Piratenpartei kritisiert vorgeschlagene Tarifreform der GEMA

Bild: Tobias M. Eckrich

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) versucht den Rückgang der eigenen Einnahmen mit geänderten Tarifstrukturen zu kompensieren. So wurden jetzt neue Tarife vorgestellt die ab Januar 2013 gelten sollen. Die Piratenpartei kritisiert die geplanten massiven Verteuerungen als einen Schritt in die verkehrte Richtung, der die kulturelle Entwicklung der Gesellschaft hemmt.

Die Tarifreform, die vor allem massive Erhöhungen der Abgaben auf Veranstaltungen beinhaltet, trifft sowohl die Veranstalterbranche als auch Künstler und Bands, die auf eigene Kosten Tourneen durchführen. Das wiegt umso schwerer, da solche Künstler bereits durch die die ungerechte und intransparente Abrechnung der GEMA-Lizenzen aus öffentlichen Aufführungen benachteiligt werden.

»Die unverhältnismäßigen Ansprüche der GEMA zeigen, wie sehr die durch das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz legitimierte Institution ihre Sonderstellung als Verwertungsgesellschaft missbraucht und dabei gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Vielfalt durch Intransparenz und mangelnde Kompromissbereitschaft blockiert.

Das Tarifsystem der GEMA und deren gesamte Struktur bedürfen sicherlich einer umfassenden Reform. Die Piratenpartei Bayern hat auf dem Landesparteitag 2012 ein Positionspapier verabschiedet, welches unsere Anforderungen an eine solche Reform beschreibt«, so Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei. »Der nun vorgelegte Tarifvorschlag geht aber genau in die falsche Richtung, da er noch mehr Ungerechtigkeit bei der Verteilung und im Wettbewerb der Veranstaltungen schafft, die gerade in der heutigen Zeit eine der wichtigsten Einnahmequellen von Musikern sind.

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Kommentare

30 Kommentare zu Piratenpartei kritisiert vorgeschlagene Tarifreform der GEMA

  1. Anonymous schrieb am

    Die GEMA gehört abgeschafft und durch ein demokratisch gewähltes, transparent arbeitendes Gremium ersetzt, dass sich tatsächlich für den Erhalt und die Förderung von Kulturgütern einsetzt!

    • Stefan schrieb am

      Wozu ein neues Gremium?
      Gute Kulturgüter verbreiten sich von selbst. Warum sollte eine staatliche Stelle darauf Einfluß nehmen?

