FDP betätigt sich als Massenspammer

Pressemitteilung - Veröffentlicht am 26.09.2009

Screenshot Spam-MailsDie Piratenpartei Deutschland verurteilt aufs schärfste das Massenspamming der FDP, welches am gestrigen Freitag ungebeten massenhaft E-Mails in die Postfächer von Internetnutzern gespült hat. Als Absender wurde bei den SPAM-Mails wahlweise „Guido Westerwelle“ oder „FDP-Parteiinformation“ verwendet. Dabei hatten viele der Empfänger niemals Kontakt zur FDP und hatten auch kein Interesse an derartigen E-Mails.

Um an E-Mail-Adressen für diese als „Abschluss-E-Mail des Bundesvorsitzenden“ betitelte Aktion zu gelangen nutzte die FDP die Angebote der Firmen Schober GmbH und SuperComm Data Marketing GmbH. Dass auch die Spam-Fallen der iX-Redaktion des Heise-Verlags angeschrieben wurden ist ein klares Zeichen dafür, dass die verwendeten E-Mail-Listen aus illegalen Quellen stammen. In den E-Mails selbst gab es erste Hinweise, dass die Empfängeradressen offenbar im Zuge einer „LIFESTYLE-Konsumentenbefragung“ gesammelt wurden. Auch das Portal "Netwerbung" wurde als Quelle für die E-Mail-Adressen benannt. Die FDP verweist bei Anfragen von Betroffenen lediglich an die von ihr beauftragten Schober GmbH und sieht sich nicht in der Verantwortung.

Die Piratenpartei Deutschland kritisiert in scharfen Tönen diesen erneuten Vertrauensbruch der FDP: „Zwischen den Äußerungen der FDP und dem tatsächlichen Handeln der FDP liegen Welten“, sagte Aaron Koenig, Medien-Pirat im Vorstand der Piratenpartei Deutschland. "So lässt die FDP zwar immer wieder verlautbaren, für die Stärkung und Verteidigung von Bürgerrechten einzutreten und wird nicht müde zu behaupten gegen Totalüberwachung, staatliche Willkür und Unterdrückung zu sein. Auf Länderebene aber zeigt sie ihr wahres Gesicht. So schränkte sie 2008 in Baden-Württemberg die Versammlungsfreiheit ein, führte in Nordrhein-Westfalen 2008 die Online-Durchsuchungen ein, in Hessen führte sie den Massenabgleich von KFZ-Kennzeichen ein und jüngst setzte sich die FDP in Sachsen für eine verstärkte Internetüberwachung ein. Erneut hat die FDP eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Bürgerrechte und Datenschutz für sie nur im Wahlkampf von Interesse sind.“.

Kommentare

lieber vorredner, ich bin

lieber vorredner,

ich bin kein pirat, aber sage gleich, dass ich mein kreuzchen dieses mal bei den piraten gemacht habe. ich kann deine kritik an diesem beitrag nicht recht verstehen. findest du es in ordnung, dass eine vermeintlich seriöse organisation, egal ob jetzt die fdp, eine andere partei oder wie auch sonst wie geartet sich genau diesen methoden bedient, wenn sie behauptet sich für datenschutz und bürgerrechte einzusetzen? ich finde das nicht richtig, und die piraten sind nicht die einzigen, die dieses gebaren kritisieren, und natürlich tun auch andere parteien das selbe.
ich bin auch eher dafür konstruktive vorschläge zu machen, als nur andere bloß?ustellen, aber ich finde die kritik durchaus angebracht, gerade da sich die fdp, wie sich herausgestellt hat, auch die nächsten vier jahre an ihren versprechen messen werden lassen muss.
ausserdem kann ich nicht verstehen, dass du der meinung bist, dass hinter den zielen der piratenpartei keine substanz steckt. wahrscheinlich ist dir aufgefallen, dass viele leute die sich in dieser partei engagieren und zur wahl standen, aus feldern kommen, die wissenschaft und technologie nahe stehe. ich gehe tendenziell davon aus, dass sich diese menschen tiefgehender damit auseinandergesetzt haben, als viele andere, die nun im bundestag sitzen, seien es nun lehrer, anwälte, volkswirte oder mediziner. das haben doch auch gerade die anderen parteien in der letzten legislaturperiode gezeigt.
kleingeschriebene grüße (ich bin dafür übrigens noch nie angepöbelt worden, finde es aber genau so affig sich daran aufzuhängen, wenn man sonst keine argumente hat)