Börsenverein des Buchhandels veröffentlicht Schulflyer mit falschen Informationen

Bild: Tobias M. Eckrich

Verwerterlobby macht auch vor Schulen nicht halt.

Der Börsenverein des Buchhandels hat federführend für andere Verbände (BVMI, GVU, Childnet International) einen Flyer mit dem Titel »Legal, sicher und fair« veröffentlicht, der über weite Strecken falsche Informationen zum Urheberrecht und zur Benutzung digitaler Inhalte im Internet verbreitet. Dieser Flyer soll an Schulen als Ergänzung zum Unterricht verteilt werden. Die Piratenpartei kritisiert sowohl den Inhalt des Flyers als auch die Vorgehensweise scharf.

»Ich würde mir wünschen, dass Interessen- und Wirtschaftsverbände Informationen zum Urheberrecht an den üblichen Standards der Aufrichtigkeit und Objektivität ausrichten«, so Bernd Schlömer, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland. »Dies gilt im Besonderen für Informationsbroschüren, die in Schulen verteilt werden. Eltern von KIndern und Jugendlichen müssen sicher sein, dass diese Form der Wissensvermittlung eine wertfreie und objektive Urteilsfähigkeit fördert und nicht beeinträchtigt. Aus diesem Grund sollten die Schulaufsichtsbehörden auch prüfen, ob Informationsmaterial dieser Art an Schulen überhaupt verteilt werden sollte.«

Über den Inhalt des Flyers gibt Bruno Kramm, Urheberrechtsexperte der Piratenpartei, ebenfalls ein vernichtendes Urteil ab: »Die Informationen sind durchgehend einseitig und demonstrieren eine restriktive, rückwärtsgewandte Sicht der Verfasser auf das Urheber- und Leistungsschutzrecht. In vielen Fällen sind sie auch faktisch falsch, beispielsweise werden die vom Bundesverfassungsgericht als legal erklärte Privatkopie kriminalisiert und Blogs pauschal als Horte illegaler Links verurteilt. Es wird das Ziel verfolgt, im Umgang mit dem Internet eine Angstkultur zu etablieren und so weitere Verschärfungen des Urheber- und Leistungsschutzrechtes salonfähig zu machen.«

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Kommentare

53 Kommentare zu Börsenverein des Buchhandels veröffentlicht Schulflyer mit falschen Informationen

    • Moko schrieb am

      Ich hoffe mal nicht, dass es die ist… Zitat S.5
      Häufig sind organisierte Kriminelle am Werk!
      Urheberrechtswidrige Inhalte werden im Internet zunehmend nicht
      mehr von Einzelpersonen, sondern von organisierten Kriminellen
      angeboten. Zu deren illegalem Repertoire gehören Abzockfallen,
      der Missbrauch von Kreditkarten und Kontodaten (Phishing) sowie
      schwere Straftaten bis hin zu Kinderpornografie.

      Schlagwörter! SCHLAGWÖRTER!

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Klingt aber nach dem Dokument, welches bei Fefe vor ein paar Tagen erwähnt wurde.

        http://blog.fefe.de/?ts=b188fa0f

        also wird es wohl der sein?
        Oder ist kürzlich ein noch übleres Dokument aufgetaucht?

        Gruß
        Gedankenverbrecher

  1. Patrick Astor schrieb am

    Was wuerde passieren, wenn ich unter dem Logo der Piratenpartei eine eigenstaendige Partei eroeffnen wuerde, sozusagen als Kopie, nur damit ich in den Land- oder Bundestag kommen, ein huebsches Suemmchen an Diaet kassiere und alles andere mir egal ist? Es geht Euch doch auch nur letztendlich um Geld, wie verlogen will die Piratenpartei denn diese ganze Urheberretsdebatte noch fuehren?

    • Simon schrieb am

      Ja… das kann ich nur bestätigen… ich selbst diplomiere gerade in Physik, werde danach noch promovieren und Arbeite schon jetzt 30-40h wöchentlich für die Piratenpartei. Und das mache ich, weil es mir nur ums Geld geht! Ich werde also später als promovierter Physiker nur das Geld abkassieren wollen in einem Landtag – Lafontaine und Merkel machen es ja vor :D – ROFL

      • Anonym schrieb am

        Das sind genau die selbstgefälligen Sätze, die man als unvoreingenommener Betrachter lesen sollte.
        „ICH BIN und meine …“
        Es wäre wünschenswert, dass dieses oft genug präsentierte Selbstbild, diese permanent mitschwingende Selbstüberschätzung unter der Wählerschaft etwas bekannter wird.
        Leute, die die reale Arbeits- und Lebenswelt nicht kennen, die einige 2X Jahre sind, sehen sich de facto als die Heilsbringer der Welt von morgen. Ja, das Internet macht’s möglich: Indem siuch die Wahrnehmung auf Aussagen reduzieren lässt, indem persönliche Eindrücke von Personen und deren Selbstgefälligkeit unterbleiben. In früheren Zeiten wäre man hingegangen, hätte diese Leute live erlebt, den Kopf geschüttelt und gelacht. (Das gilt nicht für alle, aber für sehr viele dieser sog. „Piraten“.) Aber diese Dimension persönlichen Erlebens hat sich durch den technischen Fortschritt nun überbrücken, in wenig förderlicher Weise nun „kurzschliessen“ lassen. Vielleicht sollte man deshalb – hilfsweise – einen alten Spruch umgedreht betrachten: „Trau keinem unter 30!“

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Hmm.

          Ich-Aussagen sind im Gegensatz zu ‚Wir‘-Aussagen die bessere Alternative in einer Diskussion.

          Denn eine Ich-Aussage kann man angreifen, da es die Meinung des Autors darstellt, während sich andererseits der Autor hinter einer diffusen Gruppe versteckt, deren Ansicht er vertritt oder weitergibt und sich dabei unangreifbar macht.

          Also ist ein ‚Ich bin und ich meine‘ kein Zeichen von Selbstüberschätzung, sondern eher eine höflicher Diskussionsform, da man dem Gegenüber die Möglichkeit einräumt seinen Standpunkt zu kritisieren.

          Und zur Frage von Patrick Astor: In der PP läuft praktisch alles über Ehrenamt. Letzlich werden nur die Fraktionsmitglieder als ‚Hauptberufliche‘ Politiker bezahlt.
          Und wenn man sieht, wie überarbeitet die momentan wirken, weiß ich nicht, ob sich ihr Plan, sich ein ruhiges Pöstchen zu sichern wirklich rentiert.
          Warten sie vielleicht bis die PP in der Position der Union ist. Bei einigen Dutzend Abgeordneten fällt es einfach weniger auf, wenn man mal schläft, ließt oder WOW zockt. Oder gar nicht da ist.
          Außerdem würde beim Versuch eine weitere PP mit gleichem Logo zu registrieren der Bundeswahlleiter einfach sagen: Sorry, gibts schon.
          Und wenn sie mit dem Slogan: ‚Ruhiger Posten für mich‘ Antreten wird es vielleicht etwas schwierig werden die nötigen Unterstützer zusammenzubekommen.

          Gruß
          Gedankenverbrecher

          • Anonym schrieb am

            Re.
            Meine „Ich-Aussage“ bezog sich auf die Prahlerei mit dem Studium. Physiker gibt’s wie Sand am Meer, Informatiker genauso. Überhaupt alle akademischen Berufe. Das wissen doch alle! Wer hier mit sowas kommt, den treibt seine Eitelkeit, nicht die Sache. Aus dem Berufsleben kenne ich einen, der sich regelmässig gern als „… Aber ich bin ja nur ein kleiner Ingenieur“ darstellte, um sich gegenüber den Meistern der morgendlichen Techniker-Runde unter regelmässigem Hinweis auf sein Ingenieurstudium einen (vermeintlichen) Platzhirsch-Anspruch zu sichern.
            Meine Beobachtung: Auf die Piratenpartei strömen derzeit viele Leute zu, die von dem (organisiert-) mafiosen Gemache in diesem Staat endgültig die Schnauze voll haben. Etliche von ihnen waren schon lange keine Zu-den-Wahlen-Geher mehr. Einfache Leute, Leute mit dem ehrlichen Wunsch nach Veränderung vorbeikommen und ihre Sach- und Fachkenntnisse, z.T. aus Jahrzehnten der Lebens- und Berufserfahrung einbringen wollen. Und dann sitzen da bei der Piratenpartei – genug, zu viele, aber auch nicht ausschliesslich – selbstgefällige Paar20-Jährige und weisen hintenrum über solche Sprüche darauf hin, wer sie sind oder demnächst sein werden … Ich halte das ganze Piraten-Projekt für zu interessant und sein Gelingen in verschiedenerlei Hinsicht auch für zu wichtig – und es anders herum für alle an grundlegender Veränderung im Staate ernsthaft interessierten Menschen auch zu schade – als dass ich beobachten möchte, wie sich dort gleich wieder die (häufig akademischen) Ärsche der Republik drin einnisten! Sie verstehen, was ich meine?!

