Piratenpartei verteidigt Homo-Ehe gegenüber dem Papst

Bild: Tobias M. Eckrich

Sebastian Nerz Zur Rede über Familienpolitik, die der Papst vor Diplomaten im Vatikan gehalten hat, nimmt der Vorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz wie folgt Stellung:

»Die Behauptung des Papstes, die Homo-Ehe bedrohte die menschliche Würde, ist abwegig. Das Gegenteil ist der Fall: Die Politik erkennt die Würde des einzelnen Menschen erst in dem Moment an, in dem sie ihn in seiner freien Entfaltung respektiert und unterstützt. Stattdessen versucht der Papst, seinen Einfluss als religiöses Oberhaupt geltend zu machen, um zu verhindern, dass Menschen einander mit staatlichem Segen lieben dürfen.

Was das mit christlicher Menschenliebe zu tun haben soll, ist mir unerklärlich. Auch mit dem Grundgesetz, demzufolge alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, sind die Forderungen des Papstes nicht vereinbar. Politik muss endlich der Vielfalt der Lebensstile gerecht werden. In der Familienpolitik darf es keine religiöse Bevormundung geben.«

Die Piratenpartei setzt sich für die Gleichstellung aller Partnerschaften ein – unabhängig von Geschlecht und Anzahl. Dies erfordert unter anderem die Abschaffung des Ehegattensplittings und die Einführung eines Adoptivrechts für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Die eingetragene Partnerschaft will die Piratenpartei darüber hinaus für alle Formen der Partnerschaft – auch solche von mehr als zwei Personen – öffnen. Ihre Ausgestaltung soll ähnlich dem französischen zivilen Solidaritätspakt flexibilisiert werden. Um die freie Selbstbestimmung der eigenen sexuellen Identität zu gewährleisten, schlagen die PIRATEN eine Reihe konkreter Maßnahmen vor. So soll das Merkmal »Geschlecht« durch den Staat nicht mehr erhoben werden dürfen.

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Kommentare

30 Kommentare zu Piratenpartei verteidigt Homo-Ehe gegenüber dem Papst

  1. Reinhard Lammers (Pirat) schrieb am

    Das was der Herr Nerz da von sich gibt arte dann in sodom und gomorrah aus. Als nächstes geben wir dann die Pädophili frei Lieben halt Kinder. Oder die Inzesti frei Eltern lieben doch nur ihre Kinder, und Geschwisterliebe ist doch normal oder? Dann lassen wir sie alle in den Stand der EHE tretten ist doch völlig normal Lieben sich halt. Sagt mal gehts denn noch. Eine EHE ist Mann und Frau und sonst garnichts auch wenn das einige so meinen.

    • markus schrieb am

      Herr Lammers, ich bin Ihrer Meiningen! Wie kann man eine sexuelle Perversion als „freien Entfaltung “ gelten lassen wollen? Was interessiert mich als Steuerzahler, welchen sexuellen Praktiken jemand ausübt, wie lang das ich kriminell ist und rechtlich verfolgt sein soll? Und was heißt bitte „alle Formen der Partnerschaft „? Sollten vielleicht „Ehen“ mit Tieren oder Genständen auch erlaubt sein? Ihr Piraten – wenn eure „Spitzenleute“ mit solchen Schnapsideen sich brüsten, dann seid ihr nur eine politische Eintagsfliege! Ihr seid nur gut genug die andere Parteien zu ärgern, aber dafür hat der deutesche Michael schon die NPD.

    • Matthias Drechsel schrieb am

      Ich finde Herrn Nerz seine Grundhaltung absolut in Ordnung und dringend notwendig. In Herrn Nerz seiner Ausführung wurde genau DAS deutlich, was tatsächlich sich in unserer modernen Gesellschaft abspielt. Und dazu gehört natürlich die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen. Schwule und Lesben mit Kinderschändern gleich zu setzten ist NICHT in der Absicht der Piraten. Allein der Vergleich meines Vorredners zeigt, dass dieser Meiner Meinung nach in der Piratenpartei nichts verloren hat. Vielleicht wäre Kollege Lammers bei der CDU oder der NPD besser aufgehoben, aber am besten in gar keiner Partei.

      • Squall schrieb am

        *mal angestrengt lausch*
        Hör ich vielleicht ein „Pirat über Boooord“?
        ;-))

  2. Norbert Landmesser-Lambertz schrieb am

    Ich unterstütze voll und ganz die Meinung von Herrn Merz.
    Ich möchte mich auch nicht von der Kirche bevormunden lassen.
    Eine CDU wäre bei uns in Frankreich verboten.
    Und das ist gut so !

