Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen

Bild: Tobias M. Eckrich

Da immer wieder Missverständnisse zu unseren Positionen in der Urheberrechtsdebatte auftreten, möchten wir an dieser Stelle im Detail darauf eingehen.

Allgemein

Die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte bringt Veränderungen mit sich, die eine Anpassung bestehender Gesetze und Vorstellungen erfordern. Insbesondere im Urheberrecht ist die Notwendigkeit solcher Veränderungen deutlich. Die Forderung nach einer Liberalisierung und Modernisierung der bestehenden Urheberrechtsgesetze gehört zu den Gründungsthemen der Piratenbewegung und stellt nach wie vor einen der Kernpunkte des Programms und der Identität der Piraten dar.

Die Piratenpartei achtet die individuelle Freiheit als hohes Gut und möchte den Konsumenten beziehungsweise die Allgemeinheit unmittelbar in die Verantwortung nehmen, auch in Zeiten der möglichen kostenlosen Vervielfältigung, Leistungen angemessen zu honorieren. Wir stehen gegen Bestrebungen, alle Nutzer von Tauschbörsen zu kriminalisieren und die individuelle Freiheit im Internet durch weitreichende Verbote und Überwachung zu beschneiden. Unser Ziel ist es, einen fairen Ausgleich zwischen Urhebern und Nutzern zu erreichen und somit die Schaffung von Kunst, Kultur und Wissenschaft auch in Zukunft zu fördern.

Urheber- und Verwertungsrechte

In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden. Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich. Die Verwertungsrechte sind hingegen handelbar. Der Urheber kann sie an einen Rechteverwerter (Verlag, Plattenlabel) in Teilen oder als Ganzes (in einem sogenannten Buyout-Vertrag) veräußern. Dazu gehören Vervielfältigungsrechte, Nutzungsrechte, Zweitverwertungsrechte und Ähnliches.

Die im Urheberrechtsgesetz festgeschriebenen Regelungen schränken die Rechte der Allgemeinheit an der Verwendung von Wissen und Informationen ein. Eine solche Einschränkung ist in gewissem Umfang gerechtfertigt, falls sie den Interessen der Urheber von Werken dient. Keinesfalls aber darf sie einseitig zugunsten wirtschaftlicher Interessen Dritter stattfinden. Die derzeitigen Regelungen führen trotz eines stetig wachsenden Kulturgütermarktes bisher noch selten dazu, dass die Urheber angemessen an den daraus entstehenden Einnahmen beteiligt werden. Daher setzen wir uns für eine Stärkung der Urheber gegenüber Rechteverwertern in Form eines Urhebervertragsrechtes ein.

Privatkopie und nichtkommerzielle Vervielfältigung

Für die Freigabe von nichtkommerziellen Vervielfältigungen sprechen aus unserer Sicht zwei gewichtige Argumente:

1. Der freie Zugang zu Wissen und Kultur ist entscheidend für die Entwicklung der Gesellschaft. Ihn aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, ist gesellschaftlich nicht tragbar. Mit der Entwicklung immer neuer Technologien (vom Buchdruck zu Ton- und Videoaufnahme bis schließlich hin zur Digitalisierung und des Internets) wird die Verbreitung von Informationen fortwährend erleichtert. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die gefördert und nicht durch Gesetze verhindert werden darf.

2. Immer wieder aufkommende Vorschläge zu Maßnahmen wie Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren oder Sperrung von Internetanschlüssen ganzer Haushalte in Verbindung mit Urheberrechtsverletzungen zeigen, dass die restriktive Durchsetzung von Urheberrechten im nichtkommerziellen Bereich eine Überwachungsinfrastruktur im Internet, eine Einschränkung der Kommunikationsfreiheit und Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger erfordern würde, die weder akzeptabel noch verhältnismäßig sind.

Zahlreiche Studien belegen berechtigte Zweifel an der von Wirtschaftsverbänden verbreiteten Vorstellung, den Kreativen würden durch Filesharing erhebliche Verluste entstehen. Einige Studien zeigen sogar das Gegenteil. Insbesondere werden immer wieder die positiven Effekte der freien Verfügbarkeit von Inhalten ausgeblendet und bestehende Vertriebs- und Geschäftsmodelle als einziger Maßstab genommen. Die großen Unternehmen der Branche widmen sich eher dem Kampf gegen eine freiere Verbreitung von Kulturgütern, statt die Weiterentwicklung zeitgemäßer Modelle voranzutreiben.

Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist – im Gegenteil wächst der Kulturgütermarkt beständig, lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-Kassetten und -CDs, wurde schwieriger.

Das Recht auf Privatkopie, das zwar formell im UrhG §53 gegeben ist und die Grundlage für die Erhebung von Abgaben auf Leermedien und Kopiergeräte darstellt, wird durch Kopierschutzmaßnahmen systematisch ausgehöhlt. Diese Maßnahmen greifen in die Rechte der Nutzer ein und führen zu einer eingeschränkten Benutzbarkeit alter Exemplare von Kulturgütern. Sie sind deshalb abzulehnen. Als erster Schritt muss die Umgehung dieser Maßnahmen seitens der Nutzer und die Bereitstellung von Software zu diesem Zweck wieder legalisiert werden.

Stärkung der Gemeinfreiheit

Gemeinfreie Werke bilden unseren gemeinsamen Kulturschatz und sind zu schützen, wie in dem 2010 von der Piratenpartei Deutschland unterzeichneten Public Domain Manifesto dargelegt. Bildung und Forschung haben einen besonderen Wert für die Gesellschaft, der über die kommerziellen Interessen der Urheber zu stellen ist, weshalb wir für eine Befreiung der Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben durch Schranken für die Nutzung zu Bildungs- und Wissenschaftszwecken eintreten.

Freier Zugang zu staatlich finanzierten Werken

Besonders im wissenschaftlichen Bereich werden Werke meist in staatlich finanzierten Einrichtungen erstellt, aber in kommerziell vertriebenen Zeitschriften veröffentlicht, die nicht einmal Bildungseinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Werk durch den Staat – und somit die Gesellschaft – finanziert, so muss diese den durch Steuern bereits bezahlten freien Zugang dazu erhalten. Das trifft auch auf amtliche Werke zu, bei denen das Urheberrecht als Vorwand verwendet werden kann, um Transparenz zu verhindern sowie auf durch öffentliche Gelder geförderte Kunst. Was die Öffentlichkeit bezahlt, muss der Öffentlichkeit gehören.

Im Einzelnen fordern wir:

  • dass keine Überwachungs- oder Zensurtechnologien wie Vorratsdatenspeicherung, Kommunikationsüberwachung oder Internetsperren zur Rechtedurchsetzung eingesetzt werden,
  • die Verkürzung von gesetzlichen Schutzfristen, die in ihrer bisherigen Länge vor allem den Verwertern zugute kommen,
  • dass keine Beschränkungen durch Kopierschutzmaßnahmen oder gar Sperrungen von Internetanschlüssen erfolgen,
  • mehr Mitspracherechte für Urheber gegenüber den Rechteverwertern wie ein  Zweitverwertungsrecht oder eine zeitliche Begrenzung von »Buy-Out«-Verträgen,
  • eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert,
  • eine zeitgemäße digitale Archivierung für Bibliotheken,
  • die Befreiung der Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben,
  • den freien Zugang zu mit öffentlichen Geldern finanzierten Inhalten wie bspw. wissenschaftliche Arbeiten oder Medien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten,
  • die Legalisierung privater offener (WLAN-)Netzwerke durch die Abschaffung der Störerhaftung.

10 Mythen zur Piratenpartei und der Urheberrechtsdebatte

1) Die Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten wollen das Urheberrecht reformieren, dass es einen Ausgleich zwischen den finanziellen Interessen der Urheber und den Interessen der Allgemeinheit an den kulturellen Werken widerspiegelt. Die zentrale Forderung dabei ist die Freigabe der nichtkommerziellen Vervielfältigung, da ein Verbot selbiger nur durch die Bespitzelung von privatem Datenverkehr oder Angriffe auf die freie Struktur des Netzes durchsetzbar ist.

2) Die Piraten wollen nicht, dass Urheber Geld verdienen

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten haben überhaupt kein Problem damit, dass irgendwer Geld verdient. Kommerzielles Schaffen ist nicht verwerflich. Niemand verkauft seine Seele, weil er ein Album in die CD-Regale oder einen Film in die Kinos bringt. Jeder darf selbst entscheiden, ob und wie er seine Arbeit vermarktet, er kann dabei aber nicht verlangen, dass das Gesetz nur nach seinem Geschäftsmodell ausgerichtet wird.

3) Die Piraten wollen nur alles umsonst

Nein.
Richtig ist:
Niemand verlangt, dass alle Urheber kostenlos Werke schaffen. Die Nutzer sind in der deutlichen Mehrheit bereit, Geld für Kulturgüter auszugeben. Aus diesem Grund  funktionieren die meisten derzeitigen Geschäftsmodelle immer noch sehr gut. Weiterhin gibt es viele neue Geschäftsmodelle, wie Crowdfunding, Social Payment, Werbefinanzierung und den Verkauf nicht digital kopierbarer Dinge, wie Sammlerstücke, handsignierte Exemplare, Merchandiseartikel, Auftritte usw. Alle Geschäftsmodelle, welche die nichtkommerzielle Vervielfältigung unbeschränkt lassen möchten, werden von den Piraten als unterstützenswert betrachtet.

4) Die Piraten sind für Plagiate

Nein.
Richtig ist:
Die Piraten erkennen die Urheberpersönlichkeitsrechte vollumfänglich an. Diese umfassen die korrekte Angabe des Urhebers, das Recht auf Erstveröffentlichung und den Schutz vor Entstellung. Die korrekte Angabe des Urhebers ist die Grundlage für Respekt und finanzielle Wertschätzung. Sich mit fremden Federn zu schmücken ist glatter Betrug, den wir scharf verurteilen.

5) Die Piraten haben sich noch nie mit Urhebern auseinandergesetzt

Nein.
Richtig ist:
Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut. Viele Urheber haben ein offenes Ohr bei den Piraten und können über offene Kommunikationsstrukturen mitteilen, wie wir ihre Interessen berücksichtigen können.

6) Die Piraten sind dafür, dass jeder sein Werk kostenlos ins Internet stellen muss

Nein.
Richtig ist:
Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben, es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten. Sobald aber damit kommerzielle Interessen verfolgt werden, sollen die Urheber entsprechend beteiligt werden oder dies untersagen können.

7) Die Piraten wollen dem stetig schrumpfenden Kulturgütermarkt den Todesstoß versetzen

Nein.
Richtig ist:
Der Kulturgütermarkt wächst und das obwohl seit der Erfindung des Tonfilms, jede technische Neuerung vom Tonband über die Musikkassette bis zum CD-Brenner und zuletzt dem Internet als dessen Untergang verrufen wurde. Noch nie war es möglich, mit beliebten Kulturgütern so enorme Einnahmen zu erzielen. Dieser Einnahmenzuwachs war erst möglich, als sich Tauschbörsen und Streaming-Portale immer schneller verbreitet haben. Fragen Sie sich selbst: Wann gab es in letzter Zeit ein Jahr ohne neue Bestseller, erfolgreiche Bands, aufwendig produzierte Videospiele oder Blockbuster im Kino?

Ein paar Quellen:

Wissenschaftliche Untersuchungen zur Auswirkung von Filesharing:

Fakten zum Kulturgütermarkt:

8) Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden

Nein.
Richtig ist:
Diese Unterscheidung ist machbar, jedoch nicht unbedingt zielführend. Informationen, welche den Einzelnen und die Gesellschaft weiter bringen, sind sowohl in wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu finden wie auch in Fantasyromanen, Film-Blockbustern und Videospielen, welche natürlich auch wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen und den Konsumenten so auf einfachere Art und Weise verständlich machen. Das Urheberrecht schützt Werke der Wissenschaft und der Kunst gleichermaßen.

9) Die Piraten wollen nur noch Mainstream-Kultur und verachten Nischenkultur

Nein.
Richtig ist:
Nischenkultur ist – wie auch der Name sagt – nur in einer Marktnische zu finden.  Unbekannte Künstler haben es schwer, auf dem Markt Fuß zu fassen. Das ist auch bereits heute so und wird nicht erst mit den angestrebten Urheberrechts-Reformzielen der Piratenpartei so werden. Aber das Internet gibt »kleinen« Künstlern und Nischenkünstlern eine völlig neue Möglichkeit, sich zu vermarkten und (zahlende) Fans zu gewinnen. Die  Piraten sehen explizit im Filesharing eine Möglichkeit, Kultur abseits des Mainstreams zu fördern. Dazu darf Filesharing aber nicht verteufelt werden.

10) Wenn nichtkommerzielles Kopieren und Verbreiten erlaubt ist, kann man keine Einnahmen mehr mit geistigen Werken erzielen.

Nein.
Richtig ist:
In einer Welt, in der eine einzige digitale Kopie im Internet dafür ausreicht, die komplette Menschheit unerschöpflich mit einem geistigen Werk zu versorgen, ist es sinnvoll, zusätzlich Geschäftsmodelle zu nutzen, die mit jener freizügigen Kulturgüterverbreitung arbeiten oder von ihr profitieren. Man kann die Erstveröffentlichung an sich verkaufen, man kann sich die Produktion eines geistigen Werkes von den Nutzern vorfinanzieren lassen,  man kann direkte freiwillige Zahlungsmöglichkeiten zwischen Urhebern und Nutzern anbieten, man kann die Verbreitung geistiger Werke mit Werbefinanzierungsansätzen kombinieren, etc. Die Chancen, welche sich dadurch ergeben, sind gewaltig: Jeder kann  jederzeit von überall auf alles zugreifen und auch direkt in die Werke hineinverlinken, um einzelne Informationen darin gezielt zu verbreiten. Erst so kann der Fortschritt durch die neuen technischen Möglichkeiten wirklich ausgiebig genutzt werden.

Weitere Informationen zu unseren Positionen im Detail finden sich außerdem im Pressereader inklusive wissenschaftlicher Quellen und einer Erklärung von Geschäftsmodellen [1] sowie in der im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 verlinkten Detailausarbeitung zur Urheberrechtsreform [2], welche sich mit jedem einzelnen Paragraphen befasst.

Quellen:
[1] Pressereader: https://piratenpartei-bayern.de/files/2010/09/Reader_Urheberrecht_Piraten_2012.pdf
[2] Wahlprogramm Bundestagswahl 2013 http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2013/Wahlprogramm#Urheberrecht

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Kommentare

297 Kommentare zu Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen

Neuere Kommentare →
  1. Gismo78 schrieb am

    Wie wollen die Piraten das jetzige Patentrecht auf dem Gebiet der Biochemie, Pharmazie und Gentechnik verändern/verbessern?

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Urheberrecht ist dem Patentrecht zwar ähnlch aber nicht gleich.
      Daher muss man das voneinander unterscheiden

      Aber auch hier können sie davon ausgehen, dass die Piraten einen fairen Ausgleich und z.B. hinter einer kostengünstigen Verfügbarkeit / Reproduzierbarkeit von Medikamenten in armen Ländern stehen.

      Das Patentrecht darf dem Fortschritt nicht über Gebühr im Wege stehen.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

    • wustlow schrieb am

      Ehrlich gesagt ich sehe auch nicht ein WIESO??? soll ein Uhrheberrecht 70 Jahre (sic!) nach dem
      Tod des Künstlers weiterbestehen??? Damit die Erben anstatt arbeiten zu gehen auch noch davon laben
      kann doch nicht wahr sein, man sollte ohne Probleme einen 50, 60 Jahre alten Song zB. downloaden
      und auch mindestens für den Eigenbedarf verwenden können, Beispiel ELVIS der ist gut 35 Jahre Tot
      andem verdienen doch eh nur noch schleimige Musikmanager dieser raffgierigen Industrie!

      • Vlad schrieb am

        Zitat:

        „Ehrlich gesagt ich sehe auch nicht ein WIESO??? soll ein Uhrheberrecht 70 Jahre (sic!) nach dem
        Tod des Künstlers weiterbestehen??? Damit die Erben anstatt arbeiten zu gehen auch noch davon laben“

        Was spricht dagegen, außer dass du das den Kindern des Urhebers nicht gönnst. Wenn man deine Logik weiterführt, müsste man jede Form der Vererbung den Nachkommen streitig machen: Häuser, Autos, Kunstsammlungen, Aktien etc.

