101 Piraten sagen »Ja zum Urheber«

Piraten <3 UrheberDie von der Piratenpartei angestrebte Reform des Urheberrechts bringt Verwertungsgesellschaften und große Verlagshäuser auf die Barrikaden. In groß angelegten Medienkampagnen setzen sie auf Fehlinformationen über die Ziele und Forderungen der PIRATEN. Erst in der vergangenen Woche sprachen sich so über 100 Medienschaffende – von denen allerdings nur wenige tatsächlich Urheber sind –  im „Handelsblatt“ gegen die Reformpläne der PIRATEN aus. Dabei wurde wieder fälschlicherweise behauptet, die Piratenpartei wolle sämtliche Inhalte kostenlos über das Internet verbreiten, das Urheberrecht abschaffen und die Interessen und die Lebensgrundlage der Künstler ignorieren.

Dem Handelsblatt-Artikel treten nun 101 Piraten entgegen. Unter dem Motto »101 Piraten <3 Urheber« erklären sie, warum kreative Inhalte und werteschaffende Künstler schützenswert sind. »Wir wollen das Urheberrecht nicht abschaffen, sondern reformieren. Aktuell ist dieses nämlich nicht mehr als eine Ansammlung von Verboten und Einschränkungen, die vollkommen an den Lebensrealitäten des Internetzeitalters  vorbeigehen«, erklärt Christian Hufgard, Urheberrechtsexperte der Piratenpartei. »Wir wollen nicht nur das Teilen von kreativen Werken vereinfachen, sondern den Urheber mit mehr Rechten gegenüber der Verwertungsindustrie  ausstatten. Die angestrebten Reformen werden in dem auf dem Bundesparteitag in Offenbach mit überragender Mehrheit verabschiedeten Antragspapier klar dargelegt.«

Bereits im März hatte G+J Entertainment Media angekündigt, in den folgenden Wochen über die verlagseigenen Plattformen Kreative zu Wort kommen zu lassen. Diese könnten sich dort für eine Stärkung des bisherigen Urheberrechts aussprechen. Zum gleichen Zeitpunkt erregten die Musikpiraten mit einem Artikel zur verbesserten Einkommenssituation vieler Künstler öffentliche Aufmerksamkeit. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse. Auf Sven Regeners Brandrede folgten ein offener Brief von 51 Tatort-Autoren, sowie die 100 Stimmen im Handelsblatt. Pirat, Musiker und Labelchef Bruno Kramm hat die wenig überzeugenden Argumente der Contentindustrie in seinen pointierten Beiträgen analysiert und deren Schwachstellen aufgezeigt.

Alle 101 Stellungnahmen sind auf der Webseite der Piratenpartei veröffentlicht.

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Kommentare

97 Kommentare zu 101 Piraten sagen »Ja zum Urheber«

Neuere Kommentare →
  1. Florian Pollok schrieb am

    Wenn ich mir den Kommentar und den Namen hinter Platz 61 ansehe, dann wird mir schlecht. Da ist doch glatt ein Holocaust-Leugner unter den 101 Stellungnahmen. Vielleicht wünscht er sich ein Urheberrecht wie anno dazumal und die Piraten führen uns direkt zurück in die braune Vergangenheit.

    Pfui sage ich, dass 100 weitere Piraten sich nicht scheuen ihre „Statements“ mit einem solchen zu veröffentlichen.

    Hier zwei Aussagen von Thiesen, falls die 100 anderen sich noch nicht mit seiner Person befasst haben sollten:

    „Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, daß diejenigen, die „Auschwitz leugnen“ einfach nur pupertäre spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach – zumindest wenn man objektiv ran geht. –Bodo Thiesen 19:50, 15. Jul 2004″

    „Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland *jede* legitimation, Polen anzugreifen.“

    • Gebratener Affe an Vanillesoße schrieb am

      Hihihi jetzt kommt wieder die Nazikeule raus ;) Das freut mich den was besseres als dämliche Quatsch scheint den Gegnern der Piratenpartei nicht einzufallen hahaha. Nur weiter so, statt inhaltlicher Kritik immer schön unsachlich draufhauen und die Extremismuskeule schwingen. Das ist gut, denn so schaffen wir bei der nächsten Wahl die 10% ganz bestimmt ;)

      • Dirk schrieb am

        Das schlimme ist, daß sich die Piratenpartei tatsächlich davon erschlagen läßt.

      • Meddi Müller schrieb am

        Allemal besser, als so ein infantiler Kommentar! Ihr habt ein echtes Problem mit so manchem Piraten, das disqualifiziert Euch. Man muss Probleme lösen und nicht dümmlich wegreden! Da gibt es nunmal rechtes Gedankengut in Eurer Partei. Kümmert Euch drum und macht nicht auf Arrogant!

        Das geht mir echt auf die Nerven. So lange Ihr das nicht in den Griff bekommt, seid Ihr nicht wählbar. Freiheit hin und her, aber da hört der Spass auf.

        • alex schrieb am

          Genau „Meddi“, und dieses Gedankengut gibt es nicht in der CDU / CSU / SPD … Es gibt wahrscheinlich mehr rechtes Gedankengut an EINEM CSU Stammtisch, als bei den Piraten insgesamt.

    • CorvusCorax schrieb am

      Hab nur ich den Eindruck, oder kämpfen hier die Sockenpuppen mit harten Bandagen?
      Die „braune Käule“ rauszuholen ist doch schon die thermonukleare Phase des (Usenet-)flamewars.
      Da hat wohl jemand Godwins Law nicht gekannt ;)

      Fail!

      • Andreas Herrmann schrieb am

        Vielen Dank für die unverständlichen englisch/amerikanischen Nachäffereien.
        Manche Menschen kommen sich superwichtig vor und merken nicht das sie ferngesteuert sind. Sie haben eine Superausbildung und einen Horizant wie Kindergartenkinder.
        Warum müssen Deutsche in Deutschland mit anderen Deutschen eine Fremdsprache sprechen. Warum sprechen sie in ihrem Vaterland nicht ihre Muttersprachen. Ich bitte um eine für mich verständliche Antwort.
        Andreas

        • CK schrieb am

          Es könnte daran liegen, dass es für die Begriffe „Usenet“ und „Flamewar“ genau so wenig eine vernünftige deutsche Übersetzung gibt wie „Internet-Browser“ mit „Weltnetz-Durchsucher“ übersetzt werden kann.
          Was „Godwins Law“ angeht, so bezeichnet Ersteres einen Nachnamen, den man naturgemäß nicht übersetzt, auch, wenn dies wie bei Godwin möglich ist (wobei „William Schüttelspeers Sommernachtstraum“ auch etwas hätte). Zweiteres wird als Tribut an den Erfinder und als feststehender Begriff ebenfalls natürlich nicht übersetzt. Auch ästethische Gründe mögen gegen einen Deutsch/Englisch-Mix in einem Begriff sprechen. Über „Fail“ kann man streiten, doch gibt es in dem Sinne auch hier keine deutsche Entsprechung.
          Was die deutsche Sprachfplege angeht, bitte hier die offensichtlich gravierende Lücken aufweisende Bildung im Schnelldurchgang nachholen: http://www.youtube.com/watch?v=xAemDwDAZno
          Sollten Sie sich hierdurch immer noch nicht belehren lassen, können Sie sich fast nur noch der NPD anschließen, die allen Ernstes unter den Begriffen „Telefon“ (Griechisch) und „Fax“ (Abkürzung für Faksimile, Latein) das Wort „E-Mail“ durch „EPost“ ersetzt haben, wobei auch hier „Elektrisch“ Griechisch und „Post“ Latein ist. Naja, dass Ignoranz und zum Himmel schreiende Dummheit bei der NPD Grundvorraussetzung für die Aufnahme in die Partei sind, ist wohl jedem klar. Doch sollte man bedenken, dass dies ebenso für Möchtegernverteidiger der deutschen Sprache gilt, die unübersetzbare Begriffe als pöhse Anglizismen aus unseren Sprachgebrauch verbannen wollen. Schließlich ist Deutsch die einzige Herren- äh, will sagen: Weltsprache!
          All right?!?

          • Anonymous schrieb am

            Andreas, ich kann meinem Vorübermittler nur zustimmen. Bitte entferne deinen Gesichtserker aus dem Sprachgebrauch anderer Übernetzstehsegler.

            Außerdem, wenn du ein ausländisches Telephon dein eigen nennst, solltest du es schleunigst gegen einen Teutschen Fernsprecher, äh ich meine Phernsprecher (so schreibt man das doch auf Teutsch) ersetzen.