    • markus schrieb am

      Il ya quelques différences entre nous mentallen – pourquoi ne pas tous se fondre ce qui convient à vous et nous.
      Es gibt ein paar mentallen Unterschiede zwischen uns – deswegen nicht alles was uns passt musst auch Euch passen.

  3. Norbert Landmesser-Lambertz schrieb am

    Nicht Merz sondern Herr Merz

  4. Norbert Landmesser-Lambertz schrieb am

    Das N scheint nicht zu funktionieren.

  5. markus schrieb am

    Was erwartet Herr Merz, der bestimmt nicht besonders religiös ist (egal was für Konfession er wäre) vom katholischen Papst? Ein Papst ist doch kein irgendwelcher Politiker! Das ist eine Persönlichkeit mit besonderen religiösen, gesellschaftlichen und politischen Eigenschaften, die nicht nur die gläubige Katholiken verstehen, beachten und achten. Nicht-Katholiken respektieren Seine Heiligkeit und – obwohl nicht immer seiner Meinung sind – trotz dem mit Würde und Hochachtung suchen den Dialog.
    Es ist doch selbst verständlich, dass Benedikt der XVI die traditionale Familie (ein Mann und eine Frau als Eheleute, die Eltern ihre Kinder sind) NUR als Ehe und Familie sehen wird. Das ist ein von den Dogmen der Katholischen Kirche! Davon gibt es keine Ausnahmen. Deswegen – entweder glaubt man daran und unterordnet man sich, oder nimmt man es zur Kenntnis und lebt nach eigener Vorstellung – aber auch auf eigene Kosten! Als Steuerzahler sehe ich kein Grund, stattlich die eigetragene Lebensgemeinschaften zu fordern! Es reicht, dass die Gesellschaft sie akzeptiert.

  6. Mister M. schrieb am

    „Die Politik erkennt die Würde des einzelnen Menschen erst in dem Moment an, in dem sie ihn in seiner freien Entfaltung respektiert und unterstützt. “ Soso, Herr Merz.
    Wer erkennt wen an? Wer ist Subjekt, wer Objekt, was ist Bedingung.
    Sie sind eine Chaotenpartei. Ach, ich vergaß: eine Partei von Räubern. Sie rauben sogar der Sprache den Inhalt.

  7. sukram schrieb am

    Alle – wie ein Papagei – wiederholen den Fehler vom Herr Norbert Landmesser-Lambertz aus Frankreich
    – auf dem Foto ist Sebastian NERZ zu sehen und so heißt der Typ, der Schwulen und Lesben favorisiert.
    Die Würde auch diesen Menschen ist unantastbar, aber warum sollte sie höher bewertet werden als von heterosexuell -also normal – orientierten Menschen?
    Für die Gesellschaft hat die Ehe von Mann und Frau eine grundliegende Bedeutung. Sie ist eine Kernzelle der Gesellschaft, der Nation, des Staates! Dort entsteht neues Leben, werden nächste Generationen erzogen und geformt, die dann später die Zukunft der Nation sichern.
    Es gibt keine Vergleichsmöglichkeiten von Ehe und „eingetragene Lebensgemeinschaften“ . Deswegen darf es keine Gleichheit im Recht und gesellschaftliche Anerkennung geben.
    Die sexuelle Lebensformen (Schwulen und Lesben) sind private Sache der Betroffenen und mit der Familie haben noch zu tun. Nur die Ehe und Familie sind für die Nation zukunftsträchtig! Und deswegen haben besonderen Status – sogar in primitiven Gesellschaften und seit dem die Menschheit besteht.
    [Die Redaktion möchte hiermit darauf hinweisen, dass dieser Kommentar nicht die politische Meinung der Piratenpartei darstellt. Die Red.]

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  9. Hainer schrieb am

    Aha die Piraten sind jetzt also auch bei der billigen Polemik angekommen. Wenn man sich in den Vordergrund stellen will legt man sich halt mal mit dem Papst an. Sieht mutig aus, ist es aber seit einigen hundert Jahren nicht mehr. Was der Papst von der Homoehe hält, ist die Sache des Papstes und der, der Katholiken. Das die katholischen Päpste noch für die nächsten 1000 Jahre dieser Ansicht sein werden ist auch offensichtlich. Für was also genau sollen die Ansprache von Herrn Nerz gut sein? Benötigen Homosexuelle denn seit Neustem abschließend den Segen des Papsts um In Ihrer Homo Ehe glücklich zu sein? Das wage ich doch mal zu bezweifeln :).

