziellen entwurf des legalen sharers. was bleibt denn? eine gewisse „realität“ aus p2p sharing, die dann nicht kommerziell ist, wenn man traffic als kostenlos betrachtet.

    ich kann nur noch sagen, ich zahl z.b. gerne 1 euro für nen guten song, und wenn er mir zu schlecht ist für das geld, dann lass ich es eben sein. ich denke *nicht daran, dass das kopieren des files doch erst mal ohne folgen ist und nur strom und traffic verbraucht. nein, ich denke bei sowas daran, dass ich proportional dazu, wieviele songs ich will, bereit bin, diesen spaß auch zu entlohnen, und zwar nicht freiwillig, weil mir klar ist, dass ich mich dann selber kaum an meine gewissen prinzipien halten würde.

    stutzig? wisst ihr warum? weil das aktuelle gesetz meinem willen entspricht, die macher der werke zu bezahlen. das ist psychologie. das ist der grund, warum so oft zu lesen ist, das donationware z.b. nicht funzt. ich habe erst vor nem jahr den entwickler von dblue glitch gefragt, was er denn damit verdient (hatte 20 ökken gespendet), und zu meiner eigenenen verwunderung sagte er eben, dass es monatlich für ein oder zwei bier reicht. er macht das freiwillig so. aber wollt ihr solche modelle den leuten aufzwängen? (wobei ich nicht weiss, ob sich euer entwurf auf software erstreckt)

    eure „freiwillige“ bezahlung fängt erst an zu funktionieren, wenn sie über (zwangs)abgaben erfolgt, und dort ist bereits die proportion entkoppelt, es ist dann später völlig unklar, warum man nun so viel abgabe zahlt, wenn man doch nur dieses und jenes konsumiert. die folgen von pauschalen abgaben sind undfairness und gejammer, siehe gez.

    freiwillige bezahlen tut man sehr selten (meine donations vs. käufe von werken sind etwa 1 zu 10), informiert euch doch mal, wie gut sowas läuft, z.b. bei donationcoder.com. wenn man konsequent werbung als eine kommerzielle sache (entlohnung) ansieht, muss man doch eingestehen, dass komplett freiwillige bezahlung so gut wie gar nicht funktioniert.

    manchmal liesst man bei euch zwischen den zeilen, dass mit eurem urheberrechtsmodell alles toll werden würde, weil man einfach glücklich wäre mit der vereinfachung wäre, und von mir aus auch mit ner entkriminalisierung. ja, acta taugt nichts, ist weit übers ziel hinaus geschossen. leider seid ihr das mit eurem offensichlichen kernthema auch.

  61. sebastian schrieb am

    noch etwas: die forderung, dass file sharing legal wird, ist sehr beliebt bei wählern, nehme
    ich einfach mal an. euer name steht immerhin dafür, so scheint es jedenfalls.

    das problem könnte werden, das so fundamental im urheberrecht zu verankern mit eurem derzeitigen entwurf. der erlaubt nämlich (wenn da kein wettbewerbs oder sonst ein schutzrecht dagegenspricht) kopien von werken online zu stellen, unter eurer bedingung, dass hier nichts kommerzielles dabei ist. also könnte jemand, nur wenn ihm ein blog oder eine zeitung (nicht) gefällt oder er lust und laune hat, diese auch täglich frisch kopieren (und die werbung weglassen) und beim ursprünglichen autor entstünde dann die notwendigkeit, damit umzugehen. z.b. müsste sich eines solchen von Jonny vorgeschlagenen dienstes bedienen, der die urheberschaft des digitalen werkes belegen soll.

    zudem müssten die konsumenten (leser des blogs usw) informiert werden, von wem nun die texte stammen, es kann ja viele schlichte kopien geben (alle kopierer handeln ja legal, mit solchen kopien wäre zu rechnen). das könnte also ein gewisses „link-gesetz“ notwendig machen, so dass werkkopien also ihren ursprung nennen müssen.

    also stünde z.b. in meinem (nach eurem entwurf und meinen ergänzungen hier) möglichen blog alle solche notwendigkeiten, und trotzdem würde er ohne werbung sein, da nicht-kommerziell. die leser würden also lieber meine kopie mit link (auf sagen wir heise.de) lesen, weil dort kein banner stört. wenn euer urheberrecht real wäre, müsste – glaube ich – ein rattenschwanz von einschränkungen bzw. korrekturen erfolgen. eine irgendwie so geartete weiterführung eurer urheberrechtsposition habt ihr noch nicht geschrieben.

    und crowdfunding ist übrigens funding. wie gut passen da bereits fertige werke rein? wie passen ständig aktuelle neue werke, z.b. nachrichtenartikel? diese einnahmequelle ist eine schöne sache, aber ähnlich wenig universal wie ein erstverkauf (der hier den kommentaren nach abenteuerlich anmutet).

    liebe pp, wenn ich mir mal plastisch und konkret vorstelle, dass nach eurer momentanen position (wenn sie weltweit gälte), es mir möglich wäre, einen komplett nicht-kommerzielle webseite zu machen mit hunderten bildern von getty, meinen lieblingsartikeln von heise und golem, allem was ich von fefe lustig finde, und das legal (mit urheberhinweisen), einfach nur moralisch von mir verantwortet, dann wär das für mich vielleicht ein spaß und ein tolles dankeschön für das kreuzchen bei der piratenpartei, aber für alle „kopierten“ wäre das ziemliche scheisse.

    ich frage mich, wie man eigentlich die pp gewissenhaft wählen soll, sobald man nur mal genauer über
    eure noch simple position zum urheberrecht nachdenkt. ehrlich gesagt, die ist ein ziemlicher fail, wenn da keine korrekturen kommen.

  62. Erich Virch schrieb am

    Nach Regeners klaren Worten windet Ihr Euch getroffen, schwafelt langatmig über Informationsfreiheit und alternative Geschäftsmodelle und gebt gar vor, die Rechte der Künstler stärken zu wollen. Dabei geht es Euch unverändert um eines: den ungehinderten, straflosen und kostenlosen Zugriff auf deren geistiges Eigentum. Haarsträubendste Begründung: die herrschende illegale Praxis sei bereits „sozial akzeptiert“. Damit ist die Partei der Piraten die erste seit der NSDAP, die das Volksempfinden unverhohlen über die Menschenrechte einer Minderheit stellt.

  63. anon@ymo.us schrieb am

    Zu Punkt 6)
    Wie soll denn gewährleistet werden, dass die Musik nicht von anderen Usern z.B. auf Youtube gestellt wird?

  64. reinhard schrieb am

    „Bei Piraterie (von griechisch πειρᾶν peiran, „versuchen, unternehmen, auskundschaften“, und πεĩρα peira, „Wagnis, Unternehmen, Überfall“ über πειρατής, peirātḗs und lateinisch pirata, „Seeräuber“) oder Seeräuberei handelt es sich um Gewalttaten, Eigentumsdelikte oder Freiheitsberaubungen, die zu eigennützigen Zwecken unter Gebrauch eines See- oder Luftfahrzeugs auf hoher See oder in anderen Gebieten verübt werden, die keiner staatlichen Gewalt unterliegen. Bis zu einer völkerrechtlichen Vertragsregelung 1958 wurden unter Piraterie meist dieselben Taten verstanden, soweit sie überhaupt auf See oder auch von See aus begangen wurden. Staatliche Maßnahmen stellen, selbst wenn sie unrechtmäßig sind, keine Piraterie dar. … Piraterie ist international geächtet.“ (Wikipedia Art. Pirat, Piraterie) –
    Warum gibt sich eine Gruppierung wie die Ihre, die sich als „Partei“ i.S.d. Grundgesetzes der BRD verstehen will, den Namen einer kriminellen Vereinigung?

    • sebastian schrieb am

      Ich *glaube, sie stehen mit dem Namen für die Entkriminalisierung der Filesharer ein, und auch derer, die Werke schaffen und dabei (zu) sehr auf Urheberrechte von benutzten Materialien achten müssen. Nichtzuletzt stehen die „Piraten“ vielleicht ja auch für jeden Internetnutzer ein, der durch Acta und Sopa kriminalisiert und überwacht werden sollte oder könnte. Der legitime (Software-)Pirat ist für mich ein komplizierter Namensteil der Partei, aber mit genug Wohlwollen ist er verständlich. Wie schlau der letztlich für die PR ist, diese Verantwortung tragen die Mitglieder selbst. Mir gefiele eine „Netzpartei“ viel besser, weil die totale Schieflage dieses Piratenurheberrechts wirklich stört. Momentan ist der Name eben Programm, sieht man ja.

