Piratenpartei: Wort halten, FDP!

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 05.10.2009

Die FDP machte sich im Wahlkampf für die Bürgerrechte stark und wollte für die Abschaffung von Vorratsdatenspeicherung und Internetzensur sorgen. Doch nachdem die CDU auf diesen Überwachungs- und Zensurmaßnahmen besteht, erklärt Guido Westerwelle sein komplettes Wahlprogramms plötzlich für verhandelbar. Die Piratenpartei fordert die FDP auf, in den heute beginnenden Koalitionsverhandlungen in Sachen Bürgerrechte standhaft zu bleiben.

Vor der Bundestagswahl waren Internetsperren, Überwachung und andere Beschränkungen der persönlichen Freiheitsrechte in den Fokus der großen Parteien geraten. Nicht zuletzt war es die Piratenpartei, die durch ihren gezielten Wahlkampf erheblich zur öffentlichen Wahrnehmung dieser Themen beigetragen hatte. Auch die FDP empfahl sich als Bollwerk der Bürgerrechte. Sie war mit dem Versprechen in den Wahlkampf gezogen, Bürgerrechte zu verteidigen und wiederherzustellen. Außer zur Vorratsdatenspeicherung äußerte sich FDP-Parteichef Guido Westerwelle unter anderem zum Netzsperrengesetz: »[...] wir werden auf keinen Fall akzeptieren, dass das Bundeskriminalamt unter dem Vorwand der Kriminalitätsbekämpfung im Internet ohne rechtsstaatliche Grundlage Sperrlisten anlegt. Das ist eine Zensur des Internets durch die Hintertür. [...] Aber ich bin gegen Maßnahmen, mit denen man keine Straftaten bekämpft, sondern nur eine Zensur einführt.«[1]

Auch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) äußerte sich zum Zugangserschwerungsgesetz und zur Vorratsdatenspeicherung: »Die FDP in einer Regierungsbeteiligung sollte zügig das Gesetz von Frau von der Leyen zur Sperrung von Internetseiten stoppen, das noch bei der EU-Kommission liegt. [...] Außerdem muss eine neue Bundesregierung sofort die Anwendung der Vorratsdatenspeicherung aussetzen, bis das Verfassungsgericht entschieden hat.« [2]

Jetzt, nach der Wahl, ist die FDP in einer Position, in der sie der Union Zugeständnisse zugunsten der Bürgerrechte abringen könnte. Die Piratenpartei Deutschland, der die Bürgerrechte ganz besonders am Herzen liegen, sieht es als ihre Aufgabe und Pflicht an, auf die Durchsetzung dieser Ziele zu achten. Im Namen aller Wähler, die am 27. September für Bürgerrechte und Datenschutz gestimmt haben, fordert die Piratenpartei die FDP daher auf, keinen Koalitionsvertrag zu unterschreiben, der nicht eindeutig eine Kehrtwende in diesen Bereichen einläutet.

Die FDP muss dem »Horrorkatalog« (Zitat: Leutheusser-Schnarrenberger, FDP) des Bundesinnenministers eine klare Absage erteilen, plant Wolfgang Schäuble (CDU) doch die Aufweichung des Trennungsgebotes zwischen Polizei und Geheimdiensten. Stattdessen sollte die FDP Bürgerrechtsforderungen als unverhandelbare Punkte auf die Tagesordnung setzen.

Die Piratenpartei wünscht der FDP Standhaftigkeit in den Koalitionsverhandlungen. Sie wird das Verhalten der Verhandlungspartner und ihre künftige Regierungsarbeit besonders in puncto Bürgerrechten aufmerksam beobachten. Um dies zu unterstreichen, fordert sie alle Bürger dazu auf, sich heute um 14 Uhr an der Mahnwache für Bürgerrechte zu beteiligen, die in der Hiroshimastraße in Berlin stattfindet. Dort werden die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP stattfinden.

Quellen:
[1] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66436838.html
[2] http://www.netzpolitik.org/2009/antworten-der-parteien-zur-netzpolitik/

Verantwortlich für den Inhalt dieser Pressemitteilung: Bundespressestelle der Piratenpartei Deutschland
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Kommentare

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Muß offenbar auch hier sein:

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Forum

Nicht, daß ein falscher Eindruck entsteht durch z.B. das vorangegangene Posting. Offenbar neigt auch das Fernsehen heutzutage dazu, nur noch eine Plattform für Ansichten statt für Argumente zum Thema zu sein, wenn auch das Ganze als "Diskussion" verkauft wird:

Stichwort : FAZ Fernsehkritik - Hart aber Fair vom 07.10.2009 - MIGRATION

Hart aber Fair 07.10.2009

Das Internet und www.piratenpartei.de ist also zumindest nicht alleine .....

Wenn schon solche Sendungen nichts mehr zur Problemlösung beitragen, und Fakten nicht in "Diskussionen" herangezogen werden SOLLEN, dann wird die offensichtliche, diesbezügliche Überforderung der Piratenpartei eben nun als Spiegelbild der "Jungen Internet Generation" gewertet. Man kann nur mit den Soldaten marschieren, die man zur Verfügung hat.

Also warten wir doch besser auf das 20.000 Mitglied bevor es wieder Kommentierungsmöglichkeiten zu Veröffentlichungen auf der Hauptseite www.Pratenpartei.de geben wird. Dann findet man dann wohl auch Argumente und Sach/Themenbezug - hier: "Piratenpartei positioniert sich als Sprachrohr der FDP-Wähler - Politsatire oder Naivität?"

Was soll dieser Eintrag Bilderberg und Westerwelle:

"... Ich schlage vor wir wählen uns mal eine Verfassung, so wie es uns im Grundgesetz für den Fall der Vereinigung zugesprochen wurde von USA, Russland, England und Frankreich.

Ist das Merkel illegal?"

Das wird ja immer schlimmer hier! Offenbar sind Blogs etc. richtige Magneten für destruktive Ansichten, zum Mülleimer degradierte Plattformen und dazu fordere ich hier eine ZUGANGSERSCHWERUNG in Form von sofortiger ABSCHALTUNG.

Liebe Piratenpartei, Ihr habe auch eine Verantwortung gegenüber Euren Mitgliedern. Nimm diese erst einmal wirklich wahr, dann wird die Partei auch mal authentisch werden.

Zitat (Impressum)
"Dienstanbieter dieser Seite ist die Piratenpartei Deutschland vertreten durch den Vorsitzenden Jens Seipenbusch. Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV ist Jens Seipenbusch.

Wieviele Parteimitglieder glaubt Ihr sind seit der "Wahlaufbereitung" dabei ihre (Neu)Mitgliedschaft totzuschweigen, stoppen derzeit jede Aktivitäten in Sachen Mitgliederwerbung und planen, keinerlei Wahlkampfaktivitäten mehr durchzuführen? Einer, zehn, hundert? In dem Falle würde dann mal eine offizielle Umfrage unter den Mitgliedern und das Ergebnis vermutlich den dringend nötigen "Schlag auf den Hinterkopf" bewirken. Hoffentlich!

Bis zum 27.10.2009 Alles Gute!