            Geh einfach wieder zurück zu deiner NPD. Ach nee, da kannst du ja nicht hin, weil die Wörter „national“ und „Partei“ Latein sind und kein Deutsch. Und „demos“ ist Griechisch. Die müssten sich ja in „völkische Volksherrschaftsrichtung Teutschland“ umbenennen, weil sie sonst nicht deutsch wären.

    • Morgenstern schrieb am

      OOh wie schlimm. Da ist auf Platz 61 tatsächlich ein ganz böser Nazi. Da sollten wir doch mal direkt ein Parteiverbot initieren. Denn im Piraten-Ortsverein Buxtehude-Ost-West gibt es jemanden, dessen Großvater war damals in der HJ. Da müssen wir Demokraten aber jetzt energisch einschreiten.
      Zum Glück interessieren solche (ich betone „solche“) Nazikeulen niemanden mehr.

      • Dirk schrieb am

        Der Platz 61 wurde anscheinend tatsächlich ausgetauscht.
        Damit hat die Piratenpartei keine Glaubwürdigkeit mehr.

        • Anonymous schrieb am

          Ich schätze mal, dass die 101 Äußerungen nicht alle einzeln geprüft wurden. Damit trägt die Piratenpartei keinerlei moralische Schuld daran, dass hier ein Holocaustleugner mit drin gelandet ist. Schließlich haftet ein Wirt auch nicht für die Äußerungen, die seine Gäste am STammtisch machen.

          Die Äußerung dann zu löschen, finde ich war aber trotzdem richtig. Ich hätte aber den Platz 61 freigelassen und klargestellt, dass hier Antisemitismus entfernt wurde. Damit die Zahl 101 bleibt, hätte man ja ne Nr. 102 anhängen können.

    • Michael Küsters schrieb am

      Das Schöne an einer Demokratie ist, dass man auch Andersdenkende toleriert und sogar dann Leute *nicht* (ruf)morden muss, wenn sie etwas sagen, mit dem man nicht einverstanden ist.

      Und das Schöne an der Piratenpartei ist, dass sieauch Mitglieder zuläßt, die Dinge anders sehen als die Parteispitze.

      Davon könnten sich mal ein paar „Alteingesessene“ in unserer Politik eine Scheibe abschneiden.

      Aber zurück zur Sache:
      Als einer derjenigen, die viel Herz und Grips investiert haben, um etwas zu erfinden, wofür ich vom Rechteverwerter nur abgedroschene Phrasen, aber keinen Cent bekommen habe, unterstütze ich eine Reform des Urheberrechts zugunsten des Urhebers.
      Übrigens habe ich selbst auch kein Problem damit, Teile meines geistigen Eigentums für Lehrzwecke kostenfrei bereitzustellen.
      Ein viel größeres Problem habe ich mit den „Rechtegeiern“, den Konzernen, die wie die Aasgeier über allem kreisen, was gewinnträchtig sein könnte, um es sich ohne große Investitionen komplett unter die Nägel reißen zu können und dann denjenigen, die es nutzen wollen, direkt mit „oh die armen Kreativen“ und einer Abmahnung zu kommen.

      Es gibt genug Stories von verarmten Künstlern, die Millionenhits geschrieben und produziert haben, aber vom Label mit irgendwelchen Klauseln, Vertröstungen und hahnebüchenen Kostenrechnungen hingehalten wurden.
      Das muss sich ändern!

      • G. Kappmann schrieb am

        Die erwähnten „Stories von verarmten, weil ausgebeuteten Künstlern“ sind alle aus der Englisch/Amerikanischen Kultur. Es ist nämlich dort möglich, klammen Künstlern „Copyright“ ab zu kaufen und dann am moralischen Recht der eigentlichen Erschaffer und Kreativen vorbei zu vermarkten. Das ist beim deutschen Urheberrecht gerade nicht möglich. Ein solcher Vertrag wäre nichtig, weil Urheberschaft in Deutschland per Gesetz nicht verkäuflich ist – sie bleibt für immer (Im Rahmen der Schutzfrist) beim Schöpfer des Werkes!
        Eine große zivilisatorische Errungenschaft, die im Kern auf die Französische Revolution zurück geht. UND DAS WILL MAN IN FRAGE STELLEN?!
        Klar gibt es auch hier Künstler, die schlechte Verträge mit der Industrie machen, aber daran sind sie meist selbst schuld. Wer wirklich einen „Millionenhit“ hat, verarmt hier nicht!
        Das ist nur ein weiteres typisches Lügen-Szenario der Piraten, die das Urheberrecht für ihr Wähler-Klientel verändern wollen, und so tun, als ob es den Künstlern dann besser ginge.
        Man kann die Vertragslaufzeiten der Verlagsverträge neu bedenken. Aber letztlich ist alles durch inter- bzw. multinationale Verträge festgezurrt.
        Das Urheberrecht – auch in seiner jetzigen Form – ist für unsere Künstler und Kultur sehr wichtig.

  2. Basispirat schrieb am

    Natürlich wollen wir Musik und Kultur kostenlos verbreiten! Sonst würden wohl kaum die Legalisierung bzw. Entkriminalisierung von Filesharing fordern… Wer schreibt denn da schon wieder so einen Stuss in der Presseabteilung?

    • Ping schrieb am

      Glaubt Ihr im ernst die Menschen da draussen haben sowenig Medienkompentenz und durchschauen sowas nicht?

  3. Basispirat2 schrieb am

    Wir wollen nicht nur Information und Wissen kostenlos verbreiten, sondern auch Kultur! Filesharing legalisieren ist doch unsere Grundforderung!

    • Perestroika schrieb am

      Also kommt es Euch garnicht auf Veränderung an, sondern nur dass Ihr leistungslos Werte bekommt für die andere gearbeitet haben. Doch eine reine Schmarotzertruppe diese Piraten.

        • Anonymous schrieb am

          …und, wie in diesem Beispiel eindrucksvoll bewiesen: Hirnlos!

      • Michael Küsters schrieb am

        ^ Hier könnte man sich natürlich fragen, ob der Poster für die Nutzung dieser Webplattform bezahlen möchte.

        Oder doch lieber nur etwas zu nutzen, wofür Andere gearbeitet haben, ohne dafür zu bezahlen?

      • Bk schrieb am

        DU schreibst wir wollen keine Veränderungen?
        –> Parteiprogramm
        Leistungslos Werte bekommen? Hallo, wenn du Webseiten wie diese hier benutzt, dann bekommst du genauso leistungslos Werte!
        Im 21 Jahrhundert gibt es nuneinmal die digitalen Möglichkeiten der schnellen digitalen Kopie. Gesetze gegen das Kopieren werden daran rein gar nichts ändern. In ferner Zukunft wird es noch einfacher werden und noch schneller. Diese Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten. Also warum dagegen ANKÄMPFEN?

  4. Strombelberg schrieb am

    Da sind 101 Säcke Reis in China umgefallen……

  5. Marcus schrieb am

    Politikergetue. Sagt doch endlich was ihr wollt und nicht ständig nur was ihr nicht wollt.

    • André Reichelt schrieb am

      Was die Piraten wollen steht doch in dem oben zitierten, von über eintausend Parteimitgliedern abgesegneten Antragspapier Wort für Wort niedergeschrieben.

      • Dirk schrieb am

        Das kann sich aber wieder ändern, wenn die Bild-Zeitung demnächst schreibt, daß die Nazis das auch wollten.

    • jp schrieb am

      Klick doch mal auf den Link mit dem Text „Antragspapier“ und schau dir da das PDF an.

    • Llarian schrieb am

      Haben wir längst. Steht alles im Programm. Merke: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

  6. Michael-M. schrieb am

    Weiter so.Niemals aufgeben.Nach vorne schauen .Wenn man überlegt.Wie klein man als Pirat angefangen hat.Und jetzt schreiben fast alle über die Piraten.Positiv und negativ.
    Positiv ist gut.
    Negativ.Da fällt mir ein Sinnloser spruch ein.(Ich wußte nicht gedacht zunhaben.Das ein gedankenloses denken.Der Gedanken so bedenklich ist).
    Wir können nicht Deutschland ändern(Wir werden sehn)
    .Wir müssen auch nicht die Menschen ändern.Wie müssen nur die Augen der Menschen öffnen.Dann werden Sie (Automatisch ein Piraten werden).
    Michael Mohammed Bettendorf
    Frohe Ostern

  7. Piratenbraut schrieb am

    Liebe Piraten, was sind denn das für jämmerliche Statements von No-Names? Wie wäre es mal mit richtig prominenten Urhebern (Musiker, Autoren, usw.)? DIE gehen nämlich vor allem auf die Barrikaden, weil sie mit Euren „Verbesserungen“ des Urheberrechts ihre Existenzgrundlage verlieren werden! Also heuchelt nicht so rum, sondern steht doch dazu, dass Ihr alles umsonst wollt!