    • brehm@sehen-verstehen-glauben.de schrieb am

      Die GEMA gehört abgeschafft.
      Sie schützt nicht das geistige Eigentum, sondern das Geld, das damit zu machen ist.
      Eine jüdische Geschichte erzählt von einem Gerücht, das eine Frau zurücknehmen möchte. Sie bittet einen Rabbi um Rat. Er aber sagt: Nimm ein Kissen, geh auf den Markt, schlitze es dort auf und lass die Federn vom Wind verlasen. Das Gerücht zurückzunehmen ist wie, wenn du alle Federn wieder einzusammeln möchtest.
      Das versucht die GEMA.
      Ein gigantisches Spitzelsystem überzieht Deutschland, dem wir uns beugen. Gegen die Gesinnungsschnüffelei der Stasi haben wir uns gewehrt. Der Überwachung durch das Kontrollsystem der GEMA unterwerfen wir uns, weil es ja um „berechtigte Ansprüche der Urheber“ geht.
      Was ist daran berechtigt, 50 Jahre lang Geld aus Kreativität ziehen zu wollen? Natürlich sollen Künstler von ihrer Kunst leben können. Nach 50 Jahren aber leben oftmals noch die Enkel der Urheber von diesen Einnahmen, selbst vielleicht nie in der Lage, eine einzige geniale Idee in Wort oder Musik umzusetzen. Was die GEMA aber eintreibt ist zu einem nicht unerheblichen Teil für die Musikindustrie, Produzenten und andere Geschäftemacher.
      Ein Künstler müsste sich freuen, wenn seine Musik überall zu hören wäre. Wenn Menschen sie immer und immer wieder weitergeben. Wiedergeben und weiterführen. Luther hatte eigene Texte auf Melodien seiner Zeit geschrieben und veröffentlicht und sie sind zum Volksgut geworden.
      Solche kreative Weiterführungen wären heute nicht möglich, da die GEMA das Urheberrecht einklagen würde. Welche kreativen Möglichkeiten gehen unserer Gesellschaft verloren, weil musikalische Inspirationen durchschnüffelt werden, ob einzelne Takte schon ein anderer so oder ähnlich veröffentlicht hatte. Dabei könnten neue Musiken geschaffen werden, die inspiriert von einem musikalischen Gedanken ganz andere Weiterführungen verfolgen würden.
      Kann man so mit Kreativität umgehen? Junge Menschen, die Musik machen möchten und aus Freude daran sie anderen vorstellen, müssen sich mit Aufführungsrechten herumschlagen.
      Dabei ehren sie die Band und deren Musik durch ihre Coverversuche. Aber es geht ja nicht um die Ehre, sondern um den Profit, der aus der Musik zu schlagen ist.
      Warum werden z.B. die Urheberrechte von Architekten nicht genauso geschützt? Kreative Hausgestaltungen könnten finanziert werden, indem man 50 Jahre lang nur durch kostenpflichtiges Klingeln ins Haus gelangt.
      Warum wird aus der einen Kreativität ein halbes Jahrhundert lang Geld gepresst und aus anderen nicht?
      Ich bin kein „Pirat“. Aber Parteien wie diese haben Erfolg, weil sie Fragen an das System stellen.
      Meine Frage lautet anders:
      Ist die Gabe der Kreativität nicht viel mehr ein Geschenk als eine Geldquelle – ein Geschenk, für das wir dankbar sein könnten?

  2. MBTF schrieb am

    Im Beitrag der Online-Ausgabe der Musikwoche Petition gegen GEMA-Tarifmodell findet regen Zulauf (ist u.U. nicht für jeden Nutzer komplett einsehbar) wird auch eine Petition der Bundesvereinigung der Musikveranstalter eingegangen, die sich auch gegen die GEMA-Tarifreform richtet. Dort heißt es:

    “Matthias Rauh, Inhaber der Event-Agentur giga event in Neustadt im Harz, hat in Absprache mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter eine offene Petition gegen die für 2013 neuen GEMA-Tarife für Veranstaltungen mit Livemusik oder Tonträgerwiedergaben gestartet. Die Petition mit dem Namen “Gegen die Tarifreform 2013 – GEMA verliert Augenmaß” fand bislang bereits mehr als 25.000 Unterstützer.

    Rauh übernahm den Text dafür mit deren Genehmigung von der Bundesvereinigung der Musikveranstalter, die das neue Tarifmodell der GEMA scharf kritisiert. Als Kernvorwurf gegen die geplante Tarifanpassung der Verwertungsgesellschaft steht jetzt auch in der Petition die von der Bundesvereinigung formulierte Feststellung, dass die neue Tarifstrukur “für viele Musiknutzer Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent” mit sich bringen würde.

    “Ich will, dass ein öffentlicher Druck auf die GEMA entsteht. Man darf sich doch nicht alles gefallen lassen”, zitiert die Internet-Publikation “DerWesten” den Initiator der Petition. Gegenüber MusikWoche erklärte Matthias Rauh, mit seiner Aktion auch die Endverbraucher ansprechen und über die Pläne der GEMA und deren Folgen informieren zu wollen. Zu diesem Zweck plant er zudem mit Partnern die Einrichtung einer eigene Website zu der Problematik unter dem Namen kultur-retten.de, die in Kürze online gehen soll.

