Handelsblatt macht sich zum Sprachrohr der Verwertungsindustrie – Piratenpartei bedankt sich für massive Wahlwerbung

Bild: Tobias M. Eckrich

In einer Sonderausgabe des Handelsblatt positionieren sich Künstler, Politiker, Wissenschaftler und Lobbyisten unter dem Motto »Mein Kopf gehört mir« gegen die Forderungen der Piratenpartei zum Urheberrecht. Die dort vorgebrachten Anschuldigungen ignorieren dabei mehrheitlich die beschlossenen Programmpunkte der PIRATEN und bedienen sich stattdessen altgedienter Klischees von »Kostenloskultur« und »geistigem Eigentum«.

»Unter den 160 veröffentlichten Stimmen finden sich nur wenige, die tatsächlich Urhebern gehören, wie z. B. Autoren oder anderen Künstlern. Das ist bezeichnend für die Urheberrechtsdebatte: Nur vordergründig werden ›Interessen von Kreativen‹ vertreten. Medienkonzerne, die den Anschluss an die moderne Informationsgesellschaft verpasst haben, wollen um jeden Preis ihre Verwertungsrechte aus der physischen Welt unverändert auf die Netzwelt anwenden und die Urheber weiterhin in restriktive, umfassende und einseitige Vertragsabhängigkeiten zwingen«, kommentiert Musiker, Labelchef und Pirat Bruno Kramm. »Die von uns angestrebten Reformen begrenzen Verwerterrechte, da nach unserer Überzeugung das Urheberrecht in erster Linie den Urhebern und der Allgemeinheit zu dienen hat.«

Bernd Schlömer, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei stellt klar: »Wer die Forderungen der Piratenpartei fälschlicherweise auf ein ›wir wollen alles umsonst‹ reduziert, handelt entweder aus Unwissenheit oder verfolgt eigene Interessen. Ich würde mir wünschen, dass das Handelsblatt seine journalistische Expertise nutzt und einen konstruktiven Dialog mit den Piraten eingeht. Wir stehen diesem jederzeit offen gegenüber, dieser muss aber auch mit den Urhebern geschehen, nicht über sie.«

Flattr this!


Für Kommentare gelten die hier einsehbaren Regeln.

Kommentare

68 Kommentare zu Handelsblatt macht sich zum Sprachrohr der Verwertungsindustrie – Piratenpartei bedankt sich für massive Wahlwerbung

Neuere Kommentare →
  1. P2PMaxx schrieb am

    Steht die Piratenpartei jetzt für die Legalisierung von P2P und Filesharing generell oder nicht? Wenn nein, brauche ich sie auch nicht mehr zu wählen. Dann ist sie seit 2006 aber ganz schön schnell im Establishment angekommen… Wenn ja, dann steht auch endlich dazu und vertretet das offensiv! Ich habe euch bisher immer primär wegen diesem Punkt im Programm gewählt!

    • Urheber schrieb am

      Wer Urheberrechtlich geschützte Inhalte nutzt welche nicht unter einer freien Lizenz stehen sollte der fairness halber dafür zahlen. Oder willst du die Urheber welche diese Inhalte erarbeitet haben verhungern lassen ? Das wäre nämlich ganz schön asozial !

      Und ja ich bin Mitglied der Piratenpartei weil ich gegen ACTA und Zensurbestreubungen der Contentmafia bin. Ich bin aber auch gegen Leute wie dich die sich einfach nur gratis bedienen ohne denjenigen welche die Arbeit dafür geleistet haben den geringsten Respekt zu zollen.

      Wer Filesharing legalisieren will muss auch Vorschläge bringen wie die Urheber dann entlohnt werden sollten, Kulturflatrate ? Kulturwertmark usw ? Aber Komisch, wenn es da Konkret wird stößt man bei den meisten Filesharern wieder auf Ablehnung. Ich bin zwar strikt gegen die VDS, ACTA, Zensur und Überwachung, ich bin gegen Netzsperren und der Meinung das Filehoster und Piratebay legal sind da sie legal genutzt werden können. Bin aber auch der Meinung das Urheber auch im Internetzeitalter das recht auf eine Sichere Existenz und Teilhabe haben.

