Wirtschaftsdialog zum Urheberrecht schließt Kreative und Nutzer aus

Bild: Tobias M. Eckrich
Die Bundesregierung will auf dem kommenden Treffen des »Wirtschaftsdialogs zur Bekämpfung der Internetpiraterie« am 15. März Rechteinhaber und Diensteanbieter erneut dazu ermuntern, eine einvernehmliche Lösung bei der Bekämpfung der Internetpiraterie zu finden. Jedoch sind, wie eine kleine Anfrage der Partei DIE LINKE ergab, weder Kunst- und Werteschaffende noch Verbraucher zu den Gesprächen geladen. Die Piratenpartei kritisiert dieses Vorgehen der Bundesregierung und fordert einen Dialog zwischen den durch das Urheberrecht wirklich zu schützenden Parteien.

 

»Es ist absolut unverständlich, dass sowohl Internetnutzer als auch Urheber von Werken seit Jahren aus der Diskussion um das Urheberrecht herausgehalten werden. Denn das Urheberrecht soll doch nichts anderes als den Umgang des Einen mit den schöpferischen Produkten des Anderen regeln«, so Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland. »Inzwischen haben sich im Internet viele neue Geschäftsmodelle entwickelt, von denen beide Seiten profitieren können und die durch ein gänzlich neues Urheberrecht geregelt werden müssen. Doch gäbe es dann einen neuen Verlierer: die Verwerterindustrie. Und das weiß diese mit Wirtschaftsdialogen solcher Art gut zu verhindern.«

 

Grundlage der Diskussion wird die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Auftrag gegebene Studie zur Versendung von Warnhinweisen sein.  Diese sieht ein »vorgerichtliches Warnhinweismodell« vor. Internetnutzer erhalten bei einem Verstoß gegen das Urheberrecht einen Warnhinweis vom Provider zugeschickt. Bei wiederholtem Verstoß gegen das Urheberrecht folgen noch nicht näher definierte rechtliche Konsequenzen. So könnte dem Rechteinhaber beispielsweise zur weiteren rechtlichen Verfolgung Auskunft über den Anschlussinhaber erteilt werden (Two-Strikes-Modell).

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Kommentare

37 Kommentare zu Wirtschaftsdialog zum Urheberrecht schließt Kreative und Nutzer aus

  1. Liberal Konservativer schrieb am

    Also ich verstehe nicht was diese Nörgelei soll. Die Verwertungsgesellschaften, Plattenfirmen und Verlage vertreten doch die Interessen aller Urheber und sind somit der beste Ansprechpartner.

    Das man die Lobby der Raubkopierer und Gratisjunkies aus dem Internet zu solch einem wichtigen Treffen nicht einlädt ist doch logisch. Schließlich geht es hier darum das der Schutz der Urheberrechte gestärkt werden muss. Der millionenfache Diebstahl im Internet muss schließlich ein Ende nehmen denn er gefährdet Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze.

    Da die jetzigen Gesetze bisher nicht in der Lage waren dem Gratiswahn im Internet einhalt zu gebieten ist es nun an der höchsten Zeit das die Rechtliche Lage weiter verschärft wird um den Druck weiter zu erhöhen. China setzt zum Beispiel sehr effiziente Filter ein mit denen unerwünschte Inhalte aus dem Datenstrom entfernt werden können. Ich frage mich warum bei uns die Provider nicht dazu verpflichtet werden soetwas einzusetzen um das Downloaden von Raubkopien unmöglich zu machen. Mit Zensur hätte das rein gar nichts zu tun denn es würden ja schließlich nur illegale Inhalte ausgefiltert, die Meinungsfreiheit nach Grundgesetz wäre ja weiterhin gewährleistet.

    Ich hoffe das da die Bundesregierung endlich schnell und Konsequent handelt um die Menschenrechte von uns Urhebern gegen die Piraten zu schützen.

    • Thomas Marc schrieb am

      Lieber Liberal Konservativer,

      Ihre bedenken kann ich sehr gut verstehen. auch ich besitze geistiges Eigentum, das ich nicht ims Netz stelle, weil ich es nicht anders – möglicherweise sogar zum Nachteil anderer Menschen verwertet sehen möchte. Wer es bei mir gelernt hat, weiss warum ich es nicht veröffentliche. Und lernen darf es jeder – von Mund zu Ohr.

