Offener Brief der Tatort-Autoren ist keine konstruktive Diskussionsgrundlage

Bild: Tobias M. Eckrich

Auf der Webseite des Verbands deutscher Drehbuchautoren, ein Mitglied der Lobby-Vereinigung »Deutsche Content Allianz«, findet sich ein offener Brief von 51 Tatort-Autoren, der unter anderem an die Piratenpartei gerichtet ist. Die Unterzeichner erklären darin, sie seien für konstruktive Gespräche bereit. Der Inhalt straft sie aber Lügen.

»Das Urheberrecht ist das Gründungsthema der Piratenpartei schlechthin. Wir führen diese Diskussion schon seit mehr als fünf Jahren auf einem sehr konstruktiven Niveau. Von Anfang an sind neben Nutzern auch Urheber daran beteiligt, denn viele Piraten sind beides. Die 51 Drehbuch-Autoren sind gerne eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen«, so Andreas Popp, Urheberrechtsexperte in der Piratenpartei.

Für Thomas Bohn, Tatort-Drehbuchautor und -Regisseur sowie Mitglied der Piratenpartei, ist der offene Brief seiner Kollegen ebenfalls zu einseitig: »Wir Film- und Fernsehautoren haben jahrelang nur für Gremien und Redaktionen geschrieben und nicht direkt für unser Publikum. Jetzt wachen wir auf und sehen, dass sich unser jüngeres Publikum dramatisch verändert hat. Es wird Zeit für uns zu recherchieren, was dieses Publikum will und was es bereit ist, für unsere Arbeit zu bezahlen.« Für Bohn führt kein Weg daran vorbei, das Urheberrecht der neuen digitalen Realität anzupassen. Allerdings mit »Augenmaß und Respekt vor der Leistung der Kreativen«.

»Die Verfasser werfen allen Adressaten vor, »eine Lüge zu leben«, bedienen sich des Totschlagarguments des so genannten »geistigen Eigentums« und bagatellisieren die Freiheitseinschränkungen, die mit den neuen Maßnahmen zur Durchsetzung des Urheberrechts einhergehen«, kritisiert Popp weiter. »Eine konstruktive Debatte ist gut, aber das heißt vor allem eins: ACTA, SOPA, IPRED, HADOPI und die ganzen anderen schrecklichen Gesetzesideen müssen vom Tisch.«

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Kommentare

89 Kommentare zu Offener Brief der Tatort-Autoren ist keine konstruktive Diskussionsgrundlage

  1. agtrier schrieb am

    Interessanterweise leben die „Tatort“ Drehbuchschreiber ja gerade ganz gut vom System der Rundfunkgebühren – also einem Konstrukt, das der „Kulturflatrate“ zum Verwechseln ähnlich sieht.

    • Mätes schrieb am

      Man merkt, dass die Piraten nunmehr argumentativ in Erklärungsnot kommen. Die Diskussion zur „Freiheit im Internet oder zu ACTA, das ja letztlich lediglich den legitimen Urheberrechtsschutz sichern helfen und auf eine rechtsstaatliche Grundlage stellen soll, wird mit diesem Brief den Piraten regelrecht um die Ohren gehauen. Die angeblich für Freiheit einstehende Partei der Piraten ist nichts anderes als eine verkappte „Kostenlos-Für-Alle“ Organisation, der nur der eigene Geldbeutel nahe ist. Der illegale Download im Internet ist nichts Anderes als Diebstahl. Und der muss geahndet werden!

      • Martin schrieb am

        In meiner Jugend habe ich viel Geld für Film und Musik ausgegeben. Ich habe das Geld auch gerne ausgegeben, denn es war mir erlaubt, Musik von der Schallplatte, später auch CD auf Kassete zu kopieren. Ich durfte damals legal eine Kopie erstellen. Der nutzen den ich hatte war zum Beispiel, das ich die kopierte Schallplatte auf meinem Walkmann bein joggen hören konnte. Aber nicht nur das, auch war es mir erlaubt die kopierte Musik meinen Freunden zu leihen oder zu schenken und meine Freunde durften das auch. Ich habe dadurch vieles gekauft, was ich ohne die legale Privatkopie nicht kennengelernt hätte.
        Irgendwann durfte ich dann auch Autofahren und neben Radiokassette gab es auch Radio-CD für das Auto. Die ersten CDs liefen auch problemlos in meinem Autoradio-CD. Später kamen „kopiergeschützte“ CDs, die ich im Auto nicht abspielen konnte, und entweder ilegal die CD nachbrennen konnte oder aber auf die CD verzichten musste. Zur gleichen Zeit ist der preis für CDs stark gestiegen. Ich bekam also ein minderwertiges Produkt zu einem überteuertem Preis. Die Contentindustrie hat die Konsumenten verschaukelt. Ab diesem Zeitpunkt hat sich mien Kaufverhalten sehr geändert. Seit dem es verboten ist eine Kopie von einem kopiergeschütztem Datenträger anzufertigen kaufe ich keine kopiergeschützten Werke kaum noch. Es tut mir für die wenigen guten Künstler die Ihren Inhalt auf Kopiergeschützten Datenträgern anbieten leid, aber ob ich rechtswidrig handel indem ich den Kopierschutz umgehe oder aber gleich die kiopie ohne nervigen kopierschutz ilegal konsumiere macht macht die Sache nicht legaler.
        Ich bin frustriert, den ich bin bereit für guten Inhalt zu zahlen, aber bitte nicht für technisch minderwertigeres als eine kostenlose ilegale Kopie von irgendwoher.

        Bei Videofilmen verhält es sich ähnlich. Ein Film wurde früher als „VHS Leihwideo“ in der Videothek ausgeliehen, kopiert und mit Freunden geschaut. War der Film gut wurde er auch als Kaufvideo erworben. Schlechte Filme wurden einfach wieder gelöscht. Als die ersten VHS Videos mit Kopierschutz kamen hat der Konsum stark abgenommen. Bei gekaufen DVDs war neben dem Fillm auch sehr viel Werbung auf der DVD. Auch hier ist meine bereitschaft für eine DVD, die ich nicht durch reautoring legal „ohne Werbung“ schauen darf stark zurückgegangen.

        Und jetzt, um auf die Aussage dass „Der illegale Download im Internet nichts Anderes als Diebstahl“ ist zu antworten:
        Liebe Contentindustrie, setzt euch mal hin und überlegt, was Ihr in den letzten 20 Jahren falsch gemacht habt. Überlegt mal in Euren einterzimmern der Glaspaläste in denen Ihr residiert, warum ich und viele andere auch, kaum noch Geld für euren Mist zahlen.
        Den Krieg gegen Ilegale Kopien werdet Ihr nicht gewinnen. Nach den Tauschbörsen kamen Sharehoster, als nächstes steht wohl das Usenet an, danach werden wohl „private“ FTP-Server kommen und wenn die Internet Service Provider gezwungen werden den „Fingerprint“ des Up- / Downloadinhalts an sie weiterzugeben kann man ja auch noch verschlüsseln.
        Was zu tun ist ist also recht einfach:
        Das Original sollte technisch der Kopie nicht nachstehen und muss bezahlbar bleiben. Kinostarts bitte in allen Ländern gleich, damit umgeht Ihr den ilegalen dowload eurer großen Fans, die nicht auf den Deutschlandstart warten wollen.
        Tut etwas, damit wir nicht kriminell sein müssen!

        • chris schrieb am

          Jedoch: eine Kopie von der Kopie von der Kopie war im Vinyl- und CassettenZeitalter fast nicht mehr genießbar. Eine digitale Kopie von der 10. digitalen Kopie ist immer noch auf dem Qualitätsniveau des Originals. D.h., ich muss heute nicht mehr zum Freund des Freundes meines Freundes rennen (der mich vielleicht nicht mag), um mir die OriginalPlatte auszuleihen, ich kopiere mir die nur irgendeine Kopie und besitze die Qualität des Originals. Deswegen werden heute deutlich weniger Tonträger verkauft als früher. Das müssen alle schmerzlich empfinden, die damals vermittels analoger Tonträger ihr Geld verdienten.

      • liberto schrieb am

        jaja, vor allem die ganzen tatort-raubmordkopierverbrecher.

      • The_Underscore schrieb am

        Da muss aber klargestellt werden, dass ACTA nicht nur die Existenz des Urheberrechts an sich in Deutschland garantieren soll, sondern auch z.B. ein Verbot aufrechterhalten soll, gekaufte Filme oder Musik von einer CD/DVD auf seinen Rechner oder ein Smartphone zu kopieren, wenn dabei ein Kopierschutz umgangen wird. Auch sind andere problematische Bestimmungen gegen Generika enthalten.

        Sich gegen ACTA auszusprechen heißt nicht, sich gegen das Urheberrecht an sich auszusprechen. Nur soll es in seiner aktuellen Form nicht zementiert werden.

        Du kannst gerne dagegen argumentieren, dass die Piratenpartei aktuell illegale Downloads legalisieren will. Aber ACTA ist noch einmal etwas anderes.