    Btw. Das Merkmal „Geschlecht“ im Perso oder in den Krankenunterlagen ist nun mal wirklich ausschließlich ein Verwaltungsinstrument. Bisher hat sich noch kein einziger Perverser von der Ausführung seiner Neigungen abhalten lassen weil sein Geschlecht im Perso vermerkt ist. Ebenfalls nur alberne Polemik die Erfassung des Geschlechts unterbinden zu wollen.

  10. Dismas schrieb am

    „So soll das Merkmal »Geschlecht« durch den Staat nicht mehr erhoben werden dürfen. “ Das ist so unsinnig! Nicht zwischen der Ehe als Basis der Familie, in der Kinder geboren werden und aufwachsen, einerseits und anderen Lebensgemeinschaften andererseits differenzieren zu wollen ist ideologisch motiviert und rational nicht begründbar. Ein Adoptionsrecht für „gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften“ vernachlässigt die Bedürfnisse der zu adoptierenden Kinder zugunsten des Narzismus der homosexuellen Adoptionswilligen.

    Denken Sie darüber wie sie wollen. Aber bei der anstehenden Landtagswahl werden Sie meine Stimme nicht bekommen.

    • Lucian schrieb am

      „Ein Adoptionsrecht für “gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften” vernachlässigt die Bedürfnisse der zu adoptierenden Kinder zugunsten des Narzissmus der homosexuellen Adoptionswilligen.“

      Mit Verlaub – ich habe lange nicht mehr solch einen Stumpfsinn gelesen. Inwiefern werden denn bitte die Bedürfnisse der Kinder vernachlässigt, wenn sie bei zwei Müttern bzw. zwei Vätern aufwachsen? Es ist ja nicht so, dass Adoptivkinder eines homosexuellen Paares keine Menschen des anderen Geschlechts kennenlernen würden! Die Kinder alleinerziehender Elternteile haben oftmals ebenso, wie Kinder gleichgeschlechtlicher Partner/innen, nur eine Eltern-Kind-Beziehung zu einem Menschen eines bestimmten Geschlechts. Verkorkst sie das irgendwie? Nein. Kein Mensch käme auf die Idee, einem alleinerziehenden Elternteil die Kinder zu entreißen, weil „deren Bedürfnisse vernachlässigt“ werden. Das ist es also nicht. Was dann?

      Leider herrscht immer noch der sonderbare Irrglaube vor, dass Kinder homosexueller Eltern selbst zwangsläufig homosexuell würden, weil sie ‚verwirrt‘ wären. Hierzu ist Folgendes zu sagen: Menschen werden nicht homosexuell – sie sind es, oder eben nicht. Kinder heterosexueller Eltern können schwul oder lesbisch sein, ohne in ihrer Kindheit je mit Homosexuellen zu tun gehabt zu haben. Es kann also nicht richtig sein, dass die sexuelle Identität der Eltern auf die Kinder ‚abfärbt‘ oder sie anderweitig in ihrer Persönlichkeitsfindung beeinflusst. Das ist es also auch nicht. Was denn dann?

      „Der Narzissmus der homosexuellen Adoptionswilligen“ etwa? Auch hierzu möchte ich etwas loswerden: Es gibt abertausende von Kindern auf der Welt, die keine Eltern haben. Die leiblichen Eltern können verschwunden, tot, oder aus anderen Gründen unfähig sein, für ihre Kinder zu sorgen. Und was passiert dann mit diesen Kindern? Sie landen allzu oft in Waisenhäusern und Kinderheimen, kommen häufig nur auf Zeit in Pflegefamilien unter, werden oft ohne Rücksicht auf deren Gefühle durch die Gegend gereicht, wie ein Gegenstand. Und wenn es hart auf hart kommt, landen viele dieser Kinder auf der Straße, wo sie nicht nur Liebe und Zuneigung, sondern auch Sicherheit, physische und psychische Gesundheit, sowie Bildungs- und Berufschancen entbehren müssen! Weshalb soll ein solches Leben denn nun eher den Bedürfnissen der Kinder entsprechen, als das Leben in einer Familie mit zwei gleichgeschlechtlichen Elternteilen? Warum ist die Entscheidung Homosexueller, ein Kind in ihr Leben aufzunehmen, es aufzuziehen, es zu lieben und in jeder Hinsicht für es zu sorgen „narzisstisch“?