      • Sozi schrieb am

        Dieser Äusserung stützt sich leider auf den latenten Irrglauben, dass aktuelle System wäre den Urhebern gegenüber gerecht.

        Eigentlich sollte man, wenn man sich wirklich mit der Reformierung des Urheberrechts beschäftigt, auf solche Kommentare verzichten können, da sie ohnehin nur die leeren Worthülsen von Springer und Co. rezitieren.

      • RAL schrieb am

        @ Urheber
        Es gibt doch bereits ein Entlohnungsmodell – die Vergütungspflicht nach §54 UrhG (auch bekannt als „Leermedienabgabe“, betrifft aber auch Geräte wie z.B. Fotokopierer). Die behandelt genau das von Dir angeprangerte Verhalten, die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Inhalten ohne diese unmittelbar bezahlt zu haben. Ich sage bewusst „unmittelbar“, da man durch diese Abgabe eben doch etwas dafür bezahlt:

        § 54 Vergütungspflicht
        (1) Ist nach der Art eines Werkes zu erwarten, dass es nach § 53 Abs. 1 bis 3 vervielfältigt wird, so hat der Urheber des Werkes gegen den Hersteller von Geräten und von Speichermedien, deren Typ allein oder in Verbindung mit anderen Geräten, Speichermedien oder Zubehör zur Vornahme solcher Vervielfältigungen benutzt wird, Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Vergütung.

        Ein Mechanismus zur Entlohnung existiert also bereits. Wenn Urheber trotzdem verhungern ist die Frage daher eigentlich nur, ob die generierten Einnahmen entweder durch die Verwertungsgesellschaften nicht angemessen verteilt werden oder ob diese Einnahmen nicht hoch genug sind um allen Urhebern ein Auskommen zu sichern. Deinen Vorwurf hingegen, es müsse erstmal ein Entlohnungsmodell geschaffen werden, sehe ich nicht als zutreffend an.

        Man kann natürlich diskutieren ob diese Regelung im Einzelnen bzw. das Urheberrecht im Allgemeinen nicht reformiert gehört, aber genau das ist ja die erklärte Absicht der Piratenpartei?

    • ukkonen schrieb am

      @P2PMaxx: Ja, meines Wissens nach steht die Piratenpartei „für die Legalisierung von P2P und Filesharing generell“, da sie eine Reform des Urheberrechts anstrebt, die den Fokus von den Medienkonzernen weg und stattdessen auf die eigentlichen Urheber (d. h. die Künstler) und letztendlich auch die Allgemeinheit richtet, wobei eine „Entkriminalisierung“ von Filesharing allgemein die logische Konsequenz wäre.

    • Niederrheiner schrieb am

      Die Piratenpartei hat niemals für das Filesharing urheberrechtlich geschützter Werke gestanden. P2P im generellen ist erlaubt, solang keine geschützten Werke verbreitet werden. Die Piratenpartei steht und stand für eine Reformierung und Anpassung des Urheberrechts. Das aktuelle Urheberrecht stammt aus einer Zeit in der sich nur die kühnsten Phantasten eine Vernetzung – wie sie heute besteht – vorstellen konnten. Es ist nicht mehr zeitgemäß und bedarf dringend einer Überarbeitung.

      • 110 schrieb am

        „P2P im generellen ist erlaubt, solang keine geschützten Werke verbreitet werden“

        es gibt ja fast nur geschützte werke, über die verbreitung von freien werken bräuchte man ja auch nicht diskutieren.

        die kopie, weitergabe, verbreitung oder aufführung von geschützten werken ist übrigens auch erlaubt, sie bedarf nur der zustimmung des urhebers. der kann damit eine verwertungsgesellschaft beautragen, oder sich selbst drum kümmern.

        dein dritter irrtum ist dann die gleichsetzung von p2p mit den üblichweise öffentlich zugänglichen torrent-trackern oder filehostern, das ist weder im sozialen noch im technischen sinne p2p.

    • CarepTemporem schrieb am

      Lies den Artikel nochmal und denke dann nochmal nach m(

      • Sozi schrieb am

        Bitte lies doch mal den zwei darauf folgenden Programm-Punkte.