        • The_Underscore schrieb am

          Dagegen spricht, dass das Produkt für die Dauer des Urheberrechts nicht frei verfügbar ist und Interessierte, falls sie überhaupt an eine Kopie des Werks kommen, dafür oft übertrieben Geld bezahlen müssen und Ausschnitte daraus nicht frei in anderen Werken zur Verfügung gestellt werden können. Eine Kopie von Kafkas Die Verwandlung oder Goethes Faust ist heute zum Beispiel leichter verfügbar und bedeutend billiger als Der Herr der Ringe, auch wenn gerade letzteres ein Werk ist, dass man im Interesse der Bildung heute kennen wollen könnte. Zahlreiche alte Spiele, die einige auf Emulatoren heute noch spielen, gibt es dank Urheberrecht nur noch als illegale Kopie, Gebrauchtkäufe (wobei Publisher heute öfters Versuche Unternehmen, Gebrauchtverkäufe unmöglich zu machen) und möglicherweise noch überteuerte Neukäufe vom Publisher (z.B. Jumping Flash, Doom).

          Außerdem kann das Urheberrecht auch anders genutzt werden als es im Sinne des Autors war (ein krasses Beispiel wäre Mein Kampf, aber z.B. auch die erzwungene Entfernung von Briefmarken mit Zeichnungen von Loriot im entsprechenden Wikipedia-Artikel). Problematisch sind auch Fälle wie der Pub in England namens „The Hobbit“, welcher wegen Copyright-Verletzung verklagt wurde.

        • lanpei schrieb am

          Dagegen spricht, dass du Äpfel mit Birnen vergleichst. Ein erfolgreicher Musiker, der von seiner Musik leben kann, wird ein Haus bauen und auch sonst genug seinen Nachkommen vererben.

        • Grimnir schrieb am

          Ein Haus benötigt etwa aller 20 Jahre eine Komplettsanierung. Ein Auto „hält“ durchschnittlich 10 Jahre und muss mindestens alle 2 Jahre (vor der Hauptuntersuchung) repariert werden. Auch sind Kopierrechte kein Besitz im eigentlichen Sinne sondern ein an die Allgemeinheit gerichteter Unterlassungsanspruch. Eine Schutzfrist, die sich am Tod des Urhebers orientiert, ist eigentlich unsinnig. Wenn, dann sollte sich IMHO eine Schutzfrist am Zeitpunkt der Erstveröffentlichung orientieren. Die Haltbarkeit von Lebensmitteln ist schließlich auch nicht von der Lebenserwartung des Bauern abhängig.

        • Dex schrieb am

          Warum sollten speziell „Künstler“ das tun? Wer hat irgendwann mal bestimmt, dass alles was die Verwertungsindustrie als „kreativ“ einstuft Spezialrechte bekommt und warum sollten „Top-Hollywood-Künstler“ Millionen-Honorare bekommen?

          Arbeitet ein Ingenieur nicht kreativ wenn er Probleme löst, kann ein Schreiner nicht kreativ sein wenn er einen Tisch oder einen Stuhl herstellt z.B. durch besondere Techniken oder spezielle Muster auf dem Holz? Warum zahlt dann nicht jeder der an diesem Tisch sitzt genauso Lizenzzahlungen an den Schreiner und seine Kinder 70 Jahre nach dem Tod? Wieso sollte es diese Disparität zwischen „Gewöhnlichen“ Berufen und den angeblich „Künstlerischen“ geben?

          Inwiefern ist das für eine Gesellschaft fair, außer dass die großen Verwertungsindustrien dadurch ihre Monopolstellungen beibehalten können. Disney z.B. hat sich bei fast ihrem kompletten Filmmaterial an Allgemeines Kulturgut andgehalten, von den Brüdern Grimm, bis zu Pinnochio, Schneewittchen & Co. aber immer sobald eines ihrer Werke ins Public Domain übergehen könnte lobbyen Sie dafür die Grenze dafür zu erhöhen…

          • Icke schrieb am

            ich finde dein Vergleich mit dem Tischler, bzw. Tisch hinkt ein wenig.
            Ein Musikstück oder auch das Geschriebene Wort/ die erdachte Geschichte haben keinen Verschleiß, im Gegensatz zum Tisch bzw. anderen handwerklichen produktgütern.
            Einen Tisch, den du als kunstwerk gekauft hast, kannst du entweder verkaufen, wegschmeißen oder verschenken. Dasselbe kansst du mit einem gekauften Buch, oder einer CD tun.
            Der Unterschied liegt für mich in erster Linie darin, dass du, im Besonderen ein Musikstück, ohne finanziellen oder großen sonstigen Aufwand vervielfäligen und weitergeben kannst.
            Du könntest natürlich auch einen Tisch nachbauen, aber um das Kunstwerk des Urtischlers nachzuempfinden hast du den selben Aufwand wie im Original (selbst 70 Jahre nach dem Tod des Tischlers). Eine kostenlose Massenverbreitung ist da doch ehr unwarscheinlich.Vergleichbar wäre nur, das dem Urtischler Lizenzahlungen aus dem gewerblichen Nachbau seines Tisches zustehen müssten und das könnte (ich weis es nicht genau) bei Designermöbeln sogar der Fall sein…
            Für die illegalität der Privatkopie hast du allerdings recht.

          • Arnold Buntin schrieb am

            Da ist aber einiges durcheinander geraten. Wenn ich ein Buch, eine CD, DVD oder sonstiges gekauft habe, habe meine ganze Familie davon profitieren, ich darf die Musik auch vor meinen Freunden abspielen oder sie zu einem Filmabend einladen, ohne das sie oder ich nochmals Lizenzgebühren bezahlen müssen.
            Auch ein Ingenieur der z.B. einen besonderen Antrieb oder etwas anderes entwickelt hat, ein Tischler der eine außergewöhnliche Möbelform kreiert hat, kann hier ein Patent, Gebrauchsmusterschutz oder anderes anmelden. Wenn ich dann ein solches Möbelstück oder technisches Gerät kaufe, kann ich damit so ziemlich alles tun oder lassen was ich will. Und meine Familie muss auch nicht bei jeder Mahlzeit Lizenzgebühren an den Tischler zahlen, der sich dann wohl eher Designer nennt.
            Anderseits darf ich aber keine Billyregale, Colani-Kugelschreiber oder anderes herstellen und verkaufen oder verschenken.
            Und wenn man sich fragt warum es Schauspieler, Sänger, Sportler oder andere gibt, die Millionen verdienen, fällt die Antwort ziemlich leicht. Ihre Leistungen stehen soweit über anderen, das es genügend Menschen gibt, die bereit sind dafür zu bezahlen.
            Eben z.B. Robbie Williams statt DSDS.

        • Billabong schrieb am

          Andere geistige Werke, wie zum Beispiel Patente, laufen 20 bzw. 25 Jahre nach Anmeldung aus und können dann von jedermann ohne Abgabe genutzt werden. Das hat, soweit mir bekannt, aber nichts damit zu tun, dass man möglichen Erben das arbeitsfreie Leben im Wohlstand neidet, sondern damit, dass der Gesetzgeber durch diese Beschränkung die Entstehung mächtiger Mono- oder Oligopole verhindern will.
          Wenn Werke von Künstlern 70 Jahre lang nach deren Tod geschützt sind, hat das nicht nur zur Folge, dass Erben vom Schaffen des Erblassers profitieren können, sondern auch, dass lebende schaffende Künstler geringere Einnahmen haben. Zum Beispiel: Ein Student hat in einem Monat 100 Euro zur Verfügung, um damit geschützte Werke zu kaufen. 50 Euro gibt er für Werke verstorbener Künstler aus und alimentiert damit die Enkel der Urheber, bzw. trägt zur höheren Dividendenausschüttung auf Aktien eines Verlages bei. Am Kauf von Werken mit den ihm zur Verfügung stehenden weiteren 50 Euro verdienen lebende Urheber mit und haben dadurch ein Einkommen, das Ihnen die Möglichkeit gibt weitere Werke zu schaffen. Der Student würde noch gerne weiter 50 Euro für geschützte Werke lebender Künstler ausgeben, das kann er aber nicht, da er sein Budget schon verbraucht hat. Geschädigt sind in diesem Fall neben dem Studenten die lebenden Künstler, deren Werke der Student nicht mehr kaufen konnte und vielleicht auch die Gesellschaft, denn Künstler sind bekannt dafür, dass sie sich gerne aufgrund materieller Not sich vor Straßenbahnen stürzen und dann in der Regel nicht mehr in der Lage sind neue Werke zu schaffen, die der Gesellschaft dann für immer fehlen.
          Kurt Vonnegut dessen Werke vielleicht bis 2077 geschützt bleiben würde dazu vermutlich sagen: »so-geht-das«

      • Coldsweat schrieb am

        Elvis war keine Autor bzw. Urheber sondern in erster Linie Interpret! Über die bestehenden Schutzfristen von 70 Jahren kann man reden. Würde man Schutzfristen aber nur 10 oder 20 Jahre bestehen lassen, gingen die Autoren und in diesem Falle die Komponisten und Texdichter leer aus! Das alleinige Geschäft würden dann Riesen wie Google, Apple und Co und große Filmfirmen und Sender etc. machen, weil ja plötzlich der Schutz und die Vergütung bzw. Entlohnung des Urhebers wegfallen würde. Die Privatkopie (für daheim und Freunde :) ) ist im übrigen schon längst erlaubt!!! Coldsweat (Professioneller Filmkomponist und Piratenkritiker, aber auch auf Piratenzugeher :) )

        • Grimnir schrieb am

          Unnötig lange Schutzfristen fördern das sich Ausruhen auf vergangenen Erfolgen und führen zu Eintagsfliegen. Aus der Sicht eines Wissenschaftlers, Ingenieurs oder Softwareentwicklers ist eine Schutzfrist von 70 Jahren astronomisch lang. Ich würde mich z.B. schämen, für eine 50 Jahre alte Idee noch Geld zu verlangen. Durch dieses Verhalten würde ich implizit zugeben, die letzten 20 Jahre nichts sinnvolles mehr geschaffen zu haben. Die Piratenpartei vertritt in erster Linie die Interessen von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Softwareentwicklern und erst in zweiter Linie die Interessen von Künstlern. Eine komplette Abschaffung des Urheberrechts ist eindeutig nicht im Interesse des primären Klientels der Piratenpartei. Die geforderten Schutzfristen orientieren sich jedoch am Lebenszyklus von Computer-Software und erscheinen einem Künstler daher unangemessen kurz.

          • apeiron schrieb am

            1. Beim Urheberschutz geht es nicht um Ideen, sondern um das ausgearbeitete Werk. Ideen sind leider nicht schützbar.
            2. Wenn das Werk noch gefragt ist, warum soll man dann auch nicht nach 50 Jahren davon profitieren und die Rechte jemand anderes schenken, am besten noch einen Großkonzern wie Google. Und manchmal braucht es eben ein paar Jahre, bis sich ein Werk durchsetzt. Für den Kampf sollte man auch entlohnt werden. Und wenn ein Künstler ein paar Werke von Dauer schafft, dann ist es viel, wirklich viel.

            • maximilian schrieb am

              Es geht um die Zeit, nachdem der Künstler tot ist – da muss er um nichts mehr kämpfen und kann auch von nichts mehr profitieren -.-

      • dankend schrieb am

        Differenziere hierbei bitte klar das Leistungsrecht vom Urheberrecht. Wenn du dir eine Symphonie von Mozart downloadest, so verstößt du nicht gegen das Urheberrecht. Der gute Mozart spielt auf dieser Aufnahme nicht selbst!
        Es soll ja auch soetwas wie Musiker geben (z.B. Philharmoniker) welche das von z.B. Mozart geschriebene Werk aufführen bzw. den Dirigenten welcher die Neuinterpretation des Werkes leitet.
        Diese Leute erbringen eine erhebliche Leistung und das mit großem Aufwand.

        Ich finde es durchaus gerecht für diese Leistung/den Aufwand auch zu bezahlen. Wer einmal eine solche Produktion mitgemacht hat, der weiß welcher umgemein großer Zeit- und Geldaufwand dahintersteht.

        WIESO also nicht??? – Arbeitest du umsonst???

      • Sebastian Magnus schrieb am

        Stell‘ Dir vor, Du erbst ein Haus. Wieso sollst Du alleiniges Wohnrecht darin haben? Ist das anders, wenn Du einen Lieferwagen erbst und ihn gewerblich nutzt? Ist das anders, wenn Du ein Gemälde erbst? Ist das anders, wenn es um ein digitales Musikstück geht?
        Der Musikmanager wird allenfalls die Nutzungsrechte erlangen, niemals das Urheberrecht, unabhängig ob

        oder nicht. Bei Kürzung des Urheberrechtes wäre es konsequent, auch materielle Güter den Erben zu entziehen und der Allgemenheit zu übertragen. Die haben dafür ebenfalls nicht gearbeitet.
        Ich finde es gut, dass ein Besitzer über seinen Nachlass per Testament selbst entscheiden darf. Warum soll das bei immateriellen Gütern anders sein? Und wenn der Schöpfer für sein Werk lieber ein paar Scheine möchte anstatt von der Zahlungsunwilligen Masse bewundert zu werden, dann soll er das doch selbst entscheiden. Es hindert ja niemand daran, Werke unter CC-Lizenz zu verschenken.

    • MATAO schrieb am

      Ich finde, die Patentfrage ist die viel größere Dimension, von der die Urheberrechts- und Verwerterrechtproblematik eine Teilmenge ist. Uns wird über Patente zunehmend unsere Lebensgrundlage enteignet, unsere Lebensmittel, unsere Heilmittel, unser Körper bis demnächst möglicherweise unsere Fortpflanzung. Wenn Gemeinschaftsgut privatisiert wird, unterliegt alles den Macht- und Marktgesetzen. Kassenautomaten oder Verwertervereine an jeder Ecke. Die Kolonialisierung der weißen Flecken auf der Landkarte verlagern sich von der Geoografie auf alle Lebensbereiche bis auf informelle und molekulare Ebene. Das ist wirklich neoliberales Kern-Denken und eine ganz andere Nummer als ein paar Songs und ein richtig großes Thema, eigentlich eine richtige Systemfrage. Wir müssen uns wehren, wo wir können-wenn wir das wollen. Also: Blick frei für des Pudels Kern. GRUß MATAO

    • Karsvo schrieb am

      Ich kann zwar nicht für die Piratenpartei Stellungnehmen aber einige Erfahrungen beisteuern, die ich selbst als Erfinder gemacht habe:

      Eine Erfindung muß: a) neu sein b) Erfinderhöhe und c) einen technischen Anwendungszweck besitzen.

      Ein Verwendungszweck kann nicht geschützt werden.

      Aus a) folgt, daß Wissenschaftliche Entdeckungen NICHT geschützt werden können. Das wiederum läßt den Schluß zu, daß eine konsequente Umsetzung des Patentrechts schon ein konsequentes Verbot von Patenten für Züchtungen zur Folge hätte. Das Problem liegt HIER also in einer Verbiegung des bestehenden Patentrechts, wenn viel Geld im Spiel ist.

      Ein Patent stellt einen Tausch dar: Zeitlich befristetetes Monopol auf Produktion und Vertrieb für Investition in die Erfindung gegen Freigabe der Erfindung für die Öffentlichkeit nach Ablauf der Schutzfrist. Im Falle von Software-Patenten z.B. wird dieser Tausch einseitig zugunsten der „Erfinder“ verschoben, weil bei den hier derart kurzen Produktzyklen die Erfindung nach freigabe praktisch wertlos ist und so die Öffentlichkeit nicht mehr ihren Anteil erhält. Eine Verkürzung von Patentlaufzeiten in der Software-Branche wäre also erforderlich, wenn es in einem Land Softwarepatente gäbe (z.B. USA).