  65. Nun, ja, liebe „Piraten“,
    Eure Vorstellungen zum Urheberrecht, sind vom Wunsch geleitet, Schmarotzerverhalten moralisch und juristisch zu legitimieren. Hier ist wie so oft der Wunsch der Vater des Gedanken.
    Ziel bleibt: man will sich weiter ungeniert kostenfrei von den Früchten anderer nehmen, wie es einem gefällt. Es ist schon für sich allein pervers, Urheberrecht und Verbraucherinteressen miteinander zu vermischen, dummdreist ist es in diesem Zusammenhang, Verbraucherinteressen vor Urheberinteressen zu stellen. Und wenn man diesen kollektiven Raubzug noch für Freiheit hält, dann graut mir, vor der freien Gesellschaft, die hier anvisiert wird.
    Nein, solche „Freunde“ brauche ich als Urheber nicht.
    Servus Matthias Mala

  66. Interessenausgleich schrieb am

    Sorry, bitte meinen Kommentar ans Ende setzen, habe versehentlich auf den Kommentar statt den Beitrag geantwortet .

  67. Jack Sparrow schrieb am

    Sehr geehrter Urheber.
    Mit großer Freude haben wir, die freie, revolutinäre Netzgemeinde, festgestellt, dass Sie erneut ein Werk aus Ihrer Feder / Ihrem Pinsel / Ihrem Tonstudio / Ihrem Filmstudio ins Netz gestellt haben. Gemäß der neuen Statuten der Netzrevolution ist Ihr Werk somit Allgemeingut geworden, dass frei für alle erhältlich sein muss.
    Wir bitten Sie daher in dieser ersten Aufforderung, den Preis für Ihr Werk, das bisher für 25.000,-€ angeboten wird, umgehend auf 0,99€ zu reduzieren. Immerhin muss den Filesharern gemäß den Statuten und Gesetzen des freien, revolutionären Internets, Ihr Werk zwingend zugänglich gemacht werden und hierfür einmalig bezahlbar sein, damit die Sharer Ihr Werk auch frei und kostenlos im Netz verteilen können.
    Wenn Sie sich Sorgen um einen finanziellen Ausgleich für die Mühen, die Kosten und die Arbeit machen, die Sie in Ihr Werk investiert haben, empfehlen wir Ihnen die Einrichtung einer Homepage mit der expliziten Nennung Ihres Werks und der Einrichtung eines Spendenkontos, auf das dann willige Nutzer Ihres Werks beliebige Summen einzahlen können.
    Sollten Sie dieser ersten Aufforderung nicht umgehend nachkommen, sehen Wir uns gemäß §2 Abs.1 der Satuten des freien, revolutionären Netzes gezwungen, sie mit dem Bann eines Shitstorms zu belegen.
    Sollte auch diese Maßnahme nicht fruchten, tritt automatisch §3 Abs.4 in Kraft, der die völlige Enteignung Ihrer Urheberrechte an diesem Werk vorsieht.
    Diese können Sie frühestens nach 10 Jahren gegen eine Ausgleichszahlung wieder zurückerhalten, wovon wir jedoch abraten, da dies einen unkontrollierten und nicht von uns gestarteten Shitstorm über Sie hereinbrechen lassen könnte.

    Mit der Bitte um schnellstmögliche Erledigung

    Die Piratenpartei

    • sebastian schrieb am

      lol, der text ist gut xD

      Aber Sorgen, dass so ein Piratenurheberrecht je gelten wird, mach ich mir keine mehr. Es ist einfach viel zu schräg. Allein die Art wie ein Herr Martin Delius die Sache laut Golem vertritt. Dort ist zu lesen, dass das Angleichen des Urheberrechts an Wirklichkeiten (gemeint dürfte sein die hier vorgestellte Verneinung des Copyright auf Werke) die Kreativwirtschaft entlaste. Mit anderen Worten: Um dich zu entlasten, nehmen sie dir das Recht, die Probleme zu bekämpfen. Zynischer geht’s echt nicht.

  68. Lothar schrieb am

    Mit diesem Positionspapier ist nicht beantwortet, wie man als Künstler: Schriftsteller, Musiker, Fotograf, Schauspieler … usw. sein Geld verdienen soll.

    Erst wenn es dafür solide Vorschläge gibt (also nicht so „Freizeitspaß“ wie Sozial-Payment oder Crowd-Funding – das ist keine Basis, das ist was für’s Hobby!) dann kommt Butter bei die Fische.

    „Nein“ zu sagen und gegen den Überwachungsstaat zu sein, ist einfach. Eine Lösung! vorzuschlagen offenbar nicht …

    • sebastian schrieb am

      Ich wage zu bezweifeln, dass überhaupt was bei dem Thema gelöst werden muss. Ist das unberechtigte Sharen etwa die meistgeduldete Gesetzesübertretung oder so? Oder gibt es bei den Sharern wirklich so großen Leidensdruck, darüber, dass sie sich nichts leisten können usw?

      Dass Menschen auf die Straße gingen, weil Verwerter es total übertrieben haben und eine viel zu große Einschnitte in Bürgerrechte, also in die Privatsphäre und die Unbestraftheit forderten, das ist mir absolut klar. Aber das Urheberrecht ist doch eine faire bzw. neutrale Sache. Ich habe in dem eher kleinen Gesetzestext schon öfters gelesen, gerade wegen Vorlagen und Collagen. Und es existiert bisher auf dieser Grundlage eine in meinen Augen ganz ansehnliche kulturelle Leistung, obwohl man natürlich nicht wissen kann, was dabei herauskäme, wenn z.B. Mash-Ups usw. ohne Einholung von Erlaubnissen möglich wären. Vielleicht wäre das ne große Bereicherung. Trotzdem empfind ich das Urheberrecht nicht als Problem, also nicht so sehr wie Geldgier und Ähnliches. WTF ist so falsch am Urheberrecht, wenn es sich z.B. sogar mit Open Source Lizenzen verträgt, weil es den Werkschöpfern einfach zugesteht, die Erlaubnisse selber auszuwählen. Da sagt z.B. ein Volker Beck, das Urheberrecht sei ein Dinosaurier, und ich frag mich, was er damit meint. Mitmachen beim Entern?

      Ich kann lediglich verstehen, dass der Begriff „geistiges Eigentum“ für viele anwidernd ist, weil sie es ablehnen, so zu tun, als könnten Gedanken wirklich behalten und beschützt werden wie Gegenstände. Aber dass die Gesetze mit dieser Art Gleichbehandlung angelegt sind, find ich wiederum völlig in Ordnung. Ist doch ganz offenkundig, das die Menschen auf die Weise gedrängt werden, Ideen zu belohnen. Vielleicht sollte ein Herr Westerwelle einfach mal „Ideenbelohnungszwang“ statt „geistiges Eigentum“ sagen, was so sehr an Patentklagen erinnert, die wohl viel problematischer sind.

  69. Jack Sparrow schrieb am

    Über das Schreiben eines Romans

    Am Anfang ist die Idee, die einen Autor antreibt. Sie lässt ihn nicht mehr los, verlangt nach Aufmerksamkeit und schließlich beginnt der Autor (Urheber) mit dem Verfassen von Notizen.
    Jetzt ist unser Autor aber niemand, der mit seinem Schreiben Geld verdient. Also steht er morgens um 0500 auf, geht um 0545 zur Arbeit und kommt gegen 1600 wieder heim. Montags bis Freitags, sofern es seine anderen Verpflichtungen wie Familie, Kinder und Freunde zulassen sitzt er eine Stunde lang an seinen Notizen, entwirft Welten und die Menschen die sie bevölkern, grübelt über Konflikte nach und hockt teilweise wie ein Scharfschütze vor dem Bildschirm.
    Immer nur das nächste Wort, den nächsten Satz, den nächsten Absatz im Visier.
    An den Wochenenden, sofern es möglich ist, verbringt er auch schon mal länger in seinen Welten.
    Für diese Vorarbeiten setzen wir bei einem gewissenhaften Autor mal ein halbes Jahr an. Das macht Pi mal Fensterkreuz ca. 240 Arbeitsstunden, und noch ist kein Wort des Romans geschrieben.
    Dann geht es ans Eingemachte, der erste Satz wird verfasst, der Startschuss für das Schreiben des Romans ist gefallen.
    Bis 300 Seiten fertig sind, können schon mal 9 Monate vergehen, realistisch ist bei einem normalen Brötchenjob für’s Geld der Familie eher ein Jahr.
    Noch einmal 480 Arbeitsstunden innerhalb eines Jahres. Bisher hat unser Autor 720 Stunden (etwa 1,5 Jahre) seines Lebens darauf verwandt, andere Menschen zu unterhalten.