          • Anonymous schrieb am

            Zitat:
            „Denn eine Ich-Aussage kann man angreifen, da es die Meinung des Autors darstellt, während sich andererseits der Autor hinter einer diffusen Gruppe versteckt, deren Ansicht er vertritt oder weitergibt und sich dabei unangreifbar macht.

            Also ist ein ‘Ich bin und ich meine’ kein Zeichen von Selbstüberschätzung, sondern eher eine höflicher Diskussionsform, da man dem Gegenüber die Möglichkeit einräumt seinen Standpunkt zu kritisieren.“

            Danke für diese Aussage. Nun weiß ICH auch, warum Ich so oft angegriffen werde. ;-)

            ICH-Aussagen weisen auf eine eigenständige Persönlichkeit, die kein Problem damit hat, alleine zur eigenen Meinung zu stehen. Mißbraucht also keine anderen Personen für eigene Zwecke!
            Das nenne ich fair und sollte mehr in das Bewußtsein der Menschen kommen. Vielleicht wird dann auch wieder mit mehr Respekt kommuniziert.

    • Alxander Tommers schrieb am

      Was würde passieren, wenn es eine Lobbyismus freie Gesellschaft geben würde, bei der nicht versucht würde aus allem ein Maximum an Finaziellenmitteln für sich selber zu pressen? Und wenn Parteien nicht versuchen ihre Wähler so zu täuschen, dass man den größt möglichen Vorteil für sich selber erlangt, sondern darauf hört was die Gesellschaft wirklich möchte? Wie frei von Lobbyimus und der Verwertungsmafia will die Piratenpartei noch diese ganze Urheberrechtsdebatte noch führen?

      • Patrick Astor schrieb am

        Eine von Lobbyismus freie Gesellschaft wird es nicht geben, jeder Mensch hat doch Interessen, die in den Lobbyverbaenden doch nur gebuendelt werden.

    • Pumuckel schrieb am

      Sicher doch, deshalb arbeiten wir auch seit Jahren mit vielen Leuten Tausend Stunden ohne Bezahlung an der Weiterentwicklung einer basisdemokratischen Partei. Damit am Ende ein paar Leute ein Pöstchen bekommen. Von wo hast du dir dieses abgedroschene Allerweltsargument herauskopiert?
      Für die Gründung einer neuen Partei würdest du von den dafür nötigen Unterschrifen nicht mal fünf gültige zusammenbekommen. Wenn man keine Ahung hat, einfach mal die Kresse halten.

      • Patrick Astor schrieb am

        …ist das der neue Politikstil, wer keine Ahnung hat, die „Kresse“ halten? Was hat denn die Piratenpartei ACTA entgegenzuhalten, dass auch die Urheber beispielsweise von Musik, Text ihr geistiges Eigentum angemessen honoriert bekommen, wenn es via Internet kopiert und vervielfaeltigt wird? Wir haben es leid, immer nur Content zu liefern, der nicht angemessen bezahlt wird. Verhandelt doch mal mit Google respektive Youtube und anderen Plattformen, ein angemessenes Honorarsystem fuer Urheber zu kreieren, und zwar mit den entsprechenden Verbaenden in D, z. B. Gema, GVL, VG Wort etc. Dazu habe ich von noch keinem Piraten konstruktives gehoert.

        • Gedankenverbrecher schrieb am

          Dann würde ich ihnen empfehlen die Kresse aus den Ohren zu nehmen und zuzuhören.

          In den letzten Beschlüssen der PP wurde trotz heftiger Kritik und Diskussion eine Schutzfrist für Urheber und Verwertungsrechte beibehalten. Allerdings deutlich kürzer als sie jetzt aktuell ist.

          Hintergrund: Wenn ein Autor / Urheber stirbt, soll der Verwerter noch genügend Zeit haben, das Produkt – in dem Fall Buch / Musikstück etc abzusetzen.
          Aber es soll kein Verwertungsrecht mehr bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag geben (eingedenk der Tatsache, dass die Schutzfristen jedesmal einige Jahre vor deren Ablaufen weiter verlängert wruden)
          Hier geht es um den Interessenausgleich zwischen Urheber / Verwerter und Gesellschaft.

          Im Gegensatz zum Patentwesen haben Verwerter ohnehin den Vorteil, dass ein Urheberrecht nicht extra angemeldet werden muss, sondern praktisch mit Erreichen der schöpferischen Höhe automatisch gilt (und dann entsprechend an Verwerter per Verwertungsrechten weitergegeben werden kann)

          Das ist ein wesentlicher Punkt in der Programmatik Urheberrecht der PP.

          Dann geht es um die Abschaffung einiger Anachronismen, die einfach nicht mehr in die Zeit passen. Stichwort Gema-Vermutung.
          Mit welchem Recht fordert die Gema für jedes so genannte ‚verwaiste Werk‘ das Verwertungsrecht ein?
          Die Forderung basiert auf der Annahme, dass jeder Künstler auf diesem Planeten Mitglied der Gema (oder einer ihrer Schwesterorganisationen weltweit) ist.
          Das mag in einer Zeit gestimmt haben, als zum kreieren von Musik ein Studio nötig war, welches man nicht einfach so zur Hand hat. Und zu einer Zeit als der Vertriebsweg von Musik praktisch nur über Radio / Rundfunk und Tonträger ablief.
          Heute gibt es das Internet. Heute gibt es die Möglichkeit ohne großen technischen Aufwand selbst Musik zu kreieren. Man ist nicht mehr auf Tontechniker, Studios und Presswerke angewiesen.
          Demnach gibt es heute viel mehr Künslter, die sich erdreisten Musik zu schaffen ohne Mitglied bei der Gema zu sein.
          Wenn so jemand ein Werk irgendwo einstellt, und später schlicht nicht mehr nutzt (eben ein verwaistes Werk erzeugt) gilt je doch PER GESETZ die Annahme, dass es ein Gema-Werk ist.
          Und selbst der Urheber dieses Werkes muss theoretisch bestätigungen von sämtlichen Gema-Organisationen Weltweit einfordern, dass er nicht Mitglied in einer dieser Gruppierungen ist um sein Eigenes Werk nutzen zu dürfen.

          Dann: Es ist nachvollziehbar, dass man einen kommerziellen, illegalen Verbreiter von urheberrechtlich geschützem Material verfolgt. In meinen Augen hat Kim Dotcom bekommen, was er verdient (oder bekommt es noch)
          Aber – ähnliche Mechanismen und ähnliche Schadensersatzforderungen von jemandem zu fordern, der ein Video bei Youtube einstellt, bei dem zufällig ein urheberrechtlich geschützter Tonschnippsel zu hören ist und dazu ein paar Bilder die wer anders hergestellt hat – noch dazu in einem völlig neuen Kontext (Stichwort Meshup) und ohne kommerzielle Interessen, ist im Sinne der Verhältnissmäßigkeit Wahnsinn jenseits jeglicher Skala.

          Dann ACTA:
          Jeder Provider kann für illegale Inhalte, die über seine Netze laufen haftbar gemacht werden. Sofern dieser nicht die nötigen Schritte einleitet um diese zu unterbinden.
          Das müsste bedeuten, dass ein Provider im eigenen Interesse JEDE Kommunikation über seine Netze mitlogt und auswertet.
          Die persönlichen, privaten, intimen Daten die dabei gesammelt werden (gesammelt – vielleicht werden sie gelöscht, aber zuvor müssen sie irgendwo gespeichert und geprüft werden) dazu von überwältigenden Mehrheit völlig unschuldiger Nutzer – stellt ein Risiko für diese Leute dar, das in keinem Verhältniss zum erwünschten Nutzen steht.

          Noch dazu wird dieses Abkommen unter Auschluss der Öffentlichkeit beschlossen.
          Noch dazu enthält es klauseln, mit denen man beispielsweise ein Labor in Afrika dichtmachen und bestrafen kann, wenn sie sich erdreisten Medikamente zu bezahlbaren Preisen herzustellen.
          Ein rechtlicher Modus um die ärmsten Länder dieser Welt noch mehr zu knechten? Und das nur, damit ein Pharmakonzern Gelder kassiert von Märkten die so arm sind, dass sie ihn ansonsten überhaupt nicht interessieren würden?
          Pervers, finde ich das.