    • Anonymous schrieb am

      Prominente „Künster“ sind genau diese Sozialschmarotzer, die das System für sich ausnutzen.
      Da wird wenigen vom System begünstigten Stümpern der Großteil des Geldes, was nach dem „klitzekleinen“ Anteil der Verwertungsgesellschaften von dem übrig bleibt, was alle Künstler zusammen erwirtschaftet haben, das Geld in den Allerwertesten geblasen, während die wirklichen Wertschöpfer nahezu leer ausgehen.
      Noch einmal zum Verständnis: Ein Künster ist nicht jemand, der Kunst vermartket. Ein Künster ist auch nicht jemand, der Kunst billig recovert (gibt es z.B. in der Musik aktuell eig. Titel ohne „feat.“ oder altbekannter und mind. in dritter Runde wiederverwerteten Melodien?) oder die üblich schlechte Mainstreamplürre fabriziert. Ein Künster ist jemand, der Anspruchsvolles und Neues selbst erschafft. Und genau diese werden vom derzeitigen System stiefmütterlich benachteiligt.

      • Anonymous schrieb am

        Wie gross ist denn der Anteil der Verwertergesellschaften und wie gross der Anteil der Künstler? Welcher Künstler ist denn kein Sozialschmarotzer und welcher schon?nWer genau entscheidet denn, was gut und was schlechte Kunst ist? Der Konsument scheint es ja in deinen Augen nicht zu sein.

        Das wirkliche Problem was dieser, durchaus sinnvolle Diskurs , in sich trägt, sind Leute wie Du, die ohne auch nur den gerigsten Einblick in Materie und Lebensrealität von Künstlern, ganz geschweige von Betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und Co mit pauschalem Gewäsch argumentieren, da sie zwar einen gesunden Sendngsgedanken inne tragen, aber zu faul sind sich wirklich in die Materie einzuarbeiten. Das geht meistens schief.

      • JL schrieb am

        Wo liegt denn bei Ihnen die Demarkationslinie zwischen Sozialschmarotzer und Künstler, zwischen Unterhaltung und Kunst? Sie setzten sich für Kunstschafende ein und sobald einer dieser etwas verdient, wird er zum bösen. Erinnert mich stark an die verbreiteten Phrasen bei denen Undergroundbands zu „kommerziell“ geworden sind. Freuen wir uns doch einfach mal, wenn ein Künstler es scheinbar geschafft hat. Ist eh selten geworden.

        Zum Thema „böse“ Verwerter vs „gute“ Künstler aus dem Brief der 51 Autoren:
        Wer wirklich Kunst erschafft, kann sich (meist) nicht zielführend ums Verwerten kümmern. Die Interessen müssen ganz unterschiedlich liegen, damit jeder auf seinem Feld „geniale“ Leistungen erbringt. Wie in allen anderen Lebensgebieten braucht es Teamarbeit. Ich halte er für ausgewiesen Blödsinn, dass unsere Kulturleistungen niveauvoller werden und Künstler mehr verdienen, wenn Sie sich auch um Produktion, Vertrieb, Marketing, Auftritte, Ausstrahlungen… komplett alleine kümmern. Der Tag hat nur 24 Stunden. Und nicht jeder ist Universalgenie.

        Wie solche Zusammenarbeitsverträge aussehen sollten und wer wie viel vom Kuchen bekommt, muss neu ausgehandelt werden… aber bitte von denen die es betrifft.

      • Anonymous schrieb am

        Als ausgebildeter Mediengestalter, der seit langen Jahren von dem, was er schafft leben muss, habe ich Angst vor solch unqualifizierten Kommentaren und dem, was die Piraten aus dem Urheberrecht machen wollen. Leider hat mir das Lesen bis hier hin gezeigt, dass man hier mit vernünftigen Argumenten gar nicht anfangen braucht. Also lasse ich es. Aber eines kann ich mir nicht verkneifen: 99% von den hier postenden Befürwortern der Aufweichung des Uhrheberrechtes haben 0 Ahnung von der Realität des Schaffens von etwas.

    • Dirk schrieb am

      Scheint mir irgendwie eine es-jedem-rechtmachen-wollen-Partei.
      Auf die paar Künstlerstimmen kommt es nicht an. Sollen die doch auf die Barrikaden gehen!
      Sollen die doch streiken, wenns denen nicht paßt. Tun die aber nicht. Denn dann wird man feststellen, daß wirklich niemand sie braucht!

    • Anonymous schrieb am

      Ne, das geht so nicht. Dann müsste man ja zugeben, dass eben jene an deren Fell man unter dem Deckmantel der „mehr Rechte für Künstler“ Argumentation gerade versucht neu zu verteilen, Selbiges lieber gar nicht abgeben wollen.

      Stattdessen deklariert man in dem Statement dann lieber Meldungen von Sven Regener, Autoren und 101 Künstler als „Argumente der Contentindustrie“ und ist somit fein raus. Schön nach dem Motto: Wir holen uns die ganze Zeit auf unsere Transparenz einen runter, benutzen aber die gleichen verpönten Stilmittel d Meinungsmache, wenn jemand was sagt das uns nicht passt.

    • Micki schrieb am

      Vielleicht sollt man sich andere Vertriebsweg suchen.
      Über die Gerichtliche schiene schafft man sich nur Feinde.
      Die Merkel hat das Gesetz geändert.
      Jetzt bekommt sie die Quittung.
      Das Uhrheberrecht ist so komplizier, dass das keiner mehr durchschaut.
      Fehlt nur noch das einer einen Virus programmiert,
      der illegal downloadet. Der Polizei eine Mail schickt und sich dann löscht.
      Diese Virus wünsche ich Dir.

    • Bk schrieb am

      Wir sind jämmerlich, soso. Wir sind Nonames….
      Ja, ich will Content umsonst und ohne Strafe runterladen können, was nicht heißt, das ich nicht bereit bin dafür zu bezahlen! Aber das checkst du ja nicht.

  8. Anonymous schrieb am

    @Marcus Lese das Antragspapier das oben verlinkt ist und du weist was die Piraten wollen und das sogar sehr detaliert ;-)

    @Basispirat2 ja die Piraten wollen das Filesharing legal bleibt, aber sie wollen auch das die Keativen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden.

    @Florian du weist doch mit Sicherheit das die Piraten gegen Rechts sind und sich auch sehr in diesem Bereich angaschieren, wiso machst du so ein Fass auf?

  9. Dandii schrieb am

    @Marcus Lese das Antragspapier das oben verlinkt ist und du weist was die Piraten wollen und das sogar sehr detaliert ;-)

    @Basispirat2 ja die Piraten wollen das Filesharing legal bleibt, aber sie wollen auch das die Keativen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden.

    @Florian du weist doch mit Sicherheit das die Piraten gegen Rechts sind und sich auch sehr in diesem Bereich angaschieren, wiso machst du so ein Fass auf?

  10. WS schrieb am

    Ich bin nachweislich Urheber. Wenn Ihr Eure Kultur kostenlos verschenken wollt, ist das mir egal. Meine Arbeit verschenke ich nicht. Ich wünsche Ech, dass Eure Diplom- und Doktorarbeiten abgekupfert und verschenkt werden. Wer regt sich gegen Produktpiraterie in China auf, wenn die Piraten im eigenen Land die künstlerischen Werte verschenken wollen. Primitiver Populismus, darauf kann man keine seriöse Politik aufbauen.

    • Ben schrieb am

      Meine und viele andere Diplomarbeiten gibt es online oder als Veröffentlichungen. So funktioniert Wissenschaft. Schlag mal Open-Access nach.

    • Micki schrieb am

      Wenn man mit etwas keine Geld verdient, dann darf man es kopieren. So war es früher.
      Merkel hat alles auf den Kopf gestellt und keiner weiß mehr was Sache ist.
      Den kleinen Mann sollte man nicht abzocken.
      Es reicht ja wenn etwas im gewerblichen Bereich geschützt ist.