      Es gibt weit mehr elternlose Kinder, als kinderlose Wunsch-Eltern. Und vielen dieser Kinder könnte ein tolles Leben ermöglicht werden, wenn nicht die aktuelle Gesetzeslage es verhindern würde. Es ist also im Interesse der Kinder und gerade im Hinblick auf deren Bedürfnisse absolut notwendig, dass das Adoptionsrecht auf homosexuelle Paare ausgeweitet wird!

      Es ist zudem zu beachten, dass potentielle Adoptiveltern grundsätzlich sehr sicher in ihrer Entscheidung, Eltern zu werden, sind. Dies gilt für heterosexuelle Paare, die selbst keine Kinder zeugen/gebären können oder wollen, ebenso wie für homosexuelle Paare. Versehen oder voreilige Entschlüsse gibt es hier nicht. Das Adoptionsverfahren ist eine langwierige Prozedur, der sich niemand unterziehen wird, der nicht mit jeder Faser seines Seins den Wunsch verspürt, einem Kind ein liebevolles, sicheres Zuhause zu geben. Das ist das Gegenteil von Narzissmus! Und von ganzem Herzen gewollt zu sein und bei liebenden, fürsorglichen Eltern aufzuwachsen, entspricht den Bedürfnissen eines Kindes vollumfänglich.

      • marco schrieb am

        Sehr gut und sachlich formuliert.
        Ich bin ebenfalls der Meinung, dass der Staat nicht das Recht hat, zu bestimmen, inwieweit sexuell anders orientierte Menschen Schranken vorzugeben. Klingt für mich wilkürlich und ohne Substanz in der heutigen Zeit.

  11. Leonie König schrieb am

    Ich bin ganz ehrlich: Ich bin von einigen der hier aufgeführten Kommentare wirklich schockiert.
    Die Kritik an dem etwas aufreißerisch gestaltetem Titel dieses Berichts teile ich mit meinem Vorredner. Ebenfalls die Tatsache, dass der Papst als katholisches Oberhaupt und damit stellvertreten die katholische Kirche voraussichtlich seinen Standpunkt über Homo-Ehen nicht ändern wird.
    Der inhaltlichen Aussage stimme ich jedoch voll und ganz zu.
    Man darf nicht die Tatsache außer acht lassen, dass die eingetragene Lebenspartnerschaft und die Ehe rechtlich nicht als gleichwertig anerkannt sind- was schlichtweg Diskriminierung ist.
    Über den kulturellen und religiösen Wert sowie Hintergrund der Ehe und die sich dadurch ergebende Differenzierung zu einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lässt sich sicherlich streiten: Allerdings bin ich der Meinung, dass staatliche Regulationen nicht abhängig von einem angeblich hohem gesellschaftlichen Wert abhängen sollten. Und ich denke auch nicht, dass der Begriff Ehe wirklich die „Kernzelle der Nation“ bildet. Was hier eingeschränkt wird ist das Recht der persönlichen Entfaltung von ganz normalen Menschen- auch wenn es hier an einigen Stellen so dargestellt wird, als sei es Homosexualität eine Krankheit von der man „betroffen“ ist. Ein anderes gutes Beispiel für diesen in meinen Augen schlichtweg unzumutbaren Umgang mit der Homosexualität ist das Verbot für homo- und bisexuelle Männer Blut zu spenden.
    Einige Regelungen bezüglich dem Thema Homosexualität sind schlichtweg überholt- dass Herr Nerz Stellung gegenüber diesem Thema bezieht sehe ich also durchaus als positiv an.
    Zum Thema „Geschlecht im Perso“: An dieser Stelle sollte einmal auf den Konflikt der Intersexualität verwiesen werden, bei dem Betroffene sich gezwungenermaßen für ein Geschlecht entscheiden müssen. Auch kann man einmal darüber sinnieren ob eine solche Merkmalserhebung seitens des Staates die traditionellen Geschlechterrollen und damit einhergehende Vorurteile (à la ‚Frauen in die Küche oder in einen sozialen Beruf‘) auch in der Erziehung von klein auf nicht noch mehr fördern.
    Und wo wir gerade bei der zukünftigen Generation sind: Ich empfinde „Gleichberechtigung“ und „Freiheit“ als bedeutsame Werte, die an die nächste Generation weitergegeben sollten. Sie erscheinen mit sogar bedeutsamer als ein versteiftes Konzept der ausschließlich heterosexuellen Ehe, die mit der traditionsreichen Keule um sich schwingt, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

  12. Sehr geehrte Damen, Warmen und Herren (mit oder ohne Pissoir),

    selbstverständlich bedroht die rätselhafte Homo-Ehe die katholische Kirche!
    Und das ist gut so!