    Jetzt nehmen wir den glücklichen Fall und unser Autor findet einen Verlag, der seinen Roman verlegen will. Soweit so gut, doch fertig sind wir noch nicht.
    Der Roman muss überarbeitet werden. Lektorat nennt sich das und bezieht sich rein auf die erzählte Geschichte, ob sie spannend ist, Logiklöcher hat etc. pp. Kann schon mal ein paar Monate dauern, dieses Lektorat. Nehmen wir hier großzügig (schnell) drei Monate an, die ebenfalls mit mindestens 9 Wochenstunden zu Buche schlagen.
    108 weitere Stunden Arbeit.
    Inzwischen sind wir bei 828 Stunden, die unser Autor investiert hat, um 300 Seiten Buch zu verfassen.
    Fertig?
    Aber nicht doch!
    Jetzt kommt das Korrektorat!
    Hier ein Fehler, da ein Komma … wir sind gnädig und sagen mal das es „nur“ 40 Stunden Arbeit ausmacht.
    Fertig?
    Nö. Jetzt kommen die Druckfahnen (auch für e-books wichtig, sonst gibt es nur Salat!), die ersten Drucke die auf Satz und Fehler geprüft werden müssen.
    Wir sind nett und schlagen mal weitere 40 Stunden vor.
    868 Stunden Arbeit, Stromkosten für Licht, Rechner, Drucker und Kaffeemaschine, Kosten für den Internetzugang, Kosten für den Rechner, Kosten für notwendige Software …
    Als der Vertrag eintrudelt, ist unser Autor um Jahre gealtert. Ihm werden 8.000 Euro Vorschuss angeboten, der mit den Tantiemen in Höhe von 15% des Nettoverkaufserlöses pro Printbuch und 25% pro e-book verrechnet wird.
    8.000 Euro, für 868 Stunden Arbeit, verteilt auf knapp drei Jahre. Macht 9,22€ brutto, den Steuern wollen darauf gezahlt werden und die laufenden Kosten für das Schreiben müssen ja auch finanziert werden.
    9,22€ brutto! Welch ein Stundensatz!
    Da möchte man doch glatt Autor werden, oder?
    Tja, aber der Verlag hat sich gedacht „Wir sind modern, wir machen auch ein e-book draus.“
    Und jetzt geht das Dilemma los.
    Das e-book wird genau einmal verkauft.
    Das bedeutet genau einmal 25% vom Nettoverkaufserlös für den Autor. Eine Gewinnbeteiligung, die mit seinem Vorschuss verrechnet wird.
    Dieses eine verkaufte e-book ist jedoch wie ein Samenkorn, denn ein Filesharer hat es auf seinem Rechner und stellt es der Allgemeinheit zur Verfügung. Das Buch vervielfältigt sich auf ungeahnte Weise … einzig die Tantiemen bleiben aus.
    Der Verlag ist inzwischen pleite, der Vorschuss unseres Autoren ist aufgebraucht, aber alle Welt liest kostenlos sein Buch und ist entzückt über das Werk.

    Nein, Filesharen ist kein Diebstahl, es ist noch nicht einmal die Erschleichung einer Dienstleistung, denn der wahre Künstler hat mit dem schnöden Mammon ja eh nichts am Hut.
    Und das die Filesharer-Seiten sich dumm und dämlich verdienen, dass die Provider ebenfalls ihren finanziellen Nutzen daraus ziehen, weil breite Verbindungen für schnelles sharen auch breites Geld kosten … alles nur eine Mär der großen und bösen Verlage, deren Chefs in ihren Ledersesseln wie Eulen hocken und dicke Geldbündel zählen.
    Die Autoren, Lektoren, Korrektoren, Coverkünstler, IT-Spezies für e-books, Drucker für die Printausgaben, die Lageristen, die Fahrer etc. pp. Schmarotzen ja nur am Busen der freien Kultur.

    Ich weiß, je länger dieser Kommentar wurde, umso sarkastischer wurde ich.
    Dafür entschuldige ich mich auch nicht, denn so fühle ich mich als Autor von den Positionspapieren der Piratenpartei behandelt.
    Meine Vorschüsse, sofern ich denn welche erhalte, liegen eher bei 100 oder 200 Euro.
    Meine Tantiemen bewegen sich prozentual auf dem gleichen Niveau, wie die der anderen Kollegen. 15% für Print und 25% für e-book. Allerdings komme ich trotz wirklich guter VK-Zahlen allerhöchstens auf Summen, die für einen netten Abend mit der Familie beim Italiener um die Ecke reichen.
    Ja, da tut jeder illegale Download richtig weh, wenn schon wieder 25 Cent flöten gegangen sind, weil jemand zu geizig war, für 300 Seiten Buch und knapp 900 Stunden Arbeit 5 Euro springen zu lassen.

    Und das soll also legalisiert werden?
    Versteht ihr Piraten jetzt, warum euch von Seiten der Kreativen eine derartig steife Brise ins Gesicht weht?
    Und ich bin nur ein Autor, der „nur“ Schreibwerkzeug benötigt.
    Wie muss sich der Musiker fühlen, der Instrumente, Unterricht dafür, weiteres Equipment, Studiozeit etc. finanzieren muss, damit der die Filesharer kostenlos bespaßen kann?

    Ich wiederhole gerne, dass ich den frischen Wind in der Politik gutheiße.
    Aber das, was ihr hier macht, ist keine steife Brise um das Schiff aus dem Magellanschen Meer zu holen es ist ein Tsunami, der mehr vernichtet, als er Gutes tut.

    Vielleicht würdet ihr darüber mal reflektieren und debattieren, was eure Forderungen für diejenigen bedeuten, die sie zu tragen haben.

    Mit besten Grüßen

    Jack Sparrow

    • Peter M. Schmidt schrieb am

      Bei den Piraten gilt das Motto:

      „Alles für Alle und alles umsonst“

      Aber Immerhin werden die entrechteten Urheber ja mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 1.000 EUR im Monat entschädigt. Ich freu mich schon drauf.

    • schrieb am

      Guter Beitrag, Dankeschön!
      Bei den wiederkehrenden Vorschlägen, ein Autor könne sich selbst über diejenigen, die willig sind, für ein Werk zu zahlen, finanzieren, der sollte vielleicht einmal an Stephen King denken – der hats auf dem Wege versucht: Er, ein bekannter und viel gelesener Autor, stellte seinen aktuellen Roman Kapitelweise ins Netz. Das nächste Kapitel gab es dann, wenn die freiwilligen Spender für die vorherigen Kapitel 20% der Leser ausmachten. Das klappte, wenn ich mich recht entsinne, 2 oder 3 Kapitel lang. Anschließend wurde das Buch auf normalem Wege veröffentlicht und landete wieder einmal auf den Bestsellerlisten. Wenn einer der meistgelesenen Autoren der heutigen Zeit es nicht schafft, auf diesem Wege „an sein Geld“ zu kommen, wie mag es dann für die weniger Bekannten oder für frische Jungautoren aussehen? Es ist einfach utopisch.
      Ziehe ich dann noch die Überlegungen ein, die Schutzzeit für die Rechte zu verkürzen, da kann ichs auch gleich bleiben lassen, meinen Roman zu vollenden. Wie viele Jahre dauerte es noch gleich, bis z.B. Tolkien überhaupt wahrgenommen wurde?

      Ich bin durchaus dafür am bestehenden Recht etwas zu ändern, z.B. den eigentlichen Urhebern mehr Rechte zuzusprechen. Ich finde es ganz schlimm, wenn eine Band möchte, dass ihre Songs auf Youtube angesehen werden dürfen, aber sie keinerlei Mitspracherecht mehr hat und dies nicht selbst entscheiden darf. Das sollte so nicht sein.
      Aber diejenigen, die ein Werk bereitstellen, es bewerben, das finanzielle Risiko tragen, weil es vorproduziert oder gedruckt wurde, weil Schauspieler, Musiker oder Lektoren bezahlt wurden, ohne, dass das Werk auch nur einen Cent abgeworfen hat.. die sollten, doch am Ende auch für ihre Arbeit entlohnt werden, so wie es bei einer nicht kreativen angestellten Tätigkeit der Fall ist.