      Doch darum geht es nicht, denn Urheber, also Menschen die etwas schaffen werden im Moment von der Regierung genau so ausgeschlossen wie die Menschen, die Wissen nutzen. Es geht um jene, die dazwischen Verdienen. Verwerter wie die Gema oder die Content Industrie. Schauen Sie sich bitte an,
      wer wirklich beteiligt ist. Ich glaube das es an der zeit ist, das Urheberrecht zu reformieren. Definitiv. Und auch Gesetze anzupassen. Es geht nicht um die Legalisierung von Diebstahlt. Sondern um etwas, das schon Benjamin Franklin, einer der Väter der USA sagte. Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist beide nicht wert.

      Friede sei mit Ihnen
      Thomas

      • Andreas Oberholz schrieb am

        Wer hat den Schwachsinn in die Welt gesetzt das die GEMA ein „VERWERTER“ ist. Bitte leute informiert euch vorher bevor Sachen in die Welt raus posaunt die so nicht stimmen. Lest bei der GEMA nach was die machen, die vertreten die Rechte ihrer Mitglieder in deren Auftrag- sind keine Verwerter sondern ein Verein auf Gegenseitigkeit….Mann Piraten informiert EUCH RICHTIG und Gewissenhaft bevor so eine MIST Verzapft.

        Die Content Industrie ist der beste Freund der Urheber denn die müssen dann Zahlen an die GEMA wenn sie GEMA Werke nutzen also den Urheber vergüten.

        Halbwissen ist es was sie da haben, nicht mehr und nicht weniger.
        Bevor sie anderen Vorwerfen sie sollten genauer hinschauen, tun sie es bitte selbst.

        • Rainer Pullwitt schrieb am

          Hallo Andreas Oberholz
          Jeder kann hier seine Meinung sagen ( oder schreiben ) er muss kein Mitglied der Piraten- Partei sein. Also selber erst mal informieren und nicht einfach draufhauen.

    • Sven schrieb am

      „Mit Zensur hätte das rein gar nichts zu tun denn es würden ja schließlich nur illegale Inhalte ausgefiltert, die Meinungsfreiheit nach Grundgesetz wäre ja weiterhin gewährleistet“ … Wer definiert in diesem technischen Umfeld illegal, wer stellt sicher, dass es bei einmal definierten Regularien bleibt und diese nicht auf andere zukünftig als illegal klassifizierte Netzinhalte (Postings, Blogs, Websites, Meinungsäußerungen) ausgeweitet wird …

      Meiner Meinung nach sollte man sich an einem Leitsatz orientieren, der so alt ist, dass
      er fast als konservativ durchgehen könnte (stammt meines Wissens nach aus den Zeiten der französichen Revolution) –> „wenn es nicht unbedingt nötig ist ein Gesetz zu erlassen,
      dann ist es unbedingt nötig ein Gesetz NICHT zu erlassen“

      Die Argumentation mit dem Millionenfachen Schaden, der der UrheberrechtsVERWERTENDEN Industrie entstanden ist, kann ich nicht folgen, da es mir unwahrscheinlich scheint, dass bei den unflexiblen und z.T. Kunden („Wie bekomme ich meine Ware?“) – und Produzentenunfreundlichen („Wie vertreibe ich meine Machwerke? Habe ICH Einfluss auf die Vertriebswege? Wieviel bekomme ich für meine Arbeit?“) Verwertungsmethoden, jedes illegal heruntergeladene Musikstück oder Film sein Equivalent im Umsatz gehabt hätte oder ob es nicht nur heruntergeladen wurde, weil es gratis war und so derjenige sich vor einem Fehlkauf bewahren konnte.

      • Frank Gregor schrieb am

        Mit Zensur hat das sehr wohl etwas zu tun. Denn, es gibt keine legalen & illegalen Inhalte. Es gibt einfach nur Inhalte. Diese sind immer wertfrei zu betrachten. Jede Art von Kategorisierung ist ja schon die goldene Vorlage fuer Zensur – fuer die Filterung dieser Inhalte.

        Eine Information ist wie sie ist, naemlich einfach da. Und wenn von freier Information die Rede ist, dann will ich sie auch so, wie sie ist. Keine Filter, keine Kategorie, keine Suggestionen.

        • BWL Student schrieb am

          Und wenns Kipo oder Nazi Hass Propaganda ist ? Ist das dann auch nur Information welche wertfrei zu betrachten ist ?

          Ich glaube wohl kaum, und deswegen müssen härteste Gesetze her welche detailiert genau regeln wer welche Informationen verbreiten darf. Das Internet ist eine Gefahr für Demokratie und Gesellschaft, deswegen wird es allerhöchste Zeit des es endlich hart staatlich reglementiert und Überwacht wird.

