FDP verpasst den Ausstieg

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 16.10.2009

Die Koalitionsverhandlungen können im Bereich Sicherheitspolitik für beendet angesehen werden. Die Unterhändler von Union und FDP sind sich laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur in allen wichtigen Sicherheitsthemen einig. Dabei sind laut Bericht von den drei strittigen Gesetzen Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Zugangserschwerungsgesetz bei keinem die Rücknahme beschlossen worden. Die Piratenpartei kritisiert die Kompromisse als unzureichend.

"Einschränkung, Evaluierung, Aufschub. Hier vermissen wir das Wort Gesetzesrücknahme" kommentiert Florian Bischof, Mitglied des Berliner Landesvorstands, den Ausgang der Koalitionsverhandlungen. "Von Kurskorrektur wollen wir gar nicht erst reden. Die FDP hat sich offensichtlich vom vorgegebenen Zeitplan der Unionsparteien unter Druck setzen lassen. Was wir brauchen ist ein echtes Gegensteuern. Ein Umdenken. Dazu fühlt sich die FDP aber offensichtlich nicht verpflichtet."

"Die Kompromisse tragen eindeutig eine tiefschwarze Handschrift" so Bischof weiter. "Die FDP steuert hier schon ganz im roten Fahrwasser. All diese Gesetze greifen noch viel tiefer in die Grundrechte ein als das 1994 von der FDP mitbeschlossene Gesetz zum Großen Lauschangriff. Konsequenterweise müsste Frau Leutheusser-Schnarrenberger zurücktreten, noch bevor sie überhaupt im Amt ist."

Thorsten Wirth vom Bundesvorstand der Piratenpartei kommentierte: "Es ist leider zu befürchten, dass sich die FDP durch Schönheitskorrekturen an den bekannteren Sicherheitsgesetzen aus der Affäre ziehen will, ohne die anderen überhaupt anzusprechen. Hier verkauft sich jemand als Bürgerrechtspartei, der diesen Namen eindeutig nicht verdient hat. Wir fordern die FDP-Führung erneut auf, sich zu ihren Wahlkampfversprechen zu bekennen und keinen Koalitionsvertrag zu unterzeichnen, der nicht eine klare Abkehr von Überwachung und Datenmissbrauch vorsieht. Die Koalitionsverhandlungen dürfen nicht nur der Verteilung von Pfründen und Ämtern gedient haben", so Wirth weiter.

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Kommentare

Stimmt leider

Ich bin absoluter Piratensympathisant und Wähler. Doch leider muss ich meinem Vorredner recht geben. Man kann schon kritisieren, daß nicht alle Ziele von der FDP umgesetzt wurden, aber meines Erachtens hätte es viel objektiver geklungen, das von der FDP erreichte anzuerkennen, wenn auch als nicht voll befriedigend und zureichend. Löschen statt sperren haben wir alle gefordert (Petition, Wahlkampf etc.) und so wie ich es verstehe ist das doch auch erreicht worden.
"Von CDU, CSU, SPD und all den Altparteien ist man ja gewohnt, das sie um jeden Preis und bis zum Stumpfsinn den politischen Gegner madig machen. Aber das die Piraten auch schon so anfangen, das ist bedauerlich...

Es hätte der Piratenpartei gut zu Gesicht gestanden, wenn sie das wenigstens mal anerkannt hätte, statt nun wie die beleidigte Leberwurst rumzunörgeln. Ich bin, ich sags ganz offen, kein Freund der FDP. In der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Energiepolitik bin ich meilenweit von denen entfernt und nein, ich hab sie nicht mal gewählt...

Aber mir bricht echt kein Zacken aus der Krone, wenn ich feststelle, das die FDP bei diesen Themen was zum Besseren gedreht hat. Hätte es nochmal die GroKo gegeben, hätten Schäuble und vdL weitergemacht wie bisher. Also hat die FDP - ob man sie nun mag oder nicht - mehr rausgeholt, als die SPD in den letzten Jahren und auch mehr als die Piraten."

Kann ich so unterschreiben, leider......
etwas enttäuscht von der offiziellen Reaktion der Piraten

Woermel