  70. Dromedar schrieb am

    @Jack Sparrow
    Ich habe Ihre Ausführungen, die Sie als Nachweis der falschen Urheberrechtspolitik der Piratenpartei hier gepostet haben, durchgelesen. Ich bin der Meinung, dass Autoren, die Piraten vorwerfen, dass diese dabei sind, ihre Lebensgrundlage zu zerstören, einige grundlegende Denkfehler sich erlauben. Ich meine damit z.B.:
    – die Allgemeinheit hat dafür zu sorgen, dass – falls ich mich dazu berufen fühle, ein Schriftsteller zu sein – ich von meiner schriftstellerischen Tätigkeit leben kann
    – die Arbeitsweise und das Geschäftsmodell eines Schriftsellers haben unverändert zu bleiben, unabhängig davon, ob man vor Johannes Gutenberg geboren ist oder im 20 Jarhundert

    • schrieb am

      Ah, und wer als Dachdecker tätig sein möchte, der erwartet nicht, dass er von seiner Tätigkeit leben kann? Was denn, wenn da die Arbeitgeber einfach sagen – nö, zahl ich nicht mehr, Du möchtest Dich ja bloß ausleben. Entschuldigung, aber das ist einfach nur blöd.

  71. seasevaporate schrieb am

    Die Positionen für einen Zugang zu allen wissenschaftlichen Arbeiten unterstütze ich, das sollte jedermanns gutes Recht sein. Beim Filesharing sprechen ich klar dagegen, denn die Argumentation ist gänzlich falsch – es handelt sich schlicht um Diebstahl. Kleine, unbekannte Bands können und bieten Ihre Musik über bandcamp und ähnliches an, größere machen dies zuteilen auch, sogar mit extra dafür vorgesehenen Releases. Es gibt in diesem Fall eine klare Kontrolle durch die Urheber.

    An und für sich, möchte ich eigentlich nur sagen, dass man in jedem der Fälle in eine Bibliothek gehen kann. Das klingt vielleicht antiquiert, aber da bekommt man alles und das ziemlich günstig und gänzlich ohne schlechtes Gewissen. ABER DA MUSS MAN EBEN EINFACH MAL DAS HAUS VERLASSEN UND HINGEHEN. Und wenn Herr Lauer im Spiegel argumentiert, dass ein 15 jähriger kein Geld für CDs hat, dann ist dies auch kein Argument. Dann nimmt man eben Radiosendungen auf oder spart, wie ich selbst es immer noch tue, denn als Student hat man auch nicht viel, und kauft sich dann eine Platte (und da gibt es sogar noch gratis den Download dazu!) oder eine DVD.

    ich schließe mit einem Satz von Arno Schmidt, dem 68 leider einige Bücher durch Raubkopie einen Schaden zufügten. ES IST EINE NÖTIGUNG UND VERGEWALTIGUNG DES AUTORS, denn es schadet nicht nur dem Künstler, es ist oftmals auch eine Verfälschung, nicht nur bei Texten, sondern auch bei Musik. Und das der Verleger dem Künstler schadet, dass muss erst bewiesen werden. Also müsstet ihr alle Urheber einmal fragen, was sie von Ihrem Verleger denken und daran könnt ihr dann ausmachen ob diese Zwischenstation des Verwalters abgeschafft werden soll oder eben muss.

    DAS VOLK SOLL SICH GEFÄLLIGST ZUR KUNST BEWEGEN.

  72. Simon schrieb am

    Liebe Piraten,
    ich habe Eure Erklärung zur Idee der Umgestaltung des Urheberrechtes gelesen. Freie Information, Wissen und Kultur sind gut, aber…

    Mir fehlen hier Ansätze/Vorschläge (in gleichem Maße wie den Nutzern Rechte zugesprochen werden) wie ein Urheber der Zeit/Geld investieren muss, um zu Schaffen und zu Überleben (im besonderen Freiberufler) einen Gegenwert erhalten soll!? Er muss auch überleben bzw. soll nicht stets um seine Existenz bangen müssen, weil er keine Zeit hat auf anderem Wege sein Überleben zu sichern. Klar – der Künstler lebt nicht vom Brot allein – anders herum aber auch nicht…

    Darum sage ich:
    Es ist nicht nur wichtig Freihet auf Information, wissen und Kultur zu schaffen, sondern eben diese auch zu erhalten.

    Darum frage ich:
    Wie kann das sichergestellt werden? Bleibt es den Kreativen überlassen wie sie mit den angestrebten Rechten der Nutzer an Ihr Auskommen gelangen? Sollen sie keinen gesetzlichen Anspruch mehr auf Gegenwert haben? bzw. nur noch dann, wenn ein Dritter das geschaffene ‚Gut‘ kommerziell nutz? Reicht das?

    Daher sehe ich eine Bringschuld der Piraten, mit den geforderten Nutzerrechten im gleichen Maße Modelle zum Erwerb von Gegenwerten für die Urheber einzubringen. Denn wenn ich das richtig verstehe haben sie gegen den einzelnen Nutzer kein Recht mehr darauf, bzw. nur wenn ein Dritter als kommerzieller Nutzer dazwischen steht.

    Ich bitte um Ergänzungen/Antworten/Stellungnahmen/Meinungen.

    Servus,
    Simon

  73. Simon schrieb am

    Ich meine natürlich:
    „Darum sage ich:
    Es ist nicht nur wichtig Freihet auf Information, Wissen und Kultur zu schaffen, sondern eben dieses ‚Gut‘ auch zu erhalten.“

    Servus,
    Simon

  74. Conrad E. schrieb am

    Ich frage mal: Geht es denn wirklich nur um das Urheberrecht oder stehen hier nicht auch „höhere“ Werte auf dem Spiel?

    Einst wurden Bücher von Verlagen und Druckereien hergestell und verkauft. Schallplatten von Musikverlagen. Einige Verlage beherrschten den (Bücher- und Musik-) Markt, andere wurstelten irgendwie herum und viele gingen in der Starphase schon wieder kaputt. Die marktbeherrschende Stellung einiger weniger war keineswegs ein Segen für alle Autoren und Komponisten – im Gegenteil, die Mehrheit der Kreativen hatte dadurch überhaupt keine Chance, wahrgenommen zu werden, während eine kleine Auswahl Superstars Millionen verdienten. Das ist heute anders – dank Internet, damit ist nicht zuletzt auch der Kunst“markt“ demokratischer geworden.

    Und nicht nur der Kunstmarkt wurde dank Internet demokratischer und tranparenter, sondern die ganze Gesellschaft. Das ist ein großer gewinn für uns alle. Guttenberg – nur mal als Beispiel – musste gehen, OBWOHL er von einem „meinungsbildenden“ Boulevard-Massenblatt in ziemlich durchsichtiger Weise unterstützt wurde. Das Internet kontrolliert die vierte Gewalt – Klasse! mag sein, dass dies dem einen oder anderen nicht passt. Ausgerechnet dieses Mehr an Transparenz und Demokratie soll dem alten Urheberrecht geopfert werden. Dient die ganze Debatte um Urhebergerechtigkeit nicht vielleicht nur dazu, dem neuen uabhängigen Medium Fesseln anzulegen und es – endlich – unter Kontrolle zu bringen?

    Ich kann nur davor warnen. Wenn das Urheberrecht in der heutigen Form in aller Konsequenz auf das Netz Anwendung findet, wäre das das Ende einer neuen Dimension von Demokratie. Es führt zum gläsernen Surfer. Wir alle werden uns dann beim Surfen einer freiwilligen Selbstzensur unterwerfen, weil unsere Verbindungsdaten ein offenes Buch für gewiefte Anwälte sind, die das ja inzwischen schon an lukrative Einnahmequelle erkannt haben. Und nicht nur für Anwälte.

