Pressemitteilung - Veröffentlicht am 20. November 2009
Das EU-Parlament hat sich kürzlich auf eine "abgestufte Erwiderung" bei Copyright-Verletzungen im Internet geeinigt: Rechtsstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung und das Recht auf Privatsphäre seien zu respektieren. Seit Anfang 2008 verhandeln jedoch die USA, die EU, Japan und acht weitere Staaten unter strenger Geheimhaltung darüber, wie der Umgang mit Urheberrechtsverletzungen völlig neu geregelt werden soll. Das dabei entstehende ACTA-Abkommen (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) sieht tiefe Einschnitte in die Freiheit des Internets und die Privatsphäre der Nutzer vor.
Die Piratenpartei Deutschland kritisiert nicht nur den Inhalt des Abkommens scharf, sondern auch die Art und Weise, wie es geheim ausgearbeitet wird: Die bereits bekanntgewordenen Details müssen sorgfältig geprüft werden. Nicht nur Verletzer des Urheberrechts, sondern auch ganz normale Nutzer des Internets werden von den geplanten neuen Regeln betroffen sein.
Ein breites Netzwerk aus Bürgerrechts-, Entwicklungshilfe- und Bibliotheksverbänden sowie Bündnisse aus Schwellen- und Entwicklungsländern haben jüngst einen breiteren Zugang zu Wissen und Kultur gefordert. Auch haben sich die Mehrheitsverhältnisse in der "World Intellectual Property Organization” (WIPO) geändert, die für die geistigen Monopolrechte zuständig ist. Das ist ein Grund, warum jetzt begonnen wurde, neu zu verhandeln. Die Deutungshoheit soll wieder zugunsten der Lobbyverbände der Rechteindustrie verschoben werden.
Das ACTA-Abkommen soll unter anderem Urheberrechtsverletzungen im Internet bekämpfen. Es umfaßt Regelungen, die weit über das nationale Urheberrecht hinausgehen. Es will die Haftung Dritter ausweiten und das Haftungsprivileg für Internet-Provider einschränken. In dem Dokument werden neue Maßnahmen bis zur Sperrung von Internetanschlüssen aufgelistet; es ist unter der Federführung des USA entstanden.
Das Abkommen zielt unter anderem auf die Internet Service Provider. Diese sollen entweder für illegale Inhalte haften, die durch ihre Kunden bereitgestellt oder heruntergeladen werden, oder diesen Nutzern die Zugänge sperren. Die Provider werden daher gezwungen, den gesamten Datenverkehr ihrer Kunden zu überwachen. Damit verletzen sie sowohl deren Privatsphäre als auch das in Deutschland geltende Post- und Briefgeheimnis. Jeder Internetnutzer wird unter Generalverdacht gestellt und überwacht.
Durch die strikte Geheimhaltung der Inhalte des ACTA-Papiers soll die öffentliche Diskussion vermieden werden. Während die Interessenvertreter der Rechteinhaber an dem Vertragswerk mitschreiben, werden der Internetwirtschaft und den Nutzergruppen nur Ausschnitte zugänglich gemacht, die an rigide Verschwiegenheitsabkommen gekoppelt sind.
»Ein Abkommen von derartiger Tragweite darf nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt und über Nacht in Kraft gesetzt werden«, so Thorsten Wirth, Vorstandsmitglied der Piratenpartei. »Die Piratenpartei sieht hier massive Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte eines jeden Bundesbürgers sowie die potentielle Beschneidung des Grundrechts auf Information. Auch sind Fragen des Datenschutzes und der Überwachung des Internets ungeklärt. Die totale Überwachung jeglichen Internetverkehrs und die Kriminalisierung eines jeden Internetnutzers stehen in krassem Widerspruch zu geltendem Recht und dürfen nicht durch die Hintertür des EU-Rechts heimlich aufgezwungen werden.«
Die Piratenpartei Deutschland fordert und unterstützt den freien Zugang zu Informationen sowie die Unverletzlichkeit der Privatsphäre und den Schutz des Briefgeheimnisses. Die Bundesregierung muß sich dafür einsetzen, die genauen Inhalte des Abkommens und den aktuellen Verhandlungsstand offenzulegen und auf europäischer und internationaler Ebene den Stopp der ACTA-Verhandlungen verlangen.
Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Verantwortlich für den Versand dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar
Kommentare
Wir leben in verschiedenen Welten!
Zum Absatz 1
Das ist doch super!!!! Dummheit soll bestraft werden, jeder haftet dafür. Ist doch geil! Zu blöde, sein Wlan sicher zumachen?? Genau! Zahlen und fröhlich sein. Danach sichert man es ab. Manchen hilft nur die Keule!
Zum Rest:
Ich habe geschrieben, Ihr sollt Euch die Sachen kaufen. Das heißt: Schweißlatschen anziehen, in den Laden gehen und KAUFEN! Und zwar alles, egal, ob Spiele oder Musik. Denn die Wirtschaft muß brummen. Und Ihr möchtet doch durchaus den Laden an der Ecke weiterhin haben, wenn mal was am Rechner nicht funzt oder einen preiswerten Fernseher kaufen beim Händler?? Beim Internethändler bekommt Ihr dann keine Hilfe! Ihr möchtet doch Saturn und Mediamarkt und Konsorten? Und diese Firmen leben vom, man mag es kaum glauben, HANDEL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und saugen könnt Ihr entweder an Muttis Brust oder mittels Staubsauger in der Stube. Gekauft wird beim Händler. Und zwar der fette, volle, ach so superteure Preis. Genau der Preis ist zu zahlen. Für ein Doppelalbum 29 Euro, ist doch voll ok! Ganz nebenbei, für das unendliche viele Menschen zuständige waren, nicht nur die Musiker, sondern die Studioanbieter, die Manager, die Produzenten schlechthin, die CD-Hersteller, die lecker pressten, die Reinigungskräfte in deren Betrieben, die Kantinenmitarbeiter, die Rohstofflieferanten, die Müllentsorger, die Verkäufer/innen im Handel und deren weitere Angestellte und Arbeiter......ALLE diese FIX-KOSTEN stecken in den 29 Euro. Danach kommt ein Gewinn. Erst lange danach. Und jetzt kommt Ihr und wollt den Betrieben, den Menschen, den Malochern Ihr Entgeld nicht gönnen, sprecht den Musikern oder Buchschreibern sogar ihr Recht an der eigenen Schaffenskraft ab?? Ich bitte Euch!! Es wird gezahlt und damit basta! Und das gilt auch für Lebensmittel und anderes. Wenn die Gesellschaft nicht mehr bereit ist, für Leistung zu bezahlen, dann werden auch die Mitarbeiter weniger Geld bekommen oder arbeitslos, und dann werden auch diese billiger einkaufen müssen etc. etc. , dann geht die Wirtschaft den Bach runter! Das ist doch eine Spirale nach unten, erkennt Ihr das nicht?? So sieht es aus! Ich scheiße auf Eure Saugerei. Saugt an Euren Dödeln, aber supportet die Wirtschaft. Es soll eben nicht so sein, daß alles billig ist, denn sonst werden auch Billiglöhne gezahlt oder Entlassungen folgen. Geht weg von dem Musiksaugscheiß und denkt über Euren Brillenrand hinaus. Zahlt gefälligst einen ANSTÄNDIGEN Preis. Und 29 Euro für zwei CD von einer Band, auf deren Album Fans vier Jahre gewartet haben, ist ein guter Preis. Vor allem ein Preis mit gutem Gewissen!
Ich werde Euch noch erziehen, Ihr Säuglinge!
(wie passend, so nenne ich Euch jetzt immer, LOL!!!!!)