          Zum Ausgleich mit Autoren und Musikern kann man beispielsweise das bereits benutzte System der Leermedienabgabe mitverwenden.
          Schon mal gehört? Auf jede LeerCD, jeden Drucker, jeden USB-Stick und sogar jedes Blatt Papier wird eine Abgabge mitbezahlt, die zum Ausgleich für unentgeltliche Kopien (aka Privatkopien) refinanziert werden sollen.
          Dieses System gibt es schon seit jahren. Doch von dem Geld kommt bei den Urhebern schlicht nichts an, weil es in der Verwaltung hängenbleibt.
          DAS wäre ein genialer Ansatzpunkt.

          Dann könnte man das Konzept der Kulturflatrate anführen.
          Gut – hier kann man argumentieren, dass dann auch diejenigen mitbezahlen, die gar nichts konsumieren.
          Aber: Das gleiche System haben wir bei den Sozialabgaben. Hier zahlen auch z.B. arbeitende für Arbeitslose und Gesunde für Kranke (hieß mal Sozialvertrag im letzten Jahrtausend…)

          Wie gesagt: Würde man die Energie, die man auf Acta verschwendet um irgendwelche Bürger zu drangsalieren oder Medizinklitschen in der 3. Welt, verwenden um 1. ein vernünftiges Vertriebskonzept (MP3 ohne DRM-Kacke, E-Books ohne Verlagsbindung, CDs die aufgrund des NICHT eingesetzten Kopierschutzes auch in meinem Auto-CD-Player funktionieren, am besten zu bezahlbaren Preisen und mit einem vernünftigen, sicheren und neutralen Bezahlsystem) und 2. zur Verfolgung der wirklich großen Fische verwenden, dann hätte man was gewonnen.
          Würde man die ganze DRM-Kacke über Bord werfen würden tatsächlich mehr Leute Musik kopieren.
          ABER es würden auch wieder mehr Leute Musik KAUFEN weil man sie auch wieder ungenervt nutzen kann.

          Zum Thema Youtube:
          Überall auf der Welt zahlt Youtube ca 6 – 9 Dollar pro 1000 Views an die jeweiligen Urheberrechtsorganisationen.
          Nur die Gema fordert halt ca 180 Euro / 1000 Views.
          Eingedenk der Tatsache, dass Videos auf Youtube auch Werbung ist für die jeweiligen Musiker ist das komplett Sinnlos.
          De facto schlachten sie hier die Goldene Gans.

          Das vernünftige Honorarsystem, welches die PP vorschlägt ist eine Kulturflatrate.

          Die Gema könnte ja das Geld anteilig an ihre Mitglieder verteilen, wenn sie das wollte.
          Will sie aber nicht. Warum auch?
          Würde ihren ganzen Wasserkopf nichtmehr brauchen. Müsste sich an die neue Lage anpassen.
          Denn das ist das Problem: Man versucht krampfhat ein System am Leben zu halten, welches mit dem Internet nicht kompatibel ist. Vieles von dem Aufwand den die Gema treibt und der Geld kostet ist schlicht nichtmehr nötig.

          Oder anders gesagt:
          Hätte die Gewerkschaft der Lichtspielhausmusiker einen ähnlichen Einfluss auf die Politik gehabt wie die Gema heute würden wir heute noch Stummfilme sehen und der Versuch, sie nachzuvertonen würde mit drakonischen Strafen belegt werden.

          Gruß
          Gedankenverbrecher

          • Patrick Astor schrieb am

            Dass Urheberrecht und Verhalten der „User“ nicht nur im Internet nicht mehr miteinander in Vereinbarung zu bringen waren, ist schon lange bekannt. Nur: es gibt und gab eben ganz klare Regeln, die von Seiten der „User“ im Kleinen wie im Grossen immer mehr hinter-und umgangen wurden, machen wir uns doch nichts vor. Ich erinnere an den Satz, zu lesen auf manch einer Notenedition: Kopieren schadet kurzfristig dem Verlang, mittelfristig dem Komponisten, langfristig dem Musiker. Und ploetzlich kommt ACTA, und man kann nicht mehr reagieren. Wenn sich die Piratenpartei fuer eine Neuregelung des Urheberrechts einsetzt, kann ich nur sagen: Es ist zu spaet. Warum nicht frueher? Seid ehrlich, diesen Misserfolg solltet ihr euch auch auf die Fahne schreiben, und ich frage mich, wie ihr in Zukunft schneller und effektiver die Probleme angehen wollt. Ich bin nicht sehr hoffnungsfroh.

          • MacGobbler schrieb am

            Gerade im YouTube/Gema-Streit ist mir die Anti-Gema-Haltung unverständlich, wenn man vorgibt, das Wohl der Urheber im Sinn zu haben und gegen „die Industrie“ zu sein. YouTube ist Teil des Google-Konzerns (was also könnte mehr „Industrie“ sein?), der im vergangenen Quartal einen Gewinn (!) von drei Milliarden Dollar (!) erzielt hat. Da ist es in meinen Augen nur recht und billig, wenn die Gema im Interesse der Urheber etwas von diesem Kuchen abzubekommen versucht, um es den Künstlern zukommen zu lassen. In diesem Streit sollte man sich genau überlegen, auf wessen Seite man sich schlägt. Gerade von den Piraten hätte ich da ein wenig mehr Robin-Hood-Attitude erwartet…;-)

          • Tobias schrieb am

            „Heute gibt es das Internet. Heute gibt es die Möglichkeit ohne großen technischen Aufwand selbst Musik zu kreieren. Man ist nicht mehr auf Tontechniker, Studios und Presswerke angewiesen.“

            Alleine dieser Satz ist so weltfremd (siehe aktuelle Umsatzzahlen wo noch das meiste Geld aktuell herkommt: von der schnöden alten CD weil im Netz ja sowieso alles kopiert wird), dass ich mich ernsthaft frage wer hier eigentlich „Stimmung“ mit Falschinformation machen will.

            Bitte zeigen sie mir die „bekannten“ Alben welcher Musikrichtung die nur am Laptop alleine hergestellt worden sind und wo kein Spezialist in einem Studio seine Finger dran hatte. Das sind doch leere Phrasen von Futuristen, die sich eine Scifi-Welt zusammenreimen. Dann sollte man diese Leute auch in 50 Jahren wählen.

        • Anonym schrieb am

          Ihr erster Satz drückt möglicherweise die Mentalität sehr treffend aus. Wenn es jedoch um echtes SACHWISSEN oder um prägende persönliche ERLEBNISSE geht, dann ist grosse Flaute in der Piratenflotte. Das ist aber noch nicht das Schlimmste. Es gibt nicht einmal Ansprechpartner oder „werdende Fachleute“, auf die sich dort verweisen liesse. Nach den grossen Worten in zahlreichen Pressemeldungen und deren vorformulierten schönen Sätzen, die beim unvoreingenommenen Leser Erwartungen wecken, beginnt mit dem Ende dieser Maskerade – die piratenleere Wüste! Übrigens sind Sie und ich mit unserer Zeit und Mühe für unsere Kommentare zu einem Bestandteil dieses Theaterstücks geworden. Denn meinen Sie etwa, jemand in verantwortlicher Parteiposition, ungeachtet der Landes- oder Bundesebene, liesst alle diese Stellungnahmen hier? – Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der ganze Piraten-Schwindel auffliegt!

        • The_Underscore schrieb am

          Die Piratenpartei ist nicht gegen ein Urheberrecht, nur für eine Reform davon, weil einige aktuelle Gesetze zum Urheberrecht die Rechte der Verbraucher zu sehr einschränken. ACTA, solange es in Deutschland gilt, würde eine solche Reform verhindern – eine bessere Bezahlung für Urheber würde es nicht bringen.