    Rauh will die Petition auf jeden Fall im Laufe dieses Jahres beim Petitionsauschuss des Deutschen Bundestags einreichen – notfalls auch mit einem LKW mit den gesammelten Unterschriften der Unterstützer. Rauh erklärte im Gespräch mit MusikWoche, dass er in Kontakt mit Monika Bestle von Sonthofer Kultur-Werkstatt stehe, die ihrerseits 2009 eine GEMA-kritische Petition auf den Weg brachte, die weit über 100.000 Unterstützer fand. Seit einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss im Mai 2010 habe sie indes nichts weiter gehört und vermutet, das Ganze sei “in irgendwelchen Schubladen gelandet”, wie Bestle gegenüber “DerWesten” äußerte.

    Stephan Büttner, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Musikveranstalter, begrüßt Rauhs Petition im Online-Portal der WAZ-Gruppe ausdrücklich, da es gut sei, wenn möglichst viele Gruppierungen “gegen den Monopolismus” der GEMA vorgingen. ” (Zitat Ende)

    Den Text der Petition an den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages kann man über diesen Link Gegen die Tarifreform 2013 – GEMA verliert Augenmaß abrufen und auch mitzeichnen.

  3. MBTF schrieb am

    Admin – diesen Beitrag bitte löschen! Verunglückte HTML-Tags …

  4. Muzik23 schrieb am

    Als Künstler hat für mich das Konzept einer Verwertungsgesellschaft grundsätzlich etwas anziehendes. Der jährliche Scheck der VG Wort ist stets etwas erfreuliches. Mit der GEMA habe ich allerdings über Jahrzehnte hinweg schlechte Erfahrungen gemacht und empfinde sie als einen Hemmschuh, nicht als einen Verein, wo ich gern Mitglied werden würde. Dann lieber Pirat :)

  5. Andreas Gruber schrieb am

    Hallo zusammen… dieser Verein ist schon ziemlich zweischneidig… zum Einen schützen sie ja die Interessen und das Eigentum der Künstler, zum Anderen ziehen sie denen das Geld aus der Tasche. Ich selbst sehe mich auch als Künstler, nicht unbedingt in der Musikbranche, aber… mal ernsthaft… Ich bin ein großer Freund von fair-use… wer also meine Werke benutzt, der möge doch bitte darauf verweisen, oder mich dafür bezahlen. Wer das nicht tut, nun dafür habe ich einen Anwalt. Mein Wissen ist nun auch nicht das Fundament der Welt, aber… ich weis was ich will und wie damit umgegangen werden soll. Ich brauch keinen Heilsbringer-Verein in glänzender Rüstung. Vielleicht erklärt ja mal irgendwann ein kluger Kopf wozu die Gema überhaupt von Nutzen sein soll… und zwar genau WIE… denn Standardtexte wie „Wir schützen die Interessen“ …. davon kann ich mir gar nichts kaufen, geschweige denn etwas darunter vorstellen… Was machen die den ganzen Tag? Also ich meine aktiv… und nicht auf dem Papier

  6. Jürgen Apitzsch schrieb am

    Ich schwöre, ja ich schwöre, Ihr schaut bald in die Röhre,
    denn ich mache immer, alles nur noch schlimmer,
    so wahr mir meine Lobby, bezahlt mein schönes Hobby.

    So oder ähnlich könnte er lauten, der Amtseid unserer politischen Würdenträger, und er wäre keinen Deut weniger wert als die offizielle Version. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Schwur um keine wirksame Eidesformel im herkömmlichen Sinne, sondern lediglich um eine unverbindliche, politische Absichtserklärung. Der Verstoß dagegen ist nicht strafbar. Kurz gesagt, der Amtseid ist den Sauerstoff nicht wert, der beim Zitieren der Eidesformel ausgeatmet wird.

    Dies mag eine der Ursachen sein, an denen unser politisches System krankt. Wer eine der nutzlosesten Formeln unserer Zeit gerne nachlesen möchte, bitteschön, hier steht sie. Wie aber kommt es, dass ausgerechnet eine der wichtigsten Eidesformeln für die Erhaltung unseres Gemeinwohls per se nicht mehr ist als eine leere Farce? Immerhin gelten Eide als verbindlich. So zum Beispiel der Schöffeneid, die eidesstattliche Versicherung oder die Vereidigung vor einem Gericht. Meineid wird, so die geltende Rechtslage, mit Gefängnis nicht unter einem Jahr geahndet, auch empfindliche Geldstrafen sind möglich. Anders der Amtseid, der diese Bezeichnung keinesfalls verdient.

