101 Piraten für ein neues Urheberrecht

Bild: Tobias M. Eckrich

1. Ich als Pirat möchte, dass Kreative von ihrer Arbeit leben können. Darum zahle ich gerne für Werke, die mir gefallen. Künstler, die ihre Fans verklagen, weil sie ihre Werke im Netz tauschen, werden von mir aber niemals einen müden Cent sehen.
Christian Hufgard (Autor, Fotograf, Software-Entwickler, Camcorder-Benutzer, Grafiker, Verleger, …)

2. Ich höre gerne Musik, liebe gute Filme und will unbedingt, dass Künstler auch künftig von ihrer Arbeit leben können. Allerdings kann es nicht angehen, dass Kids kriminalisiert werden, die nichts anderes tun als wir damals, wenn wir Kassetten auf dem Schulhof getauscht und kopiert haben.
Stefan ›Sekor‹ Körner (Landesvorsitzender der Piraten in Bayern und Kunstkonsument)

Piraten <3 Urheber3. Ich konsumiere gerne Filme und Musik. Aber es ist mir wichtig, dass die Künstler daran verdienen und nicht irgendeine Verwertungsgesellschaft. Leider fehlen oft Möglichkeiten, die Künstler direkt zu unterstützen.
Stefan Schimanowski (@supaheld, Konsument)

4. Musik ist mein Leben. Meiner Meinung nach verdienen die Künstler zu wenig an CD-Verkäufen bei Preisen um die 15 Euro. Das Meiste bekommen die Verwertungsfirmen. Künstler erhalten einen, vielleicht auch zwei Euro daraus. Das ist zu wenig!
Bernd ›deBaernd‹ Preißmann (Konsument, Blogger und Hobby-Fotograf, Kreisvorsitzender Piraten Rheingau-Taunus)

5. Ich würde gerne mehr Möglichkeiten haben, legal Musik und Filme über das Internet zu erwerben, bei denen ich weiß, dass ich die Künstler unterstütze und keine Verwertungsgesellschaften mit überholten Geschäftsmodellen.
Florian Stascheck (@levudev, Physikstudent, Software-Entwickler, Verfechter freier Software)

6. Musik, Filme sowie Kunst sind von Menschen geschaffene Kulturgüter – sie verdienen es, dass die Kulturschaffenden, nicht aber irgendwelche monströsen Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaften, für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden.
Lars Pallasch (Vorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg, Blogger, Familienvater und Konsument)

7. Musik ist Kulturgut. Ziel muss sein, dass dieses kostenlos und damit von jedermann konsumiert werden kann. Dies erfordert eine ausreichende Sicherung der Kunstschaffenden. Schon allein deshalb bin ich ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens.
Bernd Fachinger (aktiver Musiker und Kreisvorsitzender der Piraten Wiesbaden)

8. Ich liebe Musik, ich liebe Filme und ich gehe gerne ins Kino und auf Film-Festivals. Wenn Qualität, Darbietung und der Preis stimmen, dann zahle ich dafür sogar einen Aufpreis. Trotzdem finde ich es absolut nicht in Ordnung, diejenigen zu verfolgen, die andere Maßstäbe anlegen. Eine Kopie ist eine Kopie und kein Diebstahl.
Matthias Heinz (kommissarischer Vorsitzender Kreisverband Frankfurt, Open-Source-Liebhaber)

9. Kultur und Kunst von und für Bürger von Künstlern für jeden, nicht von wenigen Prominenten, die Urheberrechte nur als Einkunft und Kassemachen sehen. Sonst ist Kultur nur noch SWR3 mit fünf weltweiten Musikproduzenten.
Torsten Dörffeldt, Taunusstein

10. Künstler haben dank des Internets und freier Lizenzen wie Creative Commons völlig neue Wege zur Verbreitung ihrer Werke gefunden. Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen man im 21. Jahrhundert ohne Verwerter- oder Managementfirma Geld verdienen kann. Noch nie waren die Möglichkeiten so großartig.
Elle Nerdinger (Sprecherin des Arbeitskreises Kultur NRW und Digitalkünstler)

11. Ich bin für eine gerechte Entlohnung der Künstler, aber gegen die Geldverschwendung für übergroße Verwaltungsapparate und Agenturen, die an den Produkten der Künstler mehr verdienen als der Künstler selbst.
Jan Leutert (@pyth2_0)

12. Ein zwei Meter hohes Regal voller Original-CDs in meinem Wohnzimmer zeigt z. B., wie gerne ich für kreative Werke bezahle, wenn sie mir gefallen. Schön wäre es, wenn bei den Künstlern deutlich mehr von diesem Geld ankommen würde.
Heiko Endrigkeit

13. Ich gebe jeden Monat hohe zweistellige Summen für Musik und Filme aus. Gerne würde ich diese Inhalte auf dem Endgerät meiner Wahl konsumieren. Dies geht aber aufgrund restriktiver Gesetze nicht. Ein liberaleres Urheberrecht würde es mir erlauben, dies legal tun zu können.
Norbert Rücker (Kreistagsabgeordneter im Kreistag Darmstadt-Dieburg)

14. Die Zeiten des Gelddruckens durch Tonträgerverkäufe sind vorbei. Es müssen neue Konzepte her! Daher sollten die Evolutionsbremsen (Major Labels) sich wandeln, anstatt das Kopieren weiterhin zu kriminalisieren. Erlebnisse wie Konzertbesuche oder das Auflegen einer Schallplatte kann man nicht kopieren.
Gunnar Langer (Freibeuter aus Güstrow)

15. Durch den Kauf etlicher Geräte und Medienrohlinge werden den Verwertungsgesellschaften Gelder zugeführt. Die Verteilung dieser Mittel ist intransparent und kommt längst nicht allen Urhebern zugute, und der Verwaltungsapparat dieser Gesellschaften frisst einen Großteil der Gelder, die den Urhebern zustünden. Viele Künstler und alle Konsumenten haben von dieser Systematik nichts.
Sebastian Kroos (Vorsitzender der Piratenpartei in Münster)

16. Im Grunde sind alle Werke von dem Moment an, in dem sie zum ersten Mal erzählt, aufgeschrieben oder aufgenommen werden, bereits kopiert. Jeder Urheber und jeder, der wertschöpfend an diesem Prozess beteiligt ist, hat ein ganz natürliches Anrecht darauf, sich dafür bezahlen zu lassen und von seiner Arbeit zu leben. Aber auch Konsumenten sollte nicht verweigert werden, Werke aufzugreifen und zu verarbeiten.
Henning Halfpap (Blogger, Fotograf, Tonbastler – alles als Hobby)

17. Seit einiger Zeit versuche ich, möglichst nur noch Musik zu hören, die unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht wird. So wird den Fans nicht nur ein einfaches »Reinhören« ermöglicht, sondern ich kann mir auch sicher sein, dass meine Unterstützung beim Künstler ankommt und nicht bei einer beliebigen Verwertungsgesellschaft. Wer kreativ ist, sollte auch die Zeichen der Zeit erkennen und darf sich nicht den Möglichkeiten verschließen, die neue Vertriebs- und Zahlungsmethoden über das Internet bieten. Auch ich als Hobbyfotograf bevorzuge freie Lizenzen wie CC, da es den Ersteller ehrt, wenn sich andere für seine Kunst interessieren, sie verbreiten und sich inspirieren lassen.
Sven Walter (Musikliebhaber, Hobbyfotograf und Kinzigpirat)

18. Ich bin zu meinem Job und meinen Hobbies gekommen, da es freie Software gibt. Software, bei der die Autoren darauf verzichtet haben, ihr »geistiges Eigentum« für sich zu behalten. Stattdessen haben sie es dafür freigegeben, es unter gewissen Bedingungen weiterzuentwickeln und weiterzugeben. Auf den »Schultern dieser Giganten« habe ich eigene Software geschrieben und habe so etwas zurückgegeben. Auf die hierdurch erworbenen Fähigkeiten gründet sich mein beruflicher Erfolg. Ich bin Urheber, ich bin Autor, ich bin Pirat. Mit einem Leistungsschutzrecht, wie es diskutiert wird, wäre nichts von alledem möglich.
Cord Beermann

19. Ich bin Programmierer. Ich kann mir nicht vorstellen, mit einer Verwertungsgesellschaft für Software zusammenarbeiten zu müssen, welche meine Werke vermarktet. Das schaffen wir, die Kreativen der Softwarebranche, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, auch selbst. Auch ist es für mich als professioneller Programmierer, der mit dieser Tätigkeit hauptberuflich sein Geld verdient, völlig natürlich, dass es neben der kommerziellen auch freie Software gibt. Das ist für uns eine große Erleichterung und wird nicht als Konkurrenz gesehen, dadurch bleibt der Innovationsmotor in der Branche erhalten. Wir brauchen somit auch kein Leistungsschutzrecht! Ich möchte, dass Urheber und Kreative fair entlohnt werden, ohne den Umweg über eine Verwertungsgesellschaft.
Alexander Weiher (Programmierer)

20. Geistiges Eigentum und die Rechte des Urhebers sollten weiterhin geschützt werden. Deshalb verstehe ich nicht, warum die Urheber diese Rechte so bereitwillig an die Verwerter abtreten. Einem Künstler selbst gebe ich gerne Geld für seine Leistungen.
Florian Schäfer (Software-Entwickler, Dichter und Konsument)

21. Ich kaufe doch nicht die Katze im Sack. Wenn mir etwas gefällt, unterstütze ich den Autor/Künstler direkt im Nachhinein. Wenn ich ein Album gut finde, gehe ich in den Laden und kaufe es zum regulären Preis – und das sogar gerne.
Thomas Glatzel (@MistaBreed, Pressesprecher Piratenpartei Warendorf)

22. Als Liebhaber der guten alten Rockmusik habe ich teils schon vor Jahrzehnten und teils mehrfach Tonträger erworben, die inzwischen so klingen, als hätten Generationen von Wohngemeinschaften darauf gefrühstückt. Selbstverständlich werde ich mir noch genussfähige Kopien der Werke besorgen, für die ich längst den Obolus entrichtet habe, und halte dies auch für mein gutes selbstverständliches Recht. Eine »Verwertungsgesellschaft« soll dafür aber nicht zum wiederholten Mal abkassieren.
Jürgen Vollmer (Freibeuter aus Marburg)

23. In einer freien Wirtschaft kann sich jeder das Modell aussuchen, mit dem er Geld verdienen will. Wenn aber die Menschen das Recht, dem sie folgen sollen, nicht mehr verstehen, dann muss das Recht an die Realität angepasst werden und nicht umgekehrt.
Frank Brennecke (Blogger und einfaches Piratenmitglied)

24. Es geht hier nicht um die gewissenlose Selbstbedienung einer »Kostenloskultur« im Netz. Etwas von einem Urheber Geschaffenes muss entlohnt werden, sofern dieser es wünscht. Die Art und Weise jedoch, wie dies bis jetzt geschieht, ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Verwertungsgesellschaften besitzen heute einen Großteil der Macht, während viele Künstler wenig von ihren Werken profitieren. Völlig surreal für mich als Lehrer ist zudem die Regelung, dass nur noch ein geringer Prozentsatz an Materialien an die Schüler kopiert werden darf. Polen macht uns gerade mit CC-BY-lizensierten Schulbüchern vor, wie dies im 21. Jahrhundert zu funktionieren hat. Zu guter Letzt finde ich es absolut bedauernswert, wie das bisherige Urheberrecht zu einer schier endlos werdenden Abmahnwelle ausgeartet ist, bei der normale Bürger Angst vor jeglicher Entfaltung im Internet haben müssen und sich jeden Schritt und damit jede Spur, die sie hinterlassen, genauestens überlegen müssen.
Tobias Frischholz (Lehrer)

25. In der heutigen Welt muss uns eines klar werden: Es geht nur mit einem gesunden Miteinander, das heißt, dass Ideen geteilt werden müssen, um gemeinsam stark zu sein. Als Urheber weiß ich: Dazu gehört auch, dass fertiggestellte Werke frei verteilt werden. Hier heißt frei nicht kostenlos, sondern verwendbar. Rechteschutz ist wichtig, doch muss dieser der gesamten Gemeinschaft ein kreatives Vorankommen bieten. Das Konzept von Patenten muss deutlich überdacht und überarbeitet werden, ebenso das der Rechteverwertung.
Dominic Pöllath (Softwareentwickler, Pirat)

26. Es kann nicht im Sinne der Urheber – also der Künstler, Dichter, Autoren, kurz: der Kreativen – sein, dass von deren Werken insbesondere Verlage und Verwerter finanziell profitieren. Wirklich innovative Urheber finanzieren eine Musikbranche, die davon lebt, sich seit Jahrzehnten durch Covern und Sampeln selbst zu kopieren oder rein durch das Glück, medial gehypet zu werden, hohe Verkaufszahlen erzielt – und dies, obwohl die Schaffenshöhe der Werke von Retortenkünstlern aus Castingshows in meinen Augen nicht einmal gegeben ist. Die Tatsache, dass selbst erfolgreiche und etablierte Musiker nur mit etwa 4 Prozent an den Verkaufserlösen einer CD beteiligt sind und Newcomer nur mit einem Bruchteil dieser 4 Prozent, während das Plattenlabel mindestens 30 Prozent für sich beansprucht, zeigt, dass das Urheberrecht und die Vertriebswege dringend reformiert werden müssen.
Sascha Neugebauer (Pirat, Generalsekretär des Hochtaunuskreises und stv. Chefredakteur der kostenlosen Piratenzeitung)

27. Als Urheber und Verwerter fordere ich die Ablehnung des Begriffs »geistiges Eigentum« . Die Verwerterindustrie nutzt diesen polemisch aufgeladenen Begriff ähnlich wie die »Raubkopie«, um ihre ungerechtfertigte und restriktive Durchsetzung vollkommen unverhältnismäßiger Sanktionen gegen nichtkommerzielle Filesharer durchzusetzen, die im unendlichen Angebot der Inhalte nur selektiv jene Werke suchen, die einen Kauf rechtfertigen. Die Verwerter drücken ihre veralteten Verwertungsmodelle im Schafspelz des Urheberrechts durch, um die bisherige Besitzstandsverteilung auch im Internet zu sichern, statt einen fairen Ausgleich von Urheber und Konsumenten zuzulassen.
Bruno Kramm (Pirat, Urheber und Labelbetreiber)

28. Ich bin als Urheber (Journalist) in die Piratenpartei eingetreten, weil andere Parteien sich nicht um Rechtssicherheit für alle, sondern Gewinnmaximierung für wenige bemühen. Ich fordere alle Urheber auf, meinem Beispiel zu folgen und gemeinsam ein UrhG zu schaffen, das Kreativen und Nutzern gleichermaßen dient.
Fritz Effenberger (Augsburg)

29. Ohne die Möglichkeit, Werke derzeit »illegal« im Netz konsumieren und weitergeben zu können, hätte ich die meisten meiner Lieblingskünstler im Mainstream der traditionellen Medien niemals entdeckt, keine Musik von ihnen gekauft, kein Konzert von ihnen besucht, kein Kunstwerk oder Buch erstanden, keine DVD bestellt etc. Und jetzt erzählt mir bitte noch einmal, dass mein Verhalten Existenzen vernichtet! Das Netz trägt zur Verbreitung von Kunst und Kultur bei, nicht zu deren Marginalisierung.
Antje Jerichow (Übersetzerin & Lektorin)

30. Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Informationen sind öffentliche Güter, und geistige Werke zu geringen Kosten vervielfältigbar. Kultur und Vielfalt sind abhängig von Vervielfältigung. Damit die Qualität nicht leidet, müssen vor allem die Urheber angemessen vergütet werden – nicht nur parasitäre Rechteverwerter oder andere mediale Zwischenhändler, welche dank Digitalisierung immer weniger nötig sind. Ein neues Urheberrecht muss her, und neue Vertriebs- und Erlösmodelle müssen erschlossen und genutzt werden. Dass vor allem die Nutznießer des jetzigen, veralteten Systems gegen einen Wandel aufbegehren und einen offenen und ehrlichen Diskurs darüber abwürgen wollen, ist – leider – nur natürlich. Gegen den Wandel der Zeit kann man zwar ankämpfen, aber gewinnen kann man den Kampf nicht.
Sören Düsterhöft (VWL-Student)

31. Im Preis drückt sich auch die Wertschätzung eines kulturellen Produkts aus. Ich gebe wesentlich mehr Geld für Film und Videospiele aus, da es in diesem Bereich mehr Werke gibt, die mir wirklich gut gefallen, als bei der Musik. Jedoch wird auch die Musik nicht untergehen, nur weil ich dafür nicht bezahle (und im Übrigen auch nicht kopiere, Radio reicht mir mehr als genug).
David Kolossa (Student)

32. Ich will, dass Filmemacher unsere Alltagswelt darstellen können, ohne sich die Rechte an allem – vom Handyklingelton bis zum Bild an der Wand – sichern zu müssen. Zu niedrige Grenzen für Schöpfungshöhe schaden der Kultur, anstatt ihr zu nutzen.
Julia Reda (@Senficon, Studentin)

33. Ich bin semiprofessioneller Musiker, betreibe ein Netlabel, bin vor Jahren aus der GEMA ausgetreten und nun glühender Verfechter von Creative Commons. Ich möchte in einer Welt leben, in der man lieber gibt als nimmt. Den aufgeregten Urhebern rufe ich zu: Schenkt Euren Werken die Freiheit und lasst sie ungehindert auf die Welt los, hört auf, um sie herumzuscharwenzeln, freut Euch über Eure Fans, die neue Dinge kreieren, und macht Euch von der irrigen Vorstellung frei, man könne alles auf der Welt zu 100 Prozent kontrollieren. Euch will niemand etwas wegnehmen, die Leute wollen mit Euren Sachen nur spielen. Und vielleicht können wir uns da dann ja auch irgendwie mal einigen, oder?
Frank Christian Stoffel (Musiker in Köln)

34. Worum es geht: Es gibt ganz genau zwei Personen, die an einem Werk interessiert sind: der Urheber und der Verbraucher. Alles, was sich zwischen diesen beiden befindet, muss weg. Das ist eine Demokratisierung der Kultur.
Herbert Danzinger (@magicherb, Piratenpartei Österreich)

35. Der Urheber alleine entscheidet über die Verwertung seiner Werke und nicht eine Verwertungsgesellschaft (GEMA) oder die Musikindustrie. Das Urheberrecht wird hier in Deutschland durch undurchsichtige Verträge ausgehöhlt zugunsten der Verwertungsindustrie. Die GEMA arbeitet undemokratisch und intransparent. Dieser Zustand ist nicht akzeptabel. Da die Piraten dies ändern wollen, sind sie meine Wahl und ich unterstütze voll und ganz das Anliegen dieser Partei. Keine Musik ist illegal.
Andreas Wagner (Musiker, Labelbetreiber, Musikproduzent, GEMA-Autor seit 2002, Mitglied Musikpiraten e. V.)