      Im Bereich der Chemie, Biochemie, Genetik sind auch Patente auf Verfahren möglich. Bei denen kenne ich micht nicht aus. Besonders im Bereich der Pharmazie wäre es aber schon ein bedeutender Fortschritt, wenn konsequent darauf geachtet würde, daß 1. Tatsächlich Erfinderhöhe vorliegt (keine Pseudo-Innovationen) und 2. nicht indirekt der Anwendungszweck patentiert wird. So wird nämlich erst die Praxis möglich, daß bereits abgelaufene Patente durch nachträgliche Pseudo-Inovationen indirekt fortwährend verlängert werden. Denn es reicht ja aus, daß bei einem Produkt nur ein EINZIGER Teil geschützt ist, um das gesamte Produkt zu schützen.

      Ich persönlich bin der Meinung, daß gentechnische „Erfindungen“ GAR nicht geschützt werden sollten. Das liegt aber an meiner persönlichen Einstellung, daß die Menschen nicht noch dafür ein kommerzeill lukratives Monopol bekommen sollten, wenn sie „Gott spielen“.

      • Karsvo schrieb am

        Nachtrag:

        In anderen Ländern wie z.B. den USA ist ein großes Problem des Patentrechts, daß „Recht haben“ nicht gleichbedeutend mit „Recht bekommen ist“. In den USA bezahlen die Prozess-Gegner ihre Przesskosten selbst auch im Falle des Sieges. Und Patentklagen gehen in die Millionen. Das bedeutet, daß ein finanzschwacher Prozess-Teilnehmer gar nicht in der Lage ist, sein Recht einzuklagen oder sich gegen eine Klage zu wehren. Damit ist das Patentrecht in den USA letztlich eine Marktbarriere, mit der die bestehenden Marktteilnehmer die aufstrebende Konkurrenz vom Markt ausschließen können.

      • Dirk Starke schrieb am

        Was ist denn deiner Meinung nach Gentechnik? Sind es Medikamente, die jemand (teuer) entwickelt und die die eventuell zu beträchtliche Wirkung eines Proteins in deinem Körper einschränkt? Ist es die Herstellung von Insulin (einem Protein, das natürlich nach dem Bauplan eines Gens in deinem Körper synthetisiert wird), jedoch wahrscheinlich industriell von speziell gezüchteten Zellen produziert und dann aufgereinigt wird. Ist Gentechnik die „Erfindung“ ein Verfahrens, mit dem man durch Messung verschiedener Proteine in deinem Körper eine Krankheit diagnostizieren kann, um dir endlich die passende Therpaie zukommen zu lassen?

        Vielleicht sagst du ja auch, dass ist alles die „gute Gentechnik“. Die „schlechte Gentechnik“ ist die, bei der man Thomaten genmanipuliert, damit sie gegen bestimmte Fliegen „immun“ werden, was den Vorteil hat, dass man weniger Insektizide einsetzen muss.

        Ich bin mir nicht sicher, was gute und was schlechte Gentechnik ist. Es ist ein sehr weites und schwieriges Feld.

        Gott spielen wir in Übrigen mit normalen Medikamenten auch. Kinder überleben, weil wir Menschen Antibiotika gefunden haben (sicherlich viele davon, wenn nicht gar alle, gentechnisch hergestellt). Und wir sehen dieser Tage, wie schwierig dieses Thema ist, wenn wir über Antibiotika im Trinkwasser nachdenken und darüber, dass sie ihre Wirksamkeit verlieren.

    • Matthias schrieb am

      Die Forderungend er Piraten beim Urheberrecht stellen eine ungeheure Anmassung dar. Sie müssen sich auch mal vor Augen halten, dass sie da auf eine riesige Wertschöpfungskette zielen. Nicht jeder Musiker, nicht jede Kunst kann darauf fokussiert werden irgendwelche YouTube Kanäle zu haben. Zumal das für viele Musiker auch überhaupt nicht infrage kommt, da das Medium aufgrund der schwachen Qualität einfach nicht geeignet ist .

      Ziel sollte es sein, neue Vertriebswege vorzustellen, zu organisieren und – vor allem – vorzumachen.
      Ich sehe in den gesamten Vorträgen leider kein ansatzweise tragfähiges Modell, welches die echten Interessen echter Musiker berücksichtigt. An diesem Punkt fehlt es Ihnen ganz offenbar an Kenntnis der Musikbranche.

  2. onety schrieb am

    @Piratenpartei: Soweit ich das sehen kann sind die im letzten Absatz angedeuteten Quellenangaben [1],[2] nirgendwo tatsaechlich aufgelistet. Ansonsten toller Artikel.

  3. The_Underscore schrieb am

    Was für eine Art von Filesharing wollt ihr legalisieren? Sollen Musikstücke, Filme oder andere Software auch öffentlich z.B. über Torrent und Pirate-Bay-Link verfügbar gemacht werden dürfen, sodass sie nicht nur privat, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stehen? Ist es nur relevant, ob kommerzielle Interessen vom Sharer verfolgt werden, und nicht relevant, wenn die kommerziellen Interessen des Authors/Künstlers/Verlegers missachtet werden?

    • antworter schrieb am

      Torrents sind ein schönes Beispiel für nicht-kommerzielles Filesharing, damit Geld zu verdienen dürfte schwer sein. Pirate-Bay blendet einerseits zwar Werbung ein, andererseits erfolgen die Einträge von Nutzern, die daran nicht beteiligt werden. Es ist teils schwierig, kommerzielle Interessen eindeutig einzugrenzenn – etwa bei Linksammlungen mit Werbung auf der Seite, One-Click-Hoster-Uploads mit Download-Provision..
      Eindeutig kommerziell ist z.B. der Verkauf nachgemachter DVD’s/CD’s – Das soll auch weiterhin verboten bleiben.
      Die kommerziellen Interessen des Kreativen sollen nicht missachtet sondern gegenüber den Verwertern besser geschützt werden. Missachtet fühlen sich da höchstens eben diese großen Verwerter, die eine Modernisierung ihrer Geschäftsmodelle ablehnen und stattdessen Schutzgesetze fordern, die im Endeffekt der Freiheit im Internet schaden – und trotzdem wenig Wirkung hätten ;-)

      • –F. schrieb am

        Wow!
        In diesem Kommentar sind sämtliche Ingredenzien vorhanden, die in der Diskussion über das UrhG bislang aufgetaucht sind:
        • der Uploader, der nichts daran verdient,
        • der Hoster, der zwar Werbung einblendet, aber … es ist nicht einfach … naja, der Uploader bekommt dafür ja nix …
        • die Ächtung des illegalen Verkaufs von Werken auf „nachgemachten“ analogen Speichermedien (DVDs und CDs),
        • der irgendwie schon (und vor allem gegenüber den Verwertern) zu schützende „Kreative“,
        • die bösen großen Verwerter, die sich jeder Modernisierung widersetzen,
        und natürlich zuletzt
        • die vielberufene „Freiheit des Internets“.
        ———–
        Das ist ein „Poe“, oder?

    • Kai Degen schrieb am

      Wenn die Sharing-Plattform die Bereitstellung der Vervielfältigungsstrukturen nutzt, um Einnahmen zu erzielen, stellt dies keinen privaten sondern einen kommerziellen Zweck dar, gegen den der Urheber m. E. nach wie vor vorgehen könnte.

    • Bayern-Pirat schrieb am

      @The_Underscore:
      Genau darum geht es. Die Werke sollen allen zur Verfügung stehen. Nur weil Einige darunter dann damit Geld machen, darf man nicht alle unter Generalverdacht stellen. Oder ist für Dich jeder der eine Waffe (Pistole, Gewehre, Messer, Sport-Armbrust, Sport-Bogen, …) besitzt ein Mörder?

      Bei Facebook und Google kann jeder fast alles lesen und sehen was von seinen Freunden und/oder von Facebook und Goolge „produziert“ wird. Es ist also kostenlos und trotzdem sind Facebook und Google Milliarden wert und sehr viele Firmen verdienen dank Ihrem Facebook/Google-Auftritt zusätzlich sehr viel Geld. Sie haben es geschafft Ihre „Werke“ zu Geld zu machen.

      Es ist an der Zeit, das die Rechteverwerter dies endlich erkennen und zusammen mit den Urhebern neue Wege vereinbaren (bei denen die Urheber deutlich besser verdienen wie bisher).
      Nicht mehr und nicht weniger wollen die Piraten nach meinem Verständnis.

      PS: Was glaubst Du wo Microsoft heute stehen würde, wenn DOS, Windoiws und das Office Paket nicht privat mit Millionen Kopien genutzt werden würde?

      • Reznor schrieb am

        Das Argument hinkt ja wohl. Facebook und Google leben davon, die Daten der Nutzer zu verhökern. Würden Sie befürworten, dass jeder Künstler, dessen Musik ich runterlade, im Gegenzug die Kontaktdaten meiner Freunde bekommt, um diese anschliessend mit Werbung zuzuballern, um so zumindest noch den ein oder anderen Tonträger abzusetzen? Wahrscheinlich nicht. Nehmen aber nicht geben.
        Ebenso verdienen die meisten Firmen, die auf Facebook Seiten betreiben, dadurch Geld, dass sie reale Produkte bewerben und verkaufen. Ich kann nunmal keine Dose Cola kopieren und meinen Freunden schicken. Kein Künstler hat was davon, durch Facebook bekannt zu werden, wenn dann aber alle nur umsonst runterladen.

      • The_Underscore schrieb am

        Sollten Firmen Tauschbörsen-Downloads nutzen dürfen, dann hätten Hersteller wie Microsoft oder Adobe ganz schnell ganz große Probleme. Genauso wenn die auf Rechnern vorinstallierten Windows-Versionen von der Pirate Bay stammen dürften. Oder auch schon, wenn statt Windows ein Windows-Downloader von der Pirate Bay und ein DVD-Rohling mitgeliefert würde, falls die kommerziellen Interessen der PC-Vertreiber deren Tauschbörsennutzung schon illegal machen würden.

      • Komponist schrieb am

        Jeder, der ein Musikstück oder einen Film etc auf seiner Festplatte/CD/DVD hat, die er nicht bezahlt hat, ist ein Dieb.
        Die Piraten wollen das nun nachträglich legalisieren.
        Kein wunder, daß sie von denen nun gewählt werden… Da sieht man ziemlich genau, wer alles Diebesgut und Hehlerware auf seinem Rechner hat…

        Bin stolz auf Euch!

        Und immer das Deckmäntelchen von der „bösen Industrie“… Kein Komponist wird gezwungen, einen Plattenvertag zu unterschreiben. Aber er wird gezwungen, hinzunehmen, daß er beklaut wird und bekommt dann gesagt: „kannst ja live spielen- wir legalisieren Klauen jetzt“

        Bin einverstanden. Aber dann zu den Bedingungen:
        – jeder löscht alles, was er geklaut hat
        – es gibt nirgendwo mehr Musik. Keine Musik im Radio, Internet, TV, Restaurant…
        – nur noch live- Musik

        Das würde funktionieren!

  4. Anonymous schrieb am

    Ist es richtig das dies auf Eurer Agenda steht?

    Wahlrecht für alle Ausländer -auch ohne Pass eines europäischen Landes

    • CySlider schrieb am

      Auf komunaler ebene ja.

      Dazu der passende Auszug aus dem Grundsatzprogramm:

      http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Die_Ausgrenzung_von_Arbeitsmigranten_.C3.BCber_Generationen_hinweg_ist_menschenunw.C3.BCrdig

      „Es ist die Aufgabe der europäischen Staaten, für die reale Chance auf Bildung und beruflichen Erfolg von Menschen mit Migrationshintergrund zu sorgen. Es bedarf aktiven politischen Handelns, um Diskriminierungen abzubauen und ein gedeihliches Zusammenleben aller Menschen im Land zu erreichen. Um eine kommunale politische Mitwirkung zu erreichen, ist auch Menschen, die keine Staatsangehörigkeit eines EU-Staats haben, das Wahlrecht zu den kommunalen Vertretungskörperschaften am Ort ihres Lebensmittelpunktes zu sichern.“

      • F schrieb am

        Das heisst,wenn wir einen kommunalen Zusammenschluss,oder Ballung bestimmter Personengruppen, aktuelles Beispiel ,von Salafisten, haben,(is so schön gepusht in der Lügenpresse)dürfen diese Wählen und sich ins politische Geschehen einmischen?
        Einfach mal so…weils demokratisch ist.
        Ohne Pass..ohne gleiche Werte,Ansichten,Sprache,Kultur,etcetc.
        Meint ihr in anderen Ländern is das nur im Ansatz möglich?

        Sorry ,aber das wird in der Realität nicht funktionieren.
        Da is Wiederstand vorprogrammiert und auch Pflicht.
        Artikel 20 Absatz 4 GG

        Das heisst….banales Bsp.
        Ihr habt ein Haus mit Garten.Ein paar klettern übern Zaun und wählen demokratisch“Der Garten gehört jetzt uns.
        Ihr stimmt dagegen,-aber Pech gehabt.
        Ihr wollt Euer Hab und Gut aber behalten,-somit seid Ihr dann Grundstücksnazis.Und werdet noch disskriminiert, weil ihr so unsozial seid.
        Is ja Demokratisch abgestimmt das ganze.
        (Übrigens die „Enterer“wollen da n Parkplatz betonieren…..;)

        Was wenn Neukölln sich zusammentut und seine Eigenständikeit Demokratisch beschliesst und dann die Abspaltung von der BRD?

        Das alles legitim dann?

        ICh finde das mehr als schräg.

        Demokratie ja, aber in gewissem Rahmen.
        Schon die Humanethologie lehrt, das der Mensch zur Gruppierung neigt,da dies auch Schutz bietet.
        Das bedeutet „Gleich und Gleich“gesellt sich gern.Weil wer „gleich“ist ist „einschätzbarer“und „vertrauenswürdiger“ und somit „sicherer“.
        Sorry aller Einheitsbreigedanke Hin und Her,aber das liegt in der Natur des Menschen,das er sich nicht einfach mal so schnell zusammenwürfeln lässt.

        Mit diesem Gedanken,“fremde“ in Bezug auf Werte,Glauben,Verhalten etc.dürfen gleich mitbestimmen in der Politik ohne Pass und intigriert zu sein,ist konflikt vorprogrammiert.
        Da nützt es auch nichts mehr alles im Stuhlkreis auszudisskutieren!

        Ihr seht doch was unsere EU Diktatur vor hat…
        Alle zusammenschmeissen.
        Und was passiert? Eine Radikalisierung der Bevölkerung,was eigentlich nur heisst…..Leute mit gemeinsamen Nenner rücken enger zusammen.
        Wer will das? Keiner!

        Lehrt Euch die Geschichte nichts?

        Eure Gruppierung z.B sind die Piraten.Ihr habt den Eurotraum ebenfalls….und was dann?
        Dann is das nächste Level welches?
        Wer Nationen auflösen will um sie in die EU zu drücken,-der will auch später die Eu auflösen um sie in x zu pressen…..Höher,Schneller,Weiter………

        Aber der Mensch lebt in der Realität und auf „Land“ nicht im „Netz“.Eine Gruppe die auf einem bestimmten Gebiet lebt,wird immer einen gewissen Anspruch auf seinen gewohnten Raum haben.
        Und da kann nur bis zu einem bestimmten Maß „fremde einflüsse“tolerieren.
        Im INternet funzt das vielleicht,da tritt aber auch keiner dem andren in real auf die Füsse.

        Ihr wollt diesem auch noch eine Gesetztesgrundlage geben…ihr verrückten!
        Hat was von der Indianer“vernichtung“ (Urbevölkerung) in den Staaten…..

        Euer Traum lebt im Netz…aber die Realität sieht anders aus.

        Kurzum….ihr habt super Ansätze..die das verstaubte Blockparteientheater als Dämpfer brauch.
        Ihr habt viel Zulauf,ja…..welche Alternativen gibt es schon im Lobbyistenverseuchten Parlament.

        Aber mit solchen Vorhaben ……denkt an Euren Garten!!!!!!!