    Anstelle klinischer Psychologie und Psychiatrie praktiziert die katholische Kirche daher ja vermehrt auch wieder die gute alte Praxis des Austreibens von Dämonen bzw. des Teufels aus Menschen, Tieren, Orten oder Dingen.
    {Verirrte Seelen wenden sich daher vertrauensvoll an Pater Gabriel Amorth (81), den Chef-Exorzisten des Papstes in der Via Alessandro Severo in Rom.}

    Jetzt wird es Ernst:
    1. Die Aussage von Sebastian Nerz: „Politik muss endlich der Vielfalt der Lebensstile gerecht werden. In der Familienpolitik darf es keine religiöse Bevormundung geben“ trifft es doch genau.

    2. „Ihre Ausgestaltung soll ähnlich dem französischen zivilen Solidaritätspakt flexibilisiert werden.“
    Hierzu wären eine genauere Erklärungen notwendig, da ja seit dem 1. August 2001 in Deutschland das recht komplexe Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) in Kraft ist.

    Also was ist ganz genau und konkret ist mit „flexibilisiert werden“ gemeint?

    Ansonsten wären da ja außer PACS noch EPG und PartG im Angebot, oder für ganz Mutige –

    Tudo pode acontecer neste mundo:
    „Im Dezember 2005 entschied das südafrikanische Verfassungsgericht, dass es verfassungswidrig sei, Menschen gleichen Geschlechts daran zu hindern, miteinander eine Ehe einzugehen.
    Im November 2006 votierte das südafrikanische Parlament mit 230 zu 41 Stimmen für einen Gesetzentwurf, der einerseits den Zugang zur bürgerlichen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete und andererseits für unverheiratete gleichgeschlechtliche und andersgeschlechtliche Paare das Rechtsinstitut einer Eingetragenen Partnerschaft einführte.[8] Das entsprechende Gesetz wurde von der südafrikanischen Vizepräsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka am 30. November 2006 unterzeichnet.“ (wikipedia)

    Sehr geehrter (mein Lieber) Sebastian Nerz,

    natürlich erst einmal herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wahl, verweile ich nun einer Antwort harrend im Rechtsstreit der Schönheit und Freundlichkeit.

    Ihr ergebenster
    Daniel Casper von Lohenstein

    P. S. – an die Adresse von markus 26.03.2012 um 18:39:
    „Sollten vielleicht “Ehen” mit Tieren oder Genständen auch erlaubt sein?“
    Donnerwetter – watt et nit all jitt – Agnus Dei(fel) noch mal.

  13. Joachim Kugler schrieb am

    Grund dafür, dass die Ehe staatlich geschützt wird, ist doch, dass die Keimzelle der Gesellschaft und des Staates ist. Sie stabilisiert den Menschen, gibt ihm einen Sinn und sorgt in der Regel auch für Nachwuchs, den die Gesellschaft lebensnotwendig braucht.
    Andere Formen von Partnerschaft, insbesondere eine homosexuelle, leisten dies nicht bzw. nur in Teilbereichen. Daher ist es gesellschaftlich auch richtig, der Ehe einen besonderen Status zu geben und sie zu fördern. Eine absolute Gleichstellung mit anderen Formen der Partnerschaft betrachte ich als Ausfluss ideologischer Gleichmacherei.
    Die Politik sollte sich auch auf die Meinung und das Gefühl der „Regierten“ besinnen und sich dabei nicht auf die Medien verlassen. Denn das dort vermittelte Bild entspricht häufig nicht dem tatsächlichen Leben der Menschen.
    Wir sollten dankbar für einen Papst sein, der dies so deutlich sagt. Bevor man immer die Kirche und den Papst beschimpft, sollte man sich mal die Mühe machen, nachzuvollziehen, wie die Kirche zu ihren Aussagen kommt. Dann kann man immer noch anderer Meinung sein, aber man wird erkennen, dass hier nicht „alte Männer, die vom Leben keine Ahnung haben“, reden, sondern die Meinung der Kirche durchaus nachvollziehbar ist. Auch die Kirche hat Toleranz verdient.
    Auch sollte man sich die Mühe machen, die Lebenswirklichkeit homosexuell empfindender Menschen kennenzulernen. Die sieht häufig ganz anders aus, als in den Medien vermittelt, nämlich (bei Männern) statistisch kürzere Lebenserwartung, höhere Suizidrate, höhere Suchtanfälligkeit, instabile Beziehungen. Warum das so ist, darüber kann man diskutieren. Das meiner Meinung nach billige Argument, das wäre so, weil diese Menschen nicht voll anerkannt würden, hört man oft und es mag wohl manchmal zutreffen. Psychologen haben hierfür aber häufig andere Meinungen und sehen die Homosexualität eher als Versuch, zu Grunde liegende seelische Konflikte (häufig entwicklungsbedingt) zu lösen, z.B. wenn eine nicht gelungene Geschlechtsindentifikation sexualisiert wird.
    Ich glaube nicht, dass man homosexuell empfindenden Menschen etwas Gutes tut, wenn man deren Situation als ganz normal sieht. Der „Betroffene“ selbst sieht und erfährt das ganz anders.