    • Spelllord schrieb am

      p2p ist nicht grundsätzlich illegal
      es kommt natürlich darauf an was du damit aber dass ist immer so

      • blob schrieb am

        Unsinn, P2P ist nicht grundsätzlich illegal. Auch heute nicht. Schreib nicht so einen Unsinn, wenn du offensichtlich keine Ahnung hast.

        • Managementofficier schrieb am

          Etlich einet det mal das Maul aufreißt, die Piraten wählt man nicht, weil man seine Spiele und Musik weiterhin aus dem Netz ziehen will. Solche Leute sorgen für das Klischee der Piraten -.-

    • Andreas schrieb am

      P2P und Filesharing sind generell legal. Dafür müssen wir also nicht mehr kämpfen.
      Und wir werden mit Sicherheit auch nicht dafür kämpfen, dass du dir die neusten Kinofilme, Software, Games und Alben kostenlos* herunterladen kannst.
      Das kann nicht das Ziel sein.

      Es kann aber genau so nicht sein, dass das aufnehmen des Radios auf Kassette plötzlich illegal sind, nur weil die Evolution aus dem Radio ein Internetradio und aus der Kassette einen USB-Stick gemacht hat.

      *wobei kostenlos in der aktuellen Situation eh nicht geht, bei den ganzen Abgaben auf alles mögliche

      • Mr.M schrieb am

        „wobei kostenlos in der aktuellen Situation eh nicht geht, bei den ganzen Abgaben auf alles mögliche“

        http://de.wikipedia.org/wiki/Pauschalabgabe

        „Die Pauschalabgabe ersetzt dabei die Bezahlung jeder einzelnen erbrachten Leistung durch eine pauschale Abgeltung, allerdings ohne das Vervielfältigen oder den Gebrauch der Kopien in jedem Fall zu legalisieren.“

        Ja, über die ganzen Abgaben auf die verschiedenen Geräte wird nirgends gesprochen.

        Dabei zahlt ja schon jeder beim Kauf eines Gerätes aus der Liste (siehe Link) abgaben an die Verwerter Industrie. Das könnte ein Ansatz sein, um Urheber zu entlohnen.

      • Arnold Buntin schrieb am

        Ich bin schon etwas älter. Habe noch die Charthits meiner Zeit mit meinem Philipps Casettenrekorder und einem Mikrofon aus dem Radio aufgenommen. Ich weiß welche Qualität dabei herauskommt.
        Die Evolution besteht nicht nur im womit die Aufnahme gefertigt wurde, sondern hauptsächlich im Ergebnis.
        Die Musik von der Casette war etwas zum einmal nebenbei „dudeln“ lassen. Echte Hits wurden damals trotzdem als Single gekauft, um ein vernünftiges Hörerlebnis zu haben, und das trotz Plattenspieler mit Nadel als Tonabnehmer.
        Heutzutage erhält man per Internetradio und USB praktisch ein Original wie von der CD.
        Und wer denn schon die P2P und Filesharing-Diskusion führt wie die Piraten sollte einmal versuchen sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Der Prozentsatz der genutzten P2P- und Filesharingangebote, die denn letztendlich wirklich legal sind, und nicht die Urheberrechte anderer verletzt, der dürfte wohl deutlich unter 10 % liegen.
        Auch die Entkriminalisierung der kino.to-Nutzer ist letztendlich eher eine Amnestie für diejenigen, die genau wussten, dass es eben nicht legal ist sich die neuesten Filme oder Musik umsonst herunterzuladen bzw. an zu sehen/horen
        Den einizigen denen solche Bestrebungen nutzen werden sind solche, die Portale wie kino.to betreiben. Luxusleben, Luxusautos, Luxushäuser, Luxusfrauen und bloß keine Steuern zahlen, geschweige denn die jenigen entlohnen die letztendlich dafür in welcher Form auch immer arbeiten oder Produktionskosten haben.

    • Masin Al-Dujaili schrieb am

      P2P und Filesharing sind schon heute nicht illegal. Illegal ist das Verbreiten urheberrechtlich geschützter Werke, für die man selber keine Verbreitungsrechte hat. Das Herunterladen solcher Werke ist nach aktueller Rechtsauffassung nicht illegal. Es gehört leider zum Prinzip der meisten P2P-Protokolle, dass Dateien, die man herunterlädt, automatisch auch angeboten werden. Daraus lassen sich dann Rechtsverstöße ableiten.