        • Sven schrieb am

          Gleich mal vorweg, ich bin dagegen das jeder der mal kurz durch Deutschland reist auch wählen darf. Andererseits arbeite ich (Ösi) hier seit 4 Jahren und es werden vermutlich noch mehr werden. Das heißt ich habe alle Pflichten wie ein Deutscher (Steuern zahlen usw.) aber nicht alle Rechte (zb wählen auf Bundesebene). Ich darf zwar in Ösiland noch wählen, aber das interessiert mich weniger, weil ich ja dort nicht mehr lebe.
          Ich denke das ist aber in ganz Europa gleich und sollte auch dort überdacht werden, dass man als EU-Bürger sich ein Land aussuchen darf zum wählen (in Verbindung mit Wohnsitz und wo man Steuern zahlt).
          Andererseits halte ich alle Politiker für Idioten und wüßte vermutlich eh nicht wen ich wählen soll.

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Also 1. Ist ein Garten *Privateigentum* und damit irgendwelchen demokratischen Entscheidungen und Enteignungen erstmal nicht ausgesetzt (Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn Gemeinde, Land oder Bund beschließen eine Straße oder Autobahn durch ihr Grundstück zu legen, dann kann man sie notfalls entschädigen und enteignen, aber das tut in diesem Beispiel nichts zur Sache.

          Und weshalb kommen sie darauf, dass ein Pass / Ausweis die Gesinnung und Werte eines Menschen ändert.
          Überhaupt welche ‚gemeinsamen Werte‘ wollen sie da überhaupt feststellen?

          Dass man Leute nicht umbringt (ich glaube, dass wir uns da bei anderen Leuten keine großen Sorgen machen müssten)

          Dass wir ein christlicher(tm) Staat sind (ich glaube, dass diesen Standpunkt nicht jeder Deutsche mit Pass ebenso vertritt.

          Was für ‚Werte‘ meinen sie in diesem Zusammenhang?
          Ich denke dass Werte und Ansichten ein höchst individuelles Gut sind und dass nicht automatisch jeder mit dem Tag ‚Deutscher‘ die selben Werte vertritt, noch jemand mit dem Tag ‚kommt aus der Türkei, kommt aus Griechenland oder kommt aus Ghana.

          Was wenn sich Neukölln zusammentut und seine Unabhängigkeit fordert?!
          Bitte? EIne Kommune *kann* keine Entscheidungen auf Föderaler ebene treffen. Das ist schlicht Unsinn. Bayern könnte – rein theoretisch – in seiner Eigenschaft als ‚Freistaat‘ aus der BRD austreten – aber eine Gemeinde hat dazu schlicht nicht die nötigen Befugnisse. Ob diese Wahl ‚legitim‘ wäre, ist eine Frage für Staatsphilosophen. Legal oder Durchführbar ist es nicht. So lange das GG bestand hat.

          Und ja: Auch Demokratie hat Grenzen. Die liegen im Grundgesetz und den allgemein gültigen Gesetzen geregelt. Sie müssten das kennen, wenn sie so gewissenhaft-schwungvoll mit der 20/4-Keule schwingen.

          Ihr Satz ‚Demokratie – ja, aber in einem gewissen Rahmen‘ klingt wie ‚ein bischen Schwanger‘.

          Von daher ist der Gedanke ‚Fremde‘ (also nach dem Text Leute, die seit mehreren Jahren in diesem Land leben, hier z.t. aufgewachsen und sozialisiert sind und nur durch das winzigie Manko der fehlenden ‚Staatsbürgerschaft‘ vom Wahlrecht ausgeschlossen werden) wählen zu lassen nicht so schlimm. Wie gesagt: Sie dürfen mitabstimmen wer Bürgermeiser wird und wer in den Stadt / Gemeinderat kommt – das heißt dann ‚kommunale Ebene‘.

          Was die liberalisierung des Kommunal-Wahlrechtes mit EU-Diktatur zu tun hat, müssen sie bei gelegenheit erläutern. Ich verstehe das nämlich *nicht*. Wirklich.

          Weshalb es die Bevölkerung radikalisieren sollte, wenn der Dönerbudenbesitzer oder der VW-Schichtleiter wählen dürfen ist mir ebenfalls schleierhaft.

          Und die Geschichte lehrt mich zumindest, dass Ausgrenzung von Minderheiten nie irgendwas sinnvolles bewirkt hat. Ghettobildung, soziale Ausgrenzung, Bildung von Parrallelgesellschaften, daraus resultierendes Misstrauen gegenüber der Minderheit, welches das Problem damit nur vertieft.
          Hatten wir alles, haben wir alles. Will ich eigentlich nicht. Wäre schön, wenn man das mal ändern könnte.

          Äh und aus der Idee eine eigene PP-Fraktion im Europäischen Parlament zu gründen, ist jetzt nicht unbedingt verkehrt, wenn man seine eigenen Positionen dort vertreten will.
          Sagen wir mal so: Nächste Woche auflösen *können* wir nicht. Noch wissen wir, wie sinnvoll das ist bzw wie die Alternativen aussehen.
          Aber genausowenig will man die BRD auflösen um sie in einer EU aufgehen zu sehen. Zumindest so lange es keine wünschenswertere Alternative gibt.
          Und das mit dem EU auflösen um es in ein noch größeres Konglomerat zu pressen, ist mein perösnlicher Traum von einem Terranischen Imperium mit mir als Imperator. Aber das hat jetzt mit der PP-Parteilinie weniger zu tun.

          An irgendwelchen Gebietsansprüchen oder Heimatgefühlen wird übrigens ein (Kommunal)- Wahlrecht für Mitbürger ohne Staatsbürgerschaft nichts ändern. Warum auch?
          Im Gegenteil – jemand der sieht, dass er halbwegs willkommen ist, und jemand dem man die Möglichkeit einräumt sich demokratisch zu betätigen, wird sich wahrscheinlich wohler fühlen und sich eher an die neue Heimat anpassen? Oder nicht?

          Sie scheinen sich also an ‚Fremden Einflüssen‘ zu stören.
          * Gut. Dann verzichten sie gefälligst auf dieses arabische Teufelswerkzeug (Gabel)
          * Diese altägyptische Isisverehrung (Maria)
          * diese wiederwärtigen indischen Zahlen
          * Diese grässliche lateinische Schrift
          * die Grundsätze dieser abstoßenden englischen Magna Carta
          * beliebig erweiterbar.

          Oder haben sie Angst, dass Hunderttausende, schwer bewaffnete, technisch überlegene Fremdländer auf Schiffen – äh technischer Vergleich neute: Gleitschiffen vom Himmel herabkommen, uns mit Glasperlen und Spiegeln unser Land abkaufen, uns mit ihren Krankheiten anstecken und die letzten überlebenden in kleine Reservate sperren, in denen wir dan Spielcasinos betreiben und Folkloremerchandise-Artikel die in China produziert wurden verticken dürfen?

          Gruß
          Gedankenverbrecher

          • Ulli schrieb am

            Boar, so viel Blödsinn auf einmal habe ich ja noch nie gelesen. Da hat wohl jemand seine rosarote Gutweltbrille auf.

            Ich kommentiere jetzt nicht alles, da ich mich nur aufregen würde ABER:
            „Und die Geschichte lehrt mich zumindest, dass Ausgrenzung von Minderheiten nie irgendwas sinnvolles bewirkt hat. Ghettobildung, soziale Ausgrenzung, Bildung von Parrallelgesellschaften, daraus resultierendes Misstrauen gegenüber der Minderheit, welches das Problem damit nur vertieft“.

            Wer sich integriert wird nicht ausgegrenzt !!! Wenn jemand aber z.B. nicht bereit ist unsere Sprache zu lernen oder unsere Rechtnormen akzeptiert grenzt sich logischerweise selber aus.

            Viele Kollegen und Freunde hätten die P-Partei in NRW am 13.05.12 gewählt aber nach diesem Agendavorschlag NEIN DANKE.

        • Bernd schrieb am

          Nur ganz kurz: Ich lebe selbst seit längerer Zeit im Ausland. Ich kann nicht am politischen Prozess teilnehmen. Die Folge: Die Politik meines Gastlandes interessiert mich nicht im geringsten. Ich weiss weder, wie der Bürgermeister meines Wohnortes noch wie der Präsident des Landes heisst (kein Witz).

          Wahlmöglichkeiten für Ausländer auf lokaler Ebene können zu besserer Integration führen. Ich war auch immer dagegen, bis ich diese Erfahrung machen durfte.

  5. Pingback: Die Position der Piratenpartei zum Urheberrecht im Detail | Ganz meine Meinung

  6. Anonym schrieb am

    Zu Punkt 5 („Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut. Viele Urheber haben ein offenes Ohr bei den Piraten und können über offene Kommunikationsstrukturen mitteilen, wie wir ihre Interessen berücksichtigen können.“)
    Nachfrage:
    – In welcher Form sind „viele der Piraten“ selbst Urheber?
    – Wenn „viele Urheber“ also „ein offenes Ohr“ bei den Piraten haben, gibt es dann umgekehrt auch welche, deren Anliegen sich die Piratenpartei grundsätzlich verweigert? Und falls ja, warum?
    – Was sollen „offene Kommunikationsstrukturen“ sein ( wie wird das nun konkret gehandhabt)?
    Ein weiterer Aspekt ist die Freiwilligkeit von Geldzahlungen durch Nutzer. Dies wird an anderer Stelle als Bestandteil eines sog. „Geschäftsmodells“ angesprochen. Da möchte ich direkt zurückfragen: Erscheint Euch das selbst nicht ein bisschen naiv? Natürlich bin ich nicht gegen die Idee von freiwilligen Zahlungen, nur: wer zahlt dann noch?
    MfG

  7. anonym schrieb am

    Viele Piraten sind sind als Softwareentwickler doch selbst Urheber. Das könnte doch bei Argumenten wie „kostenlos“, „gönnen Urhebern kein Einkommen“ oder „mangelde Kompetenz im Urheberrecht“ auch eingebracht werden. Die Argumente der Piraten bekommen meiner Meinung nach ein höheres Gewicht, wenn sie aus Sicht der Urheber (Softwareentwicklung) formuliert werden, als aus der Ecke des „passiven“ Konsumenten.

    Ein weiterer Punkt, der gerne übersehen wird: viele Urheber/Kreative verwenden selbstverständlich, oder ohne es zu wissen Software, die durch eine offene Nutzung des Urheberrechts erst ermöglicht wurde. Wo wären kreative Künstler und ihre Verwertungsindustrie ohne freie Software, die viel zur Entwicklung des Internets beigetragen hat. Wie sah denn die Preisgestaltung für Programme aus, die Kreative zur Ausübung ihre Profesison nutzen, bevor freie Programme zumindest zum Teil konkurrenzfähig wurden. Wie werten Kreative die Unabhängigkeit, die freier Software ermöglicht, sich auszuprobieren, ohne zuerst größere Summen in Ausrüstung/Programme investieren zu müssen?

    • sebastian schrieb am

      Die GPL ist dabei aber kein gesetzlich festgeschriebener Zwang, sondern ein freiwilliger Entscheidung des (Stamm-)Urhebers der Software, welche ihm mögliche Lizenz er wählt. Das entspricht ja nicht gerade der Forderung der Piraten. GPL könnte auch dafür argumentieren, das dort, wo freie Software von Nöten war, sie bereits aus freien Stücken entstand, ohne Zutun eines erzwungenen, immergültigen Kopierrechts und ohne Piratenpartei. Jetzt, wo freie Software diesen Stellenwert hat, welchen Vorteil kann das gesetzliche Copyleft der Piraten noch herbeiführen? Naja, zumindest die Freilegung vieler patentierter Algorithmen.

  8. SpiritBaba schrieb am

    Ich stimme als künstler allen Argumenten voll zu. Und was das patentrecht betrifft, zb. pharmaindustrie, technik usw. so sollte sich vieleicht im bereich der Gebüren verändern, um auch den kleinen Entwicklern mehr chanzen auf den uhrheber schutz zu geben..

  9. Pingback: Linksammlung Urheberrecht

  10. Jack Sparrow schrieb am

    „In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden. Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich. Die Verwertungsrechte sind hingegen handelbar. Der Urheber kann sie an einen Rechteverwerter (Verlag, Plattenlabel) in Teilen oder als Ganzes (in einem sogenannten Buyout-Vertrag) veräußern. Dazu gehören Vervielfältigungsrechte, Nutzungsrechte, Zweitverwertungsrechte und Ähnliches.“

    Soweit, so gut. Wer dies nicht möchte, kann jederzeit seine Werke frei von Verwertungsrechen freigeben. Ohne (!) den gesetzlichen Druck dazu, den Sie aber verordnen wollen.

    „Die im Urheberrechtsgesetz festgeschriebenen Regelungen schränken die Rechte der Allgemeinheit an der Verwendung von Wissen und Informationen ein. Eine solche Einschränkung ist in gewissem Umfang gerechtfertigt, falls sie den Interessen der Urheber von Werken dient. Keinesfalls aber darf sie einseitig zugunsten wirtschaftlicher Interessen Dritter stattfinden. Die derzeitigen Regelungen führen trotz eines stetig wachsenden Kulturgütermarktes bisher noch selten dazu, dass die Urheber angemessen an den daraus entstehenden Einnahmen beteiligt werden. Daher setzen wir uns für eine Stärkung der Urheber gegenüber Rechteverwertern in Form eines Urhebervertragsrechtes ein.“

    Das, was hier angeprangert wird, ist aber eine Sache des Verwertungs(!)rechts, nicht des Urheber(!)rechts. Eine Änderung des Urheberrechts ändert daran nichts, nada, nothing, nope.

    „1. Der freie Zugang zu Wissen und Kultur ist entscheidend für die Entwicklung der Gesellschaft. Ihn aus rein wirtschaftlichen Überlegungen einzuschränken, ist gesellschaftlich nicht tragbar. Mit der Entwicklung immer neuer Technologien (vom Buchdruck zu Ton- und Videoaufnahme bis schließlich hin zur Digitalisierung und des Internets) wird die Verbreitung von Informationen fortwährend erleichtert. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, die gefördert und nicht durch Gesetze verhindert werden darf.“

    Und ganz genau hier widerspricht sich Ihre Forderung nach einem Ausgleich für die Urheber. Sie sollen finanziellen Ausgleich erhalten, aber zugleich soll alles frei und kostenlos erhältlich sein? Wie soll das bitte gehen?

    „Zahlreiche Studien belegen berechtigte Zweifel an der von Wirtschaftsverbänden verbreiteten Vorstellung, den Kreativen würden durch Filesharing erhebliche Verluste entstehen. Einige Studien zeigen sogar das Gegenteil. Insbesondere werden immer wieder die positiven Effekte der freien Verfügbarkeit von Inhalten ausgeblendet und bestehende Vertriebs- und Geschäftsmodelle als einziger Maßstab genommen.“

    Der einzige, positive Effekt ist für die Urheber, dass ihre Namen bekannt werden. Aber durch dieses Bekannter werden ihrer Namen durch gesharte Inhalte, haben sie immer noch nichts verkauft bekommen. Wo ist da bitte der ach so tolle Kaninchen-aus-dem Hut- Effekt für die Kreativen? Von nichts verkauft kommt auch nichts an Tantiemen, oder?