  11. Pingback: » Ostergeschenk des Handelsblattes: Mein Kopf gehört mir!

  12. Florian Pollok schrieb am

    Naja, wenigstens wurde die Zensur nun unterlassen… Fehlt nur noch die Erklärung, dass Thiesen ausgetauscht wurde, weil …

    • Ben schrieb am

      Vermutlich wurde er einfach übersehen, so planlos wie der Ablauf des Pads war.

      • Maggus schrieb am

        Ich glaube planlos, wie im vorigen Post, trifft es im Allgemeinen und Besonderen ganz gut…

  13. Florian Pollok schrieb am

    Selbst die Twittermeldung

    >> Vielen Dank für die Hinweise auf unseren #fail bei den 101-Piraten. Problem erkannt, Statement ausgetauscht. http://t.co/61DxWZJt <<

    kann man auf der Piratenseite screenshoten. Ich würde gerne wissen, weshalb es nun daz kam, dass das Problem erkannt wurde und was genau die Partei dabei als problem sieht. Ich begrüße zwar die Entfernung des Statements des Holocaust-Leugners, die Art und Weise hätte allerdings auch so erfolgen können, dass man sich seitens der Partei dazu bekennt eine Aussage einer solchen Person nicht weiterhin veröffentlichen zu wollen…

    • Gebratener Affe an Vanillesoße schrieb am

      Man kann die Aussagen von solchen Rechten Spinnern wie Thiesen zurecht scharf kritisieren. Aber wenn diese sich zu einem anderen Thema äußern das mit dem Rechten Unsinn nichts zu tun hat dann könnte man ihre Meinung doch aktzeptieren oder nicht ?

      • Dirk schrieb am

        Ich will zuerst mal wissen, was Thiesen überhaupt geschrieben hat.
        Dann kann man es gern scharf kritisieren. Aber nicht zensieren!
        .
        Unsinn kann man immer argumentativ widerlegen. Dazu bedarf es keiner Zensur.

  14. Balduinbandwurm schrieb am

    Eine Antwort oder einen konkreten Vorschlag vermisse ich. Auch der Link zum „Urheberrechtsexperten“ ist ziemlich sinnlos. Da werden die Probleme aufgezählt und immerhin erkannt, dass die Urheber keineswegs nur steinreiche Künstler sind, sondern größtenteils um ihre Existenz kämpfen müssen…
    Dabei ist die Sache so einfach wie simpel: Alles was nicht bezahlt wird, kommt nicht bei den Urhebern an.

  15. L. B. schrieb am

    Mein Vorschlag:
    „Urheberrecht“, GEMA und Künstlersozialkasse bedingungslos abschaffen und dafür bedingungsloses Grundeinkomen für jedermann in Form „differenzierten Geldes“ (ein Teil Nahrungsmittel-/Obdach-/Medizin-gebunden, ein Teil frei verfügbar) einführen.
    Wirtschaftlich ist dies weltweit (!) realisierbar. (Welt-Bruttosozialprodukt : Weltbevölkerung = ca. 520,- $ pro Kopf und Monat. Ein grober, lediglich größenordnungsmäßiger Richtwert! Jedoch: Wer mehr hat, solange andere weniger haben, ist verdächtig per se!)

    Alles andere ist lediglich die Fortschreibung jenes antiken pharaonisch/griechisch/römischen, stets auf nichts anderem als auf klinisch krankhafter Habsucht und Widernatürlichkeit fußenden Imperialrechtes, das seit fünf Jahrtausenden immer wieder Ursache für alle Arten von Konflikten, Reibungsverlusten, zügellosestem Mord und Totschlag (vielfach als „Krieg“ verharmlost) und unsagbarem Leid ist.

    Urheberrecht ist schon rein sprachlich glatter Betrug, denn es gibt – außer vielleicht einem Schöpfergotte ;-) – keine UR-Heber. Jede geistige Leistung fußt auf Vorgängern und von ANDEREN geschaffenen Basisbedingungen! Der Begriff nutzt die Gutmütigkeit all jener aus, die nicht selber in egozentrischer Weise, sondern menschengemäßer tätig sein wollen.
    Wendete man das Urheberrecht so konsequent und allumfassend an, wie die paranoiden Verfechter dieses Artefaktes immer wieder anstreben, dann käme die menschliche und gesellschaftliche Kommunikation (und damit das menschliche Leben selbst) in kürzester Zeit völlig zum Erliegen (teilweise erleben wir es ja leider schon so – besonders seit der Nazizeit und dem seither herrscheden, selbst die besten gesellschaftlichen Entwicklungen zu einer Hölle pervertierenden Zynismus der „Rechtspflege“), denn es ist nicht einzusehen, warum die Worte und Gedankenprodukte des einen Geld wert sein sollen und die des anderen nicht! Das ganze Modell des „Geistigen Eigentums“ beruht also nur darauf, daß sich die einen um des vermeintlich lieben Friedens willen, der unglaublichen Dreistigkeit der anderen merh und mehr beugen – bis sie wieder in der Sklaverei angekommen sind. Denn forderten alle das gleiche Recht (auch für geistige Tätigkeit!), müßte für jeden gesprochenen Satz, für jeden Handgriff Geld fließen. Wie sollte das wohl gehen … ?
    Es geht also nicht an, daß vergleichsweise nur eine kleine „Elite“ besonders Habsüchtiger bestimmen kann, was etwas „Wert“ ist und was nicht. Wobei sich das Problem von ganz allein lösen wird: Wer für seine Geistestätigkeit Privilegien verlangt, sollte einfach boykottiert werden wie ein Bäcker, der versucht, seinen Kunden vorzuschreiben, wie und wann sie seine Semmeln zu essen haben. Er treibt sich mit seinen unangemessenen Forderungen selbst in die Isolation, denn JEDER Mensch hat die Fähigkeit zu geistig produktiver Tätigkeit – Leute mit sachlich falschen Forderungen sind also grundsätzlich entbehrlich, weil jederzeit ersetzbar.
    Die Unkalkulierbarkeit geistiger Prozesse macht geistige Leistungen und deren Ergebnisse überdies prinzipiell und von Grund auf untauglich, als (Markt-) Ware behandelt zu werden.
    Es gibt im Bereiche geistiger Arbeit keinen „Markt“, weil das Ergebnis geistiger Arbeit immer ein unberechenbares, eben „unkalkulierbares“ ist: Der Erfolg kann noch viel weniger zeitlich vorausbestimmt und garantiert werden, als im materiellen Bereich, wo die Naturgesetze doch wenigstens eine kleine Verläßlichkeit bezüglich vorausplanbarer, absehbarer Erfolge bieten.
    Und: Wie sollte denn „geistiges Eigentum“ bewertet werden? Es ist unmöglich! Zwei Maler malen je ein Bild: Der eine arbeitet Jahre daran, der andere nur fünf Minuten – wie sollte man diese beiden nun bezahlen???
    Es ist klar:
    Auf der Basis unserer auch heute noch überaus engstirnigen Betriebswirtschaft, die mit riesigen Scheuklappen ausgestattet, heute noch einen Rüstungskonzern mit Milliardeneinnahmen (der mit seiner Produktion unermeßliche Schäden generiert!) für „erfolgreicher“ und damit „höher bewertbar“ hält, als ein ständig in den roten Zahlen arbeitendes Krankenhaus, sind keine vernünftigen Lösungen möglich.

    Wer „ändern“, Mißstände beseitigen will, muß an die Wurzeln unserer Misere:
    Nicht tagespolitische Fährnisse sind die Ursache der uns zugrunderichtenden, zahllosen Mißstände in unserer Gesellschaft, sondern uralte kulturelle (geistig – ethische) Defizite und das merkwürdige Unvermögen der Gesunden, Anständigen und Rechtschaffenen, gegen in jeder Generation wieder aufs neue auftauchende, Paranoide, Machtwahnsinnige, Habsüchtige, Gewaltfetischisten, Egomanen und krankhaft Intrigante mit der gebotenen Härte und Konsequenz vorzugehen, wo sich herausstellt, daß deren Gewaltbereitschaft und/oder Intriganz sie taub gegenüber Vernunftargumenten macht.