      • A.Reichardt schrieb am

        ..ja,Ja haltet den Dieb… und dann Gez,Gema erhöhen …die verhungern sonst ,,, im Internet muß doch alles bezahlt werden ,am besten gleich vom Konto abgezogen oder,oder garnicht erst überwiesen…wenn da noch was drauf ist ,wenn nicht ??? überwachen,ermitten bestrafen..pfäden…….und wenn keiner mehr ein Fernseher oder Computer hat ????Dann müssen die Künstler wieder auf die Starße…????
        „Denn der Mensch Lebt nicht …ohhh Geistiges Eigentum des Herrn G. aus W er soll es lieder behalten, obwohl ich der Meinung bin, ich darf mich frei äußern, oder nicht,doch nicht ???. …..und es gibt vieleicht wieder Staßentheater und,Staßenmusikanten und für ein gutes Lied gibt es Geld in den Hut …ganz ohne Gez und Gema oder,oder doch nicht ??? ist das bezahlt???

      • Alternativlos schrieb am

        “Tatort” Drehbuchschreiber sind Künstler und Kulturschaffende? Vielleicht! Aber ist die GEZ, dem Sinne nach eine versteckte Steuer oder Abgabe, nicht eine komfortable Vorform von Hartz4 für „Kulturschaffende“ (was immer man auch unter Kultur versteht)? Der Großteil des öffentlich-rechtlichen Programms ist überflüssig. „Seifenopern“ als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Künstler.
        Wer braucht 24 Stunden täglich „Kunst und Kultur“ dieser Qualität? Der Wert von Kunst ist der Preis den Mann / Frau bereit ist dafür zu zahlen. Gäbe es diese Zwangsabgabe nicht, dann gäbe es vermutlich auch diese Drehbuchschreiber nicht! GEZ-Gebühren sind Subventionen vom Feinsten!

    • Schrickowitz schrieb am

      GEISTIGES EIGENTUM ist KEIN Totschlagargument. Die Piraten bedienen sich derselben verlogenen pseudo-kämpferischen Rhetorik, wie jene, denen Sie zeigen wollen, wie es besser geht. Mein geistiges Eigentum gehört mir. Ich teile es gern – aber nicht mit Ihnen. Leute wie Sie sollen dafür ordentlich bezahlen. Ich mag nämlich keine Ahnungslosen, die vom Wissen anderer profitieren möchten.

      • deine mudder schrieb am

        Typische Reaktion. Überheblich und trotzig wie ein schlecht erzogenes Kleinkind, dem man das Spielzeug wegnehmen will. Die „Ahnungslosen“ sind eine Schwarmintelligenz in den Anfängen und brauchen IHR vermeintliches Wissen nicht . Darüber, dass manche Menschen nicht einmal für eine Sekunde auf die Idee kommen, ihr „Wissen“ mit anderen zu teilen(bzw. dieses nur mit einem elitären Kreis), wundere ich mich gar nicht mehr.
        Die Behauptungen und Begründungen sind völlig haltlos und es gibt Alternativen mit denen Kreative und Verbraucher glücklich sein können. Allerdings würde es in den meisten Fällen, den Künstler und Verbrauchern nützen und den direkten Austausch zwischen diesen beiden erleichtern. Selbstverständlich werden die Konzerne nicht so viel Kohle machen können. aber wenn juckt’s? Fragt sich nur, wie sehr die Menschen aufeinander zu gehen können, um nicht mehr gegeneinander sonder zusammen zu arbeiten.
        Peace!

        • dein vadder schrieb am

          Ich muß „deine mudder“ da vollkommen zustimmen.

  2. Pingback: Tatort: Internet » Szene » Hightech und Blech

  3. Hans Peter Palm schrieb am

    Also Tatortautoren sind ja eher Auftragskünstler.Kunsthandwerk sozusagen.Der Tatort ist ein Konstrukt aus vergangener Zeit.Bin selber auch schon etwas älter,aber ständig in Mediennostalgie zu verfallen langweilt doch (auch)durch die „neuen Medien“ jeden langfirstig gesehen.Wollen sich die Tatortautoren vielleicht nur aufspielen weil sie Ihre Fälle weg schwimmen sehen?Wer zu spät kommt den bestarf das Leben.Gut dieser Spruch ist zwar etwas abgedroschen aber doch irgendwie wirklichkeitsnah.Ihr Aufbäumen vor dem Medientod wird Ihnen wenig helfen.Ähnlich argumentiert die sterbende FDP ja auch indem sie sagen“Nein den Schleckerfrauen helfen wir nicht sie hätten uns ja ehr nie gwählt“!Soviel zum Gemeinschaftssinn u.dem so genannten Sozialstaat.Auch muss ich Euch beipflichten das ACTA und Co ein für alle male vom Tisch kommt.Viele wissen ja gar nicht was reale Freiheit in einem „System“bedeutet.Die DDR nannte sich auch die Deutsche demokratische Republik u.von Demokratie war da ja bekanntlicherweise nicht viel zu sehen u.noch weniger zu spüren.Auch hierzulande haben wohl die meisten etablierten Parteien mit gelbter Demokratie oder gar Basisdemokratie wenig im Sinn!Für Eure wichtige Arbeit alles Gute u.beste Erfolge!
    H.P.Palm aus Köln

  4. Deliberator schrieb am

    Rapidshare und Megaupload haben zusammen ja bereits Milliardenumsätze gemacht, durch den Verkauf von Premium Accounts !!!

    Eine „Kostenloskultur“ wie die 51 Behaupten scheint es also nicht zu geben, sonst wären ja nicht millionen von Menschen allein in Deutschland bereit für File und Streamhoster zu bezahlen. Von daher sollten sich die 51 lieber einmal die Frage stellen warum die Leute lieber für Rapidshare bezahlen und nicht für die legalen mit DRM verseuchten Portale wie Maxdome usw.

    Es scheint wohl einfach daran zu liegen das die Filehoster ein attraktiveres Angebot haben als die eingeschränkten legalen Services. An einer mangelnden Zahlungsmoral kann es also nicht liegen. Wenn es endlich gescheite legale Möglichkeiten geben würde online Filme zu kaufen dann würde sich schnell das Problem lösen.

    Eine andere Möglichkeit wäre freilich das man die Filehoster legalisiert, z.B. indem sie einen Teil ihrer Einnahmen an die Verwertungsgesellschaften abrücken lässt und so die Urheber fair beteiligt werden. Das würde ihnen vermutlich mehr Einnahmen bescheren als weiterhin den teuren Kampf gegen „Raubkopierer“ fortzuführen und Kopierschutz verseuchte Portale zu fordern die niemand nutzen mag.

    Mit etwas mehr Rationalität wäre somit vermutlich schnell eine Lösung gefunden die einerseits den freien Tausch der Inhalte erlaubt aber auf der anderen Seite auch die Leistungsgerechte Entlohnung der Urheber sicherstellt.

    • Erik schrieb am

      Nun ja, bei Megaupload oder Rapidshare bekomme ich für 10,00 im Monat soviel Content wie ich will. Das finanziert die Seite und den Luxus der Betreiber.
      Aber mit 10.00€ kann man unmöglich bspw. 3 Filme und 3 Alben und dann noch 2 Computerspiele pro User pro Monat finanzieren. Und 3 Filme sind da noch sehr niedrig gegriffen. Freelancer in der Medienbranche erzielen relativ hohe Gagen. Aber in Deutschland ist die Zahl der produzierten Filme recht überschaubar. 90% der Beteiligten führen ein bescheidenes Leben. Und das trotz GEZ, etc. Ein monatlicher Beitrag wäre vllt. tragbar. Aber nicht in der Höhe der Uploadportale. Denn davon müssen nur ca.100 Personen leben, von der Kulturflatrate aber 100.000. Der Tatort mag antiquiert sein aber deshalb langfristig die Kulturschaffenden dazu bringen aufzugeben weil anderer Job = keine Zeit für Kultur und Kultur ≠ Hobby? Das sehe ich als sehr kurzsichtiges Model an…

      • LordSnow schrieb am

        Die Einnahmen aus legalen Filehostern und Streamingportalen würden ja zusätzlich zu den bisherigen Einnahmen entstehen, nicht statt diesen.

        Viele Grüße
        René

        • The_Underscore schrieb am

          Wenn mehr Leute Filehoster verwenden, dann entstehen die Zusatzeinnahmen der Filehoster für alle, die es sonst gekauft hätten, statt den Einnahmen, den die Hersteller und Publisher machen würden.
          Dadurch werden Käufe über derzeit legale Mittel teurer und/oder die an der Produktion beteiligten verdienen weniger und/oder es wird weniger produziert bzw. in schlechterer Qualität (was natürlich auch weniger Arbeitsplätze in der Branche bedeutet).

          Diese negativen Effekte lassen sich kaum über eine allgemeine Gebühr oder über die Kosten eines Accounts bei einem Filehoster finanzieren.
          Erstens muss die Gebühr relativ hoch sein, um die Kosten zu decken, wenn deutlich weniger Leute die Produkte auf herkömmlichem Weg kaufen und stattdessen Filehoster benutzen. Und da bei staatlicher Tolerierung von Filehostern sicher weniger Leute moralische Bedenken oder Angst vor Strafe hätten, gäbe es dann auch mehr Filehoster-Nutzer und weniger „echte“ Käufer.
          Zweitens ist es unmöglich, diese Gebühr gerecht unter den „Kulturschaffenden“ zu verteilen.