      Ich bin noch kein Pirat, aber meines Wissens tritt die Piratenpartei weiter dafür ein, dass Menschen, die P2P betreiben, nicht kriminalisiert und horrenden Forderungen ausgesetzt werden (Eindämmung des Abmahnunwesens). Das sollte in Deinem Sinne sein.

    • don schrieb am

      Du wählst uns nur, damit du andere bestehlen kannst?
      Ich bin Künstler und solche wie du, können mich mal. Ich komme jetzt zu dir und nehme einfach alles mit, was mir gefällt. Hast ja eh nichts dafür gemacht.
      Wir brauchen Wähler, keine Diebe

      • Guido Schiefer schrieb am

        Ja, träumst du denn ? Ich denke mal 80 % der Wähler wählen euch doch nur, weil sie denken dann müssen sie nie wieder für Musik, Spiele und Fotos zahlen… Die Steigerung der Geiz ist geil Gesellschaft. Armselig ist das. Ich hoffe, der Piratenhype erledigt sich bald…

  2. pcul schrieb am

    Ehrlich gesagt habe ich den Artikel im Handelsblatt für eine Glosse oder einen nicht ganz termingerechten Aprilscherz gehalten.

    Dennoch: Richtigstellung tut not, alleine schon um der Meme willen.

  3. Enno Lenze schrieb am

    P2p und filesharing sind zum Glück heute schon legal :) die Piraten sind weiterhin für die legalisierung der Privatkopie. Guck mal in das Programm :)

  4. antworter schrieb am

    (das folgende ist nach meiner persöhnlichen Meinung und meinem persöhnlichen Wissen geschrieben und muss nicht unbedingt in Übereinstimmung mit dem PP-programm sein)
    Soweit ich weiß, wollen die Piraten das Filesharing auf JEDEN Fall legalisieren, sie meinen mit obigem Artikel bloß, dass die Künstler auch entsprechend Entlohnung für ihre werke bekommen sollen(wobei ich das Modell dafür auch nicht kenne).

  5. x schrieb am

    @p2pmaxx Filesharing und p2p ist generell legal.

    Man kann eventuell ärger bekommen, wenn man Dinge *weitergibt*, für die man keine Rechte besitzt.

    Im Moment kämpft die Industrie dafür, dass Filesharing und p2p generell Illegal wird.

  6. RTFM schrieb am

    @P2PMAxx: lesen bildet, zB Grundsatzprogramm der Piratenpartei
    Deutschland: „Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen
    von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit
    von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle
    Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer
    Gesellschaft dar.“

    • Guido Schiefer schrieb am

      Als würde es um Wissen und Bildung gehen…ist doch lachhaft: es geht nur darum kostenlos Musik, Filme und Fotos abzuzocken !

  7. Pro Kulturflatrate schrieb am

    Und wovon sollten die Musiker dann noch leben wenn P2P Im Internet legalisiert wird ? Ich meine die Idee alles frei tauschen zu können ist sehr schön. Nur leider wenig seriös solange die Piratenpartei nicht erklären kann wie die Urheber entlohnt werden sollen.

    Ein Grund warum ich lieber die Grünen wähle, die treten für die Kulturflatrate ein. Haben also ein klares Konzept wie freier Tausch und Entlohnung der Urheber zusammenkommen können. Wärend die Piratenpartei da bisher außer „Wir wollen alles legalisieren und gratis haben“ nichts zustande gebracht hat.

    Schade, von einer „Internetpartei“ hätte ich mir gerade zum Thema Urheberrecht mehr erwartet !

  8. Shawnee schrieb am

    @P2PMaxx
    Du müsstest wohl als reicher, kinderloser, partnerloser, elternloser, gesunder Mensch in Deutschland sterben können, wenn dass Deine einzige Sorge ist. Ich wünsche mir von der Piratenpartei ein allumfassendes Programm und hoffe, dass sie die Unterstützung und Zeit dazu finden.
    Und was die anderen Parteien vergeigt haben, können die Piraten auch nicht schlechter machen, selbst wenn sie in vielen Dingen den Dreh noch nicht raushaben.
    Wenn sie nur diesen einen Programmpunkt hätten und ernst nähmen, hätten die anderen sie Ruckzuck geentert.