    Weshalb, mag mancher sich zu Recht fragen, werden dann Bundespräsidenten, Bundeskanzler sowie die Minister von Bund und Ländern vor ihrer Inthronisierung stets aufs Neue diesem Possenspiel unterzogen, wenn dies doch ohne jede Folgen bleibt? Eine mögliche Antwort hierauf bietet der, als juristisches Standardwerk geltende, Kommentar zum Grundgesetz des deutschen Rechtsgelehrten und Verfassungsrechtlers Theodor Maunz.

    „Kein Bundespräsident (und übrigens auch kein Bundeskanzler und kein Bundesminister) wird so zynisch und so machtbesessen sein, dass es ihm im Augenblick des Amtsantritts ausschließlich um die Macht, das Ansehen oder die persönlichen Vorteile geht, die mit dem anzutretenden Amt verbunden sind. Immer wird es ihnen darum gehen, etwas zu bewirken, d. h. Vorstellungen zu verwirklichen, die eng mit ihren politischen und ethischen Grundpositionen zusammenhängen, gleichgültig wie diese im einzelnen aussehen mögen und aus welchen geistigen Quellen sie sich speisen mögen.“

    Der dies sagte, ist kein unbeschriebenes Blatt. Theodor Maunz, Jahrgang 1901, trat 1933 als ordentliches Mitglied der NSDAP und der SA bei. Unter Hitler zählte er neben Carl Schmitt, Karl Larenz, Otto Koellreutter, Herbert Krüger und Ernst Forsthoff, zu jenen Juristen, die damit beauftragt waren, durch ihre Arbeiten dem NS-Regime zu juristischer Legitimität zu verhelfen. Dass ausgerechnet dieser Mann deutschen Politikern generelle Integrität zuspricht, klingt angesichts seiner Vergangenheit wie blanker Hohn.

    Kurzum, ich bringe folgenden Vorschlag ein. Es könnte der Amtseid durchaus zu einer verbindlichen, verpflichtenden Formel umgestaltet werden. Der Verstoß dagegen müsste strafbewehrt sein und die diplomatische Immunität außer Kraft setzen. Der Amtseid käme somit einer gerichtlichen Vereidigung gleich mit allen Konsequenzen, die einen Verstoß dagegen klar als Meineid definieren. Ein Vorstoß in diese Richtung würde Aufsehen erregen und eine Diskussion anfachen.

    Weiterhin viel Erfolg

    Jürgen Apitzsch

    • Anonym schrieb am

      „Kurzum, ich bringe folgenden Vorschlag ein. Es könnte der Amtseid durchaus zu einer verbindlichen, verpflichtenden Formel umgestaltet werden. Der Verstoß dagegen müsste strafbewehrt sein und die diplomatische Immunität außer Kraft setzen. Der Amtseid käme somit einer gerichtlichen Vereidigung gleich mit allen Konsequenzen, die einen Verstoß dagegen klar als Meineid definieren.“

      — Ich persönlich sehe den Amtseid in genau dieser Position – allerdings ohne direkte Strafbewehrung.
      Das liesse sich natürlich noch sprachlich verdeutlichen und rechtlich (bezüglich der Konsequenzen bei Nichtbeachtung) empfindlich verschärfen.
      MfG

  7. Anonym schrieb am

    Kleine Frage: Kann mir jemand sagen wann Bruno Kramm zum „Urheberrechtsbeauftragten“ ernannt wurde, inkl. Protokoll? Ich konnte dazu nichts finden.

  8. Yogi schrieb am

    Es hat schon seinen Grund, das ich als Musiker nicht Mitglied der GEMA sondern der Piraten bin!!!!!!