36. Als Verleger sehe ich die Schwierigkeit, eine Linie zwischen Kulturgütern (Bücher, Filme, Reportagen, Gedichte …) und Handelsware (z. B. gedruckte Gesetzestexte) zu ziehen. Auch gibt es kaum Möglichkeiten, verwaiste Werke legal zu nutzen. All dies wird im aktuellen Urheberrecht zu wenig beachtet. Alle Beteiligten (Urheber, Verwerter und Konsumenten) müssen einen gemeinsamen Weg finden, die Teilhabe an Kultur und einen finanziellen Ausgleich für die Arbeit unter einen Hut zu bekommen.
Enno Lenze (Verleger)

37. Die Musikindustrie war am Ende mit der Einführung der Audiokassette. Die Filmindustrie war am Ende mit der Einführung der Videokassette. Durch das Internet ist nun die ganze Industrie am Ende. Wer hat jemals von den Künstlern geredet? Wir tun es! Jetzt und hier!
Andreas Rüßel (@Ryuseru, Piratenpartei Neuss, Gitarrist, Schreiber, Denker und Modellbauer)

38. Die Zahlen, das Alphabet, die Mathematik, die Physik – Wissen, das wir über Jahrtausende gesammelt haben, das wir unseren Kindern geben, damit die etwas Neues schaffen können. Die Kultur, die heute geschaffen wird, kommt nicht aus dem luftleeren Raum, sie ist das Resultat von freier Kultur, dem Zugang zu freien Informationen und freiem Wissen. Wir wollen nicht alles umsonst, aber auch nicht von gierigen fetten Säcken ausgenommen und angezeigt werden, die alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, mit einem Preisschild versehen und zu Geld zu machen versuchen. Kulturausbeutung ist der Untergang der Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen. Wir leben von dem Wissen, der Bildung der Menschen.
Thorsten Wirth (@insideX)

39. Ich schreibe selber unter der CC-BY-SA-Lizenz für mein Blog und freue mich jedes Mal, wenn ich irgendwie für meine Arbeit entlohnt werde. Selbst wenn es sich nur um eine Kopie im Rahmen der Lizenz handelt. Ich kann es aber auch sehr gut nachvollziehen, wenn Musiker etc. von ihrer Arbeit leben wollen – deshalb kaufe ich die jeweiligen Werke auch. Umso trauriger finde ich es, dass nur ein sehr kleiner Teil des Geldes bei dem Urheber ankommt. Das Meiste geht leider an profitgeile Gesellschaften, die nichts zum Werk beigetragen haben.
Philipp Born (Blogger)

40. Ich versuche, GEMA-freie Musik zu konsumieren/kaufen. GEMA ist nicht nur Terror gegen Nutzer, sondern auch gegen Musiker und Veranstalter. Ich bin es leid, als Nutzer aus Deutschland auf YouTube viele Videos nicht betrachten zu können (was ich in der Vergangenheit regelmäßig zur Kaufentscheidung nutzte) und auf einen ausländischen Proxy ausweichen zu müssen (bspw. britisch).
Birgit Simon (MKK Hessen, @lotta_kaa)

41. Das jetzige Recht zu zementieren und sich gegen neue Konzepte – wie die Piraten sie vorschlagen – zu wehren, heißt letztlich, den Künstlern und Verwertern keinen müden Pfennig zu gönnen. Filesharing ist keine Option, Filesharing ist Realität. Härtere Strafen und Abmahnwellen gegen Einzelne werden diese Kultur nicht auf einmal aufhalten können; das Einzige, was man tun kann, ist, mit den Entwicklungen Schritt zu halten und Wege zu finden, wie Künstler trotz Filesharing gebührend entlohnt werden können. Tut man das nicht, werden kleine Künstler weiterhin eingehen, während die großen sich durch Marketing, Merchandising und derlei Dinge weiterhin über Wasser halten können. Zudem ist, was nicht die praktische Frage löst, aber die Kausalitäten der Entwicklung neu gewichtet, die Musik- und Filmindustrie mit ihrer Überschwemmung des Marktes durch immer billiger produzierte Inhalte mit einer Halbwertszeit von wenigen Monaten durchaus nicht unschuldig an diesem Problem.
Pierpaolo Frasa (Student aus Köln)

42. Ich steuere unter freier CC-BY-SA-Lizenz Inhalte (Texte und Fotos) zu Wikimedia-Projekten bei, weil ich der Meinung bin, dass der Zugang zu freiem (und neutralem!) Wissen Menschenrecht ist. Dadurch wird keineswegs mein Urheberrecht abgeschafft, sondern ich entscheide, wie eine Nachnutzung geschehen soll. Eine legale Nutzung ist so sehr niedrigschwellig möglich.
Stefan Flöper

43. Ich bedanke mich von ganzem Herzen für Eure Musik, die ich mit vielen positiven Erlebnissen verbinde. Über 1000 Original-CDs haben es so, üblicherweise nachdem ich sie zuerst zum Reinhören unlizenziert heruntergeladen habe, in meine Musiksammlung geschafft. Bitte realisiert, dass Ihr Eure Kundschaft heute anders ansprechen müsst als noch vor ein paar Jahren.
Sven Krohlas (Informatiker, langjähriger Moderator der Free Music Charts aus Karlsruhe)

44. Kultur und Wissenschaft können nur dort passieren, wo sie auf etwas aufbauen können. Der Zugang zu Wissen und Kultur muss daher zwingenderweise frei für alle sein, damit man keine Menschen davon ausschließt. Daher stelle ich meine Fotos unter eine Creative-Commons-Lizenz, da ich es anderen Kreativen ermöglichen will, aus meinen Werken neue zu schaffen. Illegale Kopien und Urheberrechtsverletzungen wird es immer geben, deswegen muss man es anderen Kreativen aber nicht erschweren, Kultur zu schaffen. Ich bin für eine gemeinsame und gegen eine rein kommerzielle Wissens- und Kulturgesellschaft.
Benjamin Lebsanft (Physiker, Fotograf und Blogger aus Hamburg)

45. Wissenschaft und Kultur gehören zu unseren bedeutendsten Gütern, und die kreative Arbeit der Urheber ist deswegen von enormer Wichtigkeit. Die Nutzer wissen das, denn sie sind mündige Menschen, und deshalb wollen sie ihren Beitrag dazu leisten – finanziell und ideell. Man muss ihnen nur die richtigen Möglichkeiten dazu geben, anstatt sie wie Verbrecher zu behandeln.
Andreas Popp (Wissenschaftler, Blogger, Autor und Netzpolitiker)

46. 70 Jahre oder länger das Recht an etwas zu besitzen … kein Problem. Frei formuliert muss ich aber feststellen, »Eigentum verpflichtet«. Und hier muss das Urheberrecht verändert werden. Dann hat man nicht nur das Recht an seinem eigenen Produkt, man sollte dann aber auch die Pflicht dazu haben, dieses Produkt ständig oder regelmäßig zum Verkauf anzubieten. Einigen Büchern jage ich schon Jahre hinterher, ich bekomme sie nicht mehr. Und wenn etwas seit 10 Jahren nicht mehr veröffentlicht wird, ist meines Erachtens das Interesse des Kreativen daran erloschen. Dann sollte bzw. muss es freigegeben werden. Und hier spielt es keine Rolle, ob zwischendurch das Recht an andere übertragen worden ist, nur um rechtlich Interesse an der Kreation zu heucheln.
M. Klotz (Dortmund)

47. Ich bin allen Künstlern, deren Werke ich genießen kann, unendlich dankbar. Ich möchte wissen, dass dieser Dank – ob finanziell oder empathisch – bei ihnen ankommt, nicht bei irgendwelchen zwischengeschalteten Firmen. Vor allem aber möchte ich, dass alle so Anteil an diesen Werken und ihrer Schönheit haben, wie ich es haben kann – unabhängig davon, wie reich sie sind. Dieser Wunsch ist bei immateriellen Gütern leicht zu erfüllen.
Fabian Müller (Student)

48. Ich bin selbst Urheber. Als solcher ist es mir wichtig, dass andere Urheber ihre Werke wirtschaftlich nutzen können. Das aktuelle Urheberecht ist aber viel zu sehr auf die Geschäftsmodelle des vergangenen Jahrtausends und die Verwerter ausgelegt. Das muss sich ändern.
Florian ›branleb‹ Zumkeller-Quast (Vorsitzender der Jungen Piraten, Software-Entwickler)

49. Das Internet ist der natürliche Weg geworden, über den sich Kulturgüter verbreiten. Meine Generation, die von Medien mehr erwartet, als es Radio und Fernsehen bieten können, lebt hier kulturellen Austausch, Weiterbildung, Genuss, Unterhaltung und Informationshunger aus. Dabei ist es für uns inakzeptabel, als unmündige Konsumenten-Brieftasche auf zwei Beinen behandelt zu werden, wie es sich große Verwerter erträumen. Eine Kultur des Respekts vor schöpferischen Leistungen, der Anerkennung von Aufwand und Investition, der freiwilligen Vergütung und der Fairness existiert im Internet längst. Aus der Sicht von GEMA, Sony und Co. in ihrem profitorientierten Korsett wirkt diese Kultur nicht deshalb bedrohlich, weil Künstler nicht gewürdigt würden, sondern weil diese Kultur GEMA, Sony und Co. überflüssig macht.
Michael Büker (25, Diplomand der Physik, Bezirksabgeordneter für die Piratenpartei in Hamburg-Mitte)

50. Solange es keine Strafverfolgung wie zu Stasizeiten gibt, finde ich das Urheberrecht nicht ganz verkehrt. Es kann aber nicht sein, dass jemand, der einen Film herunterlädt, verfolgt wird, als hätte er einen Mord begangen. Auch kann es nicht sein, dass der Staat und auch private Firmen ohne größere Probleme herausfinden können, was der Einzelne im Internet treibt.
Oliver Freytag (Bremen, Manager)

51. Als Musiker ist es mein Anliegen, mit meiner Musik möglichst viele Menschen zu erreichen. Das aktuelle Urheberrecht zielt jedoch darauf ab, dass Verleger sich den monetären Gewinn von Kunst und Wissenschaft aufteilen, während der Urheber in den meisten Fällen leer ausgeht. Zudem ist ein an physische Datenträger gekoppeltes Geschäftsmodell überholt und sollte keinesfalls durch absurde Gesetze zum Nachteil von Urhebern und Konsumenten am Leben gehalten werden. Kulturelle Güter sind ein Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhaltes, einer gemeinsamen Identität. Ein Frevel, daraus ein knappes Gut mit dem Ziel von hohen Gewinnen zu machen! Die Nutzung sollte jedermann möglich sein und Anreize, vom Konsumenten zum Kulturschaffenden zu werden, müssen verstärkt werden. Das (leider) illegale Streaming ist ein Markt – Künstler und Nutzer haben Bedürfnisse und die, die sich in Zeitungen als »Medienunternehmer, Verwerter und Kulturschaffende« darstellen, bedienen weder den Markt, noch befriedigen sie die Bedürfnisse der Menschen. »Umdenken statt Restriktionen« sollte die Devise sein.
Benjamin Ißleib (Musiker, Schüler, Pirat)

52. Ich zahle gern für Kunst – aber nicht noch 70 Jahre nach Tod des Künstlers; der hat davon ja dann nichts mehr. Zudem verstehe ich nicht, warum Videoclips, die bei MTV offen gezeigt werden, bei YouTube nicht zugänglich sind – obwohl sie ja auch gute Werbung für die Musiker sind. Liebe Künstler: Das Internet macht kostenlos Werbung für euch – nutzt das!
Rabea Seyboldt (Physik-Studentin, Freizeit-Chorsängerin und Konsumentin)

53. Niemand will das Urheberrecht abschaffen, die PIRATEN wollen es nur an die heutige Zeit anpassen. Natürlich sollen Künstler auch weiterhin von ihrem Schaffen leben können. Warum aber auch die Kindeskinder und die Verlage noch Jahrhunderte später daran verdienen sollen, nur weil sie Kleinigkeiten geändert haben, um den Schutz zu verlängern, das erschließt sich mir nicht.
Patrick Viola (PIRAT, Journalist, Moderator, Systemadministrator und Open-Source-Freund)

54. Die aktuelle Diskussion geht leider immer wieder am Ziel vorbei, denn tatsächlich erkennt die Piratenpartei die Rechte von Urhebern in vollem Umfang an. Sie erkennt aber auch, dass mit der zunehmenden globalen, digitalen Vernetzung eine strukturelle Entwicklung begonnen hat, die nicht mehr aufzuhalten ist. Viele Regulierungen im Urheberrecht stammen aus einer Zeit ohne Internet und sind schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Wenn man die aktuellen technologischen Veränderungen bekämpft, statt sie klug zu nutzen, dann schadet man damit der gesamten Gesellschaft. Die Piratenpartei versucht, sinnvolle Wege zu finden, Urheber zu vergüten. Das finde ich sinnvoll. Das Internet bietet da eine Vielzahl von Möglichkeiten, die die Künstler am Ende stärkt und sie von Verwertungsmonopolen unabhängig macht. Kopieren, Remixen und Verteilen ist hierbei eine zentrale Innovationskraft. Auf keinen Fall darf das Internet aufgrund kommerzieller Interessen durchreguliert und zensiert werden. Denn gute Ideen werden mächtiger, wenn man sie teilt.
Cornelia Otto (ehem. Unternehmerin (Plattenlabel/Medienagentur), Technische Redakteurin)

55. Urheber hatten es in der Geschichte noch nie leicht. Deswegen ist es an der Zeit, neue Konzepte zu entwickeln, welche die Bedürfnisse der Urheber und die Nachfrage der Gesellschaft in den Vordergrund stellen. Dabei dürfen die Verwerter und andere Firmen (wie zum Beispiel Google) nicht die Hauptprofiteure sein.
Johannes Hackel (Informatik-Student, Open-Source-Entwickler und Freizeit-Musiker)

56. Ich gebe lieber 50 Cent direkt an einen Künstler, als 1 Euro an dessen Verwerter. Aus dieser Situation gehen zwei gestärkt heraus: Der Künstler und der Kunde. Nur die Verwerter haben nichts davon – ich wüsste aber nicht, warum mich das stören sollte.
Georg Warth (Konzepter)

57. Ein Urheber, der in seiner Kreativität den Lohnerwerb an erster Stelle sieht, verkennt den wahren Wert seiner Werke. Wer das Ergebnis seines künstlerischen Schaffens zu einem kommerziellen Wertobjekt degradiert, muss die digitale Realität anerkennen und alternative Vertriebswege finden oder daran scheitern.
Tiberius Beyers (IT-Consultant)

58. Ich kopiere vor allem Serien und schaue Filme online, weil ich gar nicht die Möglichkeit habe, sie zeitnah so zu konsumieren, wie ich möchte. Ich will zum Beispiel nicht drei Monate auf einen Kinofilm warten, den ich mir dann auch noch in deutscher Synchronisation anschauen muss. Macht es mir einfach, zeitnah und weltweit eure Sachen einfach zu bezahlen, und ich gebe euch mein Geld.
Sylvia Poßenau (@die_sylvi, Piratin, Bloggerin, durch das Internet nicht nur an ein Land gebunden)

59. Ich möchte nicht, dass Künstler ihre Werke verschenken. Ich möchte aber auch keine Mondpreise zahlen müssen, an denen die eigentlichen Kulturschaffenden nichts verdienen. Ich finde, es muss ein Umdenken stattfinden – wenn bei einer CD die Produktion, Verpackung, Vertrieb entfällt, sollte sich das auf den Preis niederschlagen – genau das gilt auch bei E-Books. Im Übrigen ist es faktisch so, dass die Menschen im Internet immer das bequemste Angebot wählen, nicht das billigste. Nur ist es leider so, dass oft die Umsonst-Angebote wesentlich bequemer und komfortabler sind als die Angebote, die Verlage oder die Musikindustrie bereithalten. Da könnte man sich einiges abgucken …
Katrin Hilger, PR-Beraterin, freie Redakteurin

60. Ich programmiere sowohl für Geld, was bedeutet, dass der Auftraggeber danach sämtliche Rechte an meinem Programm hat, als auch für Ehre, was bedeutet, dass die Programme danach Open Source sind. Für beides reicht ein minimales Urheberrecht absolut aus. Schärfere Immaterialgüterrechte nutzen nur denen, die selber keine Urheber sind, mir aber beispielsweise mit Patenten auf Doppelklicks das Urheben schwer machen.
Philipp Benjamin Köppchen (Programmierer)