    • Squall schrieb am

      Vielleicht sollten „Nicht-Betroffene“ überhaupt nicht darüber diskutieren.
      Weder können sie sich in diesen Personenkreis auch nur annähernd hineinversetzen (dies würde ich nicht einmal erwarten, da es eine Privatangelegenheit ist), noch haben sie ein Recht, in irgendeiner Weise über diesen Personenkreis eine Meinung oder ein Urteil zu fällen, sei es nun eine statistische Minderheit oder nicht.
      Ein Eingreifen ist erforderlich, sollten sich die übrigen Mitglieder der Gesellschaft tatsächlich als „bedroht“ ansehen können. Ein Lebensstil oder eine Meinung erfüllt diese Vorausetzungen aber nicht. Hingegen scheint sich der Großteil bedroht zu „fühlen“, was meines Erachtens eher eine Betrachtung wert wäre.

  14. Sabine schrieb am

    Als Transfrau (und Elternteil, auch wir Trans-Menschen können für Nachwuchs sorgen) bin ich nicht bloss für die Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften, sondern für eine Lebensgemeinschaft für alle.
    Viele von uns Trans-Menschen sind derzeit in der komfortablen Lage, frei wählen zu können, ob sie mit einer Person ihresVertrauens nun lieber eine Ehe oder eine eingetragene Partnerschaft eingehen wollen. Lieben wir eine Person des gleichen Geschlechts, so können wir vor einer Personenstandsänderung dank unseres Geburtsgeschlechtes diese Person einfach ehelichen, nach der PÄ dann uns mit ihr verpartnern,.
    Sind wir eher hetero, so können wir uns mit der andere Person vor der PÄ verpartnern, während wir sie danach heiraten können. (Eine geschelchtsangleichende Op brauchen wir übrigens nicht, um unseren Personenstand von männlich zu weiblich bzw. umgekehrt zu ändern.)
    Warum sollte uns diese Exklusivität der freien Wahl zukommen?
    Um dieses zu ändern, fände ich es sinnvoll, wenn es einfach nur noch eine Lebensgemeinschaft für alle gäbe.

    • Squall schrieb am

      Ich habe so den Verdacht, dass die meisten ein Problem mit dem Begriff „Liebe“ haben oder ihn nicht verstehen, denn sonst würden hier nicht so viele Postings stehen, die sich vehement gegen solche Neuerungen wehren. ;-)
      Liebe kennt weder Geschlecht noch Aussehen noch sonstige Beschränkungen.
      Ein Glück.
      Liebe „passiert“ einfach.
      Den meisten anscheinend nicht, denn die sind offensichtlich viel zu verbohrt um sie überhaupt zu erkennen.
      Jedenfalls ist sie zu schön und zu wertvoll, um in irgendein gesellschaftliches Normenkorsett gezwängt zu werden. (Die Damen sind schon früher in solchen Kleidungsstücken ohnmächtig geworden, weil sie keine Luft mehr bekamen…)

  15. Anonymous schrieb am

    Also leute… jetzt mal ehrlich, wer sagt das Homosexuelle keine Familie gründen können und Werte vermitteln? Wisst ihr eigentlich das sehr viele Homosexuelle, im gegensatz zu Hetero Personen, eine viel höhrere Bildung haben?! Das macht vermutlich den Heteros Angst, sie könnten es vielleicht einfach besser hinbekommen.

    Sie könnten die Weltherrschaft an sich reißen *lach*. the Pinki, the pinki and the brain… alles Pfosten!