          • The_Underscore schrieb am

            Ergänzung: Eine relativ hohe Gebühr würde natürlich bedeuten, dass niemand die legalen Filehoster nutzen würde.

      • Guido schrieb am

        Wenn nur die Hälfte der Deutschen monatlich 10€ zahlt, kommen jährlich knapp 5 Milliarden zusammen – davon kann man schon einiges produzieren.

        Zumal den Kreativen ja weitere Einnahmequellen wie Konzerte, Kinos, Werbung nach wie vor offenstehen.

        • The_Underscore schrieb am

          Schau dir die GEZ an: Monatlich 18€ und wieviel kommt dabei heraus? Und die Verteilung des Geldes ist immernoch ein Problem. Und die Möglichkeit, illegal ohne 10€ Kosten die Filme/Spiele/Bücher/… zu laden. Abgesehen davon benutzt wohl kaum die Hälfte der Deutschen Filehoster, es haben ja gerade mal ¾ der Bevölkerung Internet.

    • Anonymous schrieb am

      @Deliberator:

      Milliardenumsätze der FIlehoster?

      LOL

      Deren Umsätze liegen höchtens im mittleren 2 stelligen Millionenbereich

  5. Freiheit und Demokratie schrieb am

    Die Tatort folgen werden doch durch die GEZ finanziert, also von der Allgemeinheit. Was die Allgemeinheit finanziert sollte dieser auch unter freier Lizenz zur Verfügung stellt.

    Ich fände es richtig wenn sich die Piratenpartei nun dafür einsetzt das der Tatort sowie alle anderen öffentlich rechtlichen Inhalte ebenfalls unter freier Lizenz veröffentlicht werden.

    • Erik schrieb am

      Der Tatort ist doch eine Woche lang in den Mediatheken frei verfügbar. Schwimmbäder werden auch mit öffentlichen Geldern gebaut und der Eintritt ist auch nicht frei. Im Übrigen: die Tatortfolgen laufen ohne Werbung und sind frei auf den ersten und dritten Programmen zu empfangen. Für alle die Gebühren zahlen oder zumindest einen Fernseher haben. Mehr frei verfügbar wäre doch nur jeden Sonntag 80.000.000 DVDs an alle Haushalte zu verschicken?

      • LordSnow schrieb am

        Schwimmbäder könnte man tatsächlich vom Ticketverkauf entbinden, ähnlich wie wir es ja auch beim ÖPNV fordern, wo ja auch der Großteil staatlich finanziert wird und nur der Rest aus Ticketverkäufen, die sich irgendwann kaum mehr lohnen würden, wenn man die damit befassten Leute ordentlich über das ganze Jahr bezahlen würde.

        Heutzutage muss man auch keine DVDs mehr verschicken, es würde vollkommen ausreichen, wenn die Inhalte weiterhin in der Mediathek abrufbar wären. Gerade bei guten Dokumentationen, wo man in Diskussionen darauf verweisen möchte, ist das sehr ärgerlich und behindert die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Ob man beim Tatort auch nur irgendetwas lernen kann weiß ich nicht, schau das nie, aber ich würde im Zweifel mal sagen ja, irgendetwas bestimmt, und sei es nur ein Verständnis der aktuellen Gesetzeslage.

        Viele Grüße
        René

      • The_Underscore schrieb am

        Den Vorschlag muss man hier nicht lächerlich machen.
        Es ist im öffentlichen Interesse, einige Fernsehsendungen staatlich aus allgemeinen Gebühren zu produzieren und auszustrahlen. Diese können so eher unabhängig informieren ohne mit Bildzeitungsniveau Zuschauer anlocken zu müssen, die nur unterhalten werden möchten. Zudem können so theoretisch Angebote ohne oder mit weniger Werbung angeboten werden. Das ist imo die einzige Berechtigungen, die GEZ-Gebühren haben.
        Wenn der Tatort nun im allgemeinen Interesse aus solchen Gebühren finanziert werden darf, dann kann es nicht sein, dass er der diesen bezahlenden Bevölkerung nicht dauerhaft kostenfrei zur Verfügung steht oder stehen darf, weil konkurrenzscheue private Anbieter befürchten müssen, dass sie mit ihrem eigenen Krimi etwas weniger Erfolg und so weniger Einnahmen haben könnten – und etablierte Politiker sich von diesen Anbietern bequatschen lassen. Wenn die staatliche Förderung des Tatorts gerechtfertigt ist, dann ist auch die Bevorteilung gegenüber privaten Krimis gerechtfertigt und nicht einzuschränken.

      • Gedankenverbrecher schrieb am

        Guten Morgen,

        Nein.
        „Mehr Frei“ wie du es ausdrückst wäre die Bereitstellung der Downloads in der Mediathek *ohne* zeitliche Beschränkung.
        Dieser Irrwitz mit der Depublikation von Eigenproduktionen der ÖR ist schlicht betrug am Geldgeber. Immerhin habe ich als gebührenzahlender Bürger (was ja bald per Haushaltsabgabe und nicht mehr pro Gerät / tatsächlich genutzten ÖR-Programmen eingezogen wird) die Produktion der Sendung bezahlt.
        Warum habe ich dann nur das Recht diese Sendung zum Termin oder maximal eine Woche später zu sehen?
        2 Wochen Urlaub? Tja. Pech gehabt.

        Diese einwöchige Verfügbarkeit ist kein Privileg und kein Geschenk der ÖR an uns. Es ist ein Kniefall vor den Privaten gewesen, die die Forderung aufgestellt haben, dass solche Eigenprodukionen umgehend gelöscht werden müssen – weil die ÖR ja ansonsten den Privatsendern Konkurenz machen.

        Ich meine ich habe für das Produkt bezahlt und möchte es auch konsumieren dürfen.
        Von einer unbeschränkten Verfügbarkeit (zum Selbstdownload bzw Streaming) zum ‚Verschicken von 80 Millionen DVDs (was übrigens nur ungefähr 20-30 Mio wären, weil es ja sicherlich pro Haushalt und nicht pro Bürger geht…)
        Ist es ein himmelweiter Unterschied.
        Ersteres ist eine in meinen Augen legitime Forderung die durch meine Gebühren entsteht, zweiteres ist übertrieben und unsinnig.

        Gruß
        Gedankenverbrecher

        P.S. ich schreibs nochmal – und so oft ich hier kommentiere: Wenn die Spaltenbreite des Textes schmaler ist, als das Eingabefeld für den Kommentar, schaut nachher die Formatierung unübersichtlich aus.
        Kann man da was machen?

    • Paul Panzer jr. schrieb am

      Richtig so. Die ganze öffentliche Medienlandschaft muss umgekrempelt werden. Warum so viele „öffentlich rechtliche“ Sender – man kann ja einfach in unsere Taschen fassen – eine Lizens zum Geld drucken – ich habe auch ein paar Tatort DVD`s gekauft – also doppelt bezahlt – Damit muss endlich Schluss gemacht werden!!!

  6. Pingback: Piratenpartei: la lettre ouverte des scénaristes ne construit rien

  7. Thomas Tikwinski schrieb am

    Mir ist immer noch nicht klar, welchem Zweck dieser Brief dient – außer der Provokation, die angesprochenen mögen sich mal öffentlich positionieren. Das haben die aber mehrheitlich vorher schon getan, die Piraten z.B. mit dem Änderungsentwurf zum Urheberrecht von Daniel Neumann et al. [1]
    Damit muss der Brief zumindest auf informierte Leser dümmlich wirken. Warum veröffentlicht man sowas, und womit bewegt man 51 intelligente Menschen dazu, sowas zu unterschreiben?

    [1] http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf

  8. Pingback: Piraten-Linkliste » Offener Brief der Tatort-Autoren ist keine konstruktive Diskussionsgrundlage

  9. st0815 schrieb am

    Ganz egal wie man ueber Urheberrecht denkt, ob man versteht dass eine digitale Welt auch angepasste Gesetze braucht, auch wenn man unbedingt ein ueberholtes Geschaetsmodell am Leben erhalten will – es muss doch trotzdem verstaendlich sein, dass das keine gleichwertigen Gueter sind? Dass die Erhaltung unserer gemeinsamen Freiheitsrechte die monetaeren Ansprueche einer kleinen Gruppe ueberwiegt?

  10. Moondog schrieb am

    Eine der Grundaussagen des offenen Briefs hat schon seine Berechtigung: Wer saugt sich ein 5 oder meinetwegen auch 20 Jahre altes Werk? Der status quo von 70 Jahren ist eben deswegen kein Hindernis- denn wenn ich mir ein Konsumgut kaufe, dann eben keines das „veraltet“ ist, sondern z.B. ein modernes Fahrzeug. Ich habe mich bisher nicht in der Tiefe mit den Vorschlägen der PIRATEN hinsichtlich des Urheberrechts befasst, um mir ein fundiertes Urteil dazu zu erlauben.
    Allerdings ich sehe es a) so, dass, um bei der Metapher „Fahrzeug“ zu bleiben, der Produzent das Produkt verkaufen darf, und b) die Nachfahren nach dem Tode des Produzenten ein identisches Produkt ebenfalls Veräussern können. Und ebendieses Fahrzeug kann den Nachfahren ja nun auch nicht einfach geklaut werden, nur weil der vormalige Inhaber verstorben ist.