    Und noch etwas: wärend sich „alte“ Urheberrecht gegen die illegalen Hersteller von Werken (zB in Buch- oder Schallplattenform) bewärt hat, wird es sich unter den Bedingungen des Internet zunehmend gegen die einfachen Nutzer wenden, also den einfachen Bürger. Dieser wird neuerdings statt dem eigentlichen Rechtsverletzer kriminalisiert. Das WWW ist weltweit, das sagt schon der Name, und an im Ausland agierende Raubkopierer oder Hoster kommt das nationale Recht nicht heran. Dagegen lässt sich dank IP-Rückverfolgung der User am heimischen PC leicht ermitteln, kostenpflichtig abmahnen und bestrafen. Statt des „Raubkopierers“ wird nunmehr der – oftmals ahnungslose – Nutzer belangt. Oft genug sogar ungerechtfertigt, denn Abmahnungen werden auch nur auf gut Glück verschick – nach dem Motto: mal sehen, wie der abgemahte reagiert. Was dem gewieften Anwalt vielleicht in der Masse Tausende Euro einbringt, beschert tausenden Bürgern schlaflose Nächte und angstvolles Postfach-Aufschließen. Wer schonmal eine Abmahnung erhalten hat, weiß, was ich damit meine. Das ist glatter Mißbrauch des Urheberrechts.

    Hier muss für wesentlich mehr „Waffengleichheit“ gesorgt werden. Man kann von Lieschen Müller am heimischen PC nicht denselben urheberrechtlichen Sachverstand erwarten wie von klassischen Verlagen, Druckereien usw. für deren „Zeitalter“ ja das alte Urheberecht geschrieben wurde. Aber genau so wirkt das „alte Recht“: wenn Lieschen Müller in ihrer juristischen Unbedarftheit ein so genanntes geschütztes Werk – und das braucht ja nur ein simples Knipsfoto zu sein – runterläd oder an Freunde per Mail weiterschickt, macht sie sich schon strafbar. Und das schöne ist, man kann ihrer auch leicht habhaft werden, sie einschüchtern und kostenpflichtig abmahnen. Das haben die „Urheberrechts-Schützer“ schon heute schon bewirkt: eine gewisse Einschüchterung und Verunsicherung beim Umgang mit dem Web. Wenn man ständig fürchten muss, in irgendwelche Urheberrechts-Fallen zu tappen, lässt man die internetaktivitäten im Zweifel ganz sein …. und liest wieder mehr BILD! Wie in den guten alten Zeiten … mögen manche denken.
    Wollen wir das? Ich sagen NEIN. Auch ich bin Autor und Urheber aber ich finde, das Urheberecht muss den neuen Bedingungen angepasst werden, damit es im Zeitalter des WWW nicht zum Bummerang für uns Verbraucher wird.

    Conrad E., Reichenbach clg(at)arcor.de

    • HaSi schrieb am

      Glauben Sie wirklich an „ahnungslose Nutzer“ und „Lieschen Müller“? Echt? Ich mein, ich bin ja auch gegen den Abmahnwahn, aber wer einen Film/Musik herunterlädt, der weiß g e n a u, was er tut. Und Lieschen Müller sollte vielleicht mal die so oft gerühmte Medienkompetenz erwerben – statt per UrhG-Änderung in ihrem Handeln legitimiert zu werden. Wenn Lieschen den Urheber und seine Nutzungsbedingungen eines Fotos nicht herausfinden kann, dann gilt: Finger weg. Ist doch einfach, oder?

      • Conrad E. schrieb am

        Natürlich gibt es die User vom Typ „Lieschen Müller“ – zuhauf sogar. Das meint offenbar auch der Gesetzgeber, denn in anderen juristischen Bereichen, zB. dem Verbraucherschutz, wird oft genug der Allerdümmste zum Maßstab genommen, nach dem sich dann alle richten müssen. So darf ich seit ein paar Jahren im Web nicht mehr Lotto spielen, weil mich der Staat dann für „gefährdet“ hält, Haus und Hof zu verzocken. Bei der öffentlichen zelebrierten Millionen-Jackpot-Hatz sieht er die Gefahr offenbar nicht. Daran erkennt man mal wieder, wie weltfremd und hinterwäldlerisch die Sicht der etablierten Politiker-Kaste in Richtung Internet ist.
        Übrigens Verbraucherschutz: analog zum Urheberrecht gibt es auch hier genug Reformbedarf, dem gegenüber die Politik bisher blind ist. Vor Zeiten des Internet und auch heute ausserhalb von ihm musste „Lieschen“ vor den ausgefeimten Tricks zwielichtiger Geschäftemacher geschützt werden – durchaus zu Recht. Also legte der Gesetzgeber den Händlern – einst ja alles nur Firmen oder vollberufliche Kaufleute – ziemlich enge juristische Bandagen an, um „Waffengleichheit“ zu schaffen. Inzwischen aber verkauft Lieschen ihre „Selbstgehäkelten“ höchstpersönlich bei Ebay, ist damit selber zum ‚Geschäftemacher‘ geworden und die zahlreichen Schutzrechte (Urheber, Wettbewerb, Marken, Namen, Kennzeichnung etc. etc. …) fallen ihr auf die Füße. Und der Abmahnanwalt lacht.

        Und was heißt Finger weg – Finger weg von was? Vom Download-Button? Das reicht leider nicht, um auf der sicheren Seite zu sein. Eigentlich begibt man sich schon in eine Grauzone, sobald man auf eine Seite mit rechtwiedrigen Inhalten schaltet oder geführt wird. Das muss man ja erstmal garnicht wissen. Es kann jedoch per IP-Scanner von Dritten erkannt werden und erlaubt die „Vermutung“ von Schutzrechtsverletzungen, die wiederum zur Herausgabeforderung der Verbindungsdaten – also Name und Adresse – berechtigt. Zum – versuchsweise – Abmahnbrief (mit Androhung einer Hausuchung) ist es dann nicht mehr weit. Lieschen kann sich ja gegen ungerechtfertigte Ansprüche ihrerseit mit einem Anwalt, ggf. vor Gericht, wehren. Diese Art von „Gleichheit vor dem Gesetz“ ist mM. alles andere als in Ordnung und wird, wie oben erwähnt, auf anderen Rechsgebieten auch viel verbraucherfreundlicher praktiziert.

        Zum Schluß noch ein Beispiel: kürzlich hörte ich eine Musiksequenz aus meiner Jugendzeit der 70er Jahre. Da die schon länger zurückliegt und mit schönen Erinnerungen verbunden ist, wollte ich den Titel mal wieder komplett hören. Also ran an Google, ein Textfragment eigegeben und voila: eine Latte von Links, darunter auch ein paar zu Videosequenzen. Was nun? Sind die rechtmäßig eingestellt oder nicht? Darf ich hinklicken oder mache ich mich damit strafbar? Wird meine IP vielleicht gerade gescannt? Naja, ich hab dann doch geklickt und mir den Clip in einem streichholzschachtelgroßen Fenster dreimal angesehen (keiner soll glauben, ich hätte statt dessen eine CD gekauft – die müsste vielleicht für mich erstmal gepresst werden). Es war ein Mitschnitt einer Sendung des ö.-r.- Fernsehens, von wem und unter welchen Umständen auch immer gemacht und eingestellt, das konnte ich nicht feststellen. Mein Gewissen beruhigte ich schließlich damit, wenigstens die Rundfunkgebühren regelmäßig bezahlt zu haben. Ob’s urheberrechtlich durchgängig ok. war weiß ich nicht, dazu hätte ich wohl zuerst einen Anwalt bemühen müssen. Also: Im Zweifel Finger weg? Ehrlich – auf diese Weise möchte ich zukünftig nicht surfen wollen und weltfremd ist es überdies auch.
        Beste Grüße
        Conrad E.

  75. Piratenbeobachter schrieb am

    Was hier diskutiert wird, hat überhaupt nichts mit dem Urheberrecht zu tun! Es geht hier letztlich die ganze Zeit nur darum, dass irgendwer kostemlos an Daten, Videos, Musik kommt. Es geht in der Diskussion also stetig ausschließlich um Nutzungsrechte und Verwertungsrechte. Peinlich für eine Partei, die sich eine Reform des Urheberrechts auf die Fahnen geschrieben hat. Peinlich, wenn nur ständig über Geschäftsmodelle im Sinne von Verkaufserlösen gesprochen wird. Das ist der allerkleinste Teil des Urheberrechts!!!