  9. Robbi schrieb am

    Statt sich diese Behörde lieber darum kümmert die eigenen Ausgaben zu reduzieren wird der einfachste Weg gewählt: Preise rauf!
    Und genau das wird dann der Grund sein, warum immer mehr Menschen sich Songs und Filme illegal besorgen.
    Ich nenne sowas „staatliche Förderung krimineller Energien“.
    Keiner in Deutschland braucht die GEMA,GEZ,BPJM und weitere unsinnige und vorallem veraltete und intransparente Insitutionen.
    Demokratie sieht anders aus-

  10. R.S. schrieb am

    Kurz zur GEMA. Hatte vor Jahren zwei Videotheken. Logischerweise oder besser unlogischer Weise musste ich GEMA bezahlen. Beim Kauf der Filme, Spiele usw. war eine Verleihlizenz schon enthalten, sprich hier hatte die GEMA schon zu geschlagen. Als Verleiher musste ich pro Film abermals GEMA bezahlen. Doppeltgemoppelt, aber auch die GEMA muss leben. Die GEMA ist notwendig aber nicht auf eine solche Art und Weise.

  11. Heiko Schmitt schrieb am

    Es reicht, meiner Meinung nach.
    Die Gema ist nicht in der Lage eine gut funktionierende Gebührenstruktur beizubehalten.

    Grundsätzlich zahle ich (ob nun als Deejay oder Endverbraucher) pro gedownloadten Titel, pro Audiorohling, pro gekaufter CD ….) Gemagebühren.
    Dieses tue ich, damit die Künstler ihr Gedankengut honoriert bekommen.

    Allerdings sind fast 25% der Gema-Einnahmen Verwaltungsgebühren, die nie bei dem Künstler ankommen.
    Damit wird nur die Bürokratie bei der Gema bezahlt.

    Die Gema hat damals den Zug der zeit verpasst, als es um die Internetplattformen ging.
    Sie hat zu spät auf die illegalen Tauschbörsen reagiert.
    Ich als professioneller Deejay darf keine illegalen Downloads abspielen und vor allem auch nicht besitzen.

    Wenn ich mir die Deejays auf Hochzeiten angucke, die ihr gesamtes Musikarchive fast vollständig über illegale Wege zusammengeklaut haben und damit Geld verdienen, dann geht mir die Hutschnur hoch.
    Da kontrolliert keiner.
    Warum nicht?
    Ganz einfach: Da sind ja nur maximal 150 Gäste. Da kann man nichts holen.

    Aber wenn man mal hochrechnet, das in den Sommermonaten von Mai-Oktober 24 Samstage existieren und an jedem Samstag Deutschlandweit circa 500 Hochzeiten stattfinden, mit eben diesen 150 Gästen, dann kommen wir auf 12.000 Hochzeiten mit circa 1.800.000 Menschen.

    Diese Veranstaltungen, mit eben diesen Deejays, die nicht über den offiziellen Weg Tonträger erwerben, sollten mal kontrolliert werden.
    Ich möchte hier auch nicht alle Hochzeits-Deejays über einen Kamm scheren, denn ich selber mache solche Veranstaltungen auch.
    Aber ich sage mal, das 85% dieser „Kollegen“ nur aus Spaß diesen Job machen und nicht das Geld investieren, um ihre Tonträger offiziell zu kaufen.

    Man kann das noch weiter führen:

    Zur Zeit ist es so, das eine Discothek mit 2000 m² und 2 Tanzflächen circa 18.000 Euro im Jahr dafür bezahlt, dass sie Tonträger abspielen darf.
    Damit ist aber noch keine CD oder MP3 gekauft.
    Jetzt soll dieser Tarif verändert werden und um Sagenhafte 585% erhöht werden.
    Das bedeutet, das die besagte Disco nach der Tarifreform der Gema,
    105.300 € zu zahlen hätte, ohne auch nur einen Tonträger zu besitzen geschweige denn abgespielt zu haben.