        • Dipl.MHeller schrieb am

          Vielleicht wollen die Piraten ja gar nicht mit diesen Verbänden verhandeln. Vielleicht ist es ja gar nicht das Ziel Verbänden mehr Geld und Macht zu geben. Vielleicht ist es ja Ziel die einzelnen Künstler zu fördern die nicht so weltberühmt sind, dass sie ein Salär von den entsprechenden Verbänden erhalten. Direkte Zuwendungen an den einzelnen Künstler, dass dieser tatsächlich und direkt sein Werk entlohnt bekommt halte ich für sinnvoller.
          So wie ich das verstehe, sollen hier die Gesetze dementsprechend geändert werden, dass auch einzelne Kreative ohne mächtige Verbände hinter sich in den Genuß einer Vergütung kommen sollen und das finde ich als Kreative sehr gut.
          http://www.ccc.de/de/updates/2012/drehbuchautoren

          • Patrick Astor schrieb am

            …eine Wunschvorstellung. Wie soll ein Komponist denn pruefen, wann und wo seine Werke aufgefuehrt werden, wann ein Musiker, wer seine CD nutzt um dann Gebuehren abzurechnen? Dafuer gibt es doch GEMA und GVL. Diese Verbaende vereinfachen vieles. Nach deinem Vorschlag werden Kuenstler am Ende wieder nur ihrem Honorar hinterherlaufen, das muessen wir in Einzelfaellen sowieso schon oft genug tun.

    • Anonym schrieb am

      Es lohnt sich nachzusehen, welcher Landesverband wieviel Prozent noch immer beitragszahlende Mitglieder hat. Daran erkennt man, in welche Richtung sich die Stimmung der (ich unterstelle: zu Anfang jedenfalls hoffnungsvollen) Neumitglieder allmählich entwickelt hat.
      n

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Sie meinen die enttäuschten Horden von Ex-Piraten die ihre beißende Kritik darin äußern, dass sie ihren Beitrag (der letztlich wie eine Parteispende gewertet wird) nicht mehr entrichten, als tatsächlich Position zu beziehen und auszutreten?

        Ja. Das wird es wahrscheinlich sein.
        Leute: Machen wir den Laden dicht, es scheint eh alles zu spät zu sein…

        Gruß
        Gedankenverbrecher

        P.S.
        Mich würde mal das Verhältnis von Mitgliedern zu zahlenden Mitgliedern in den anderen Parteien interessieren. Ich meine, die PP weist es wenigstens aus. Bei den anderen habe ich noch nichts gefunden.

        • Anonym schrieb am

          Re.
          So in etwa meinte ich es. Ob es „Enttäuschte“ sind oder Personen, die sich vorschnell entschieden hatten, oder ob andere Gründe vorliegen: es ist Sache der Piratenpartei, dem nachzugehen, nicht die von Homepage-Lesern. Wobei ich allerdings bezweifle, dass dies geschieht.
          Die Empfehlung, den Laden kurzerhand wieder dichtzumachen, nehme ich als Ironie Ihrerseits. Den Gründen von Desinteresse oder Verweigerung nachzugehen und dabei endlich eine kritische Selbstbetrachtung zu beginnen (!), das wäre meine eigene Empfehlung.
          Das Verhältnis von zahlenden zu nichtzahlenden Mitgliedern bei anderen Parteien festzustellen, vermute ich als schwierig. An diesem Punkt ist die Piratenpartei tatsächlich sehr transparent. Berücksichtigen muss man jedoch auch, auf welche Weise jede Partei an ihre Mitgliedsbeiträge gelangt. Wartet sie auf das Eintreffen der fälligen Überweisungen, oder versendet sie sogar Rechnungen bzw. jahresbezogene Abbuchungsaufträge, die nur noch ausgefüllt zu werden brauchen? Bei der Piratenpartei kann man es dann mit dem Überweisen locker halten und sich ggf. mit Vergessen-haben herausreden, während sich anderswo das Nichtausfüllen eines Überweisungsträgers nach mehreren Wochen ggf. schon als demonstrativer Akt der Verweigerung, als Affront werten lässt.

          • Gedankenverbrecher schrieb am

            >>> Bei der Piratenpartei kann man es dann mit dem Überweisen locker halten und sich ggf. mit Vergessen-haben herausreden, während sich anderswo das Nichtausfüllen eines Überweisungsträgers nach mehreren Wochen ggf. schon als demonstrativer Akt der Verweigerung, als Affront werten lässt.

            Allerdings glaube ich nicht, dass – egal welche Partei – ein nicht zahlendes Mitglied ausschließt. Einfach weil die beeindruckend hohe Mitgliederzahl sonst leiden würde. Ich denke, dass Leute, die nicht zahlen aber nicht ausgetreten sind andernorts auch als Karteileichen weiterexistieren.
            Und ich glaube weiter, dass der Zahlerdurschnitt von ungefähr 50% überall existiert.

            So lange die anderen Parteien ihre Nicht-Zahler-Quote nicht ausweisen kann man allerdings da viel rätseln und im Nebel stochern.

            Und andererseits: Hätte die PP die Zahler-Quote nicht extra ausgewiesen, würde die jetzige Kritik faktisch nicht existieren. Und da muss ich sagen: Hut ab, wenn man sich mit einer solchen Aktion selbst Schwierigkeiten bereitet.
            Wäre ein Zeichen von Größe, wenn andere das nachmachen würden.

            Im übrigen glaube ich, dass es in vielen Fällen trotz allem eher Nachlässigkeit ist. Ich meine, man beobachtet das Problem in vielen größeren Vereinen, bei denen sehr viele ‚Passive‘ dabei sind, die nichts weiter machen, aber zumindest keine arge Kritik üben.
            Jemand der gefrustet genug ist, tritt eher aus um mit seiner MItgliedschaft der Partei kein weiteres Gewicht zu verleihen.
            Wir hatten eine ganze Welle von Austritten und Eintritten zwischen der Wahl 09 und den nächsten größeren Wahlen. Da gabs ein paar umstrittene Beschlüsse und Entscheidungen und da sind auch welche ausgetreten.
            Daher denke ich, dass das Problem dass sie vermuten nicht so gewaltig ist. (Wohl aber nicht übersehen werden sollte.)

            Gruß
            Gedankenverbrecher

          • Anonym schrieb am

            @Gedankenbrecher / 14.04.2012 um 11:39, Re:
            Dass bei anderen Parteien zumeist die Karteileichen mitgeschleppt werden, vermute ich auch. Jedoch: Transparenz (insbesondere die der Piratenpartei) kann natürlich auch Verpflichtungen nach sich ziehen. Transparent fordert bisweilen eben praktische Konsequenzen, also eigenes Handeln. In diesem Sinne kann es allerdings auch nur förderlich sein, die Gründe der Nicht-mehr-Zahler zu kennen. Wenn bei der PPD so viel über IT und Liquid-feedback arrangiert wird, sollte die Technik doch auch hier eine gewisse Hilfe für systematische Rückfragen sein.
            Mit dem Austreten aus einer Partei ist es übrigens nicht überall so einfach wie bei der Piratenpartei. Und damit meine ich das offizielle Austreten, nicht das vorhin angesprochene heimliche Austreten durch Nichtbezahlen. Wer aus manchen anderen Parteien austritt, kann sich – zumindest im dörflichen Bereich – Feinde machen und dadurch schädigen. Da wird dann lieber dringeblieben, brav weiter bezahlt und das Beitragsgeld quasi als Tribut abgeschrieben. Von Nordhessen weiss ich das konkret.
            MfG

  2. Ich hab mir den Flyer nicht ganz durch gelesen, aber ist jemand anderes schon aufgefallen, dass die „legalen“ Downloadportale, die im Flyer aufgezählt werden, nicht mit Linux nutzbar sind, weil spezielle Download- und Abspielsoftware benötigt wird, die in den meisten Fällen nur für Windows erhältlich ist?

    Und wenn man die Betreiber dann darauf anspricht bekommt man als Antwort: Installier Windows.

    • Gedankenverbrecher schrieb am

      Äh. Das liegt wohl daran, das Linux böse ist.
      Ich meine, weil.. äh es kostenlos ist. Und Kostenlose Dinge sind – wie wir gelernt haben – ja Diebstahl und nur Tarnung für Phishing-Seiten und so.

      Also besser kein Linux verwenden und lieber auf das gute alte Windows vertrauen, welches schließlich viel mehr Erfahrung und gebündelte Kompetenz hat als dieses Linux-Dingsbums.

      Oder wenn man mutig ist: Apple. Das ist fancy und cool und hat ein schönes Design und vor allem passt da alles mit allem zusammen…

      Linux. Brrr. wie unheimlich.