    Das Postulat eines wie auch immer gearteten Privileges (sei es auch in Form eines Gewaltmonopols!), ist nicht nur kybernetischer Schwachsinn, sondern darüberhinaus ethisch unvertretbar und mit den Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, von Gerechtigkeit und Rechtssicherheit, Risikoausgleich, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie schlichtweg unvereinbar.
    Dies sei vor allem jenen Kräften ins Stammbuch geschrieben, die sich seit einigen Jahren anschicken, mit allerlei (Europa-) Tricks und mit Salamitaktik das Prinzip der Gewaltenteilung zu unterminieren, statt weiterzuentwickeln! (Eine interessante Parallele der Entwicklungen zum Bereich des sich immer weiter verschärfenden Urheberrechtes und anderer Privilegien – die Gefahr des Totalitarismus ist auch heute noch eine durchaus reale)

    Einseitige Rechtsprivilegien waren und sind – die Geschichte beweist es – stets die Bausteine des Totalitarismus und deshalb in einer moderen Gesellschaft mittlerweile schlichtweg undiskutabel, auch wenn es den in JEDER Generation zu findenden, ewig Gestrigen schwerfällt, sich von ihrem Wahn zu trennen.

    L. B.

    Dipl. Dirigent, Komponist, Autor, Bildner

  16. René Fabian schrieb am

    Mozart, hatte keinen Porsche,

    Brahms, auch nicht,

    Leonardo da Vinci hat sein Brot damit verdient Auftragsarbeiten auszuführen.

    Bushido singt was auch immer, und versucht durch offene Verwertung (tolles Wort) und pseudo rechtliches vorgehen Geld zuverdienen. (nur ein Beispiel.)

    Es gibt genügend Beispiele für eine Künstlerische Lebensweise die erfolgreich oder auch nicht sein kann. Van Goch ist völlig verarmt verstorben, hat sein leben aber für die Kunst und seine Werke genutzt.

    Ich kann durchaus verstehen das Systeme die durch die Verwertung (der Kunst anderer) ihre Daseinsberechtigung erlangen. Über neue Wege die Künstlerische Werke heute gehen, erbost sind. Aber nun meckert mal nicht so viel über die GEMA, die ist nur für Komponisten und Texter zuständig. Es gibt andere, die dort wo sie dürfen, viel tiefer in die Tasche eines anderen greifen. Ein Bespiel ist die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) oder die Abmahnanwälte die nichts selbst erschaffen, sondern nur das was andere geschaffen haben ob nun gut oder schlecht, verwerten und Ihren Vorteil daraus ziehen.

    Hier muss man ansetzen, hier muss der Kuppelei und dem Kasten denken der Rechtliche Hintergrund entzogen werden.

    Zum anderen wenn man sich dazu entschließt, sein leben der Kunst zu widmen ist das jedes Menschen eigene Entscheidung. Wie derjenige seinen Lebensunterhalt verdient, ist aber nun nicht meine. Ich denke nicht, dass wir die Gesellschaft wie sie sich seit Jahrhunderten entwickelt hat, so schnell ändern können.
    Aber ich denke man kann Einfluss darauf nehmen, wie sie sich zukünftig entwickelt.

    Es gibt genügend Möglichkeiten für Künstler, wenn sie den welche sind, mit Ihrer Kunst Geld zu verdienen. Musiker können Konzerte geben. Maler Bilder verkaufen. u.s.w. Das was sich ändern wird ist die menge die man verdienen kann. Denke ich.

    Zum Thema Mindesteinkommen, nun ja ich denke das hat Zwei Programmatische Steine die im Weg liegen, das eine ist das wir so etwas ja irgendwie schon haben nennt sich nur anders. (HARZ IV) das andere ist die recht starke Ausrichtung am Kommunismus und den hatte ich schon mal, brauch ich nicht!
    Nicht falsch verstehen, ich bin auf jeden fall für eine gerechte Bezahlung für ordentliche Arbeit.
    Aber ich möchte nicht das jemand, 2 mal am tag, auf seine Klampfe zeigt dafür 500 Euro bekommt. Und jemand der morgens um 5 Uhr aus dem Haus geht und abends um 20Uhr von seinem zweit Job zurückkommt insgesamt 400 Euro bekommt.

  17. Sors Teiger schrieb am

    Das Patentrecht müsste modernisiert werden es darf keine Patente auf Biologisch oder Chemische Verbindungen geben die in der Natur vorhanden sind.
    Das Geistige und Kretatiefe Eigentum sollte geschützt werden. Kretatiefe Beziehungsweise Geistige Eigentum dürfen nicht da zu genutzt werden sich einen
    vorteil jeder Art zu verschaffen.

  18. Tom schrieb am

    Nun, unsere Großeltern haben uns immer davor gewarnt „Künschtler“ zu werden, es sei schließlich ein brotloses Gewerbe. So mancher halbwegs bekannter Maler bekommt locker 25.000 Euro und mehr für ein einziges Bild. Aber auch nur weil es von IHM ist. Ob das gerechtfertigt ist eine so hohe Summe für ein einziges Bild zu erhalten mag ich nicht beurteilen. Ich kann als Künstler jedoch auch nicht erwarten, dass alle meine Kunst so toll finden, dass sie mir sie aus den Händen reißen. Wenn ich als Handwerker sagen wir mal Möbel herstelle, mache ich das auch nicht einfach so auf Verdacht, dass jeder eines meiner Möbelstücke haben will. Auch Künstler sind Handwerker, eben welche die ein Handwerk mit einer besonderen Kunstfertigkeit ausüben können und so etwas schaffen, das (mehr oder weniger) einzigartig ist. Einfach irgendetwas beliebiges zu schaffen ohne das man darin eine Kunst finden könnte machen schon sehr viele. Viele von denen erkennen leider selber nicht einmal die Kunstlosigkeit ihres Tuns, sind aber fest vom Gegenteil überzeugt. Sie produzieren und produzieren und am Ende will es doch niemand haben. Sie „fischen im Trüben“, immer in der Hoffnung den großen Durchbruch zu erleben. Aber genau diese „Versager“ sind es dann, die darüber klagen dass sie nichts mit ihrer Kunst verdienen können. Hätten sie doch was vernünftiges gelernt.

    • art12 schrieb am

      Wenn die Arbeit der Künstler in Euren Augen nichts Wert ist, wenn die Künstler die keinen wirtschaftlichen Erfolg haben „Versager“ sind, warum wollt Ihr deren Werke dann unbedingt umsonst haben und nutzen?

      • Anonymous schrieb am

        Unter anderem, weil wir die Künster schon zur Genüge bezahlt haben.
        Anteilig an CD-, DVD und BD-Brennern, deren Rohlingen, Druckern, Kasettenrecordern, Papier, Kopierern usw. Sogar für Player, deren Entschlüsselungszertifikate der Endkunde bezahlt. Dies gilt sowohl für Hardware als auch für Software. Ach ja. Und dann wäre da noch die GEZ für alles, was die ÖR senden (also fast alles) und Konstrukte wie die GEMA-Vermutung, die selbst ein Ladengeschäft, das nur CC-Musik spielt, zur Kasse bittet.
        Das Problem ist, dass sich viele Taugenichtse als Rechtfertigung für ihre Existenz „Künstler“ nennen, weil sie einfach nichts zustande bekommen, erst recht nicht Kunst.
        Es wird täglich millionenfach vorgemacht, in Staaten wie Brasilien sogar als die Regel: Mit einer Kostenloskultur kann man tierisch Kohle verdienen. Mit Linux beispielsweise werden Milliardenumsätze gemacht. Zwar nicht mit dem Bezug der Software, aber mit Schulungen, der Einrichtung und durch Spenden. Mojang hat mit Minecraft ein Spiel geschaffen, welches technisch höchst billig ist, das „Raubkopieren“ sowohl beim Client als auch beim Server direkt unterstützt und dennoch haben sie mehrere Milliarden eingenommen.
        Dass die Künster wissen, dass ihr Dreck heute nichts wert ist, sieht man zuletzt daran, dass sie sich von Lobbyisten vertreten lassen, die Schandmähler im deutschen Recht wie die Urheberrechtsabgaben auf alles, was auch nur im Entferntesten als Kopieren erinnert, trotz der nahezu allumfassenden und schwer geahndeten Kopier-Verbote oder die GEMA-Vermutung durchsetzten. Sie können ihren Schund nicht auf rechtschaffende Weise verkaufen, also versuchen sie es auf verwerfliche. Und schaden dabei den echten Künstlern, die entweder in die Monopole gezwungen werden und dann mit Centbeträgen abgespeist werden oder gar für ihre ungeschützte Musik GEMA zahlen müssen wegen der GEMA-Vermutung und ebenfalls wegen der GEMA-Vermutung unlizensiert gespielt werden dürfen.
        Noch einmal als Denkanstoß: Lombardi ist kein Künstler, sondern eine nachahmende 08/15-Eintagsfliege. Mozart hingegen war ein Künster. Und nun rate mal, zu wessen Lebzeit es das derzeitige Urheberrecht gab!