    Schaut euch doch mal die ganzen Heteropaare an die geheiratet haben? Entweder betrügen die sich gegenseitig, verprügeln sich, beschimpfen sich oder leben total unglücklich miteinander. Es ist selten das man ein Ehepaar trifft, welches glücklich miteinander lebt. Wenn es dann doch mal der Fall ist, ist es kein Paar mehr, sondern einfach nur eine gute Freundschaft, ohne sexuellen Hintergrund. Die dann aber auf Papier verheiratet sind. Da rennt aber meist der Typ im Puff und die Olle hat den Briefträger.

    Die Kirche ist so eine sache für sich. Schnell haben die ganzen Kardinäle den Jungen zur Befriedigung auf die Knie gedrückt. Das find ich persönlich pervers.

    Ihr solltet vielleicht alle einfach mal lernen miteinander zu leben und euer eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, statt sich über irgendwelche Homos aufzuregen.

    Es gibt viel wichtigere sachen und ich bin definitiv für die Homo Ehe und auch für die Heteros! Ich wäre eher für die Abschaffung von Assi TV, das alter kotzt mich an!

    Pervers sind nur die, die ihre neigung gegen den Willen der anderen Person ausleben und leider fallen da immer Kinder drunter. Die haben gar nicht die möglichkeit sich zu entscheiden. Es wird nie gefragt, es wird gewalt angewandt und damit wollt ihr Homo Ehe vergleichen?

    Komplettes Fremdschämen, ist ja schlimmer als Assi TV… Bahh!

  16. Squall schrieb am

    pervers = nicht den (moralischen) Konventionen entsprechend

    Da haben wir es wieder.
    Jemand, sogar die eigenen Mitbürger, nehmen sich einfach das Recht heraus (das sie nicht haben), über mein Privatleben zu bestimmen/urteilen und über die Worte von Herrn Nerz so „schockiert“ zu tun, als würde man sie schon morgen vor ihrer eigenen Haustür vergewohltätigen wollen und ihre Ehen auflösen (vielmehr wird es so sein, dass die meisten Frauen immer noch die bequemen Hausdamen sind, die abends die Pantoffel hinstellen dürfen, und in dieser Rolle sollten sie auch bleiben?).
    Alles muss beim alten bleiben, sonst herrschen ja Sodom und Gomorrha.
    Soviel zur Ankunft im „aufgeklärten“ 21. Jahrhundert!
    Es geht niemanden etwas an, was der Nachbar tut und wie er sein Leben gestaltet! Das sollten sich die netten Mitbürger, die sich hier auf Traditionen und den Glauben berufen (der auch reine Privatsache ist bzw. sein sollte!) mal gewaltig hinter die Ohren schreiben.
    Wer seine eigene Privatsphäre respektiert haben möchte, der sollte auch selbst den notwendigen Respekt erweisen.
    Wahrscheinlich ist es lediglich Angst gegenüber Neuem.
    Die Argumente von Anno Dazumal ziehen nämlich nicht mehr, Kinder aus Regenbogenfamilien sind mental flexibler und weiter entwickelt, wie bereits Studien belegen (was für ein Pech aber auch).
    Also noch einmal: ich stimme Herrn Nerz vollkommen zu und hoffe, dass die Engstirnigkeit hierzulande (und andernorten) endlich dem fortschrittlichen Denken weicht. Da hinken die meiste Menschen der technologischen Entwicklung noch meilenweit hinterher.
    Religion taugt nicht länger als Opium fürs Volk, es richtet nur Schaden an und vorverurteilt jeden, der nicht ins traditionelle engstirnige „Schema“ passt.
    Die Piraten dürfen ihren Kurs hier keinesfalls ändern, sonst werden bereits am Anfang ihre Prinzipien verraten!

  17. Joachim Kugler schrieb am

    Dass Kinder aus sogenannten Regenbogenfamilien mental flexibler und weiterentwickelt seien, bezweifle ich. Welche Studien sollen das sein, die Squall anführt. Betreffen die einen Zeitraum von 20-30 Jahren? Kinder brauchen eine männliche und eine weibliche Bezugsperson, in der Regel also die Eltern, vor allem um ihre eigene Geschlechtsidentität zu finden. Es ist zum Beispiel sehr auffällig, dass Väter männlicher Homosexueller häufig entweder nicht präsent waren oder schlechte Väter waren. Wenn man natürlich der Meinung ist, Homosexualität sei eine normale natürliche Veranlagung, ist das egal.