      Gruß
      Gedankenverbrecher

      • Revolution2012 schrieb am

        In unserer Schule haben wir uralte Computer im Computerraum und die Software ist grottig. Die Schule ist z.B. verpflichtet, das kostenpflichtige Word-Programm von 1998 zu nutzen. Das ist mit nichts kompatibel. Die Schule weigert sich, Programme aus der Open-Source (z.B. open office) zu nutzen. Neue Updates von Programmen wie Adobe können nicht durchgeführt werden, weil das nur der Administrator kann, der sich nicht darum kümmert oder der den Handlungsspielraum der Schüler stark einschränken will/soll.
        Die Dinge, die die Schüler am Computer machen, lassen sich vom Administratorcomputer (also vom Lehrer) zeitgleich beobachten. Noch schlimmer: Der Lehrer kann die Maus des Schülers am Computer direkt übernehmen. Aufsichtspflicht besteht immer. Das ist eine totale Diktatur. Das Schulsystem widerspricht sich in sich selbst, wenn auf der einen Seite demokratische Bürger erzogen werden sollen, aber Elemente einer totalitären Diktatur enthält. In Frankreich ist die Situation natürlich hoffnungslos verlaufen, aber solche Länder sollte man in Sachen Schulsystem, auch in Teilen nicht, imitieren. Wir sind schließlich keine Hampelmänner.

        Achso: Linux ist wie viele andere Betriebssysteme aus der Open-Source eine völlig ausreichende Alternative für Laien, aber auch für Profis. Die Systeme sind auf den Nutzer ausgerichtet und nicht auf den Markt.

        • Revolution2012 schrieb am

          Ach so: Natürlich ist die Lobbykampagne auch eine Kampagne gegen die sogenannte „Kostenloskultur“ der Piraten, wenn sich die Download-Version nicht öffnen lässt. Gedankenverbrecher hat da völlig recht!
          Kostenlose Alternativen verdrängen den Markt. Das ist so, weil:

          1. Nichts kosten

          2. Nicht so leicht mit Viren kontaminiert werden (da es weniger für die Betriebsysteme gibt)

          3. Einfacher zu bedienen

          4. Alle weiteren Updates, Versionen und Programme kostenlos sind

          Viele Leute kaufen trotzdem kommerzielle Produkte, weil

          1. kommerzielle Produkte angeblich immer so viel mehr qualitativ sind, dass das Preis/Leistungs-Verhältnis sich lohnt

          2. das Design besser aussieht

          3. die Werbung besser ist

          4. die kommerziellen Produkte ein bisschen mehr können

          5. das von oben so vorgeschrieben ist

          6. usw.

          Ganz offenbar: Zwei Argumente für kostenlose Alternativen reicht schon, um die Nutzung kommerzielle Produkte weitgehend zu widerlegen.
          Der Spruch „einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul“ (es ist kostenlos, deshalb taugt es nicht- es muss aber taugen!!!) erweist sich als Trugschluss.

        • Katrin Lehmann schrieb am

          Nein. Das ist keine Diktaturl, was du da schreibst. Das ist Unterricht. Das ist ein GROSSER Unterschied. Es ist Aufgabe der Lehrkraft, dich dazu zu bringen, dem Unterricht zu folgen – und sei er noch so langweilig oder der Lehrer blöd – und keine Spielchen zu spielen.

          Oder um es zu sagen, wie es früher war: Es ist KEINE unterbindung der Meinungs- oder Redefreiheit, wenn ein Lehrer das Schwatzen verbietet.
          Es ist keine Verletzung des Briefgeheimnisses, wenn Schüler im Unterricht – wohl wissend, dass es verboten ist – und der Lehrer diese einsackt und (nach entsprechend mehrmaliger Provokation – oder einfach deutlicher Ankündigung) irgendwann laut vor der Klasse vorliesst.

          Auch ein Arbeitgeber hat relafiv weitgehende Rechte, zu kontrollieren, was seine – inzwischen i.d.R. über 18jährigen Angestellten machen.
          V.a. kann auch auf der Arbeit es jeder Zeit passieren, dass ein Systemadministrator, der in irgendeinem andern Raum sitzt, irgendwas auf deinem Rechner macht und sich dabei deinen Bildschirm ansieht.

          Und die Schule hat nicht nur einen Unterrichts- und Erziehungsauftag, weshalb sie verpflichtet ist, zu bestimmen was du in der Unterrichtszeit machst,
          sie ist auch Eigentümerin der Rechner. Und da darf sie ganz sicher bestimmen, was du mit ihrem Eigentum machst. Zumal Eigentum in dem Fall auch sehr stark verpflichtet, und ganz schnell Strafanzeige gegen die Schule erstattet wird, wenn der Verdacht besteht, dass vom Netz der Schule aus Straftaten begangen worden (und das gab es sogar in meiner Schule, zu meiner Schulzeit, die jetzt bald 15 Jahre her ist, schon!)

          • Katrin Lehmann schrieb am

            Es ist keine Verletzung des Briefgeheimnisses, wenn Schüler im Unterricht – wohl wissend, dass es verboten ist – und der Lehrer diese einsackt und (nach entsprechend mehrmaliger Provokation – oder einfach deutlicher Ankündigung) irgendwann laut vor der Klasse vorliesst.

            Hier fehlt leider ein Teil des Satzes, es sollte natürlich heissen:
            „Es ist keine Verletzung des Briefgeheimnisses, wenn Schüler im Unterricht sich Briefe zuwerfen – wohl wissend, dass es verboten ist – und der Lehrer diese einsackt und (nach entsprechend mehrmaliger Provokation – oder einfach deutlicher Ankündigung) irgendwann laut vor der Klasse vorliesst.“

            Es gibt übrigens schon Demokratie in der Schule: Diese nennt sich: Klassensprecher und Schulsprecher. Auch eine Schulzeitung ist – in gewisser Weise – eine Möglichkeit der Demokratie-Ausübung an Schulen. Mit fremden Eigentum tun was man will und sich dabei noch die Kontrolle des Eigentümers zu verbieten, hatt jedoch nichts mit Demokratie zu tun. Im Gegenteil – ich finde das ein sehr zweifelhaftes „Demokratieverständinis“.