    • suchenwi schrieb am

      DVDs werden zwar verkauft. Der Inhalt unterliegt jedoch strengeren Bestimmungen. Selbst wenn man eine DVD gekauft hat, darf man sie nicht „in Bussen, Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Ölbohrplattformen“ usw. „aufführen“. Manche darf man auch nicht aus der EU ausführen – was blöd ist, wenn man gerade eine gekauft hat und noch einen Spaziergang in die Schweiz macht.
      Und der (häufige) Vergleich mit Fahrzeugen ist sachlich sehr daneben. Mit denen kann man z.B. in die Schweiz fahren :^)
      Urheberrechte (als Einzelfall von Monopolrechten auf Immaterialgüter) verfallen etwa 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Zudem ist die Kopie von Daten kein „Klauen“ (korrekt: Diebstahl, Wegnahme einer fremden beweglichen Sache in der Absicht, sie sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen – §242 StGB).

    • Revolution2012 schrieb am

      Das ist das Problem der Definition von Besitz. Die Gesellschaft ist extrem kollektiv, da sie alles sammelt, was sie sammeln kann: Geld, materielle Güter, etc. Nicht nur Informationen gehören dazu. Das Sammelbecken für Informationen ist das Internet, welches ein kollektives Gedächtnis darstellt. Dabei wird allerdings kaum ein Unterschied zwischen informellem Besitz und materiellen Gütern gemacht. Die Grenzen zwischen Privatbesitz und Allgemeingut verschwimmen immer mehr. Für eine Gesellschaft, die so sehr miteinander verknüft ist, braucht man garantiert eine Neudefintion davon, was Besitz ist und was Allgemeingut ist. Dabei ist es jedoch sehr schwierig, zu erkennen, welche Besitzdefinition einer Gesellschaft schadet und wovon eine Gesellschaft profitiert.
      Darüber nachzudenken, hat natürlich nichts mit der sogenannten „Kostenloskultur der Piraten“ zu tun, wie immer von führenden Politikern behauptet wird. Vielmehr ist das die Anpassung an bahnbrechende gesellschaftliche Entwicklungen wie die Nutzung des Internets.
      Ach übrigens: Moondog hat im Grunde recht, wenn er meint, dass 70 Jahre kaum ein Hindernis seien, da sich die Leute nur aktuelle Medien konsumieren. Dennoch: Geht man davon aus, dass die meisten Leute ein Produkt in den ersten zwei Jahren konsumieren und damit der Hauptbatzen des Gewinns für die Firma ausgeschüttet wird, wäre es gerechtfertigt, ein Produkt nach 5-10 Jahren freizugeben. Spätestens nach zehn Jahren konsumieren nur noch Nachfolgegenerationen und Gelegenheitskonsumenten ein Produkt (z.B. Film). Dadurch würde eine Firma mit einem erfolgreichen Film zusätzlich zu den ohnehin schon großen Einnahmen noch mehr Reibach machen.
      Fazit: Es entscheidet sich schon nach Wochen, ob ein Produkt erfolgreich oder nicht ist. Ist das Produkt erfolgreich, wird schon am Anfang genug Geld eingenommen. Ist das Produkt nicht erfolgreich, ist es nach 5-10 Jahren schon längst vergessen.

  11. loewe30b schrieb am

    Die Autoren befürchten, dass ein zu weit gesehener Begriff der Freiheit (völlige Kostenfreiheit) den Urhebern ihre finanzielle Entlohnung ihrer Werke entzieht. Das stimmt schon soweit man bedingungsloses Datensaugen als Grundrecht ansieht. Und es stimmt auch, dass leider eben wirklich immer nur die aktuellen Werke heiß begehrt sind – also ein Verkürzung von Schutzfristen das Grundproblem nicht löst.

    Wer verkennt, dass die meisten Künstler und Produzenten ihre Werke nicht nur als Selbstzweck herstellen sondern schon auch eine Entlohnung möchten, handelt in meinen Augen etwas egoistisch. Natürlich können die meisten Künstler nicht von der Verwertung leben – aber sie leistet einen Teil zum Lebensunterhalt. Ein gewisser „Gewinn“ sollte also schon erzielbar sein. Die Frage ist halt nur, wie dieser zustande kommt. Im Falle der Drehbuchautoren zahlt bereits die Allgemeinheit über die GEZ-Gebühren. Nur genau die werden ja auch oft kritisiert. Also – woher soll dann das Geld kommen?

    So landen wir vielleicht bei der Kulturflatrate die einfach unspezifisch eine gewisse Grundgebühr darstellt. Man dürfte dann unbegrenzt die Werke nutzen, aber der Gelegenheitsnutzer fühlt sich dann auch wieder übervorteilt, weil er dann für eine Nutzung ab und zu wieder zu viel bezahlt.

    Und alles kostenlos geht halt nun mal nicht – wer arbeitet denn tatsächlich in unserer Welt, in der man Geld zum Leben braucht, umsonst? Es müssen auch echte Lösungsvorschläge her, die beiden Seiten (Nutzer und Kreative) gerecht werden

    Ich kenne auch keine Lösung auf diese Fragen… Das ist das Dilemma bei dieser Sache ;-)

    • Stefan schrieb am

      Hier scheint immer noch der Irrtum verbreitet zu sein, es sei Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, daß die Künstler zu ihrem Geld kommen.
      Das ist nirgends so. Wer Waren herstellt, muß selbst dafür sorgen, wie er sie an den Mann bringt.
      Wer Dienstleistungen anbietet, muß selbst zusehen, wie er an Kunden kommt. Jeder muß sich selbst Gedanken darüber machen, wie er sein Produkt vermarktet. Er muß selbst die Leute davon überzeugen, was seine Leistung wert ist.
      Jeder Unternehmer muß sein eigenes Geschäftsmodell erstellen, und trägt das unternehmerische Risiko. Das ist nicht Aufgabe des Staates.
      Die Zeiten, in denen Künstler nur mal schnell ein Werk zusammenstellen, und sich dann zurücklehnen und abzocken können, sind vorbei.
      Wer seinen Lebensunterhalt verdienen will, hat Vollzeit zu arbeiten, wie jeder andere auch.

      • Noir schrieb am

        Autsch! Genau diese Mischung aus Stammtisch-Klischees, Ahnungslosigkeit und -mit Verlaub- Blödheit ist es, die die Dskussion so schwierig macht.
        Klar, wer in der Kreativbranche nur einen Haufen rotweinschlürfender Bohemiens sieht, die „nur mal schnell ein Werk zusammenstellen“, weil er das anscheinend so in einer Scripted Reality bei RTL gesehen hat, der kommt zu solch irrsinnigen Aussagen. :(

        JEDER freiberufliche Kreative, sei es als Musiker, klassischer bildender Künstler, 3D-Operator beim Film, Grafiker, Schauspieler, Gamedesigner, Produkt-Designer undundund arbeitet hart, hat natürlich auch einen Bussinesplan und kümmert sich massiv um seine martwirtschaftliche Präsenz, wie jeder andere anständige Unternehmer auch.
        Wie kann man nur so einen realitätsfremden Schwurbel schreiben, wie oben zu lesen?
        Selbstverständich wollen Kreative (eigentlich) NICHT dem Staat die Verantwortung für ihr Einkommen überlassen, bisher kam man durchaus irgendwie selbst klar, die einen mehr schlecht als recht, die anderen besser.
        Aber wenn „der Staat“ (oder die Piraten, die den Staat gerne mitgestaltet würden) nun beschließt, daß das bisher geistige Eigentum eines Kreativen fürderhin kommerzielles Freiwild zu sein hat, wo bittesehr soll das Geld dann herkommen?
        Im Grunde ist das eine Art Enteignung. Alle schätzen Kunst (auch und vor allem die angewandte in Film, Medien und Produkt-Design), sind also Nutznießer. Aber die Leute bezahlen, die das alles erschaffen, das willen einige anscheinend nicht mehr?

        • LordSnow schrieb am

          „daß das bisher geistige Eigentum eines Kreativen fürderhin kommerzielles Freiwild zu sein hat, wo bittesehr soll das Geld dann herkommen?“

          Mal abgesehen, vom Kampfbegriff „geistiges Eigentum“, die Piratenpartei hält sich bei der Beschneidung der kommerziellen Rechte stark zurück, siehe den bereits verlinkten Antrag von Daniel N. et Al.. Es geht explizit um den nicht-kommerziellen Bereich. Und das Geld kommt natürlich weiterhin von den selben Leuten, egal wie die gesetzlichen Regelungen sind, Piraten geben auch heute schon mehr Geld aus als der Durchschnitt, es sind in der Regel Piraten mit den Zimmern voll von DVD, Bluerays, Spielen, Artworks und Büchern, eben neben den getauschten Datensammlungen auf der Platte.