    Es ist eine Frechheit, einem Urheber die Bestimmung über sein Werk zu enteignen, indem einfach mal lapidar gesagt wird, so lange es nicht kommerziell ist, soll das Kopieren erlaubt sein. Warum erlauben die Piraten nicht wie bisher dem Urheber selbst, was er mit seinem Wer machen möchte? Wie wollen die Piraten zukünftig die Urheber angemessen vergüten, die Werte und Werke schaffen, die durch dauernde Aufführung erfolgreich werden, OHNE etwas zu verkaufen? Na, klingelt’s mal? Die Diskussion geht völlig am Thema vorbei! Urheberrecht ist die Absicherung für Urheber, dass ihre Sachen nicht an ihnen vorbei genutzt werden und sie „bezahlt“ werden, wenn viele Menschen ihre Werke nutzen/aufführen/senden/drucken. Das ist jetzt so und das soll bitte auch so bleiben. Wer etwas anderes als Urheber möchte, darf ja gern seine Werke kostenlos verteilen lassen. Dafür gibt es CC-Lizenzen, die gut mit dem Urheberrecht harmonieren.

    Das Internet, und das ist doch angeblich das Kernthema der Piraten, darf kein rechtsfreier Raum sein. Es muss frei bleiben. Aber es darf niemals rechrtsfrei werden. Wer denunziert, beleidigt, verfolgt, zu Straftaten aufruft, virtuelle oder analoge Güter stiehlt, Produkte ungenehmigt vervielfältigt, muss bestraft werden. Sonst sind wir auf dem besten Weg, dass aus der Freiheit des Internets Anarchie erwächst. Filesharing, bei dem ganze Filme öffentlich (!) verbreitet (!) werden, ist und bleibt eine Straftat.

    Begreift das Internet als Medium. Wer im Internet fremdes Eigentum vervielfältigt oder anbietet, handelt ebenso falsch wie ein Hehler auf offener Straße. Wer im Internet Musik sendet, handelt wie ein Radio oder TV-Sender. Wer im Internet publiziert, handelt wie ein Magazin/Zeitung. Schon ist das Problem im Prinzip gelöst. Das Urheberrecht passt sehr gut zum Internet. Denkt mal nach. Es ist sogar ideal, um Dinge zu schützen, die geschützt werden sollen, und Dinge freizugeben, die freigegeben werden sollen. WOZU eine Änderung? Weil irgendwelche Computer-Nerds dann endlich unbedarft das kostenlos saugen dürfen, was andere mit viel Mühe, Aufwand, Geld (!) und Arbeit geschaffen haben, von dem sie aber NICHT wollen, dass es kostenlos verbreitet wird? Wer gibt euch das Recht, zu entscheiden, was mit den Werken der Urheber im Internet passieren darf (es soll ja auch Werke geben, die im Internet verbreitet werden, ohne dass die Urheber diese überhaupt online gestellt haben!)?

    Wenn ihr schon beim Urheberrecht völlig am Thema vorbeidenkt und dieses peinlicherweise auf Entlohnungssysteme für digitale und analoge Waren verengt, nehmt euch mal etwas vor, dass wichtiger ist: Dass Abmahnungen erheblich erschwert werden! Arbeitet an einem Konzept, dass private (nicht nich-kommerzielle!) Kopien (für Verwenduing NICHT im öffentlichen Internet!) ermöglicht, aber eine Veröffentlichung und damit Verbreitung von urhebergeschützten Werken bestraft. DAS ist die Herausforderung und nicht, dass ein armer mittelloser Pirat sich das umsonst saugen kann, wofür andere auch sparen müssen, wenn sie es im Laden kaufen.

    So viel fragwürdige und zum Teil zu kurz oder sogar falsch gedachte Äußerungen zum Thema Urheberrecht von einer Partei, die das dazu gehörende Gesetz ändern will, sind fast schon gefährlich für die Gesellschaft. Wenn ihr mit allen Gesetzen und Ideen so umgeht, wie mit diesem Thema, seid ihr schlicht nicht politiklfähig! ich verfolge euch sehr interessiert und fasziniert. Aber mit solchen Äußerungen wie den hier vorgebrachten Punkten schafft ihr es wirklich noch, mich vom Nur-Wähler zum Aktiven in die Politik zu bringen. Aber nur, um eure Idee in diesem Punkt zu verhindern. Denn der gesellschaftlich-kulturelle Schaden wäre weit größer, als ihr es bisher kapiert.

    • Conrad E. schrieb am

      Wieso hat Abmahn-Wahnsinn nichts mit Urheberrecht zu tun? Er ist das Ergebnis u.a. eines undifferenzierten Gesetzes, weches einst geschrieben wurde, um Verlagen, Druckereien oder Kopieranstalten Fesseln anzulegen und nicht den Käufern von Kasetten auf Flohmärkten. Mit dem Internet haben sich die Verhälnisse gewandelt, es ist so schön leicht geworden, die „Hehler“ herauszufiltern – im Gegensatz zum „Stehler“, der sich zu anonymisiern versteht oder dem nationalen Recht entzieht – und davon wird reichlich gebrauch gemacht.
      Das Problem ist, dass das sich das „alte“ Urheberrecht im Internet nur zu einem sehr hohen Preis wirklich durchsetzen lässt, nämlich mit der Einführung des gläsernen Surfers. Damit aber würden wir eine gerade erst neu gewonnene Dimension von Demokratie wieder verlieren. Es geht also mM. darum, ein Recht im Web konsequent durchsetzbar zu machen, ohne die Bürgerechte unzumutbar einzuschränken. Und deshalb – finde ich – muss es eine Reform geben DAMIT DAS URHEBERRECHT AUCH IM WEB allen Beteiligten gerecht werden kann, auch den Urhebern.

      Ich bin auch für den Schutz der Rechte von Urhebern und manche Forderungen der PP gehen auch mir zu weit. Aber ich verstehe sie als Verhandlungsgrundlage, als Diskussionspapier. Viele Details müssen geklärt werden, Interessen abgewogen usw., in einem vernünftigen demokratischen Dialog, wie sich das gehört. Aber DAS eine Referom kommen muss – und nicht nur im Urheberrecht -, steht für mich angesichts der Veränderungen, die das Internet in die Welt gebrahct hat, außer Zeifel. Davor die Augen zu schließen und „alles beim alten“ lassen zu wollen ist – Verzeihung – finsterster Konservatismus, also nicht mal progressiver Konservatismus, dem ich mich eigentlich hingezogen fühle. Da fiele mir nur noch das berühmte Gorbatschow-Zitat ein.
      Beste Grüße
      Conrad E.