    „Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist – im Gegenteil wächst der Kulturgütermarkt beständig, lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-Kassetten und -CDs, wurde schwieriger.“

    Aber auch ein via Internet verkaufter Content bringt dem Urheber das, worüber wir hier reden. Finanziellen Ausgleich für seine Arbeit, die er geleistet hat. Sie setzen aber die virtuellen „Tauschbörsen“ mit Flohmärkten oder Schulhöfen gleich, was in sich schon ein Denkfehler ist. Wenn ich ein(!) reales Buch gegen ein(!) anderes reales Buch tausche, habe ich am Ende nur ein(!) reales Buch in der Hand. In den virtuellen Tauschbörsen „tausche“ ich den neuen Harry Potter gegen den neuen Biss- Roman und habe am Ende BEIDE zur Verfügung.
    Wo da kein Schaden für den Urheber entstanden sein soll, ist mir irgendwie ein unlogischer Gedankengang. Aus eins mach abrakadabra zwei aber das ist kein Schaden für den Erschaffer des Produkts?
    Es tut mir wirklich leid, da ich die Piraten als eine echte Alternative angesehen habe. Aber als selber Betroffener, kann ich Sie nur ablehnen. Sie wollen die eierlegende Wollmilchsau züchten, lehnen aber jegliche Genforschung dazu ab. Sie werfen fröhlich Urheber- und Verwertungsrechte in einen Topf, schmecken mit dem Allgemeingut des freien Wissens ab, kippen aber dabei auch die Kreativen mit dem Bade aus, die „nur“ unterhalten und dadurch ihr Geld verdienen wollen.
    Insgesamt erscheint mir diese politische Position nicht demokratisch, sondern totalitär, da sie die Kreativen in eine einzige Verwertungsrichtung drängen wollen, die Sie als die einzig wahre und seligmachende ansehen. Dabei steht es bereits heute, jedem einzelnen Urheber frei, wo, wie und wann er sein Werk verwerten lässt. Eine Änderung am Urheberrecht ist also nicht nötig. Eine Änderung des Verwertungsrechts, eine Beschränkung oder Aufsplittung der Rechte der Verwerter zugunsten der Urheber (und nicht der Nutzer) wäre viel effektiver, weil so die Urheber und die Nutzer enger zusammenrücken würden. So aber, wie sie das jetzt handhaben, treiben sie einen Spalt zwischen Bühne und Publikum, zwischen Kreativen und Verlagen auf der einen, und dem Nutzern auf der Seite des Grabens.

    Wenn Kusntschaffende nach ihrem Maßstäben schon Idealisten sein sollten, die etwas bewegen und verändern möchten, statt Geld zu verdienen, dann sollte das doch auch im verstärktem Maße für die Menschen gelten, die an der Spitze einer Gesellschaft diese Formen und lenken.
    Wo bleibt also Ihr Vorschlag, dass Politiker (und Somit auch Teile Ihrer Partei) ab sofort keine Diäten mehr erhalten, sondern ein lesitungsbezogenen Spenden aus dem Volk, die diese mit einem „Gefällt-mir-Button“ leisten? Natürlich muss der Gerechtigkeit wegen auch ein „Gefällt-mir-überhaupt nicht-Button“ kreiert werden, der diese Zuwendung des Volkes abmildert, wenn unpopuläre Entscheidungen getrroffen werden.

    Ich wäre echt gespannt, wie viele sich dann noch für Politik interessieren würden.
    Ich vermute mal, dass es in etwa genau die gleiche Menge wäre, wie es zukünftig noch Künstler geben wird, die ihre Lebenszeit voll und ganz in ihre Kunst investieren können, weil sie Geld damit verdienen.

    • Der Tom schrieb am

      Das, was hier angeprangert wird, ist aber eine Sache des Verwertungs(!)rechts, nicht des Urheber(!)rechts. Eine Änderung des Urheberrechts ändert daran nichts, nada, nothing, nope.

      Nur ein kurzer Einwurf:
      Das stimmt so nicht ganz, weil die Verwertungsrechte durch das Urheberrecht geregelt werden. Eine Reform des Urheberrechts würde also auch eine Änderung beim Verwertungsrecht bedeuten (außer natürlich man ändert dort gar nichts).
      Angeprangert wird wohl eher die, anscheinend häufig angewandte, Technik des Buyout-Vertrags.
      Ich hab einen Blog-Beitrag dazu gefunden, wo jemand einen Artikel für das Handelsblatt geschrieben hat und das Handelsblatt automatisch von einem Buyout-Vertrag ausging:
      Offener Brief an Gabor Steingart: Über Verlage, freie Autoren, Urheberrecht und innere Pressefreiheit

  11. Pingback: Ich heb dann mal ur | Spreeblick

  12. Anonymous schrieb am

    Ahoi!
    Leider geht aus Eurer Vorstellung nicht hervor, wie Texter und Komponisten, die nicht selber auf der Bühne stehen adäquat honoriert werden sollen. Ohne eine Gesellschaft wie die GEMA (die dringend eine Konkurrenz braucht und endlich mal vom Gesetzgeber zur Transparenz gezwungen muss) hat keiner dieser Künstler eine Chance sich zu finanzieren. Die pauschale Ansage andere Geschäftsmodelle zu erfinden, ist mir ein wenig platt. Die meisten Texter und Komponisten sind völlig unbekannt und ziehen es auch vor, sich nicht zu vermarkten bzw. haben schlicht gar keine Zeit dazu. Diesen Berufsgruppen wird durch die „freie“ Verwendung ihrer „Produkte“ die Grundlage genommen.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Da gäbe es beispielsweise eine Werbefinanzierung durch z.B. Youtube.
      Vor einiger Zeit hatte ich mit einem Kommentator hier (Aimbot nannte er sich)
      eben genau diese Diskussion: Ob und wie kann man Geld verdienen, wenn man keien Gema im Rücken hat.

      Seine Vorschläge waren z.B. Jamendo – bei dem der Musiker / Komponist einen Track einstellt zum kostenpflichtigen Download und mit anbieten kann.
      Dabei verbleiben alle Rechte beim Künstler, er kann selber den Preis festlegen bekommt allerdings nur ca 60 oder 70% davon. Der Rest ist für die Plattform.

      Und er meinte noch, dass er – obwohl relativ unbekannt und mit wenigen Tracks vertreten, wohl doch schon bemerkbar Geld verdient.

      Ich denke, dass sich Geschäftsmodelle in diesem Bereich entwickeln können.

      Dann nach wie vor: Wenn man sich nicht auf die Bühne stellen will oder kann: Verkauft DRM-freie CDs zu einem passablen Preis (also unterhalb von den aktuellen 25 – 30 Euros)
      Es gibt einen Haufen Leute, die sich gerne ein Album von einer Band die ihnen gefällt gerne ins Regal stellen.

      Und mal ehrlich: Ein unbekannter Künstler, der keinen Wert darauf legt, sich zu vermarkten… Das ist keine Berufsgruppe. Sowas nennt man Hobby.
      Zumal dieses ’sich vermarkten‘ eben nicht mehr über Plattenläden und Radiostationen laufen muss. (siehe Jamendo)

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      Lieber Admin: Gibt es eine Möglichkeit im Archiv einen bestimmten Kommentar anhand von Stichworten oder Autor zu suchen?

      • Reznor schrieb am

        Und was mach ich, wenn nur einer mein Album kauft, ich davon 70% bekomme und der Käufer dann alles für umme im Netz verteilt? Von dem eingenommenen Geld kann ich nicht mal eine Stunde beim Anwalt bezahlen. Ohne GEMA muss ich mich ja selbst drum kümmern, rechtlichen Beistand zu bekommen.

      • Jean Jacques schrieb am

        @Gedankenverbrecher „…“ – Genau hierin liegt der Hund begraben!
        Der Urheber kann zwar sein Werk als kostenpflichtigen Download anbieten – Aber, der Käufer darf dann das Werk, unentgeltlich und für private Zwecke frei kopieren und im Web verschenken!?!
        Ergo, würde der Urheber nicht viel damit verdienen, es sei denn, der Download eines Beispielweisen Screensavers oder Fotos würde so ungefähr 50000€ kosten!!!

      • Nachdenklicher schrieb am

        Das heißt: man stellt sein Werk zu einem fairen Preis zur Verfügung. Alle finden es super. Einer kauft es und stellt es dann über Tauschbörsen nicht nur seinen Freunden zur Verfügung, sondern der ganzen Welt. Der Künstler aber erhält einen warmen Händedruck, oder wie?
        Zu Zeiten des altehrwürdigen C64ers gab es Spielprogramme, die gerade mal einige hundert mal verkauft wurden, aber auf nahezu allen C64ern im Land zu finden waren. Die Programmierer waren einfach nur die Volldeppen, die sich haben ausnutzen lassen!
        Die „Something for Nothing“-Mentalität ist die höchste Form der kapitalistischen Gewinnmaximierung.
        Ausserdem wird ein Aspekt völlig ausser Acht gelassen:
        den Kreativen und Künstlern wird unterstellt, dass sie geradezu am Fließband ein geniales Kunstwerk nach dem anderen erschaffen.
        Dem ist aber nicht so!
        Zwar wird oftmals ein Werk nach dem anderen das Licht der Welt erblicken, aber darunter befindet sich vielleicht nur eine einzige echte Perle.
        Um diese Perle zu erschaffen, sind aber alle anderen Werke ebenso notwendig. Es ist wie mit den Goldsuchern, wenn sie nicht Tonnen an Schlamm, Gestein und Dreck durchkämmen, finden sie eben nicht den einen Nugget.
        Um also eine solche Perle zu erschaffen, kann es durchaus sein, dass ein Künstler sein Leben gibt – im Sinne von Lebenzeit.
        Hätte er Taxi fahren müssen, um seinen Lebensunterhalt zu verdingen, wäre es nicht zu diesem einen Werk gekommen.
        Wie sagte es Edison: „10% Genie und 90% Schweiß“
        Die 90% müssen aber mitfinanziert werden. Und das funktioniert nicht über Tauschbörsen bei denen angebliche (Privat-)Kopien entstehen, die man mit so genannten Freunden tauscht.
        Hier ist sicher noch sehr viel mehr Nachdenken angesagt.
        Wer also ein solches Schaffen eines Künstlers als „Hobby“ bezeichnet, sollte sich zurück in die Steinzeit begeben und selbst kreativ werden.

    • Jan schrieb am

      Texter und Komponisten können ihre Werke doch per Werksvertrag an aufführende Künstler gegen eine Einmalzahlung herausgeben. Ansonsten kann hier auch Crowd-Funding funktionieren. Sobald jemand mit den Werken dann kommerziell arbeiten will, muss dieser ohnehin eine vertragliche Vereinbarung mit dem Texter/Komponisten anstreben.

      Und wer keine Zeit/Lust hat sich selbst ums Vermarkten seiner Werke zu kümmern kann ja auch gerne jemanden damit beauftragen.

      • Jack Sparrow schrieb am

        Leider sehe ich die ganze Zeit in der Diskussion um das Urheberrecht immer nur die Seite und Möglichkeiten der Softwareentwickler oder Musiker. Was ist aber mit den Autoren von Romanen?
        Wer ist da der ausführende Künstler, der per Werkvertrag an den Urheber (in diesem Fall den Autor) zahlen soll?
        Der letzte Satz: „Und wer keine Zeit/Lust hat sich selbst ums Vermarkten seiner Werke zu kümmern kann ja auch gerne jemanden damit beauftragen.“ ist bereits gängige, und von den Piraten immer wieder attakierte Geschäftspraxis!
        Der Autor schreibt, der Verlag stellt einen Lektor um das Werk aufzuarbeiten und zu korigieren, der Verlag stellt einen Coverkünstler, stellt die Infrastruktur für Druck / e-book, sorgt für Distribution etc.pp.
        Wem die Konditionen nicht behagen, der kann sich ja mit dem Verlag an einen Tisch setzen, und andere Konditionen aushandeln. Da gibt es nichts, was in irgendeiner Form von Seiten des Gesetztgebers gegängelt werden müsste.

    • Henric schrieb am

      Texter und Komponisten sind Dienstleister. Es ist eigentlich normal, dass Dienstleister zum Zeitpunkt der Ablieferung ihrer Dienstleistung für diese vollumfänglich bezahlt werden. Wenn eine Designagentur für eine Firma ein Logo entwirft, dann bekommt sie dafür einmalig Geld. Warum sollte das bei einem Liedtext anders sein?
      Jetzt sagen manche: „man weiß doch nicht, ob das Lied ein Hit wird oder nicht, vielleicht hat man dann zu wenig dafür bekommen“ – das mag sein. Das nennt man unternehmerisches Risiko. Wenn man der Ansicht ist, dass der Text großartig ist, dann sollte man ihn für teures Geld verkaufen.
      Mit dem gleichen Argument könnte nämlich sonst auch der Designer von Logos kommen, denn manche Firma bleibt eine kleine Klitsche und andere Firmen werden so groß wie Apple. Das weiß man auch vorher nicht. Daher ist es wichtig, sich einen guten Ruf zu erarbeiten, dann kann man eben auch entsprechende Preise nehmen. So macht es jede Design-Agentur auch. Eine Aussage wie „Texter und Komponisten ziehen es vor sich nicht zu vermarkten“ zeugt meiner Auffassung nach von ziemlicher Ignoranz gegenüber Realitäten.

      • cooper schrieb am

        Hallo Henric,
        Texter und Komponisten sind Dienstleister. Es ist eigentlich normal, dass Dienstleister zum Zeitpunkt der Ablieferung ihrer Dienstleistung für diese vollumfänglich bezahlt werden.
        Sorry, aber das ist falsch. Texter und Komponisten sind genauso Urheber wie ein Interpret. Und nimmt ein Interpret eine CD mit einem Song auf, dessen Text er nicht geschrieben und dessen Melodie er nicht komponiert hat, sind Texter und Komponist automatisch an den Tantiemen beteiligt. Ist ja auch nur gerecht, weil wer kann schon feststellen, ob es nur die Stimme war, die einen Song zum Hit macht, oder nur die Melodie, oder nur der Text?

        Wenn eine Designagentur für eine Firma ein Logo entwirft, dann bekommt sie dafür einmalig Geld.
        Auch das stimmt nicht: Der Grafiker ist und bleibt Urheber des Logos und überträgt einzig die Verwertungsrechte an den Kunden. Der Kunde darf aber nicht einfach die Farben des Logos ändern und es an eine andere Firma weiterverkaufen — jedenfalls nicht ohne Erlaubnis des Urhebers, also Grafikers, wofür dieser sicher eine Beteiligung einfordern wird. Schließlich war es seine Arbeit.

        Viele Grüße, Mirko

      • felixsommer schrieb am

        Du kannst natürlich als Logo-Designer auch einen Vertrag aushandeln, der eine Erfolgsbeteiligung beinhaltet… Spricht aus meiner Sicht nix dagegen…

  13. Pingback: Piratkopie | Vollzeitvater

  14. Mario Liedtke schrieb am

    Ich bin selbst Blogger und Fotograf – also auch oft genug Urheber, und ich begrüße die Forderungen der Piraten.

    Die Unterhaltungsindustrie hat in einem beispiellos meisterhaften Bravourstück vorgeführt, wie durch viele kleine Manipulationen, viel Lobbyistenarbeit und vor allem Ausdauer die gesetzlich verbrieften Rechte der Bürger ins Gegenteil pervertiert werden.

    Das konkrete Beispiel:
    Es war zu Zeiten des Walkmans kein Problem, sich eine Kopie eines Songs aus dem Radio oder von einem Freund der die Single besaß, anzufertigen. Mit dem Auftauchen der CD und der ersten DAT-Rekorder (Digitale Audio Tapes) wurde jedoch bereits das CopyBit eingeführt, welches zwar die Kopie von CD auf DAT erlaubte, dem DAT aber verbot, diese Kopie nochmals (digital) zu kopieren.
    DAT-Rekorder setzten sich nicht durch, dafür aber CD-Brenner.

    Um Kopien über CD-Brenner zu verhindern, setzten die Plattenbosse auf „Kopierschutzverfahren“. Es wurden falsche Meta-Daten in die Inhaltsverzeichnisse der CDs eingeführt, so dass diese so grade noch (auf den meisten) Playern abspielbar blieben, jedoch Kopierprogramme so verwirrten, dass keine Kopie möglich war. Im Klartext: Es wurden technisch und qualitativ DEFEKTE CDs verkauft, die auch vielen ehrlichen Käufern das legale(!) Abspielen erschwerten oder sabotierten!

    Der Gesetzgeber sah diesem Treiben lange tatenlos zu. Erst Gerichte erreichten einen Pyrrhus-Sieg: Die Plattenfirmen mußten vor dem Kauf darauf hinweisen, dass betroffene CDs mit einem Kopierschutz ausgestattet waren. Dies schwächte die Verbraucher und stärkte die Produzenten. Das Gericht sah für den Verbraucher eine Marktfreiheit, die er gar nicht hatte: Wenn er Titel X von Sänger Y kaufen wollte, hatte er keinen freien Markt vor sich und konnte nicht zu einem anderen Produzenten gehen um den Titel dort ohne Kopierschutz (sprich Defekt!) zu erwerben!