61. Ich bezweifle, dass es im Sinne der Künstler ist, dass ihre Werke, die sich im Laufe der Zeit zum Kulturgut der Menscheit entwickelt, den sog. Verwertern prozentual mehr Einnahmen generieren als den Künstlern selbst. Das Urheberrecht muss reformiert werden – zum Schutz der Urheber. Und Projekte wie „sellaband“ zeigen in meinen Augen sogar, dass die Nutzer bereit sind sogar mehr zu tun, als Musikstücke nur zu kaufen.
Tobias Frage, Kreisvorsitzender Landsberg am Lech

62. Wenn ein Urheber auf Facebook sein eigenes Werk bei YouTube verlinkt und ich es als Konsument nicht ansehen kann, weil die Verwertungsgesellschaft GEMA sich nicht mit YouTube einigen kann, dann sehe ich darin den Beweis, dass die ganze Debatte nur dazu dient, Pfründe überkommener Verwerter zu sichern, statt einen wirklichen und gerechten Ausgleich zwischen Schaffenden und Konsumenten herzustellen.
Benjamin Achebach (Konsument)

63. Nutzer sind im Prinzip leicht zufriedenzustellen: Behandelt sie nicht wie Verbrecher, legt sie nicht in DRM-Ketten und bietet ihnen faire Preise sowie einfache Bezahlmodelle. Im Internet ist unendlich viel Platz für kreative Verwertungsmodelle, für Urheber und Rechteverwerter. Nur keine Angst vor der Zukunft.
Christina Grandrath (Pirat im Kreisverband Nürnberg, regelmäßige Kinobesucherin, DVD- und Buchkäuferin)

64. Ein kreatives Werk, das mir gefällt, wird auch von mir entsprechend vergütet! Bei Musik seien Konzertbesuche hier an erster Stelle zu nennen. Ich denke, dass der Verkauf von Tonträgern nicht mehr wirklich zu unserem heutigen Konsumverhalten passt. Vielmehr sehe ich hier im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ein gewaltiges Potenzial zur Verwertung insbesondere digitaler Medien. Natürlich wird es für große Labels und Mediengurus schwieriger, ohne EIGENE kreative Leistung Geld zu verdienen, und die Künstler könnten, wenn die Voraussetzungen stimmen, viel einfacher IHRE »Ware« an den Konsumenten bringen. Direkter vermarkten heißt auch direkter verdienen. Wenn mir ein Bild gefällt, will ich es mir an die Wand hängen, also muss ich es mir wohl kaufen.
Michael Wollschläger (Fotograf, Musikhörer, Selbermacher und Konsument)

65. Ich glaube nicht an »geistiges Eigentum«, aber ich respektiere Urheber und wertschätze ihre Arbeit. Gerne auch, indem ich dafür bezahle. Ich erwarte aber im Gegenzug, dass der Urheber auch die Konsumenten seines Werkes respektiert. Und ich will mein Geld möglichst dem Künstler direkt geben und nicht mit dem Großteil der Summe verrostete Vertriebsstrukturen unterstützen.
Michael Rudolf (Pirat, Softwareentwickler, Urheber, Medienkonsument)

66. Als Künstler bin ich daran interessiert, dass mein Werk möglichst weit verbreitet wird. Das Internet ermöglicht eine direkte, freie, gleichartige und praktisch kostenlose Verbindung zwischen Künstler und Kunstliebhaber, wie es sie noch nie gegeben hat. Die aktuelle Jammerei ist keine Jammerei der Künstler, sondern eine der Zwischenhändler, die jetzt überflüssig geworden sind.
Bernd Juchems (Pirat aus Dortmund, Softwareentwickler, Blogger, Musiker, Urheber, Konsument und Fan)

67. Seit Jahren werden Verbraucher durch Verwertergesellschaften ihrer Rechte beraubt. Stellen Sie sich vor, Sie fahren ein Auto und der Hersteller kann jederzeit das Auto funktionsuntüchtig machen, Ihnen den Gebrauchtverkauf verbieten oder nachträglich Ihre Sitzbank ausbauen, ohne Sie dafür zu kompensieren. Klingt absurd? Im digitalen Markt ist es Realität. Darunter leiden nicht nur Verbraucher, sondern auch die Kreativen, die solche Systeme von Verwertern aufgedrückt bekommen und dies dann ihrer Kundschaft gegenüber verargumentieren müssen. Ich wähle Piraten, um genau das zu ändern.
Sebastian Kreutz (Game- und Grafikdesigner)

68. Je näher man Urhebern – wie Designern, Musikern und vielen anderen – steht, desto schneller wird einem klar: Wenn diese Leute nicht angemessen entlohnt werden, können sie es sich nicht leisten, neue Inhalte zu produzieren. Deshalb ist es für mich ganz natürlich, für die Inhalte zu bezahlen, von denen ich mehr sehen möchte. Ich bin jedoch nicht gewillt, über den Preis einer CD die 27. Retorten-Realityshow-Band von Dieter Bohlen und Konsorten zu finanzieren.
Daniela Berger, Software-Entwicklerin, Pirat, vors. Richterin am LSG Berlin

69. Amazon hat es vorgemacht: Musik im MP3-Format ohne DRM zu fairen Preisen. Da lohnt sich das Raubkopieren oder Mitschneiden von Musik oder Hörbüchern nicht, und ich freue mich immer wieder, ein gutes Werk zu erwerben und so Urheber, aber letztlich auch die Verwerter zu würdigen. Dagegen für äußerst viel Geld mit unhaltbaren Kopier- und Weiterveräußerungsschutzmechanismen ausgestattete Computerspiele oder E-Books, Apps oder Musik verkaufen zu wollen, ist eine widersinnige Nutzung und wird von mir mit Nichtkauf – aber auch Nichtnutzung – abgestraft. Schade eigentlich, denn gerne hätte ich die Urheber dieser Werke für ihr gelungenes Werk auch mit meinem Geld unterstützt – nicht aber für einen Mechanismus, der mich dieses Werk ggf. in kurzer Zeit schon nicht mehr nutzen lässt. Außerdem lasse ich mich nicht gerne von den Verwertern als potenzieller Verbrecher behandeln – genauso wenig, wie diese als Abzocker behandelt werden wollen.
Michael L. Jaegers (Pirat und Konsument)

70. Ich bezahle gerne den Erzeuger eines Qualitätsproduktes und honoriere dessen Arbeit. Allerdings soll sich die Entlohnung an dem Produkt (Arbeitszeit sowie Kreativität) und nicht an den Kosten eines verkrusteten Verwaltungsapparates sowie überkommener Vertriebswege orientieren. Das heißt ganz klar: Direktvermarktung. Und »Qualität« heißt für mich nicht: 08/15-Massenneuaufgüsse ohne tatsächlich kreative Leistung. Von daher sind hier meines Erachtens auch ganz klar die Kreativen gefragt, nach zeitgemäßen Wegen für die Entlohnung ihrer Arbeit zu suchen. Dazu gehört für mich, die Möglichkeiten und die Chancen der Informationsgesellschaft zu nutzen sowie die Infrastruktur der Informationsgesellschaft (= das Internet) auch zu nutzen. Wer sich stattdessen in veraltete Strukturen begibt und von der Verwertungsindustrie ausnehmen lässt, muss sich nicht wundern, von seiner Arbeit nicht leben zu können – und ist das eigentlich kreativ? Wir stehen vor der gleichen Problematik wie in ganz vielen anderen Bereichen der Arbeitswelt: Kann ein Individuum von seiner Arbeit leben oder nicht, und wer profitiert von dem System?
Thumay Karbalai Assad (Konsument)

71. Es liegt in der Natur des Eigentums, dass es nicht »geistig« sein kann. Der Kampfbegriff der Lobbyisten großer Verwertungsgesellschaften vom »geistigen Eigentum« hat jedoch in alle Altparteien Einzug gehalten. Wir Piraten werden diesen Kampfbegriff zerschlagen und streiten für einen fairen Ausgleich von Urhebern und Konsumenten im digitalen Zeitalter. Damit wir auch in Zukunft in einer freien, offenen und kreativen Gesellschaft leben können, die reich an Kultur ist.
Simon Stützer (Physiker)

72. Sowohl Künstler als auch Konsumenten können enorm von den Möglichkeiten des Webs profitieren, wenn man die klassischen Verwertungsgesellschaften durch flexible und zeitgemäße Modelle ersetzt.
Anton Tranelis (Pirat, Informatik-Student und Unternehmer)

73. Künstler, die glauben, ihre Fans verklagen zu müssen, zerstören ihre Existenzgrundlage nachhaltig. Das Gesetz dient der Verwertungsindustrie und kriminalisiert die Fans. Es muss der Moderne angepasst werden.
Hendrik Seipel-Rotter (Pirat, Stadtverordneter in Wiesbaden)

74. Ich mag Urheber. :-) Ich gehe gerne auf Konzerte und kaufe dort auch gerne Tonträger oder USB-Sticks aus erster Hand. Ich liebe Programmkinos und konsumiere insgesamt sehr viel Musik. Dabei ist es mir wichtig, darauf zu achten, dass ich vorwiegend Material kaufe, dass dem Künstler möglichst direkt zugutekommt. Als ehemaliger DJ habe ich in meinen jungen Jahren sogar noch weit mehr konsumiert. Das ist heute so aber nicht mehr möglich, da meine Möglichkeiten Geld auszugeben heute deutlich vielfältiger sind, ich das Geld aber nur EINMAL ausgeben kann.
Kai Schmalenbach (Pirat aus Düsseldorf, Dave-Kay)

75. Künstler und Urheber sollten auf jeden Fall von ihrer Arbeit profitieren. Ich denke, die Menschen wollen für Qualität bezahlen, aber es darf nicht sein, dass Künstler durch Rechteverwerter gehemmt werden. Beispiel: Musiker stellt Video auf Webseite über YouTube für alle frei, aber YouTube und GEMA werden sich über die Bezahlung nicht einig, und das Video wird blockiert. Quintessenz: Mehr und einfache, legale Alternativen zum Video- und Musikdownload und dazu noch mehr und transparente Rechte für Künstler und nicht für Verwerter.
Johannes Holtz (Student)

76. Das Urheberrecht ist eher eine Ethik als ein Recht. Wir alle sind Urheber und gleichzeitig Verwerter. Solange wir beim freundschaftlichen »Teilen« eine kriminelle Handlung begehen, ist eine Entwicklung dieser Ethik nicht vorstellbar. Jegliches künstlerisches oder geistiges Engagement nur auf den Begriff »Ware« oder »Eigentum« zu beschränken, blendet unsere menschlichen Emotionen völlig aus. Diese sind es jedoch, wofür wir auch bereit sind, Engagement zu würdigen und zu belohnen.
Frank Sommer (Konsument, Urheber, Musiker, Produzent)

77. Wir sind alle Urheber. Urheber an sich zu sein, ist nichts Schlechtes, man kann stolz darauf sein, etwas »erhoben« zu haben. Die Idee wird kopiert? Freut euch doch: Eure Idee ist so gut, dass andere die Idee nachahmen. Nur denkt man heutzutage nicht mehr an die »Urheber«, wenn man über Urheber spricht, sondern an die von der Profitgier verfolgten Plattenfirmen und sonstigen »Verwertungsgesellschaften«. Denen geht es nicht um das eigentliche Werk, das der Urheber geschaffen hat. Denen geht es nicht um das Lied, den Text, das Programm, die Idee. Denen geht es einzig um eines: Profit. Maximalen Profit. Man wird als Raubkopierer abgestempelt, wenn man Musik oder Filme weitergibt. Ob das im Sinne des Urhebers ist? Seine potenziellen Konsumenten als Kriminelle abzustempeln und zu verscheuchen und schon vorhandene Konsumenten ebenfalls zu verlieren, weil übergeordnete Firmen und Konzerne nichts anderes als profitgeil sind?
Alexander Kluth (Software-Entwickler, Komponist und Pirat)

78. Wir brauchen dringend mehr kreative Köpfe in Deutschland. Dafür ist ein Urheberrecht nötig, dass die Urheber schützt und nicht Geschäftsmodelle, die auf Gewinnmaximierung aus sind. Vielleicht sind wir dann alle irgendwann Urheber.
Bastian Ebert (Vorsitzender Piraten Jena und selbst kreativ im Bereich Texte und Grafik)

79. Lässt man Computerspiele mittlerweile als Kunst gelten? Ich habe vor ein paar Wochen für das Projekt »Double Fine Adventure« gespendet. Der Entwickler wollte ursprünglich nur 400.000 Dollar, es wurden dann 3,3 Mio. Das Netz mag kreative neue Ideen. Geschäftsmodelle, die Überwachung und neue Gesetze benötigen, kommen weniger gut an.
Thomas Müller (Programmierer, Künstler und Mäzen in eigener Sache)

80. Ich höre fast den ganzen Tag Musik und Podcasts. Ich lese hunderte Artikel und Blogposts im Monat und verwende ständig Bilder und Software, die unter offenen Lizenzen stehen. Um mich bei den Urhebern dieser Werke zu bedanken, habe ich ein Budget von 50 Euro im Monat fest eingeplant und spende es – per flattr und PayPal. Weil mir Kunst und Kultur etwas wert sind. Wer mich allerdings gängeln will, bekommt nichts, denn ich gebe nicht nur für mich, sondern auch für andere: für Menschen, die finanziell nicht so gut gestellt sind wie ich! Kultur und Wissen sind Allgemeingut, und jeder Mensch hat ein Recht auf Teilhabe an ihnen.
Benjamin Stöcker (@einfachBen, ehemaliges Bundesvorstandsmitglied der Piratenpartei und selbst Urheber als Blogger und Podcaster)

81. Bei der gedruckten Piratenzeitung »Kompass« verwenden wir nur Creative-Commons-lizensierte Werke. Zum Beispiel Fotos aus der Wikipedia. Geld verdienen wir damit nicht. Wir machen das ehrenamtlich und unbezahlt, wie übrigens die allermeisten Urheber. Es muss ja nicht an jeder Idee ein Preisschild hängen. Aber wer will, der kann: Künstler haben heute viele Optionen, von ihrer Kunst zu leben. Schönes Beispiel: der amerikanische Science-Fiction-Autor Cory Doctorow, der seine Texte völlig kostenfrei ins Netz stellt, aber trotzdem Bücher verkauft, oder der amerikanische Cartoonist Hugh McLeod, der sich mit frei verfügbaren Zeichnungen etablierte. Es geht also auch ohne Leistungsschutz und Strikes.
Stefan Müller (»Kompass«-Team)

82. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität werde ich direkt vom Staat bezahlt, daher sehe ich es nicht ein, dass Verlage Forschungsergebnisse in Büchern und Journalen teuer verkaufen und weder die Universität noch der Staat davon angemessen profitieren.
Julia Groß (Maschinenbau-Ingenieur, wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer technischen Universität)

83. Ich liebe gute Musik, Filme und Spiele, aber diese sollten auch jedem zugänglich sein. In der heutigen Zeit sollte jeder ein faires Entgelt dafür bekommen, weil schließlich viel Arbeit und Zeit in einem Werk stecken. Wenn man privat kopiert, ist dies natürlich nur Werbung für den Künstler. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich bei Freunden viele Lieder gehört, Filme geschaut und Spiele gespielt und mir diese dann als Original gekauft habe. Nur original ist richtig genial. Schließlich bekommen wir auch eine Dienstleistung dafür.
Dennis ›RaZatol‹ Heuwer (Musiker, Künstler und leidenschaftlicher Sammler)

84. Als Softwareentwickler weiß ich, wie aufwändig das Schaffen eines Werkes ist. Umso wichtiger ist mir die vollständige Kontrolle über den Vertriebsweg. Das Internet und die Selbstdistribution z. B. über Apple (Software, Musik) und Amazon (Software, Bücher) sorgen hier für entsprechende Möglichkeiten. Dafür braucht es keine Verwerter und auch keine Verlage. Hilfreich ist aber ein Dienstleister, der bei der Vermarktung hilft und somit für eine breite Kenntnis des Produkts sorgt. Das zwanghafte Beharren auf Verwertern, z. B. in Form der »GEMA-Vermutung«, schränkt ein und erzeugt einen unhaltbaren Generalverdacht.
Oliver Kurlvink

85. Ohne Zugriff auf die Werke anderer können wir selbst nichts produzieren. Inspiration fliegt den Menschen nicht zu, sie hat konkrete Einflüsse und Hintergründe. Ich fotografiere, zeichne und studiere Film. Ich bin also Urheber durch und durch. Außerdem blogge ich und schreibe Geschichten. Dass ich trotzdem Piraten wähle, hat nichts mit Blödheit zu tun, sondern damit, dass die Piraten genauso Urheber sind wie ich – nämlich Urheber einer neuen und besseren Politik. Würden sie darauf ein Copyright verlangen, hätten wir ein Problem. Das aktuelle Urheberrecht muss überarbeitet werden – und zwar nicht von der Industrie, die sich daran dick und fett verdient.
Luisa Baumann (Mediendesignstudentin)

86. Der Künstler muss für seine Werke eine gerechte Entlohnung erhalten, aber genauso müssen Musik und Filme für den kleinen Mann bezahlbar sein. Für einen digitalen Download fast das Gleiche bezahlen zu müssen wie für eine CD oder auch nur marginal weniger als für eine hochwertige LP mit aufwendigem Booklet, ist Diebstahl am Endverbraucher. Das Problem sind hier nicht die Kunden, sondern eine Industrie, die jahrelang die Bedürfnisse der Verbraucher ignoriert hat. Sie versucht nun, die Verbraucher über Privatkopien zu kriminalisieren, um den Status quo eines Industriezweigs aufrechtzuerhalten, der sich dadurch auch in Zukunft seine Pfründe sichern will. Dies ist weder gerecht gegenüber dem Kunden noch gegenüber dem Künstler, daher brauchen wir neue Verwertungsmodelle, mit denen beide Seiten leben können.
Simon Engel (Stv. Vorsitzender des Kreisverbandes Neu-Ulm)