          • Revolution2012 schrieb am

            Sie haben Recht damit, dass Disziplin in der Schule wichtig ist, damit der Unterrichtsstoff vermittelt werden kann. Diese Disziplin sollte jedoch auf möglichst freiwilliger Basis in Bezug auf die Erarbeitung des Unterrichtsstoffes beruhen. Im Computerraum ist meistens Stillarbeit für jeden angesagt. Bei Stillarbeit muss der Lehrer dafür sorgen, dass jeder für sich arbeitet und nicht laut oder zu oft mit dem Nachbarn quatscht (es muss für Ruhe gesorgt werden). Die Ergebnisse am Ende der Unterrichtsstunde zählen, nicht wie ein Schüler seine Arbeit einteilt. Und wenn jemand zwischendurch ein bisschen Tetris zur Entspannung spielt: Am Ende muss etwas Vernünftiges dabei herauskommen.
            Eine „unsichtbare“ Totalüberwachung hemmt die Kreativität, weil man sich ständig beobachtet fühlt. Etwas Anderes ist es, wenn der Lehrer durch die Reihen geht und die Schüler ermahnt, am Ende der Stunde etwas abzuliefern oder Fragen beantwortet.
            Eine „unsichtbare“ Kontrolle schafft eher Verunsicherung bei allen Schülern und gibt Lehrern Befugnisse, die dafür sorgen, dass es kein Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern mehr gibt. Letztendlich geht es um das Ergebnis, nicht um die Kontrolle, die momentan noch ganz oben auf der Liste steht.
            Diese Kontrolle gilt nicht nur für den Unterricht. Sie gilt auch für den Computerraum, in dem die Schüler ihre Hausaufgaben anfertigen dürfen, E-mails nachschauen etc. (also in der Freizeit). Jeder Schüler bekommt bei uns einen Account mit Passwort. Dieser Account kann nicht nur während der Unterrichtszeit von der Schule vollständig eingesehen/verändert etc., sondern auch außerhalb der Unterrichtszeit. Das Passwort ist also nur dazu da, damit Schüler nicht gegenseitig auf ihren Schulaccount zugreifen können.
            Bei einer Straftat muss der Verantwortliche zurückverfolgbar sein, was über die jeweiligen Accounts möglich ist.
            Eigentum der Schule muss geschützt werden, legitimiert aber keine Totalüberwachung. Eine Totalüberwachung unterstellt jedoch immer auch totale Unmündigkeit, potenzielle Kriminalität, kein Verantwortungsbewusstsein etc. Auf der anderen Seite entlarvt dies die steile Hirarchie in der Schule, sodass die Verhältnisse zwischen Lehrern und Schülern z.T. alles andere als harmonisch sind. Autorität muss da sein, aber keine generellen Zweifel an den jeweiligen Gruppen. Kriminalität muss also zurückverfolgbar bleiben, darf aber nicht als Freibrief für die totale Kontrolle der Schule über seine Schüler dienen!
            Das Eigentum der Schule ist stark veraltet und in dem Zusammenhang möchte ich ein weiteres Beispiel geben: Anstatt die Computer von Firmen zu übernehmen, werden sie von der Stadt angeschafft. Das Argument: Die Firmen könnten ja Werbung mit ihren Produkten machen. Die Diskussion gibt es in der Schule gar nicht. Sie wird von oben herab einfach so bestimmt. Tatsache ist jedoch: Die Schule ist dazu verpflichtet, den Schülern beizubringen, wie man mit Werbung umgeht und nicht versucht, sie vermeintlich vor Werbung zu schützen. Das führt zu einem Paradoxon, denn die Schule wird so zu einem Ort der „Sicherheit für Schüler“, also zu einem Schutzbunker, der fällt, sobald sie die Schule verlassen und in der REALEN Welt mit Werbung und all ihren manipulativen Eigenschaften zurechtkommen müssen. Die Gefahr ist heutzutage, dass das Volumen von Werbung in unserer Welt immer größer wird und keiner wirklich damit umzugehen weiß. Jeder Schüler bekommt dies durch den täglichen Gebrauch von Multimedia mit und wird mit tausenden Werbespots täglich konfrontiert (siehe facebook). Gute Computer aufgrund von evt. Einmischung der Firmen abzulehnen, ist kontraproduktiv und passt nicht in das Bild einer aufgeklärten Gesellschaft.
            Wichtig ist also, dass den Schülern der Umgang mit Werbung beigebracht wird, sodass sie aufgeklärt sind.
            Achso: Heutzutage werfen sich Schüler keine Briefe zu, sondern schicken mit unglaublicher Geschwindigkeit SMS hin und her. Dann wird nämlich das Handy eingesackt, was vom Schüler natürlich vorher abgeschaltet werden kann. Es ist richtig, Handys einzusammeln, wenn sie den Unterricht stören. Ein Handyverbot alleine ist jedoch sinnfrei, weil jeder in Wirklichkeit ein Handy im Unterricht dabei hat. Die Schüler schicken sich die Dateien auch so oder so (z.B. vor der Schule, während der Pausen, auf der Toilette usw). Auch hier sollten die Schüler besser aufgeklärt werden. Das Thema zu ignorieren, ignoriert den Wandel in eine moderne Kommunikationsgesellschaft. Kriminalitätsprävention funktioniert nicht über Verbote, sondern Aufklärung und Kommunikation.
            Es sieht so aus, dass auch die ältere Generation Schwierigkeiten hat, sich in die Jüngsten der Gesellschaft hineinzudenken, weil sie mit dem Internet nicht aufgewachsen ist.
            Es muss neue Regeln geben, die nicht unsinnig die Interessen der jüngeren Generation einschränken. Filmen muss verboten und geahndet werden, außer es dient unterrichtlichen Zwecken. Auch kriminelle Inhalte dürfen nicht verbreitet werden. Der Datenschutz untereinander muss gewährleistet sein. Aber nur Verbote, die keiner einsieht und über die einem nichts beigebracht werden, erfüllen nicht ihren Zweck.
            Viele Schüler sehen sich als „digital natives“, Lehrer eher als „ein wenig zurückgeblieben“. Sie fragen sich, warum es z.B. kein Schulforum gibt, wo ein Datenverkehr wie bei facebook möglich wäre oder wo man Lehrer problemlos über das Internet Hausaufgaben abliefern bzw. Lehrer bei wichtigen Anliegen kontaktieren könnte.
            Um nicht den Eindruck zu erwecken, irgendwelche Behauptungen aufzustellen, möchte ich praktische Erfahrungen mit diesem System erläutern. Ich habe einige Zeit in Norwegen gelebt und ging dort auch zur Schule. Dort hatte jeder seinen eigenen Laptop. Es gab ein von der Schule zu Verfügung gestelltes, kostenloses Lan-Netzwerk. KEINER wurde überwacht und Einschränkungen im Netz gab es auch nicht. Die Schüler müssen lernen, mit solchen grundlegenden Freiheiten umzugehen, was in Norwegen gewährleistet ist, aber auch in den USA. Deutschland ist in dem Punkt noch stark nachholungsbedürftig. Es ist zu selbstfixiert, beruht zu sehr auf finanziellen Eigeninteressen und leidet unter alten Denkstrukturen. Es schaut zu wenig in die Zukunft, was nachhaltige Bildung betrifft.
            An Ihrer Stelle würde ich mich einmal näher mit so etwas beschäftigen und über den Tellerrand hinausblicken.

            Schülerzeitungen sind GEDRUCKTE Medien (für jedermann zugänglich), die einen gewissen Einfluss auf die Schule ausüben. Prinzipiell haben nicht alle Schulen eine Schülerzeitung und entsprechend haben Schüler auch keine Stimme. Nur in der Schule hätten sie untereinander etwas zu sagen- außer Lehrer und Schulleitung nehmen diese Form der Demokratie ernst, was jedoch fraglich ist. Es ist doch so, dass eine Schülerzeitung nur für die Schüler EINER Schule gedruckt wird. Außer DIEJENIGEN, welche einflussreiche Posten haben, setzen sich für die Schüler ein und genau DIEJENIGEN lesen nicht und nehmen auch die Schülerzeitungen NICHT ERNST. Dazu gehört auch, dass die Eltern ihr Feedback geben können.
            Die Demokratie über Klassensprecher und Schulsprecher ist ein Witz!
            Klassensprecher oder Schulsprecher haben auf wichtige Anliegen der Schüler keinen Einfluss. Sie dienen dazu, MÖGLICHE Probleme der Schüler an die Schulleitung weiterzutragen, die Entscheidung wird aber letztendlich aus Instanzen entschieden, denen das letztendlich egal sein kann oder die sich kein richtiges Bild machen können/wollen.Diese Instanzen sind wiederum von den Instititutionen der jeweiligen Stadt abhängig, welche die Probleme der Schüler überhaupt nicht interessiert. Stattdessen werden Entscheidungen gefällt, die vollkommen an der Realität des Schulalltags vorbei gehen. Die Leute, die die Entscheidungen treffen, sind meist gar nicht mehr im Schulalltag drinnen, können sich nicht selbst ein Bild von der Situation/Problemen machen und entscheiden nach eigener Einschätzung, länderübergreifenden Kriterien und Vorbildern von anderen Bundesstaaten. Betroffen sind vor allem auch Lehrer: Der Unterrichtsplan ist so mit Pflichtthemen vollgestopft, dass keine Luft mehr für eigene Themen da ist. Jetzt gibt es nur noch 12 Jahre Schule, ohne dass die Konsequenzen (Überfüllung der Unis) berücksichtigt werden, geschweige denn der Schulplan vernünftig geändert wurde, sodass die Schüler viel zu viel mit der Schule beschäftigt sind. Die „sorgenfreie Zeit der Jugend“ ist somit vorbei! Die Geschwindigkeit im Alltag ist sowieso schon viel zu hoch. JEDES Jahr stressige und unsinnige Prüfungen will kein Lehrer und kein Schüler.
            Zurück zur Totalüberwachung: Früher war das nicht möglich, heutzutage schon. Ich sehe darin einen massiven Eingriff in bestehende Freiheitsrechte.
            Big brother ist watching you- NEIN DANKE!!!

    • DrBolle schrieb am

      Ich weiß nicht, welche Portale genannt sind, aber als Linux-Nutzer kann ich mir z.B. via musicload.de bequem MP3s herunterladen. Es stimmt zwar, dass andere Portale wie z.B. Amazon Probleme bereiten. Aber das liegt nicht an der globalen Weltverschwörung gegen Linux, sondern eben an den Nachteilen des Open-Source-Geschäftsmodells:
      – die Möglichkeit, den Quellcode anzupassen – aber auch neue Codelinien abzuspalten, hat zu einem ganzen Zoo an Linux-Distributionen und einer Aufsplitterung des ohnehin kleinen Anteils am Desktopmarkt (er liegt prozentual noch unter dem der FDP in der Sonntagsfrage) geführt. Da ist es für externe Softwareanbieter noch schwieriger und noch weniger lohnend, Software auch in Linuxversionen anzubieten. Es beginnt ja schon bei der Frage des Paketformats (DEB für Debian/Ubuntu oder doch lieber RPM für RedHat/OpenSUSE?).
      – das typische Open-Source-Modell (kostenlose Verfügbarkeit der Software mit kostenpflichtigem Support ) funktioniert nicht für Endanwendersoftware, die idealerweise keinen Wartungs- oder Anpassungsbedarf haben sollte.