    Ein Verbraucher, dessen CD-Player eine gekaufte CD nicht abspielte – was z.B. häufig in CD-Wechslern im Auto der Fall war – hatte jedoch noch einen Ausweg: Er konnte auf seine eigenen Kosten versuchen, die absichtlich-defekte Original-CD mit Spezialsoftware zu reparieren und einen „gesunden“ CD-Rohling/Kopie brennen. Dazu war es nötig, teure Spezialsoftware und viele Updates zu kaufen, die jeweils das Rennen gegen die aktuellen Kopierschutzmechanismen antraten.

    Mit dem Verbot von solcher Spezialsoftware wurden tausende Deutsche zwangskriminalisiert und enteignet. Denn fortan war, von einem auf den anderen Tag, alleine der Besitz eines solchen Programmes strafbar. Fachmagazinen war es verboten, die Namen der Programme mit dem Hinweis, dass damit Kopierschutz X oder Y repariert werden kann, zu nennen – dies wurde als verbotene Werbung und Aufruf zu einer Straftat angesehen!

    Juristisch gesehen erwirbt man beim Kauf einer CD/DVD/BlueRay nicht den darauf enthaltenen Titel oder Film. Man erwirbt lediglich das Nutzungsrecht, diesen zu konsumieren! Die CD/DVD/BR ist auch nur der reine Datenträger. Geht dieser kaputt (Kratzer oder zerbrochen), so betrifft dies in keinster Weise das erworbene Nutzungsrecht des Käufers – allerdings kann er es nicht mehr ausüben. Ich selbst habe bei Sony versucht, eine verkratzte CD die sich nicht mehr abspielen ließ, gegen eine Neue zu tauschen, die mir wieder gestattet, mein Nutzungsrecht auszuüben.
    Selbstverständlich war ich bereit, dafür angemessen zu bezahlen! Also Produktionskosten + Bearbeitungsaufwand + Gewinnmarge. Jedoch war ich nicht bereit, dieselbe CD nochmals komplett NEU zu erwerben. Denn die Nutzungsrechte habe ich ja bereits bezahlt.
    Sony hat mich ausgelacht. Ich erhielt keinen Ersatz.

    Interessant fand ich auch den Preisunterschied, als „BATMAN – THE DARK KNIGHT“ zeitgleich als DVD und BlueRay angeboten wurde. Die DVD kostete im Handel zwischen 9,99 und 12,99, die BlueRay zwischen 24,99 und 29,99 Euro. Dies erstaunt mich. Denn die Mehrkosten für die Produktion einer BR beliefen sich zu dieser Zeit zwischen 2-5,- Euro. Diesen Preisunterschied hätte ich also auch fair empfunden. Warum aber soll das Nutzungsrecht im einen Falle mehr kosten, als im anderen? Genau genommen verursacht übrigens auch die DVD einen erhöhten Produktionsaufwand. Der Film lag schliesslich im HD-Format (1080 Zeilen) vor, und musste erst in das DVD-Format (576 Zeilen) transkodiert werden! (Mir ist natürlich bewußt, dass die Transkodierung nur einmalige Fixkosten und die BR-Produktion erhöhte variable Stückkosten sind).

    Dennoch: Nutzungsrecht ist Nutzungsrecht. Film ist Film.

    Es muss dringend etwas getan werden!

    Liebe Grüße, Mario

    • Jan schrieb am

      Tja, dann solltest du die Erstveröffentlichung nicht zür 99 cent verramschen, wenn du davon ausgehst, daß kein Konsument dich ffreiwillig ür deine Arbeit entlohnen will. Simple as that!

    • –F. schrieb am

      @ Mario:
      Entschuldige bitte, aber als Du die zerkratzte CD umzutauschen versuchtest, hattest Du „die Nutzungsrechte“ NICHT „schon bezahlt“.
      Bezahlt hattest Du das Recht, die auf dem von Dir erworbenen Exemplar der CD vorhandenen Musikstücke abzuspielen.

      Eine gute Analogie zu urheberrechtlich geschützten Werken ist die einer Fahrkarte.
      Auch hier kannst Du nicht erwarten, dass eine in den Dreck gefallene, unleserliche Tageskarte vom Verkehrsverbund zum ermäßigten Preis ersetzt wird.

      Ebenso wenig durchdacht ist Dein Anspruch, dass der Preisunterschied zwischen einem Film auf einer DVD und einem auf einer BlueRay nur die Kosten der Produktion betragen dürfe, es sei schließlich derselbe Film. Es ist tatsächlich der selbe Film, der Unterschied aber liegt in der Qualität, nicht allein in den Kosten der Herstellung des Trägermediums.

      Mich erstaunt immer wieder, wie hier über „Nutzungsrechte“ diskutiert wird, ohne dass irgendjemand auch nur einmal einen Blick in das UrhG geworfen zu haben scheint.

  15. Lehmann schrieb am

    Das überzeugt nicht, ist für Urheber praxisuntauglich und würde die Armut unter künstlerisch Schaffenden noch weiter steigern. Das Recht auf Erstveröffentlichungist nicht mal ein Brotkrumen: man verkauft (beispielsweise) einen Song für 0,99, danach ist er frei über Filesharing downloadbar. Und das ist bereits Realität, dazu bedarf es dieses Positionspapiers nicht. Die erwähnten diffusen Geschäftsmodelle funktionieren nicht, wenn man Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägt. Ganz schwache Leistung.

  16. Björn schrieb am

    Eine Trennung von Urhebern und Verwertern vorzunehmen zeugt von einer vollständigen Unkenntnis der Werte, die Verleger schaffen. In Ihrer einfachen Weltsicht sitzen Verleger einfach nur da und zählen das Geld, das sie mit der Arbeit der Urheber erwirtschaften. Das ist großer Quatsch. Wenn sie die Privatkopie für Bücher, Musik, Desings etc pp vollständig privat freigeben, zerstören sie die fiananzielle Grundlage der Buchbranche, der Musik- und Filmbranche. Das kann man ja durchaus fordern, nur denken Sie bitte nicht, dass man Ihnen die Naivität durchgehen lässt, dass man alle diese Branchen mit Crowdfunding finanzieren kann.
    Ich sehe auch kein Problem darin, dass Sie Ihre Vorstellungen von alternativen Verlagen, alternativen Filmcrews und Labeln mit eine CC-Lizenz und Crowdfunding selbst aufbauen und beweisen, dass es so funktioniert. Gründen Sie eine Verlag, der auf diese Art und Weise erfolgreich ist und verändern Sie die Welt, indem sie etwas schaffen, nicht, indem sie die Geschäftsgrundlage von ganzen Branchen zerstören.

    • Jan schrieb am

      Ohwei, wieder der Untergang des Abendlandes, bloß weil die Mitelsmänner heute nicht mehr in dem Maße nötig sind.

      • mulmer schrieb am

        Wenn Sie sich ein paar Minuten damit befassen, was Verlage tun, dann kapieren Sie die Zusammenhänge auch. Aber Achtung: Wissen kann Ihr Weltbild gefährden!

      • Björn schrieb am

        Das, was Sie abschätzig als Mittelsmänner bezeichnen, sind kreative Menschen, die Inhalte schaffen, veredeln, ein Programm aufbauen und vertreiben. Wenn Sie diese Prozesse alleine in die Hand von Googles Algorithmen legen und auch dort die alleinigen Gewinne ansiedeln wollen (und genau das würden sie in diesem Fall tun), dann sehe ich das tatsächlich nicht als einen Fortschritt. Verlage sind mittelständische Unternehmen, Google ein Weltkonzern. Und von einem Untergang des Abendlandes habe ich auch nicht gesprochen, nur davon, dass sich die genannten Branchen nicht mehr refinanzieren lassen, wenn sie das Urheberrecht für den nicht kommerziellen Bereich freigeben. Aber wie gesagt, das kann man ja durchaus fordern, die Konsequenz muss einem nur klar sein.

      • Nachdenklicher schrieb am

        Es ist doch ganz einfach: wer die Musik hören will, soll dafür bezahlen. Ansonsten soll er sich halt vor den Spiegel stellen und selbst singen!
        So einfach ist Tennis!

    • FS schrieb am

      „Wenn sie die Privatkopie für Bücher, Musik, Desings etc pp vollständig privat freigeben, zerstören sie die fiananzielle Grundlage der Buchbranche, der Musik- und Filmbranche.“ Gibt es für diese eher putzige Behauptung auch mal einen Beweis oder soll die Behauptung bereits genügen? Immerhin lassen sich Musik und Bücher schon seit deutlich über 20 Jahren kopieren und die Musikbranche meldet praktisch alljährlich neue Rekordgewinne, die Buchbranche feiert alljährlich ihr Wachstum auf der Frankfurter Buchmesse und auch der Filmbranche geht es blendend. Wäre es möglich, dass Sie die Privatkopie nicht sauber trennen können von kommerzieller Verwertung?

      Warum darf man eine CD (in angemessenem Rahmen!) kopieren, ein mp3 (mit oft schlechterer Qualität) dagegen nicht?
      Warum darf ich Musik aus dem Radio legal aufnehmen, aus dem Internet kopieren dagegen nicht?
      Warum werden immer mehr rechtliche und technische Hürden fürs Kopieren geschaffen, aber parallel über die Erhöhung von pauschalen Abgaben auf Geräte und Leermedien gedrungen?
      Und warum kosten 50 Jahre alte Aufnahmen heute bei sinkenden Vervielfältigungs- sowie Distributionskosten und einfacherer Verfügbarkeit sogar mehr als vor 15 Jahren?

      Es gibt zahllose Statistiken, wieviele Fernseher, Computer, Autos oder Smartphones es pro Einwohner oder pro Haushalt gibt; es wird Zeit für Statistiken, wieviele Kopien beliebter Songs pro Haushalt oder Einwohner verkauft wurde. Es würde mich nicht wundern, wenn Titel, die bereits alt genug sind (Stones, Beatles, Queen, Flipper, ABBA, Comedian Harmonists, Frank Sinatra, OMD, Glenn Miller usw. usw.), inzwischen auch deutlich mehr als einmal pro statistischem Einwohner verkauft wurden. Wenn da die Verkäufe zurück gehen, dann wohl eher wegen längerer Haltbarkeit heutiger Medien im Gegensatz zum Tonband und somit längerer Nutzungsdauer legitim erworbener Kopien, aber nicht wegen unlizensierter „Raub“Kopien.

      Das in Jahrzehnten austarierte Gleichgewicht zwischen Urhebern, Verwertern und Verbrauchern kippt mit steigender Geschwindigkeit zugunsten der Verwerter und zum Nachteil der Konsumenten; die Urheber sitzen irgendwo dazwischen und haben je nach Branche, Vertriebswegen und Verträgen mal Vorteile, oft genug aber ebenfalls Nachteile. Cui Bono? Wem nützt es? Behält man diesen Aspekt im Hinterkopf, dann wird auch klar, wer gegen Ausgewogenheit ist und warum Interessen der Konsumenten ignoriert und mit sprachlichen Tricks als illegal verunglimpft werden.

      • Björn schrieb am

        Ich will gar nicht bezweifeln, dass man das Urheberrecht von vielen historischen Ungereimheiten befreien sollte, aber der von Ihnen angemahnte Beweis, dass auch schon die nicht kommerzielle Weitergabe von digitalen Werken, die genannten Branchen vernichten würde, ist schnell erbracht. Ich setze Ihnen noch heute eine nicht kommerzielle Webseite auf (die sich z.B. über Spenden wie die Wikipedia finanziert), auf der man alle Filme, Bücher und Musik kostenlos downloaden kann. Dann müssen Sie mir mal erklären, wieso sich jemand diese Werke noch über den Handel kaufen sollte und wieso ein Verlag oder ein Label solche Werke noch vorfinanzieren sollte. Hier noch einen Beweis zu verlangen, das ist putzig und weltfremd. Die von Ihnen immer abwertend „Verwerter“ genannten Verlage und Label würden vermutlich gar nichts Digitales mehr auf den Markt bringen.

  17. Tom Levine schrieb am

    Schöner Artikel, der mit wohligen Worten Nebel über die Positionen der Piraten Partei bläst. Die Wähler dieses Vereins sollten sich schon die Mühe machen, in den Untiefen des Piratenwiki nach all den Artikeln und Forderungen zu suchen, die es dort zum Thema Urheberrecht, Kultur und Geschäftsmodelle für Kreative gibt. Letztendlich viel Good Will, enthusiastische Utopie und wenig Greifbares. Gerade zur Verfolgung des Filesharings zu kommerziellen Zwecken ist dort nichts zu finden – und genau das ist ja der springende Punkt, an dem all das freundlich-naive Gerede über Geschäftsmodelle sich in Wohlgefallen auflöst. Wenn nichts mehr verfolgt werden darf, dann kann ich auch nicht verhindern, dass die geschäftsmäßigen Raubkopierer, aus denen sich die Piraten nun mal rekrutieren, mit meinem Content Geld verdienen. Und zwar deutlich an mir vorbei.

    • Anonymous schrieb am

      „geschäftsmäßigen Raubkopierer“ Das ist ein nicht zutrefende Unterstellung und Beleidigung.

      • mulmer schrieb am

        Geschäftsmäßige Raubkopierer werden doch schon immer Piraten genannt? Wo liegt Dein Problem?

  18. Dandii schrieb am

    Danke für diese ausführliche Auflistung und Erklärungen.

  19. Thames Sinclair schrieb am

    Kleiner Tip: Statt die Antworten alle mit „Nein“ einzuleiten, wäre „Falsch“ das bessere Wort. Ansonsten ergibt sich unfreiwillige Komik bei solchen Kombinationen wie: „Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden“ – „Nein.“

    • CK schrieb am

      [Klugscheißer]

      Das ist einfachste Aussagelogik, die jedoch die wenigsten Menschen beherrschen (ohne Wertung):
      „Du möchtest jetzt kein Eis, oder?“ -> „Nein“ bedeutet, dass er ein Eis möchte. Denn die Gesamtaussage des letzten Satzes wurde negiert. Und da diese bereits verneint war.
      Ebenso: „Geht’s dir nicht gut?“ -> „Ja“ bedeutet, dass es ihm nicht gut geht. Ein „Doch“ gibt es im Deutschen nicht als Antwort. Ginge es ihm gut, müsste er mit „Nein“ antworten, wo oft mit „Ja“ geantwortet wird.
      Wie auch immer: “Die Piraten können nicht zwischen wissenschaftlichen Informationen und Kultur unterscheiden” – “Nein.” ist vollkommen korrekt so. ;-)

      [/Klugscheißer]

  20. Perestroika schrieb am

    Zitat „eine neue Schrankenregelung des Urheberrechts, die das freie, nichtkommerzielle Kopieren von kreativen Werken im Internet legalisiert,“

    Also doch Filme übes Netz runterladen und die Produzenten betrügen

    • Philipp schrieb am

      Wer betrügen möchte findet immer einen Weg. Die Frage ist: Geschieht das wirklich so häufig, dass die Allgemeinheit einen Schaden davon trägt?!
      Mir ist jedenfalls nicht aufgefallen, dass im Kino nur noch 2 statt 20 Sälen bespielt werden, ebenso wenig dass die Single Charts Top 100 auf Top 20 reduziert wurde.

      • mulmer schrieb am

        Streng Deinen Kopf an: nicht ob in einem Kino nur noch 2 statt 20 Säle bespielt werden, sondern wie viele Kinosäle es insgesamt gibt mit welcher Auslastung ist relevant.
        Und dass Top 100 immer Top 100 bleiben, auch wenn statt 100.000 verkauften Exemplaren schon 1.000 für eine Platzierung reichen: merkst Du was?

  21. RolandsCocktailBar Max schrieb am

    Frau BERG die CHARAKTER-Erfinderin (Charakter hier nicht wie in der englischen / edv-umfeld (codepage) Verwendung oder als „LETTER“ wie im Schriftsatz, sondern als Figur einer Fi_ktionalen Erzählung)

    Mythen des Alltags – die Spinne aus der Yuccapalme

    http://de.wikipedia.org/wiki/Moderne_Sage

    Myth [Busted] (die Dauerwerbesendung ihrer Versicherung Abtielung Schadensregulierung/-ermittlung)

    Fiction no Facts
    http://de.wikipedia.org/wiki/Unbefleckte_Empf%C3%A4ngnis

    Fucking Facts no Fiction
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abstammungsgutachten#Abstammungsgutachten_anhand_einer_DNA-Analyse

  22. Anonymous schrieb am

    „In Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, wird zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht und den Verwertungsrechten unterschieden.“ Falsch. Die USA kennen ganz genauso den Unterschied zwischen Copyright und Moral right.