87. Künstler und Urheber müssen von ihrer Tätigkeit leben können. Das aktuelle System (Urheberrecht, GEMA) erzeugt so paradoxe Szenarien wie die Pflicht von Musikern, eine Gebühr für ihre eigenen Werke zu bezahlen. Urheber und Konsumenten stärken – Verwerter auf ihre Aufgaben zurückführen und Tantiemen-Abrechnung transparenter gestalten!
Manuel Ziegler (Medieninformatiker, Filmemacher)

88. Welcher Pirat hat den Vorwurf noch nicht gehört, wir würden wollen, dass Künstler kein Geld mehr bekommen und in den Ruin getrieben werden? Doch das stimmt einfach nicht. Künstler müssen von ihrer Arbeit leben können, frei und unabhängig soll sie sein. Nicht die Verwertungsgesellschaften sollten profitieren von der Kreativität eines Künstlers, sondern der Kreative selbst. So, wie unser Urheberrecht heute ist, kann das aber nicht gewährleistet werden. Vor allem Konsumenten, die meist nicht mal von den Künstlern, sondern von ihren Produzenten oder der GEMA verklagt werden, verlieren dadurch. Obwohl mit jedem CD-Rohling »Urheberrechtsgebühren« gezahlt werden, darf man seine Lieblings-CDs nicht auf den Computer ziehen und neu zusammenstellen. Wer verlöre bei so etwas? Der Künstler, den man so lieb gewinnt, dass man ein Konzert besucht? Die Produzenten, denen man dankbar ist, weil man seine käuflich erworbene CD auch nutzen kann? Der Konsument, der in jeder Situation seine Lieblingsstücke hören kann?
Vanessa Weber (Piratin aus Süddeutschland)

89. Das heutige Urheberrecht ist absurd: Es werden heute wohl jeden Tag mehr urheberrechtlich geschützte »Werke« produziert als während des gesamten 19. Jahrhunderts – jede E-Mail, jeder Tweet, jeder Blogkommentar und jeder Videoclip, die irgendwo hochgeladen wurden, unterliegen einem Copyright – unabhängig davon, wie banal sie sind. Wer angesichts dieser Flut am Urheberrecht festhalten will, welches im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammt, verkennt die Realität.
Gregory Engels (Buchautor, Fotograf, Dichter, Software-Autor, Unternehmer, Fraktionsvorsitzender Piraten Offenbach am Main, Gründungsvorsitzender Pirate Parties International)

90. Ob es Schaffenden und Verwertern gefällt oder nicht, das Zeitalter der trägerlosen Verbreitung von Inhalten hat begonnen, dafür braucht es neue Konzepte des Urheberrechts. Den Status quo zu verteidigen, ist realitätsfremd, wenn man nicht gleichzeitig für die kastrierende Zensur des Internets kämpfen will. Und das möchte ich keinem ernstzunehmenden Intellektuellen unterstellen.
Dirk Graumann (Korpusgürtler & Produktdesigner)

91. Im Jahr 2009 kündigte ich meinen Job als Medienberater bei einer Tageszeitung, weil bundesweit die Presseverlage versagten und mit der Hamburger Erklärung (dem Leistungsschutzrecht) Realitätsflucht begingen. Drei Jahre später wird im Rahmen einer windigen Kampagne mit der Piratenpartei eine der wenigen Reformkräfte angegriffen, die dieser Rentnerrepublik noch bleiben. Das macht traurig und wütend zugleich. Passt endlich eure Geschäftsmodelle an und hört auf, gegen unsere Zukunft zu arbeiten!
Benedikt Schmidt (ehem. Medienberater, @Boomel)

92. Ich bin gerne bereit, für gute Musik zu bezahlen, nutze die legalen Angebote im Netz und zahle auch für Musik unter CC-Lizenz. Ähnliche Möglichkeiten würde ich mir für Filme wünschen, doch leider gibt es bisher nichts. Andererseits sehe ich die derzeitige Rechtslage eher hinderlich für Nutzer und Künstler, wenn man z. B. den »Krieg« zwischen GEMA und YouTube betrachtet. Deshalb brauchen wir den Dialog, um eine für alle Seiten brauchbare Lösung zu finden.
Frank Mazny (Leibowitz, Pirat aus Hagen, NRW)

93. Ich bin seit 14 Jahren selbst journalistisch aktiv, meine Firma war Betreiber der ersten kostenpflichtigen deutschen Website in der Finanzbranche – trotzdem oder gerade deshalb bin ich für eine Modernisierung des Urheberrechts, genau wie es die PIRATEN fordern. Warum? Weil das Urheberrecht in seiner aktuellen Form vor allem das Oligopol der großen Verwerter sichert, nicht aber die tatsächlichen Künstler, Kreativen und Autoren schützt.
Matthias Schrade (@kungler, Pirat aus Esslingen und Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei)

94. Die Piratenpartei hat sich noch nie für eine Abschaffung des Urheberrechts stark gemacht. Dies wird fälschlicherweise von verschiedenen Quellen verbreitet. Unsere Position stärkt entgegen dieser Auffassung die Rechte der Urheber. Wir wenden uns eigentlich gegen die kruden Methoden der Verwertungsindustrie. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich im Handelsblatt verstärkt Vertreter jener Branche zu Wort melden. Ich handhabe es so, dass ich mir das oft teure Merchandise einer Band kaufe, wenn sie mir gefällt. Über das Internet komme ich auf Filme und Musik, die ich sonst nicht erreichen könnte. Wenn mir Qualität geliefert wird, bin ich auch gerne bereit, 40 Euro für eine Konzertkarte zu bezahlen oder mir eine Blu-ray-Variante eines Films oder einer Serie zu bestellen.
Carmelito Bauer (@Detherion, Gründer der Jungen Piraten und Pirat aus Hessen)

95. Kreative Werke jeglicher Art sind zu würdigen, und Urheber sollen spüren, dass ihre Leistungen einen Wert haben. Ich zahle gerne für Dinge, die mir gefallen, wenn ich weiß, dass das Geld bei den Schaffenden ankommt. Eigene Veröffentlichungen stelle ich grundsätzlich unter Creative-Commons-Lizenz.
Rafael Landwehr (angehender Altenpfleger, Pirat aus Sinsheim)

96. Ich zitiere Paolo Coelho, einen sehr erfolgreichen Autor und Urheber von Weltrang: »The Pirate Bay starts today a new and interesting system to promote arts. Do you have a band? Are you an aspiring movie producer? A comedian? A cartoon artist? They will replace the front page logo with a link to your work. As soon as I learned about it, I decided to participate. Several of my books are there, and […] the physical sales of my books are growing since my readers post them in P2P sites.« Ich habe selbst Musik in einer Band gemacht und durch unsere freien Stücke im Internet sind wir erst bekannt geworden und der CD-Verkauf war dadurch viel erfolgreicher. Als Webdesigner, Fotograf, Maler und Musiker bin ich für die grundsätzliche Überarbeitung des Urheberrechts. Auch deswegen bin ich Mitglied der Piratenpartei und setze mich dafür ein.
Patrick Schiffer (Designer & Musiker aus Düsseldorf)

97. Viele Konsumenten, die ich kenne, nutzen die Möglichkeit verschiedener Internetquellen, die Werke eines neu entdeckten Künstlers kennen zu lernen, ausgiebiger und intensiver, als dies beim Probehören im Geschäft möglich ist. Wenn die Musik dann wirklich gefällt, sind die allermeisten gern bereit, auch dafür zu bezahlen. Wer kauft schon gern die Katze im Sack?
Dominik Pross, Jurist und Verfasser verschiedener Fachschriften

98. Urheberrechte sollen den Urheber schützen, nicht den Verwerter. Wenn wir Urheberrechte als Recht ansehen, welches untrennbar und allein mit dem Urheber verbunden ist, wären die Urheber gestärkt und könnten auch mit Nachdruck eine adäquate Bezahlung fordern.
Christian Brugger-Burg (@Monomo)

99. Ich liebe Remixe und Mashups, es ist immer wieder faszinierend, wie aus »alter« Musik mit wenigen Klängen etwas vollkommen Neues entsteht. Ich wehre mich dagegen, vor jedem Experiment erst lange Verhandlungen mit den Verwertern zu führen, um im Nachhinein teures Geld zum Fenster hinausgeworfen zu haben.
Stefan Täge (@Fussfall, Politischer Geschäftsführer BzV. Karlsruhe)

100. Dank Anregungen auf Napster – damals – umfasst meine CD-Sammlung viele Musiker, die mir bis dato fremd waren. Seit es keine freien Downloads mehr und die GEMA-bedingten YouTube-Sperren gibt, kaufe ich keine Musik mehr.
Nicole Hornung (mehr als 1000 CDs im Regal, selbstständig)

101. Unser Urheberrechtsvorschlag stärkt an vielen Stellen Künstler gegenüber Verwertungsgesellschaften: Der Künstler soll in Zukunft nicht am Fließband seine Arbeit machen, sondern auf Augenhöhe mit den Verwertern stehen. Globaler Kulturaustausch führt langfristig zu einem globalen Zusammenhörigkeitsgefühl. Ich weiß um den Wert der Kultur und halte es für wichtig, dass Kulturschaffende von ihrer Arbeit leben können. Ich selbst gebe jeden Monat gut 10 % von meinem Gehalt für Kulturveranstaltungen und Kulturprodukte aus.
Christophe Chan Hin (@Incredibul, Kommunikationsdesigner, Stellvertretender Vorsitzender Bezirksverband Karlsruhe)

 

Hinweis in eigener Sache:
Aussage Nr. 61 wurde nach der Erstveröffentlichung ausgetauscht.

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Kommentare

124 Kommentare zu 101 Piraten für ein neues Urheberrecht

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  1. Jürgen Sievers schrieb am

    Was die Piraten hier fordern ist schon lägst Alltag. Ich, als Softwareentwickler, ihr dürft gerne darüber streiten ob das Kunst ist, kann mein Werk genau einmal verkaufen, fortan wider es vom Käufer beliebig oft Kopiert und weiter verwerte und zwar nicht nur zum privaten Gebrauch.

    Das hier, ist längst schon die Regel:

    (a) Der Auftragnehmer ist verpflichtet, alle im Zusammenhang mit der Durchführung des Auftrages
    gemachten Erfindungen, Verbesserungen oder entstandenes Know-how dem Kunden mitzuteilen.
    (b) Der Auftragnehmer räumt dem Kunden an den Entwicklungsergebnissen, insbesondere der Soft-
    ware, die aus der Dienstleistung beim Kunden entstanden ist und noch entstehen wird, ein aus-
    schließliches und unbeschränktes Nutzungsrecht für alle dem Vertragszweck unterfallenden Nut-
    zungsarten ein, seien sie bekannt oder unbekannt, jetzt oder zukünftig. Hierzu gehört insbeson-
    dere auch das Recht, die Entwicklungsergebnisse zu bearbeiten, zu verändern, zu vervielfältigen,
    zu veröffentlichen und zu verwerten.
    (c) Der Kunde ist ferner ohne gesonderte Zustimmung in jedem Einzelfall befugt, diese Rechte
    ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen oder Dritten einfache oder ausschließliche Nutzungs-
    rechte einzuräumen.
    (d) Alle Ansprüche des Auftragnehmers für die Einräumung der Rechte nach den vorstehenden Re-
    gelungen sind durch die Vergütung gemäß § 2 dieses Rahmenvertrages abgegolten. Die Rechte
    des Auftragnehmers nach den §§ 11, 32, 32 a UrhG bleiben unberührt.
    (e) Die vorstehenden Regelungen behalten auch nach Beendigung des Rahmenvertrages oder der
    Projekteinzelverträge ihre Gültigkeit.

    Die Piraten fordern folglich nicht den Erfinder eines Werks zu enteignen, sondern wollen diese wieder zu gleichberechtigten Partnern machen. Aber wer kann schon auf Anhieb erkennen, wer da seit Jahren das erste mal wieder seinen Kerker mit einem Licht in der Hand betritt. Die Augen brauchen zeit sich daran zu gewöhnen, habt Geduld mit den Künstlern.
    juergen

    • aliaga schrieb am

      Irritierend, wie hier Äpfel und Birnen vermischt werden. Ich weiß nicht, was ein normaler Dienstleistungs- oder Werkvertrag mit der Diskussion über das Urheberrecht zu tun hat.
      Es ist erschütternd, dass hier fast alle Beitragenden Urheberrecht Schaffende für dumm, unwissend, naiv oder geldgierig halten. Anders kann ich ich mir die Beiträge nicht erklären, höchstens noch mit Naivität oder Unwissenheit.
      Sich mit den Abrechnungsmethoder der Verwertungsgesellschaften auseinander zu setzen, ist sicher lobenswert – kann aber nicht die gesetzliche Grundlage des Urheberrechts berühren

      • Michael Küsters schrieb am

        Worauf er hinauswill ist vermutlich, dass auch Softwareentwicklung durchaus eine kreative Leistung – „im Auftrag“ sein kann. Man billigt dem Entwickler, der durchaus etwas mehr Hintergrundwissen benötigt als einfach nur ein paar Bytes aneinander zu klatschen, kein Urheberrecht zu.

        Auf der anderen Seite ist es so, dass so manches Konzert „im Auftrag“ stattfindet, und trotzdem kann die Band Urheberrechte für den Auftritt geltend machen.

        Wäre es da nicht angemessen, dass beides über den gleichen Kamm geschoren wird?

        Was genau ist denn der Unterschied, ob ich eine Software entwickle oder ein Lied komponiere?
        Daß man Erstere nicht so sehr genießt als viel mehr benutzt um mehr Freizeit für Letzteres zu gewinnen?

        • aliaga schrieb am

          Es gibt Musik, die man tatsächlich als „Full Buy Out“ erhalten kann und auch beziehen kann. Viele Komponisten und Autoren haben sich aber dafür entschieden, das nicht zu machen, sondern ihre Urheberrechte wahrzunehmen. In Deutschland ist das ein „all or nothing“, im Ausland kann sich je nach Land der Küntler auch vereinzelt dafür oder dagegen entscheiden, ob er sein werk Urheber rechtlich schützen will oder nicht. Genauso, wie sich ein Software Entwickler dafür entscheiden kann, seine Entwicklung zu schützen, oder eben alle Rechte abzutreten wenn der Auftraggeber das fordert.
          Es geht auch nicht nur um Kunst, sondern Kulturschaffende. Warum schriebt keiner darüber, dass auch das Wort geschützt wird (ohne Genehmigung des Urhebers oder verlages keine Veröffentlichung oder Abdruck erlaubt!!!!) und darauf weniger Mehrwertsteuer erhoben wird als auf Musik, weil eben Kultur.
          Ich kenne auch keine „Auftragskonzerte“. Jemand bucht eine Band und das entsprechende Repertoire (das nicht unbedingt der Band „gehören“ muss), und zahlt dafür eine Gage sowie an die Verwertungsgesellschaft Gema.
          Und was ist als Künstler daran verwerflich, eine Gesellschaft mit der „Buchhaltung“ und dem Inkasso zu beauftragen? Schon einmal solche Abrechnungen selber gemacht, recherchiert und aufbereitet? Also ich wllte mich als Künstler damit nicht beschäftigen, eine Steuerberatung ist nichts dagegen. Auch ist die Verwertungsgesellschaft eine Interessensvertretung, denn der einzelne Künstler kann wenig erreichen. Dann müssten ja auch Gewerkschaften verteufelt werden? Natürlich gibt es hier eine Menge Kritikpunkte – mit denen sich aber die Urheber auseinandersetzen müssen.

          Was ist schändlich daran, dass ein Künstler/Musiker davon träumt und daran arbeitet, mit seinem Schaffen Geld zu verdienen? Das ist doch kein Hobby!!!

          You Tube und Google scheffeln Millionen mit der Werbung, die sie durch die Inhalte verdienen – aber der Künstler hat nichts davon? Die Logik verstehe ich eben nicht, statt auf den Giganten rumzuhacken, sollen die Künstler bluten. Was das mit „Piraten“ zu tun hat, verstehe ich nicht. Hier lassen sich Menschen von Mediengiganten instrumentalisieren.

        • Ole schrieb am

          „Was genau ist denn der Unterschied, ob ich eine Software entwickle oder ein Lied komponiere?“

          Der Unterschied liegt imho in der benötigten „Kreativität“ und der anschließenden Bewertung des Endproduktes.
          Kunst wird im Gegensatz zu Software in erster Linie nach Funktionalität und nicht nach ästehtischen Gesichtspunkten beurteilt. Definitionen von Kunst brauchen wir aber an dieser Stelle wohl nicht auspacken. Dazu gibt es einen gesellschaftlichen Konsens.

          Das ist auch gar nicht der Kern des Ganzen:
          Denn der Verwertung von Software liegt nämlich eine komplett andere Wertschöpfungskette zu Grude.
          Teuere Musiksoftware kostet mitunter 5stellige Beträge. Ebenso liegt der Lizenz-Preis Adobe und Co weit über dem eines Albums.
          Musiker und Künstler leben derzeit eben zu einem sigifikanten Anteil von der Auswertung ihrer Werke. Wenn man diese Auswertungsrechte ob der geänderten Situation mindern möchte, muss man entweder akzeptieren, dass Kunstschaffende fortan weniger verdienen, oder eben auch die Initialkosten ähnlich wie bei Software auf die wenigen Käufer umlegen.
          Aber wer will denn für ein neues Album 8000Euro bezahlen?

