Nach der Sperrung einiger Seiten durch Arcor hatte die Piratenpartei Deutschland einen Proxyserver eingerichtet um es zu ermöglichen, diese Zensur zu umgehen. Nachdem Arcor die Art der Sperrung geändert hat, wird dieser nicht mehr benötigt und wird daher abgeschaltet.
Bereits vor einiger Zeit hatte ARCOR im vorauseilendem Gehorsam Seiten wie yourporn.com oder sex.com gesperrt. Die geschah damals auf Veranlassung eines Konkurrenzunternehmens. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich die Piratenpartei Deutschland empört über die Rückgratlosigkeit des Unternehmens und richtete umgehend einen Proxyserver ein, um ARCOR-Kunden die Umgehung der Sperre zu ermöglichen.
Jedoch waren durch die technische Umsetzung der Sperre nicht nur die genannten Seiten, sondern 3,5 Millionen andere Seiten ebenfalls über ARCOR nicht zugänglich. Aus diesem Grund wurde die Sperre von Arcor kurzfristig wieder aufgehoben.
Nach einer einstweiligen Verfügung des Landgericht Frakfurt hat Arcor vor einer Weile die Sperrung wieder aufgenommen. Allerdings erfolgt diese nun auf Ebene der Nameserver und betrifft daher wirklich nur die entsprechenden Domains und ist relativ leicht zu umgehen.
Der Proxy-Server der Piratenpartei Deutschland wird damit ab sofort nicht mehr benötigt und wird mit sofortiger Wirkung abgeschaltet. Diese Aktion kann man zu Recht als Erfolg bezeichnen. Alleine im letzten Monat verursachte der Proxy über 1000 Gigabyte Datenverkehr! Dies zeigt erneut, dass die ARCOR-Kunden nicht bereit sind, die Zensur ihres Providers hinzunehmen. Als Alternative bietet sich nun ein alternativer DNS-Sever an. Ein solcher wird bereits von einem Piraten betrieben und kann genutzt werden, um die ARCOR-Zensur effektiv zu umgehen. Es ist dazu nur nötig folgende Adressen der 'Cesidian-Rootserver' als DNS-Server einzutragen (Anleitung):
* 24.129.114.64 und
* 66.92.233.130
anschließend stehen dem Nutzer zusätzliche TLDs zur Verfügung, darunter auch die Top-Level-Domain .pirates, die auch von der Piratenpartei genutzt werden.
Die PIRATEN weisen nochmals ausdrücklich darauf hin, dass ARCOR als Provider nicht für die übertragenen Inhalte haftet und deswegen schon die erste Sperrung nicht nötig gewesen wäre. Darüber hinaus hätte ARCOR durchaus die Möglichkeit, sich gegen die einstweilige Verfügung zur Wehr zu setzen, offensichtlich ist es dem Unternehmen aber lieber, die Sache totzuschweigen.
Die Piratenpartei Deutschland wird sich auch weiterhin aktiv für ein freies und unzensiertes Internet einsetzen und auf Missstände aufmerksam machen!
Kommentare