          Viele Grüße
          René

          • The_Underscore schrieb am

            Naja, in manchen Aspekten halten sie sich nicht besonders zurück. Während fast alle Vorschläge im verlinkten Entwurf durchaus sinnvolle Reformen darstellen, ist etwas wie Punkt 37 („Legalisierung der nicht gewerblichen oder kommerziellen Verbreitung von rechtmäßig hergestellten Kopien über das Internet (Tauschbörsen)“) in meinen Augen doch zu extrem.

          • Stefan schrieb am

            @LordSnow:
            Die Piratenpartei sollte sich nicht zurückhalten, sondern ruhig etwas radikalere Forderungen stellen. Bei evtl. Koalitionsverhandlungen später wird sie eh Abstriche machen müssen.
            Wenn sie jetzt schon die Kompromißlösung erarbeitet und im Programm festschreibt, wird sie ein zweites Mal Abstriche machen müssen.

        • Stefan schrieb am

          Autsch! Genau diese Mischung aus Stammtisch-Klischees, Ahnungslosigkeit und -mit Verlaub- Blödheit ist es, die die Dskussion so schwierig macht.

          Nein. Die Diskussion ist deshalb schwierig, weil Lobbyisten sie mit Phrasen wie die obige zu sabotieren versuchen.

          JEDER freiberufliche Kreative, sei es als Musiker, klassischer bildender Künstler, 3D-Operator beim Film, Grafiker, Schauspieler, Gamedesigner, Produkt-Designer undundund arbeitet hart, hat natürlich auch einen Bussinesplan und kümmert sich massiv um seine martwirtschaftliche Präsenz, wie jeder andere anständige Unternehmer auch.

          Sicher. Aber ein Produzent muß sich auch vorher überlegen, was sein Werk überhaupt einbringen könnte. Auch bei der Produktion muß wirtschaftlich gearbeitet werden. Die Zeiten, in denen man einfach mit Millionengagen um sich werfen konnte, sind vorbei.

          Wie kann man nur so einen realitätsfremden Schwurbel schreiben, wie oben zu lesen?

          Dieser Ton ist in einem Forum einer politischen Partei nicht angemessen. Er bestätigt das von mir oben geschriebene.

          Aber wenn “der Staat” (oder die Piraten, die den Staat gerne mitgestaltet würden) nun beschließt, daß das bisher geistige Eigentum eines Kreativen fürderhin kommerzielles Freiwild zu sein hat, wo bittesehr soll das Geld dann herkommen?

          Indem ihr die Leute davon überzeugt, daß sie dafür Geld bezahlen sollten.
          Was bildet ihr euch eigentlich ein? Ihr seid nicht in der Lage, uns zu überzeugen, wie kommt ihr dann auf die Idee, Geld fordern zu dürfen?

          Im Grunde ist das eine Art Enteignung.

          Künftige Verdienstmöglichkeiten abzuschaffen ist keine Enteignung.
          Enteignung wäre, wenn man euch das bisher eingenommene Geld wieder wegnehmen würde. Das ist meines Wissens nicht beabsichtigt.

      • Cornelius van Lessen schrieb am

        Künstler arbeiten in der Regel Vollzeit. Dabei sind sie meistens noch selbständig/freiberuflich tätig und tragen das wirtschaftliche Risiko ganz alleine. Dann zu fordern, sie sollten ihr geistiges Eigentum kostenlos kopieren lassen, ist doch mehr als frech.
        Schon mal was von Gema gehört? Diese Gesellschaft sorgt auch dafür, dass z.B. das Abspielen von Musiktiteln bei öffentlichen Veranstaltungen bezahlt werden muß. Betroffen sind davon auch gemeinnützige Vereine, und dies ist auch richtig so.

        • Revolution2012 schrieb am

          Tja, betroffen sind seit neulich auch Kindergärten, die beim Martinszug für uralte Volkslieder wie „Ich geh mit meiner Laterne“ bezahlen müssen.
          Dieser Verein ist eine riesige Lobbyorganisation für die milliardenschwere Entertainmentindustrie in Deutschland. Es ist bekannt, dass sie mit aggressiven Methoden Gelder für Firmen, Einzelpersonen und den Staat eintreibt. Für diesen Verein ist Kunst=Geld, hat mit Kunst also wenig gemein.
          Letztendlich ist der massive Vorstoß der GEMA in letzter Zeit mitunter auch im Internet eines der Hauptgründe, warum die Piratenpartei so stark geworden ist.
          Außerdem muss man bedenken, wer das große Geld verdient. Und das sind NICHT die Künstler selbst! Es sind die Firmen und diese geben lediglich wenige Prozente des Verdienstes der Künstler an die Künstler selber weiter, die erst, wenn sie Weltruhm erlangt haben, so viel verdienen, dass sie davon leben können. Deshalb könnte man denken, dass die Gema den Firmen das Geld zuspielt (z.B. wenn Musikverleger Mitglieder sind) und die Künstler noch schwerer an ihr schwer verdientes Geld kommen. Das wiederum liegt vor allem daran, dass sie durch den vermeintlichen Schutz der Gema die Möglichkeit verlieren, über das Internet (vor allem youtube), indirekte, kostenlose Werbung zu machen. Private Verträge und spezialisierte Rechtsanwälte sichern diese „Symbiose“ ab, wobei diese Verträge die Grundlage der Legitimation geben, über die Künstler an das Geld der Nutzer zu kommen. Laut Wikipedia beklagen Künstler als Mitglieder der Gema „geringe Transparenz und mangelnde Verteilungsgerechtigkeit“(aufgrund der Hierarchie in der Gema). Ein nicht ungeringer Teil der „Einnahmen“ von knapp unter einer Milliarde geht an die Gema.
          Es lässt sich schlussendlich also sagen, dass die Gema Geld eintreibt und dies mit dem Schutz von „geistigem Eigentum“ tarnt. Dadurch verlieren die Künstler die Möglichkeit ihre Werke billig zu veröffentlichen, profitieren aber nicht mehr, weil die Firmen das Geld einnehmen. Die Leute wollen, dass die Künstler das Geld kriegen, was aber utopisch ist. Wenn dieser Trend dann auch noch mit ACTA in allen Bereichen so durchgesetzt wird, sind es vor allem die Firmen und der Staat, die davon profitieren und keine Künstler oder Verbraucher! Diese Unverhältnismäßigkeit prangern die Piraten an und wehren sich dagegen. Ein Anzeichen, dass die Politik Angst davor hat, dass die Piraten noch mehr Stimmen gewinnen, ist die Hinauszögerung der Ratifizierung von ACTA. Auch die Verdrängung von ACTA in gewissen Medien kurz vor der Landtagswahl ist ein Anzeichen dafür, dass von diesem Thema die Piraten nur profitieren können. Mal schauen, wie es nach der Wahl aussieht, ob die anderen Parteien dann immer noch in Sachen ACTA usw „unschlüssig“ sind.

          • Revolution2012 schrieb am

            Ja, ne. Ist aber trotzdem relativ teuer, wenn für ein paar geringfügig veränderte Melodien verhältnismäßig viel Geld bezahlt wird. Das ist für die Gema natürlich eine gute Einnahmequelle, wenn dies bundesweit geschieht. http://www.taz.de/!61121/
            Lesen Sie sich das einmal durch. Ich finde, dass 50 Euro für 500 Kopien eine ganze Menge für chronisch verschuldete Gemeinden ist. Zudem ist das veraltete Gesetz, dass der Schutz bis 70 Jahre nach der Produktion eines Liedes gilt, stark überarbeitungsbedürftig. Lieder in diesem Altersbereich können uralt sein.
            Außerdem: Eine Institution, welche einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem „Big Business“ der Musikindustrie bezieht, hat in der (noch) heilen Welt der Kinder nichts zu suchen. Da ist der Gesetzgeber gefragt, einen Kompromiss auszuhandeln, oder, wenn es keinen Kompromiss gibt, traditionelle Lieder oder eigen produzierte Lieder zu fördern.
            Der Anspruch auf dieses Gesetz wurde erst seit kurzem stark forciert- speziell von der Gema. Auch in anderen Bereichen breiten sie sich besorgniserregend schnell aus.

            Noch eine Sache: Ich bin immer da für eine gute und kontroverse Debatte. Insofern schätze ich Kritik an meinen Beiträgen!

