Pressemitteilung - Veröffentlicht am 10. November 2009
Die Piratenpartei Deutschland unterstützt die gestern an den Petitionsausschuß des Bundestags gestellte Bitte zum Themenbereich Open Access. Die Petition fordert, aus öffentlichen Geldern geförderte wissenschaftliche Ergebnisse allen Bürgern frei zugänglich zu machen. Bund und Länder geben jedes Jahr gut 12 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Die Ergebnisse dieser Förderungen erscheinen jedoch zu einem überwiegenden Teil nur in teuren Fachzeitschriften.
»Der Bürger zahlt somit doppelt, erst für die Forschung selbst und danach noch einmal für den Zugriff auf die Ergebnisse«, sagt Bastian Greshake, Koordinator der Arbeitsgruppe Open Access der Piratenpartei. Er klagt weiter: »Allein die Universitäts- und Landesbibliotheken haben 2008 fast 220 Millionen Euro nur für den Erwerb von Fachzeitschriften ausgegeben. Das ist Geld, das in Forschung und Lehre sicher besser angelegt wäre.«
Die Piratenpartei trat bereits zur Bundestagswahl mit der Forderung nach freiem Zugang zu öffentlich geförderten Forschungsergebnissen an. Dass dieses Modell funktioniert, beweisen andere Länder wie zum Beispiel die USA. Dort müssen Publikationen, die von den National Institutes of Health gefördert werden, binnen 12 Monaten frei verfügbar gemacht werden.
»Wenn Deutschland den Anschluß an die Wissensgesellschaft nicht verlieren will, ist es zwingend notwendig, dass wir unsere Wissenschaftler nicht weiterhin künstlich dumm halten. Besonders wenn es an so einer Kleinigkeit mangelt wie der Bezahlung von Zeitschriften-Abonnements«, so Greshake.
Die Piratenpartei fordert alle Bürger auf, sich dieser Petition anzuschließen und so deutlich zu machen, dass der Petitionsausschuß des Bundestags dieses Thema behandeln solle. Dazu sind 50.000 Unterstützer nötig. Die Petition kann noch bis zum 22. Dezember via Internet mitgezeichnet werden.
Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922
Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
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Verantwortlicher Redakteur: Daniel Flachshaar
Kommentare
Fachzeitschriften... (Forschungen in D. und weltweit)
Es geht wohl hier nicht um die Forschungen außerhalb von Deutschland und auch nicht dass man sich die Fachzeitungen dann sparen kann sondern schlicht weg darum, dass Forschungen die man als Bürge quasi bezahlt hat (über die Steuern) auch lesen können sollte sofern man dies denn möchte. Und da man die sache sozusagen gesponort hat ist das auch richtig dass man dafür dann net nochmal extra zahlen muss.
Für nicht staatlich finanzierte Programme und ausländisches haben die Fachzeitschriften ja weiterhin ihre Daseinsberechtigung.
Just my 50 cents
PS: Ist in viele Ländern heute schon usus. So kann ich z.B. auf verschiedene Staatliche Studien aus den USA zugreifen unter open access und ich bin kein Amerikaner ;)