      • Micki schrieb am

        Viele Künstler nagen nicht am Hungertuche.
        Produktiver ist es aber ein Haus zu bauen oder sich neue Nutzung der Energie auszudenken.
        Mit la la la Geld verdienen dass sollte keiner.

        • Berufsmusiker schrieb am

          Alle Künstler sind „Taugenichtse“?
          Kann nicht Dein Ernst sein, die Diskussion auf dieses Niveau runterziehen zu wollen.
          Wenn das wirklich überwiegend Schund ist, warum wollen dann die Piraten und ihre Klientel das alles kostenlos konsumieren?
          Lasst es doch und macht Eure Musik, Filme, Spiele, Software usw. selbst, ohne parasitenhaft die Leistung Anderer auszubeuten!

  19. Maik schrieb am

    Bis auf den Punkt 37 finde ich die Forderungen sehr vernünftig.

    Zum einen fehlt bei Punkt 37 die Definition was „rechtmäßig hergestellten Kopien“ sind, zum anderen bedeutet dieser Punkt praktisch eine komplette Enteignung der Urheber (zumindest von digital verfügbaren Werken).

    Ich glaube auch nicht das, wenn Tauschbörsen legalisiert werden, dann noch allzu viele Originale verkauft werden würden. Immerhin besteht dann praktisch keine Notwendigkeit mehr dazu (ist ja „legal“). Über diesen Punkt sollte man meiner Meinung nach noch einmal nachdenken.

    Die aktuelle Praxis sollte zwar an die aktuelle „Lebensrealität“ angepasst werden, aber nicht mit einem so allgemein gehaltenen Freibrief zum Kopieren…

    • Ben schrieb am

      Wem Musik etwas Wert ist, der kauft die CD oder andere Medien, egal ob er’s kostenlos runterladen kann oder nicht. Bin ich fest davon überzeugt.

      • Ole schrieb am

        Deine Überzeugung versus den Fakt, dass die Umsätze durch Musikverkauf seit der massiven Verbreitung des Internets um mehr als 45% eingebrochen sind. Leider stimmt die Theorie gerade im Bezug auf die herranwachsenden Generationen so gar nicht, wie die Musikmarktstudie der GfK jedes Jahr auf’s neue belegt.

        • Voll schrieb am

          Die Film- und Musikindustrie war doch schon immer zu teuer für die Leistung die sie erbringen. Ich seh in dem Rückgang eher eine Normalisierung der Gleichung von „Leistung = Wert“. Was die Musik- und Filmindustrie schon immer konnte war mit möglichst wenig Einsatz viel Geld zu machen. Du würdest für einen Fehnseher der einen Produktionswert von 400€ besitzt sicher auch keine 4000€ bezahlen wollen. Die Film- und Musikindustrie hat sich in der Vergangenheit aber ganz gerne die eigene Gleichung gesetzt „Leistung = Wert * X“. Und es ist keine seltenheit das der Faktor X mal gerne 10 betragen darf.

  20. Pia schrieb am

    Liebe Piraten.
    Hier nochmal eine Kopie eine Beitrags von oben:

    „Auf die paar Künstlerstimmen kommt es nicht an. Sollen die doch auf die Barrikaden gehen!
    Sollen die doch streiken, wenns denen nicht paßt. Tun die aber nicht. Denn dann wird man feststellen, daß wirklich niemand sie braucht!“

    So lange Ihr solche Knallköpfe in Eurer PArtei nicht zum Schweigen bringt, kann man Regener zur zustimmen: Eine Gesellschaft, der ihre Künstler nichts wert sind ist selber nichts wert.

    • Llarian schrieb am

      FYI: Man muß nicht in der Partei sein, um hier zu posten. Aus Deinem Wortlaut (Ihr, Eurer Partei) entnehme ich, daß Du selbst kein Mitglied bist, es Dir also bekannt sein müßte – schließlich postest Du auch. Warum also nimmst Du automatisch an, daß der Poster, den Du zitierst, nicht nur Pirat ist, sondern seine Meinung auch noch das offizielle Statement der Piraten ist?
      Im Übrigen finden wir nicht, daß irgendjemand „zum Schweigen gebracht“ werden muß – deshalb darf hier jeder seine Meinung äußern, egal, wie sie aussieht. Das ist Demokratie. Wir halten es da mit Evelyn Beatrice Hall: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“ (Oft fälschlich Voltaire zugeschrieben).

  21. Keine Angaben schrieb am

    Ist die 101-Piraten-Aktion eine Schnellschussreaktion?

    Außer „wir wollen die Urheber möglichst direkt und ausreichend vergüten“, geben die Aussagen und auch der verlinkte Antrag wenig her. Gibt es auch konkrete Vorschläge wie ein neues Modell aussehen könnte?

    Kulturflatrate?
    Bruno Kramm schreibt an Renate Künast, dass eine Kulturflatrate für die Piraten aus Gründen des Datenschutzes nicht machbar sei. Ist das die offizielle Meinung der Piraten (ich nehme das mal, weil der Blogpost hier verlinkt ist)?

  22. Keine Angaben schrieb am

    Nehmt bitte das Urheberrecht nicht so wichtig – es gibt deutlich wichtigere Dinge!

  23. David Richter schrieb am

    „…sondern den Urheber mit mehr Rechten gegenüber der Verwertungsindustrie ausstatten.“

    Die „Verwertungsindustrie“ ist für mich als Illustrator nicht mein Gegner sondern mein Partner.
    Wie kommt die Piratenpartei darauf dass ich von ihr gausgebeutet werde?

    Abzüglich von ca 7% glaub ich für Verwaltung, fliesst das Geld der Bildkunst Verwertungsgesellschaft an die Werkschaffenden.

    Ich bin froh dass es die Verwertungsgesellschaft gibt, denn ich habe nicht die Zeit und das Geld um täglich zu schauen welches Unternehmen unrechtmäßig meine Bilder verwendet und dann einen Anwalt einzuschalten.

    Und nein, ich bin kein Bezahlschreiber der Contentmafia, auch wenn ich euch das natürlich nicht beweisen kann.

  24. anonymous schrieb am

    Ich bin selbst Künstler und es ist einfach nur empörend, wie die Massenmedien das Bild vermitteln wollen, „die Künstler“ seien alle Verfechter des „geistigen Eigentums“ und Gegner der freien Kultur sowie des Technolibertarismus.
    Es gibt viele neue interessante Konzepte für Künstler, die sich nicht mehr von den Labeln und den monströsen Verwertungsindustrien auspressen, unterdrücken, ja nach deren Logik „geistig enteignen“ lassen wollen. Wie viele – vor allem independent – Musiker sind z.B. stille GEMA-Feinde, aber systembedingt auf diese angewiesen, damit man überhaupt Chancen bei Radiosendern hat?
    Wie viele Musiker sehen sich ihren eigenen Labels ausgesetzt, haben irrsinnige Lizenzstreitigkeiten mit ihnen.
    Entsprechend sind genau diese Konzerne bei einer Reformation des Urheberrechts auch die Verlierer, nicht etwa der Künstler – wie viele annehmen. Es ist ja auch nicht so, als ob die Leistung der Künstler nicht entlohnt werden sollte (wie das von den „Vertretern der Urheber“ in den Medien häufig unterstellt wird). Ob werbefinanzierte Portale oder Kulturflatrate (diese Art von Pauschalabgaben gibt es ja teilweise schon – vergleiche die Möglichkeiten des Aufnehmens auf Kassette und der Tausch dieser Musik auf Schulhöfen, damals hat man sich ebenfalls auf Pauschalabgaben geeinigt) etc., es gilt, Monopolen auf Wissen, Kultur, Information sowie deren Verknappung den Kampf anzusagen.

    „Hätte Rom die Macht gehabt, jedermann zu ernähren, ohne dass daraus weitere Kosten als die entstanden wären, die für Cäsars eigene Tafel zu zahlen waren, hätte man Cäsar mit Gewalt verjagt, wenn noch irgend jemand hätte verhungern müssen. Das bürgerliche System des Eigentums verlangt jedoch, Wissen und Kultur nach Maßgabe der Zahlungsfähigkeit zu rationieren.“
    Zitat von Eben Moglen

    Das alte Konzept hat bei den traditionellen Tonträgern Sinn gemacht, aber doch nicht mehr im digitalen Zeitalter! Und die Vorstellung von „geistiges Eigentum“ als stehlbare Ware, die sich nicht beliebig ohne Mehrkosten reproduzieren ließe, sollte endlich mal als Märchen erkannt werden. Stattdessen betrachte die Leistung des Künstlers.

