Rettet das Internet!

22. April 2009

Stopp das BundeszensuramtDie Piratenpartei verurteilt das heute vom Bundeskabinett verabschiedete Zensurgesetz scharf.
Der Gesetzesentwurf geht sogar noch über das hinaus, was bereits in den höchstumstrittenen Zensurverträgen mit großen deutschen Providern enthalten war. Zum Einen könnten nach dem neuen Regelwerk Seiten bereits auf der Sperrliste landen, lediglich weil sie auf andere gesperrte Seiten verlinken. Zum Anderen wird Providern nun die Möglichkeit eingeräumt, die Zugriffe auf die Sperrseiten zu speichern und an Behörden weiterzugeben.

"Die 'Wikileaks-Klausel', mit der Seiten, welche die Sperrliste veröffentlichen, auch darauf landen, ist schon eine Sauerei", sagte Andreas Popp, Spitzenkandidat der PIRATEN für die kommende Europawahl, "aber dass nun Logs der Zugriffe geführt werden sollen, gibt dem ganzen eine völlig neue Dimension. Damit wären nicht nur Blogger und Webseitenbetreiber davon betroffen, durch einen unvorsichtigen Link Ziel von Hausdurchsuchungen zu werden, sondern jeder Internetsurfer müsste zukünftig bei jedem Klick Angst haben, ins Visier zu geraten. Die Bundesregierung demontiert gerade systematisch das Internet. Das gilt es dringend zu verhindern!"

Die Piratenpartei ist der Meinung, dass Kindesmissbrauch und dessen Dokumentation ein schweres Verbrechen ist, das wirksam bekämpft werden muss. Allerdings sind die Zensurmaßnahmen der Bundesregierung reine Symbolpolitik und völlig ineffektiv. "Mit Zensur findet man keine Täter und verhindert keine Straftaten, sondern setzt sich lediglich selbst Scheuklappen auf", so Popp weiter, "Die schwarz-rote Bundesregierung missbraucht hier das emotionale Thema Kinderpornographie, um in Deutschland eine Zensur salonfähig zu machen und eine Zensur-Infrastruktur durchzusetzen."

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Kommentare

Die Spinnen doch

Also ich bin echt entsetzt darüber, dass es hier in Deutschland eine Internetzensur geben soll. Mir persönlich kann das egal sein, ich löse schon lange DNS's über das OpenNIC auf, aber es dreht sich ums Prinzip.
Und dass man versehentlich früher oder später auf eine gesperrte Seite kommen wird ist vorrausschaubar. Und wie soll man da bitte seine Unschuld beweisen????? Bei den großen Parteien ist echt ne Schraube locker.
Also, wenn es soweit kommt, dass einige Seiten gesperrt und die Zugriffsversuche geloggt werden, dann werde ich überall, wo es geht Bilder einbetten, die in der Größe 0x0 dargestellt werden (sodass man es nicht sieht) und versuchen die gesperrten Seiten zu laden. Dies wird zu Folge haben - wenn genug mittmachen - dass der Browser vieler ahnungsloser Surfer versucht das Bild zu laden und dabei die IP der gesperrten Domain aufrufen will . So wird das BKA regelrecht von potenziellen Kinderschänder überrannt, und kann die gesammelten Daten nicht mehr richtig verwenden. Vielleicht wird so das Gesetz ja wieder verworfen...

mfg. Dose