    „Erstere umfassen die persönlichen Rechte des Urhebers an seinem Werk, sie sind unveräußerlich.“ Falsch. Hauptbeispiel: Ghostwriter können auf ihr Recht auf Namensnennung vertraglich wirksam verzichten.

    „die Verkürzung von gesetzlichen Schutzfristen, die in ihrer bisherigen Länge vor allem den Verwertern zugute kommen“ Falsch. Durch die längeren Fristen können die Verwerter insgesamt höhere Einnahmen erzielen, und natürlich sorgt der Markt dafür, dass die Künstler schon im Voraus ihren Anteil davon abbekommen. Hier zeigt sich der marktwirtschaftliche Analphabetismus der Piraten.

    „mehr Mitspracherechte für Urheber gegenüber den Rechteverwertern wie ein Zweitverwertungsrecht oder eine zeitliche Begrenzung von ‚Buy-Out‘-Verträgen,“ Urheber haben dieses Mitspracherecht bereits. Zu einem Vertrag gehören immer zwei Seiten. Was die Piraten in Wirklichkeit wollen, ist genau das Gegenteil, nämlich den Urhebern dieses Mitspracherech zu nehmen und ihnen zum Teil den Inhalt der Verträge politisch vorzuschreiben: Sie zu einem Zweitverwertungsrecht zu zwingen, auch wenn sie darauf verzichten wollen, und Ihnen eine zeitliche Begrenzugn von Buy-Out-Verträgen aufzuzwingen, selbst wenn sie das nicht wollen.

    „eine zeitgemäße digitale Archivierung für Bibliotheken“ Bibliotheken nehmen jetzt bereits eine zeitgemäße digitale Archivierung vor; aber die digitalen Fassungen sind wegen der unklaren Rechtslage nur sehr beschränkt nutzbar (Digitalisate sind wohl Lichtbilder und unterliegen damit 50 Jahre dem Urheberrecht). Hier wäre es nötig, eine explizite Rechtsregelung einzuführen, die die Interessen von Digitalisierern und Nutzern fair berücksichtigt. Ideen dazu von den Piraten? Fehlanzeige.

    „den freien Zugang zu mit öffentlichen Geldern finanzierten Inhalten wie bspw. wissenschaftliche Arbeiten oder Medien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“ Der freie Zugang ist jetzt bereits gewährleistet; er kostet lediglich Geld. Die Piratenpartei missbraucht in propagandistischer Weise den Begriff der Freiheit, wenn sie in Wirklichkeit kostenlos meint. Sie wird da ihrem Image der Linkspartei mit Internetanschluss voll gerecht.

    „die Legalisierung privater offener (WLAN-)Netzwerke durch die Abschaffung der Störerhaftung“ Damit jeder abstreiten kann, etwas damit zu tun zu haben, wenn über den Anschluss Rechtsverstöße begangen werden? Das ist pure Ideologie. Piraten lachen gerne über das „Totschlagargument“ Kinderpornographie; wirkliche Antworten darauf haben sie aber nicht. Ausgleichende Lösungen für diese absehbaren Probleme scheinen die Piraten nicht zu interessiren.

    „Die Piraten haben überhaupt kein Problem damit, dass irgendwer Geld verdient.“ … sie hätten aber umgekehrt auch kein Problem damit, wenn als Konsequenz ihrer Utopien die wirtschaftlichkeit des bestehenden Systems schwer beeinträchtigt wird und machen sich daher keine Gedanken darüber.

    „Viele der Piraten sind selbst Urheber und kennen die Probleme, die real auftreten, sehr gut.“ und klammern deshalb auch die Anwendungsgebiete bewusst aus, wo ihnen ihre eigene Ideologie wirtschaftlich weh tun würde — Software. „Die große Überraschung im Saarland ist die Piratenpartei, deren Antworten bei der FSFE starkes Kopfschütteln ausgelöst haben.“ http://fsfe.org/news/2012/news-20120322-01.de.html

    „Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten.“ Und das würde nach den Gesetzen des Marktes eben gerade darauf hinauslaufen, dass „jeder sein Werk kostenlos ins Internet stellen muss“. „Nein… Man kann die Erstveröffentlichung an sich verkaufen, man kann sich die Produktion eines geistigen Werkes von den Nutzern vorfinanzieren lassen, man kann direkte freiwillige Zahlungsmöglichkeiten zwischen Urhebern und Nutzern anbieten, man kann die Verbreitung geistiger Werke mit Werbefinanzierungsansätzen kombinieren, etc. Die Chancen, welche sich dadurch ergeben, sind gewaltig“ Wenn alle diese Ansätze wirtschaftlich vergleichbar wären, hätten sie sich längst am Markt durchgesetzt. Im Umkehrschluss kann man folgern, dass sie in der Praxis zu erheblichen Einbußen zum bestehenden Modell führen, wenn man dieses abschafft. Die Piratenpartei interessiert das nicht.

    „Besonders im wissenschaftlichen Bereich werden Werke meist in staatlich finanzierten Einrichtungen erstellt, aber in kommerziell vertriebenen Zeitschriften veröffentlicht, die nicht einmal Bildungseinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Werk durch den Staat – und somit die Gesellschaft – finanziert, so muss diese den durch Steuern bereits bezahlten freien Zugang dazu erhalten.“ Wieder ist „kostenlos“ statt „frei“ gemeint. Nein, der Staat hat dafür noch nicht bezahlt. Er hat bezahlt für die Forschung, nicht für das Veröffentlichen von irgendwelchen Werken. Das Veröffentlichen von Werken ist aufgrund der allgemeinen Wissenschaftsfreiheit freie Entscheidung des Forschers und gehört daher nicht zum Inhalt und Wesen des Arbeitsvertrags (§ 43 UrhG). Piratenpartei eine Grundrechtepartei? Nicht wenn es um Grundrechte der Wissenschaftler geht.

    „Insgesamt sehen wir keinerlei Beleg dafür, dass durch die Entkriminalisierung von Filesharing ein Einbruch in den kreativen Branchen stattfindet. Die Verbreitung von Tauschbörsen ist bereits jetzt so hoch, dass ein solcher Einbruch schon hätte stattfinden müssen, was jedoch ausgeblieben ist“ Nur weil immer noch Anteile der Bevölkerung Respekt vor dem Gesetz und Durchsetzungsmaßnahmen immer noch eine gewisse Abschreckungswirkung haben, soll man die auch noch abschaffen und den großen Dammbruch beschwören?

    • The_Underscore schrieb am

      Da stimme ich nicht allem zu.

      Ghostwriter können das Urheberrecht nicht gänzlich aufgeben.

      Dann – wieso sollten öffentliche Gelder für die Forschung ausgegeben werden, wenn deren Ergebnis nicht öffentlich ist?

      Beim Filesharing stimme ich aber zu. Filesharing reduziert die Einnahmen nicht nur von Verwertern, sondern auch von den Urhebern, mit Sicherheit. Ich kenne Leute, die mehr kaufen würden, wenn sie es nicht illegal herunterladen können – das ist aber zum Glück (noch?) nicht die Mehrheit.

      • Ben schrieb am

        Ich kenne genügend Leute die mehr kaufen weil sie runterladen. So eindeutig ist es nun auch nicht.

      • –F. schrieb am

        Es war nie die Rede davon, dass Ghostwriter ihr „Urheberrecht“ aufgeben wollen, es war lediglich die Rede davon, dass sie ihr Recht auf Namensnennung, bei welchem es sich um einen Teil des Urheberpersönlichkeitsrechts (UrhG § 13) handelt, aufgeben können.

        Zur Veröffentlichung von Forschungsberichten:
        Es besteht in der Forschung qua Arbeitsvertrag tatsächlich keine „Veröffentlichungspflicht“; selbst wenn dem so wäre, hätten die Autoren als Urheber nach § 32 einen (zusätzlich zu entlohnenden) Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“ ihrer Veröffentlichungen.

        Zum Filesharing:
        einmal ganz abgesehen, dass man bei der Formulierung von Gesetzen einen etwas größeren Zeitrahmen im Auge haben sollte als die 2o12 vorherrschenden Gebräuche der User (Zitat: „… das ist aber zum Glück (noch?) nicht die Mehrheit“), sehe ich, dass dem UrhG derzeit gerade im Bereich der „Urheberpersönlichkeitsrechte“ (UrhG §§ 12, 13, 14) die stärkste Gefahr droht.
        Nicht nur, dass dem Urheber durch eine Änderung des UrhG verwehrt wird, allein zu bestimmen, wer seine Werke veröffentlichen darf (§ 12), dass der Urheber auf eine Anerkennung der Urheberschaft bestehen kann (§ 13), er kann auch einer Entstellung seiner Werke nicht mehr entgegenwirken (§ 14).

  23. traily schrieb am

    Als ein Sympathisant mit einer Sicht von Außen sehe ich das Verhältnis von Piraten und Urheberschutz anders, als es in der Öffentlichkeit von verschieden intressierter Seite diskutiert wird. Früher ( ganz früher ) bei der anderen Partei wurde Karl Marx gelesen. Da gab es gesellschaftlichen Überbau und die Produktionsbasis. Das herrschende Recht ist Ausdruck der Produktionsverhältnise. Und wenn sich die Produktionsverhältnisse ändern, dann ändert sich mit den Produktionsverhältnissen auch das Recht im gesellschaftlichen Überbau. So etwas wie natürliches Recht, das immer da war und unveränderlich ist, das gibt es nicht. In der Sklavengesellschaft bei den ollen Römern galt ein anderes Recht als im mitteralterlichen Zunftwesen. Die Zünfte des Mittelalters hatten Rechte so wie heute die Urheber Rechte haben. Die Rechte der Zünfte wurden durch neue Technik, durch die industrielle Revolution historisch ausgehebelt. So auch hebelt die Informationstechnik des Internets die Rechte der Urheber aus. Die Versuche, die Freiheit des Internets zu beschneiden erinnern mich an die Maschinenstürmerei der Zünftler, die den Fortschritt der Technik und Gesellschaft durch Zerstörung aufhalten wollten. Die Infragestellung des Urheberrechts ist eine Folge des technischen Fortschritts einer umfassenden Änderung der Produktionsbasis die, die Durchsetztbarkeit des bisherigen Rechts aushebelt. Die Infragestellung des Urheberrechts ist aber nicht die Folge eines politischen Programms einer Partei. Die Piraten stehen für die Freiheit des Internets. Die Piraten stehen dafür, dass dieser technischer Fortschritt weiterhin den Menschen nutzt, und wehren sich gegen den Versuch der Maschinenstürmerei gegen das Internet – die Piraten sind daher gegen die Internetzensur.

    Die Piraten sind keine Partei gegen das Urheberrecht. Die Infragestellung des Urheberrechts wurde nicht gewollt, sie ist Folge des technischen Forschritts. „Die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken“. Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.

    • nnoiz schrieb am

      „Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.“

      ok, das heisst also im klartext, dass die piraten sich den vorgaben der amerikanischen rüstungsindustrie und des kalten krieges beugen und die sich daraus ergebenden faktischen veränderungen des urheberrechts als kolateralschäden bereit sind zu akteptieren und sogar zu fördern ?

      • traily schrieb am

        Zuallerst: ich bin kein Pirat und nehmen Sie die Piraten nicht für meine Einzelmeinung in die Pflicht.
        Das hatte ich im ersten Satz auch deutlich gemacht, dass es sich um eine Sicht von Außen handelt.
        Die amerikanische Rüstungsindustrie wollte kein Massenmedium entwickeln und somit ist das Internet mit seinen gesellschaftlichen Folgen keineVorgabe dieser Industie.
        Technischer und Gesellschaftliche Entwicklungen ziehen immer „Kolateralschäden“ mit sich, ohne das es jemand vorrausgesehen oder gewollt hat.
        Und der derjenige der diesen Fakt benennt verbreitet auch keine Häme über diejenigen, die Nachteile aus dieser Entwicklung haben.

    • nnoiz schrieb am

      „Die Militärs, die eine unkaputbare Infortionsstruktur für Kriegszwecke entwickelten, hatten nicht im Sinn das Urheberrecht unmöglich zu machen. Aber so läuft geschichtliche Entwicklung.“

      die piraten nehmen also die erungenschaften des amerikanischen militärs und des kalten krieges als gottgegeben hin und akzeptieren und födern die faktische aushölung des deutschen urheberrechts als kolateralschaden der amerikanischen rüstungsindustrie?

      ein interessanter aspekt

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Nein. Dieser Satz soll schlicht aussagen, dass sich eine Sache nicht immer so entwickelt, wie sie ursprünglich geplant war.

        Das Internet (ursprünglich Arpanet) war nie als Massenkommunikationsmedium gedacht. Von den Entwicklern hatte keiner auf dem Radar, dass es irgendwann um MMORPGs, Pornofilme, Politik, gesellschaftlichen Austausch und das frei Kopieren von Informationen gehen könnte.

        Die hatten nur im Blick, dass sie Kontakt zu ihren jeweiligen Stützpunkten halten können, nachdem die bösen Sowjets 90% der Infrastruktur mit einem potentiellen Erstschlag vernichtet hätten.

        Aber, wie die Geschichte zeigt, kommt es eben anders.
        Und wenn man so will: Das freie Kopieren von Daten und der freie Informationsaustausch SIND schlicht ein Kollateralschaden wie sie schreiben.

        Allerdings ist die stabile Kommunikation ein zentrales Merkmal des Internets. D.h. das Kopieren von Daten kann man nur unterbinden, wenn man das Internet abschaltet. (d.h. das Telefonnetz, Stromnetz, Funknetz, Satelitenkommunikationsnetz, und alle anderen Netzwerke über die das Internet läuft)
        Komplett übrigens. Nichtmal Ghadhaffi und Mubarak haben es geschafft, die Kommunikation währen den Revolutionen in ihren Ländern zu unterbinden. Wie will man das dann bei uns erreichen, ohne sagen wir ähnliche unverhältnissmäßige Mittel anzuwenden?

        Die Piraten nehmen diesen ‚Kollaterlschaden‘ nicht als gegeben hin. Und schon gar nicht als gottgegeben.
        Sie sagen nur: Leute wir haben dieses Internet nun. Wir können nicht zu einem Prä-Internet-Zustand zurückkehren, also müssen wir ein System finden, das jetzt und hier, MIT den Gegebenheiten funktioniert.
        Während den anderen Parteien nichts besseres einfällt, als Stoppschilder, Überwachungsmechanismen und Zensur-Infrastruktur aufzubauen um eine Situation zu schaffen, in der man so tun kann als wäre es noch vor 1956.

        Gruß
        Gedankenverbrecher

    • Anonymous schrieb am

      «Die Piraten sind keine Partei gegen das Urheberrecht. Die Infragestellung des Urheberrechts wurde nicht gewollt, sie ist Folge des technischen Forschritts.»

      Mit anderen Worten: Wenn ich meine Haustür nicht absperre, bin ich selber schuld, wenn ich ausgeraubt werde. …. und wenn irgendein Dritter eines meiner Bücher scannt und ins Netz stellt, bin ich selber schuld – ich hätte ja nichts schreiben müssen.