    • Micki schrieb am

      Wenn die Deutschen auf der Autobahn schnell fahren wollen, dann kann da keiner was machen.
      Wenn die Deutschen im Internet frei Surfen wollen, dann muss das jeder akzeptieren.

  25. Alexander Kramer schrieb am

    Ganz ehrlich. Zu manchen Themen sollte man einfach die Kommentarfunktion schließen. Es ist erbärmlich wie viele Personen sich hier ungebremst auslassen. Die Kommentare sind vollgepackt mit Blödsinn, Kindergartengewäsch, Unwahrheiten und Halbwissen. Vielleicht sollte sich der ein oder andere noch einmal Zeit nehmen und sich A: den Artikel noch einmal durchlesen und B: aus offiziellen Quellen Infomaterial besorgen. Und dann noch einmal überlegen ob das eigene Niveau nicht doch zu tief sitzt.

    Wenn man sich als Normal-Bürger (da zähle ich mich selbst dazu) die Kommentare bei den Piraten durchliest, fängt man an sich fremd zu schämen. Ich schäme mich über so viel Dummheit in unserem Land. So viel Ignoranz und Desinteresse. Da schlimme daran: Nicht ich sollte mich für Euch schämen – ihr solltest selbst anfangen euch zu schämen.

    Wenn jemanden die Stellungnahme der Piraten nicht passt der hätte vor Monaten schon seine eigene Meinung einbringen können – nein – kann es auch jetzt noch. Aber die Fähigkeit zur Konstruktivität ist den meisten ja wohl nicht gegönnt. Da wird in alter Manier gekeift, gezickt, getrollt.

    Es ist INDISKUTABEL und sollte SELBSTVERSTÄNDLICH sein, dass es NOTWENDIG ist das Urheberrecht grundlegend zu überarbeiten und auch im Interesse der Nutzer auszulegen. Wer hier als „Künstler“ Angst um seine Existenz hat der macht sowieso schon was falsch. Denjenigen kann und will ich nicht ernst nehmen. Es gibt genügend exemplarische Beispiele, dass „open“ funktioniert. Und ich spreche aus Erfahrung!

    Und was nun noch am schlimmsten ist. Diejenigen die sowieso auf einem vernünftigen Level sind stimmen mir nickend zu – diejenigen die ich erreichen will lesen das vermutlich nicht einmal.

    – Level Up sag ich nur

  26. Pingback: PirateFeed

    • CK schrieb am

      Was haben Persönlichkeitsrechte wie informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre sowie deren Durchsetzung und Ahnung denn bitte mit dem Urheberrecht zu tun?
      Ah, verstehe: Wolkenkratzer, Fußmassage, Mikrofonständer… alles das selbe!

  27. ein musiker schrieb am

    ich bin musiker und mache musik, die leute hören wollen. warum sollen sie diese musik umsonst bekommen?

    • Sylvia schrieb am

      Die Frage ist doch nicht, wieso sollten sie sie umsonst bekommen, sondern wieso sind sie nicht bereit dafür zu bezahlen?

      Kostenlos bekommen sie die Musik, weil sie sie von Freunden haben, die die CD gekauft haben oder weil sie im Zweifel jemand (oder du selbst z.B. bei youtube) online stellt und hier eine lückenlose Entfernung aus dem Netz massive Eingriffe in die Infrastruktur bedeutet, die wir ablehnen.
      Die Frage ist, wie du mit Menschen, die deine Musik hören oder auch nur auf Platte speichern wollen, aber dafür nichts bezahlen wollen umgehen willst? Verfolgen? Überwachen? Oder akzeptieren, dass sie es tun und es allen Bezahlwilligen so einfach wie möglich machen genau das zu tun?

    • Micki schrieb am

      Möchtest Du deine Fans verklagen.
      Besser Deine Platten kauft keiner.

  28. Elke Burmester schrieb am

    Vorwürfe, Unterstellungen, Beleidigungen und Vorurteile sind auch in diesem Fall nicht von Vorteil und bringen uns nicht weiter.
    Im Gegenteil: Sie verhärten die Fronten und/oder verhindern den Blick auf das große Ganze.
    Weiter kommen wir da mit Sachlichkeit, Sachkompetenz und dem – viel zitierten – Blick über den Tellerrand. ;-)

    Und außerdem:
    Ein Gesetz sollte in der Praxis umsetzbar sein, muss aber dabei nicht gleichzeitig alle Probleme dieser Welt lösen (Beispiel: Bildungsmisere). Darüber hinaus darf es die Demokratie nicht gefährden.
    Letzere wird man in Gefahr bringen, wenn man ihr die Vielfalt nimmt.

    Ob die Änderungswünsche der Piraten Letzteres verhindern werden?

    Nein. Im Gegenteil: Wenn auch nicht alle, aber einige Änderungen werden die Macht von einigen Wenigen zusätzlich manifestieren oder gar ausbauen.

    „Beweise, Beweise, Beweise,…“ fordern wohl an dieser Stelle nicht nur die 3 Enkel des Käpt`n Blaubär… ;-)

    Hier sind sie:
    Die Piraten wollen einerseits die Urheber stärken, andererseits die (öffentlichen) Institutionen im Bildungsbereich von den Vergütungen befreien.
    Tut mir leid, aber das eine schließt das andere aus. Beides zusammen geht nicht. D.h. wenn ihr die Bildungseinrichtungen von den Vergütungen befreit, haben letztendlich die Urheber die Zeche für die Bildungsmisere zu zahlen, die aber im Regelfall nicht die Verursacher dieses Missstands sind!

    Ihr wollt die Urheber stärken?
    Super! Nur zu!
    Ihr wollt auch was für die Bildung tun?
    Klasse! Toll! Ich bin dabei, aber nur dann, wenn ihr das Übel auch an der Wurzel packt und es dort auch entfernt!

    Wie?
    In diesem Fall ist die Lösung tatsächlich einmal ganz einfach:
    Gebt den Schulen, Unis und Kitas genügend Geld in die Hand, damit sie auch die Medien und Dienstleistungen, die sie benötigen, kaufen können.
    Damit unterstützt ihr nicht nur die Bildungseinrichtungen – und damit auch die Gesellschaft -, sondern auch die Urheber. Mehr Urheber, die von ihrer Arbeit auch leben können, bedeuten auch mehr Vielfalt und die ist wiederum gut für die Demokratie. :-)

    Womit?
    Geld haben wir nicht!
    Geld haben wir nicht? Das Gegenteil ist der Fall:
    Für Bildung und Forschung werden pro Jahr viele Milliarden ausgegeben. Allerdings erhalten die Schulen und Kitas von diesen vielen Milliarden nur einen kleinen Teil, die Unis etwas mehr und der Rest wandert im Wesentlichen in (große) Unternehmen, die auch im Auftrag der Politik forschen wollen oder sollen. Dass diese Unternehmen ein ureigenes Interesse an der Forschung und deren Ergebnisse haben, scheint bei der Vergabe der Gelder unerheblich zu sein. Vielleicht weil es immer wieder heißt: „Wichtig ist, dass es der Wirtschaft gut geht, dann geht es auch dem Volk gut.“
    Nein! Umgekehrt wird ein Schuh draus:
    Wenn es dem Volk gut geht, dann geht es auch der gesamten Wirtschaft gut!
    Mehr will ich gar nicht! ;-)

    Deswegen meine Forderung an die Politik und damit auch an die Piraten:
    Auch öffentliche Bildungseinrichtungen müssen – am Besten per Gesetz – dazu verpflichtet werden, die ortsüblichen Vergütungen für Materialien und Dienstleistungen zu bezahlen. Denn nur dann ist auch die Politik dazu verpflichtet, die dafür benötigten Gelder den Betroffenen zur Verfügung zustellen.

    Derzeit hofft die Politik auf die „lieben“ Unternehmen, die die Schulen und Kitas in ihrer Arbeit auch finanziell unterstützen wollen. (Das ein Teil dieser Unternehmen den Bund mit Hilfe eines Vertrags daran hindern, die Schulen und Kitas finanziell zu unterstützen ist kaum fassbar, aber leider wahr und bedarf dringend – am Besten gestern – der Änderung.)
    Zurück zu den „lieben“ Unternehmen. Dass diese eine Gegenleistung erwarten, z.B. in Form von Daten (Adressen, Zensuren, (Ess-)Gewohnheiten,…) und/oder (mehr) Einfluss auf die Bildungsinhalte, sollte jedem klar sein. Das Selbe gilt auch für die daraus resultierenden Folgen.