    Wo soll das noch hinführen?

    Und nun sind wir wieder bei den Kosten der Bürokratie bei der Gema!

    25% von 105.300 € sind 26.325 € im Jahr von dieser einen Discothek (vorher waren es nur 4.500 € bei 18.000 € Tarif), die nur für die Angestellten der Gema ausgegeben werden.
    Wenn denn diese Tarifreform kommt.
    Sollte die Gema tatsächlich versuchen diese Reform und die damit verbundenen Nachteile für die gesamte Freizeitbranche durchzuboxen, dann wird der illegalen Veranstaltungsplanung Tür und Tor geöffnet.
    Somit schießt die Gema sich ins Bein und die Künstler haben noch weniger von ihrem verdientem Lohn.
    Ich werde mich mit Händen und Füssen wehren, damit die Gema lamgsam mal merkt SO NICHT!

  12. Wolfgang Walko schrieb am

    Bin Gema Mitglied und halte die Gema Hierarchie ähnlich wie die Indischen Kasten.
    Die Gema Mitglieder werden in Ordentliche Außenordentliche usw. unterteilt / unterstuft.
    Ab einem Bestimmten Umsatz eines Gema Mitgliedes hat er Anspruch auf die Traditionellen Musikstücke usw.
    Einfach gesagt die Reichen bekommen das größte Stück.
    Die Gema sollte entmachtet werden, Sie arbeiten schon lange nicht mehr für Ihre Mitglieder.

  13. Torsten W. schrieb am

    Die GEMA an sich ist für die Kulturschaffenden enorm wichtig. Abschaffen bringt hier nur Nachteile. Eine gerechtere Verteilung der Einnahmen nach tatsächlicher Nutzung ist hierbei vonnöten. Im digitalen Zeitalter sollte es kein Problem sein, Abrechnungsmodelle zu entwickeln. Bzw. diese Modelle schneller entwickeln als bisher. Es ist ja schon ein wenig Bewegung in diesem Supertanker zu bemerken.

    Die Bürokratie der GEMA ist leider immer noch sehr rückständig. Da ist das Finanzamt viel weiter.

    Eine Abschaffung macht tausende Urheber zu Hartz4 Empfängern! Bitte immer dran denken. Die Struktur der GEMA ist veraltet, Verwertungsgesellschaften aber wichtiger denn je!

  14. Sofia schrieb am

    GEMA? Ich finde sowas gehört nicht in die heutige Zeit…die reden ja noch immer von Bild/Tonträger!!! xD Wenn ihr wisst was ich meine…ein Relikt vergangener Zeit! Wachen die auch mal auf in der Zentrale? Ein neues System muss her aber die Künstler sollen dann davon profitieren und nicht irgendeine Verwertungsgesellschaft für mich sind das Parasiten!!!

  15. Mini schrieb am

    Warum initiieren dei Piraten nicht die Gründung einer neuen Verwertungsgesellschaft im Wettbewerb zur Gema? Eine Reform der Gema ist doch wahrscheinlich schwierig bis unmöglich. Eine neue, alternative Gesellschaft könne eine völlig anderes System ohne Altlasten wählen.

  16. Lutz Scheffler schrieb am

    Also liebe Piraten, kritisieren allein reicht aber nicht! Es muss gehandelt werden! Hier wäre eine gute Möglichkeit sich klar zu positionieren und vor allem viele neue Wähler zu gewinnen.
    Auch schade , dass Euer Chef auf Fragen bezüglich der GEMA nicht eingeht.
    Also besser etwas tun, als nur kritisieren. Bringt keinem was!