      • Piratenbeobachter schrieb am

        ***
        „Das Problem ist, dass das sich das “alte” Urheberrecht im Internet nur zu einem sehr hohen Preis wirklich durchsetzen lässt, nämlich mit der Einführung des gläsernen Surfers. Damit aber würden wir eine gerade erst neu gewonnene Dimension von Demokratie wieder verlieren.“
        ***
        Das ist *Entschuldigung* Quatsch. Abgesehen davon, dass Urheberrechtsverletzungen auch jetzt schon gut verfolgbar sind: Nur weil es angeblich nicht leicht ist, eine Verletzung des Urheberrechts zu verfolgen, muss dieses nicht reformiert werden. Auch ist das Internet kein rechtsfreier Raum und darf es auch nie werden. Und Raubkopierern oder eine ungenehmigten Vervielfältigung oder Verbreitung muss das Handwerk gelegt werden. Das geht auch ohne den gläsernen Bürger. Eben hierin besteht die eigentliche Herausforderung. Es kann doch nicht Antwort auf Urheberechtsverletzung sein, das Kopieren für nicht-kommerzielle Zwecke zu erlauben, das Urheberrecht damit erheblich einzuschränken (und dabei auf das Thema Verkauf und Internet zu reduzieren, denn dei Vorschläge lassen die größten Bereiche des Urheberrechts schlicht aus!) und vor Straftätern letztlich das Handtuch zu werfen.
        ********
        Das interent darf niemals rechtsfreier Raum sein. Es muss frei bleiben, aber es muss Regeln geben, die eine Strafverfolgung möglich macht und zwar – da bin ich bei dir – ohne den gläsernen Bürger. Nur darf das Ergebnis nicht lauten: Och, wir bekommen es nicht in den Griff, deshalb erlauben wir es. Was ist das denn für eine Denke? Jeder, der ungenehmigt urheberrechtlich geschützte Filme, Fotos, sonstwas im Internet veröffentlicht, verbreitet diese auch und richtet einen potenziellen Schaden für die Urheber oder/und Rechteinhaber an. Und das gehört völlig zurecht bestraft (kommerziell der nicht-kommerziell ist zweitrangig, sollte aber ggf. berücksichtigt werden). Es gilt die Menschen aufzuklären, dass auch das Internet Regeln unterliegt (s. meine Ausführung oben zum Thema TV/Radio/Print). Regeln heißen nicht, dass Bürger gläsern werden oder die „neue Dimension der Demokratie“ gefährdet ist. Regeln heißt nur, dass nicht alles erlaubt sein muss, was möglich ist oder gefällt. Und wer z. B. Filme im großen Stil verbreitet, muss auch bestraft werden.
        *******
        Auch für das Internet muss es Gesetz und Recht geben MIT Freiheit der Meinungsäußerung usw. Aber es darf kein Recht auf Diebstahl oder Hehlerei geben, erst recht nicht und ganz besonders nicht unter dem Deckmantel der Demokratie. Ich bin ganz bestimmt kein Unterstützer von Unternehmen und Institutionen, die kleine User durch Strafandrohungen und Abmahnungen usw. in den Ruin treiben, wenn diese mal einen dummen Fehler machen. Aber wer sich auf Freiheit und Demokratie beruft, der muss auch im Internet Regeln beachten. Und dazu gehört auch, dass Urheber über ihre Werke und deren Verwendung frei und ausschließlich bestimmen dürfen und Missbrauch verfolgt werden kann. Bisher ist das so. Wenn das geändert wird, ist es eine Entmündigung der Betroffenen (ganz abgesehen davon, dass dies nur ein kleiner Teil des Themas ist)! Es hat übrigens nichts mit finsterem Konservativismus zu tun, wenn man einer Einschränkung von Rechten entgegentritt. Und die Vorschläge würden die Rechte in der Breite erheblich einschränken und nur punktuell erweitern.

  76. Karl schrieb am

    Etliche Punkte finde ich begrüßenswert. Aber es gibt Freaks und Sammler, Kopierer, die sich freuen, massenhaft die Produkte anderer ins Netz zu stellen, um Ruhm, Ehre oder sich sonstwie gut zu fühlen. Warum auch immer: Nach den Vorschlägen der Piraten soll das alles legal sein und die Urheber das nicht untersagen dürfen, solange es privat ist.

    Das finde ich als Urheber unerträglich. Nichts gegen Privatkopien, oder hier und da mal ein einzelnes Bild benutzen, ein Lied Covern, vielleicht sogar zum Unterlegen von Privatvideos, das fänd ich ok. Aber massenhafte Musik-, Bilder- oder Videosammlungen legal veröffentlichen und verbreiten zu dürfen, ist ein Faustschlag ins Gesicht von Urhebern.

  77. Martin Orth schrieb am

    Ich würde das Thema Uhrheberrecht gerne auf einer abstrakten Ebene diskutieren. Wie hätte sich die Welt in den letzten 100 Jahren ohne ein Uhrheber- und Patentrecht entwickelt? Wären wir dann in Sachen Fortschritt da wo wir Heute stehen? Wahrscheinlich nicht, denn viele Erfinder und Firmen hätten ihre Ideen, Verfahren, Rezepte, Formeln usw. versucht vor der Konkurrenz geheim zu halten um sie nur für die eigene Produktion zu nutzen. Erst ein Uhrheber- und Patentrecht und dessen Durchsetzung machte Wissen zu einem handelbaren Gut. So kann es sich lohnen sein Wissen zu teilen. Der Fortschritt kann sich somit schneller verteilen. Desweiteren dient das Uhrheber- und Patentrecht zur Machterhaltung. Ein Staat mit einem Wissensvorsprung (viele Patente, gut ausgebildete Bürger) hat gegenüber einem Staat mit schlecht ausgebildeten Bürgern und wenigen Patenten einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Dieser Vorteil wird umso größer, desto mehr Patente und gut ausgebildete Arbeitskräfte der reiche Staat von den ärmeren Staaten erwirbt. So schwindet die Wirtschaftsleistung vieler Staaten Stück für Stück. Aber was wäre, wenn man seine Erfindungen, Verfahren, Formeln usw. der Allgemeinheit (auch anderen Staaten) über das Internet zur freien Verfügung stellen müßte? Wie würde sich die Welt dann verändern?

  78. cooper schrieb am

    Hallo allerseits,

    in den Mythen steht:
    Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut.
    Wie viele hauptberufliche Urheber gibt es denn bei den Piraten? Ja, ich meine jene, die von ihrer Tätigkeit als Urheber leben müssen und das auch aktuell tun.

    Die meisten Kommentare Pro-Reforma, lesen sich leider so, als wären die Verfasser allenfalls nebenberuflich oder in ihrer Freizeit als Urheber tätig — wobei der Anteil an Open-Source-Entwicklern (ist nichts schlimmes, mache ich ja auch nebenbei) mir besonders hoch zu sein scheint.

    Nur das Recht auf Erstveröffentlichung und Schutz vor Entstellung genügen leider nicht, um den Autor eines Textes zu ernähren. Warum soll ich am Kiosk eine Zeitschrift kaufen, wenn ich sie schon zwei Tage vorher als PDF im Internet herunterladen kann? Weil sie nämlich ein Abonnent, der die Zeitschrift schon zwei oder drei Tage früher bekommt, eingescannt und online gestellt hat. Dank der heute üblichen Multifunktionsdrucker mit automatischem Dokumenteneinzug übrigens nicht wirklich schwierig.

    Das ist die Praxis, keine Theorie. Momentan können Verlage gegen solche unerlaubten Veröffentlichungen vorgehen. Mit legalisierten Tauschbörsen findet man den Link zum PDF wahrscheinlich am nächsten Tag im Torrent — und weder Urheber noch Verlag können etwas dagegen tun. Dabei finanzieren die Heftverkäufe einen erheblichen Teil der Personal- und Produktionskosten. Und die Höhe der Werbeeinnahmen hängt von der Zahl der verkauften Hefte ab.

    Die Artikel statt auf Papier nur noch online anzubieten bringt auch nichts — irgend ein Käufer stellt die Datei in eine Tauschbörse und schon wieder ist bei Verlag und Urheber am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig. Und wie viele, Hand aufs Herz, würden einen Artikel für ein paar Euro beim Verlag kaufen, nachdem sie das kostenlose PDF schon im Netz gelesen haben — aus Solidarität, schließlich verdienen die Urheber damit ja ihren Lebensunterhalt.

    Bleibt nur, die Artikel gleich kostenlos online anzubieten und zu versuchen, mit Werbung auf der Seite Geld zu verdienen. Schöne Theorie, in der Praxis kommt damit nicht annähernd so viel zu sammen, um auch nur die Kosten zu decken. In den allermeisten Verlagen verbrennen die Online-Redaktionen kontinuierlich Geld und müssen über Printmedien quersubventioniert werden.

    Dafür verdient dann der Tauschbörsenbetreiber, der Werbung bei den Links einblendet, und der Anbieter des PDFs, weil er an irgend einem Webmasterplan mitverdient. Solche Nutzungen sind nicht „grenzwertig“, sondern ganz eindeutig kommerziell: Hier wird mit der Arbeit anderer Geld verdient — wenn auch nicht allzu viel.

    Als hauptberuflicher Urheber (und trotzdem Pirat) kann ich die momentanen Positionen zum Urheberrecht daher leider nur als völligunausgegoren bezeichnen. Sie sind einerseits stark auf Musik und Filme gemünzt, andererseit sollen aber alle Bereiche geregelt werden, und ich habe noch keinen brauchbaren Vorschlag gesehen, wie mit dem geänderten Urheber- oder Verwertungsrecht die Urheber noch überleben sollen.