          Die Theorie allerdings, nach der man durch das Umschiffen der Verwertergesellschaften als zusätzliche Einnahme für Künstler darstellt und gedenkt dadurch die Verluste, welche durch die Einschränkungen des Urheberrechts entstehen würden, zu egalisiseren, halte ich unter der Kenntnis der derzeitigen Lebensrealitäten von Kunstschaffenden und vor allem mit Einsicht in die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen für sehr abwegig.

  2. Pingback: MEHR INHALT – 101 Piraten blasen den Rechteverwertern den Marsch

  3. André Schäfer schrieb am

    Ich höre gerne Musik und schaue gerne Filme. Auf Youtube entdecke ich neue Filme, Bands und Tracks und wenn sie mir gefallen, kommen sie auf meine Einkaufsliste und landen als DVD in meinem Regal oder als legaler Download auf meinem PC. Je mehr mich die Gema und Co der Möglichkeit berauben, Neues zu entdecken, Probe zu hören und zu schauen und je mehr mich Gema und Co dazu zu nötigen versuchen, die Katze im Sack zu kaufen, umso weniger Neues entdecke ich und umso weniger Neues kaufe ich.

    Was mir gefällt, kaufe und downloade ich legal, weil ich will das der Künstler davon leben kann und mich auch noch in Zukunft mit seiner Kunst versorgen kann. Die Künstler will ich am kacken halten, aber nicht den Wasserkopf namens Gema und Co.

    Ich denke allerdings, dass es mit etablierten Verwertern niemals möglich sein wird, auf Augehöhe zu verkehren. Ich denke viel eher wird man mittelfristig eine neue Verwertungsgesellschaft gründen müssen, die als reines Non-Profit Unternehmen fair und transparent zwischen Künstlern und Konsumenten vermittelt, ohne sich an einer der beiden Seiten bereichern zu wollen.

    • Rumpelstilzchen schrieb am

      na ja, das ist ja richtig – besonders die Forderung nach einer alternativen Verwertungsgesellschaft. Aber auch ein bissle naiv: wie sollen denn die Rechte wahrgenommen werden? Irgendjemand muss überprüfen, wo wann welches Werk verwurstet wird, um dafür dann die Penunze treuhänderisch für den Urheber einzutreiben. Du glaubst wirklich, dass dies von einer non-profit-Organisation geleistet werden kann? Niemals! Lasst diese Gesellschaften ehrlich Geld verdienen mit ihrem Service, dann wird die Effizienz und der Markt entscheiden, wie lange die GEMA noch Monopolist ist. Aber tut nicht so, als wär es leicht…

      • Karl schrieb am

        vielen die hier gegen eine bedrohende „Umsonstkultur“ wettern und meinen „man könne ja auch nicht im Lebensmittelladen alles probieren bevor man es kauft“

        das ist so nicht richtig:

        man kann im Laden sehr wohl die Ware probieren, mitunter auch verzehren, dies fällt ohne genehmigung dann unter Mundraub… gesellschaftlich ist dieses Verhalten zwiespältig…
        Man kann sie nach Rücksprache mit dem Händler auch auspacken und ansehen

        weil man genau dies nicht kann wurde die Reform zum Fernabsatzgesetz doch gemacht.

        also wer ist noch immer der Meinung das die Haltung „was ich nicht testen / probieren“ kann kaufe ich nicht? Klarmachen zum Ändern! :)

  4. mopsi62 schrieb am

    102. Urheberrecht soll wieder Urheberrecht werden, und nicht Vermarkterrecht ! Dem Künstler stehen die Einnahmen zu, und nicht den Vermarktungsgesellschaften.
    Wolfgang Tasch (mopsi62) Pirat Mülheim/Ruhr

    • Rumpelstilzchen schrieb am

      und? wie soll er an seine Einnahmen gelangen? Zu kurz gesprungen, mopsi62, oder machst Du das zukünftig ehrenamtlich für einen Künstler Deiner Wahl? Vielleicht sucht sich jeder von Euch großartigen Piraten einen Küstler, dem er seine Prisematarien bei den nach Eurer Lesart wenigen verbleibenden zahlungspflichtigen Nutzern eintreibt und monatlich überweist. Dann sind schonmal 102 Geistesarbeiter auf der Seite des Erfolges. Oder jeder von Euch macht das für ca. 1000 Autoren, Komponisten, Darsteller etc.??? Dann kommen wir der Sache schon etwas näher… Na? Klingelt’s langsam? Das ist echte Arbeit – und dafür wollen echte Menschen echtes Geld sehen. Und zwar zu Recht.

    • Martin schrieb am

      Es ist mein Recht als Urheber, denn ich bin der Urheber. Es ist MEINE Entscheidung, ob ich mich selbst vermarkte oder Spezialisten damit betraue und es ist MEINE Entscheidung, ob ich meine kreativen Leistungen bei youtube zur Verfügung stelle oder nicht.

      Und es ist MEINE Entscheidung, ob ich das Kostenrisiko eine 10.000 Auuflage selber tragen möchte oder jmd anders dafür gerade steht und ich handele meine Verträge selbst aus. Und „die Gesellschaft“ hat erst einmal überhaupt kein Recht an meinen Fotos und Texten. Ich entscheide selbst, ob ich etwas frei zur Verfügung stelle oder meine Leistung gegen Geld verkaufe.

      Und dazu brauche ich keine Piraten, die zu 99% von Urheberrecht, Nutzungsrecht, Vermarktung und Vertrieb kreativer Leistung nicht den blassesten Schimmer haben.

      Ich habe keine Lust mich von einer Gruppe selbst ernannter „Retter der Kultur“ entmündigen zu lassen.

      • Anonymous schrieb am

        Es ist weder dein Recht noch deine Entscheidung: §14, Absatz 2 des Grundgesetzes!
        Wenn ich ein Mittel zur direkten und Nebenwirkungsfreien Krebsbekämpfung erfunden habe, MUSS ich es zu einem erschwinglichen Preis der Allgemeiheit verkaufen. Und Kultur ist ebenso wie Gesundheit ein Grundrecht.

        • Martin schrieb am

          Es ist sehr wohl mein alleiniges und mir zustehendes Recht. Wenn ich ein Bild gemalt habe, dann ist es mein Bild und meine Entscheidung, ob ich es zeige oder nicht. Ebensolches gilt für Gedichte, Filme oder Musikstücke. Ich bin der Urheber, es ist mein Werk und ich und wirklich nur ich entscheide, was ich damit mache.

          Das Grundgesetz greift dort nicht ein.

    • Berufsmusiker schrieb am

      Die alte Leier: Es wird so getan, als ob die Verwerter Feinde der Künstler wären. Das ist aber nicht so!
      Jeder Künstler hat die Möglichkeit, seine Werke selbst zu vermarkten. In der Praxis ist es aber mühsam und deshalb besser einen Teil an die „Vermarkter“ abzugeben. Das sind dann Filmproduktionen Tonträgerhersteller Radio, TV usw.. Etwas Anderes sind die „Verwertungsgesellschaften“. GEMA, VG-Wort, GVL usw. arbeiten im Auftrag und auf der Seite der Künstler und sammeln das Geld von den „Vermarktern“ für die Künstler ein.
      Die „Piraten“ (nomen est omen) versuchen seit langem, diese Fama zu nähren. Sie geben vor, es ginge ihnen um gerechteres Entgelt für Künstler. Augenwischerei!
      Ich mache lieber einen miesen Vertrag mit z.B. Sony-Music, als mich von der einschlägigen Szene komplett beklauen zu lassen!
      Klar, dass einer, der Musik nur nebenher macht und vielleicht mangels Talent ohnehin keine Chance auf Ertrag hat, das anders sieht.

  5. Pingback: Piraten mögen Urheber: Die Grundsatzerklärung « 11k2

  6. fibs schrieb am

    wow, eine sehr gute idee: selbsterklärend, authentisch, vielfältig. ich hab schon seit längerem argumentationsprobleme, acta zu erklären, oder wofür die piraten stehen. bin mal auf das feedback auf diesen text gespannt.

      • Dirk schrieb am

        eure „Partei“ geht ja schon in diese Richtung ! Menschen um ihre Existenz berauben mit euren Enteignungs Ideen ! Ihr seit Marktschreier ohne jegliche Subtanz im Gehirn, ihr wollt doch nur Diäten kassieren und massentaugliche Slogans raushauen, das werden eure Wähler ganz schnell mitbekommen ! Ihr seit zum Kotzen !

        • Anonymous schrieb am

          Sehr geehrter Herr „Dirk“!
          Bitte seien Sie froh, dass es dank Stimmen wie der der Piratenpartei keine bürgerrechtsverletzenden Gesetze wie die einer Klarnamenspflicht im Internet gibt. Seien Sie daher froh, dass Sie hier hinter nicht mehr als ihrem Vornahmen versteckt feige, polemisch und vor allem hirnlos über eine Gruppierung schimpfen können, die sie gar nicht verstehen.
          Aber lesen Sie man schön weiter Ihre BILD und im Niveau mit der BILD mithantenden anderen Medien, welche als Hampelmann der Etablierten die Piraten als „auf’s Internet konzentrierte chaotische Kostenloskulturisten“ diffamiert und denken Sie sich noch ihre geisteskranken Erweiterungen dazu in Richtung „Piraten == neue NSDAP“ aus. Gerne können Sie dank der ebenfalls von der Piratenpartei gegen aktuelle Versuche, diese zu untergraben, verteidigte Meinungsfreiheit, diesen Bullshit hier posten. Doch bitte bedenken Sie, dass sie sich auch ohne Beleidigungen und Verleumdungen lächerlich machen können. Zwar nicht unbedingt so sehr, aber man kann ja daran arbeiten.
          Im Übrigen macht es die Meinung gesunder Menschen über Ihren Intellekt und Ihren geisteszustand nicht unbedingt besser, dass sie diese Seite hier mit „Hier wird zensiert!“ vollspamen. Schon ein „Hier wird zensiert!“ hier unzensiert lesen zu müssen, tut gesunden Menschen wie mir regelrecht im Kopf weh. Aber ihre Schlussfolgerungen müssten eigentlich durch die Genfer Konventionen verboten sein.

          • Dirk schrieb am

            Das ist ein anderer Dirk, nicht ich.
            Es gibt eben Leute, die die Piratenpartei bekämpfen, weil sie ihre Interessen gefährdet sehen. Selbstverständlich gehört auch die Nazikeule zu deren Angriffsmitteln.
            Die Piratenpartei sollte sich davon nicht kleinkriegen lassen und in einen Distanzierungswahn verfallen.
            Nur die offene Diskussion führt zu den richtigen Ergebnissen. In einer offenen Diskussion schadet es nicht, wenn extreme Positionen geäußert werden. Denn sie können argumentativ widerlegt werden.

    • Caesar schrieb am

      Warum hier zensiert wird? Weil sich die Piraten immer ihre eigene Wahrheit stricken

      • Dirk schrieb am

        Die Piratenpartei ist zu feige, wirklich heikle Themen anzugehen!

        • Dirk schrieb am

          wenn ich das lese komme ich zu dem Schluss – Die Piraten sind feige, totalitär, undemokratisch und das Gegenteil von Freiheit. Mir wird schlecht, sowas hatten wir schonmal in Deutschland

          • Lodre schrieb am

            Ja, mir wird auch gerade schlecht – aber das kommt wohl eher von deinen Kommentaren! Du wirfst mit Beschuldigungen um dich ohne wirklich konkrete Argumente oder Gründe vorzubringen.
            Du behauptest also, dass die Piraten für Enteignungen sind? *facepalm*
            Kumpel, hast du dir auch nur mal Ansatzweise den Artikel dort oben durchgelesen? Dort haben sie eine klare Begründung abgegeben, warum sie sich so sehr gegen ACTA, SOPA und den ganzen Müll aufregen: Sie sind bereit für kulturelle Güter zu zahlen – aber nur, wenn das Geld auch wirklich denjenigen zu Gute kommt, die für diese Güter verantwortlich sind. Dies ist auch mithilfe des heutigen Internets in den meisten Fällen machbar, indem man seine Produkte auch auf Seiten wie ebay, livejournal, eigenen Homepages oder auch in den dazugehörigen Foren der verschiedenen Szenen anbietet (.
            Btw, wie kommst du eigentlich auf „feige, totalitär und undemokratisch“? Soweit wie ich das verstanden habe, wurde hier ein Kommentar gelöscht, der eine rassistische Bermerkung (oder ähnliches) enthielt und sowas wird in der Regel IMMER gelöscht (da brauchst du nicht mit den „Meinungsfreiheit“-Argument anzukommen, das klappt nicht (Menschliche Würde>Meinungsfreiheit)).

    • Ben schrieb am

      Erster Kommentar muss vermutlich freigeschalten werden? Spam und so, wissen schon, danach kann man ohne Freischaltung posten. Geht halt einfach nicht anders, wenn man nicht endlos Zeit mit Spam löschen verbringen will.

  7. Anonymous schrieb am

    ah, Bodo ist weg. Offenbar gibt es doch noch Leute mit Verstand in der Presseabteilung. Mucho Gusto!

    • Dirk schrieb am

      Nein, das sind Leute mit gewaschenem Gehirn.
      Die Piratenpartei hat sich damit als genauso verlogen erwiesen wie die etablierten.

  8. Evi1M4chine schrieb am

    Ein „reformieren“ des Urheber„rechts“ ist ungefär so, wie die Pferdekutsche zu „reformieren“, damit sie in einer Welt der Automobile existieren kann.
    Die Zeit ist vorbei. Urheberrecht, egal wie, ist weder technisch noch gesellschaftlich durchsetzbar, und vorausgesetzt man will auch keinen TPM-Chip in den Köpfen aller Leute und auf der Mainboards alle Geräte haben, auch physikalisch garnicht möglich.

    Ich hatte mein Geschäftsmodell für die Realität ja den Piraten schon vorgeschlagen. Kam keine Antwort. Bin wohl selbst für die Piraten noch etwas zu futuristisch…

    • Berufsmusiker schrieb am

      Sorry, aber das ist eines der dümmsten Argumente!
      Die Veränderung bestand nicht dadurch, dass man den Besitzern die Kutsche geraubt, bzw. unbefugt benutzt hat. Die Pferdekutsche wurde ja durch eine neuere Technologie ersetzt, für die auch bezahlt werden musste, weil sie Menschen hergestellt haben.
      Vergleich hinken immer, aber dieser steht nicht mal richtig!
      Sooo viel viel Nachgeplappere hier.

  9. Florian Pollok schrieb am

    Soso, meinen Kommentar zensieren und die 61 einfach austauschen. Soviel zur Transparenz und dem Mitmachprinz der Piraten. Gut, dass es Screenshots gibt….

    • Ben schrieb am

      Da reagiert jemand auf deine Kritik und dann ist es wieder verkehrt? Was denn nun?

    • db schrieb am

      kann es unter umständen sein, dass hier eine simple verwechslung des beitrages vorliegt?
      vielleicht findet ihr eure vermeintlich zensierten beiträge ja unter „101 Piraten sagen »Ja zum Urheber«“ wieder.

  10. Joe Völker schrieb am

    Punkt 2. missfällt mir sehr. Ich finde den Vergleich mit der „Kassette auf dem Schulhof“ schlecht. Erstens ist das erlaubt, das ist schon einmal ein großer Unterschied. Außerdem handelt es sich dabei um einen überschaubaren Rahmen. Man kannte den Empfänger privat (deswegen heißt es ja Privatkopie) und deren Herstellen war nur in Echtzeit möglich. Man konnte also seinem Kumpel an einem Tag (übliche Freizeit-Zyklen vorausgesetzt) eine oder zwei LPs überspielen.
    Ich finde, das ist eine vollkommen andere Größenordnung als seine gesamte Musiksammlung für alle Interessenten weltweit freizugeben. Daran ist nichts privat. Und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass manche, die sich dort bedienen, den Song gekauft hätten, wenn er nicht „günstiger“, aber illegal, im Netz zu finden gewesen wäre. Zerstört das nicht eigentlich den ganzen Markt des Musikvertriebs, also eine Menge Arbeitsplätze? Was ist mit dem Angestellten im Plattenladen?
    Was die Piraten fordern, ist keineswegs Alltag.Ich glaube, dass die meisten Menschen keine Musik illegal aus dem Netz saugen. Ich glaube auch, dass sich diese Praxis vor allem in bestimmten Szenen und in Bezug auf bestimmte Musikstile vorherrscht.
    Ich glaube, dass viele Menschen ein Gesetz als Norm verstehen, und eine Sache einfach deswegen nicht machen, „weil sie verboten ist“. Ich finde das vollkommen normal.
    Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wenn mir das Ansinnen des Musikers, für seinen Song Geld zu verlangen, missfällt, kann ich ihn ja mit Nichtachtung strafen, seine Musik ignorieren, anderswo hingehen. Das ist Freiheit. Aber zu sagen, es gefällt mir, ich will es haben, aber den geforderten Preis zu zahlen sehe ich nicht ein, also nehme ich es mir einfach: Das ist mir extrem unverständlich. Wo gibt es so etwas sonst?
    Musik ist keine Dienstleistung wie 1x Autowäsche. Wenn ich Musik, die ich hören will, bewusst auswähle, dann tue ich das, weil sie mich innerlich bewegt, weil sie mich zum Lachen oder Weinen bringt, oder einfach macht, dass ich mich gut fühle. Das ist deswegen so, weil der Komponist und der Musiker ihre Emotionen (emotional ungeschützt) der Welt eröffnen. Wie kann ich dieses Angebot *einerseits* annehmen und *andererseits* dem, der mir da die Seele massiert, in Gegenzug so sehr Schienbein treten? Das ist mies.