  12. Noir schrieb am

    „Offener Brief der Tatort-Autoren ist keine konstruktive Diskussionsgrundlage“ und später:
    „Die 51 Drehbuch-Autoren sind gerne eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen“

    …Na, was denn nun?
    Spaß beiseite: Die Piraten täten gut daran, nicht nach und nach in den unsäglichen Stil der etablierten Parteien zu fallen, zu dem sie ja eigentlich die neue Alternative darstellen möchten. Kritikern „Totschlagsargumente“ vorzuwerden und ihnen die Diskusionsbasis abzusprechen, ist nicht konstruktiv noch wirkt eher hilflos. Das könnt ihr doch hoffentlich besser!
    Auch kan man jetzt natürlich die Kritik der Tatort-Autoren weglästern („sitzen im gemachten Nest“) und Regener unernst nehmen („der hats doch selbst längst geschafft“), aber das ändert leider wenig daran, daß sie einem Großteil der Kreativen aus der Seele sprechen (wie man in hunderten Threads nachlesen kann).
    Ich selbst wäre ja eigentlich ein potenzieller Piratenwähler (Sozial, progressiv, IT-affin) aber da ich auch Künstler bin und von kreativer Arbeit leben muss, seid ihr mit euren momentanen Positionen zum Urheberrecht leider (noch) unwählbar, so sehr mir der Rest eures bisherigen Programmes auch gefällt.
    Auch ich sehe ein, daß die Rechtslage den Realitäten angepasst werden muss, aber euren Mangel an umsetzbaren Alternativen empfinde ich fast schon als Bedrohung durch Dilletantismus. „Freiwillige Entlohnung der Künstler“ steht in eurem Wiki… das meint ihr doch nicht ernst. Und die Kulturflatrate muss erst einmal durchdacht, entworfen und durchgesetzt werden, bevor man die Schleusentore öffnet. Die Kulturlandschaft wird sowieso schon ständig flacher und rauher, man muss die Entwicklung nicht auch noch beschleunigen, indem man den Künstlern de facto Rechte und Verdienstmöglichkeiten entzieht, ohne VORHER für Ausgleich zu sorgen.
    Auf die Reihenfolge kommt es an.

    • Erik schrieb am

      Vielen Dank für den Kommentar! Ich schließe mich dem an. Mir dreht es regelmäßig den Magen um, wenn ich die halbgaren „ich-will-das-aber-so!“ Argumente der Piraten dazu lesen muss.
      (Zitat) Dass die Erhaltung unserer gemeinsamen Freiheitsrechte die monetaeren Ansprueche einer kleinen Gruppe ueberwiegt? (/Zitat)
      Gott sei Dank kann/darf man nicht einfach zwei Grundrechte gegeneinander ausspielen und der mit den Meisten Mitgliedern gewinnt. Das waren dunkle Zeiten, in denen es noch so lief…

      • Stefan schrieb am

        @Erik:

        Gott sei Dank kann/darf man nicht einfach zwei Grundrechte gegeneinander ausspielen

        Von welchen zwei Grundrechten redest Du denn?

    • LordSnow schrieb am

      „Die Kulturlandschaft wird sowieso schon ständig flacher und rauher“

      Ich denke das ist Ansichtssache, ich würde behaupten früher war alles wesentlich flacher, wenn ich mir Kunstwerke wie Avatar oder FFXIII anschaue, wo unglaublich viele Kreative mitgewirkt haben, oder George R.R. Martin lese wie er Menschen in einer Komplexität darstellt, das man endlich mal das Gefühl hat aus den bisherigen Gut und Böse Kindergartendarstellungen der Vergangenheit rauszukommen, da geht mir das Herz auf. Und wenn mir jemand etwas Umwerfendes anbietet, dann gebe ich auch unmengen an Geld dafür aus, auch wenn ich problemlos alles kostenfrei runterladen kann. Und wie man sieht sprengen diese Sachen auch problemlos alle Einnahmerekorde der Vergangenheit. Nur mit der recht flachen Kunst ist es heutzutage schwieriger, weil eben die Konkurrenz und Qualität der erfolgreichen Kulturgüter stärker ist.

      Viele Grüße
      René

    • Stefan schrieb am

      @Noir:
      Moment mal. Die Tatort-Autoren sind hier die unverschämten, die einfach dahergelaufen kommen und Forderungen stellen!

      Spaß beiseite: Die Piraten täten gut daran, nicht nach und nach in den unsäglichen Stil der etablierten Parteien zu fallen

      Die Psycho-Argumentation, die Du hier versuchst, ist der Sache jedenfalls nicht dienlich.

      Ich selbst wäre ja eigentlich ein potenzieller Piratenwähler

      Nein, Du bist einfach nur ein Lügner.

      so sehr mir der Rest eures bisherigen Programmes auch gefällt.

      und Heuchler.

      “Freiwillige Entlohnung der Künstler” steht in eurem Wiki… das meint ihr doch nicht ernst.

      Um für etwas entlohnt zu werden, mußt Du immer jemanden finden, der Dir freiwillig diesen Lohn zahlt. Kannst Du gern mal ausprobieren. Stell Dich mal bei einem Arbeitgeber mit Deinem Anspruchsdenken vor.

      Und die Kulturflatrate muss erst einmal durchdacht, entworfen und durchgesetzt werden, bevor man die Schleusentore öffnet.

      Eine Kulturflatrate brauchen wir nicht. Versteh auch nicht, wie man auf den Blödsinn kommen konnte.

      man muss die Entwicklung nicht auch noch beschleunigen, indem man den Künstlern de facto Rechte und Verdienstmöglichkeiten entzieht, ohne VORHER für Ausgleich zu sorgen.

      Rechte? Dann erklär uns doch erstmal, warum Du diese Rechte haben solltest!
      Rechte sind nichts selbstverständliches. Man hat sie euch irgendwann mal gewährt. Wir sind der Überzeugung, daß dies falsch war, und korrigieren daher den Fehler.
      Und wie kommst Du darauf, daß Du einen Ausgleichsanspruch hast? Irgendwie hast Du sie nicht mehr alle. Geh arbeiten, wenn Du Geld verdienen willst!

      • The_Underscore schrieb am

        Ohne von den Konsumenten Geld zu verlangen werden nur wenige professionelle Filme, Spiele, &c. produziert, weil die Produktion eben Geld kostet. Wenn man nun entsprechende Schutzrechte abschafft, dann werden einerseits viele Konsumenten kein Geld mehr zahlen (was dann ja in Prinzip eine Spende wäre), weil sie keine Angst mehr vor einer Strafe haben oder sich moralisch nicht mehr verpflichtet dazu fühlen. Und schlimmer noch, das digitale Produkt wird von anderen kopiert und verkauft werden, die nicht die offiziellen Publisher sind und den Machern keinen Cent von ihren Einnahmen geben; Kinos laden sich ihre Filme dann am Ende auch noch von der Pirate Bay herunter. Das Ergebnis davon wäre dann wohl, dass kaum mehr große Filme produziert werden.

        • Stefan schrieb am

          @The_Underscore:
          Was verstehst Du denn unter „professionelle Filme“? Etwas den ganzen Hollywood-Kitsch?
          Die kann man heute günstiger produzieren!
          Sicher werden weniger Leute zahlen. Aber es wird sie immer geben.
          Auch im Kassettenrecorder-Zeitalter gab es Leute, die Musik gekauft haben. Es wird immer Leute geben, die sich einen Film lieber im Kino ansehen statt zuhause.
          Die Einnahmen werden zurückgehen, aber das bedeutet nichts anderes als: Die Einnahmen werden sich dem angemessenen annähern.
          Die bisherige Regelung hat dazu geführt, daß Produzenten Einnahmen erzielen, die zur Leistung völlig außer Verhältnis stehen.

      • Revolution2012 schrieb am

        Mal überlegen: Ich bezahle für Kunst, die ich gut finde. Eine Kulturflatrate hätte daher zur Folge, dass jeder für sein individuelles Produkt dieselben Einnahmen bekommt. Dadurch würden sich ganze Kartelle von Küntlern entwickeln, die Kunst fabrikartig produzierten. Kreativität lässt sich aber nicht quantitativ bewerten, sondern nur qualitativ. Die guten Leute würden abwandern und Deutschland auslachen, weil es kulturell verarmen würde.
        Es gibt Alternativen zum heutigen Wirtschaftssystem. Alternativen, wo die Künstler profitieren und nicht die kartellartige Multimediaindustrie. Zusätzlich lassen sich rechtliche Schranken für Nutzer abbauen, von denen die Multimediaindustrie nur minimal profitiert und die Nutzer aber überall eingeschränkt sind.

        • Stefan schrieb am

          Ich halte auch nichts von einer Kulturflatrate.
          Bewertung von Kunst ist eine rein subjektive Angelegenheit.
          Ein Kunstwerk ist soviel wert, wie die Leute bereit sind, dafür zu zahlen.
          Das muß der Maßstab sein, und nicht der durch staatliche Repressionen künstlich hochgedrückte Preis.

      • Aha, die Stimme der Basis spricht. Vielen Dank für diese Klarheit. Ich bookmarke mir den Link mal für alle Fälle, in denen Parteivertreter heucheln, sie hätten die Interessen der Urheber im Blick. Das zählt, nicht das scheinheilige Parteiprogramm, das kein Wähler liest.