    Achja: Gegen Privatkopien habe ich als Urheber übrigens rein gar nichts. Nehmt ruhig eine Zeitschrift, legt sie auf den Kopierer und gebt die Kopie einem Freund oder Bekannten. Dafür sind die Urheberrechtsabgaben auf Geräte und (Leer-)Medien da: Um den Urhebern einen Ausgleich für die Vervielfältigung im privaten Umfeld zu bieten. Das ist aber was ganz anderes, als einen Artikel in eine Tauschbörse hochzuladen: Das kommt einer weltweiten Veröffentlichung gleich, und die wird von der Urheberrechtsabgabe nicht berücksichtigt. Klar, man könnte die Abgabe entsprechend erhöhen, um den Urhebern auch für diesen Fall eine angemessene Vergütung zukommen zu lassen, aber das will glaube ich niemand…

    Viele Grüße, Mirko

  79. Simon schrieb am

    Danke Mirko alias ‚cooper‘ für Deine Ausführungen – dem schließe ich mich an. Und Deine Aussage:

    „[…] und ich habe noch keinen brauchbaren Vorschlag gesehen, wie mit dem geänderten Urheber- oder Verwertungsrecht die Urheber noch überleben sollen.
    […]“

    stellt für mich ein Kernproblem der bisher sehr für den Nutzer vorteilhaften Forderungen dar. Darum muss sich dann aber bitte auch gekümmert werden liebe Piraten!!!

    Beste Grüße,

    Simon

  80. kruderico schrieb am

    Wenn ich mich als Künstler an die Industrie per Vertrag binde, dann tue ich dies im vollem Besitz meiner geistigen Fähigkeiten. Ich verhandele den Preis. Ich verhandele die Vertragsdauer. Ich verhandele die Verbreitungswege. Ich bin Künstler und keine Plattenfirma. Ich will mich nicht mit Käufern herumschlagen. Ich will mich nicht mit jedem Einzelnen auseinandersetzen der meine Musik bei Kraken illegal download (Megauplaud, YouTube respektive Google). Ich will das die Plattenfirma sich um diesen ganzen Mist kümmert. Ich will in Ruhe meine Musik machen können. Ich will nicht das ein KIMDOTCOM aka Kim Fischer aka Doc Kimble durch die Bereitstellung von Festplattenplatz für illegale Downloads noch fetter wird. Ich will das Google dafür bezahlt, dass sie Musik von Künstlern bereitstellen. Ich will mein Auto, Haus, Boot und die Rechte an meinem geistigen Eigentum auf unbegrenzte Zeit vererben. Ich will das die Piratenpartei es endlich als Fakt anerkennt, dass durch die digitale „Revolution“ und durch das Zwischennetz (Downloads) die Independent-Szene massiv gelitten hat. Ich will nicht das braune Schweine meine Musik für ihre nicht kommerziellen Hetzkampagnen nutzen dürfen.

  81. Schnodderboy-Pirat schrieb am

    Ihr seit gemeine Menschen, man sollte mich einsperren

  82. Thomas schrieb am

    Es wäre sehr hilfreich die Ideen an ganz konkreten Beispielen in ihrer Umsetzung zu beschreiben.

    Am Tag X, aus Piratensicht vermutlich lieber heute als morgen, zum Beispiel alle E-Books zur freien Kopie freizugeben, ohne dass zeitgleich ein System installiert wird das den Autoren Honorare verschafft oder Grundeinkommen, wovon n sie z.B. ihre Miete zahlen, wäre wohl nicht sonderlich klug.

    Es hätte zur Folge dass
    – als erstes das Unrechtsbewusstsein flöten geht, und jeder der noch für ein Buch zahlt als unclever/altbacken betrachtet wird.
    – Es gäbe sicher noch ein paar Verkäufe aber weitaus mehr freie Downloads und somit einen finanziellen Misserfolg für bereits Geleistetes. Dass die Steigerung der Gesamt-Nutzung am Ende des Tages zu höheren bezahlten Downloads führt ist spekulativ. Und nicht logisch, da so der Gesamtkonsum von Werken zunehmen müsste, also mehr gelesen, gehört, betrachtet, von den derselben Menschen die nicht mehr Zeit und Lust haben als zuvor.
    – Kaum jemand der solch einen Misserfolg erlebt oder zur Kenntnis genommen hat würde das wiederholen. Die Produktion würde also sinken, auch der Aufwand der getrieben würde. Da helfen auch keine Studien und Gutachten, da sagt der gesunde Menschenverstand.
    – Sich schier alles beliebig grabschen zu können würde auch kaum die Wertschätzung für das einzelne Werk steigern. Aber das ist ein Punkt der vielleicht sekundär oder diskutabel ist.

    Also – wo findet man bitte ganz konkrete, schlüssige Step By Step-Vorschläge wie man konkret mit dem Thema E-Book umgeht?
    Analog wäre das auch für Fotos, Illustrationen, die verschiedenen Musikarten, usw. zu tun. Es wäre schön wenn das funktionieren würde, aber momentan sind da zu viele Fragen offen.

  83. Anonymous schrieb am

    Die Piratenpartei. Einst dachte ich eine Hoffnung. Nun ist es damit leider vorbei. Ich kann über euch nur noch lachen. „…das Kopieren von kreativen Werken im internet…“ liest ja schonmal echt gut und regt zum Lachen an. Aber so richtig lustig wird dann der gesamte Satz:
    Die Piraten wollen: „“ eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert, „“

  84. Klaus schrieb am

    Die zentrale Forderung der Piraten ist laut obigen Angaben, dass die private Nutzung und Weiterverbreitung von allen schöpferischen Erzeugnissen erlaubt sein muss. Das heisst konkret uebersetzt, jeder kann in eine Bibliothek gehen, ein Buch komplett kopieren und ins Internet stellen. Jeder kann Musik raubkopieren und verbreiten. Etc etc.

    Das wird NATUERLICH den Kuenstlern schaden. Was ist das denn bitte anderes als die Kuenstler und Schriftsteller um ihren Lohn zu berauben? Wenn jemand einen Stuhl herstellt gehst Du ja auch nicht ins Möbelhaus und nimmst den einfach gratis mit. Aber geistige Arbeit anderer wollt ihr umsonst nutzen?

    Dass vieles von obigen Missständen schon jetzt möglich ist, ist klar. Youtube zum Beispiel bedeutete, bis sich die GEMA einschaltete, doch vor allem, dass nicht mehr die Kuenstler Geld mit ihren Werken verdienten, sondern ein amerikanischer Riesenkonzern Geld mit den Werken von zigtausend Kuenstlern machte, ohne ihnen auch nur einen Penny davon abzugeben. Und das alles unter dem klugen Deckmantel, dass ja nicht youtube die Werke der Kuenstler ins Netz stellt, sondern private Nutzer. Und die Piraten finden das gut so? Aber mir geht es ums Prinzip: Bei Unterhaltungsmedien, sei es nun ein Buch oder ein komponiertes Lied oder ein Computerspiel ist nicht einzusehen, warum die Nutzer fuer ihren eigenen privaten Konsum nichts bezahlen sollen.

  85. Icke schrieb am

    Einige gute Ideen sind ja dabei nur denke ich, wird es an der Umsetzung scheitern. Denn Menschen sind nunmal so: gibt es etwas umsonst (und das ganz legal) wird es nach kurzer Zeit für JEDEN zur Selbstverständlichkeit, dass es das umsonst gibt. Da mag es ein paar wenige mitleidige Fans geben, die ne kleine Spende rüberreichen aber der Großteil der Masse wird einfach nur konsumieren. Wenn die Deutsche Bahn sagen würde, ab sofort kann sich jeder aussuchen, ob er bezahlt oder nicht, werden die Leute nach kurzer Zeit vergessen, dass es ja theoretisch richtig wäre zu bezahlen, denn es bildet sich eine MASSE die nicht bezahlt und das Nichtbezahlen zur Selbstverständlichkeit macht.
    Ist ja schön, dass ihr denkt, es würde funktionieren aber eben auch etwas naiv. Menschen sind Tiere: immer auf den eigenen Vorteil bedacht. Vor allem gegenüber „Fremden“ wie Künstler XY.

    bin gespannt, was da noch kommt…

    Achja und dass heute mehr Geld denn je mit zB Musik verdient wird, liegt daran dass einige wenige Musiker und Produzenten an der Spitze Unglaubliches verbuchen. Kleine und mittelgroße Indie Künstler und Labels jedoch werden immer weiter in die Nebenberuflichkeit gedrängt.

    • Johannes schrieb am

      Sorry aber das ganze ist irgendwie ziemlich nichtssagend verfasst…
      Fallbeispiele wie das ganze wirklich konkret aussehen soll wären schon ganz hilfreich.
      Keiner der sich informieren will, hat Lust alle Kommentare zu lesen, wo Details vielleicht erörtert werden…

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