    • Michael Küsters schrieb am

      Übrigens gab’s auch damals schon den „Swift Copy“ Modus. Als Kind konnte ein Klassenkamerad von mir eine CD in etwa 8 Minuten auf Kassette kopieren. Bei schlechterer Qualität sogar in 4 Minuten. Aber das nur am Rande.

      Stark bezweifeln würde ich auch, dass viele derer, die Musik über’s Internet raubkopieren, ihr Geld stattdessen in den Sparstrumpf stecken. Es lässt sich zwar nicht verallgemeinern, aber nahezu alle diejenigen, die ich kenne, welche überhaupt Geld für Musik ausgeben, tun dies trotz Filesharing, Youtube und wie sie alle heißen. Das Einzige, was sich hier geändert hat: dass sie dank youtube den Titel voll hören können, bevor sie sich entscheiden, ob er wirklich in ihr Musikbudget passt.
      Es findet hier eine Umverteilung von „Spontankäufen“ zu „nennenswert zu unterstützenden Künstlern“ statt. Profitieren tun hiervon tatsächlich diejenigen, die höherqualitative Werke produzieren.

      Diejenigen, die auch vor der Internetzeit nur Radio gehört haben, die ziehen sich die Titel jetzt bei Youtube rein aber wer schon vor dem Internet 0€ für Musik bezahlt hat, von dem kriegt man auch trotz „Todesstrafe auf Internetnutzung“ (absichtlich übertrieben) keinen Cent – also geht hier auch kein Geld verloren!

      • Ole schrieb am

        Na ja… Wenn hier wirklich „kein Geld verloren“ ginge, hätte der Verband der Musikindustrie wohl nicht einen Umsatzrückgang von 45% seit dem Jahr 2000 zu vermelden, wie man in den öffentlichen Geschäftsberichten nachvollziehen kann.

        Auch die „Filesharer-kaufen-mehr-Musik“-Theorie wird durch die Musiktmarkstudie der GfK Jahr für Jahr wiederlegt. Es ist schlicht eine falsche Behauptung.

        Bleiben wir doch bitte mal ein bisschen bei den Fakten.

        Ist ja ein legitimes Anliegen was hier vorgebracht wird, aber die Art und Weise wie viele ihre Ansichten unter der Nutzung von hanebüchenen Behauptungen zu untermauern versuchen, ist halt keine Diskussionsgrundlage und hilft keiner Seite weiter.

  11. Florian Pollok schrieb am

    Und nun wurde mein Kommentar von 15:57 erneut zensiert?!? Wofür steht diese Partei eigentlich?

  12. Florian Pollok schrieb am

    8 Kommentare zu 101 Piraten sagen »Ja zum Urheber«

    Florian Pollok meinte am
    09.04.2012 um 15:57 Folgendes:
    Wenn ich mir den Kommentar und den Namen hinter Platz 61 ansehe, dann wird mir schlecht. Da ist doch glatt ein Holocaust-Leugner unter den 101 Stellungnahmen. Vielleicht wünscht er sich ein Urheberrecht wie anno dazumal und die Piraten führen uns direkt zurück in die braune Vergangenheit.
    Pfui sage ich, dass 100 weitere Piraten sich nicht scheuen ihre “Statements” mit einem solchen zu veröffentlichen.
    Hier zwei Aussagen von Thiesen, falls die 100 anderen sich noch nicht mit seiner Person befasst haben sollten:
    “Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, daß diejenigen, die “Auschwitz leugnen” einfach nur pupertäre spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach – zumindest wenn man objektiv ran geht. –Bodo Thiesen 19:50, 15. Jul 2004″
    “Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland *jede* legitimation, Polen anzugreifen.”

    • Dirk schrieb am

      Ja und?
      Wenn die Piratenpartei für Offenheit und Meinungsfreiheit steht, muß sie auch Diskussionen zu diesem Thema ermöglichen!

      • Anonymous schrieb am

        Eintrag 61 hat den folgenden Wortlaut — Zitat– :
        „61. Ich bezweifle, dass es im Sinne der Künstler ist, dass ihre Werke, die sich im Laufe der Zeit zum Kulturgut der Menscheit entwickelt, den sog. Verwertern prozentual mehr Einnahmen generieren als den Künstlern selbst. Das Urheberrecht muss reformiert werden – zum Schutz der Urheber. Und Projekte wie “sellaband” zeigen in meinen Augen sogar, dass die Nutzer bereit sind sogar mehr zu tun, als Musikstücke nur zu kaufen.
        Tobias Frage, Kreisvorsitzender Landsberg am Lech“

        Lieber Florian, ich kann nicht erkennen, wie in dieser Äußerung eine Holocaust-Leugnung enthalten sein soll. Auch konnte ich bei einer Google-Suche nichts zu dieser Person in Hinsicht auf derartige Äußerungen finden.

        Bodo Thiesen ist übrigens wegen seiner Antisemitischen Einstellung ausgeschlossen worden, und zwar bereits 2009.

  13. ulrics schrieb am

    103. Fairness ist wichtig auch im Urheberrecht. Einseitige Gesetze zu Gunsten großer Firmen, sind für Künstler und Konsumenten schlecht.

    Ulrich Scharfenort (Künstler, Pirate, Konsument)

  14. Pingback: Nummer 81 | Kompass – Die Piratenzeitung

  15. Dynamite schrieb am

    Ich bin Musiker und Urheber meiner Musik und verkaufe auf den Konzerten eine Menge CDs. Diese Einnahmen decken zumindest die hohen Spritkosten für die Anfahrt und sind daher unverzichtbar.
    wenn alle meine Werke frei im Netz runterzuladen sind, wer kauft dann noch eine CD nach dem Konzert?
    Die meisten Leute gehen locker nach hause und ziehen sich meine Musik runter und ich hab nix davon.
    erzähl mir blos keiner, daß das nicht so wäre.
    Ich meine die GEMA sind Oberverbrecher das ist klar, aber ich habe immernoch die CD Einnahmen am Konzert Abend.
    Also was jetzt, muss ich am ende doch noch auf m Bau arbeiten gehn.

    • Franky schrieb am

      @dynamite du glaubst gar nicht wie voll dein nächstes Konzert ist, wenn die Musik „gefällt“

      • Anonymous schrieb am

        na du hast ja eine hohe Meinung von deinen Fans

        • Dynamite schrieb am

          Hi Franky, man kann die musik jederzeit im Netz anhören ich erreiche doch alle, über unsere HP, facebook, reverbnation, myspace, regioaktiv usw alles offen mit kompletten songs oder auch mal hörproben, Internetradios und normale radiosender spielen unsere musik usw nur kaufen kann man die musik nur über internetshops oder eben direkt bei uns. Die sache ist doch so, Leuten denen deine Musik gefallen würde, die finden dich erst gar nicht, weil abertausende mehr oder wenig begabte künstler alles mögliche ins netz stellen. frei oder nicht frei spielt meiner meinung nach gar keine rolle.

        • Dynamite schrieb am

          Hi Anonymus, es wäre nicht verwerflich, wenn ein Fan anstatt 15 Euronen zu zahlen die musik easy mal frei runterlädt, so das die normalität wäre. Hat also nichts mit der Meinung zu unseren fans zu tun.

  16. Nico Petermann schrieb am

    Also vielleicht sollten wir mit Hilfe der Parteibassis eine eigene Institution ins Leben rufen wo man die Gagen und Einnahmen der Künstler verwaltet und nur gegen einen geringen Verwaltungsaufwand direkt an die Künstler weitergibt. Was sicher äußerst schwierig gestaltet bei den Millionenverträgen aber vielleicht fangen wir mit Deutschland und dann Europa etc. Ist ja nur so ein Gedanke…

  17. B*5 schrieb am

    Alter, ihr habt ja echt ein Problem.

    Offensichtlich reicht eine normale Kommentarfunktion für euch nicht, ihr werdet mit höheren Ansprüchen konfrontiert. Kein Programmierer dabei, der eine versionierende Kommentarfunktion schreiben könnte? Keine vernünftigen Spamfilter? Keine kreative Idee wie das hier besser geht?

    Nichts törnt ab wie die Zensurscheiße. Schlimm genug, dass ihr einen von euch wegen Holocaust-Leugnung rausschmeißen müsst. Und ich meine das piratisch, nicht PClich. Überlegt mal, was das heißt ihr Pseudos.

  18. Victor Aveyron schrieb am

    Hallo zusammen,

    ich muss zugeben, Ich bin gespalten.

    Auf der einen Seite sehe ich ein, dass man das Raubkopieren (und ja, es ist illegal und es ist nicht hinnehmbar) selbst dann nicht verhindern könnte, wenn man noch so komplexe Kontrollmechanismen einführt. Eine Kontrolle dieser Art wäre nicht nur eine Pauschalverdächtigung aller User, sondern gar nicht erst möglich. Den Begriff der Zensur finde ich an dieser Stelle unangebracht. Wer auch immer glaubt, das Unterbinden von illegalen Downloads hätte etwas mit Zensur zu tun, sollte mal überlegen, was er da für einen Unsinn von sich gibt.

    Ich sehe auch, dass man zum Thema GEMA durchaus kritisch sein kann, wobei ich glaube, das jede andere Struktur ebenfalls langfristig wieder in einer solchen Organisation münden wird, so nobel die Ziele am Anfang auch sein werden. Aber ja, ich glaube, dass der Wasserkopf GEMA optimiert werden muss, und das die Künstler einen höheren Wertanteil erhalten müssen.

    Auf der anderen Seite finde ich es allerdings erbärmlich, mit welchen fadenscheinigen Argumenten (Das haben wir immer so gemacht, Wer kauft schon die Katze im Sack, Durch unsere Raubkopien werden viele Künstler erst entdeckt) hier Diebstahl (ja, ich halte es für Diebstahl) legitimiert wird.
    Wer also sagt, dass man das immer so gemacht hat, dem möchte ich entgegnen, dass wir schon immer Krieg geführt haben (Oder kennt jemand eine Jahreszahl, in der kein Krieg war?). Ist Krieg also richtig?
    Wer sagt, dass er nicht die Katze im Sack kauft, den frage ich, ob er im Lebensmittelladen die Packungen aufreißt und probiert, oder ob er da die Katze im Sack kauft? Oder ob er ins Bordell geht und sagt, dass er gerne ein Pröbchen hätte um zu sehen, wie es so ist. Irgendwie glaube ich nicht daran.
    Wer der Meinung ist, durch seine Raubkopiererei würden junge Bands erst entdeckt, dem möchte ich gerne ein Fieberthermometer schenken. Das ist der größte Quatsch, den ich je gehört habe, und ich muss Dynamite den Rücken stärken.
    Ich habe nichts gegen eine Änderung des Urheberrechtes, aber ich habe etwas dagegen, wenn hier Argumente gebracht werden, warum man ruhig dagegen verstoßen kann, solange es nicht geändert ist.
    Und jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich bin ein Freund von konstruktiven Diskussionen.
    Victor Aveyron

    • CK schrieb am

      Hallo Herr Averyon,

      gerne gehe ich auf Ihren Hinweis, Freund einer konstruktiven Diskussion zu sein, wie folgt ein:

      In Bezug zu Ihrer These, Die Kriminalisierung und Pauschalverdächtigung habe nichts mit Zensur zu tun, ist in der Hinsicht falsch, da nicht nur Personen von Kriminalisierungen und Pauschalverdächtigungen betroffen sind, sondern vor allem Konstrukte wie Übertragungsprotokolle und Webplattformen. Längst hat sich in den Köpfen unmündiger Mitbürger der Eindruck festgesetzt, dass P2P-Verfahren wie Bittorrents, One-Click-Hoster und das Usenet ausschließlich und grundsätzlich für illegale Zwecke verwendet werden. Dass diese Dienste primär einem sozialverträglichem Zweck dienen, so z.B. Urlaubsbilder, die nicht in den E-Mail-Anhang passen, zu verschicken, große Linux-Distributionen auszutauschen oder schlicht Nachrichten zu verbreiten, wird bei den Illegalisierungskampagnen gegen diese Dienste (s. Megaupload) bewusst ignoriert. Da eben zu einem großen Teil Inhalte damit zurückgehalten werden, die völlig legal übertragen werden und teilweise sogar eine Meinungsäußerung beinhalten, kann man in Ermangelung eines besseren Wortes durchaus von einer Zensur sprechen.

      Was die Argumentation der „fadenscheinigen Argumente“ angeht, muss ich ebenfalls wehement widersprechen: Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber ich habe meine Musikrichtung und meine Lieblingsband, für die ich inzwischen dreistellig Geld gelassen habe und das als mittelloser damals Schüler, heute Student nur durch das Tauschen von Musik entdeckt. Übrigens hier ganz analog zu den Kassetten: Mit einem USB-Stick im Freundeskreis. Ganz privat. „Quatsch“ hin, „Fiederthermometer“ her bleibt es Fakt, dass ausschließlich 08/15-Mainstream-Stümper ohne die Promotion der Warez-Szene und von selbst gegen den Willen der Künstler illegalisierte Quellen wie z.B. Youtube entdeckt werden können. Beispiele wie Minecraft zeigen, wie ein einfaches Spiel es vor allem dadurch zum Kassenschlager schafft, indem es Raubmordkopiererei explizit ermöglicht. Es wird hier dem Server die Möglichkeit gegeben, unlizensierte Spieler zuzulassen, und beim Client eine Meldung eingeblendet. Komisch, dass trotz der angeblichen „Alles umsonst!“-Mentalität der Netzgemeinde dieses Spiel trotz der nahezu uneingeschränkten Möglichkeit, dieses kostenlos zu spielen, bisher mehr als 5,5 Mio. mal gekauft wurde und damit ein Umsatz von schätzungsweise 80 Mio. Euro generiert wurde.
      Auch weigere ich mich tatsächlich, Inhalte jeglicher Art blind zu erwerben. Ich gebe zu, dass ich einige PC-Spiele illegal beschafft habe und die meisten davon habe ich nie legal erworben. Doch Spiele, die mich mehr als 2 Stunden fesseln, die kaufe ich tatsächlich nach dem Ausprobieren ganz regulär. Nur sehe ich nicht ein, mich von tollen Grafiken und SMS-langen Beschreibungen auf den Verpackungsrückseiten blenden zu lassen, und Demos gibt es zum einen sehr selten, zum anderen ermöglichen diese selten einen Eindruck. Gleiches gilt für Filme, wobei hier die Vorschaumöglichkeiten besser sind, und Musik.
      Übrigens ist der Vergleich mit dem Aufreißen der Lebensmittelpackungen und dem Probieren im Bordell bei aller Liebe völlig absurd. Zum einen gibt es in den meisten Fällen tatsächlich die Möglichkeit des Probierens. Während bei Produkten, die so teuer wie ein Film sind, wie z.B: Parfums immer Probierflaschen danebenstehen oder eben welche vom Kunden aufgemacht werden, kann man selbst kostengünstige Produkte wie Honig in Probiergrößen kaufen. Bei Dienstleistungen hat man oft das erste Mal frei. Nicht immer, aber häufig. Zum anderen, und nun kommt der Unterschied, der die Absurdität bekundet: In allen Fällen entstünde und entsteht durch ein unentgeldliches Probieren ein reeller wirtschaftlicher Schaden. Da dieser aber beim Vorschauen, Reinhören, Anspielen eines virtuellen Titels völlig entfällt und sich der Preis nicht im Hartgeldbereich bewegt, sondern oftmals über einen braunen Schein hinausgeht, besteht hier m.M.n. die PFLICHT, den Artikel testen zu können. Wo dies bei echten Waren längst selbstverständlich ist (entweder direkt im Laden oder per Widerrufsrecht in Onlineshops), ist dies merkwürdigerweise bei Waren, die gar keine echten Waren sind, nicht eindeutig gesetzlich geregelt.

      Zum „Diebstahl“ muss ich erst einmal kurz meine Kopie des Strafgesetzbuchs herausholen. Mal sehen, §242, da haben wir es ja: „Diebstahl – (1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar.
      Okay, soweit klar. Nur frage ich mich jetzt hoffentlich zu recht: Erstens, wo z.B. ein Musiktitel eine „fremde bewegliche Sache“ ist. Zweitens, wem ich diesen Musiktitel hiermit „wegnehme“. Aber hier hat die Lobby Abhilfe geschaffen: Durch ein virtuelles Konstrukt, „geistiges Eigentum“ genannt. Doch muss ich gestehen, dass ich auf Dinge, die man nur mit schwerwiegenden Geisteskrankheiten oder unter dem Einfluss von starkem Betäubungsmitteln sehen kann, nicht viel gebe.

      So, ich denke, ich habe genug getextet.
      Auf eine konstruktive Diskussion. Nur bitte ohne „Fieberthermometer“ und dergleichen ;-)

      • Victor Aveyron schrieb am

        Wo ich doch so ein Freund von Fieberthermometern bin. ;-) Im Ernst, ich denke, manchmal muss man ein wenig übertreiben um Dinge verdeutlichen zu können.

        Zum Thema Zensur oder nicht, bediene ich mich mal kurz dem Wikipedia:
        Als Zensur im Internet werden verschiedene Verfahren von Staaten oder nichtstaatlichen Gruppen bezeichnet, deren Ziel es ist, die Publikation von bestimmten Inhalten über das Internet zu kontrollieren, zu unterdrücken oder im eigenen Sinn zu steuern. Vor allem Nachrichten und Meinungsäußerungen sind davon betroffen, in einigen Staaten auch Webseiten mit erotischem oder religiösem Inhalt. Die Zensur im Internet unterscheidet sich damit nicht grundsätzlich von der Zensur anderer Massenmedien.