    • Micki schrieb am

      Unabhängig zu bleiben und sich nicht von Maschmeier, den Bauern oder sonstigen Interessensvertretern entern zu lassen ist doch schon was.
      Da Volk hat dich macht und wenn die kopieren wollen, dann haben die auch ein Recht dazu.
      Oder haben jetzt schon die Konzerne die macht??

      • Micki schrieb am

        Noch mal:
        Das Volk hat die Macht und wenn die kopieren wollen, dann haben die auch ein Recht dazu.
        Oder haben jetzt schon die Konzerne die Macht??
        Wer das Volk nicht achtet, der verliert die Macht!

        • Guido Schiefer schrieb am

          Aha und wir Künstler, hören dann eben auf zu arbeiten. Dann könnt euer vollgeschissenes Klopapier kopieren. Seid ihr denn alle so dumm, dass ihr nicht kapiert dass keiner mehr was produziert, wenn er nicht dafür entlohnt wird.
          dann spiel dir doch deine Musik mit der Blockflöte du Nerd.

  9. Pingback: » Ostergeschenk des Handelsblattes: Mein Kopf gehört mir!

  10. LordSnow schrieb am

    Der Kulturgütermarkt wächst und wächst, simultan zur Verbreitung und Nutzung von Tauschbörsen und Streamingportalen. Eine Kulturflatrate „is a non-solution to a non-problem“.

    Viele Grüße
    René

  11. xaboren schrieb am

    @P2PMaxx: Wann war denn P2P und Filesharing jemals illegal. Das austauschen von persöhnlichen Daten ist keine Straftat, daher muss es auch nicht legalisiert werden. Richtig müsste die Frage heißen, ob die Piraten Partei auch für das Tauschen von Urheberrechtsdateien steht und das würde mich auch interessieren. Ich würde euch ja liebend gerne wählen, aber eure Linie ist da noch zu schwammig – es gibt kein eindeutiges Konzept zum Urheberrecht, mal ganz abgesehen davon, dass ihr mir ein bischen zu weit links seit, wie zB. mit der Allgemeinen Schule.

  12. Kristian schrieb am

    Veränderung ist anstrengend. So erscheint mir bei vielen Kommentaren, gerade auch der Kultur-Produzenten, dass ihnen die Angst im Nacken sitzt, die materielle Angst. Verhaftet in altbackenem linear-kausalem Denken haben viele es immer noch nicht gemerkt dass Menschen sich in einem geistigen Strukturwandel befinden. Der Philosoph Jean Gebser (auch Cassierer und Barfield) beschreibt es als ein Wandel von der perspektivischen Anschauung zur a-perspektivischen. Veränderung und Verwandlung sind in jeder Hinsicht dringend erforderlich, können aber nicht von irgendjemandem eingefordert werden sondern brauchen einen Freiraum, der sie zulässt. Doch gerade hier treten die großen Verhinderer auf den Plan, die jede Form von freiem, kreativem (nicht im materiellen Sinne) Denken panikmäßig abblocken. Das betriff genau so gut dass alte statische Bildungssystem. „Schafft die Schulpflicht ab“ (Raimund Pousset) und führt die Bildungspflicht ein.
    Mein Kopf gehört mir – und alles was da herauskommt verkaufen……?