        • P.S.: Meine Antwort bezog sich auf
          @ Stefan
          „Und wie kommst Du darauf, daß Du einen Ausgleichsanspruch hast? Irgendwie hast Du sie nicht mehr alle. Geh arbeiten, wenn Du Geld verdienen willst!“

        • Revolution2012 schrieb am

          Das Parteiprogramm? Natürlich lese ich das Parteiprogramm, obwohl (!) ich Wähler bin. Außerdem: Ich wüsste keine Partei, wo die Mitglieder politisch engagierter sind als die Piraten. Man stelle sich vor: Die Piraten werden sogar von Nichtwählern gewählt. Es stellt sich die Frage: Warum gibt es überhaupt Nichtwähler? Aber noch besser: Die neuen Wähler und Mitglieder kommen mehr oder weniger aus dem gesamten Parteienspektrum, was bedeutet, dass ihre politische Ausrichtung weder rechts noch links gerichtet ist.
          Sie behaupten, dass Programm sei scheinheilig. In Sachen Schulpolitik z.B. ist es absolut revolutionär und ich wähle keine Partei, die die Stimmen der Schüler komplett ignoriert und nur in gehobenen Zirkeln über „unmündige“ Schüler diskutiert. Notengebung der Schüler für Lehrer beispielsweise wäre der erste Schritt, um Schüler politisch mündig zu machen.
          Ich bin noch Schüler, war auf mehreren Schulen, sowie ein Jahr im Ausland und habe erkannt, dass die Schule in Deutschland stark modernisiert werden muss, um mit der Zeit mitzuhalten.

    • TheoKrieger schrieb am

      Ein Großteil der Künstler? – Ja vielleicht immer noch! Aber ich bin da leider nicht mehr dabei. Auch ich habe mich lange auf diese scheinbare Absicherung eingelassen, die in der 70er Jahren installiert wurde. Mittlerweile, und im fortgeschrittenen Alter erkenne ich allerdings das nachhaltig angelegte Geschäftsmodell, das hinter den Verwertungen (nicht nur den Verwertungsgesellschaften) steckt. Ich bedauere es sehr, aber das Konzept der Kulturindustrie (schon diese Bezeichnung ist bezogen auf Werke geistiger Schöpfung eine Farce aus Überheblichkeit) ist gescheitert und das Konzept der Piraten, dass den Kulturmarkt sicherlich erst einmal stark herunterfahren wird, wird meiner Ansicht nach zu einer deutlichen Stärkung der Kunstschaffenden und zu einer Ernüchterung der Kulturschaffenden führen.

  13. hellprincess schrieb am

    Wenn beim Thema Urheberrecht das Wort „Künstler“ fällt, scheinen viele ein bestimmtes Bild im Kopf zu haben: Einer, der in seinem Atelier sitzt und Bilder malt, weil er sich dazu berufen fühlt. Oder jemand, der sich eine tolle spontane Idee patentieren lässt und damit den dicken Reibach macht.

    Zum einen gibt es einen sehr großen Bereich, der oft bei dieser Diskussion übergangen wird, nämlich die angewandte Kunst, das Design. Der Schnitt von einem Kleidungsstück, die Form eines Stuhls, etc. Ich habe keine Zahlen dazu, würde aber mutmaßen, dass es wirtschaftlich wesentlich mehr ausmacht als die „reine“ Kunst und sollte daher bei der Diskussion um Kreative und Urheberrechte etc. durchaus berücksichtigt werden. Zudem sind Designfirmen fast immer ganz anders strukturiert als der kleine Künstler in seinem Atelier. Denn „designt“ ist genau genommen jeder Gebrauchsgegenstand, nicht nur die neue Guccibrille.

    Jetzt zu Thema Ideen, Patente und Abzocke. Ideen fallen nicht einfach vom Himmel. Zumindest so selten, dass es nicht der Rede wert ist. Ideen entstehen, weil sich der Kreativ schaffende seit Jahren mit dem Handwerk, der Kunst, dem Markt uvm. auseinandersetzt und sich informiert. Da gehört so viel normale, echte Arbeit dazu. Wenn plötzlich eine geniale Idee entsteht oder ein wunderschönes Bild, hat es wenig mit einer göttlichen Eingebung zu tun, sondern viel mehr mit enorm viel geleisteter Vorarbeit. An der man wohlgemerkt oft nichts verdient hat. Die Regel ist, dass man als kreativ Schaffender seinen Beruf ausübt wie jeder andere und der Verdienst bewegt sich auch im Rahmen der normalen Berufe.

    Ja, manchmal entsteht aus der Kunst ein Hype von dem man reich wird oder man schafft es, seine Idee sehr geschickt zu vermarkten. ABER es sind Einzelfälle, von denen die Medien zu Sensationszwecken einfach gern berichten. Von denen, die sehr talentiert sind, viel gearbeitet haben und deren Kunst/Ideen/Design einfach niemand haben will, gibt es nun naturgemäß weniger zum Berichten. Ich kann es nachvollziehen, dass man als Angestellter, der für einen Hungerlohn irgendwo buckelt, es unfair findet, wenn jemand durch ein paar schöne Bilder oder ein Patent schnell zu Reichtum kommt. Die Frage ist, ob die äusserst geringe Wahrscheinlichkeit für so etwas nicht ein fairer Ausgleich dafür ist, dass man riskiert, trotz Talent, Herzblut und Arbeit NICHTS zu verdienen.

    Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass das Urheberrecht, Patentrecht etc. überprüft und evtl. überarbeitet wird. Man sollte dabei nur nicht von Klischees oder Stammtischweisheiten ausgehen. Deshalb fände ich es wichtig, dass Leute die Entscheidungen in diesem Bereich treffen, sich nicht nur mit den immateriellen Gütern als Produkt auseinandersetzen, sondern vor allem mit den Berufen der Kreativbranche. Denn es sind nicht einfach ein paar Hansele, deren finanzielle Situation gegen den freien Zugang zu den Kulturgütern abwägt, sondern in ein beachtlicher Wirtschaftszweig. (Die großen Firmen die die bestehenden Rechte für einen unverhältnismäßigen Profit benutzen meine ich damit nicht.)

    • The_Underscore schrieb am

      Hier muss man aber auch differenzieren zwischen Urheberrecht, herkömmlichen Patenten und Design-Patenten.

      Bei den herkömmliche Patenten, welche im Gegensatz zum Urheberrecht nicht ein konkretes Werk schützen, sondern eine Art, etwas herzustellen, tun sich nämlich viele Probleme auf, die meist wenig mit Kunst zu tun haben. Denn viele Patentrechtsklagen kommen nicht zustande, weil eine Idee kopiert wurde, sondern weil jemand die gleiche Idee wie jemand anders hatte – selbst, wenn diese Fachleuten relativ trivial erscheint und von solchen in kurzer Zeit erarbeitet werden kann, was besonders im Bereich der Computertechnik ein Problem darstellt. Auch sorgen Patente in einigen Fällen dafür, dass Produkte nicht so gut sind, wie sie sein könnten, wenn bestimmte Features eingebaut werden dürften – was den Verbrauchern schadet.

      Und das Design der Cola-Flasche oder die rechteckige Form von Tablet-PCs sollte meiner Meinung nach auch nicht patentwürdig sein.

    • Anonymous schrieb am

      Jeder menscht basiert sein Wissen auf dem Wissen anderer. Und dazu gehören auch Ideen. Ideen jetzt aber nur noch einer Person zu erlauben(weil er vermeintlich der erste war, was Blödsinn ist) bedeutet jede geistige Entwicklung verhindern zu wollen. Grausam der Gedanke

      • Revolution2012 schrieb am

        Bevor es die erste deutsche Demokratie Anfang des 19. Jahrhundert gab (Weimarer Republik), herrschten erst einmal einige Jahrzehnte BiederMEYERtum. Das ist nichts Schlimmes: Schließlich gab es zu der Zeit noch kein Internet, wo sich die Leute austauschen konnten. Trotzdem dauert es garantiert noch einige Jährchen, bevor die Partei richtig Stimmen absahnt (was sie bereits jetzt schon tut).

  14. Pingback: Kritik an der Piratenpartei – “Lobbypartei toxischer Kräfte” | Jonathan's Blog

  15. Pingback: Aaahh Gegenwind... - tiyun.de

  16. pppirat schrieb am

    Ist es nicht dämlich, den Schutz von geistigem Eigentum in einem rohstoffarmen Land wie unserem zu verringern, da wir doch primär Ideen produzieren? Änderungen des Urheberrechts in Deutschland würden uns massiv anderen Ländern gegenüber benachteiligen. Deutschland – ein Piratenprovinzloch?

    • TheoKrieger schrieb am

      Wenn man wirklich einen Schutz von ‚Geistigem Eigentum‘ und ein Anwachsen der Masse marktfähiger neuer Kunstprodukte (wohl gemerkt: das hat Nichts mit Kunstschöpfung zu tun) wollte, dann sollte man seine Künstler auch ordentlich bezahlen und -damit- innovative schöpferische Entwicklungen fördern. Das geschieht derzeit aber nicht! Die meisten Kritiker hier reden von der Produktion und Reproduktion von Kunst. Ich möchte meine Kollegen, die derzeit ohnehin keine Gewinne aus ihrer Arbeit mehr Schöpfen, gern zu einem dreiwöchige Streik und Boykott der Kulturproduzenten aufrufen. Dabei meine ich auch die Künstler und Freelancer der Werbeagenturen, sowie all die darstellenden Künstler, die in Ihren Theatern weniger verdienen als die Beleuchtungstechniker. – Die sind nämlich meist städtische Angestellte mit vollen Bezügen.