          • Mete schrieb am

            Hallo BWL Student,
            deine Argumentation ist reinster Schwachsinn. Damit unterstellst du denn Bürgern also auch dir selbst sie seien Dumm! Jeder Bürger mit halbwegs funktionierendem Menschen Verstand würde doch nie und nimmer Propaganda von extremisten ernst nehmen. Jeder Bürger entscheidet immer noch selbst (UND DAS FINDE ICH GUT SO) wie er Inhalte „bewertet“. Ein Video im Intenet ist zunächst Wertfrei. Wert ensteht in meinem Kopf. Wenn jedoch zensiert werden würde wäre der erste Wert der ensteht nicht -> „Was ist das denn für ein Scheiß“ sondern „Warum kann ich das Video nicht sehen? Mich interessiert was dahinter steckt“ und ich weiß nicht ob das besser ist…
            Es ist absolut unrealistisch zu denken eine Überwachung führe uns zum Frieden. Und ich denke Frieden & Gerechtigkeit sind wohl die wichtigsten Ziele bei all diesen Diskussionen.
            Also ich liebe meine Freiheit und ich werde alles tun um sie zu verteidigen.

            P.S.: Ich weiß nicht wie es bei dir ist lieber BWL Student aber Ich bin selbst Urheber. Und ich benutze bei allen meiner Werke die Creative Commons, denn ich hasse die Gema genauso wie das absolut veraltete Urheberrecht. Es ist Zeit für ein Update oder besser ein UPGRADE -> das Urheberrecht 2.0 mit Kreativität als Addon!

    • Ruben schrieb am

      Wenn du dich wirklich mit dem Thema außer einander setzten willst, was ich bei einem liberal Konservativen nicht glaube (weil die meistens alles Glauben was die Regierung sagt) dann brech doch mal das Vorurteil und schau dir diesen kleinen Kommentar an.
      http://www.youtube.com/watch?v=LFx99ItxBmk

    • Jschiebel schrieb am

      Dass man sich ein Vorbild an China nehmen soll, um unliebsame Inhalte aus dem Internet herauszufiltern, ist doch wohl nicht ihr Ernst gewesen…
      Sie werden doch nicht auch so weit gehen bei friedlichen Demonstrationen gegen die Politik der Regierung Schießbefehle auf Demonstranten gutzuheißen, oder?

    • Jan schrieb am

      Ich kann wirklich nicht ausmachen, ob das ein Troll ist oder nicht.

    • Snake Plissken schrieb am

      Leute, don’t feed the trolls. Aber hey, der Eintrag hat definitiv satirischen Charakter, das muss man schon lassen :-)

      „Ich hoffe das da die Bundesregierung endlich schnell und Konsequent handelt um die Menschenrechte von uns Urhebern gegen die Piraten zu schützen.“

      Prost!

    • st0815 schrieb am

      „Verwertungsgesellschaften, Plattenfirmen und Verlage vertreten doch die Interessen aller Urheber“

      Das tun sie sicher nicht. Natuerlich gibt es gemeinsame Interessen zwischen Urhebern und Zwischenhaendlern, das bedeutet aber sicher keine 100%ige Uebereinstimmung. Es waere genauso sinnvoll ueber Agrarpolitik ausschliesslich mit Vertretern des Lebensmittelgrosshandels zu diskutieren, und dabei Verbraucherschuetzer und Vertreter der Bauern auszuschliessen.

  2. Thomas Marc schrieb am

    Liebe Bundesregierung,

    Ihr seit durch das Volk für das Volk gewählt. Dabei ist die Grundlage des Auftrages für Euer Regierungsmandat das Grundgesetz. Dieses Grundgesetz hat die 19 Grundrechte als Basis für alles.

    Euer Verhalten ist kein Grundrechtsbezug, Euer Verhalten ist Lobbyarbeit zugunsten einer Wertschöpfungs und Ausbeutungsindustrie. Viel Wissen, viele Schöpfungen basieren auf dem durch die allgemeinhait erworbenen und erarbeiteten Grundwissen der Ausbildung der Rechteinhaber. Studien, die primär vom Staat finanziert sind, Bildung die durch die Gemeinschaft der Menschen möglich wurde.

    Diese Menschen, die Macher und die Nutzer gehören in Euer Boot der Gesprächspartner. Alles andere ist unwürdig – gemessen an der Leistung und der Bereitstellung die zur Leistung geführt hat. Wenn Euer Verhalten unwürdig der Leistungen von Mensch und Gesellschaft ist, ist es auch Menschenunwürdig. Damit habt Ihr als Regierung die Menschen und die Würde der Menschen aus dem Blick verloren. Ihr verletzt den Gedanken und den Inhalt des Grundgesetzes, auch wenn es dafür keine richterliche Bewertung geben wird. Grundrechte bedingen Grundpflichten, wie Sie bereits von anderen grossen Staatsmannern und Politikern angeregt wurden.