        Ich teile die Meinung, dass eine Verteufelung von Technologien unsinnig ist, aber ich teile die Meinung der ‚unmündigen‘ Mitbürger, dass die primäre Nutzung (nicht ausschließlich, aber sehr wohl primär) dem illegalen Austausch von geschützten Werken dient. Natürlich kann ich es nicht belegen und man möge mich gerne eines Besseren belehren, aber das ist nun mal mein Eindruck. Wie definieren wir eigentlich den ‚unmündigen Mitbürger‘?
        Natürlich gibt es auch einen Austausch von legalen Inhalten und einen Austausch von Meinungen, und beides finde ich völlig legitim, aber beides ist auch nicht einem Urheberrecht unterworfen. Was Dienste wie Megaupload, etc. angeht, so warte ich die anhängigen Gerichtsverfahren ab, wobei ich zu den Leuten gehöre, die ein Urteil als legitim akzeptieren und wenn ein Gericht zu dem Urteil kommt, dass es sich illegale Aktivitäten handelt, habe ich keinen Grund das anzuzweifeln.
        Nichts desto trotz halte ich es für paranoid das Schließen von Filesharingservices aufgrund (vorhergegangener gerichtlich nachgewiesener) illegaler Aktivitäten als Zensur zu bezeichnen.

        Was die fadenscheinigen Argumente angeht, so bleibe ich bei meiner Meinung, dass es Diebstahl ist. Ich weiß, ich weiß, formal nach Gesetzestext ist es kein Diebstahl, aber dennoch eignet man sich unrechtmäßig ein Gut an, was für mich den Wesenskern des Diebstahls darstellt. Man mag es nennen, wie man will, ich nenne es Diebstahl.
        Und es ist schön, dass einzelne Spielehersteller und auch Musiker und andere Künstler erfolgreich geworden sind, weil sie ihre Spiele im Internet kostenfrei angeboten haben, doch das war ihre eigene Entscheidung. Wenn der Künstler, oder der Rechteinhaber (ja, ich weiß, die sind nicht beliebt) diesen Weg nicht gehen wollen, muss dieser Wille respektiert werden. Ich lese oft genug das Argument, dass das klassische Geschäftsmodell überholt ist, und ich widerspreche dem nicht, aber das ist nicht die Legitimierung dafür, diese Güter illegal zu erwerben nur weil einem das klassische Geschäftsmodell nicht gefällt.

        Was das Thema ‚Pröbchen‘ angeht, so denke ich mal, dass auch die Spielerhersteller und auch die Musikindustrie die Möglichkeit bietet, in die Sachen hinein zu schauen und zu hören. Dafür muss ich sie nicht komplett kopieren. Außerdem, wer legt denn die Grenzen fest? Wer sagt denn, WANN man ein Spiel kauft? Nach 2 Stunden Spielspaß? Nach 4? Wer hält sich daran? Soll jeder selbst entscheiden können, ob er ein Produkt bezahlt oder nicht? Das gibt es in keinem anderen Wirtschaftsbereich und ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.
        Den Vergleich mit den aufgerissenen Lebensmittelpackungen finde ich gar nicht so falsch, weil nämlich alle Beispiele, die Sie nennen, Probierflaschen von Perfüms, Probierstände im Lebensmittelläden, etc. alles Eines gemein haben: Sie werden vom Händler angeboten. Nicht von irgendeinem Käufer, sondern vom Händler. Und das gibts zum Thema Filme und Musik auch, wobei das natürlich immer nur sehr kleine Ausschnitte sind.
        Im Übrigen glaube ich, dass wir die Umtauschproblematik bei Filmen und Musik nicht hätten, wenn wir die Raubkopie-Problematik nicht hätten.

        Zum Thema Diebstahl hab ich mich ja schon geäußert. Im Gesetzestext ist es natürlich kein Diebstahl, aber wenn man mal ehrlich ist, und alle Haarspaltereien weg lässt, ist es das sehr wohl.

        Viele Grüße
        Vic Aveyron

        • CK schrieb am

          Sehr geehrter Herr Averoy,

          bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihre Antwort so spät erst beantworte. Und dabei ist die Diskussion mit Ihnen so angenehm, da konstruktiv!
          Zur Zensur muss man bedenken, dass in der heutigen Politik nicht etwa einzelne Meinungsäußerungen direkt gesucht und geschwärzt werden, sondern vielmehr die gesamte Plattform dafür stillgelegt wird. Sprich: Wenn sie könnten, würden sie ein komplettes IRC-Netz abschalten, wenn es auch nur einen Channel gibt, in dem verfassungsfeindliche Inhalte besprochen werden.
          Dass die Dienste nicht primär für illegale Handlungen verwendet werden, sollte schon beim gedanken, wie und warum diese erfunden wurden, naheliegen: Das Usenet wurde noch vor dem WWW als Verbreitungsmöglichkeit von Nachrichten und als Vorform der Mail-Lists und damit der Foren, wie wir sie heute kennen, konzipiert. Dass heute viele „bin“-Newsgroups existieren, die Daten schieben, ist nicht Schuld des Dienstes. Das Torrent-System wurde geschaffen, um in Zeiten, als Speicher und Traffic noch sehr viel kosteten und die Bandbreite von Servern gering war, große Datenmengen wie Linux-Distributionen schnell, kostengünstig und vor allem solidar verteilt werden. Denn jeder, der diese Distribution hochlädt, stellt sie gleichzeitig für andere zum Download zur Verfügung. Sehr fair. Dass auch hier viele Warez ausgetauscht werden, ist wieder nicht Schuld des Dienstes. Und zuletzt die One-Click-Hoster. Wenn Sie nicht gerade wie ich ein paar E-Mail-Server selbst betreiben, werden Sie sicher bei den Freemailanbietern gelandet sein. Diese haben 3 Einschränkungen: a) Die maximale Größe der Anhänge beim Senden, b) die maximale Größe der Anhänge beim Empfangen und c) die Größe des Postfaches. Damals eher als heute haben diese Limitationen effektiv verhindert, dass man seinen Verwandten Urlaubsbilder oder gar Videos schicken konnte. Programmierer konnten sich nicht unkompliziert untereinander austauschen, Studienunterlagen, Verschläge für Wahlplakate *g*, all dies passte nicht in mindestens eines der Limits. Dies zu umgehen, gab es drei Möglichkeiten: a) Die Mail fragmentieren: Damit kommt es nur noch auf die Größe des Empfängerpostfachs und die Spam-Richtlinien an. b) Einen Webspace betreiben oder anmieten, um die Dateien zwischenzulagern, was aber bei weitem nicht jeder kann. Oder: c) Einen One-Click-Hoster erfinden. Und dies ist dann auch geschehen. Dass auch dieser Dienst missbraucht wird, ist wieder nicht problem des Dienstes.
          Oder wollen Sie den Waffenhersteller, der die Dienstwaffen für unsere schutzbedürftigen Polizeibeamten herrstellt, dafür verantwortlich machen, dass die wenigsten abgefeuerten Schüsse in äußerster Notwehr von dazu berechtigten Personen getan werden?
          Eines muss klar sein: Das Urheberrecht ist ganz klar ein zu schützendes Recht. Aber es darf keinesfalls so viel wiegen, dass andere um Welten wichtigere Rechte einer um Welten größeren Personengruppe dafür eingeschränkt werden. Ansonsten geht es uns nachher wie in iRobot, wo unser Freiheitsrecht zugunsten unseres Rechts auf körperliche Unversehrtheit aufgehoben wird. Oder, um es mit Benjamin Franklins Worten zu sagen: „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“
          Es kann nicht sein, dass für ein überholtes, nicht gerechtes Urheberrecht die Freiheit des Internets und damit gleich mehrere Grundrechte beschnitten werden. Und klar, den einen mag es vielleicht nicht interessieren, kostenlose Software nicht mehr verbreiten, größere Medien (auch als Ausdruck einer Meinung) nicht mehr versenden und geekige Nachrichten nicht mehr empfangen zu können. Andere hingegen schon. Und aus diesem Grund dürfen genau so wenig Dienste für deren geringen Missbrauch büßen wie der Waffenhersteller für illegale Schüsse haftet. Denn das Recht auf freie Meinungsäußerung, persönliche Entfaltung, Zugang zu Bildung und Wissen usw. wiegen mehr als das Urheberrecht.
          Was die freie Entscheidung der Künstler angeht, muss ich widersprechen: Kunst ist definitiv Teil der Kultur. Und es gibt ein Grundrecht auf Kultur. Ebenso gibt es den Paragraphen 14, Absatz 2 des Grundgesetzes. Wer ein Mittel zur Krebsbekämpfung erfindet, darf eben nicht frei entscheiden, ob er es auf den Markt wirft. er darf freilich gut daran verdienen. Aber er darf es nicht zurückhalten, denn Gesundheit ist ein Grundrecht. Künstler dürfen und sollen ebenfalls gut verdienen. Aber sie dürfen deshalb nicht die heutigen Vertriebswege ignorieren. Es ist eben nicht deren Entscheidung und das sieht man in Hinblick auf den zivilen Ungehorsam auch deutlich: Wo sie bekunden, kein Interesse am Markt zu haben, macht es der Markt eben ohne Sie. Leute wie Schmitz verdienen sich anstelle der Künstler eine goldene Nase. Nicht unser Problem, Problem der Künstler.
          Was die Pröbchenvergleiche angeht, verstehe ich diese immer noch nicht. Wenn ich beispielsweise einen Computer im Versand kaufe, kann ich diesen 14 Tage lang ausprobieren und dann kostenfrei zurückschicken. Wenn ich einen Film kaufe und nach 5min merke, dass dieser nichts ist, habe ich Pech gehabt? Und wie gesagt: Das Probieren von Lebensmittelpackungen, die 2€ kosten und beim Probieren einen Schaden von 2€ verursachen mit „Kunst“ zu vergleichen, die 60€ kostet und beim Probieren 0€ Schaden verursacht, geht nicht wirklich an. Übrigens wird das 14-tägige Widerrufsrecht nicht von Händlern angeboten. Im Gegenteil, diese knirschen (teilweise zurecht) mit den Zähnen. Und dass man ein Produkt nicht mehr zurückgeben können darf, weil man es in der Zeit hätte kopieren können, ist doch wohl auch absoluter Unfug, denn erstens hat man diese Kopie mit diversen Abgaben auf alles, was nur im Entferntesten mit Kopien aller Art zu tun hat, bezahlt, zum Zweiten kann man auch die Ideen von Hardware kopieren, zum Dritten darf hier wieder nicht ein Recht eingeschränkt werden, weil es ein Missbrauchspotential besteht, und zum Vierten kann man mit der Argumentationen Videotheken problemlos verbieten.
          So, ich muss zur Vorlesung.
          Bis dann!

          • Victor Aveyron schrieb am

            Hallo Herr/Frau CK ;-),
            kein Stress, es gibt Wichtigeres im Leben als eine schnelle Antwort :-)

            Eins vorweg: Ich bin nicht dagegen, Missstände zu ändern und ich bin auch nicht gegen die Piratenpartei, denn wäre ich das, würde ich nur vor mich hin meckern und mir nicht die Mühe machen, mich mit denThemen auseinander zu setzen.
            Ich bin auch nicht gerade unerfahren, was das Thema Internet angeht, und meine eigenen Raubkopiererzeiten waren zu einer Zeit, als man das noch mit Floppy-Disk betrieben hat. Rückbetrachtet habe ich mir damals überhaupt keine Gedanken darum gemacht, dass das, was ich da getan habe, falsch war. Daher denke ich, ich weiß, wovon ich rede.

            Beim Thema Zensur muss man jetzt wirklich mal differenzieren. Eine Zensur in dem Sinne, dass Meinungsbildung und skeptische Äußerungen unterdrückt werden sollen, ist inakzeptabel. Das hat aber so gar nichts damit zu tun, illegale Handlungen zu unterbinden. Natürlich funktioniert (oder funktioniert auch nicht) das über die gleiche Infrastruktur, aber das bedeutet nicht, dass die Infrastruktur auch beiden Zwecken dient.

            Wenngleich ich gerne zugebe, dass es Politiker mit Allmachtsphantasien gibt, die kritische Äußerungen unterdrücken wollen, und wenngleich ich zugebe, dass es viel mehr Politiker gibt, die Meinungsäußerungen im Internet schlicht und ergreifend aus Angst kontrolliert sehen wollen, sehe ich keinen Ansatz einer kommenden Zensur.

            Gewiss ist Angst immer ein schlechter Ratgeber, aber wenn man sich das Thema Terror man anschaut, ist es nicht unbegründet. Natürlich ist eine Überwachung des Internets keine Terror-Lösung des Problems, da dort auch nicht die Ursachen des Terror-Problems zu finden sind, aber es ist ein nachvollziehbarer Gedanke, die Folgen der Fehler, die an anderen Stellen gemacht werden, einzugrenzen.
            Das macht es nicht richtig. Aber all das hat nichts mit 3-Strikes, ACTA, etc. zu tun, und die Angst, die von Politikern vor Terror geschürt wird, um Volkes Willen auf ihre Seite zu ziehen, diese Angst schüren m.E. andere Politiker vor ACTA.

            Was das Thema primäre Nutzung von Diensten angeht, so bin ich nicht der Meinung, dass jeder Dienst für die Zwecke genutzt wird, für die er entwickelt wurde. Die Entwicklung neuer Technologien setzt (im Regelfall, es gibt Ausnahmen) ein hohes Maß an Idealismus voraus, und auch die Kommunikations- und Transportwege, die das Internet ermöglicht, sind nicht erschaffen worden, um illegale Aktivitäten zu fördern. Aber sie werden so genutzt. Wie gesagt, ich habe vor ca. 20 Jahren selbst Dinge kopiert, die mir nicht gehörten, aber nur weil ich das getan habe, ist es doch nicht richtig.

            Wenn man mal schonungslos ehrlich ist, ist der Missbrauch dieser Technologien heute Status Quo. Das heißt nicht, dass es jeder tut, es heißt nicht, dass niemand die Sachen so nutzt, wie sie vorgesehen waren, aber es WIRD missbraucht. Und es wird nicht in unerheblichem Umfang missbraucht. Wenn man sich die 101 Stellungnahmen der Piraten oben anschaut, so gibt nahezu jeder 3. zu, sich selbst illegaler Kopien zu bedienen (was ich schon sehr dumm finde, wenn man bedenkt, dass jeder in diesem Forum lesen kann). Noch schlimmer finde ich, dass die Leute es gerechtfertigt finden. Ich zitiere mal:
            Ohne die Möglichkeit, Werke derzeit »illegal« im Netz konsumieren und weitergeben zu können, hätte ich die meisten meiner Lieblingskünstler im Mainstream der traditionellen Medien niemals entdeckt, keine Musik von ihnen gekauft, kein Konzert von ihnen besucht, kein Kunstwerk oder Buch erstanden, keine DVD bestellt etc. Und jetzt erzählt mir bitte noch einmal, dass mein Verhalten Existenzen vernichtet!

            Die Dienste werden im großen Stil missbraucht, wie im Verfahren gegen kino.to ja gerade aktuell auch nachgewiesen wurde (nein, ich glaube nicht daran, dass Richter von irgendwem korrumpiert wurden). Das bedeutet nicht, dass die Technik oder der Dienst grundsätzlich schlecht sind, aber es bedeutet, dass es missbraucht wird und gegen diesen Missbrauch wende ich mich.

            Niemand, wirklich niemand, wird von einem Gericht verurteilt, weil er seine eigenen Urlaubsfotos über einen Dienst bereitgestellt hat, der von Anderen für illegale Zwecke missbraucht wurde. Natürlich hat das Schließen der Dienste auch für die Nutzer negative Folgen, die sich rechtmäßig verhalten haben, aber wenn ein Bücherladen geschlossen wird, weil der Besitzer unter dem Ladentisch Kinderpornographie verkauft hat und im Knast ladet, kann derjenige, der über den Laden sein Bibel-Abo bezogen hat, auch nur daneben stehen bleiben und zuschauen.

            Ich mag das Beispiel mit der Dienstwaffe. Der reguläre Waffenhändler, der einen Ausweis verlangt und sich an die Gesetze hält, ist mein Amazon und der Gebrauchtwarenhändler, der die Waffen ohne Kontrolle darüber, wer was bei ihm kauft, vertickt, der ist mein kino.to.
            DANN stimmt das Beispiel und DANN sprechen wir die gleiche Sprache. Natürlich wird dieser Händler zur Verantwortung gezogen, wenn jemand mit dieser Waffe erwischt wird.

            Reden wir über wichtigere oder unwichtigere Rechte oder reden wir über Rechte von Massen und Rechten von Einzelnen? Das Recht auf freie Entfaltung gem. Art 2, Abs. 1 des GG, gilt auch für Künstler und Händler. Das kann nicht aufgehoben werden, nur weil viele Andere das gerne hätten.
            Den Vergleich mit Ben Franklin versteh ich nicht, da das Urheberrecht und das Verbot, Dinge zu kopieren, nichts mit Freiheit oder Sicherheit zu tun haben, sondern damit, ob ich für meine Waren bezahlen will oder nicht. Bitte nicht mit dem Thema Zensur verwechseln.

            Und in meinen Augen gibt es keine Freiheit des Internets, sondern nur Freiheit von Menschen. Von ALLEN Menschen, auch von Künstlern und Händlern.
            Wenn ich von den freien Entscheidungen der Künstler rede, dann rede ich davon, WIE und zu welchen Konditionen sie ihre Werke zur Verfügung stellen. Natürlich enthält Art. 14GG das Gebot, dass man der Allgemeinheit bieten soll, aber von Selbstaufgabe oder davon, dass Andere darüber bestimmen wie man das tut, davon kann und wird keine Rede sein.