    Natürlich soll jeder über sein Privatleben selbst bestimmen dürfen, solange er damit niemandem schadet. Doch jene, die die Homo-Ehe unterstüzen, müssen auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die dies ablehnen oder sogar davor warnen. Mit Engstirnigkeit hat das nichts zu tun. Toleranz nur in eine Richtung ist keine Toleranz. Wir sind immer noch ein freies Land, in dem jeder, auch der Papst, seine Meinung frei sagen kann.

    Die Frage ist doch viel eher, ob der Staat bzw. die Gesellschaft jedwede Lebensform zu unterstützen hat. Dass die traditionelle Familie unterstützt wird, hat den Grund, dass sich der Staat davon etwas verspricht. Dabei geht es nicht um Liebe. Liebe geht den Staat gar nichts an.

    Statt jetzt Lebensgemeinschaften zu unterstützen, die keine Kinder haben und Doppelverdiener sind, sollte man eher darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, erst z.B. steuerliche Erleichterungen zu gewähren, wenn Kinder da sind. Warum sollte eine Ehe finanziell unterstützt werden, die kinderlos ist und beide Partner arbeiten?

  18. elelco72 schrieb am

    Nur eine kleine Anmerkung zu dem Thema. Wenn die Ehe etwas Besonderes ist, da sie dazu dient, den Erhalt der Gesellschaft durch Kinder zu sichern, sie deshalb förderungswürdig ist, was soll man dann mit den Eheleuten verfahren, die keine Kinder wollen? Diese hätten dann eine staatliche Förderung erhalten, ohne das zu tun , was von ihnen gesellschaftlich erwartet wird – Kinder kriegen.

  19. marco schrieb am

    Bei diesem Thema kommt man ganz schnell zur Grundsatzdebatte über generelle Homosexualität.
    Dann versucht man Antworten zu finden, und Personen mit einer anderen sexuellen Orientierung einzukategoriesieren. Ich habe das ebenfalls jahrelang versucht. Glücklicherweise konnte ich mir diese Meinungen nicht nur von einigen wenigen Begegnungen erschließen, sondern (aufgrund meiner eigenen Homosexualität) lebendig im alltäglichen Leben aufmauern.

    Ich konnte in all den jahren, in denen ich homosexuellen Menschen begegnet bin, kein einziges signifikantes Merkmal herrausbilden, was auf ALLE Personen hätte übertragbar sein können, um ein eindeutig abschließendes Urteil darüber äußern zu können, warum man homosexuell ist.

    Es gab bei Personen alles und nichts. Es gibt nicht DAS traumatische Ereignis, die fehlende Zuneigung von Mama oder Papa, oder das vorhanden sein eines schwulen Familienmitgliedes.

    Homosexulität gibt es bei allem und bei jedem, wo man es (auch) amwenigsten erwartet.
    Wir sollten aufhören uns immer einkategoriesieren zu wollen, Das macht keinen Sinn. Das Leben ist so farbenfroh. Man muss nur offen umgehen. Das eigene leben ist doch immer noch die beste Studie.

    • Daniel Casper von Lohenstein schrieb am

      Hallo Marco,

      schwulsein ist wie blondsein – eben keine Grundsatzdebatte mehr wert. Die selbstzerfleischenden Fragen haben seit den 70ern niemanden weitergebracht ? (trotz *) Wem nützt bzw. wer mißbraucht denn heute noch die Ursachenforschung, soziologischen Betrachtungsweisen, etc. …

      * Der gewöhnliche Homosexuelle. Eine soziologische Untersuchung über männliche Homosexuelle in der BRD, mit Reimut Reiche. Fischer, Frankfurt am Main 1974

      Intermezzo:
      Zitat aus dem Film (Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.):
      Schwule wollen nicht schwul sein, sondern so spießig und kitschig leben wie der Durchschnittsbürger. Schwule fordern vom Schwulen, ein Ästhet zu sein. Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie, noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden. Ihre politische Passivität und ihr konservatives Verhalten sind der Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden.

      Hinter allen Westerwelle-Wowereit-Bärendienst–Fassaden gilt dies – wenn es darauf ankommt – immer noch.
      Phänomen: Es gibt wohl immer einen Menschen oder eine Gruppe auf den/die man herabschauen will.

      Also Pirat Gesellschaft entern, so dass die Frage nach der Sexualität sich auflöst – da sie individuell und ambivalent ist.

      Ihr ergebenster
      Daniel Casper von Lohenstein

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