  17. Paul schrieb am

    Ist es nicht dämlich sich ein Medikament patentieren zu lassen, das Leben retten könnte, es überteuert zu verkaufen, dass der normal ‚Sterbliche‘ sie sich nicht leisten kann…

    • Pppirat schrieb am

      Zum einen hat Urheberrecht wenig mit Medikamenten zu tun, zum anderen ist es überhaupt nicht dämlich ein Forschungsergebnis zu patentieren und zu schützen. in jedem Fall hätten Änderungen nur bei den deutschen Gesetzen weltweit praktisch keine Auswirkung. Das ist eben eine nicht mehr zeitgemässe, provinzielle Strategie.

  18. Cornelius van Lessen schrieb am

    Urheberrechtsschutz muß doch wohl sein. Vor dem Internetzeitalter mußte ich mir die Schallplatten/CD im Geschäft kaufen. Wer nicht bezahlen wollte, mußte klauen. Für mich jedenfalls ist das kostenlose herunterlagen von Filmen, Musik nichts anderes, egat wie alt die Stücke sind.

    • Stefan schrieb am

      Für Dich vielleicht, für einen klar denkenden Menschen nicht.

  19. Hinze schrieb am

    Alles Gratis klingt ja gut…aber dann solltet Ihr so konsequent sein und auch gratis Politik betreiben….nehmt keine Gelder, Spenden, parteienförderung an – dann könnt Ihr gerne von mir aus fordern daß alles gratis sein soll…

  20. Victor Aveyron schrieb am

    Für Bohn führt kein Weg daran vorbei, das Urheberrecht der neuen digitalen Realität anzupassen.

    Die neue digitale Realität? Meint er damit eine Welt, in der sich jeder nehmen kann, was er will, einfach weil es geht? Gilt für ihn der Grundsatz, dass Alles erlaubt sein muss, was technisch möglich ist? Es ist technisch möglich, IP-Adressen jahrelang zu speichern, E-Mails mitzulesen und jeden Ort der Welt mit Kameras zu überwachen. Soll das Freiheitsdenken sich auch der neuen digitalen Realität anpassen?

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Leute nicht wirklich überlegen, was sie da reden. Aber genau diese Leute sind es, die immer nur fordern und fordern, ohne die Rechte und Interessen der Anderen zu beachten.
    Freiheit bedeutet, dass man NICHT machen kann, was man will, zumindest nicht, wenn es die Freiheit der Anderen einschränkt. Im Übrigen haben auch Tatort-Autoren das Recht auf Äußerung ihrer Meinung. Genauso wie der Wutbürger, der Protestler und jeder Andere. Denkt mal drüber nach.

    • Stefan schrieb am

      In einem freien Land ist zunächst mal alles erlaubt, was möglich ist.
      Ein Verbot bedarf gewichtiger Gründe. Die sind im Fall der IP-Adressenspeicherung, Mitlesen von E-Mails und Kameraüberwachung gegeben.
      Für ein Kopierverbot sind solche Gründe nicht erkennbar. Daß ein Künstler sich gern auf die faule Haut legen möchte und wir ihm Geld zuwerfen sollen, sehe ich nicht als akzeptablen Grund.

      • Hansi schrieb am

        was heißt „faule“ Haut..die „Künstler“ arbeiten ja auch und stecken Energie, Zeit und sehr viel Risiko in Ihr Werk..denn die meisten verdienen nicht so dicke…du willst ja auch für Deine Arbeit bezahtl werden, oder?
        Was machst Du beruflich? ann mach es doch in Zukunft gratis….
        Ich geh ja auch nicht zum Bäcker und verlange daß ich es gratis bekommen sollte…oder?
        Du schon wahrscheinlich…

        Das Gute an den Piraten ist aber, daß sie in ein paar jahren wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden…..

        • Stefan schrieb am

          du willst ja auch für Deine Arbeit bezahtl werden, oder?

          Ich werde für meine Arbeit bezahlt. Weil ich einen Vertrag mit meinem Arbeitgeber habe.
          Was danach mit meiner Arbeit geschieht, kann ich nicht mehr kontrollieren. Viele andere werden mit meiner Arbeit Geld verdienen, ohne daß ich was dagegen machen kann. Das muß ich akzeptieren.

          Ich geh ja auch nicht zum Bäcker und verlange daß ich es gratis bekommen sollte…oder?

          Immer wieder dieser blödsinnige Vergleich.
          Brot kann man nicht kopieren.

  21. marten schrieb am

    Ich zweifel stark am Geist unserer Schriftsteller.
    Wenn man sich allein dadurch informiert, dass man die Überschriften der Regenbogenpresse ließt, gehe ich davon aus, dass derlei Autoren nichts im Hirn haben.
    Vielleicht wär es gut wenn man eine Klausel in das Neue Urheberrecht einbaut, mit der diese 51 von selbigem ausgegrenz werden.

  22. Helmut schrieb am

    Ja, ich bin ein bekennender bayrischer Pirat, und will auch mal meinen Senf zu dem Thema abgeben.
    Ich würde noch ein paar Schritte weitergehen, der Begriff „illegale Downloads“ sollte ein für alle mal
    verboten werden. Nicht der Download ist strafbar sondern der Upload.
    Wenn jemand also Filme Musik usw. für rein privat Zwecke ladet, und keinen Handel oder öffentliche Aufführungen betreibt, ist das bis jetzt nicht illegal und auch nicht strafbar.

    piratige Grüsse

    Helmut

  23. lou schrieb am

    Ich arbeite seit über zehn Jahren in der Buchbranche und kenne viele Autoren und Illustratoren. Die Realität sieht so aus: Obwohl all diese Leute Vollzeit arbeiten, kann nur eine winzige Minderheit von ihrer Arbeit leben. Die Verleger, die Lektoren, die Marketingmenschen in den Verlagen bekommen alle ihr festes Gehalt, aber die Leute, die den Inhalt liefern, müssen kellnern gehen.
    Diesen Leuten die paar Euro von der Verwertungsgesellschaften wegzunehmen, würde eine eh schon extrem ungerechte Situation noch schlimmer machen.

    • TheoKrieger schrieb am

      Schade, dass die Diskussion hier entgleitet. Das Thema Urheberrecht ist wirklich viel zu wichtig, als das es trivial behandelt werden könnte. Die letzte Antwort beispielsweise fängt ja vollkommen richtig an – Aber: Ja! Genau, es sind wenige Euros. Aber: Es sind nicht nur wenige Euros sondern es sind viel zu wenige Euros. Das Aber: Trotz der Verwertungsgesellschaften! Oder vielleicht: Wegen der Verwertungsgesellschaften?

  24. Die Piratenpartei duldet keine Diskriminierung? Dass ich nicht lache. Als Autor ist man für das Gros der Wortführer in den piratigen Foren ein Underdog, ein Paria, der sich beleidigen lassen muss. Kein Moderator bremst die Trolle, könnte ja Wählerstimmen kosten, den Leuten zu widersprechen. Nur einige wenige äußern sich differenziert. Ich weiß nur nicht, warum diese Leute sich so aufregen. Wenn sie unsere Arbeit für überflüssig halten und uns für bescheuert, brauchen sie sie nicht zu konsumieren.

  25. Pingback: 101 Piraten sagen »Ja zum Urheber« » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Berlin, Handelsblatt, Piratenpartei, Saarland, Tatort

  26. M schrieb am

    Was Tatort und andere Shows und der Gleichen angeht gibt es eine simpele und für alle passende lösung:
    Nach der Veröffentlichung (Ausstrahlung) sollten sie vom Veröffentilcher (Sender) legal ins netz gestellt werden. Auf der Seite sollte Werbung geschalltet werden. Es sollte die möglichkeit geben freiwillig zu speden.
    Mit vielen Inhalten (besonder Computerspiele) wird schon sehr erfolgreich so verfahren – meist aber nicht von den „großen“ Herstellern. Auch einige Musikgruppen sind so bekannt geworden.
    Das internet in seiner heutigen Form eröffnet Möglichkeiten die ein paar jahren unvorstellbar waren. Konsumenten werden diese Möglichkeiten nutzen. Hersteller und Dienstleister können versuchen dagegenzuhalten oder sie gehen mit der Zeit und nutzen die Vorteile die sie daraus ziehen können.
    Das es Vertreibern (zB Plattenfirmen) nicht gefällt dass es jetzt eine Möglichkeit gibt das Medium (zB Musik) vom Hersteller direkt zum Konsumenten zu liefern ist klar.
    Naja, das Schöne ist, dass sich das mit der Zeit selbst regeln wird. Man kann sich nur dazu entscheiden mitzuspielen oder gegenzurudern.

  27. nzweielf schrieb am

    Ich schaue fast kein Fernsehen. Ab und zu Sportschau, muss aber das komplette Programm mitbezahlen. Laut FAZ kostet eine Tatort 1,5 Millionen Euro. SpitzenTatorte schaffen 10,5 Millionen Zuschauer.
    http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/tatort/tatort-mit-bester-einschaltquote-seit-13-jahren-id3817799.html
    Wenn man den Film im Internet für 1 Euro bestellen könnte, käme viel Geld zusammen, oder ? Warum gucken 10 Millionen ? Muss doch dan gut sein, oder ? und für was Gutes kann man auch zahlen, oder ?

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