Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung

Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verfügbar zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in greifbare Nähe gerückt. Wie jede bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielfältige Lebensbereiche und führt zu tief greifenden Veränderungen. Es ist unser Ziel, die Chancen dieser Situation zu nutzen und vor möglichen Gefahren zu warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem "geistigem Eigentum" basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.

Keine Beschränkung der Kopierbarkeit

CD-SchlossSysteme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielfältigung von Werken be- oder verhindern ("Kopierschutz", "DRM", usw.), verknappen künstlich deren Verfügbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab. Darüber hinaus behindern sie auf vielfältige Art und Weise die berechtigte Nutzung von Werken, erschaffen eine vollkommen inakzeptable Kontrollierbarkeit und oft auch Überwachbarkeit der Nutzer und gefährden die Nutzung von Werken durch kommende Generationen, denen der Zugang zu den heutigen Abspielsystemen fehlen könnte. Zusätzlich stehen die gesamtwirtschaftlichen Kosten für die Etablierung einer lückenlosen und dauerhaft sicheren Kopierschutzinfrastruktur im Vergleich zu ihrem gesamtwirtschaftlichen Nutzen in einem extremen Missverhältnis. Die indirekten Folgekosten durch erschwerte Interoperabilität bei Abspielsystemen und Software erhöhen diese Kosten weiter.

Freies Kopieren und freie Nutzung

Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert. Es konnte in der Vergangenheit kein solcher Zusammenhang schlüssig belegt werden. In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger von bestehenden Marktstrukturen machen können. Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar.

Förderung der Kultur

Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern. Positive Effekte der von uns geforderten Änderungen sollen im vollen Umfang genutzt werden können. Mögliche, aber nicht zu erwartende negative Nebenwirkungen müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit abgemindert werden.

Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit

Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht. Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.

Kommentare

Schwarz und Weiß?

Abgesehen davon das die Piratenpartei sich für Creative Commons einsetzt, was auch ein Urheberrecht ist.
Setzen sie sich auf für Künstler und wollen auch weiterhin das sie ihr Geld für ihre Arbeit bekommen!
Da sie die Rechte an ihrer Musik und sonstigen Leistung auch behalten und als einziges damit Legal Geld verdienen dürfen.

Dieses kann unterschiedlicher Natur sein. Durch Werbefinanzierungen oder Flatrate Angebote, Fan Artikel und Konzerte.

Und Kunst und Kultur stirbt deswegen auch nicht wen ein Paar Plattenfirmen und co das Zeitliche Segnen!
So lange Leute daran Spaß haben und nicht nur den Kommerziellen Erfolg verfolgen wird es Immer neue Musik, Bücher und co geben!
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Den heute kann man dank dem Internet schon viel selbst erreichen!
-- Produktion
... können die Künstler heute selbst in die Hand nehmen.
Man mietet sich heute auch lieber ein Tonstudio für paar hunderte Euros, als einen Vertrag zu unterschreiben.

-- Distribution
... man kann auch ohne CD als Träger Musik verteilen.
Also braucht man auch kein Start Kapital einer Industrie um seine Musik auf Tonträgern zu bannen um zu verteilen.

-- Promotion
... nicht mehr erwünscht. Wen interessiert BRAVO, Rolling Stone Magazine (in Deutschland übrigens ein typisches Springerblatt) oder MTV noch? Die gibts noch, aber sie haben deutlich an Relevanz verloren.
Wer neue Musik finden will, der guckt auf YouTube. Und damit ein Künstler seine Musik auf YouTube bekommt, braucht er keine Plattenfirma.

Das Internet bringt ein neuen Wandel mit sich. Da kann man auch nichts dagegen tun. Genau so wenig wie der Pferde Kutscher als das Auto kam.
Man muss nur die Zeichen der Zeit er kennen und in die Richtigen bannen Lenken!

Nur für einige scheinen die richtige Bannen wohl immer noch die der alten Geschäftsmodelle und der Totalen Überwachung zu sein.

Da sollte sich mal jeder selber fragen in wie weit man die Überwachung ausbauen will und kann um die Leute vom Schwarzkopieren abzuhalten? Soll der Staat diese vielleicht auch noch irgendwann mit von Steuergeldern Finanzieren um diese Industriezweige zu erhalten die eigentlich überhaupt kein Wirtschaftlichen Verlust darstellen, da das Geld eh irgendwo landet?
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Fragen über fragen. Jedes verfügbare Produkt muss man im Netz anders bewerten und wie man in Zukunft damit umgehen soll. (Musik, Filme, Bücher, Programme und co)
Wie die Lösung für alles aussieht weiß man heute zwar nicht, aber die Piraten sind zumindest bereit diese Probleme anzugehen ohne die immer geforderte Holzhammer Methode der Lobbyisten die unsere Politik unterwandern.