  3. Patrick Astor schrieb am

    Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort, das ist hilfreich. Allerdings bin ich in einigen Punkten derselben Meinung wie Sven Regener. Das Sozialamt kommt nicht um die Ecke und wird Kuenstler bezahlen, selbst wenn die Kulturflatrate genuegend Mittel einbringen wuerde. Vor allem weil dann auch Kriterien definiert werden muessen, wer Kuenstler und was Kunst ist. Und schon wird sich der Staat bei der Loesung dieser Fragen wieder einmischen muessen. Oder wer soll hier definieren, und wie? Wer soll berechtigt sein, Mittel aus der Kulturflatrate zu schoepfen? Kuenstler und Musiker mit Diplom/Bachelor/Masterabschluss, oder Lieschen Mueller, die ein bisschen Kultur als Hobby betreibt?
    Bei aller Kritik an ACTA, wir muessen aufpassen, dass, wenn wir das eine ueber Bord werfen, um es dem Internet anzupassen (Stichwort Freiheit des Internets), dass wir auf der anderen Seite wieder Regelungen schaffen, die die Freiheit der Kuenstler und der Kunst beeintraechtigen koennen. Und zwar deshalb, weil Kuenstler dann noch weniger von ihrer Kunst leben koennten. Andernfalls, beweise mir das Gegenteil. Zum Begriff des geistigen Eigentums: Wann und wo in der Kunst hat sich ein Urheber darueber gefreut, dass er kopiert wird, auch nur in Auszuegen, ohne dass er einen angemessenen Finziellen Ertrag davon hatte? Ich fordere einen Euro pro Klick auf Youtube. Das muss drin sein. Alles andere ist Ausbeutung.

    • Dipl.MHeller schrieb am

      Da bin ich ambivalent. Auf der einen Seite freut es mich wenn ich mein Design – manchmal sogar recht offenkundig kopiert sehe – denn es bestätigt, ich bin gut. Sonst würde es ja wohl kaum geklaut werden. Aber klar ärgert es mich, denn dann würde ich es lieber sehen, dass die Leute auch meine Leistung selbst bestellen und auch bezahlen.

  4. Patrick Astor schrieb am

    Dass Urheberrecht und Verhalten der “User” nicht nur im Internet nicht mehr miteinander in Vereinbarung zu bringen waren, ist schon lange bekannt. Nur: es gibt und gab eben ganz klare Regeln, die von Seiten der “User” im Kleinen wie im Grossen immer mehr hinter-und umgangen wurden, machen wir uns doch nichts vor. Ich erinnere an den Satz, zu lesen auf manch einer Notenedition: Kopieren schadet kurzfristig dem Verlang, mittelfristig dem Komponisten, langfristig dem Musiker. Und ploetzlich kommt ACTA, und man kann nicht mehr reagieren. Wenn sich die Piratenpartei fuer eine Neuregelung des Urheberrechts einsetzt, kann ich nur sagen: Es ist zu spaet. Warum nicht frueher? Seid ehrlich, diesen Misserfolg solltet ihr euch auch auf die Fahne schreiben, und ich frage mich, wie ihr in Zukunft schneller und effektiver die Probleme angehen wollt. Sehr hoffnungsfroh bin ich nicht, wenn ich mir auf youtube so manchen Sitzungsverlauf ansehe…..

  5. Perestroika schrieb am

    Und einmal mehr wird hier Propanda billigster Art von den Piraten betrieben. Wenn behauptet wird, dass in dem Flyer die Privatkopie kriminalisiert wird, ist dies falsch. Davon steht nichts in dem Flyer. Ihr macht ein neues Thema auf und moppert über Dokumente, die Ihr nachweislich garnicht gelesen habt.

  6. slasha schrieb am

    „The times they are a-changin'“ – Bob Dylan
    An alle die mit dem bestehenden alten Urheberrecht argumentieren: Die Zeiten ändern sich nunmal, wir können den Fortschritt den das Internet gebracht hat nicht einfach ignorieren. Die Gesetze müssen in vernünftiger Weise daran angepasst werden. Der Alltag zeigt doch wie sehr die Realität und die Gesetze auseinander gehen. Fast JEDER wissentlich oder unwissentlich begeht heute Urheberrechtsverletzungen im Internet.
    Die Industrie kann da, obwohl sie boomt, noch soviel merkern. Es wird nicht helfen.
    „Then you better start swimmin‘
    Or you’ll sink like a stone
    For the times they are a-changin‘.“

  7. Alex Pirat schrieb am

    Den verlinkten Flyer (http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Childnet_Flyer_2011.pdf) habe ich mit zunehmendem Unwohlsein angesehen und noch folgende Frechheit gefunden: „… beim Streaming werden in der Regel Zwischenspeicherungen auf dem eigenen Rechner durch -geführt, um den Film störungsfrei wiedergeben zu können. Wenn diese Zwischenspeicherungen im rechtlichen Sinne als Kopien zu bewerten sind, dann ist das Abspielen solcher gestreamten Filme illegal.“ Nun gibt es aber Gegenden ohne DSL, worüber man sich separat empören sollte. Da muss man jegliche Filme runterladen, wenn man sie sehen will. Als Folge wäre das Betrachten in mit schnellem Internet gesegneten Gemeinden eher erlaubt, wo es das nicht gibt, ist das Betrachten generell illegal, weil ohne (sinnvollerweise kompletten Download) gar nicht möglich. – Was für eine verquere Argumentation!

    Zum Glück sind meine Kinder schon aus dem Schulalter raus, sonst hätten Lehrer, die solcherart faschistoiden Totalitarismus Vorschub leistendes Gefasel verbreiteten jetzt mehrere Probleme. „In der Regel sind die Links in Blogs nicht recht -mäßig.“ – In der Regel kommen von der Content-Mafia Desinformationen! Unsere Verantwortung als Eltern sind wir insofern nachgekommen, als wir die Kinder für die Methoden der Abmahn-Abzock-Industrie sensibilisiert und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben.

    Zunehmend bin ich geneigt, jegliches die Content-Mafia schädigendes Verhalten als legitimen zivilen Ungehorsam anzusehen.

  8. Perestroika schrieb am

    Alex nun reiss bitte nicht alles aus dem Zusammenhang. Diese Passage stand unter der Frage „Ist das Nutzen von illegalen Filmstreaming – Angeboten wie kino.to erlaubt? Wollen wir uns auf die Seite solcher Kriminellen stellen, die Millionengewinne mit einem dubiosen Werbemodell erwirtschaften und die Filmschaffenden um jegliche Bezahlung für deren Leistung betrügen. Wenn dies die Zielrichtung einer bisher nicht näher spezifizierten Änderung des Urheberrechtes ist, wird die Piraten zu Recht keiner mehr ernst nehmen.

    • Paul schrieb am

      Perestroika, bist du naiv :-D
      Die lieben Filmschaffenden sind doch die grössten Diebe am „geistigen Eigentum“. Plagiatsvorwürfe sind an der Tagesordnung und des öfteren erfolgreich eingeklagt worden in der Grössenordnung von sechsstelligen Summen. Zahllose Beispiele (12 Monkeys, Batman, Matrix, Avatar usw) kannst du dir bei Google selbst ‚raus suchen.

      Es gibt nun mal keine geistiges Eigentum, denn eins baut auf dem anderen auf. Und das ist gut so und Voraussetzung für die Weiterentwicklung einer modernen Gesellschaft.

      • Peresotroika schrieb am

        Und deswegen ist es noch lange kein Recht, sich Produkte zu verschaffen, ohne einen angemessenen Gegenwert zu bezahlen. Generationen vor uns haben Geld für Kino, Platten, Videos, DVD’s etc. ausgegeben. Die Existenz des Netzes impliziert nicht, dass auf einmal die Welt zum kostenlosen Selbstbedienungsladen wird. Was Du ansprichst ist die Produzentenseite. Da machen Regularien genauso Sinn wie bei der Consumer Seite, die auf dem Flyer diskutiert wird.

