Rede des Parteivorsitzenden, Dirk Hillbrecht auf der Demo in Hannover:
Dirk wird heute abend auch im öffentlichrechtlichen Fernsehen (phoenix) diskutieren:
Unter den Linden (Mo, 22.06.09, 22.15 - 23.00 Uhr)
"Unter Piraten - Wem gehört das geistige Eigentum?"
Edit: Die Sendung ist nun auch als Torrent verfügbar: http://www.piratenpartei.de/tmp/PHOENIX_Unter_den_Linden_23-06-2009_09h1...
Kommentare
Mänoverkritik (explizit zum Teil ******spiele)
Habe mir gerade die Aufzeichnung der Diskussion angesehen und möchte auch meinen Senf dazu abgeben. Im nachhinein zu meckern ist immer einfach, aber im nachhinein wäre es auch ein leichtes gewesen, Herrn Scholz mitsamt seiner leeren Phrasen an die Wand zu spielen. Also lasst mich mal ein bischen über Computerspiele klugscheissen, weil ich mich da (natürlich nur meiner Meinung nach) ein wenig auskenne:
1 . Generell sollte ein Pirat das Unwort "Killerspiele" erst gar nicht in den Mund nehmen. Wir sprechen hier von Ego- oder First Person Shootern (manche CDU/CSU-Politiker sehen allerdings bereits Rollenspiele wie „World of Warcraft“ als Killerspiel).
2. Vor dem Beschluss des Zugangserschwerungsgesetzes wurde vehement betont, dass sich dieses Gesetz ausschließlich auf KiPo beziehen soll. Ein Parteikollege von Herrn Scholz (Thomas Stobl) forderte wenige Stunden nach der Verabschiedung bereits eine Ausweitung auf Ego-Shooter. Wurde glücklicherweise von Dirk Hillbrecht erwähnt, ging aber leider in der Diskussion unter :(
3. Wir haben in Deutschland bereits sehr strenge Regeln, wodurch extreme Gewaltdarstellungen meist bereits im Vorfeld aus Spielen herausgeschnitten werden (auch für Spiele mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren). Die selben Spiele werden in Nachbardemokratien wie Östereich ungeschnitten angeboten (btw, mir ist kein Amoklauf an Schulen in Österreich bekannt). Neuerdings will die BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) sogar österreichische Webshops, die Computerspiele vertreiben, indizieren lassen.
4. Die von Herrn Scholz erwähnten Untersuchen, die angeblich Belegen, dass die Gewaltschwelle durch Computerspiele schnell relativiert wird, wurden mindestens genau so oft widerlegt. Ein deratiger Zusammenhang ist bis heute definitiv nicht erwiesen!
5. Die CDU forderte mehrmals ein Ego-Shooter-Verbot, obwohl diese Spiele per Gesetz für Kinder überhaupt nicht zugänglich sein dürfen. Hier muss an Eltern und die Vertriebswege dieser Spiele appeliert werden. Ein generelles Verbot, das auch Erwachsene daran hindert, derartige Spiele zu erwerben ist nicht tolerierbar.
Wäre prima gewesen, an diesem Punkt der Diskussion auf den Amoklauf von Winnenden zu verweisen (mal in die Trickkiste der CDU greifen ;) und der damit einhergehenden Verteufelung von Killerspielen, der Ignorierung der gesellschaftlichen Hintergründe eines solchen Amoklaufs und dem offensichtlichen Schutz der Waffenlobby.
6. Ego-Shooter bilden niemanden zu morden aus (das Gegenteil wurde leider von Dirk Hillbrecht verbal bestätigt). Der von der Regierung beschworene Kausalzuammenhang zwischen Ego-Shootern und Amokläufern ist schlichtweg unfug. Ein Großteil der männlichen Jugendlichen spielt heutzutage auch Ego-Shooter (z.b ist das meistzitierte und meistverkaufte Spiel Counter-Strike seltsamerweise ab 16 Jahren freigegeben). Daher ist es absolut nicht verwunderlich, auch bei einem Amokläufer derartige Spiele auf dessen PC zu finden.
7. Herr Minhoff erwähnt, dass es Länder gibt, die im Bereich Killerspiele durchaus Zensur ausüben. Hier würde mich sehr interessieren, auf welches (demokratische!!!) Land er sich hierbei bezieht.
8.... ich höre dann mal auf, bevor der letzte Leser auch noch aufhört zu lesen.....
Ach ja, ein absolut wichtiger Punkt wurde leider in der gesamten Diskussion nicht angesprochen.
Die Sperrlisten sind geheim und werden von BKA erstellt!!! Hierdurch wird die, von uns allen gefürchtete Zensur, überhaupt erst ermöglicht.
Selbst wenn dieses Gesetz weiterhin gültig sein sollte (meine Hoffnung ruht immer noch auf dem Verfassungsgericht :) muss über ein vernüftiges Kontrollgremium dieser Listen diskutiert werden.
Ich könnte mir ein Gremium vorstellen, bestehend aus mehreren Vertreteren jeder wählbaren Partei, von ganz Links bis ganz Rechts. Diese Menschen können dennoch zur Geheimhaltung der Gesamtliste verplichtet sein (ich bin auch nicht für eine Linkliste für Pädophile, da wie wir alle wissen, das Stopp-Schild nullkommnix zu umgehen ist), jedoch bei Bedenken über einzelne Inhalte, müssen diese auch in der öffentlichkeit diskutiert werden.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte ist mit seiner momentan vorgesehen Kontrollfunktion ja nicht so wirklich glücklich......
Ich spiele Computerspiele seit der C-64 auf dem Markt ist. Soweit es mir meine knappe Freizeit erlaubt, tue ich dies heute noch mit Freude.
Sollte Bedarf zur Beratung in Fragen dieser Thematik bestehen – meine e-Mail-Adresse habt ihr :) Wer für das oben erwähnte Quellen wünscht, bitte melden.
Mein Mitgliedsantrag ist auch unterwegs.