    Oh mein Gott, nicht weiter als angsterfülltes „Geschwafel“. Vom Nutzen der „Kreativität“ ist allenthalben die Rede, doch nirgendwo vom Sinn. Es macht keinen Sinn der Kulturwirtschaft nach dem Mund zu reden. Gerade diese ist es die an der Kultur partizipiert und in Panik gerät. Kreatives Denken (im freien Sinne) ist dort absolut nicht angesagt. Ein veraltetes Bild vom Kunst- und Kulturbegriff steckt den Lobbyisten der Kulturwirtschaft in ihren ganz und gar unkreativen Hirnen. Das „Kreative“ einen „angemessener finanzieller Ausgleich“ brauchen, wie Renate Künast sagt, dem kann ich zustimmen, doch was ist für wen angemessen? Die Kunst- und Kulturschaffenden an der Basis werden zum großen Teil in ihrer kulturtragenden Funktion verbraucht. Die Kulturwirtschaft profitiert in großem Maße am Idealismus (an der Naivität?) der an der Basis schaffenden, ohne irgeneinen Ausgleich.
    Beinahe nirgendwo ist – bei dem von mir gelesenen Aussagen – auch nur der Hauch einer Gesprächbereitschaft zu entdecken. Nach dem Motto: „Bitte nur nicht kreativ denken“. Armseelig.
    Mein Kopf gehört mir – ich denke, neue Wege lassen sich nicht erzwingen, doch ist es dringend angesagt die Perspektiven zu erweitern.

  13. Dennis schrieb am

    @Pro Kulturflatrate: Wenn es um Filesharing geht, hört man immer wieder die Frage: „Wovon sollen die Künstler dann noch leben?“.

    Na, wovon leben sie denn im Moment?
    Musiker sollten von dem leben, von dem sie schon immer gelebt haben: Ihrer Musik. Live auf Konzerten gespielt. YouTube und MP3s sind doch eigentlich nur Werbung für die Künstler. Und in welcher anderen Branche lässt man sich die eigene Werbung auch noch vom potentiellen Kunden bezahlen? Naja, vielleicht bei der Kleidung ;)
    Es gibt für seriöse Musiker genug Einnahmen. Ich habe im Netz und bei YouTube schon so viele interessante Bands entdeckt. Konzerte lassen sich nicht kopieren. Lieb gestaltete CD Boxen auch nur schlecht. Merchandising ist eine super Einnahmequelle, wenn man eine feste Fanbasis hat.
    Und dann müssen natürlich Clubs und Diskotheken dafür zahlen, denn sie haben ja einen kommerziellen Nutzen an der Musik.

    Momentan sollte man sich eher fragen: Wovon sollen Musiker leben, wenn ihre Songs auf iTunes gekauft werden? Wenn die Plattform die meiste Kohle einsackt, die Plattenfirma den größten Rest und der Musiker in der Nahrungskette ganz weit hinten steht und so gut wie gar nichts abbekommt. Ganz legal.

    Und es ist ja nicht so, dass das Filesharing der letzten Jahre irgendwelche tatsächlichen negativen Auswirkungen auf die Musikindustrie hatte. Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, dass es vielen außergewöhnlichen und kreativen, durch Radio und TV nicht beachteten Künstlern eine Chance gegeben hat. Sie groß raus gebracht hat.

    Was mich speziell immer wieder auf die Palme bringt: Internet != Kostenloskultur. GERADE das Internet gibt so vielen Menschen eine Chance, an Geld zu kommen. Ohne angewiesen zu sein auf große Unternehmer. Ohne sich abhängig zu machen. Gerade vor ein paar Tagen habe ich bei einem Crowdfunding Projekt 30€ für ein Buchprojekt gespendet. Weil das Projekt interessant war. Es gibt unglaublich viele Beispiele, in denen so etwas wunderbar funktioniert hat. Aber nein, in der Öffentlichkeit wird das völlig verschwiegen. Es ist ja alles so unglaublich schlecht im Internet. Der Teufel höchstpersönlich scheint in der Leitung zu sitzen.

  14. Pingback: Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt

  15. Mulchi schrieb am

    Ich lache mich gerade schief, wie hier rumgeeiert wird, nur weil P2PMaxx einfach nur DIE konkrete Gretchenfrage stellt. Und statt mit einem klarem „Ja, nach uns dürftest dich totsaugen“ oder „Nein, mit uns sind urheberrechtlich geschützte Downloads nach wie illegal und du musst jederzeit mit Konsequenzen rechnen“ zu antworten, faseln die Piraten zum 100.000 Mal ihr diffuses „Joaaa, wir wollen das Urheberrecht reformieren, das ist ja in der jetzigen Form voll old-school, alle sollen was davon haben, na klaro auch die Künstler, halt so irgendwie“-Gesabbel runter, unter dem sich niemand etwas vorstellen kann.