  17. otto schrieb am

    Gema, IHK, Handwerkskammer, statistisches Landesamt braucht kein Bürger. Alle diese vom deutschen Staat unterstützte Organisationen haben Mafiastrukturen, lähmen die Wirtschaft, zerstören Arbeitsplätze, machen sich ihre so genannte Arbeit, irrsinnige Verwaltung, selbst. Einige Stellen in Berlin sind ebenfalls absolut unnötig, wie die unseres seriösen Christian Wulff, nicht reformieren, weg damit!
    Internet, eine Hetzjagd auf Nutzer! Wer seine Werke ins Internet stellt, Schriften, Musik oder sonstiges geistiges Eigentum muss damit rechnen dass dies kopiert und anderweitig genutzt wird. Basta!
    Die Partei die diese Organisationen und Stellen im politischen Gefüge abschafft wähle ich!

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  19. Horni schrieb am

    Hallo liebe Piraten,

    ich schliesse mich den Vorrednern an. Einfach abschaffen diese Institutionen wie Gema, IHK, Berufgenossenschaften und die vielen anderen Überwachungsvereine. Wozu TÜV?? Wir haben doch genug selbstständige Ingineure und Prüfgesellschaften ala GTÜ, KÜS usw.
    Durch die Eigenverwaltung dieser „angeblich notwendigen“ Gema und Cons. geht der Wirtschaft eine menge Geld verloren. Man muss sich in der heutigen Zeit mal das Wort „Zwangsmitgliedschaft“ ( IHK ) auf der Zunge zergehen lassen.
    Ich meine auch, das wenn jemand etwas ins Net´stellt, dann ist er selbst schuld wenn es kopiert und Downgeoadet wird. Es gibt heute jede Menge technische Möglichkeiten z.b. CD oder andere Träger kopiersicher zu machen. Nur das kostet dann eben das Geld der Vermarkter. Für diese ist es einfacher nach solchen Leuten wie Gema oder besser noch Abmahnanwälten zu rufen.
    Aber es gibt noch sehr viel zu tun, wie z.b. Krankenkassen. Wozu brauchen wir hunderte verschiedene Krankenkassen, da ja die Leistungen eh gesetzlich geregelt sind? Wozu brauchen wir hunderte Krankenkassenvorstände mit Vorzimmerdamen und Chauffeuren, die bestimmt 15 % des Beitragsaufkommens verzehren? Wozu brauchen wir hunderte Krankenkassenverwaltungen die sicher nochmals 25 % des Beitragsaufkommens verzehren? Das Geld wäre bei den schwächsten der Gesellschaft bestimmt besser angelegt.
    Noch eines am Rande, weils gerade aktuell ist. Warum wird wegen eines Präsidenten, der Hinrichtungen zulässt eine Autobahn gesperrt. Rechnet euch mal aus was eine solche Aktion an Kosten verursacht. Nebenbei dachte ich, das wir für Kanzler und Präsidenten keien Autobahnen mehr sperren. Das haben wir in den Jahren 1935-1945 gemacht. Danach ist es mir nicht mehr bekannt.

    Ich könnte stundenlang weiterschreiben. Im Grunde hoffe ich nur, das bei der nächsten Wahl nur noch 20 % der Bevölkerung wählen gehen, und diese dann einmal quer durch den Garten wählen. Vielleicht kommen dann die Leute in Berlin endlich mal zur Vernunft und diskutieren nicht 3 Monate ob Harz4 Empfänger 5 Euro pro Monat mehr haben sollen, wobei die erste Hilfe für GR innerhalb von 2 Tagen beschlossen wurde.