    Nun zu den bösen Verlagen und Verwertungsgesellschaften:
    Natürlich gibt es auch in dieser Branche „Schwarze Schafe“. Aber deswegen alle gleich in den Boden rammen zu wollen, halte ich nicht nur für übertrieben, sondern auch gefährlich!
    Gefährlich deswegen, weil viele dieser Unternehmen und Institutionen ebenfalls viel für die Vielfalt in diesem Land tun:

    Beispiel Verlag:
    Normalerweise erhält ein Verlag immer wieder – auch unaufgefordert – Manuskripte von bekannten und (noch) unbekannten Autoren. Der Verleger muss nach Sichtung entscheiden, ob er das Buch produzieren will oder nicht. Wird es sich dabei um einen Ladenhüter handeln, nur die entstanden Kosten decken oder darüber hinaus auch noch Gewinn abwerfen, der dazu auch verwendet werden kann ein anderes Buchprojekt in Angriff zu nehmen, das vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich nur wenige Leser finden wird?
    Entscheidet sich der Verleger für die Produktion, dann geht die Arbeit erst richtig los, d.h. das Manuskript muss mit dem Autoren und Grafikern besprochen werden. Es muss lektoriert und immer wieder Korrektur gelesen werden – am Besten von diversen Leuten…
    Auch wenn noch keine einzige Seite gedruckt worden ist, Kosten für die Erstellung dieses Buches sind bereits entstanden und müssen von irgendjemandem bezahlt werden.
    Aber von wem?
    Vom Verleger, den Angestellten, die natürlich ein Tischlein-deck-dich zu Hause haben und sonst von Luft und Liebe oder vom Gehalt ihres Partners leben? Oder von denjenigen, die das Buch nutzen, den Lesern? Oder von den Autoren, die ja den Service (Herstellung, Werbung, Lagerung und Verkauf) des Verlages in Anspruch nehmen? Von der Allgemeinheit?
    Wie bewertet man das Risiko und wer übernimmt die daraus resultierenden Kosten?
    Der Verleger, die Angestellten, die Autoren, die Leser oder die Allgemeinheit?
    Oder treten wir zukünftig alle Projekte einfach in die Tonne, die für den Fortbestand eines Verlages ein Risiko darstellen könnten?
    Wie sähe es dann mit der Vielfalt aus?

    Einige Verlage sind ganz groß geworden, weil sie irgendwann ein hohes Risiko eingegangen sind – und gewonnen haben. Aber wer will und kann ihnen dies vorwerfen?

    Ende 2011 haben wir die Nutzungsrechte der Zeitschrift bjl erworben. Diese wurde mehr als 40 Jahre herausgegeben. Trotz oder wegen des hohen Alters der Zeitschrift gehen wir davon aus, dass die Inhalte auch für die Allgemeinheit und die Wissenschaft von großem Interesse sind. Gern würden wir diese allen Interessierten (teilweise) kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Sollten eure Änderungsvorschläge allerdings Wirklichkeit werden, dann können wir dieses Vorhaben in die Tonne treten.
    Was wollt ihr wirklich? Wissen für alle? Oder doch nur euch gegenseitig in euren Vorurteilen gegenüber Verlagen und Verwertungsgesellschaften bestärken?

    Beispiel VG-Wort:
    Die Einnahmen, die die VG-Wort durch den Verkauf von Kopiergeräten erhält, wird nach Abzug der Kosten, die ihr für ihre Dienste entstanden sind, an die Autoren verteilt. Damit unterstützen die VG-Wort die Autoren und tun gleichzeitig was für die Vielfalt.
    Was ist daran schlimm? Die Gehälter der Angestellten der VG-Wort, die dafür Sorge tragen, dass die Autoren eine zusätzliche Einnahmequelle haben?
    Oder sind es die Kosten, die von den Käufern eines Kopierers zusätzlich getragen werden müssen? Diese Maßnahme ist der Realität geschuldet und unterstützt die Urheber, die auch die Piraten unterstützen wollen. Was spricht also dagegen?
    Oder ist es der Hinweis auf der Rechnung, der letztendlich die Käufer/Nutzer darüber aufklärt, dass nicht der gesamte Preis an den Verkäufer/Hersteller des Gerätes geht, sondern auch an die, die wahrscheinlich durch die Nutzung dieses Gerätes einen finanziellen Schaden erleiden werden?
    Transparenz? Ja bitte, aber nicht auf der Rechnung eines Kopierers?
    Sorry, aber das macht für mich keinen Sinn.

    Die Fristen verkürzen?
    Nicht die Datenträger bzw. Werkzeuge (z.B. Internet, eBook-Reader, Handys) müssen geschützt werden, sondern die Menschen, die die Medien machen und/oder nutzen. Die sterben derzeit nicht in einem Alter von 70, 60, oder 30, sondern in einem Alter von mehr als 85 Jahren. Demnach müssten wohl die Fristen nicht gekürzt, sondern verlängert werden. Auch dann, wenn beispielsweise die Software/ das Musikstück nach 20 Jahren wahrscheinlich nicht mehr genutzt wird oder werden kann, weil die dafür benötigten Geräte nicht mehr existent sind. Das Recht auf die Urheberschaft bleibt auch in diesem Fall bestehen und ist auch deswegen weiterhin schützenswert. Und das ist gut so!

    Geiz ist geil, aber leider immer nur dann, wenn man selbst nicht der Leidtragende ist, oder?
    Dass sich einige auf Kosten anderer sich ein schönes Leben machen wollen, mag menschlich sein, aber für unterstützenswert halte ich das nicht und bin deswegen auch gegen die Streichung der Paragrafen, die sich mit der Bestrafung bei Nichtbeachtung des Urheberrechtsgesetzes beschäftigen. Wenn keiner für seine Vergehen bestraft werden soll, dann brauchen wir auch das Gesetz nicht. Es wäre schlicht und ergreifend überflüssig. Darüber hinaus schützen einige dieser Paragrafen und Absätze die Verbraucher, auch weil sie ihnen die Möglichkeit bieten, den Verlierer des Gerichtsverfahrens öffentlich zu benennen. Auch oder gerade Abmahnern, die die Nutzer nur abzocken wollen, soll damit das Handwerk gelegt werden. Letzteres wollt ihr verhindern?

    Auch der Wunsch Paragrafen bzw. Absätze aus einem Gesetz zu streichen, weil sie in der Praxis (noch) nie Anwendung gefunden haben, ist unsinnig. Denn auch für den Fall aller Fälle sollten die Folgen für die Betroffenen möglichst klar ersichtlich sein. Darüber hinaus darf es, soweit dies möglich ist, keine Schlupflöcher geben, die einige dazu nutzen könnten, die Rechte anderer einfach zu umgehen.

    Einige eurer Wünsche wurden bereits teilweise oder sogar im Ganzen durch Gerichtsurteile bzw. andere Gesetze erfüllt.

    Andere widersprechen sich und machen deswegen keinen Sinn.

    Dennoch:
    Das Urheberrecht muss an die derzeit bestehenden Verhältnisse/Realitäten angepasst werden. Zunächst werden die digitalen Medien (eBooks) und Dienstleistungen im Urheberrechtsgesetz Berücksichtigung finden müssen. Ob und was noch einer Änderung bedarf, muss man dann sehen. Letzteres muss aber bei der 1. Änderung des Gesetzes noch nicht vollständig geklärt sein. Nehmt euch die Zeit, die ihr dafür braucht, um die beste Lösung für das Problem zu finden, wobei keine Lösung der Welt, alle Bedürfnisse/Wünsche aller Betroffenen erfüllen wird und auch nicht erfüllen kann.

    Außerdem solltet ihr dabei nicht vergessen, dass dieses Gesetz im Wesentlichen die Rechte der Urheber regelt und nicht die der Nutzer. ;-)

    Fragt die Betroffenen und diejenigen die sich mit dem Recht gut auskennen.
    Nur Mut – auch zur Lücke – und viel Erfolg dabei.

    Elke Burmester
    Redakteurin der Zeitschrift jump+more – Das unabhängige Magazin für Jugendmedienpädagogik
    Programmiererin
    Dozentin

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