      • Anonym schrieb am

        Oberflächlichkeit (trotz der vielen Abschnitte und all der schönen Sätze) sowie eine gewisse Doppeldeutigkeit, die sich sogar als verkappte Häme interpretieren lässt, sehe ich auch als Schwachpunkte dieses Piraten-Standpunktes.
        Übrigens: In diversen Wehrdörfern Südniedersachsens nutzt in dieser Hinsicht auch die abgesperrte Haustür nichts, wenn es ‚die Partei‘ so will. (Damit ist nicht die Piratenpartei gemeint.) Dann ist man sein Eigentum los, (angebliche) bürgerliche Grundrechte oder nicht, das ist dort einerlei. Und der altgermanische Pöbel höhnt: „Was weg ist, ist weg! Hähähähä …“

      • Zebro schrieb am

        „…. und wenn irgendein Dritter eines meiner Bücher scannt und ins Netz stellt, bin ich selber schuld […]“
        Sie treffen da meiner Meinung nach einen wunden Punkt. Darueber sollten sich die Piraten noch eine Meinung bilden. Ich persoenlich bin folgender Meinung: Wenn Sie selbst das analoge Gut digitalisieren und veroeffentlichen, dann muessen Sie mit den Konsequenzen leben, bzw. ihr Geld mit der Erstveroeffentlichung oder auf anderen Wegen verdienen. Ich halte es aber fuer kriminell, wenn jemand anderes ihr Gut gegen Ihren willen digitalisiert. Das sollte hart sanktioniert werden, weil es einen fundamentalen Eingriff in Ihre Rechte bedeutet. Das ware dann eine wirkliche Staerkung der Urheberrechte. Wenn man dieses Recht fuer den Urheber zeitlich begrenzt auf einen angemessenen Zeitraum, der einen Ausgleich zwischen persoenlichem und volkswirtschaftlichem Interesse wiederspiegelt, dann finde ich das eine gute Weiterentwicklung.

      • Jan schrieb am

        Sachlich betrachtet: richtig, da dich ja niemand dazu zwingt zu schreiben und eine durchsetzung deines Monopols auf das Werk nicht verhältnismäßig (möglich) ist.

        Also: Wenn du gerne ein (über die Grundsicherung hinausgehendes) Einkommen mit deinen Werken haben willst, so mußt du die Konsumenten davon überzeugen, daß du, bzw. deine Werke es wert sind dafür Geld auszugeben.

        • –F. schrieb am

          @ Jan:
          Wieso wäre EIN URHEBER in der Pflicht, NACH einer Nutzung seiner Werke „die Konsumenten davon [zu] überzeugen, dass […] [s]eine Werke es wert sind, dafür Geld auszugeben“?
          Wird auch die Bahn in die Pflicht genommen, ihre Kunden nach der Fahrt zu überzeugen, ihre Fahrscheine zu bezahlen?

      • Komponist schrieb am

        Ist es also erlaubt, in ein fremdes Haus einzudringen und Sachen daraus zu stehlen, weil nicht abgeschlossen ist?

      • Tony schrieb am

        „Mit anderen Worten: Wenn ich meine Haustür nicht absperre, bin ich selber schuld, wenn ich ausgeraubt werde. …“ genau das wird Dir der SB deiner Hausratversicherung sagen !

  24. Janila schrieb am

    Da wo im Text von „Studien“ die Rede ist, wäre es ganz gut entsprechende Links einzufügen. „Zahlreiche Studien belegen ….“ schreit sonst so nach ein [citation needed] ;)

  25. Pingback: Vorstellung der Urheberrechtspositionen der Piratenpartei und Aufklärung von Mythen « Der Untergang des Urheberrechts

  26. Brett schrieb am

    Bitte konkretisieren: „Die Piratenpartei … möchte den Konsumenten beziehungsweise die Allgemeinheit unmittelbar in die Verantwortung nehmen, auch in Zeiten der möglichen kostenlosen Vervielfältigung Leistungen angemessen zu honorieren.“ Bei den einzelnen Forderungen taucht dieser Punkt gar nicht mehr auf. Wieso nicht?
    Was soll heißen: „in die Verantwortung nehmen“ und „angemessen honorieren“?
    Wenn ihr diese Punkte nicht konkretisieren könnt, ist vieles (nicht alles) von euren anderen Punkten automatisch hinfällig bzw. auch nur wieder Sprechblasen-Politik.

  27. Daniel Schultz schrieb am

    Da verwaiste Werke in der Stellungnahme nicht angesprochen werden, diese aber Teil der Diskussion um den dritten Urheberrechtskorb sind, möchte ich auf eine mir sinnvoll erscheinende Forderung aufmerksam machen.

    Der Schutzgegenstand ist anzumelden. Ebenso ist anzumelden wem Nutzungsrechte eingeräumt wurden.

    Damit könnten Werke nicht verwaisen, da der Urheber automatisch ermittelbar ist. Es würden damit Archive entlastet, die momentan Urheber zu vielen Werken die Urheber nicht bestimmen und damit die Nutzung gar nicht erst erfragen können.

    Ebenso wäre der zweite Teil im Hinblick auf eine Rechtsdurchsetzung für Verleger interessant, da sie das geforderte Leistungsschutzrecht in Teilen überflüssig machen würde.

    • –F. schrieb am

      Willkommen in der Vergangenheit.
      Die USA waren das letzte Land, in welchem ein Urheberrecht an einem Werk nur dann als vergeben galt, wenn das Werk angemeldet wurde.
      Seit 1990 gilt auch hier das „moralische Recht“, wie es die Berner Übereinkunft fordert.
      In den letzten Jahren wurde von Seiten diverser Verwerter-Lobbygruppen versucht, eine Anmeldepflicht wieder einzuführen, um „verwaiste Werke“ kommerziell nutzen zu können („Orphan Works Bill“), alle Versuche scheiterten allerdings an den Protesten der Urheber- (NICHT der Verwerter-)verbände.
      Die den Urhebern aufgebürdete administrative Arbeit sowie die dadurch entstehenden Kosten stellten sich –entgegen den Behauptungen der Verwerter– als unzumutbar heraus.
      Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass sich in Deutschland die Fürsprecher einer solchen Regelung nicht als „verwerterfreundlich“ sehen, es aber dennoch in hohem Maße sind.
      Der Hauptlobbyist in den USA war übrigens –wen wundert’s– ein Konzern namens „Google“.

  28. Peter M. Schmidt schrieb am

    Zitat:
    „Jeder Urheber soll selbst entscheiden, ob er sein Werk ins Internet stellt oder es nur einem begrenzten Empfängerkreis zugänglich macht. Veröffentlicht er es allerdings, dann soll jeder das Recht haben es für nichtkommerzielle Zwecke zu nutzen und weiterzuverbreiten.“

    Das ist mir jetzt nicht ganz klar: Meint ihr im 2. Satz, dass „veröffentlicht er es allerdings“ heißt, dass der Urheber sein Werk ins Internet stellt? Oder meint Ihr damit, dass er, sozusagen oberbegriflich, sein Werk ganz allgemein, in irgendeiner Form veröffentlicht? Denn „veröffentlichen“ und „ins Internet stellen“ sind ja zunächst nicht dasselbe.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Dazu empfehle ich den Kommentrar von Traily der direkt über ihrem steht:

      Die technische Entwicklung die wir heute haben – eben das Internet – machen es unverhältnissmäßig bis unmöglich jede Kopie eines veröffentlichten Werkes zu unterbinden.

      Das Internet ist technisch gesehen nichts weiter als eine riesige Kopiermaschine.
      Wenn ich ihnen eine z.B. E-Mail „Schicke“ wird die nicht bei mir verschwinden (sofern sie nicht nach dem ‚versenden‘ bei mir gelöscht wird).

      Wenn ich mir ein niedliches Katzenild runterlade und als Hintergrundbild für meinen Desktop verwende, dann liegt die Information des Bildes nach wie vor auf dem Server von dem ich es ‚runtergezogen‘ habe.

      Diesen technischen Standard kann man nur mit einem Moloch von Gesetzen, Überwachungs und Zertifizierungstechnik umgehen. Oder dem Internet-Kill-Switch.
      Letztlich ist es jedoch schlicht und ergreifend nicht möglich eine Information kopiersicher im Internet darzustellen oder das kopieren von Information sicher zu unterbinden (ich meine – nicht einmal China schafft es hunderprozentig, und als Mubarak und Ghadafi die Internetfunktionen in ihren Ländern unterbrochen haben wurden Informationen über FIDO-Net verteilt)

      Man kann zumindest theoretisch gegen kommerzielle Verbreitung von Raubkopien vorgehen. Immerhin fließt in dem Fall Geld, welches man verfolgen kann. Funktioniert zwar auch nicht in jedem Fall, ist aber immer noch besser, als sich den Windmühlen entgegen zu stellen und Jeden zu verfolgen, der einen bekannten Song / Text und eine bekannte Videosequenz zu einem Meshup verarbeitet, oder jeden der seinen Bekannten ein paar Musiktracks kopiert.

      Eine Tatsache – ob es uns nun gefällt oder nicht – ist einfach: Wenn etwas im Internet steht (egal ob auf eigene oder fremde Entscheidung) Es ist da, und es wird kopiert werden.
      Die Zahnpasta kann man auch nicht mit einem neuen Gesetzeswust oder einer Überwachungsinfrastruktur in die Tube zurückdrücken.

      Deswegen sprechen sich die Piraten dafür aus, die Energie, die man für den Kampf gegen Windmühlen verschwendet, effektiv einzusetzen.
      Natürlich ist es scheiße, wenn die Information eines Liedes oder eines Videos oder eines Buches im Internet zu finden ist, wenn ich das Ding eigentlich verkaufen wollte.
      Aber man kann aus diesem Manko auch einen Vorteil machen. Stichwort Werbung.
      Wenn mein Video auf Youtube genug Klicks produziert, kann ich an den Werbeeinahmen beteiligt werden.
      Auch wenn es MP3s gibt, gibt es immer noch viele Leute, die eine CD (sofern sie die Band toll finden) mit Booklet und Cover) ins Regal stellen wollen.
      Das gleiche gilt für Bücher.
      Oder man plant gleich von vorne herrein *mit* dem Internet, welches man schlicht sowiso nicht verhindern kann und lässt sich sein Projekt crowdsourcen.
      Das gleiche gilt bei Bildern. Es gibt einen Haufen Künstler, die ihre Werke ins Internet stellen. Doch ich glaube dass die meisten wissen, dass der Hinweis ‚Bitte nicht weiterverbreiten‘ nicht wirklich etwas bringen wird.
      Auf der anderen Seite gibt es dann wieder eine Menge Leute, die ein Bild so geil finden, dass sie die 20 Euros für einen Kunstdruck ausgeben, weil sie sich den an die Wand hängen wollen.
      Und trotz allem verkaufen I-Tunes und andere Firmen Musikdownloads, selbst wenn man andernorts das Stück kostenlos kriegen kann.
      Es gibt immer noch einen Haufen Leute, die bereit sind einen Musiker oder Künstler mitkommen zu lassen und für ihr Produkt zu bezahlen.
      Hier ist das Problem eher folgendes: Ich kaufe mir eine CD. Neuartiger Kopierschutz und irgendwelches DRM-Zeug verhindert, dass ich die CD z.B. in meinem Auto abspiele. Wenn ich das Produkt wegen offenkundiger Mängel zurückgeben will, wird mir gesagt: Nix da. Geöffnete CD’s sind vom Umtausch ausgeschlossen.
      Ich kaufe mir – Legal zwei Computerspiele (tatsächlich so passiert). Erstes funktioniert wunderbar. Nach der Installation von Zweitem kackt mein Desktop ab, Rechtsklickfunktionen titschen aus und es lässt sich praktisch nichts mehr starten.
      Etwas Internetrecherche ergibt: Die DRM-Systeme der beiden Spiele reagieren allergisch aufeinander.
      Was soll die Scheiße?
      Wäre ich technisch versierter, würde ich vermutlich in beiden Fällen auf diese bösartigen Raubkopien ausweichen. Einfach, weil ich die, im Gegensatz zu den legal erworbenen Produkten *nutzen* kann.
      Noch dazu, weil CD’s immer teurer werden (und große Teile des Preises von der entwicklung noch besserer DRM-Systeme verursacht werden…)
      Und ich glaube, dass sich hier die Produzenten selber ins Knie schießen. Es gibt Raubkopien, wenn man kein DRM verwendet. Und es wird Raubkopien geben, wenn man alle möglcihen Kopierschutzmechanismen einbaut. Insbesondere, wenn sie eine Nutzung des Produktes unmöglich machen.
      Würden sie darauf verzichten, würden natürlich nicht alle Leute auf einen Schlag nur noch legale Ware kaufen. Aber es gäbe weniger frustrierte, ehrliche Kunden und es würden weniger Leute auf Raubkopien umsteigen, weil sie das Original nutzen könnten (und ja wollen, dass die Firma, deren Spiele sie so lieben, weiter existiert…)

      Um es kurz zu machen: Information ist in Zeiten eines praktisch nicht effektiv kontrollierbaren Internet nicht mehr das Verkaufsprodukt der Wahl. Man muss akzeptieren, dass man mit der reinen Information nicht mehr so viel verdienen kann.
      Produkte, Das Außenrum, die Aufmachung sind jedoch nach wie vor etwas, wofür Leute Geld ausgeben. Insofern kann man die reine Information eher als Werbung für mein Produkt betrachten.
      Leute sind nach wie vor bereit, für etwas, dass ihnen gefällt Geld auszugeben. Daher sind Crowdsourcing-Maßnahmen durchaus eine Möglichkeit. Spendenboxen und Werbeeinahmen ebenfalls.

      Gruß
      Gedankenverbrecher.

      • Reznor schrieb am

        Mit Modellen wie iTunes beweisen zu wollen, dass Leute freiwillig zahlen, ist doch einfach nur dumm. Leute kaufen deshalb bei iTunes, weil eine Restangst bleibt, beim illegalen Download erwischt und abgemahnt zu werden. Wenn es völlig legal wird, bei Bittorrent runterzuladen, wird es auch JEDER tun. Warum sollte ich für etwas bezahlen, dass ich umsonst haben kann? Die kostenpflichtigen Portale haben ja keinerlei Vorteile außer ihrer Legalität. Die Qualität ist nicht besser, ich habe dort auch kein Booklet oder sonstiges. Selbst wenn ich eins in PDF-Form bekommen würde, könnte ich das ja genauso weiterverbreiten. Es ist unmöglich, in einer Kostenlos-Gesellschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Was bringt mir Werbung auf Youtube, wenn ein anderer User das Video ohne Werbung ebenfalls hochladen darf? Wie soll ich Prints von Fotos verkaufen, wenn jemand anderes die Prints einscannt und umsonst ins Netz stellt? Mit entsprechender Hardware würde ein guter Print auch eingescannt noch ausreichend gute Qualität haben, um beliebig oft neu gedruckt zu werden. Da freut sich dann lediglich der Anbieter des Posterdrucks. Ohne gesetzlichen Schutz wird niemand mehr Geld machen mit digitalen Waren.

        • Tony schrieb am

          „Leute kaufen deshalb bei iTunes, weil eine Restangst bleibt, beim illegalen Download erwischt und abgemahnt zu werden“. …
          Bin ich ein Angsthase ? oder bin ich zu dumm Musik illegel runterzuladen ? Naja ,ich weiß nicht wie man ‚bittorerent‘ und so überhaupt macht, interressiert mich auch nicht. Ich will komfortabel Musik kaufen, bei angemessenem Preis, bei verlässlicher Qualität, gutem Service, Garantie und Rückgaberecht. Klasse, dass es heute iTunes gibt. CD’s kaufe ich schon seit 20 Jahren nicht mehr, ausser direkt vom Künstler.
          Und wieso denken Sie, alle Konsumenten wären Diebe und Schmarotzer ? Die Mehrheit der Konsumenten respektiert gute Leistung und unterstützt deren gerechte Entlohnung.
          …Der Mensch geht immer von sich selber aus.

      • Thomas Nimmesgern schrieb am

        Hallo!

        Ich zitiere aus der obenstehenden Antwort: „Auch wenn es MP3s gibt, gibt es immer noch viele Leute, die eine CD (sofern sie die Band toll finden) mit Booklet und Cover) ins Regal stellen wollen.“
        In der „Vorstellung der Piratenposition“ heißt es: „lediglich der Absatz unzeitgemäßer Medien, wie Musik-[…]CDs, wurde schwieriger“.

        Ja, was denn jetzt? Sind Musik-CDs denn nun unzeitgemäß oder nicht?
        In der „Vorstellung“ weredn Musik-CDs als „unzeithemäß“ bezeichnet – der obigen Antwort zufolge aber werden Musik-CDs immer noch von „vielen Leuten“ gekauft, was meienr Meinung nach gegen die These der Unzeitgemäßheit spricht. Was denn nun?

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