    Kopfschüttelnde grüße

  20. Hans schrieb am

    Ich hatte bis Ende 2007 3 Jahre einen Veranstaltungsladen, in dem viele Konzerte kleiner Bands statfanden. Die Gema-Tarife in diesem Zeitraum waren bereits so hoch, dass für die meisten Konzerte die tarifmäßigen Gema-Gebühren den Umsatz durch Eintrittsgelder weit überstiegen. Wenn man das Ganze kaufmännisch durchrechnet, ist ein prifitabler Betrieb nur möglich, wenn man ein ganz ungewöhnlich glückliches Händchen hat: Man braucht ein praktisch ständig ausverkauftes Haus. Das ist aber kaufmännisch eine unsinnige Kalkulationsgrundlage. Wahrscheinlicher sind 20% der Kapazität. Es gibt nämlich auch schlechte Tage. Dazu eine einfache Disco-Weisheit: Eine leere Disco kennen nur die, die dort arbeiten. Die meisten Gäste kennen nur die ein oder zwei umsatzstärksten Tage im Jahr.
    Das Problem ist nicht, dass es eine Verwertungsgesellschaft gibt. Das Problem ist, dass sie pure Phantasiegebühren berechnet.
    Das zweite Problem ist die Schiedsstelle beim Deutschen Patentamt in München: Das ist wirklich eine Witznummer. Die haben praktisch die juristische Alleinherschaft über die Gema und schreiben seit Jahrzehnten ihren eigenen juristischen Dünnschiss ab – ja Dünnschiss, weil es einfach juristisch hahnebüchen ist.
    Die Schiedsstelle segnet sogar ab, dass Wirte die Fußball zeigen (woran die Geman null Rechte hat) dafür kräftig auch an die Gema bezahlen müssen. Begründung: Musik während der Bierwerbung. Da untermalt also der bereits teuer bezahlte Pay-TV-Sender Sky die Werbung für Biersorten, die in dem Laden gar nicht angeboten werden mit Musik – für die sicherlich die Werbetreibenden ordentlich zur Kasse gebeten werden – und für diese Versuche Gäste abzuwerben soll der Wirt nochmal Gema bezahlen.
    Desweiteren wird für Live-Musik zusätzlich zur Kasse gebeten, wenn bereits Hintergrundmusik bezahlt wird und sogar wenn der Laden eien Disco-Vertrag hat. Dabei sind die Komponisten dann doch schon bezahlt, während die Interpreten sich das Geld direkt holen können.
    Die Gema ist schlicht mafiös und gehört ganz deutlich zurückgeschnitten. Wenn nicht wird es eben in Deutschland keine Konzerte mehr in kleinen Clubs geben, weil es schlicht ruinös ist.

    • Martin Schnell schrieb am

      Die GEMA ist ein „privater“ Verein der als welchem Grund auch immer quasi staatliche Autorität erlangt hat. Probelme nummer eins ist die „GEMA“ Vermutung im Recht zu kippen, danach sind Künstler frei den Verein zu wählen, der sie vertritt.

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  22. Dj Icewolf schrieb am

    Ich brauch dann bald nicht mehr auflegen oder Event veranstalten!!!Aber man muß ja in Deutschland alles kapput machen was Spaß macht!!!In diesem Land soll man ja nur noch funktioniren!!!Na ja unsre Pleitestaaten brauchen ja Geld!Bitte Unterschreibt die Petiton!!

  23. Pingback: Tarifreform Gema 2013 – jetzt handeln! | Gastronomie im Netz Blog

  24. Johannes Weigel schrieb am

    Die GEMA hat als verlängerter Arm der Bertelsmann Music Group einen Angriff auf alle Independent-Künstler und selbständigen Veranstaltungsorte gestartet. Das wird, wenn es nicht verhindert wird, eine riesige kulturelle Verarmung mit sich bringen, zum Vorteil der großen Labels (in Deutschland natürlich allem voran Bertelsmann). Durch die GEMA-Reform droht nicht nur das massenhafte Sterben unabhängiger Veranstaltungsorte, sondern auch eine Verarmung des Kulturbetriebs an sich! Wenn man einmal schaut, wer hinter der GEMA steht, kommt man zu dem Schluss, dass die GEMA der schlimmste Feind der kulturellen Entfaltung in diesem Land ist! Nach wie vor arbeiten die GEMA-Mitarbeiter mit Stasi-Methoden Veranstaltungsmagazine usw. durch und versuchen mit allen Mitteln, kleine Veranstaltungsorte zu schädigen. Wenn es nicht wahr wäre, könnte man meinen, man hätte es mit den grauen Herren aus MOMO zu tun …

    GEMA ABSCHAFFEN! PRO FÖRDERUNG SELBSTSTÄNDIGER KÜNSTLER UND VERANSTALTER!

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