    Diese Menschenpflichten sind wie die Menschenrechte allgemeingut. Hier ein Link dazu, dort habe ich die Grundrechte auch posten lassen . incl. Quellenangabe http://www.forum2.avalonorden.de/index.php?page=Thread&threadID=1344

    Achtet diese Pflichten und die Rechte, damit Ihr dadurch Achtung erfahrt.
    Thomas

  3. Sepa schrieb am

    Die Kritik klingt logisch und sie vermag auch Wasser in die Mühlen der Anti-ACTA-Bewegung und somit der Piratenpartei zu spülen, jedoch erscheint sie mir nicht konsequent. Versteht mich nicht falsch – ich sympatisiere durchaus mit einigen Zielen der Piratenpartei. Aus diesem Grund nur einige Gedanken meinerseits:
    – Wie liesse sich denn eine legitime Vertretung der sogenannten Internetznutzer (wie auch immer diese Bevölkerungsgruppe von den Nichtnutzern zu differenzieren sei) bewerkstelligen?
    – Zudem sollte man berücksichtigen, dass die Rechteinhaber die legitime Vertretung der betroffenen Urheber kreativer Werke darstellen. Die Arbeit eines freischaffenden Künstlers, welcher sich nicht vertraglich an einen Vertrieb bindet, ist doch keineswegs betroffen.
    – Da die Diskussionsgrundlage bei dem Wirtschaftsdialog die Ergebnisse einer nicht durch die Wirtschaftsverbände finanzierten Studie bilden, kann von einer medienrechtswissenschaftlichen und nicht einer auf die Verbädeinteressen ausgerichteten Prädeterminierung der Optionen bei dem anstehenden Dialog ausgegangen werden.

  4. Daniel schrieb am

    Liberal Konservativer das ist ein wenig zu kurz gedacht finde ich.Es heisst ja immer das die Film- und Musikindustrie durch die Raubkopiererei Milliarden Ausfälle hat, dass ein Gesetz dafür sorgt das diese Einnahmen nun zustande kommen halte ich für schlichtweg irreal. Denn Gesetz hin oder her, der Niedriglöhner beziehungweise H-4ler hat dadurch ja immer noch nicht das Geld um sich die Musik/den Film legal kaufen zu können, dass einzige was passiert ist das denjenigen die kaum Geld haben der Zugang dazu komplett verwehrt wird und schlimmer noch sie werden bestraft. Ist in meinen Augen sogar ne Doppelbestrafung da ihnen das Geld zum Kauf verwehrt wird und wenn sie es sich auf anderen Wegen besorgen, dann gibts ne Geld- oder Gefängnisstrafe.
    Natürlich bin ich der Ansicht das Urheber für ihre Ideen entlohnt werden sollen.In einem Zeitalter in der wir die Technologie besitzen um jedem Wissen und Kultur zur Verfügung zu stellen sollten auch die Rahmenbedingung geschaffen werden damit jeder Zugang dazu bekommt und Urheber trotzdem entlohnt werden.
    Eventuell ließe es sich auch über Steuern regeln….zum Beispiel das es eine staatliche Plattform gibt die alles Wissen/Musik/Filme frei zur Verfügung stellt und je nach Klicks/Downloads wird der Künstler aus der Staatskasse entlohnt…. gegenfinanziert wird es dann über eine gesonderte Steuer oder das es in der MwST enthalten ist…. CD/DVDs usw. muss man ja nicht mehr im Laden kaufen, wodurch sich der Kunde/User auch Fahrtkosten ect. spart, just an idea.

  5. Llarian schrieb am

    Lieber Liberal-Konservativer, die Verwerter vertreten nicht primär die Interessen der Urheber, sondern ihre eigenen. Als Firmen haben sei ein an sich genommen völlig legitimes Interesse daran, Profit zu machen. Leider kommt zuwenig von diesem Profit den echten Urhebern zugute – das ist die eine Seite, die die Piraten ändern wollen. Auf der anderen Seite steht der Verbraucher, der oft gar keine legale Möglichkeit hat, ein Werk vor dem Kauf zu prüfen, was ihm aber auch im Sinne des Vertreibers ermöglicht werden sollte, oder sogar keine Möglichkeit hat, ein Werk überhaupt in einer angemessenen Zeit zu kaufen. Beispiele: Wer nicht in einer Großstadt mit entsprechenden Läden mit reichlich Musikauswahl lebt, muß sich die CDs von einer Versandfirma liefern lassen. Dabei kann er sie nicht vorher im Laden anspielen. Downloader kaufen überdurchschnittlich viel Musik – sie laden herunter, um vor Kauf zu testen. Filmfans müssen auf Filme unabhängiger Produzenten häufig mehrere Jahre warten, oder erhalten sie nie legal, weil die Verwerter der Meinung sind, nicht genug Profit mit der DVD in einem bestimmten Land zu machen. Der Download ist nach Meinung der Verwerter jedoch auch dann illegal und geschäftsschädigend, wenn sie vorher selbst angegeben haben, dieses spezielle Werk gar nicht in dem Gebiet in den Vekauf zu bringen und sogar Kaufversuche von potentiellen Kunden abgewiesen haben. Dabei handelt es sich meist um sogenannte „Independent“ Filme oder gar um TV-Serien, die im Herstellerland nach Erstausstrahlung sogar kostenlos legal angeboten werden – aber eben nur dort. Mit „Gratiswahn“ hat es wenig zu tun, wenn der Käufer bereit ist, Geld zu geben, aber die Ware gar nicht angeboten wird, weil er im falschen Land wohnt.

  6. Mario schrieb am

    Wieso werden Trolle hier gefüttert? Zumal ich da doch einiges an Ironie lese…

  7. schelpmeier schrieb am

    Ich sehe an diesen Kommentaren, das hier wohl kaum einer schreibt der tatsächlich Urheber ist oder die wirtschaftliche Situation eines Urhebers kennt. Zweifellos gibt es einigen Reformbedarf bei der GEMA, oder den Praktiken von Verlagen und der Verwertungsindustrie etc. Der ist aber relativ überschaubar. Tatsächlich ist der wirtschaftliche Schaden durch Raubkopie, aber auch schon durch die Veränderung weg vom CD Kauf hin zum Download und noch drastischer zum Streaming, dramatisch. Und dieses betrifft nicht nur die „Großen“ der Branche, auf denen sich ja gerne, und mit Applaus von allen Seiten, rumhacken läßt. Nein, es betrifft gerade und vor allem die breite Masse derer, die ernsthaft und mit professionellem Anspruch Musik, Fotografie, Dichtung etc. betreiben. Und mit professionel meine ich nicht nur das künstlerische Niveau sondern eben auch die Tatsache, das man das beruflich macht. Und dies liegt schlicht und einfach daran, das eine Ware die mit viel Zeit und Geld produziert wird durch die illegale oder grob unseriöse Nutzung der Medien faktisch umsonst zu haben ist.
    Und die, die davon am meisten profitieren sind nicht mal die illegalen Nutzer direkt (die das fälschlicherweise als irgendein Bürgerrecht proklamieren). Die größte Profiteure sind die Besitzer/ shareholder von Youtube, Facebook, Aplle &Co. Und dies sind keine Philantropen – die sind Kapitalisten der schlimmsten Sorte. Sie haben nur ein sehr clevers Schafsfell über dem Wolfspelz gezogen.

    Zum Schluss noch mal ein Beispiel, vielleicht bringt das zum Nachdenken: Niemand hier im Forum würde behaupten das es ok ist, das H&M Millionen mit Kleidung verdient, die in Bangladesch von Leuten genäht werden, die trotz eines 10-12 Stundentages kaum genug zum Leben verdienen. Dieser Zustand ist, da sind wir uns einig: pervers.
    Jetzt rechnet euch bitte einmal aus wie oft ein Song gestreamt werden muss (bei 0,01 – 0,001 cent pro Stream) bis der oder die Urheber damit ein Harz 4 Gehalt verdienen? Genau, es wäre vernünftiger sich um einen Job als Näher in Bangaldesch zu besorgen. Aber Spotify geht es dabei sicher nicht schlecht.
    Und wir reden hier noch nicht einmal über illegalen Download oder Raubkopie. Glaubt es – der Schaden ist gigantisch.
    Eine an Bürgerrechten und sozialer Gerechtigkeit tatsächlich interessierten Partei sollte daran interessiert sein solche Zustände zu unterbinden statt zu fördern.

    • Llarian schrieb am

      Und genau deswegen, lieber schelpmeier, sagen wir ja auch, daß die wirklichen Urheber in diesem Wirtschaftsdialog vertreten sein sollten – was sie nicht sind. Gehen wir mal davon aus, daß du als Künstler von einem Download tatsächlich nur die von dir zitierten 0,01 cent (!) erhälst. Der Kunde bezahlt aber 0,99 € pro Download. Das ist ein erhebliches Mißverhältnis zwischen „Einkaufspreis“ der „Ware Kunst“ und „Verkaufspreis“. Genau deshalb fordern wir ja, daß die Schaffenden selbst vertreten sein sollen.

      • schelpmeier schrieb am

        Die 0,01 und weniger bezihen sich auf Streaming, nicht auf Downloaden. Von den 99,. Cent bei Itunes bleibt in der Regel die Hälfte bei I-tunes, der Rest geht an das Label und dann ist es eine Frage des Deals zwischen Label und Künstler wie die sich das teilen. Da gibt es unterschiedliche Modelle. Es bleiben davon ca.10 – 30 Cent beim Künstler.

        • Anonym schrieb am

          Ein Urheber nicht materialler Güter hat erheblich mehr Vertriebswege als H&M.

          Und zum Streaming Beispiel: Bei 0,01 Cent Vergütung pro Stream(PRO Stream[!]) verdient eine Band an einem Song wenn eine Person sich den Stream 3 mal anhört 0,03 Cent (Stream und Seitenaufruf müssen hier differenziert werden).

          Für 100 Euro Bedarf es also 1000000 Streams (nicht Aufrufen). Dabei gebe ich zu bedenken das der Konsument hierbei nicht in den Besitz des Mediums gelangt.

          Zu dem Verdienst des Künstlers addieren sie dann bitte noch
          – legale Downloads
          – CD/DVD Verkäufe
          – Gagen/Konzerte
          – Merchandise
          – GEMA/GVL Gebühren durch Radio/Webradio/sonstige Publikation

          Nehmen wir mal ein gewöhnliches Album mit 15 Titeln welches für 18 Euro bei Saturn im Laden steht. Bei 0,01 Cent Vergütung heißt das 180000 Streams um den Erlös einer CD reinzuholen. Macht bei 15 Titeln durchschnittlich 12000 Streams pro Titel.

          Das heißt jeder bei YouTube eingestellte Song welcher 12000 Streams erreicht, erwirtschaftet seinen Anteil vom herkömmlichen CD/DVD Verkauf wenn der Titel von einem Album mit 15 Titeln stammt.

          Nun erreichen Songs von bekannten Popmusikern aber MILLIONEN an Aufrufen und Streams. Und das auf diversen Plattformen (YouTube, Clipfish, MyVideo, MySpace…) parallel.

          Sie wollen mir ernsthaft erzählen das ist zu wenig?

          • schelpmeier schrieb am

            Ja, das ist erheblich zu wenig, denn zum einen habe ich mich vertan: der Erlös pro stream ist in der Regel noch viel niedrieger, nämlich ungefähr 0,0001xx Cent pro Stream.
            Ich weise noch einmal auf die offen gelegten Zahlen der Band Bodi Bill hin. dann erklärt es sich von selbst.
            Zum anderen ist ein Urheber (Komponist/Textdichter) nicht automatisch an CD Verkäufen, Merchandise, Konzertgagen etc. beteiligt. Das ist nur der Fall wenn Urheber und Interpret identisch sind. Und auch dann reichts in den meisten Fällen nicht.
            Das sind mit Verlaub alles Milchmädchenrechnungen. Streaming in der jetztigen Vergütungsform ist asozial.

          • Anonym schrieb am

            Ja, das ist erheblich zu wenig, denn zum einen habe ich mich vertan: der Erlös pro stream ist in der Regel noch viel niedrieger, nämlich ungefähr 0,0001xx Cent pro Stream

            Murks. Schauen Sie sich mal die bisherigen Verhandlungen von GEMA und YouTube an.

            Zum anderen ist ein Urheber (Komponist/Textdichter) nicht automatisch an CD Verkäufen, Merchandise, Konzertgagen etc. beteiligt.

            Das ist gelinde gesagt schlichte Dummheit. Wenn ich mit meiner Band einen Auftritt hinlege und nicht an der Gage beteiligt werde mache ich den Auftritt in 95% der Fälle nicht.

            Das ist nur der Fall wenn Urheber und Interpret identisch sind. Und auch dann reichts in den meisten Fällen nicht.

            Es ist genau umgekehrt. In den meisten Fällen sind Urheber und Interpret identisch. Das dies auf von Dieter Bohlen gecastete Popidioten nicht zutrifft stimmt. Verdienen tun sie trotzdem mehr als genug.

            Außerdem: Wer sich von seiner Plattenfirma so ausbeuten lässt das er von CDs/Gagen nix abbekommt wird auch vom Streaming nicht viel sehen.

            Das sind mit Verlaub alles Milchmädchenrechnungen. Streaming in der jetztigen Vergütungsform ist asozial.

            Soso, es eröffnen sich neue Vertriebswege und Sie sind der Meinung die neuen Vertriebswege müssen bei geringerer „Leistung“ für den Endkunden die gleiche Kohle erwirtschaften wie die alten Vertriebswege welche dazu auch noch parallel existieren?

            Das einzige was ich von Ihnen bisher gelesen habe ist reine Meinungsäußerung, nichts mit irgendwelchen Fakten oder Tatsachen belegt.

    • Ramuthra schrieb am

      @Schelpmeier
      Wie erklärst du denn dann das Bands die ihre Musik selbst vertreiben genug Profit machen?

      Bsp. Freiwild
      die stellen selber Videos auf youtube ein
      geben dazu noch ihre Kommentare
      auch Songs die von Fans eingestellt werden lassen sie nicht sperren obwohl es ein leichtes wäre

      und denen ihr Konzept geht voll auf
      trotz das sie nicht diesen Medienrummel wie die Kommerzbands haben scheffeln sie richtig Kohle
      Grund dafür ist die Mund zu Mund Propaganda
      die Leute hören die Songs bei youtube und kaufen sich die Platten über wohlgemerkt BESTELLUNG da sie im Laden nicht ausliegen oder laden sich das Album für Geld herunter
      außerdem zahlen sie Geld für die Konzerte die immer voll sind

      und sie haben es als Deutschrockband aufs Wacken geschafft was ein absolutes Metalfestival ist

      wenn das kein Bsp. für gelungene freiwillige Bereitstellung von geistigem Eigentum ist dann frag ich mich was noch alles passieren muss damit Leute wie du oder Mister Liberal ganz zu Beginn checken das das Urheberrecht wie es jetzt ist nur den Musikkonzernen dient den Künstlern aber nicht
      denn die kriegen von dem Gewinn das wenigste ab

      • schelpmeier schrieb am

        An der Praxis von Freiwild ist ja auch grundsätzlich alles ok, das machen wir ja alle mehr oder weniger so ähnlich. Aber das das Urheberrecht nur den Musikkonzernen dient ist Unsinn. Man braucht ja auch nicht bei denen unterschreiben, dann bekommen die auch nichts vom Kuchen ab. Von interessierter Seite wird das so suggeriert. Die GEMA führt momentan tatsächlich nur am Beispiel weniger, einer Handvoll, Videos einen Musterprozess gegen Youtube. Sie will erreichen, das von den Millionen die Youtube verdient ein gerechter Anteil an die Urheber fließt. Youtube belegt aber zahlreiche Videos mit dem Button, das sie wegen der GEMA gesperrt sind. Das ist faktisch falsch!! Das machen die aber nur um bei der Masse der Youtiube Nutzer stimmung gegen die GEMA zu machen – und sie haben vollen Erfolg wie man sieht. Man kann berechtigt Kritik an der GEMA üben, aber ohne eine starke Organisation wie sie währen die Urheber schon längst völlig platt gebügelt.
        Und das liegt nicht an einem grundsätzlich falschen urheberrecht, sondern vielmehr daran dass das längst allerorten mit Füssen getreten wird.
        Wer sich übrigens mal wirklich mit der Einkommenssituation von Bands beschäftigen will dem empfehle ich die Reportage über die Band BIDI BILL http://on3.de/e/12940#/e/12940.

        Das rückt Geschichten wie die oben über „freiwild“ wieder ins rechte Licht.

      • schelpmeier schrieb am

        @anonym
        Nur mal schnell ein paar „Fakten“: Annett Louisan, Roger Cicero oder Götz Alsmann – alle sehr erfolgreich in Deutschland, spielen massgeblich nicht Musik und Texte die von ihnen stammen, sondern von fremden Komponiten und Textern. Milows Riesenhit „Ayo Technologie“ war bekanntlich auch nicht von ihm. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.
        Nur weil im Bereich Indie + Alternative Musik das Spielen von Fremdkompositionen uncool ist, ist es aber in der Regel sehr häufig. Denn nicht jeder gute Musiker ist auch ein guter Komponist….
        Ausserdem geht es u.a. genau um Dieter Bohlen Casting Affen. Würde mich wundern wie du aus der Wäsche gucken würdest wenn die einen Song von dir covern und du bekommst nix davon ab….

        Aber egal, ich glaube hier zu diskutieren ist vergebene Liebesmüh….

        Aber ich glaube hier in diesem Forum

  8. Ich schrieb am

    Es heißt doch: Kunst ist so viel wert, wie man bereit ist, dafür zu bezahlen.
    Wenn die Künstler meinen, ihre Fans würden für ihre Werke Geld bezahlen, dann brauchen sie sich ja eigentlich keine Sorgen machen. Und auf die anderen Künstler kann ich sowieso verzichten ;)

  9. Ich schrieb am

    achja, auf die Künstler, die qausi ehrenamtlich Arbeiten für ihr Image oder was auch immer, kann ich natürlich nicht verzichten!

  10. Manfred schrieb am

    Nicht fordern, sondern MACHEN!
    Aber mit EIGENEN Forderungen! Das ist nun einmal die Aufgabe der Partei im Rahmen ihrer Funktion der Willensbildung, eine Vorlage abzugeben.
    Kann man ja verbinden mit der Vorstellung des Kandidaten der Piratenpartei für das Amt des Bundespräsidenten. Wo blebt der denn? Ich (41) stehe nach wie vor zur Verfügung!

  11. Tomek schrieb am

    das ist mal wieder typisch regierung, investieren soviel zeit für irgendwelche rechte. man könnte es einfach betreiben ohne diese ganzen labels, gema und sonstige unternehmen die damit viel geld verdienen. dann wären viele dieser werke günstiger, und die menschen wären auch bereit dafür zu zahlen. warum soll ich für eine cd wie beispiel bravo hits oder sonstiges sehr viele euros zu bezahlen, wovon ich vielleicht nur 2-3 lieder hören würde!! dann hole ich es mir lieber bei itunes meine top songs die ich mir vorher anhören kann, für noch vertretbaren preis. klar verdient itunes und andere auch daran, aber das prinzip könnte man ja verwenden für die artisten selbst.

    dank der scheiß gema erhalte ich gerade jetzt die musik in deutschland, die in anderen ländern vor 3 jahren die hits waren.

    und anstatt sich um sowas gedanken zu machen und geld auszugeben, sollte man sich lieber um die menschen sorgen machen, die wirklcih hilfe brauchen. wieviele menschen hungern auf dieser welt, oder leben in armut. aber um sowas wird nicht laut diskutiert, es geht ja nur um profit!!!

  12. Pingback: ACTA ohne ACTA « Netroid

  13. Andreas Oberholz schrieb am

    Die Piraten kapieren es einfach nicht.

    Die Kunst und Wertschaffenden sind die Urheber und diese müssen vor Leuten die alles im Netz umsonst haben wollen geschützt werden da das digitale Medium unbegrenzte Kopien möglich macht.

    „Eine Dialog zwischen den durch das Urheberecht wirklich zu schützenden Parteien?“
    Ja, liebe Leute das sind auch die Urheber und nicht die USER- Diejenigen die die Rechte an dem Kram haben müssen geschützt werden. Und die werden natürlich vertreten durch Verleger, GEMA und deren Komponisten-Verbände…etc

    „Diese sieht ein »vorgerichtliches Warnhinweismodell« vor. “
    Richtig so. Ich verstehe jeden Komponisten der Erfolg hat das er einen Anfall bekommt wenn Millionen Kids sich seine Musik umsonst aus dem Netz besorgen und er mit seinem Verlag sieht keinen Cent davon. Wer Arbeitet schon gerne umsonst. Offensichtlich die Piratenpartei?

    „So könnte dem Rechteinhaber beispielsweise zur weiteren rechtlichen Verfolgung Auskunft über den Anschlussinhaber erteilt werden (Two-Strikes-Modell).“
    Auch das ist verständlich, wenn jemand nach einer Warnung nicht aufhört kann man wohl Vorsatz vermuten. Und ich wäre auch stink sauer wenn jemand mir Geld aus dem Portemonnaie klaut, nichts anderes ist es…da werde ich wohl wissen dürfen wer das war um meine Forderung gerichtlich geltend machen zu können.

  14. Daniel Limouchi schrieb am

    „[…] die Meinungsfreiheit nach Grundgesetz wäre ja weiterhin gewährleistet“

    Die Meinungsfreiheit und generell die meisten Freiheiten wurden schon zu dem Zeitpunkt geraubt, an dem die Verhandlungen zu einem Gesetz stattfanden und die beiden betroffenen Parteien keinerlei Einfluss auf die Verhandlungen hatten. Der Künstler soll alleiniges Recht über sein Werk haben.

    Es ist ja ungefähr so, als würde jemand ein Bild malen und es auf dem Flohmarkt verkaufen, der Künstler verkauft es, wie er will. Warum sollte das im Internet anders sein? Ich finde die ganzen Verhandlungen unfassbar. Der Grundgedanke schon.

    Und wenn die Verbraucher/ das Volk es denn mal schaffen sollte, etwas abzuwenden, kommt auch schon das nächste. Es widerfährt den Grundrechten der Bürger.

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