        • Paul schrieb am

          Hallo Perestroika. Danke für deine Diskussionsbeiträge. Damit signalisierst du Engagement und Interesse am politischen Zeitgeschehen in bester Piratenmanier. Ich unterstelle dir ‚mal ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, dass dich zu der Auswahl deiner Argumenten bewegt hat:

          „…Und deswegen ist es noch lange kein Recht, sich Produkte zu verschaffen, ohne einen angemessenen Gegenwert zu bezahlen…“

          Niemand in der Piratenpartei bestreitet das. Es geht lediglich um die Ermittlung dessen, was angemessen und unangemessen ist. Bedenke auch, dass sich „Gegenwert“ nicht auf monetäre Kompensation reduzieren lässt. Unsere Kultur ist bereits zu einem bedenklichen Grad kommerzialisiert und industrialisiert worden. Gigantische Konzerne sind in der Lage, angestellte Künstler, Journalisten und Wissenschaftler zu dominieren und ein Meinungsbild im Sinne ihrer wirtschaftlichen Interessen zu propagieren.

          „…Generationen vor uns haben Geld für Kino, Platten, Videos, DVD’s etc. ausgegeben…“

          Das tut die heutige Generation auch, wenn sie das Produkt für würdig erachtet. Umfragen bestätigen, dass ein guter Film vorzugsweise im Kino erlebt wird, als vor dem Rechner Zuhause. Viele geben an, das sie nur die Filme downloaden, welche sie sowieso nie gekauft hätten, bei gefallen jedoch die DVD erwerben und ihrer Sammlung hinzufügen. Für die Industrie also ein Umsatzplus.

          Am Rande sei noch erwähnt, dass die wenigsten Urheber, die in der Vergangenheit bedeutendes für Kunst und Kultur geleistet haben, ausreichend dafür entlohnt wurden. Sie taten es gerade nicht aus finanziellem Interesse, wofür wir sie noch heute bewundern.

          • Christoph schrieb am

            Hallo Paul, ganz verstehe ich deine Argumente nicht. Ich dachte immer, den Preis bestimmen Angebot und Nachfrage. Was nicht nachgefragt ist, ist billiger, als begehrte Dinge. Insofern bestimmst du den Preis von Dingen mit, wenn du sie kaufst oder eben nicht. Und dass Piraten bereit sind, zu zahlen, wenn sie „Content“ (ich hasse das Wort) für würdig befinden, dass ehrt sie. Nur: Wenn sie ihn nicht für würdig befinden, dann wollen sie ihn nicht, also auch nicht kostenlos. Wo also ist das Problem? Warum muss ich Raubkopien gut finden? Entweder, du findest etwas so gut, dass du es kaufst, oder du lässt es. Weshalb muss man dafür das Urheberrecht ändern?

  9. Revolution2012 schrieb am

    Die Lobby an Schulen…
    Dabei haben die Schüler noch nicht einmal selber eine Lobby (duch z.B. Notenvergabe durch Schüler an Lehrer).

    • Perestroika schrieb am

      Und das ist bei vielen der heutigen Schüler auch gut so.

      • Revolution2012 schrieb am

        Vorurteil! Die Schüler von früher waren nicht „besser“, ANDERS wäre die geeignete Beschreibung.
        Seit einiger Zeit habe ich auf theoretischer Basis ein System entwickelt, das mehr Rechte für Schüler d.h. gleichzeitig auch eine bessere Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern bedeutet. Kommunizieren geht nur, wenn aber die Hirarchien ein wenig abgeflachter sind. Im Moment haben Schüler überhaupt gar nichts zu sagen. Sie lernen mit Macht nicht verantwortungsvoll umzugehen und lernen in der Schule in praktischer Erfahrung, wie Diktatur funktioniert, OBWOHL sie zu demokratisch mündigen Bürgern erzogen werden sollen. Natürlich sollen Lehrer noch genauso viel Autorität wie früher besitzen, aber auch benotet werden.

        Das System, was ich in Erwägung ziehe, ist für Lehrer und Schüler vorteilhaft:

        In einer geheimen, unabhängigen Wahl benoten jeweils alle Schüler über ein Forum die jeweiligen Lehrer, die sie auch im Unterricht haben. Dabei gibt es verschiedene Benotungskategorien wie Durchsetzungsfähigkeit, Kompetenz, sozialpädagogische Fähigkeiten etc. (etwa 5 Kategorien). Die Wahl der jeweiligen Schüler bleibt prinzipiell geheim.
        Die Ergebnisse für die jeweiligen Lehrer ist nur für den jeweiligen Lehrer und evt. seinen Vorgesetzten (also Schulleiter) und evt. eine Kontaktperson (Schulpsychologe) zugänglich. Es herrscht absolute Schweigepflicht unter Androhung von Strafe bei Brechen der Schweigepflicht. Die Kategorien Gesamtnote und die verschiedenen Kategorien sind für die Zugangsberechtigten jederzeit einsehbar. Anschließend gibt es noch Statistiken wie Notenspiegel der Klasse.
        Dadurch lässt sich feststellen, wie eine Klasse tickt. Wenn z.B. 5 Leute dem Lehrer eine 6 gegeben haben und der Rest durchaus gute Noten, lässt sich daraus interpretieren, dass es fünf Chaoten in der Klasse gibt. Andersherum sieht das natürlich ein bisschen andersherum aus. Aber es hängt immer von der Klasse ab, wie die Schüler benoten! Es gibt immer Klassen, wo nur Idioten sind und die einen Lehrer hassen. Das lässt sich leicht bei einem Besuch der Klasse durch den Vorgesetzten oder der Kontaktperson überprüfen.
        Die Aufgabe der Kontaktperson ist es, den jeweiligen Lehrer zu beraten, um Probleme aufdecken zu können. Eventuell lassen sich Pflichttermine für Lehrer einrichten (z.B. einmal im Halbjahr), mit der Kontaktperson die Bewertung zu besprechen.
        Um die Motivation zu steigern, lässt sich evt. eine Liste aufstellen (vermischt und ohne Angabe von Noten), die die 20% der besten Lehrer zeigen. Schließlich werden in meiner Schule auch die besten Schüler gekürt.

        Das System ist noch undiskutiert. Ich will das Thema an dieser Stelle ansprechen, weil meine Idee in Kurzform bei Perestroika Unverständnis hervorgerufen hat. (Danke für den Einwand:-)) Den Text zur Idee wollte ich so oder so noch verfassen.

        Kurz noch einmal etwas zu Lobbyismus. Lobbys setzen immer eigene Interessen durch. Wenn eine Gruppe aber zu etwas gezwungen wird (z.B. Schulpflicht), was im Fall der Schule auch richtig ist, braucht diese Gruppe (Schüler) unbedingt eine Lobby. Dieses Gegengewicht ist in einer Demokratie wichtig, weil es Gewaltenteilung bedeutet. Und Gewaltenteilung sorgt dafür, dass keine Gruppe benachteiligt wird und jeder sich gerecht behandelt fühlt. Nur so kann es zum Dialog und zu Kompromissen kommen. Das fängt in der Schule an!

  10. Der Thomas schrieb am

    Der Versuch von Lobbyverbänden der Rechteverwertungsindustrie auf öffentliche Schulen durch gezielte Falschinformation oder schwammige Formulierungen Ängste zu erzeugen halte ich für eine perfide Strategie.

    Nach meinen Informationen müssen Flyer/Plakate an Schulen von der Schulleitung genehmigt werden. Es wäre also interessant zu wissen, wie viele und welche Schulen das waren, und ob es Fälle von nicht autorisierten Verteilungsaktionen gegeben hat (was durchaus vorstellbar ist).

  11. Christoph schrieb am

    Eine Frage: Wo genau steht in dem Flyer, dass eine Privatkopie verboten ist? Ich kann’s nicht finden, nur dass eine Kopie für den Eigengebrauch sehr wohl erlaubt ist, wenn kein Kopierschutz vorliegt. Dort steht nur, dass man die Privatkopie nicht weiter verteilen darf.

  12. Stefan S. schrieb am

    Ich würde gerne wissen, was denn nun die Haltung der Piratenpartei bzw. der Mehrheit ihrer Mitglieder zum Urheberrecht eigentlich ist. Will man die scheinbar endlose Verwertungskette im Kulturbetrieb bekämpfen, siehe Verlagswesen, Filmverleih, Itunes etc., und den Verbrauchern einen freieren bzw. preislich faireren Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen. Oder will man den einzelnen Künstler bekämpfen bzw. diesen Berufsstand an sich abschaffen, in dem das künstlerische Werk an sich kostenfrei zu sein hat.

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