            Was den Pröbchenvergleich angeht, so teile ich die Meinung nach wie vor nicht, und ich sehe keinen Unterschied darin, mir eine Ware für 2 Euro unrechtmäßíg anzueignen oder eine Ware von 60 Euro unrechtmäßig anzueignen.
            Um es zu erläutern: Ich höre immer wieder Leute sagen, dass sie Filme downloaden und wenn der Film toll ist, würden sie ihn auch kaufen. Die gleichen Leute sagen mir, ja wozu soll ich den Film denn kaufen, ich kenne ihn doch schon. Ich will ihn gar nicht mehr sehen, also wozu soll ich Geld ausgeben. Sorry, aber diese Argumentation ist einfach Unrecht.

            Das mit dem Widerrufsrecht ist doch nur gekommen, weil Händler diese Handelswege missbraucht haben. Der Staat hat eingegriffen und hat zum Schutz der Konsumenten den Händlern Sanktionen auferlegt. Aus dem gleichen Grunde, nur diesmal beim Konsumenten, wird (und das steht außer Frage) der Staat wieder eingreifen und Sanktionen gegen Raubkopierer auferlegen. Diesmal zum Schutz der Händler, und ich finde es legitim.

            Ich bin ein absoluter Gegner der Urheberrechtsabgabe auf Datenträger, etc., gerade WEIL es nicht erlaubt ist, Dinge zu kopieren, und weil diese Abgabe somit widersinnig ist. Ich bin aber auch absolut dagegen, Raubkopierertum zu legitimieren. Das gilt auch für die Raubkopieren, die von Filmen gemacht werden, die von Videotheken ausgeliehen werden.
            Wenn jemand einen Film nur einmal sehen will, warum also dann stehlen, anstatt ihn sich über eine (Online-)Videothek zu leihen?

            Viel Spaß in der Vorlesung
            Victor Aveyron

      • Berufsmusiker schrieb am

        Eigenartig, dass die Leute, die in ihrem Leben offensichtlich noch nie etwas kreatives geschaffen haben, das Urheberrecht abschaffen wollen und das Recht auf geistiges Eigentum generell in Frage stellen, obwohl es Bestandteil der UN-Menschenrechtscharta ist. Kretivität ist „Der Rohstoff Europas“!
        Ihr macht Euch zu Lobbyisten von Youtube, Google, Megaupload, Kino.to, iTunes, Facebook und wie die ausbeuterischen Internet-Datenkraken alle heißen, die aus der schöpferischen Leistung der Künstler Milliarden machen, ohne die Schöpfer zu beteiligen.
        Und die ach so sozial denkenden Piraten befeuern diese Ausbeutung, um ihre gierige Klientel zu befriedigen! Zynische Doppelzüngigkeit!
        Als ob es keine anderen Probleme auf der Welt gäbe.
        Das nenne ich „Wahren Populismus“!

  19. Ronald nicht Mc Dunald schrieb am

    Bääää ich bin sehr enttäuscht, in der Piratenpartei schon wieder eine Linksgerichtete Sozi Partei vorzufinden, als ob es sowas im Politischen Spektrum nicht schon genug gibt. Linke, Grüne, SPD, CSU, CDU FDP… alles einheitslinksparteien und die Piraten sind da links neben den Grünen.

    Für mich unwählbar, dann lieber die Partei Bibeltreuer Christen oder die Autofahrerpartei.

  20. Karl schrieb am

    Die Gegenwärtige Lösung im Urheberrecht lässt auch einem Benutzer mit ehrlichen Absichten im Regen stehen. Früher konnte man unbehelligt und legal im Rahmen der Privatkopie eine Kopie von einem Orginal anfertigen. Da mittlerweile fast alle Medien kopiergeschützt sind ist dies genaugenommen nicht mehr möglich. Wir zahlen Urheberrechtspauschalen auf Drucker, Kopierer, Scanner, Multifunktionsgeräte und Brenner, aber die legale Nutzung wird immer weiter eingeschränkt. So geht das nicht meine Herren Rechteverwerter!

    Ich selbst habe hunderte Musik-CDs zu hause die ich früher noch im Rahmen der Privatkopie in Kopie besaß mittlerweile im Orginal erkauft. Einfach nur aus Überzeugung und Sammlerwut :). Dafür habe ich hunderte Euro bezahlt und erwarte, dass die Musiker daran den Löwenanteil erhalten und nicht Verwerter, Manager und Plattenfirmen.

    Im Computersektor wird es noch interessanter: es gibt Firmen die es sich offenbar zum Geschäftsmodell gemacht haben ihre Einnahmen für die Entwicklung zweifelhafter Spiele (…simulator 20xx etc.) mit Abmahnungen zu stützen. Da werden die Spiele für 5-10 Neupreis rausgehauen sind aber inhaltlich so schlecht umgesetzt, dass man gradezu aufffordert, sich dieses über eine Tauschbörse oder andere Kanäle vorher anzusehen, sofern keine Demo vorhanden ist und man nicht gewillt ist die tatsächliche Katze im Sack zu kaufen. Während die Rechteverwerter mitmischen und eine legale Lizenz besitzen das Spiel in Tauschbörsen zum Download anzubieten nur um dann die Downloader mit Abmahnungen abzuschöpfen. Hierzu gab es Artikel in der c’t.

    Auch die Neuregelung des Bagatellparagraphen (100 €-Begrenzung) bei einfachen und erstmaligen Verstößen) wird von deutschen Gerichten immer wieder ausgeschlossen. Fr. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ist darüber gewahr und kümmert sich um eine genauere Anwendungsregelung des Paragraphen.

    Es kann wirklich nicht sein, dass auf diese Weise Geld gemacht wird. Die rechtmäßige Einstellung von urheberrechtlich geschützten Werken in Tauschbörsen zur anschließenden Verfolgung ist eine organisierte Anstiftung und Beihilfe zum Rechtsbruch. Hier muss aufgeräumt werden!

    Ich selbst habe schon Abmahnungen erhalten, weil ich nicht urheberrechtliche Daten runterlud (verteilte) deren Dateinamen und Inhalt gefaked war. Hier gibt es viele gewollte Schlupflöcher.

    Auch die Gängelung des Deutschen Internet Nutzers auf Youtube ist untragbar. warum sind die Inhalte aus dem Ausland abrufbar, warum nicht mit deutscher IP. Warum werden andere Videoportale nicht so hart kontrolliert? Was ich nicht vorher probieren kann das kaufe ich nicht! Bleibt mir fern mit Chartzwang und 24×7 Radiobesudelung. ich möchte Musik entdecken und hören und nicht dass was ihr gerne verkaufen möchtet.

    Piraten! klarmachen zum Ändern!

  21. Georg Berger schrieb am

    Liebe Piraten und deren Fans,
    die Diskussion um die zeitgerechte Anpassung des Urheberrechts an die Realitäten der Netzgemeinde ist dringend nötig. Aber wer erklärt für diese möglichst kompetent zu führende Diskussion den Piraten und ihren Fans mal die Vermarktung von Kreativleistungen? Es gibt k e i n e Verwertungskonzerne! Es gibt neun Verwertungsgesellschaften in Deutschland. Und die werden nicht von Konzernen getragen, sondern von den Urhebern. „Meine“ VG Wort beispielsweise sorgt dafür, dass mein geistiges Eigentum in Honorar umgesetzt wird, wenn es jemand vermarktet, ohne mich zu fragen. Die Verwertungsgesellschaften sind im Auftrag der Künstler, Journalisten, Musiker etc. tätig und sorgen dafür, dass die Urheber von ihrer Arbeit leben können.
    Warum schütten die Piraten bloß das Kind mit dem Bade aus!?
    Wer das geistige Eigentum von Komponisten nicht vom Leistungsschutzrecht der Verleger unterscheiden kann, sollte sich erst einmal informieren, bevor er – wie der Bundesvorsitzende der Piraten – im ARD-Interview Dampfblasen von sich gibt, ohne den Hauch einer Ahnung von den Regeln des Urheberrechts zu haben. Lernt doch bitte, zwischen Softwareproduzenten wie Microsoft oder Adobe, Musikern und Komponisten sowie Autoren und Verlagen zu unterscheiden. Und wenn das geht, dann können wir gerne wieder diskutieren. Dann aber bitte fach- und sachgerecht.
    Georg Berger, Berlin
    Autor und Urheber. Mitglied von zwei Verwertungsgesellschaften, Inhaber eines kleinen Buchlabels.

  22. Franz schrieb am

    Urheberrechte sind unverzichtbar. Denn warum sollte jemand von meinen geistigen Ergüssen profitieren, der nichts dazu getan hat:

    Aber: Warum muss ich für mein eigenes geistiges Eigentum den Gebühren bezahlen? Ich zahle Gebühren beim Kauf eines CD/DVD-Brenners, beim Kauf eines internetfähigen Gerätes, beim Kauf eines Druckers, beim Kauf von DVD-/CD-Rohlingen. Zu 99 % nutze ich die Geräte bzw. die Rohlinge aber, um meine ***eigenen*** geistigen Ergüsse zu speichern oder auszudrucken. Und wenn ich doch noch mal eine Kopie einer CD fürs Auto mache, dann soll das illegal sein? Ich habe dafür doch bezahlt! Zunächst mal die CD selbst und dann auch noch für den Rohling, für den Brenner, … .

    Stoppt diesen Misbrauch des Urheberrechts. Das wäre schon mal ein Anfang.

  23. musikerm schrieb am

    Als Musiker, tätig im klassischen Bereich, Crossover und als Lehrender ist das Thema sozusagen von lebenswichtiger Bedeutung. Auch bin ich GEMA-Mitglied als Urheber. Zunächst: Die GEMA zu reformieren, transparente Strukturen und Tarife zu schaffen ist auch mir ein Herzensanliegen.
    Doch hier lapidar „101 Piraten für ein neues Urheberrecht“ als Beweis zu führen, die „Piraten“ würden sich tatsächlich auch für die Urheber interessieren ist doch geradzu verachtend. In KEINEM Eintrag habe ich einen konkreten Hinweis gefunden, WIE den das Recht reformiert werden solle und WIE die sehr ungleichen Wettbewerbsverhältnisse im Kulturbereich austariert werden sollen. Hier scheint Kultur und Kreativtätigkeit ausschließlich zu bedeuten: Ich mache Filme, ich mache Software, ich mache Rock/Pop-Musik. In anderen Piraten-Kommentaren konnte man auch lesen „Klassik hört eh keiner mehr“.

    WO finde ich denn den konkreten Vorschlag (@ Eintrag 101) ????

    Macht sich denn jemand bei Euch einen Gedanken darüber, wie sich die kulturelle Landschaft verändern würde, wenn man alles dem Markt überläßt: Hier: „Du wirst sehen, wie voll Deine Konzerte sind, wenn Deine Musik gefällt“. Soll heißen, alles, was nicht Massenkompatibel ist, hat keine Existenzberechtigung oder ist eben Hobby / Pech des Urhebers. Natürlich soll und muss man sich Gedanken machen, wie man in online-Zeiten mit Urheberrechten umgeht, doch sind die 101 Einträge nichts weiter als Bekundungen wie „Ich habe einen Ausländer als Freund, deswegen bin ich gegen Kriege“.
    Und das alles nur, um den eigenen GEIZ zu legetimieren. „Nicht die Katze im Sack kaufen“. Wie verlogen ist das denn? Du willst Dir wohl auch jeden Film erstmal „frei“ anschauen, und dann nachträglich ins Kino gehen und Eintritt zahlen – falls der Film Deinen (!!!) Qualitätsmerkmalen entspricht. Denn das ist doch das Problem! Das heutig, zugegeben starre Urheberrecht ERMÖGLICHT Nischenprodukte (denn man kann auch lange jahre nach der Produktion noch mal ein paar Euro für die Zeit bekommen, die man in eine künslerische Idee gesteckt hat, wenn eben mal wieder eine der wenigen Aufführungen des Werkes stattfindet!).
    Versteht Ihr nicht, dass dieses Land nicht von ungefähr so eine kulturelle Vielfalt zu bieten hat??? Nur zu Info: In keinem anderen Land gibt es so viele Chöre, Orchester und andere Musikgruppen, GERADE auch im Jugendbereich! Die dort involvierten Menschen könnten ihre Tätigkeit (hier meine ich NICHT die Profi-Chöre und Orchester!) nicht mehr ausüben, weil sich einfach kein professionelles Peronal zur Leitung mehr finden würde. Denn dieses Personal LEBT von der Kunst. Und u.a. den „Transferleistungen der Solidargesellschaft, eingezogen durch GEMA und GVL (Das letztere hier überhaupt nicht vorkommt, beweist die Ahnungslosigkeit der Piraten). Und diese Menschen prägen mit ihrer kulturellen Aktivität die Gesellschaft, bis hinein in die Wirtschaft: Nicht von ungefähr ist inzwischen die (ehemalige) Teilnahme an Instrumentalunterricht, Tätigkeit in einem Jugendorchester bei späteren Einstellungsgesprächen im Management-bereich ein dickes Plus!
    Fazit: der leicht ironisch gemeinte Patei-Name bezeichnet im Kulturbereich leider wortwörtlich den Umgang mit den Ergebnissen der Arbeit der Mitmenschen.

    Den Widerstand gegen diese fatale Entwicklung als „Lobbyarbeit der Verwertungsindustrie“ zu bezeichnen ist ignorant, bestenfalls aber sehr blauäugig.

    Ich lasse mich gerne eines besseren belehren durch eine klare Argumentation mit politischen Forderungen, die über ein geiziges „gegen“ und ein unkonkretes „für“ hinausreichen.
    Konzeptlosigkeit mit Offenheit zu erklären / verwechseln ist billig und schlägt nicht nur mir direkt ins Gesicht.

  24. Pingback: sekor » Parkgebührbetrüger und das “geistige Eigentum“

  25. Der Künstler schrieb am

    sowas von weltfremd:
    90 % der von den 101 Piraten wüschen/forderungen sind heute schon möglich und alltag.
    Als hätten wir künstler nicht längst die möglichkeiten des internets erkannt, und würden dannach handeln
    Gibt’s ja nicht erst seit heute.
    Es hat euch niemand gefragt anwälte der künstler zu werden, das ist einfach nur zynisch.
    die verwertungsgesellschaften sind kein zwang, der künstler kann frei wählen, ob er sich selbstvermarktet oder dies einem dienstleister überläßt, und kein dienstleister der welt arbeitet gratis. Vieleicht hat er einfach nicht genügend zeit oder know-how sich selber zu vermarkten, seine entscheidung. Daran würden auch die von “das Ich“ geforderte lehrgänge nichts ändern. Als könnte man jedes talent erlernen.
    Es ist doch heute ungleich schwerer sich im internet gehör zu verschaffen, es würden dann nur neue verwerter an die stelle der alten treten.Glaubt ihr allen ernstes im viel gepriesenen live-business würden sich nicht wieder ähnliche strukturen herausbilden? dort heißt es heute auch schon friß oder strib, wissend das die meisten künstler auf diese einnahme quelle angewiesen sind. Das wird erst recht ganz toll wenn alle touren MÜSSEN, das würde zu einer übersättigung sondersgleichen führen. Darüber hinaus erfordert auch eine tour viel arbeit und investion, deshalb gibts ja booking agenturen und tour veranstalter.! Aber klar kann man alles abends machen, neben dem eigentlichen job. Die selbstvermarktung des künstlers ist ein romatische vorstellung, die realität ist eine andere…amen

  26. Rahmlow schrieb am

    Was ich hier lesen muss, ist erschreckend. Ich lese aus den Statements( wie auch aus Teilen dec CCC-Briefes) deutlich heraus, daß hier kaum jemand Ahnung hat, was a.) das Urheberecht eigentlich ist b.) der Unterschied zwischen Urheberrecht und Nutzungsrecht ist. c.) was eine Verwertungsgesellschaft ist und wie sie funktioniert.
    Und wenn man so umfangreiche Umwälzungen fordert, sollte man das bestehende System doch bitte im Ansatz verstanden haben!

    Wie heißt es doch so schön: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten! Stattdessen wird man als prädigitaler Ignorat beschimpft und enteignet.
    Niemand aus meinem Kollegenkreis teilt mit euch, eure Sicht der Dinge.

  27. Pingback: 101 Piraten « SeeTheLight

  28. Stephan schrieb am

    Eine Reform sollte im Interesse eines jeden Künstlers und Urhebers sein. Exorbitante Preise z.B. für Musik und restriktive Geschäftsmodelle führen doch nur zu einer Konzentration des Konsums auf relativ wenige Superstars. Das Große Geld scheffeln die Konzerne und Verwertungsgesellschaften. Die Millionen kleinen Nischenkünstler und Newcommer haben in diesem System kaum eine Chance groß rauszukommen. Wenn ich mir ein Musikstück anhöre ohne dafür zu bezahlen, bin ich genauso wenig ein Dieb wie wenn ich mir das Gerede von Politikern anhöre ohne dafür zu bezahlen. Ich bin der Meinung, daß nur für die kommerziale Nutzung von Musik bezahlt werden sollte, d.h. über Radio/ Internet Stream, Fernsehen, Konzerte etc. Der private Konsum ist doch kostenlose Werbung für Musiker, wodurch dann eine kommerzielle Nachfrage im öffentlichen Raum entsteht.
    Ich bin selbst Musiker und Mitglied einer regional sehr erfolgreichen Band. Für mich ist es das schönste Erlebnis, wenn Menschen meine Musik „raubkopieren“ und zu Hause hören. Denn das zeigt mir, daß meine Musik gut ist. Solange sie dann am Wochenende ab und zu mal eines meiner Konzerte besuchen, kann ich auch gut davon leben. Da brauch ich keine Verwertungsgesellschaft, keine Rechtsabteilung und keine Lobbyisten. Wir haben Spaß und Freude an der Musik. Darum geht es doch schließlich.

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