    Aber Hauptsache alle Leute dumm von der Seite anblöken, die es in ihrer Verunsicherung „einfach nicht verstehen“ und schön in der eigenen Arroganz suhlen. Weiter so!

  16. Pingback: Aufgeschnappt 9.4.2012 | diowlix

  17. stefle schrieb am

    Die Überschrift „Piratenpartei bedankt sich für massive Wahlwerbung“ passt nicht zum Inhalt.

    • Count schrieb am

      Mein lieber Mulchi, jedem der sich auch nur grob mit der Materie auskennt, müsste klar sein, warum diese „Gretchenfrage“ einfach falsch gestellt ist.

      Erstmal waren Downloads von urheberrechtlich geschütztem Material bis zur Urheberrechtsnovelle vor ein paar Jahren eh erlaubt, damals war nur der Upload illegal. Ich nehme an, dass die Piratenpartei ein Zurück zu dieser alten Regelung unterstützt, aber was würde es dir bringen wenn du bei BitTorrent o. ä. beim Download gleichzeitig auch uploadest?

      Dass dagegen eine komplette Legalisierung des Uploads urheberrechtlich geschützten Materials ohne Nutzungsrechte sehr „problematisch“ werden dürfte, ja praktisch nicht umsetzbar ist, das ist dir hoffentlich klar… ja? Du weißt… Mulchi, dazu müsste Deutschland u. a. internationale Verträge kündigen und das geht nicht so einfach.

      Umso mehr man die Privatsphäre im Internet schützt, umso schwerer wird es natürlich, Bagatelldelikte im Internet zu verfolgen. Schau dir z. B. die Schweiz an, „der Upload“ ist da genauso illegal wie hierzulande, nur dürfte er im Augenblick (außer in Extremfällen) de facto ohne Konsequenzen sein. Das Schweizer Bundesgericht hat dem Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Recht gegeben und entschieden, dass es aus Datenschutzgründen Firmen wie Logistep untersagt ist, die IP-Adressen von Filesharern zu sammeln. Wie soll es also möglich sein abzumahnen?

      Also, Mulchi, du musst deine Frage schon etwas präzisieren. Es sollte jedem Menschen, der auch nur etwas Ahnung zu dem Thema hat, klar sein, dass eine komplette Legalisierung von Uploads so gut wie ausgeschlossen ist, es ist aber durchaus möglich, eine Gesetzeslage zu schaffen, die das Verfolgen von Urheberrechtsverletzungen im Internet praktisch unmöglich macht. Frag die Piraten lieber, ob sie sich dafür einsetzen!

  18. Laluna schrieb am

    Ich finde auch, dass die Formulierung „Piratenpartei bedankt sich für die Wahlwerbung“ voll daneben ist. Was soll daran Wahlwerbung sein, wenn sich Teile unseres kreativen Potentials in der Gesellschaft gegen die Piraten wendet. Es wird ja hier viel rumargumentiert, aber kann es nicht sein, dass die Piraten hier offensichtlich auch ein Vermittlungsproblem mit ihren Inhalten haben, wenn sie derartig mißverstanden werden, wie viele hier behaupten? Mir mißfällt auch der Umgang mit der Presse: Dafür dass die Piraten im Austeilen nicht gerade zimperlich sind, irritiert die reichlich mimosenhafte Reaktion auf kritische Presse.

    • Micki schrieb am

      Also die Kreativen leisten nur „la la la la la“. Und wem nützt das? Dem Volk?

  19. Pingback: Piraten auf dem Schießstand « … Kaffee bei mir?

  20. Pingback: Wozu Urheberrecht? (12) – | Froitzheims Wortpresse

  21. Pingback: Piraten setzen sich gegen Promis zur Wehr | News-InfoLine

  22. Pingback: URHEBERRECHT | R-Flex

  23. Pingback: Piraten setzen sich gegen Promis zur Wehr » IT-Nachrichten

  24. Pingback: Piraten setzen sich gegen Promis zur Wehr | @sektory.com

  25. Pingback: Piraten auf dem Schießstand | Blog-Schokolade

Neuere Kommentare →

Es können keine neuen Kommentare mehr abgegeben werden.

Weitere Beiträge: