ACTA: Über 100.000 Menschen demonstrieren in Deutschland gegen das ACTA‑Abkommen

Anti-ACTA-Demonstration in München (CC-0 Usien)

In ganz Deutschland hatte die Piratenpartei als Teil eines breiten Bündnisses zu Demonstrationen gegen das umstrittene ACTA Abkommen aufgerufen. Die Nachricht vom Vortag, dass die Bundesregierung die Unterzeichnung des ACTA-Abkommens vorerst verweigert, führte die Demonstranten nicht in die Irre. In 60 deutschen und zahlreichen weiteren europäischen Städten gingen sie auf die Straße: In München waren es 20.000, in Berlin und Stuttgart jeweils 10.000, in Düsseldorf 7.000, in Frankfurt am Main 6.000. Laut Angaben der Veranstalter demonstrierten insgesamt mehr als 100.000 Menschen allein in Deutschland.

»ACTA ist ein weiterer Versuch das Internet in eine Zwangsjacke zu stecken. Anstatt das Urheber- und Patentrecht zu modernisieren, werden hier mit der Brechstange alt hergebrachte Geschäftsvorgänge zementiert«, kommentiert Sebastian Nerz, Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei Deutschland, das Abkommen. »Ungeachtet der Eiseskälte wagten sich unzählige Menschen europaweit auf die Straße. Dass in Deutschland hierbei, trotz der gestrigen vorläufigen Aussetzung, am meisten Menschen demonstrierten, sollte für die Regierung ein eindeutiges Zeichen sein. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Ob Regierung oder Industrie, ob Manager oder Politiker.«

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Kommentare

3 Kommentare zu ACTA: Über 100.000 Menschen demonstrieren in Deutschland gegen das ACTA‑Abkommen

  1. Andreas Herrmann schrieb am

    Schämt Euch für die 100.000
    1989 waren nur in Leipzig 200.000 dabei. Und zwar jeden Montag.
    Das kommt davon, wenn man eine solche Demo am Sonnabend nachmittag anzettelt.
    Macht das am Montag 16oo Uhr auf den Hauptstraßen der Rebublik. Verstopf die Straßen, wenn „Bild bildet“ an die Futtertröge wollen.
    Ein wörtliches Zitat von Menschen mit Piratenflagge: „Wir wollen uns doch nicht blamieren.“
    Habt Ihr Angst vor Erfolg?
    Ich habe schon vor zehn Jahren eine Karikatur gezeichnet:
    „Wir machen Revolution – aber nur nach den strengen Richtlinien vom Ordnungsamt.“
    Eure Gegner legen fest, was Ihr dürft????????????????????????????????????????
    mfg
    A. H.

  2. Matthias Weiss schrieb am

    @Timo N.: Ja, mehrfach und in aller Ruhe, da es einfach zu wichtig und komplex ist um „mal schnell überflogen“ zu werden. Deshalb ja auch der Protest! Die eigentlichen Punkte sind für sich genommen nicht gleich als dramatisch ersichtlich, aber im Zusammenhang gibt es viel zu viel Spielraum um Überwachung und Zensur auszuweiten. Ein Hauptgrund, weshalb ich auf die Straßen gehe um zu protestieren ist der Verbot von Generika – was in meinen Augen indirekter Mord (Entwicklungsländer) durch unterlassene Hilfeleistung ist.

    @Andreas H.: WTF? Was hat das denn mit den Montagsdemos von 1989/90 zu tun? – Nicht das Geringste. Im Übrigen geht ein Großteil der Bevölkerung arbeiten und das meistens unter der Woche. Wir wollen zwar Aufrütteln und Verdeutlichen, dass ACTA (und auch SOPA, PIPA etc) unsere Rechte in unverhältnismäßigem und unverantwortlichem Maße einschneiden, aber dazu muss nicht die Infrastruktur lahm gelegt oder Gebäude belagert werden. Somit ist das WE ein idealer Weg.
    Ich denke Deine Vorstellungen von Demonstrationen sind etwas überholungsbedürftig.

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